Die Unsichtbaren – Wir wollen leben

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Filmdaten
OriginaltitelDie Unsichtbaren – Wir wollen leben
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2017
Länge110 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
JMK 10[2]
Stab
RegieClaus Räfle
DrehbuchClaus Räfle,
Alejandra López
ProduktionClaus Räfle,
Frank Evers
MusikMatthias Klein
KameraJörg Widmer
SchnittJörg Hauschild,
Julia Oehring
Besetzung

Die Unsichtbaren – Wir wollen leben ist ein deutsches Doku-Drama von Claus Räfle aus dem Jahr 2017. Der nur zum Teil dokumentarische Spielfilm thematisiert das Untertauchen von jüdischen Flüchtlingen vor dem Hintergrund der Judenverfolgung in Berlin während des Zweiten Weltkriegs. Die Hauptrollen spielen Max Mauff, Alice Dwyer, Ruby O. Fee und Aaron Altaras.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spielszenen, die auf wahren Ereignissen und Erlebnissen der vier Vorbilder der Filmfiguren basieren, wechseln sich mit ausführlichen Interviews mit den noch lebenden Zeitzeugen ab. Die jüdischen Teenager Cioma Schönhaus, Hanni Lévy, Ruth Arndt-Gumpel und Eugen Friede schaffen es, mitten während der stärksten Verhaftungswellen gegen Juden in der Reichshauptstadt Berlin in gewissem Maße unsichtbar zu werden. Schönhaus, eigentlich Grafiker, fälscht heimlich Pässe für Juden und kann so viele Leben retten. Hanni Lévy versucht mit blondierten Haaren als Arierin durchzugehen; sie findet wiederholt durch Zufall Unterstützer. Eugen Friede lebt bei einer deutschen Familie, trägt eine Uniform der Hitlerjugend und hilft der Widerstandsgruppe Gemeinschaft für Frieden und Aufbau. Ruth Arndt-Gumpel tarnt sich als Kriegswitwe und serviert als Haushälterin NS-Offizieren Schwarzmarkt-Delikatessen.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Drehbuch zum Film wurde von Regisseur Claus Räfle gemeinsam mit Alejandra López verfasst.

Die Dreharbeiten liefen vom 30. März bis zum 4. Mai 2016 in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.[3] In Niedersachsen wurden einige Szenen im Schloss Bückeburg gedreht. Dabei dienten die nicht sehr geräumigen Kammern unter dem Dach des Schlosses als Kulisse für die Verstecke der „Unsichtbaren“ auf Berliner Dachböden.[4]

Der Film, welcher von Tobis Film vertrieben wird, feierte am 10. Oktober 2017 seine Premiere in Berlin und kam am 26. Oktober 2017 deutschlandweit in die Kinos.

Für den Schauspieler Andreas Schmidt, der im Film Hans Winkler verkörpert, stellte Die Unsichtbaren – Wir wollen leben die letzte Rolle vor seinem Tod am 28. September 2017 dar.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Untertauchen von Flüchtlingen vor der Judenverfolgung der Nazis innerhalb der eigenen Heimatstadt war äußerst riskant. Gezeigt wird auch die gefährliche Situation der Judenretter. Ohne Unterkunft konnten sich Juden kaum längere Zeit verbergen. Mitgeführtes Gepäck würde bei Kontrollen Verdacht erregen. Fehlende Papiere führten zur Festnahme. Manche der Untergetauchten, die auch „Illegale“ oder „U-Boote“ genannt wurden, konnten sich mit Helfern absprechen, manche fanden ihre Retterin per Zufall, andere hatten ein kleines Netzwerk, das über lange Zeit immer wieder für Unterkunft und Lebensmittel sorgte.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Filmdienst urteilte, „dramaturgisch geschickt verknüpft der Film Zeitzeugen-Interviews mit spannend umgesetzten Nachinszenierungen, wobei sich die Überlebenden als begnadete Erzähler entpuppen, deren Erinnerungen szenisch umgesetzt werden“. Die „von den Schauspielern geschaffenen Charaktere“ würden dabei „auf reizvolle Weise zum Vergleich mit den realen Vorbildern an[regen]“.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Herman-Friede: Abgetaucht! Als U-Boot im Widerstand. Tatsachenroman. Gerstenberg, Hildesheim, 2004. ISBN 978-3-8369-5241-5.
  • Cioma Schönhaus: Der Passfälscher. Die unglaubliche Geschichte eines jungen Grafikers, der im Untergrund gegen die Nazis kämpfte. Hrsg. v. Marion Neiss. Scherz Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-502-15688-3. (Elke Schubert: Geretteter Retter. Buchrezension in Die Zeit, Nr. 42/2004 vom 7. Oktober 2004)
  • Barbara Lovenheim: Überleben im Verborgenen – sieben Juden in Berlin. Siedler Verlag, 2002 (u. a. zu Ruth Arndt-Gumpel)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Die Unsichtbaren – Wir wollen leben. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Die Unsichtbaren – Wir wollen leben. Jugendmedien­kommission.
  3. „Tobis Film“ bringt „Die Unsichtbaren“ ins Kino: Dreharbeiten in Wuppertal. Wuppertaler Rundschau, 1. Mai 2016, abgerufen am 18. Oktober 2017.
  4. Schloss als Filmkulisse – Dreharbeiten für „Die Unsichtbaren“. Schaumburger Nachrichten, 2. Mai 2016, abgerufen am 18. Oktober 2017.
  5. Die Unsichtbaren – Wir wollen leben. In: filmdienst.de. Abgerufen am 1. November 2017.