Die Violetten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Violetten
Banner Vio Bandlogo.jpg
Partei­vorsitzende Silvia Röder und Christian Schreiber
General­sekretär Rainer Schäfer
Bundes­schatz­meister Karin Schäfer
Ehren­vorsitzender Wolfgang Lißeck
Gründung 6. Januar 2001
Gründungs­ort Dortmund
Haupt­sitz Oberhausen[1]
Aus­richtung Spirituelle Politik,
Direkte Demokratie
Mitglieder­zahl 270 (Stand: 19. Dezember 2020)[2]
Frauen­anteil ca. 50 %
Website die-violetten.de

Die Violetten sind eine deutsche Kleinpartei.

Inhaltliches Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Violetten verstehen sich als Vertreter spiritueller Menschen. „Spiritualität“ nimmt dementsprechend einen zentralen Platz in den Anschauungen der Partei ein. Inhaltlich konzentriert sie sich auf innenpolitische Themen, insbesondere auf die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens und die Bereiche Bildung, Erziehung, Wirtschaft, Finanzen, Arbeit und Umwelt.[3]

Einen Schwerpunkt stellt dabei unter anderem der Naturschutz dar. Darüber hinaus lehnt die Partei Tierversuche ab und befürwortet Formen direkter Demokratie. Die Violetten fordern zudem ein bedingungsloses Grundeinkommen. Hauptziel ist es laut Aussagen der Partei, eine Gesellschaft zu entwickeln, in der „jeder von seinem Bewusstseinsstand aus denken, fühlen und handeln und sich zu höherem Bewusstsein entwickeln kann“.[4] Die Violetten befürworten zudem die Legalisierung illegaler Drogen bei gleichzeitiger Stärkung von Aufklärung und Suchtprävention und begründen dies mit einem Recht auf Selbstbestimmung.[5]

Die Partei versucht auf Bundes- wie Landesebene eine paritätische Doppelspitze aus einem Mann und einer Frau zu bilden.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesvorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorsitzende Silvia Röder, Christian Schreiber
Schatzmeister Karin Schäfer
Bundessekretär Rainer Schäfer

Daten der Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit existieren acht Landesverbände der Violetten.

Landesverband Landesvorsitzende Ergebnis der letzten Wahl des Landesparlaments[6]
Baden-Württemberg Baden-Württemberg nicht besetzt n.a. (2021)
Bayern Bayern Silvia Röder, Christian Schreiber n.a. (2018)
Berlin Berlin nicht besetzt n.a. (2021)
Hamburg Hamburg Johanna Kretschmer n.a. (2020)
Hessen Hessen nicht besetzt 0,1 % (2018)
Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Marion Schmitz[7] 0,0 % (2022)
Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz nicht besetzt n.a. (2021)
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Susanne Clemenz n.a. (2022)

Legende: n. a. – nicht angetreten

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partei wurde am 6. Januar 2001 in Dortmund gegründet. 2005 wurden Landesverbände in Bayern und Schleswig-Holstein gegründet. Im Jahr 2009 bestanden insgesamt 11 Landesverbände. Die Mitgliederzahl der einzelnen Verbände liegen meist deutlich unter 100 Mitgliedern. Die meisten Mitglieder haben Bayern mit 405 und Baden-Württemberg mit 159 Personen. Die Vorsitzende und Mitbegründerin des Landesverbandes Bayern Gudula Blau, die seitdem den Bundesvorsitz innehatte, trat am 20. Juni 2009 bei der 23. Bundesversammlung im hessischen Bad Zwesten aus persönlichen Gründen zurück. Drei Tage später trat sie auch aus der Partei aus.[8] Obwohl die Partei sonst immer eine Frau und einen Mann als Bundesvorsitzende(n) hat, übte Bruno Walter den Vorsitz bis zum 28. Februar 2010 allein aus. Die folgenden zwei Jahre hatten Markus Benz und Christina Diggance den Vorsitz inne. Vom 26. Februar 2012 bis 7. November 2015 waren es Irene Garcia Garcia und Markus Benz. Vom 7. November 2015 bis 31. März 2017 waren die Vorsitzenden Irene Garcia Garcia und Jochem Kalmbacher. Am 1. April 2017 wurde Irene Garcia Garcia zur alleinigen Vorsitzende gewählt. Am 12. Mai 2018 hat die Bundesversammlung Robert Hermsen als Vorsitzenden nachgewählt. Dieser hat jedoch sein Amt im Mai 2019 aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Auf dem Bundesparteitag am 14./15. September 2019 wurde turnusgemäß ein neuer Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender ist Michael Bentele. Irene Garcia Garcia wurde als Vorsitzende bestätigt, ebenso Rainer Schäfer als Sekretär. Neue Schatzmeisterin ist Karin Schäfer. Die nächste Vorstandswahl fand auf dem Bundesparteitag am 11./12. September 2021. Irene Garcia Garcia wollte nach fünf Amtsperioden nicht mehr kandidieren. Auch Michael Bentele trat nicht mehr zur Wahl an. Die neuen Vorsitzenden sind Silvia Röder und Christian Schreiber. Rainer Schäfer als Sekretär und Karin Schäfer als Schatzmeisterin wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahljahr Bundestagswahl Europawahl Bayern Hessen NRW
2002 0,005 %
2003 n.a. n.a.
2004 n.a.
2005 n.a. n.a.
2006
2007
2008 0,1 % 0,1 %
2009 0,1 % 0,18 % n.a.
2010 0,1 %
2011
2012 n.a.
2013 0,0 % n.a. n.a.
2014 n.a.
2015
2016
2017 0,0 % 0,1 %
2018 n.a. 0,1 %
2019 0,1 %
2020
2021 n.a.
2022 0,0 %

Bei der Bundestagswahl 2002 kandidierte sie nur in Nordrhein-Westfalen und erhielt dort 2.412 Zweitstimmen (entspricht bundesweit 0,005 %).

Die notwendige Zahl an Unterstützungsunterschriften wurde für die Landtagswahl in Hessen am 27. Januar 2008 mit 1.304 bestätigten Unterschriften erreicht. Die Violetten traten mit einer Landesliste ohne Direktkandidaten an und erhielten 2.439 Zweitstimmen, was 0,1 % entspricht.

Für die am gleichen Tag stattfindende Landtagswahl in Niedersachsen wurde die erforderliche Zahl von 2000 beglaubigten Unterstützungsunterschriften nicht erreicht. Die Sammlung wurde dort eingestellt.

In Bayern trat die Partei zur Landtagswahl in Bayern am 28. September 2008 in den drei Wahlkreisen Mittelfranken, Niederbayern und Oberbayern an. Die Violetten erhielten 6.097 Erststimmen und 9.333 Zweitstimmen, das entspricht einem Wahlergebnis von 0,1 %.

Bei der Europawahl in Deutschland 2009 erhielt die Partei mit 46.355 einen Anteil von 0,18 % der gültigen Stimmen.[9]

Auch nahm sie an der Bundestagswahl 2009 teil. Demgegenüber wurde sie zur Landtagswahl in Sachsen 2009 nicht zugelassen.[10] Bei der Bundestagswahl konnte die Partei bundesweit 0,1 % der Wählerstimmen auf sich verbuchen (32.078 Stimmen).

Die Partei hat an der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 teilgenommen und erreichte einen Stimmenanteil von 0,1 %.[11]

Bei der Bundestagswahl 2013 trat die Partei nur in Bayern an und erzielte dort 2.516 Erst- (0,0 %) und 8.211 Zweitstimmen (0,0 %).[12]

Bei der Bundestagswahl 2017 trat die Partei mit keiner Landesliste an. Sie stellte jedoch fünf Direktkandidaten, die in ihren Wahlkreisen zwischen 0,2 % und 0,4 % der Erststimmen erhielten.[13]

Die Partei nahm mit einer Bundesliste an der Europawahl am 26. Mai 2019 teil[14] und erhielt dort 0,1 % der Stimmen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Kleinpartei die violetten ist volljährig geworden, WAZ.de, 7. Januar 2019
  2. Deutscher Bundestag: Rechenschaftsbericht der Partei (PDF; 16,9 MB)
  3. Stefan Braun, Universität Lübeck auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung (Memento vom 7. September 2009 im Internet Archive)
  4. Die Violetten - Bedingungsloses Grundeinkommen. Abgerufen am 2. Mai 2021.
  5. die-violetten.de Abgerufen am 1. Mai 2021. (PDF; 307 kB)
  6. ÜBERSICHT DER WAHLEN SEIT 1946 auf wahl.tagesschau.de. (Alte Versionen: Landtagswahlen und Bundesrat – stat.tagesschau.de (Memento vom 5. August 2012 im Internet Archive))
  7. Landesvorstand der Violetten in Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. Juni 2018.
  8. Pressemitteilung der Partei Die Violetten vom 24. Juni 2009. Abgerufen am 2. Mai 2021. (PDF; 157 kB)
  9. Europawahl 2009 - Bundesergebnis In: bundeswahlleiter.de. Abgerufen am 2. Mai 2021
  10. 16 Parteien zur Landtagswahl zugelassen, Pressemitteilung der Landeswahlleiterin des Freistaates Sachsen vom 3. Juli 2009
  11. Landtagswahl 2017 - Endgültiges Ergebnis für: Nordrhein-Westfalen. In: wahlergebnisse.nrw. Abgerufen am 2. Mai 2021
  12. Endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2013. wahlrecht.de; abgerufen am 8. November 2013
  13. die-violetten.de. Abgerufen am 1. Mai 2021.
  14. tagesschau.de: Ziele der „Sonstigen“ – Kleinparteien bei der Europawahl. Abgerufen am 14. Mai 2019.