Die Wespen

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Dieser Artikel erläutert die Komödie von Aristophanes; zum gleichnamigen Berliner Kabarett, siehe Die Wespen (Kabarett).

Die Wespen (griechisch Σφῆκες Sphḗkes) ist der Titel einer Komödie des griechischen Dichters Aristophanes. Sie wurde bei den Lenäen des Jahres 422 v. Chr. mit dem zweiten Preis ausgezeichnet, womit sie hinter Aristophanes’ zweiter Aufführung Proagon und vor Leukons Gesandten eingestuft wurde.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dieser Komödie nimmt sich Aristophanes das athenische Justizwesen, das von der Prozesssucht vieler Athener wesentlich beeinflusst wird, zur Brust. Wie schon in anderen Stücken ist es Kleon, auf den in besonderem Maße angespielt wird, und zwar einerseits auf dessen Niederlage in einem aktuellen Unterschlagungsprozess, andererseits auf die von ihm vorgenommene Erhöhung des Richtersolds auf drei Obolen. Letzteres gereicht im Stück dem älteren Manne Philokleon („Freund des Kleon“) zum Vorteil, da er sich für diesen Lohn als Richter von den Demagogen missbrauchen lässt. Wie das Gros seiner Mitbürger ist er dem Beruf regelrecht verfallen, großtuerisch fällt er Urteile mit seinem Griffel, der mit einem Wespenstachel gleichgesetzt wird. Sein Sohn Bdelykleon („Feind des Kleon“) will diesem Treiben ein Ende setzen und sperrt den Vater in seinem Haus ein. Das Motiv des Generationskonflikts tritt also auch hier auf. Zwar beschwert sich der Vater beim Chor, der zum Großteil aus ihm zugeneigten Personen besteht, doch letztendlich findet sein Kind die überzeugenderen Argumente und macht allen klar, wie sehr die Gerichtsherren ausgenutzt werden. Vorerst wird Philokleon zu Hause ein Gerichtshof eingerichtet, doch auf wundersame Weise wird er später durch Dionysos komplett geheilt, worauf ein abschließendes Festmahl folgt.

Das Stück diente Jean Racine als Inspiration für seine einzige Komödie Les Plaideurs (Die Prozessierenden).

Ausgaben und Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Brockmann: Aristophanes und die Freiheit der Komödie. Untersuchungen zu den frühen Stücken unter besonderer Berücksichtigung der Acharner. Saur, München/Leipzig 2003
  • Renata von Scheliha: Die Komödien des Aristophanes: in sieben Vorträgen interpretiert. Wallstein Verlag, Amsterdam 1975, S. 51 ff.
  • Bernhard Zimmermann: Die griechische Komödie. Verlag Antike, Frankfurt am Main 2006, S. 99–106.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]