Die Zeit

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Dieser Artikel behandelt die Wochenzeitung. Für weitere Bedeutungen siehe Zeit (Begriffsklärung).
Die Zeit
Die-Zeit-Logo
Beschreibung Wochenzeitung
Sprache Deutsch
Verlag Zeitverlag Gerd Bucerius
Erstausgabe 21. Februar 1946
Erscheinungsweise wöchentlich donnerstags
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2016)
507.159 Exemplare
Reichweite (ma II/2015; AWA 2015) 1,66-2,25 Mio. Leser
Chefredakteur Giovanni di Lorenzo
Herausgeber Josef Joffe
Frühere Herausgeber Marion Gräfin Dönhoff (1909–2002)
Helmut Schmidt (1918–2015)
Weblink zeit.de
Artikelarchiv 1946 ff.
ISSN 0044-2070Vorlage:Infobox Publikation/Unspezifische ISSN-Angabe

Die Zeit (in der Schreibweise des Verlags: DIE ZEIT) ist eine überregionale deutsche Wochenzeitung, die erstmals am 21. Februar 1946 erschien. Seit dem 1. Juli 1996 gehört der Zeitverlag und somit die Zeit zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.[1] Sie erscheint jeden Donnerstag; an Feiertagen wird der Erscheinungstag in der Regel vorgezogen.

Herausgeber ist gegenwärtig Josef Joffe. Von 2001 bis zum 31. Januar 2010 war Michael Naumann ebenfalls Herausgeber.[2] Darüber hinaus bezeichnet die Zeit auch die 2002 verstorbene Marion Gräfin Dönhoff und den 2015 verstorbenen Helmut Schmidt als Herausgeber.

Erscheinungsort ist seit jeher Hamburg. Die Zeit unterhält Redaktionsbüros in Baden in der Schweiz, Berlin, Brüssel, Dresden, Frankfurt am Main, Moskau, New York City, Paris, Istanbul, Washington, D.C. und Wien. Korrespondenten der Zeit arbeiten in Neu-Delhi, Peking, Tel Aviv, London und Rom.[3]

Die politische Haltung der Zeitung gilt als liberal.[4] Sie pflegt die Debatte. Bei kontroversen Themen werden zur unabhängigen Meinungsbildung des Lesers zuweilen auch unterschiedliche Positionen gegenübergestellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Ausgabe der Zeitung erschien am 21. Februar 1946 in einer Auflage von 25.000 Exemplaren als Blatt der sogenannten Lizenzpresse. Sie umfasste acht Seiten und kostete 40 Pfennig. Sie wurde „veröffentlicht unter Zulassung Nr. 6 der Militärregierung“ der Briten. Laut Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse erreichte sie 2009 rund 2,032 Millionen Leser. Die verkaufte Auflage beträgt aktuell 507.159 Exemplare.[5]

Pressehaus in Hamburg
Das Logo am Hamburger Pressehaus

Die ersten Herausgeber der Zeit waren Gerd Bucerius, Lovis H. Lorenz, Richard Tüngel und Ewald Schmidt di Simoni. Sie hatten bereits während der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs geplant, eine bürgerliche Zeitung herauszugeben. Die Anfangsjahre der Zeit waren, vor allem ab 1949, von Auseinandersetzungen zwischen Bucerius und den übrigen Herausgebern gekennzeichnet. In dieser Zeit mussten Verluste der Zeit durch die Einnahmen der Illustrierten Stern, die sich seit 1951 ebenfalls in Bucerius’ Besitz befand, ausgeglichen werden.

Erster Chefredakteur der Zeitung war Ernst Samhaber, der jedoch noch im Gründungsjahr von Mitherausgeber Richard Tüngel ersetzt wurde. Tüngel steuerte die Zeitung in eine konservative Richtung. Die Zeit war damals in zahlreichen Artikeln „Vorreiter der Wiederbewaffnung“.[6]

1955 kam es zu einer Redaktionskrise der Zeit: Tüngel hatte einen Text des Staatsrechtlers Carl Schmitt, der oft als „Kronjurist des Dritten Reiches“ angesehen wird, veröffentlicht. Aus Protest dagegen verließ Marion Gräfin Dönhoff, die am 1. März 1946 zur Zeit gestoßen war, nach zehn Jahren die Redaktion. Kurz darauf versuchte Tüngel, den Chef vom Dienst Josef Müller-Marein zu entlassen, nachdem dieser in einem Artikel den amerikanischen Politiker Joseph McCarthy für dessen Kommunistenverfolgung scharf kritisiert hatte. Nach diesen Vorkommnissen wurde Tüngel entlassen, was eine Rückkehr der Gräfin Dönhoff ermöglichte. Dies stellte gleichzeitig eine Entscheidung über die politische Linie der Zeitung dar, deren Verleger ab 1956 allein Bucerius war. Auf Tüngel folgten als Chefredakteure zunächst Josef Müller-Marein (1955–1968) und schließlich Marion Gräfin Dönhoff (1968–1972), die ab 1972 als Herausgeberin die Zeitung bis zu ihrem Tod im Jahre 2002 prägte.

In der Zeit schrieben unter anderem Walter Jens unter dem Pseudonym Momos, Uwe Nettelbeck[7] und Ben Witter.

Ende der 1960er Jahre wurde in der Zeit ein Artikel des damaligen Feuilleton-Chefs Rudolf Walter Leonhardt veröffentlicht, der dazu aufrief, Pädophilie freizugeben.[8] Jahrzehnte später bat der damalige stellvertretende Chefredakteur Theo Sommer um Entschuldigung dafür, damals nicht sensibler gewesen zu sein.[9] 1976 veröffentlichte die Zeit einen Artikel des Hamburger Pädagogen Karlheinz Lutzmann, in der er Pädophilie zumindest im Ansatz relativierte.[10] Eine Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte fand 2013 im Rahmen der Debatte um Pädophilie bei den Grünen statt.[11]

Von 1985 bis 1996 war Hilde von Lang Verlegerin und von 1985 bis 1999 Geschäftsführerin.[12]

Am 1. Dezember 2010 lag der Zeit zum ersten Mal teilweise eine Beilage mit dem Titel Christ und Welt bei. Es handelt sich dabei um eine Fortführung der Wochenzeitung Rheinischer Merkur, die seither nicht mehr eigenständig erscheint. Im Mai 2012 wurde die Jakob-Fugger-Medaille des Verbandes der Bayerischen Zeitungsverleger, eine der renommiertesten deutschsprachigen Preise für das Zeitschriftenwesen, erstmals nicht an eine Einzelperson, sondern an die Herausgeber, Verleger, Geschäftsführer, Chefredaktion und Mitarbeiter der Zeit verliehen.[13]

Chefredakteur ist seit 2004 Giovanni di Lorenzo mit den Stellvertretern Moritz Müller-Wirth, Bernd Ulrich und Sabine Rückert.

Frühere Chefredakteure:

Printausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ressorts und Beilagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Redaktion mit über 100 festen Angestellten ist in elf Ressorts unterteilt (mit Leiter):

Das Ressort Chancen widmet sich den Themen Ausbildung und Beruf. Den redaktionellen Seiten folgt ein umfangreicher Stellenmarkt mit den Schwerpunkten Verwaltung und Management, Gesundheit sowie Forschung und Lehre. Insbesondere inserieren nahezu alle Universitäten des deutschen Sprachraums ihre Stellenausschreibungen für Professuren in der Zeit.

Gelegentliche Beilagen sind neben dem regelmäßigen Zeitmagazin auch Beilagen zu Literatur und Reisen.

Erscheinungsbild und Druck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großes Wappen Hamburgs
Großes Hamburger Staatswappen seit ca. 1952/1955[14]
Hamburg-Wappen in der Grafik für das ZEIT-Logo (von Nr. 1-12/1946)
Hamburg-Wappen mit offenem Tor als 2. Version für das ZEIT-Logo (von Nr. 13-18/1946)
Kopfzeile der ZEIT mit dem Hamburg-Wappen (i.d.2.F. von Nr. 13-18/1946)
Kopfzeile der ZEIT mit dem Bremer Wappen (ab Nr. 19/1946)

Den Schriftzug in der Titelzeile der Wochenzeitung Die Zeit mit der eleganten Schrift „mit Seele“ (weiße Innenlinie) gestaltete 1946 der aus Wien stammende Jugendstilkünstler Carl Otto Czeschka.[15] Czeschka orientierte sich bei der Gestaltung der Kopfzeile an der britischen Tageszeitung „The Times[16], die das britische Staatswappen[17] mit Löwe und Einhorn zwischen den Worten trägt. Dies war nicht nur von grafischer Bedeutung, sondern zeigte das Selbstverständnis des Gründers der Zeitung Gerd Bucerius – nachzulesen in seinem Editorial „Unsere Aufgabe“ am 21. Februar 1946 [18]:

„Wir hoffen, daß 'Die Zeit’ ihrer Namensschwester in England würdig sein wird. … … Wir sind nicht so vermessen, mit unseren bescheidenen Mitteln die überragende Stellung anzustreben, die die Londoner ‚Times‘ in der ganzen Welt genießen, aber wir haben den Sinn dieses Vergleichs als Mahnung verstanden. Mit diesem Vorsatz beginnen wir unsere Wochenzeitung.“

Von der ersten Ausgabe (21. Februar 1946) bis zur 12. Ausgabe (9. Mai 1946)[19] wurde die erste von Czeschka gestaltete Fassung verwendet, nämlich mit einem Hamburg-Wappen mit schildhaltenden Löwen zwischen den beiden Worten.[20] Dieses Wappen hatte im Unterschied zum offiziellen Staatswappen die Besonderheit, dass die Pfauenfedern der Helmzier versehen waren mit kleinen Herzen. Die Beinstellung der Löwen war entsprechend der alten Fassung des Großen Staatswappens geöffnet, denn sie wurde erst in der Zeit zwischen 1952 und 1955 verändert [21]. Trotz dieser kleinen Differenz wurde es vom Hamburger Senat als „Großes Hamburger Wappen“ angesehen und damit als „Hoheitszeichen“. Daraufhin wurde das Wappen verändert: Ein offenes Tor sollte die Weltoffenheit der Hansestadt zeigen [22]. Doch auch diese 2. veränderte Fassung des Hamburg-Wappens, das von der Ausgabe Nr. 13 bis Nr. 18 Verwendung fand, wurde vom Senat abgelehnt. Auch so sei dies der „Missbrauch eines Hoheitszeichens“ für kommerzielle Zwecke – und dieses Verbot gilt bis heute [23].

So zeigt die Titelzeile des Blattes seit ihrer 19. Ausgabe (27. Juni 1946) mit Erlaubnis des Bremer Bürgermeisters Wilhelm Kaisen stattdessen den Bremer Schlüssel und die goldene Krone des Bremer Stadtwappens. Dies geschah durch Vermittlung von Josef Müller-Marein, der später Chefredakteur der ZEIT wurde (1957–1968). Die Grafik mit dem Bremer Schlüssel in der Kopfzeile wurde ebenfalls von Carl Otto Czeschka gestaltet.[24] Sie wird heute als Logo der gesamten Verlagsgruppe[25] verwendet.

Der Hamburger Künstler Alfred Mahlau hatte nach den Vorgaben von Ernst Samhaber die gesamte erste Ausgabe gestaltet mit fünfspaltigem Umbruch „in klassischer Strenge und Sachlichkeit“.[26] Der Druck erfolgte in der Hamburger Druckerei Broschek. Dabei hatte C. O. Czeschka in der ersten Zeit ebenfalls Überschriften gezeichnet für die verschiedene Ressorts:

Ressort-Überschriften 1946

Die Artikel der Zeit und vor allem die Leitartikel auf der ersten Seite sind traditionell länger und ausführlicher als etwa bei Tageszeitungen. Die Titelseite wurde zeitweise gar als „Grabplatte“ verspottet. Seit einigen Jahren sind viele Artikel jedoch deutlich kürzer sowie intensiver bebildert.

Seit dem Redesign durch Mario Garcia[27] im Januar 1998[28] werden die Überschriften in der Tiemann-Antiqua gesetzt, die Fließtexte in der Garamond, einer typischen Buchschrift, die Zeitungen sonst selten verwenden.

An der Diskussion um die Rückkehr zur traditionellen deutschen Rechtschreibung, die Der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung und Bild anführten, beteiligte sich die Zeit nicht. Sie verwendete seit 1999 eine eigene, sowohl von der traditionellen als auch von den verschiedenen Versionen der reformierten Rechtschreibung abweichende Hausorthographie, die der langjährige Zeit-Redakteur Dieter E. Zimmer ausgearbeitet hatte. Seit 2007 verzichtet die Zeit auf diese Hausorthografie und schreibt, wie viele andere Zeitungen auch, gemäß den Empfehlungen des Dudens.

Das nordische Format, ein Markenzeichen der Zeit, wird seit je in Literatur und Kleinkunst – meist in satirischer Form – thematisiert: Laut dem Schriftsteller Hanns Dieter Hüsch ist die Zeit z. B. „so groß, wenn man die aufschlägt, muss der Nachbar gleich zum Zahnarzt“. Das Format ist jedoch nicht größer als bei einem Dutzend anderer deutscher Tageszeitungen.

Die Zeit entsteht in den Druckereien Frankfurter Societäts-Druckerei in Mörfelden-Walldorf, Axel Springer AG in Essen-Kettwig und Axel Springer Verlag in Ahrensburg. Der Vertrieb liegt bei Gruner + Jahr in Hamburg.

Zeitmagazin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Einstellung der farbigen Zeitschriften-Beilage Zeitmagazin 1999 wurde in der Nachfolge das Zeit-Ressort Leben unter der Leitung von Andreas Lebert eingerichtet. Seit der Zeit-Ausgabe vom 24. Mai 2007 ist das Ressort wieder in eine Zeitschriften-Beilage mit Titel Zeitmagazin ausgegliedert. In dieser Beilage führte Giovanni di Lorenzo bis Ende Januar 2009 wöchentlich ein Kurzinterview mit Helmut Schmidt unter dem Titel Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt. Besonders bekannt sind darin außerdem die wöchentlichen Kolumnen von Harald Martenstein, der meist recht sarkastisch, aber durchaus humorvoll über „Gott und die Welt“ philosophiert, sowie Wolfram Siebecks Kochseite. Seit 1971 wird im Zeit-Magazin das „kryptische“ Kreuzworträtsel Um die Ecke gedacht abgedruckt. Mathematische Unterhaltung findet sich in der Zeit-Rubrik Logelei von Zweistein.

Am 14. Oktober 2010 erschien zum 40. Geburtstag des Zeitmagazins eine Jubiläumsausgabe mit hundert Extraseiten. Sie enthält unter anderem vierzig verschiedene Titelbilder, für jedes Lebensjahr eins. Für die Ausgabe vom 21. Juni 2012 wurden mögliche Themen vorab online von der Netzgemeinde mittels der Liquid-Democracy-Software Adhocracy gesammelt und bewertet.[29] Sonderausgaben sind themenbezogen und beinhalten u. U. eine größere Anzahl von Anzeigenseiten, so z. B. die Reihe Designheft oder seit 2008 das jährliche Uhrenspezial, das sich dem Thema Uhren widmet. Anzeigenpreise bewegen sich im Bereich von 23.000 Euro für eine Ganzseite.[30]

Regionalausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briefmarke von 1992
Aus der Titelzeile der Hamburg-Beilage ab 3. April 2014
Die Titelzeile der Hamburg-Beilage der Zeit ab 3. April 2014 – „Hamburg-Symbol Bremer Krone“

Die Österreichausgabe der Zeit startete 2005. Seitdem konnte die Auflage um rund ein Drittel auf über 15.000 Exemplare gesteigert werden. Korrespondent und Leiter der Österreichausgabe ist Joachim Riedl. Seit dem 12. Mai 2010 erscheint die Zeit in Österreich mit drei Regionalseiten statt wie bisher mit zwei extra Seiten. Außerdem wird die Österreichausgabe häufig landesspezifische Titelseiten haben.[31] Seit November 2009 erscheint die Zeit auf zwei Seiten in einer mit Zeit für Sachsen betitelten sächsischen Lokalausgabe, die in einem eigens dafür eingerichteten Korrespondenzbüro in Dresden produziert wird.[32] Seit dem 4. Dezember 2008 wird für die Leserschaft in der Schweiz eine extra Ausgabe mit zwei zusätzlichen schweizbezogenen Seiten produziert: Seit dem 12. Mai 2010 ist die Seitenanzahl auf drei angestiegen.[31] Verantwortlich für die Schweiz-Seiten ist Matthias Daum.[33]

Seit dem 3. April 2014 gibt es auch eine Regionalbeilage für Hamburg als gesondertes Zeitungsbuch Zeit Hamburg. In dem Editorial von Giovanni di Lorenzo zur Erstausgabe der Hamburger Beilage heißt es:

„Die ZEIT lebt seit ihren ersten Tagen mit einer Mogelpackung im Titelkopf. Weil die damaligen Stadtväter dem ZEIT-Verleger Gerd Bucerius den Gebrauch des Hamburger Wappens verweigerten, ist dort seit fast 70 Jahren das Bremer Stadt-Emblem zu sehen. Für den Hamburg-Teil darf Hamburg auch wie Hamburg aussehen. Olaf Scholz hat es möglich gemacht. Wenn das kein Anfang ist!“[34]

In diesem Editorial wird der Anschein erweckt, als habe der Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz den Titelkopf der Hamburg-Beilage als Mischform des Bremer Wappens mit dem kleinen Hamburger Staatswappen genehmigt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Das ZEIT-Hamburg-Logo zeigt weiterhin das Bremer Wappen, nur dass anstelle des Bremer Schlüssels das „Hamburg-Symbol“ in das Wappenschild eingefügt wurde.

Auflagenentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeit hat im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Zeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage gewonnen. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 11,9 Prozent gestiegen.[35] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei rund 70 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[36]


Premiumbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem redaktionellen Onlineangebot Zeit Online wird das Printangebot in verschiedenen Formen im dafür geschaffenen Premiumbereich online gestellt. Für den Zugriff ist ein Abonnement abzuschließen; Abonnenten der Druckausgabe erhalten den Zugang vergünstigt.

Im Premiumbereich gibt es die Ausgabe der Wochenzeitung und des Zeitmagazins

  • in digitaler Form mit Originallayout als PDF,
  • in Textversionen für elektronische Lesegeräte angepasste ePub- und seit 2011 Mobipocket-Dateien, die seit Ende 2012 mit ausgewählten Bildern ergänzt sind, sowie
  • als Webapp für Tablets seit Mitte August 2012.

Weiterhin werden ausgewählte Artikel aus der gedruckten Zeit-Ausgabe als professionell vorgelesene Audiodateien im MP3-Format zum Download angeboten. Die Zeit bietet darüber hinaus den so genannten Audiofon-Service zum Anhören über eine Telefonfestnetznummer an.

Alle verwendeten Dateiformate sind seit Mitte 2010[37] DRM-frei.

Zeit Online[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Screenshot des Internet-Auftritts von Zeit Online vom 23. Dezember 2012 mit einem Text von John H. Weitzmann, welcher unter einer Creative-Commons-Lizenz steht.

Das Internetangebot der Zeitung heißt Zeit Online. Die eigenständige Onlineredaktion besteht aus rund 70 Redakteuren, Grafikern und Technikern bei Zeit Online GmbH[38], eine hundertprozentige Tochter der Zeit-Verlagsgruppe. Seit 2009 befindet sich der größte Teil der Redaktion in Berlin; lediglich Technik, Marketing und einige Verbindungsredakteure zum Blatt blieben in Hamburg.

Das Erscheinungsbild des Internet-Auftrittes hat sich schon mehrfach geändert.

Ressorts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kostenfreie Angebot setzt inhaltlich, technisch und grafisch deutlich andere Akzente als das gedruckte Blatt: Auf der Website finden sich Themen für eine jüngere Zielgruppe. Meldungen, Analysen und Hintergrundstücke werden exklusiv für die Website geschrieben, gesprochen oder gefilmt. Die Beiträge werden dabei nicht nur von der Onlineredaktion, sondern auch von Zeitredakteuren und freien Autoren verfasst. Auch Artikel der gedruckten Ausgabe werden online veröffentlicht. Artikel können von angemeldeten Benutzern kommentiert werden. Gefallen Kommentare der Redaktion nicht, kann sie deren Benutzer ohne Warnung und Begründung sperren.

Das Angebot ist in verschiedene Ressorts gegliedert, wobei jeweils mehrere zu Ressortgruppen zusammengefasst sind (mit Leiter):

  • Nachrichten
  • Politik, Meinung und Gesellschaft
  • Wirtschaft, Karriere, Mobilität
  • Kultur & Reisen
  • Digital, Wissen, Studium
  • Sport

Ferner bietet Zeit Online seit dem 3. April 2014 einen Lokalteil für Hamburg an.[39]

Bei einer Umfrage unter deutschsprachigen Literaturblogs wurde der Literaturteil von Zeit Online als bestes Portal bewertet. Es setzte sich unter anderem gegen die Literaturressorts der Onlineausgaben von Spiegel, Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Allgemeine Zeitung durch.[40]

Seit 23. November 2012 steht Entwicklern eine Content API zur Verfügung.[41]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chefredakteur war bis Ende Februar 2008 der frühere Zeit-Redakteur Gero von Randow. Am 1. März 2008 wurde der Journalist Wolfgang Blau sein Nachfolger. Er wechselte zum April 2013 zu der britischen Tageszeitung The Guardian.[42] Sein Nachfolger ist seit 15. März 2013 Jochen Wegner; er war von 2006 bis 2010 Chefredakteur von Focus Online.

Seit September 2006 gibt es eine Kooperation mit dem Berliner Tagesspiegel. Dieser gehört ebenfalls zur Verlagsgruppe Holtzbrinck. Im Rahmen der Kooperation tauschen beide Onlineangebote Texte aus. Ähnliche Vereinbarungen gibt es mit dem Handelsblatt und mit dem IT-Portal Golem.de.

Seit Juni 2008 besteht eine Kooperation mit dem ZDF. Zeit Online zeigt seitdem das ZDF-Nachrichtenformat 100 Sekunden.[43]

Zuender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Zuender betrieb Zeit Online bis 2009 ein eigenes Netzmagazin mit einer eigenen Redaktion für eine jüngere Leserschaft. 2006 begann zeitgleich zum neuen Print-Magazin Zeit Campus Online, ebenfalls mit einer eigenen Redaktion. Und aus 50 Reportagen im Druckmedium entstand 2007 und 2008 der Zeit-Bildungskanon online.[44]

Störungsmelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 startete Zeit Online zusammen mit dem Musikmagazin Intro, dem Verein Gesicht Zeigen! und der Agentur WE DO gemeinsam mit den Moderatoren Markus Kavka, Ole Tillmann, Klaas Heufer-Umlauf[45] das Projekt Störungsmelder gegen Rechtsextremismus.[46]

Netz gegen Nazis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. Mai 2008 startete Zeit Online mit Partnern wie dem Deutschen Fußball-Bund, dem Deutschen Feuerwehrverband, den VZ-Netzwerken, dem ZDF und dem Deutschen Olympischen Sportbund das Internetportal Netz gegen Nazis.[47] Das Portal erfuhr neben dieser Unterstützung jedoch auch Kritik von publizistischer Seite, da es oberflächlich argumentiere und wenig Neues biete.[48] Am 1. Januar 2009 zog sich die Zeit weitgehend aus dem Projekt zurück und überließ die Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung. Eine nicht definierte „Kooperation“ soll weiterhin bestehen.[49]

ze.tt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. Juli 2015 begann die Zeit-Verlagsgruppe mit ze.tt[50] ein neues Online-Angebot für junge Leser, das vor allem Social-Media-Plattformen nutzen will. Ein eigenständiges Team unter der Leitung von Sebastian Horn begleitet das Tagesgeschehen auf ze.tt mit eigenen und kuratierten Inhalten.

Tochtergesellschaften und Beteiligungen des Zeit-Verlags[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit der Zeitschrift Forschung & Lehre betreibt die Zeit-Verlagsgruppe academics.de[51], ein Karriereportal für Wissenschaft und Forschung. Seit 2013 ist die e-fellows.net GmbH & Co. KG[52] aus München eine 66%-Tochter des Zeit-Verlags: Das Karrierenetzwerk bringt seit 2000 Nachwuchskräfte mit Arbeitgebern zusammen. Den Mitgliedern bietet es ein Online-Stipendium mit Praktikums- und Jobangeboten, Zeitungs-Abos, Karriere-Events, Mentoren und einer Online-Community. Mit TEMPUS CORPORATE betreibt der Zeit-Verlag seit 2010 eine Agentur für Corporate Publishing, während der ZEIT Kunstverlag die Zeitschrift WELTKUNST, die Zeitung KUNST UND AUKTIONEN sowie Kataloge für Kunstmessen veröffentlicht. Über die Convent Kongresse GmbH veranstaltet der Zeit-Verlag seit 1998 Kongresse und Tagungen für den deutschen Mittelstand.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Zeit. Wochenzeitung für Politik, Wirtschaft, Wissen und Kultur. Zeitverlag Bucerius, Hamburg 1946 ff. (erscheint wöchentlich).
  • Ralf Dahrendorf: Liberal und unabhängig. Gerd Bucerius und seine Zeit. C. H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46474-2.
  • Mathias von der Heide, Christian Wagner: „Weiter rechts als die CDU“. Das erste Jahrzehnt der „Zeit“. In: Lutz Hachmeister, Friedemann Sierung (Hrsg.): Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945. C.H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47597-3, S. 165–184.
  • Karl-Heinz Janßen, Haug von Kuenheim, Theo Sommer (Hrsg.): Die Zeit: Geschichte einer Wochenzeitung – 1946 bis heute. Siedler, München 2006, ISBN 978-3-88680-847-2.
  • Frank Bajohr: Der Mann, der bei der Zeit Ernst Krüger war. Sechs Jahre lang, von 1950 bis 1956, schrieb er für unsere Zeitung unter falschem Namen. Erst jetzt wurde seine wahre Identität entdeckt: hinter „Ernst Krüger“ verbarg sich der Diplomat und SS-General Erwin Ettel. In: DIE ZEIT vom 23. Februar 2006, Nr. 9, S. 94.
  • Christian Haase, Axel Schildt (Hrsg.): Die Zeit und die Bonner Republik. Eine meinungsbildende Wochenzeitung zwischen Wiederbewaffnung und Wiedervereinigung. Wallstein, Göttingen 2008, ISBN 978-3-8353-0243-3.
  • Die besten Reportagen aus 65 Jahren ZEIT-Geschehen (Reportagensammlung). Wissenmedia, Gütersloh 2011, ISBN 978-3-577-14655-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Die Zeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alexander Smoltczyk: Die Zeichen der Zeit. In: Der Spiegel. Nr. 5, 1998 (online).
  2. Holger Heimann: Michael Naumann: „Ich werfe ein paar neue Bälle in die Luft“. In: Börsenblatt, 1. Februar 2010 (Interview mit Michael Naumann).
  3. Pressemappe der ZEIT Verlagsgruppe September 2014. In: zeitverlag.de. Abgerufen am 24. September 2015 (PDF).
  4. Michael Kohler: „Die Zeit“ – Erfolg mit Qualität. In: Goethe-Institut. Mai 2012, abgerufen am 13. September 2015.
  5. laut IVW, erstes Quartal 2016, wöchentlich (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  6. Christian Haase, Axel Schildt (Hrsg.): Die Zeit und die Bonner Republik. Eine meinungsbildende Wochenzeitung zwischen Wiederbewaffnung und Wiedervereinigung. Göttingen 2008, S. 245–263, 1. Zitat S. 245, 2. Zitat S. 261 f.
  7. Karl Heinz Bohrer: 1968: Die Phantasie an die Macht? Studentenbewegung – Walter Benjamin – Surrealismus. In: Merkur 51,12 (Dezember 1997), S. 1069–1080, hier S. 1077 f. über die Bedeutung „[d]es quasi surrealistischen Kritikers Uwe Nettelbeck“ für Die Zeit (Zitat: S. 1078).
  8. Rudolf Walter Leonhardt: Unfug mit Unschuld und Unzucht (II): Kurzes Kichern, kein Erröten. In: Zeit Online. 25. April 1969, abgerufen am 17. Mai 2016 (Nr. 17.).
  9. Theo Sommer: Pädophilie: Irrungen und Wirrungen der Zeit. In: Zeit Online. 3. Oktober 2013, abgerufen am 17. Mai 2016 (Nr. 41.).
  10. Sexualdelikte: Der unbekannte Sittenstrolch. In: Zeit Online. 3. September 1976, abgerufen am 17. Mai 2016 (Nr. 37.).
  11. Merlind Theile: Pädophilie: Der große Unfug. In: Zeit Online. 3. Oktober 2013, abgerufen am 17. Mai 2016 (Nr. 41.).
  12. Hilde von Lang gestorben. In: Spiegel Online, 5. April 2011.
  13. «Die Zeit» erhält Jakob Fugger Medaille 2012. (Memento vom 7. Juli 2014 im Internet Archive) In: Antenne Bayern, 23. April 2012.
  14. Prof. H.-D. Loose (Staatsarchiv) in Hamburger Abendblatt, 28. Juli 1988, S. 5
  15. In: Die Zeit, Nr. 43/1953 zum 75. Geburtstag von C. O. Czeschka.
  16. Times 1788.12.04
  17. Datei:Royal Coat of Arms of the United Kingdom (HM Government).svg
  18. zeit.de
  19. Vgl. kleine Scans – [1]
  20. Zur Kopfzeile mit Bremer Wappen: Unser Wappen
  21. Prof. Hans-Dieter Loose, Leiter des Staatsarchivs in: Hamburge Abendblatt, 28. Juli 1988 Seite 5
  22. K-H Janßen, H.v.Kuehnheim, Th.Sommer: „Die Zeit. Geschichte einer Wochenzeitung. 1946 bis heute“, Siedler-Verlag München 2006 – Seite 29
  23. hamburg.de
  24. Manfred Sack in der Zeit Nr. 40/1978: Komplettansicht.
  25. Zeit-Verlagsgruppe
  26. Janßen, v. Kuehnheim, Sommer: DIE ZEIT. Geschichte einer Wochenzeitung. 1946 bis heute. Hamburg 2006.
  27. How we did it: Pure Design case study of Die Zeit. (mit Bildbeispielen vorher und nachher)
  28. zeit.de
  29. Zeitmagazin Adhocracy. In: zeitmagazin.adhocracy.de. 16. März 2012, abgerufen am 10. November 2012.
  30. ZEITmagazin | iq media marketing. In: iqm.de. Abgerufen am 10. November 2012.
  31. a b „Die Zeit“ stockt Österreich-Seiten auf. 11. Mai 2007, abgerufen am 3. September 2013.
  32. Artikel beim Presseclub Dresden. Abgerufen am 8. Januar 2011.
  33. Matthias Daum wird Schweiz-Chef
  34. zeit.de
  35. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  36. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  37. „DIE ZEIT“ im Online-Abo auch als ePub – MobileRead Forums. In: mobileread.com. Abgerufen am 5. Februar 2013.
  38. zeit.de
  39. Ebba Schröder: ZEIT ONLINE startet Hamburg-Site. zeit-verlagsgruppe.de. 3. April 2014, abgerufen am 8. Januar 2015
  40. ZEIT ONLINE und Perlentaucher: Die besten Literaturportale im Netz. In: 100 beste Bestseller Bücher. Abgerufen am 14. Februar 2013.
  41. ZEIT ONLINE Developer. In: developer.zeit.de. 23. November 2012, abgerufen am 23. November 2012.
  42. Chefredakteur Blau geht zum „Guardian“. In: Süddeutsche Zeitung. 16. Oktober 2012, abgerufen am 16. Oktober 2012.
  43. In: Journalist, Nr. 8/2008.
  44. Serie: Bildungskanon
  45. Was wir machen und wer bei uns schreibt
  46. Störungsmelder-Blog, Zeit Online.
  47. Christoph Seils: Netz gegen Nazis: Bohren, wo es wehtut. In: Zeit Online. 9. Mai 2008, abgerufen am 17. Mai 2016.
  48. Thomas Lindemann: Ein Anti-Nazi-Netz, das wenig zu bieten hat. In: Die Welt, 20. Mai 2008.
  49. Robert Scholz: Amadeu-Antonio-Stiftung übernimmt „Netz gegen Nazis“. In: Endstation Rechts. 25. Dezember 2008.
  50. Pressemeldung der Zeit-Verlagsgruppe vom 2. Juli 2015
  51. „Tochtergesellschaften und Beteiligungen“ auf der Website des Zeit-Verlags
  52. Online-Karriere-Netzwerk e-fellows.net

Koordinaten: 53° 32′ 59″ N, 9° 59′ 55″ O