Die angefahrenen Schulkinder

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Die angefahrenen Schulkinder
Die angefahrenen Schulkinder live 2010
Die angefahrenen Schulkinder live 2010
Allgemeine Informationen
Genre(s) Comedy, Theater, Musik (Rock/Pop), Satire, Film
Gründung 1982
Website www.dieangefahrenenschulkinder.de
Aktuelle Besetzung
Schlagzeug, Gesang
Charlie Granada
Gitarre, Gesang
Jo Granada
Gesang, Blasinstrumente
Heaven Schulkinder
Keyboards, Gesang
Dr. Ignatz Ignaz

Die angefahrenen Schulkinder sind eine deutschsprachige Comedy-Show aus Osnabrück, sie werden stilistisch dem musikalischen Comedytheater zugeordnet.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Gruppe im Jahr 1982; die ersten Auftritte und Tourneen, damals noch mit Standschlagzeug und fünfstimmigem Bläsersatz, etablierten die Schulkinder in der studentischen und alternativen Szene. Von 1987 bis 1989 gab es diverse Wechsel in der Besetzung. Einige der Mitglieder gründeten neue Formationen wie die deutsch-amerikanische Rock-Bluesband „Cliff Barnes and the Fear of Winning“, verfolgten Solokarrieren oder stiegen z. B. bei Phillip Boa and the Voodooclub, Tito & Tarantula oder Prince of the Blood ein. Aus der ehemals neunköpfigen Band entstand die bis heute erhaltene Formation um die Granada-Brüder, den Keyboarder Dr. Ignatz Ignaz und ihren Sänger Heaven Schulkinder. Seit 1982 treten die Angefahrenen Schulkinder im gesamten deutschsprachigen Raum auf und wirkten weltweit bei vielen Musik-, Film-, Festival- und Theaterproduktionen mit.

Die ausgebildeten Schauspieler und Musiker beschränken sich nicht nur auf Musik, Show, Comedy und Slapsticktheater, sondern publizieren auch Filme, Hörspiele, Sketche, Theaterstücke und Musicals. Auftritte im Fernsehen, z. B. bei Boulevard Bio, Viva oder Sabine Christiansen und im Theater, Oper und Schauspiel machten die Gruppe und ihre Mitglieder auch einem breiteren Publikum bekannt. Am 6. Juni 2008 wurde ihr erstes Musical Die Prinzessin mit dem Glied im Theater Osnabrück mit den „Schulkindern“ unter der Regie von Jens Poth welturaufgeführt. Im Februar 2010 führten die „Schulkinder“ in Zusammenarbeit mit Tine Schoch erstmals ihr zweites großes Bühnenwerk Guggurutz und Kokain, ein multimediales Anti-Gewalt-Lustspiel in mehreren Akten, auf. Neben den Schulkindern arbeiten die Künstler auch in Soloprojekten, u. a. Jo Granada mit der deutsch-japanischen Sängerin Viviane Kudo und Dr. Ignatz mit dem Schlagersänger Christian Steiffen und mit "Hardy Hardon and the Church of Elvis", sowie als Film- und Theaterschauspieler, Autoren, Musiker, Produzenten und Komponisten.

Skandale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt wurde die Gruppe hauptsächlich aufgrund des Liedes I Wanna Make Love to Steffi Graf, gegen das eine Unterlassungsklage eingereicht wurde. Es wurde vom Amtsgericht Hannover am 28. September 1992 bundesweit beschlagnahmt, unterliegt damit in Deutschland einem Verbreitungsverbot und darf nicht mehr verkauft werden. Die „Schulkinder“ unterlagen in 3. Instanz vor dem Bundesgerichtshof und mussten Schadensersatz in Höhe von 60.000 DM zahlen, zu der Zeit der höchste jemals in der Bundesrepublik im Zusammenhang mit einer Persönlichkeitsrechtsverletzung verhängte Betrag.[1]

Weitere Skandale rankten sich beispielsweise um das „Tötet-Onkel-Dittmeyer-Aktionsshirt“ und die dazu veröffentlichte Maxi-Single, oder um eine Parodie auf Peter Maffay und die richtige Verwendung von Kondomen (Single Konny Mc Love). Die diesbezüglichen Verfahren wurden jedoch eingestellt und der satirische Inhalt juristisch gewürdigt.[2]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die angefahrenen Schulkinder veröffentlichen seit 1983 alle Werke im Verlag und Label Pogo Pop Musik. Seit 2006 publizieren sie ihre Musik auch über die Internetportale napster, iTunes, musicload und finetunes.

Singles & Maxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Telefonterror, 1983
  • Konny Mc Love, 1984
  • Aussiedlerjunge, 1990
  • Tötet Onkel Dittmeyer, 1991
  • Liebe ist möglich, 1994

Alben / CDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heaven sings X-mas, LP 1987 & CD 1991
  • Osnabrück, CD 1992
  • Konfirmiert, CD 1993
  • Alles nur Show, CD 1994
  • 15 Jahre Schräg, CD 1997
  • Gulasch, CD 1999
  • Jazz ist keine gute Fickmusik, CD 2001
  • Die Prinzessin mit dem Glied, CD 2003
  • Heaven sings x-mas, vol 2 „Süßer die Glocken nie klingen“, CD 2011
  • Heaven liest Neo Overstreet – mein kleines Leben", CD 2013
  • Fabulara – eine musikalische Reise durch die Wunderwelt der Bücher, Heaven als Erzähler, CD 2014
  • Ein kleiner Penis ist keine Entschuldigung, CD 2015
  • Osnabrücker Bützchen geht mit Zunge - Teil 1 der Osnabrücker Karnevalstrilogie, 2016
  • Die grüne Ganz heisst Hans, Teil 2 der Osnabrücker Karnevalstrilogie, 2017
  • Danke Mädchen, Teil 3 der Osnabrücker Karnevalstrilogie, 2017

Videos und Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heaven sings x-mas, 1987
  • Morgen Kinder wird’s was geben, 1987
  • Oh jesulein zart, 1987
  • White x-mas, 1987
  • Gliedstinkerlied, Video Clip, 1995
  • Liebe ist möglich, Video Clip, 1995
  • Auf Weihnachten, Film, 1996
  • Jetzt noch lustiger – Live Show, 1998
  • Die Schulkinderrolle – Die besten Kurzfilme der angefahrenen Schulkinder, Videofilm, 1999
  • Eine unhaltbare Situation, Kurzfilm, 1999
  • Moskau, Kurzfilm, 2000, Regie Reinhard Westendorf
  • Jazz ist keine gute Fickmusik – Live, Video, 2001
  • Girl from Ipanema – the Chinese version, Kurzfilm 2001
  • Wir versaufen unserm Nachbarn sein klein Häuschen, Kurzfilm 8 mm, 2001
  • 21 Jahr Humor, Musik und gute Laune – Live Video, 2002
  • für Dolores, Kurzfilm, Regie: Gesa Hoebel, Filmhochschule Hannover, 2003
  • Der ehrenwerte Gauner – Budkowskij, Regie: Roman Partykowskij, Video Clip, 2010
  • Morgen kommt der Weihnachtsmann – Besser als Jesus, HD Film, 2011
  • Die angefahrenen Schulkinder – Ein Jäger aus Kurpfalz, live in Tanzania, HD Film, 2011
  • Heaven telefoniert mit George Michael, Video Clip, 2011
  • Alle Jahre wieder, Video Clip, 2011
  • Es ist ein Ros' entsprungen, Video Clip, 2011
  • Heaven sings X-mas vol. 2 – recording in the studio (Merry X-mas), 2011
  • ein Weihnachtsgedicht, Video Clip, 1996/2011
  • Guten Abend, gute Nacht, Musik-Kurzfilm, 2012, Regie: Heaven, Martin Schmeing, Manfred Pollert
  • Feliz Navidad, Videoclip, Video Clip 2013, Regie: Heaven, Martin Schmeing, Manfred Pollert
  • Der Spatz, Kurzfilm, 2013, Regie: Heaven, Martin Schmeing, Manfred Pollert
  • Quarzi und Perzi sind unverbesserlich, Kurzfilm, 2014, Regie: Roman Partykowskij
  • Antonio Perilli – eine göttliche Tragödie, Kurzfilm, 2014, Regie: Roman Partykowskij
  • UHU Clubdance, Tanzfilm, 2014, Regie: Jo Granada, Tine Schoch, Martin Schmeing, Heaven
  • Dokumentation Heaven, 2015, Regie: Roman Partykowskij
  • Ein kleiner Penis ist keine Entschuldigung, Regie: Heaven, 2015
  • Osnabrücker Bützchen geht mit Zunge, Teil 1 der Osnabrücker Karnevalstrilogie, Regie: Heaven, Martin Schmeing, 2016
  • Die grüne Ganz heisst Hans, Teil 2 der Osnabrücker Karnevalstrilogie, Regie: Heaven, Martin Schmeing, 2017
  • Danke Mädchen, Teil 3 der Osnabrücker Karnevalstrilogie, Regie: Martin Schmeing, 2017

DVDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Live! – Kann man Spinat eigentlich aufwärmen? DVD 2004
  • 21 Jahre Humor, Musik und gute Laune – Live DVD 2005
  • Heaven – der letzte Gigant – DVD 2007
  • Heaven – the daily soaps – DVD 2007
  • Eine unhaltbare Situation, DVD Kurzfilm, 2007
  • actors 'n faces, DVD 2007
  • Wieder Wurst zu Weihnachten, Live Show, DVD 2008
  • Kamera läuft – DVD 2008
  • Die Prinzessin mit dem Glied, DVD 2008
  • Guggurutz und Kokain, DVD 2010

Compilations[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horse Aid, 1989, Happy Valley
  • Life is too short for boring music, EFA 1995
  • Kill Karneval Kill Kill, 2001, TUG Records

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1987: 1. Platz beim NDR Hörfest in Kiel.
  • 1998: Prämiert von der Theaterwerkstatt Genf als „bestes unabhängiges Comedytheater im deutschsprachigen Raum“
  • 2000: Großer Preis der Freunde der italienischen Oper, Frankfurt
  • 2001: 'The Girl from Ipanema – the Chinese Version' erhielt beim european media art festival den Preis der Deutschen Filmkritik als bester Experimentalfilm des Jahres
  • 2001 „Weiterstädter Filmhirsch“, 2001
  • 2004: Preis für Sounddesign, Schmalfilmtage in Dresden, 2004, für den Film Moskau, Regie: Reinhard Westendorf
  • 2004: Theater-Oscar, Städtische Bühnen Osnabrück, für Shakespeares' Was Ihr Wollt
  • 2012: Osnabrücker Original, Auszeichnung in der Kategorie „Menschen“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahltag: Von Medienanwälten vor Gericht erstrittenes Schmerzensgeld – eine Auswahl (PDF; 410 kB) aus Achtung Ärger, V.i.S.d.P. – Magazin für Medienmacher, S. 6
  2. Beleidigung – Verweis für Schulkinder, focus, 2. Mai 1994

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]