Die großen Vier (Energieversorgung)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Einflussgebiete der Großen Vier (vor der Entflechtung von Übertragungsnetzbetrieb und Stromerzeugung)

Die großen Vier standen bezeichnend für die vier umsatzstärksten Energie-/Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) in Deutschland: E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall.[1][2][3][4]

Zu den großen vier gehören auch zahlreiche Tochterunternehmen, wie z. B. Eprimo und E wie einfach (jeweils zu 100 Prozent im Besitz von E.ON), Naturenergie plus und Yello Strom (zu 100 Prozent im Besitz von EnBW).

Im Rahmen der Liberalisierung der Energiemärkte in der Europäischen Union entstanden in Deutschland im Laufe der 1990er- bis Anfang der 2000er-Jahre aus ehemals acht Elektrizitätsversorgungsunternehmen nur noch vier.[5] "Die großen Vier" bildeten in den ersten Jahren der Liberalisierung ein Oligopol mit beträchtlicher Marktmacht.[6]

Laut Monitoringbericht 2020 der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamtes werden für die Beurteilung der Wettbewerbssituation auf den Strom-Großhandelsmärkten nunmehr die 5 größten Stromerzeuger, gemessen nach den Einspeisemengen, betrachtet. Dabei wird die Erneuerbare Erzeugung nach dem Erneuerbare Energien Gesetz außen vor gelassen, da sie nicht unter wettbewerblichen Rahmenbedingungen erfolgt. Diese großen 5 sind derzeit RWE, LEAG, EnBW, E.ON und Vattenfall. Sie erzeugten im Jahr 2019 gemeinsam 70,1 % der unter wettbewerblichen Rahmenbedingungen eingespeisten Strommengen. Die von diesen Unternehmen insgesamt erzeugte Strommenge ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Dies liegt an einer steigenden Einspeisung Erneuerbarer Energien und auch an steigenden Stromimporten. Im Jahr 2019 erzeugten die größten Fünf 302,8 TWh Strom. Der Strommarkt wird damit trotz sinkender Marktmacht der großen Erzeuger immer noch als konzentriert wahrgenommen. Die Marktmacht der konventionellen Erzeuger wird aber auch durch den hohen Anteil Erneuerbarer Energien in der Stromversorgung stark relativiert.[7]

Der Anteil der großen Fünf an der Erneuerbaren Erzeugung lag 2019 bei 4,9 %.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.focus.de: Kritik an den großen vier
  2. www.wiwo.de: Politik der Energiewende macht große Versorger kaputt
  3. www.bpb.de: Die großen Vier
  4. www.energieverbraucher.de: Der lange Arm der Energiewirtschaft
  5. www.robinwood: Die Macht der großen Vier! (PDF-Datei; 107 kB)
  6. Monopolkommission: Wettbewerb und Regulierung in der Energiewirtschaft: Reform des Energiewirtschaftsgesetzes, Auszug aus Hauptgutachten XVI (2004/2005), Nummer 22.
  7. a b Monitoringbericht Energie 2020. Abgerufen am 24. November 2021.