Die großen Vier (Energieversorgung)

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Die Einflussgebiete der Großen Vier (vor der Entflechtung von Übertragungsnetzbetrieb und Stromerzeugung)

Die großen Vier stehen bezeichnend für die vier umsatzstärksten Energie-/Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) in Deutschland: E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall Europe.[1][2][3][4]

Zu den großen vier gehören auch zahlreiche Tochterunternehmen, wie z.B. eprimo (zu 100 Prozent im Besitz von RWE), E wie einfach (zu 100 Prozent im Besitz von E.ON), NaturEnergiePlus (zu 100 Prozent im Besitz von EnBW), Yello Strom (zu 100 Prozent im Besitz von EnBW) und andere.

Im Rahmen der Liberalisierung der Energiemärkte in der Europäischen Union entstanden in Deutschland im Laufe der 1990er- bis Anfang der 2000er-Jahre aus ehemals acht Elektrizitätsversorgungsunternehmen[5] „Die großen Vier“. Sie beherrschen direkt und indirekt etwa 80 Prozent des deutschen Strommarktes. Eine zusätzliche marktbeherrschende Stellung hatten diese Unternehmen dadurch, dass sie bis zur Umsetzung des Dritten Energiepakets der EU nicht nur einen großen Teil der Stromerzeugung auf sich vereinten, sondern zusätzlich auch noch für den Stromtransport über das Übertragungsnetz verantwortlich waren. Daher wird sowohl in der journalistischen als auch in der wissenschaftlichen Literatur von einem Stromoligopol gesprochen.[6][7][8][9][10] Auch die Monopolkommission bezeichnete diese vier Stromunternehmen mehrfach als Oligopol.[11]

Der Anteil dieser Unternehmen an Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energien lagen 2013 im einstelligen Prozentbereich.[12][13][14]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.focus.de: Kritik an den großen vier
  2. www.wiwo.de: Politik der Energiewende macht große Versorger kaputt
  3. www.bpb.de: Die großen Vier
  4. www.energieverbraucher.de: Der lange Arm der Energiewirtschaft
  5. www.robinwood: Die Macht der großen Vier! (PDF-Datei; 107 kB)
  6. stern.de: Energie-Oligopol – Vier Konzerne teilen sich den Markt, 1. Juni 2006.
  7. welt.de: Die Macht der Energiekonzerne ist gebrochen, 5. September 2013.
  8. Werner Marnette: Energiepreise gefährden den Industriestandort Deutschland, Wirtschaftsdienst, Vol. 84, Iss. 11, Seiten 679–683
  9. Bernhard Nagel, Barbara Volmert: Nachhaltige Strom- und Gaswirtschaft im Lichte des Wettbewerbsrechts, Edition Sigma, 2010, Seite 11.
  10. Justus Haucap: Braucht Deutschland einen Kapazitätsmarkt für eine sichere Stromversorgung?, DICE Ordnungspolitische Perspektiven, No. 51, 2013, Seite 5.
  11. Monopolkommission: Wettbewerb und Regulierung in der Energiewirtschaft: Reform des Energiewirtschaftsgesetzes, Auszug aus Hauptgutachten XVI (2004/2005), Nummer 22.
  12. www.t-online.de: Energiewende nimmt die großen Versorger in den Schwitzkasten
  13. www.greenpeace.de: Investitionen der vier großen Energiekonzerne in Erneuerbare Energien (PDF-Datei; 1,0 MB)
  14. www.ioew.de: Investitionen der vier großen Energiekonzerne in erneuerbare Energien