Die hohlen Männer

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Die hohlen Männer (Originaltitel: The Hollow Men) ist ein Gedicht des anglo-amerikanischen Dichters T. S. Eliot, das 1925 erstmals erschien.

Es war seine erste große Veröffentlichung seit der Publikation von Das wüste Land, das ihn 1922 zu einer weltweit gefeierten Dichterpersönlichkeit gemacht hatte. Wie sein Vorgänger ist Die hohlen Männer Gegenwartsdichtung, die sich mit dem seelischen Zustand Europas nach dem Ersten Weltkrieg und insbesondere den Umständen des Versailler Vertrages beschäftigt.

Das in fünf Abschnitte unterteilte Gedicht beginnt mit der Erklärung des lyrischen Ichs, zu einer Gruppe „hohler Männer“ zu gehören. Eliot beschreibt Menschen wie Tote oder Geister. Darin sah er die Problematik des Menschen in der Moderne. Die jetzige Welt sei nur das „andere Reich des Todes“ (death’s other kingdom, Vers 14).

Wie viele von Eliots längeren Gedichten (Die hohlen Männer besteht aus 98 Versen) sind viele Themen nur fragmentarisch angerissen und vermischen sich ineinander. Neben der leblosen Schilderung des Nachkriegsalltags kommen auch Fragen an und von Religion ins Spiel. Eliot zitiert gegen Ende des Stückes immer wieder einen Satz aus dem Vaterunser (Denn Dein ist das Reich, im fünften Abschnitt).

Die hohlen Männer endet mit jenem Absatz, der zu den berühmtesten Zitaten aus dem Gesamtwerk T. S. Eliots und moderner Lyrik wurde:

Auf diese Art geht die Welt zugrund
Auf diese Art geht die Welt zugrund
Auf diese Art geht die Welt zugrund
Nicht mit einem Knall: mit Gewimmer

(Englisches Original: This is the way the world ends....Not with a bang but a whimper)

Der Titel The Hollow Men sei laut Literaturhistorikern eine Kombination von The Hollow Land von William Morris und The Broken Men von Rudyard Kipling. Zu Beginn seines Werkes zitiert Eliot Joseph Conrad und dessen berühmtes Werk Herz der Finsternis.

Der fragmentarische Stil des Gedichtes ist wie bei Aschermittwoch darin zu erklären, dass Eliot oftmals lange Zeit verschiedene Gedichte sammelte, um sie dann zu einem neuen Langgedicht zusammenzuschließen. Dies erschwert für viele die Interpretation. Die erste deutsche Übersetzung des Gedichtes besorgte Hans Magnus Enzensberger.

Eliot und sein Werk wurden oftmals zitiert, wie z. B. im Schlussmonolog von Colonel Kurtz in Apocalypse Now, in den Fernsehserien Mad Men, Marvel's Agents of Shield und Dexter oder zu Beginn des Romans The Stand – Das letzte Gefecht des Autors Stephen King.

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