Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelDie unerträgliche Leichtigkeit des Seins
OriginaltitelThe Unbearable Lightness of Being
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1988
Länge165 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegiePhilip Kaufman
DrehbuchJean-Claude Carrière, Philip Kaufman
ProduktionBertil Ohlsson, Saul Zaentz
MusikLeoš Janáček
KameraSven Nykvist
SchnittVivien Hillgrove Gilliam, Michael Magill, Walter Murch
Besetzung

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Philip Kaufman aus dem Jahr 1988. Das Drehbuch schrieben Jean-Claude Carrière und Philip Kaufman nach dem gleichnamigen Roman von Milan Kundera.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prag, 1968. Der junge attraktive Chirurg Tomáš führt privat ein ungezwungenes Leben mit zahlreichen Liebesaffären. Besonders intensiv ist seine Beziehung zu der Künstlerin Sabina, mit der er auch nachdenkliche Gespräche führt.

Bei einem beruflichen Aufenthalt in einem heruntergekommenen Kurort verliebt er sich in die Kellnerin Teresa, die ihn später unangekündigt in Prag besucht. Zwischen den beiden wächst eine feste Beziehung, seine Affären beendet er jedoch nicht. Sabina und Teresa freunden sich miteinander an, Sabina verhilft Teresa sogar zu einer neuen Aufgabe als Fotografin. Teresa und Tomáš heiraten schließlich. Doch Tomáš’ fortgesetzte Affären führen bei Teresa zu Alpträumen.

Während des Prager Frühlings äußert Tomáš seine Ansichten über den Stalinismus und schreibt diese, von einem Freund ermuntert, nieder. Eine Zeitung veröffentlicht den Text, worin Tomáš die sozialistischen Führer mit Ödipus vergleicht. Dieser habe zwar nicht gewusst, wen er getötet hatte, sich aber wenigstens selbst bestraft, als er seinen Fehler erkannt hatte, während die Stalinisten so tun, als sei nichts passiert.

Als im August 1968 Truppen in Prag einmarschieren und den Prager Frühling beenden, emigriert Sabina nach Genf. Teresa fotografiert das gewaltsame Vorgehen in Prag und wird deshalb vorübergehend festgenommen. Als sie wieder freikommt, machen sich Tomáš und Teresa ebenfalls auf den Weg in die Schweiz. Tomáš nimmt in Genf eine Stelle an, die ihm vorher schon mehrmals angeboten wurde. Teresa jedoch, die gern aktuelle Ereignisse fotografiert, findet im satten Leben des Westens keine befriedigende Arbeit. Ihre Bilder des Prager Geschehens werden zwar bewundert, sind den Medien aber nicht aktuell genug.

Obwohl Sabina in der Schweiz eine Beziehung mit dem anderweitig verheirateten Franz begonnen hat, trifft sie Tomáš immer noch gelegentlich, worunter Teresa zusätzlich leidet. Schließlich kehrt Teresa allein nach Prag zurück und hinterlässt Tomáš einen Brief, in dem sie schildert, dass das Leben für ihn zwar sehr leicht, für sie aber umso schwerer sei, und sie die Leichtigkeit, mit der er lebe, nicht mehr aushalte. Auch Sabina verlässt die Schweiz, als Franz eine feste Beziehung mit ihr eingehen will, und zieht in die USA. Tomáš folgt Teresa nach Prag, wo er sich jedoch weigert, seine früheren systemkritischen Äußerungen zu widerrufen, sodass er nicht mehr als Chirurg arbeiten darf und deshalb Fensterputzer wird. Teresa beginnt eine Affäre mit einem anderen Mann, einem Ingenieur. Als ein ehemaliger Botschafter, der jetzt als Putzmann arbeiten muss, ihr aber die Augen öffnet, dass ihre Bekanntschaft mit dem angeblichen Ingenieur bewusst so inszeniert worden war und sie erkennt, dass in Prag jeder jeden bespitzelt, würde Teresa das Land am liebsten wieder verlassen. Tomáš erklärt ihr aber, dass sie die Tschechoslowakei nicht mehr verlassen können, da ihnen beim Grenzübertritt die Pässe abgenommen worden waren. Als einziger Ausweg bleibt ihnen, aufs Land zu ziehen.

Auf dem einsamen Gehöft eines alten Freundes von Tomáš scheinen die beiden endlich glücklich, ehe sie bei einem Autounfall ums Leben kommen.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film sei „teilweise effektgeladen“, „sentimental ausgespielt“ und „technisch außerordentlich raffiniert“. Er beleuchte den Zusammenhang zwischen den historischen Ereignissen und „persönlichem Schicksal“ nur am Rande, zeige jedoch ein „Gespür für Orte, Gegenstände und vor allem Körper“, mit dem er „das Spannungsfeld von Sexualität und Gefühl“ thematisiere.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film war 1989 in den Kategorien Bestes adaptiertes Drehbuch und Beste Kamera (Sven Nykvist) jeweils für einen Oscar nominiert; im selben Jahr erhielten zudem Lena Olin und der Film in der Kategorie Bestes Drama jeweils eine Nominierung für einen Golden Globe.

Das Drehbuch gewann 1989 den BAFTA Award und war für den Writers Guild of America Award nominiert. Sven Nykvist gewann 1989 den Independent Spirit Award; 1988 war er zudem für den Best Cinematography Award der British Society of Cinematographers und 1989 für einen ASC Award der American Society of Cinematographers nominiert. Des Weiteren wurden der Film wie auch Philip Kaufman im genannten Jahr jeweils mit dem National Society of Film Critics Award ausgezeichnet.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde in Frankreich, unter anderem in Paris und in Lyon, sowie in Genf gedreht.[2] Die Produktionskosten betrugen Schätzungen zufolge 18 Millionen US-Dollar. Er spielte in den amerikanischen Kinos nur etwa 10 Millionen US-Dollar ein,[3] war aber in Europa ein großer kommerzieller Erfolg.

DVD-Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Special Edition. 2-Disc-Set. Warner Home Video 2006
  • Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Warner Home Video 2008

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins; abgerufen am 12. Oktober 2011.
  2. Drehorte laut IMDB.com
  3. Einspielergebnisse laut IMDB.com

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]