Diedenshausen (Bad Berleburg)

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Diedenshausen
Koordinaten: 51° 4′ 43″ N, 8° 29′ 58″ O
Höhe: 503 (460–650) m
Fläche: 6,16 km²
Einwohner: 375 (31. Mrz. 2011)
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 57319
Vorwahl: 02750
Wohnhäuser in Diedenshausen
Wohnhäuser in Diedenshausen

Diedenshausen ist einer von 23 Ortsteilen der Stadt Bad Berleburg im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diedenshausen ist etwa neun Kilometer von Bad Berleburg entfernt. Das Dorf liegt zwischen 460 und 650 Meter über dem Meeresspiegel, die es umgebenden Berge sind bis zu 674 Meter hoch. Es liegt im Südosten des Rothaargebirges. Der Bach Elsoff fließt durch das Dorf und bildet die Grenze zu Hessen. Dahinter liegt die Siedlung Seibelsbach, die zur Gemeinde Bromskirchen gehört.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Landstraße 717 ist Diedenshausen mit Bad Berleburg im Westen und Wunderthausen im Norden verbunden, über die L 877 mit Alertshausen im Südosten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Diedenshausen

Das Dorf wurde 1194 erstmals urkundlich als Diethennishusen erwähnt, im Rahmen einer Zeugenaussage des Ritters Godebert von Diedenshausen.

Das Rittergeschlecht derer von Diedenshausen starb etwa um 1400 aus. Als Folge verfiel das Dorf, wie viele andere aus ihrem Besitz, und wurde zu einer Wüstung.

Gegen 1500 betrieb die Familie Dersch die Wiederbesiedlung des Dorfs.

Seit 1532 ist Diedenshausen Grenzdorf, die Elsoff bildet die natürliche Grenze zwischen der Grafschaft Wittgenstein und Hessen, dann zwischen dem Königreich Preußen und dem Großherzogtum Hessen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlief hier auch die Demarkationslinie zwischen britischer und amerikanischer Besatzungszone.

Der Rechtsgelehrte Johannes Althusius wurde 1563 im Schulze-Haus (heutige Adresse: Zur Saale 1) geboren.

Am 21. September 1632 brannte das Dorf vollständig ab.

Im Jahr 1724 wanderte Daniel Womelsdorf (* 1703, Diedenshausen, Schmitte-Haus; † 1758, Pennsylvania) als erster Diedenshäuser nach Amerika aus. Sein Sohn, John Womelsdorf, war der Gründer von Womelsdorf (Pennsylvania).

Am 28. Juni 1973 brannte die Kirche ab, wurde jedoch bis zum Karfreitag 1974 durch rege Mitarbeit der Bevölkerung wieder instand gesetzt.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung kam Diedenshausen am 1. Januar 1975 zu Bad Berleburg.[1]

1994 feierte die Bevölkerung das 800-jährige Jubiläum Diedenshausens.

1998 wurde Diedenshausen beim Bundeswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft mit einer Goldplakette ausgezeichnet. Seit 1977 hatte Diedenshausen kontinuierlich an dem Wettbewerb teilgenommen.

Am 7. März 1999 wurde das Heimathaus Diedenshausen eingeweiht. Dort wird die Geschichte des Dorfes und seiner Familien dokumentiert. Bis 2011 wurden 34 wechselnde Sonderausstellungen gezeigt.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 348 Einwohner[1]
  • 1970: 348 Einwohner[1]
  • 1974: 332 Einwohner[3]
  • 2011: 375 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wappen wird im Dorf das Wappen der Ritter von Diedenshausen verwendet, eine schwarze Wolfsangel auf goldenem Grund mit drei goldenen Kleeblättern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 800 Jahre Diedenshausen 1194–1994 Geschichte des Dorfes und seiner Familien. Herausgegeben vom Heimat- und Verkehrsverein Diedenshausen. Bad Berleburg 1997.
  • Diedenshäuser Rundblick – seit März 1997 viermal jährlich erscheinende Dorfzeitung. Alle Ausgaben als PDF-Dateien verfügbar: [1].
  • Johannes Burkardt, Andreas Kroh und Ulf Lückel: Die Kirchen des Kirchenkreises Wittgenstein in Wort und Bild. Bad Fredeburg 2001.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 337.
  2. Vgl. Diedenshäuser Rundblick 55, Oktober 2011, S. 6.
  3. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 138.