Dieffenbachstraße

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Dieffenbachstraße
Wappen
Straße in Berlin
Dieffenbachstraße
Das Zentrum des „Graefekiezes“
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Kreuzberg
Angelegt 1875
Querstraßen Graefestraße, Grimmstraße
Bauwerke Dieffenbachstraße 11–13, 16–20, 27–32, 34–40, 51, 58/58a
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 820 Meter

Die Dieffenbachstraße im Berliner Ortsteil Kreuzberg ist nach dem Chirurgen Johann Friedrich Dieffenbach benannt.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie erstreckt sich von der Ecke Planufer am Urbankrankenhaus bis zum Hohenstaufenplatz (im Volksmund „Zickenplatz“ genannt) am Kottbusser Damm. Das alte Urbankrankenhaus wurde 1890 eingeweiht, in den 1960er und 1970er Jahren entstand am zugeschütteten Urbanhafen dann der heute als Bezirkskrankenhaus (Betreiber: Vivantes) genutzte Neubau. Die Hausnummer 1 trägt das Krankenhaus, die Hausnummern beginnen an der Südseite der Straße fortlaufend bis zum Ende am Hohenstaufenplatz (Nr. 39) und dann wieder am Nordrand zurück bis Nr. 77 gegenüber der Nr. 1.

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der dominante Neubau des Urbankrankenhauses ist in Waschbeton-Plattenbauweise ausgeführt, und wirkt heute als Fremdkörper in der weitgehend vom Zweiten Weltkrieg verschonten Gründerzeitbebauung der Gegend, mit einheitlicher Berliner Traufhöhe. Derzeit werden einige Altbaufassaden renoviert, Ofenheizung ist nur noch sehr selten anzutreffen, obwohl gerade wegen des hohen Gaspreises neue (Kamin)öfen gesetzt werden. Die Straße ist durchgehend mit Platanen begrünt. Ursprünglich gab es in der Dieffenbachstraße Vorgärten, deren schmiedeeiserne Zaungitter im Zweiten Weltkrieg für Rüstungszwecke eingeschmolzen wurden. Durch den Wegfall der Vorgärten sind die Gehwege heute relativ breit, sodass für Straßencafés viel Platz für die Bestuhlung zur Verfügung steht.

Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßencafés

Die Dieffenbachstraße hat sich von einer reinen Einkaufsstraße mit ein paar „Schultheißlokalen“ zu einer beliebten Kneipen- und Restaurantmeile gewandelt. Die Struktur der Einzelhandelsgeschäfte hat sich seit den 1990er Jahren stark geändert. Heute dominieren Läden für eine eher zahlungskräftige Kundschaft, die zum Teil szenetypische Feinkost oder Dienstleistungen wünschen. In vielen Fabrikgebäuden in den Hinterhöfen gibt es noch die traditionelle sogenannte „Kreuzberger Mischung“, das Nebeneinander von Wohnen, Handwerk und neuen Branchen wie beispielsweise Dienstleister im IT-Bereich.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im östlichen Teil der Straße dominiert eine türkische geprägte Bevölkerung das Straßenbild, Bewohner mit arabischem Migrationshintergrund sind selten, während westlich der Graefestraße deutsche oder westeuropäische Bewohner in der Regel unter sich sind. Auffallend ist die zunehmende Zahl an Kindern, die sich in der Existenz von einem Kinder- und einem Schülerladen (beide als Elterninitiative organisiert) zeigt.

Kultur und Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1905–1908 von Georg Pourroy erbaute Komplex aus Christuskirche, Krankenhaus und Altenheim

In der Straße befindet sich außerdem eine Oberschule, die Christuskirche, ein dazugehöriges kleines Krankenhaus und Altersheim. Die Straße ist dank einer Bürgerinitiative verkehrsberuhigt und feiert jährlich im August das Graefekiezfest, das jedoch zunehmend in den Ruf gerät, durch zu viele Imbissstände an Attraktivität zu verlieren. Außerdem veranstaltet die Berliner Stadtreinigung jährlich Ende April einen sogenannten Sperrgutmarkt am Hohenstaufenplatz.

In den Jahren 1994–1998 hat die Berliner Filmemacherin Christiane Nalezinski in der Dieffenbachstraße und dem Graefekiez mit hier lebenden Künstlern die siebenteilige Familienserie Linsenstraße gedreht. Freuden und Leiden der Künstler werden hier an Originalschauplätzen gezeigt.

Der Kinder- und Jugendroman Rico, Oskar und die Tieferschatten von Andreas Steinhöfel spielt in der Hausnummer 93 samt Hinterhof. Neben der Beschreibung einer „typischen“ Bewohnerstruktur werden die Dachgärten und die nähere Umgebung in die Handlung authentisch übernommen.[1] Der Roman ist 2013 unter dem gleichen Titel verfilmt worden.

Gedenktafeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Haus Nummer 55 befindet sich eine Gedenktafel für den SPD-Politiker und Widerstandskämpfer Franz Karl Meyer, und am Haus Nummer 67 hängt seit 1988 eine für den kroatischen Schriftsteller Vladimir Fran Mažuranić, der hier bis zu seinem Tod 1928 lebte und arbeitete.[2]

Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Dieffenbachstraße befinden sich im Gehwegpflaster 13 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig, die auf die im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten deportierten Bewohner hinweisen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dieffenbachstraße (Berlin-Kreuzberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und die Tieferschatten mit Bildern von Peter Schössow, Carlsen Verlag 2008.
  2. Kroatische Internetseite Berlinski Magazin

Koordinaten: 52° 29′ 32″ N, 13° 25′ 6″ O