Diemel

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Diemel
Diemeltal zwischen Trendelburg und Wülmersen

Diemeltal zwischen Trendelburg und Wülmersen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 44
Lage Hessen, Nordrhein-Westfalen (Deutschland)
Flusssystem Weser
Abfluss über Weser → Nordsee
Diemelquelle im Rothaargebirge zwischen
Auf’m Knoll und Kahle Pön
51° 15′ 59″ N, 8° 39′ 5″ O
Quellhöhe ca. 660 m ü. NN[1]
Mündung in Bad Karlshafen in die WeserKoordinaten: 51° 38′ 33″ N, 9° 26′ 52″ O
51° 38′ 33″ N, 9° 26′ 52″ O
Mündungshöhe ca. 95,6 m ü. NN[2]
Höhenunterschied ca. 564,4 m
Länge 110,5 km[3]
Einzugsgebiet 1761,964 km²[3]
Abfluss am Pegel Helmarshausen[4]
AEo: 1757 km²
Lage: 3,1 km oberhalb der Mündung
NNQ (12.09.2008)
MNQ 1956/2009
MQ 1956/2009
Mq 1956/2009
MHQ 1956/2009
HHQ (17.07.1965)
2,62 m³/s
6,22 m³/s
15,4 m³/s
8,8 l/(s km²)
108 m³/s
820 m³/s
Abfluss[5] MNQ
MQ
5,663 m³/s
15,732 m³/s
Linke Nebenflüsse Hoppecke
(dieser und weitere siehe unten)
Rechte Nebenflüsse Twiste
(dieser und weitere siehe unten)
Durchflossene Stauseen Diemelsee
Mittelstädte Marsberg, Warburg
Kleinstädte Diemelstadt
Gemeinden Diemelsee
Diemelquelle bei Usseln
Diemel in Marsberg
Bad Karlshafen: Mündung der Diemel (links) in die Weser

Die Diemel ist ein 110,5 km[3] langer, westlicher und orographisch linker Nebenfluss der Weser in Hessen und Nordrhein-Westfalen in Deutschland. Sie ist der erste, also südlichste, der größeren Weser-Zuflüsse nach der Entstehung derselben durch den Zusammenfluss von Fulda und Werra.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In historischen Quellen wird die Diemel ebenfalls als Dimel, Dymel, Dimella, Dimola und Timella erwähnt. Nach F. Witt und Ludwig Schneider ist das altsächsische Adjektiv „thimm“ für „dunkel“ der Ursprung des Namens Diemel. Namensähnlichkeiten in Flurnamen finden sich für Melbeck in der Lüneburger Heide.[6]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diemelquelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diemel entspringt im Nordwestteil Nordhessens etwa 300 m nördlich der Grenze zu Westfalen im Nordostteil des Rothaargebirges. Ihre Quelle, die „Diemelquelle“, liegt an der Nahtlinie der Bergregionen Upland und Sauerland, die nordöstliche Ausläufer des Rheinischen Schiefergebirges sind. Sie befindet sich am Südrand des Naturparks Diemelsee knapp 2,5 km südsüdwestlich des Willinger Ortsteils Usseln. Auf rund 660 m ü. NN[1] Höhe entfließt sie dem Nordosthang des 739,3 m hohen Bergs Auf’m Knoll im Westen bzw. dem Nordwesthang des 775,3 m hohen Bergs Kahle Pön im Osten. Vorbei an der Quelle führt der Uplandsteig.

Etwa 150 m südlich der Diemelquelle liegt auf rund 680 m[7] Höhe die Quelle eines Rinnsals, das wie der aus der Diemelquelle entspringende Fluss ebenfalls den Namen Diemel trägt und auf dessen Quelle sich laut Diemelkilometrierung[8] die 110,5 km Flusslänge bezieht. Etwa 150 m südsüdwestlich davon steht – auf der zum Berg Auf’m Knoll gerichteten Westschulter von Kahle Pön – direkt nördlich der nordhessisch-westfälischen Grenze die 2014 errichtete Graf-Stolberg-Hütte (ca. 704 m),[3] ein zu Usseln gehörendes Berggasthaus.

Wasserscheide:
Die Quellgegend der Diemel liegt auf der Diemel-Eder/Fulda/Weser-Wasserscheide. Dies bedeutet, dass sich die nach Nordosten fließende Diemel direkt in die Weser entwässert, während das Wasser der südlich des Bergs entspringenden Bäche einen Südumweg durch die Wilde Aa (ab Mittellauf Aar genannt), die am wenige Kilometer weiter südwestlich gelegenen Krutenberg entspringt und von dort in östliche Richtungen fließt, sowie durch die Orke, Eder und Fulda zur Weser macht.

Die Quelle der Diemel liegt aber – entgegen anderen Aussagen – nicht an der Rhein-Weser-Wasserscheide, weil diese etwas weiter südwestlich über den Hopperkopf verläuft und dort nach Süden zum Hille- und Ruhrkopf abknickt.

Oberlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs fließt die Diemel im nordwestlichen Teil Hessens innerhalb des Landkreises Waldeck-Frankenberg bergab nach Usseln, wo sie erst die Uplandbahn und dann die Bundesstraße 251 unterquert. Dann verläuft sie nordostwärts durch einen Talabschnitt, in dem Hemmighausen (Ortsteil von Willingen), Deisfeld und Giebringhausen (Gemeindeteile Diemelsee) liegen. Nach anschließendem Einmünden des Holzbachs erreicht ihr Wasser von Süden kommend den Diemelsee, in den anfangs die Hagen-Bicke und danach die von Südwesten heran fließende Itter einmündet. Kurz vor der Staumauer der Diemeltalsperre verläuft durch diesen Stausee die nordhessisch-westfälische Grenze, wonach der Fluss fortan in Nordrhein-Westfalen im Hochsauerlandkreis fließt.

Mittellauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterhalb der Staumauer durchfließt die Diemel nordöstlich des Eisenbergs (594,6 m) und damit ab Helminghausen einen tief eingeschnittenen Talabschnitt. Es war geplant, dort einen weiteren Stausee zu errichten, was nicht umgesetzt wurde. In diesem Tal gibt es außer Helminghausen keine Dörfer; lediglich Padberg und Giershagen liegen in Talnähe auf Anhöhen. Dort wird die Diemel zuerst von der aus Richtung Süden kommenden Rhene und dann – nach Passieren des vor der Einmündung des Silberbachs befindlichen Werks Marsberg-Giershagen der Wepa Papierfabrik – von der aus westlicher Richtung heran fließenden Hoppecke gespeist. Fortan wird der Fluss von der Oberen Ruhrtalbahn, die ihn zweimal überquert, und von der Bundesstraße 7 begleitet.

Danach verlässt die Diemel den Naturpark Diemelsee, wobei sie südöstlich am Sintfeld vorbeifließt. Sie läuft durch Marsberg, wo die Glinde einmündet, und gelangt nach Westheim. Dort verläuft sie teils auf der nordhessisch-westfälischen Grenze und erreicht die an dieser Grenze in Hessen gelegene Gemeinde Diemelstadt. Nach Passieren des Guts Billinghausen und Unterqueren der Bundesautobahn 44 (Diemeltalbrücke; 100 m lang) tangiert die Diemel dessen Ortsteil Wrexen unmittelbar nördlich, an dessen nordöstlichem Ortsrand die von Süden kommende Orpe einmündet. Nördlich dieser Ortschaft befinden sich die Südausläufer des Eggegebirges, auf dem sich der Südteil des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge erstreckt; dessen Südbegrenzung liegt im Diemeltal. Fortan verläuft der Fluss durch die Warburger Börde.

Unterlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Danach gelangt die Diemel in zunehmend weitläufig werdender Landschaft wieder nach Nordrhein-Westfalen und somit in den Kreis Höxter. Nach Aufnehmen des Hammerbachs unterhalb von Scherfede-West und der Naure nach Ossendorf unterquert sie die Bundesstraße 252. Dann mündet am Südrand der Warburger Kernstadt die von Süden heran fließende Twiste sowie nach Unterqueren der B 7 kurz vor der Uhlenburg der aus derselben Richtung kommende Calenberger Bach ein. Unterhalb davon passiert die Diemel den nördlich gelegenen Desenberg, einem markanten Kegelberg mit der Burgruine Desenberg. Dabei verläuft sie entlang der Bahnstrecke Kassel–Warburg, die den Fluss nach der Diemelmühle einmal überquert. Etwas weiter flussabwärts erreicht sie erneut die nordhessisch-westfälische Grenze, an der vor Haueda die von Norden kommende Eggel einmündet. Dort verlässt die Diemel die Warburger Börde und gelangt in den nordhessischen Landkreis Kassel. In der Liebenauer Kernstadt mündet von Norden der Vombach ein und unmittelbar nach dem unterhalb davon befindlichen Hof Hünscheburg die von Süden kommende Warme. Anschließend erhebt sich gegenüber dem von Norden kommenden Zufluss der Alster der rechtsseitige Hofgeismarer Stadtwald.

Danach mündet bei Stammen die von Süden kommende Esse in die Diemel ein; von Stammen flussabwärts bis zur Diemelmündung verlief früher rechtsseitig entlang des Flusses die von der Bahnstrecke Kassel–Warburg abzweigende Carlsbahn. Die Diemel verläuft dann durch Trendelburg, wo die Burg Trendelburg steht und der Fluss die Bundesstraße 83 unterquert. Anschließend fließt nahe dem Stadtteil Wülmersen die von Südosten kommende Holzape zu. Nach Durchfließen eines Tals am Nordwestrand des Reinhardswaldes, in dem die Sababurg steht, erreicht sie Helmarshausen mit der Krukenburg.

Mündung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der letzten Flussschleife unterhalb der Bad Karlshafener Kolonie Nollendorf erreicht die Diemel die Bad Karlshafener Kernstadt, wo sie die am linken Flussufer auf die B 7 treffende Bundesstraße 80 unterquert. Kurz darauf mündet sie beim Weserkilometer 44,68 direkt unterhalb der Hessischen Klippen auf etwa 95,6 m[2] Höhe in die Oberweser. Zwischen Quelle und Mündung ergeben sich etwa 564,4 m Höhenunterschied.

Einzugsgebiet und Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Diemel, das zu etwa 70 % in Hessen und zu rund 30 % in Nordrhein-Westfalen liegt, ist 1.761,964 km²[3] groß. Zu ihren Zuflüssen gehören flussabwärts betrachtet (Daten – wenn nicht anders genannt – laut im Tabellenkopf genannten Einzelnachweisen):

Name Seite Länge
(km)[3][9]
Quell- Mündungs- Mündungs-
ort (Lage)
Stat.
(km)[8]
EZG
(km²)[10][9]
GKZ
[10][11]
höhe (m ü. NHN)[12][7]
Mülmecke rechts 04,1 km 619,0 m 439,0 m Hemmighausen (u) km 101,1 005,220 km² 44-112
Nerdarbach rechts 01,6 km 539,0 m 425,0 m Deisfeld (i) km 099,6
Holzbach links 05,0 km 560,0 m 380,0 m Giebringhausen (u) km 094,9 006,579 km² 44-114
Hagen-Bicke links 02,5 km 558,0 m 376,2 m Giebringhausen (u)[13] km 093,55 00004,670 km² 44-132
Itter
(Itterbach)
links 19,3 km 760,0 m 376,2 m Giebringhausen (u)[13] km 091,85 052,065 km² 44-14
Twibicke links 02,4 km 435,0 m 308,0 m Helminghausen (u) km 085,4
Rhene rechts 15,0 km 550,0 m 302,0 m Padberg (n) km 083,95 059,297 km² 44-18
Kalle Boke rechts 02,4 km 411,0 m 287,0 m Giershagen (n) km 081,35 44-192
Silberbach rechts 01,9 km 362,0 m 277,0 m Giershagen (n) km 079,6 44-194
Hoppecke links 34,7 km 778,0 m 268,0 m Bredelar (u) km 078,1 092,371 km² 44-2
Momeke links 04,4 km 460,0 m 264,0 m Marsberg (o)[14] km 074,5[15] 44-3122
Grenzbach links 01,7 km 369,0 m 252,0 m Marsberg (i)[14] km 073,65[15] 44-3142
Dütlingsbach
(Erlenbach)
links 04,4 km 460,0 m 251,5 m Marsberg (i) km 073,5 44-316[16]
Glinde rechts 08,3 km 359,5 m 247,5 m Marsberg (i) km 072,3 035,337 km² 44-32
Hamecke links 02,5 km 421,0 m 248,0 m Marsberg (i) km 071,7 44-3312
Staubke links 02,3 km 371,0 m 245,0 m Marsberg (i)[14] km 070,1[15] 44-33142
Rummecke links 03,5 km 361,0 m 234,0 m Marsberg (i) km 068,9 44-3316
Kallenthal rechts 03,7 km 305,0 m 228,0 m Westheim (o) km 067,2 006,538 km² 44-332
Dahlbach links 05,7 km 360,0 m 218,0 m Westheim (u) km 064,7 006,470 km² 44-334
Wäschebach links 05,6 km 355,0 m 211,0 m Westheim (u) km 062,95 010,286 km² 44-336
Steinbach links 02,7 km 323,0 m 201,0 m Scherfede-West (o)[14] km 059,7[15] 44-33922
Pölingserbach links 03,6 km 329,0 m 201,0 m Scherfede-West (o)[14] km 059,7[15] 44-33924
Mahnebach links 01,4 km 262,0 m 200,0 m Scherfede-West (o)[14] km 059,7[15] 44-33926
Orpe rechts 19,1 km 366,0 m 196,5 m Wrexen (u) km 059,05 098,137 km² 44-34
Hammerbach links 07,2 km 392,0 m 192,0 m Scherfede-West (n) km 057,65 023,363 km² 44-369
Springbach links 02,4 km 229,0 m 189,0 m Scherfede (b) km 053,6 44-3812
Naure links 08,7 km 272,0 m 176,0 m Ossendorf (n)
an Pfennigsmühle
[14]
km 051,3[15] 44-382
Ohme links 06,3 km 227,0 m 175,0 m Ossendorf (b)[14] km 051,3[15] 013,575 km² 44-384
Kälberbach rechts 05,9 km 249,0 m 163,0 m Germete (b) km 048,45 011,088 km² 44-392
Twiste rechts 40,8 km 485,0 m 159,0 m Warburg (i) km 046,75 446,731 km² 44-4
Sielheimer Siek
(Siekbach)
links 06,0 km 233,0 m 158,0 m Warburg (i) km 046,25 44-512
Calenberger Bach
(Fließ-, Holsterbach)
rechts 09,1 km 266,0 m 158,0 m Warburg (u) km 045 034,008 km² 44-52
Eggel links 17,4 km 230,0 m 148,0 m Haueda (o) km 037,3 107,024 km² 44-54
Vombach links 07,8 km 216,0 m 141,0 m Liebenau (i) km 033,4 019,534 km² 44-592
Warme rechts 32,9 km 411,0 m 140,0 m Liebenau (u) km 032,1 157,515 km² 44-6
Alster links 07,2 km 233,0 m 139,0 m Lamerden (i) km 028,6 016,121 km² 44-72
Esse rechts 27,6 km 260,0 m 120,6 m Sielen (u) km 019,1 192,160 km² 44-8
Kampgrund rechts 05,8 km 261,0 m 120,0 m Stammen (b) km 019,05 007,331 km² 44-912
Friedrichsfelder Bach rechts 01,5 km 180,0 m 118,0 m Trendelburg (i) km 017,05 005,604 km² 44-914
Forellenbach
(Narrenbach)
links 04,9 km 200,0 m 113,0 m Deisel (u) km 012,45 018,421 km² 44-92
Holzape rechts 22,8 km 410,0 m 111,0 m Wülmersen (b) km 009,65 059,207 km² 44-94
Knickgraben links 01,4 km 199,0 m 110,0 m Wülmersen (u) km 008,9 44-952
Höllebach links 02,7 km 190,0 m 110,0 m Wülmersen (u) km 008,15 44-954
Hainbach links 04,4 km 187,0 m 106,0 m Helmarshausen (b) km 004,05 44-972
Abkürzungen:     Lage: o = oberhalb vom, i = im, u = unterhalb vom, n = nahe dem, b = beim Mündungsort;     Stat. = Mündungsstationierung[8]
Diemel zwischen Trendelburg und Wülmersen

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte und Gemeinden mit an oder nahe der Diemel liegenden Ortschaften sind
(flussabwärts betrachtet; K = Kernstadt; n = nahe der Diemel):

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erdgeschichtlich liegt die Diemel in einer rund 240 Mio. Jahre alten Flusslandschaft.[17] Die Quellregion liegt im Rheinischen-Schiefergebirge und wird der Zeit von Devon und Karbon zugeordnet.[18]

Frühe urkundliche Erwähnung als Timella findet sich 797 zu einem Lager von Karl dem Großen (Karolus) bei Herstelle[19] Am 16./17. Juli 1965 richtete die Heinrichsflut, bei der alle bisher bekannten Wasserstände überschritten wurden, im gesamten Diemeltal sehr schwere Schäden an.

Diemelkraftwerk Wülmersen nahe Wülmersen

Stauanlagen und Kraftwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Einzugsgebiet der Diemel gehören insgesamt drei Stauanlagen:

  • Stauanlage Schmala an der Schmala, Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen
  • Diemelsee an der Diemel, Landkreis Waldeck-Frankenberg / Hochsauerlandkreis, Hessen / Nordrhein-Westfalen
  • Twistesee an der Twiste, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Hessen

Rund 400 m nordwestlich von Wülmersen steht, etwas östlich der Bundesstraße 83 und nahe der Sackgassen-Zufahrstraße nach Wülmersen das Diemelkraftwerk Wülmersen, das seit 1921 in Betrieb ist, eine kleine Stauanlage aufweist und mit seinen drei Turbinen ungefähr 565 kW Strom erzeugt.

Schiffbarkeit und Wassersport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Abschnitt Stammen (vor Trendelburg) bis Bad Karlshafen wurde 1710 bis 1723 durch Ausbau, begleitende Kanäle und Schleusen schiffbar gemacht und war Teil des von der Lahn zur Weser geplanten aber nie vollendeten Landgraf-Carl-Kanals.

Im Mittellauf der Diemel hängt die Befahrbarkeit von der Wasserabgabe des Elektrizitätswerks der Diemeltalsperre ab, so dass der Flussabschnitt mit Kajaks bei 3 bis 4 m³/s befahrbar ist.

Der Unterlauf der Diemel ab Warburg ist für Sportboote (Kajak und Kanadier) ganzjährig befahrbar und ein lohnendes Ziel für Kanuten. Einige Wehre sind schwierig zu umtragen. Am Diemelkraftwerk Wülmersen nahe Wülmersen ist ein Umtragungsweg angelegt. Es gibt Bootsverleih und geführte Paddeltouren. Am 1. Mai 2007 traten für den hessischen Unterlauf zwischen Haueda und Bad Karlshafen neue Befahrungsregeln in Kraft. Private Bootsfahrer sind seitdem kontingentiert und müssen sich zum Beispiel über das Internet beim Regierungspräsidium Kassel anmelden.[20] Voraussetzung für eine Befahrung ist ein Pegelstand in Helmarshausen von 173 cm. Dies korreliert mit den Rot-Grün-Wasserstandsanzeigern an den Einstiegen (Befahrung nur bei „Grün“).

Pegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diemelzufluss am Itter-Pegel Kotthausen III (Itter zur Diemel, 377,68 m ü. NHN, Kilometer: 3,40)

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden betreibt mehrere Pegel zur Erfassung des Wasserstandes sowie der Zu- und Abflüsse des Diemelstausees. Die Pegelstände sind online zugänglich und werden für folgende Stellen erfasst:

  • Der Zufluss der Diemel wird mit dem Pegel Wilhelmsbrücke erfasst.[21]
  • Der Zufluss der Itter wird mit dem Pegel Kotthausen erfasst.[21]
  • Die Stauhöhe des Diemelstausees wird mit dem Pegel Diemeltalsperre gemessen.[21]
  • Der Abfluss in die Diemel wird mit dem Pegel Helminghausen ermittelt.[21]

Im Unterlauf der Diemel werden keine weiteren offiziell zugängliche Pegelstände ermittelt; aus der Differenz der Pegelstände von Karlshafen und Wahmbeck können Rückschlüsse über den Beitrag der Diemel zur Wasserführung der Weser ermittelt werden.

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interessant am Oberlauf der Diemel ist, dass sie bis zu ihrer Mündung in den Diemelsee wesentlich kürzer ist als Itter und Hoppecke (die wesentlichsten Zuflüsse im Diemel-Oberlauf) mit ihren Quellbächen, so dass vor allem die Hoppecke – wenn man es von der Länge her betrachtet – der eigentliche Diemel-Quellfluss ist.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausflugsziele bzw. Sehenswürdigkeiten unmittelbar an oder unweit der Diemel sind der Diemelsee, die Ruinen der Burg Desenberg, die Trendelburg, die Wolkenbrüche bei Trendelburg, das Wasserschloss Wülmersen, das ehemalige Benediktinerkloster in Helmarshausen, die Ruine der Krukenburg und die Barockstadt Bad Karlshafen.

Entlang der Diemel führt – von der Quelle bis zur Mündung – der Diemelradweg.

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Standort: Diemelquelle 660 m, Quellhöhe laut Schild an der Diemelquelle, auf media05.myheimat.de
  2. a b Wandern und Freizeit im Naturpark Solling-Vogler, Topographische Karte (1:50.000; 1975),
    Hrsg.: Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Landesvermessung
  3. a b c d e f Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  4. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch 2009 Einzelblatt Pegel Helmarshausen, Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, abgerufen am 16. September 2013 (PDF, deutsch).
  5. Gewässersteckbrief und Maßnahmenprogramm 44.1 (Memento vom 1. Januar 2013 im Webarchiv archive.is) (Hinweise) untere Diemel
  6. Ludwig Schneider: Orts- und Gewässernamen im Landkreis Lüneburg, Samtgemeinde Ilmenau (PDF; 13,62 MB)
  7. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  8. a b c Fließgewässerkilometrierung der Diemel laut Gewässerstationierungskarte (Stat.) in Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  9. a b Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
  10. a b Gewässerverzeichnis des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW 2010 (XLS; 4,67 MB)(Hinweise)
  11. Zur besseren Übersicht und Sortierung flussabwärts ist pro Fließgewässer in die Gewässerkennzahl (GKZ) nach der Ziffer „44“, die für die Diemel steht, jeweils ein Bindestrich eingefügt.
  12. Deutsche Grundkarte (DGK 5) in Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  13. a b Mündungslage: im Diemelsee
  14. a b c d e f g h Mündungslage: in einen Mühlkanal (Mühlengraben, Mühlgraben) der Diemel
  15. a b c d e f g h Kilometrierungs-Lage: Mündung des parallel zur Diemel verlaufenden Mühlkanals, in die der Zufluss mündet (statt Mündungslage des Diemel-Zuflusses)
  16. Der Dütlingsbach [Gewässerverzeichnis des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW 2010 (XLS; 4,67 MB)(Hinweise)] mündet mit Unterlaufname Erlenbach laut Gewässerstationierungskarte (Stat.) in Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise) in die Diemel. Die 4,4 km Bachlänge bezieht sich auf seinen Lauf zusammen mit dem Oberen Dütlingsbach; sein längster Zufluss ist der Untere Dütlingsbach (1,7 km).
  17. Geoinformationen zur Diemelregion in Geopark-Region Nordwaldeck, auf geopark-waldeck-frankenberg.de
  18. Bestandsaufnahme: Grundwasserkörper vom MKULNV NRW (Umweltministerium), auf flussgebiete.nrw.de
  19. J. B. Weiss: Zur Geschichte deutscher Volksrechte im Mittelalter, Schaffhausen, 1866, S. 225, auf archive.org
  20. Wassersport in Nordhessen (Memento vom 26. Dezember 2010 im Internet Archive) Wassersport in nordhessischen Gewässern, aus kanu-nordhessen.de
  21. a b c d Wasser- und Schifffahrtsamt Hannoversch-Münden: aktueller Pegel (pegelonline.wsv.de):
    Wilhelmsbrücke, Kotthausen, Diemeltalsperre und Helminghausen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diemel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien