Dietenhausen (Weilmünster)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dietenhausen
Gemeinde Weilmünster
Koordinaten: 50° 25′ 23″ N, 8° 25′ 44″ O
Höhe: 336 m ü. NHN
Fläche: 4,81 km²[1]
Einwohner: 412 (30. Jun. 2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 35789
Vorwahl: 06472

Dietenhausen ist ein Ortsteil des Marktfleckens Weilmünster im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus, in einer Höhenlage von 340 Metern über NN, südöstlich des Kernorts Weilmünster. Südöstlich des Dorfes entspringt der Iserbach, der weiter nach Möttau fließt und ein Tal bildet, in dem die Ortschaften liegen. Höchste Erhebungen bei Dietenhausen sind der Heiligenwald mit 415 Metern über NN und der Heidenkopf mit 405 Metern über NN.

Nachbarorte sind Weilmünster (westlich), Möttau (nordwestlich), Brandoberndorf (nordöstlich), Hasselborn (östlich) und Grävenwiesbach (südöstlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietenhausen muss schon lange vor seiner Ersterwähnung besiedelt worden sein. Darauf deuten die Hügelgräberfelder in den nahegelegenen Wäldern hin. Nahe dem Dorf kreuzen einander ein alter Hellweg und die keltische Wellerstraße. Die Besiedlung wird demnach vermutlich in der keltischen oder vorkeltischen Zeit erfolgt sein.

1301 wird der Ort erstmals urkundlich als Didenhusen erwähnt. Graf Gerlach von Nassau kaufte 1335 das Dorf, sowie weitere Besitzungen, wie das nahegelegene Möttau, von den Grafen zu Solms. Zum Schutz errichtete er im Wald zwischen Dietenhausen und Möttau die Burg Grebenhausen. Jahrhundertelang blieb Dietenhausen ein Bauerndorf. Die Bewohner betrieben neben der Landwirtschaft auch Eisenverhüttung in den umliegenden Wäldern.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten am 31. Dezember 1970 der bisherige Marktflecken Weilmünster im Oberlahnkreis mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Aulenhausen, Dietenhausen, Ernsthausen, Laimbach, Langenbach, Laubuseschbach, Lützendorf, Möttau, Rohnstadt und Wolfenhausen freiwillig zur neuen Großgemeinde Weilmünster.[3] Essershausen kam am 31. Dezember 1971 hinzu.[4] Für alle zwölf ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5]

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Dietenhausen unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):

  • Didenhusen (1301)
  • Dydenhusen (1318)
  • Diedenhaußen (1627)

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Dietenhausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1630: 30 Haushaltungen[7]
Dietenhausen: Einwohnerzahlen von 1825 bis 2020
Jahr  Einwohner
1825
  
235
1834
  
267
1840
  
287
1846
  
307
1852
  
333
1858
  
303
1864
  
329
1871
  
304
1875
  
280
1885
  
292
1895
  
284
1905
  
269
1910
  
282
1925
  
309
1939
  
271
1946
  
409
1950
  
400
1956
  
387
1961
  
369
1967
  
359
1970
  
373
1987
  
411
1993
  
445
1996
  
425
2001
  
432
2005
  
458
2010
  
455
2011
  
444
2015
  
436
2020
  
412
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][7][2]; Zensus 2011[8]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 291 evangelische (= 99,66 %), ein katholischer (= 0,34 %) Einwohner
• 1961: 310 evangelische (= 84,01 %), 49 katholische (= 13,28 %) Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat

Der Ortsbeirat von Dietenhausen besteht aus fünf stimmberechtigte Mitgliedern. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 ist der Ortsvorsteher Rainer Fischer.[9]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Ortsebene bestehen die Vereine Gesangverein „Liederkranz“ e.V., der Turn- und Sportverein Dietenhausen e.V., die Freiwillige Feuerwehr Dietenhausen e.V., gegr. 1934 (einschl.Jugendfeuerwehr seit 27. Februar 1996 und Kinderfeuerwehr seit 2. April 2011), sowie der Dietenhäuser Carneval Club e.V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1934 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Dietenhausen (ab 27. Februar 1996 mit ihrer Jugendfeuerwehr und seit 2. April 2011 mit der Kinderfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort.

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es bestehen das Dorfgemeinschaftshaus in der Lindenstraße, ein Sportplatz, Kinderspielplatz und Wanderwege.

Absatzgenossenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezugs- und Absatzgenossenschaft in Dietenhausen fusionierte im Jahr 1976 mit der Raiffeisenbank Grävenwiesbach.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dietenhausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Dietenhausen, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Entwicklung der Einwohnerzahl im Marktflecken Weilmünster. In: Webauftritt. Gemeinde Weilmünster, abgerufen im August 2020.
  3. Zusammenschluss von Gemeinden zur Gemeinde „Weilmünster“, Oberlahnkreis vom 6. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 141, Punkt 170 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,3 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 373.
  5. Hauptsatzung. (PDF; 51 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Weilmünster, abgerufen im März 2020.
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. a b Ortsteil Dietenhausen. Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Gemeinde Weilmünster, abgerufen im August 2020.
  8. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;
  9. Gemeinde Weilmünster: Ortsbeirat Dietenhausen , abgerufen im Januar 2017.