Dieter Kalka

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Dieter Kalka (* 25. Juni 1957 in Altenburg) ist ein deutscher Schriftsteller, Liedermacher, Lyriker, Dramatiker, Musiker, Herausgeber, Übersetzer und Logopäde.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Dieter Kalka begann 1978 ein Studium der Elektrotechnik und Mathematik an der Technischen Hochschule Ilmenau (heute: Technische Universität Ilmenau); 1980 musste er sein Studium wegen Verbreitung und Besitz illegaler Schriften abbrechen. Er war Mitglied der 1978 gegründeten Folkband „Feuertanz“. Seit Mitte der 80er Jahre war er freischaffend als Liedermacher tätig. 1987 erhielt er einen Berufsausweis als Liedermacher, gewann einen Preis auf den Chansontagen in Frankfurt (Oder) und einen Preis der Leipziger Liedermacherwerkstatt, den er später der Chansonwerkstatt öffentlich zurückgab, als man ihm vorschreiben wollte, welches Lied er beim Abschlusskonzert singen sollte. Er erhielt mehrere Arbeitsstipendien des Landes Sachsen und war einige Zeit Mitglied der Unabhängigen Schriftsteller Assoziation ASSO Dresden, der Neuen Gesellschaft für Literatur, des VS sowie des Förderkreises Freie Literaturgesellschaft Leipzig.

Dieter Kalkas erste Buchpublikation trug den Titel eine übersensible regung unterm schuhabsatz und erschien 1987 als Samisdat. 1990 hatte er als Projektmanager die erste Alternative Buchmesse Leipzig vorbereitet. Innerhalb des Verbandes deutscher Schriftsteller organisierte er 1995 in Leipzig das deutsch-polnische Dichtertreffen „wortlust“. Er übertrug polnische und estnische Lyrik. Versunkene DDR-Realität[1] ist das Thema seines 1998 erschienenen Erzählbandes Der ungepflückte Apfelbaum. Kalkas Texte wurden in Literaturzeitschriften wie Dichtungsring, sterz, Muschelhaufen und Ostragehege veröffentlicht und erschienen in Anthologien, u.a. in der Jahresauswahl des MDR-Literaturwettbewerbs[2], in Mein heimliches Auge, in Landschaft mit Leuchtspuren. Neue Texte aus Sachsen[3] und in einer deutsch-polnischen Anthologie[4]. Beim Sächsischen Literaturfrühling 2003 widmete er sein „Freiheitslied Nr.2“ seinem weißrussischen Kollegen Victor Shalkevich, um ihm Hoffnung auf andere Zeiten zu machen.[5]

Kalka trat mit seinem Bandoneon mit diversen eigenen Liederprogrammen auf, so zum Beispiel 1988 mit dem Thema „Noch habe ich die Freiheit zu lieben“; 2009 sang er auf der Burg Waldeck. Seine Lieder „sind nicht frei von bitterem Beigeschmack. Der Leipziger legt den Finger auf Kompromisse, die jeder fast täglich im Leben schließt oder sich zu schließen genötigt fühlt. Einstige Ideale werden darüber oft vergessen.“[6] Er verfasste die Liedtexte zur Folkoper[7] und schrieb über „Das Wiederaufleben der ostdeutschen Liedermacherszene“.[8] Seine Konzerte führten ihn nach Polen, Weißrussland, Tschechien, Ungarn, die Schweiz, Österreich, und Dänemark. Seine Lieder befinden sich auf zahlreichen CDs, zum Beispiel „Mitternachtsgesänge. Die verlorenen Lieder des Jooschen Engelke“ (Conträr), „ So ein Leben“ (1998) und „Sachsen wie noch nie“ (Scene Records, 2002).

Dieter Kalka arbeitet als Logopäde und wohnt in Leipzig und Meuselwitz.

Werke[Bearbeiten]

  • Eine übersensible Regung unterm Schuhabsatz. Gedichte. Stecknadel, Leipzig 1988.
  • Der ungepflückte Apfelbaum. Erzählungen. Gollenstein, Blieskastel 1998. ISBN 3-930008-71-8.
  • Das Experiment oder Zweij unglejche Brieder. Schauspiel. Uraufführung Leipzig 1998.
  • Noch habe ich die Freiheit zu lieben. Lyrik, Liedtexte, Musik. Leipziger Liederwerkstatt. Kompaktkassette. Stecknadel, Leipzig 1998.
  • Wszystko to tylko teatr i inne opowiadania / Dieter Kalka. Tłum.: Marek Śnieciński i Gabriela Matuszek. Poznań 1999, ISBN 83-87235-26-1
  • Lubliner Lift. Deutsch-polnische Anthologie. (Hrsg.) Vorwort von Erich Loest. Zweisprachig. Verlag Die Scheune, Dresden und Lublin 1999. ISBN 3-931684-27-X.
  • Der Schleier. Gedichte. Die Scheune, Dresden 1999. ISBN 3-931684-26-1.
  • Sachsen wie noch nie. Lieder aus Leipzig. Beteiligung. CD. F.A.N.-Verlag, Leipzig 2000.
  • Literatur aus Polen. (Hrsg.) Sonderteil in: Muschelhaufen. Jahresschrift für Literatur. Nr. 41. Viersen 2001. ISSN 0085-3593.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Bartsch: Dieter Kalka. Ein Schnitter aus Sachsen. In: Mitteldeutsche Zeitung vom 30. März 1998
  • Moritz Jähnig: Standortbestimmung persönlicher Natur. In: Die Union, Oktober 1989
  • Das mysteriöse Ende des montrösen Diktators H. Gelunge Schreiber Inszenierung von Kalkas „Experiment“ im theater fact. In: Leipziger Volkszeitung vom 25. September 1998
  • David Robb: The GDR Singebewegung. Metamorphosis an Legacy In: Monatshefte. Nr. 2. University of Wisconsin 2000
  • Norbert Weiss: Kunst auf dem Lande. Kalka erzählt von Bohemiens in der Dorfpraxis. In: Süddeutsche Zeitung vom 25./26. April 1998

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Irmtraud Gutsche: Unter der Rinde. In: Neues Deutschland vom 20. Juni 1998
  2. Michael Hametner:Das Ende der Nibelungen und andere Erzählungen. Jahresauswahl des MDR-Literaturwettbewerbs 1998, Leipzig 1999, ISBN 3-932545-24-9
  3. Reclam, Leipzig 1999
  4. Lubelska Winda. Niemiecko-polska antologia (Lubliner Lift. Deutsch-polnische Anthologie). Pod red.: Dieter Kalka. Lublin; Dresden, Wyd. TEST; Die Scheune Verlag 1999, ISBN 3-931684-27-X
  5. Marika Ratthei: 12. Sächsischer Literaturfrühling vom 22. Mai bis 14. Juni 2003. Eröffnungsveranstaltung am 22. Mai 2003 in der Stadtbibliothek Leipzig. [1] Abruf: 19. November 2010
  6. Moritz Jähnig: Standortbestimmung persönlicher Natur. In: Die Union, Oktober 1989
  7. Kompositionen: Feuertanz. Uraufführung Ilmenau 1997
  8. Dieter Kalka: Das Wiederaufleben der ostdeutschen Liedermacherszene. Teil 1 – Die Chansontage in Kloster Michaelsstein. In: www.chanson.de. Das Online-Magazin für Lied, Chanson und feine Zwischentöne