Dieter Mann

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Dieter Mann, 2007

Dieter Mann (* 20. Juni 1941 in Berlin-Tiergarten) ist ein deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher und Hochschullehrer. Seinen Durchbruch hatte er in den 1970er-Jahren in Ulrich Plenzdorfs Die neuen Leiden des jungen W. als junger Rebell Edgar Wibeau, den er über 300-mal auf der Bühne spielte.[1] In seiner Karriere spielte er in etlichen Theaterinszenierungen und in über 140 Film- und Fernsehproduktionen. Zwischen 1984 und 1991 war er Intendant des Deutschen Theaters Berlin. Zudem war er Mitglied der Akademie der Künste der DDR und seit 1993 der Akademie der Künste Berlin angeschlossen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieter Mann wurde als Sohn eines Arbeiters in Berlin-Tiergarten geboren und besuchte die Grundschule in Berlin-Pankow. Er absolvierte nach seinem Schulabschluss eine Lehre als Dreher im VEB Kühlautomat Berlin. Von 1955 bis 1957 war er als Facharbeiter im VEB Schleifmaschinenwerk Berlin tätig. Nach dem Abitur an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät Friedrich Engels in Berlin begann er 1962 ein Studium an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieter Mann hat einen älteren Bruder, der später als Auslandskorrespondent tätig wurde. Er lebt mit seiner Ehefrau bei Königs Wusterhausen am Krüpelsee. Seine im Juni 1980 geborene Tochter Pauline Knof ergriff ebenfalls den Schauspielerberuf. Im Mai 2016 gab er bei einer Lesung am Deutschen Theater Berlin bekannt, dass er an Parkinson erkrankt ist.[2]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieter Mann (Mitte) mit Inge Keller (l.) und Mathilde Danegger (r.), 1966

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch während des Studiums wurde Mann 1964 von seinem Lehrer Friedo Solter an das Deutsche Theater (DT) verpflichtet und hatte seinen ersten großen Erfolg als Wolodja in Unterwegs von Wiktor Rosow.

Dieter Mann war von 1964 bis 2006 festes Mitglied im Ensemble des Deutschen Theaters in Berlin, wo er eine Vielzahl von Rollen in zeitgenössischen und klassischen Theaterinszenierungen, u. a. den Tempelherren in Gotthold Ephraim Lessings Nathan der Weise, den Clavigo in Goethes Trauerspiel, über 300-mal den jungen Rebell Edgar Wibeau in Die neuen Leiden des jungen W.[1], den Truffaldino in Goldonis Diener zweier Herren, den Demetrius im Sommernachtstraum, den Wehrhahn in Hauptmanns Biberpelz, den Kreon in der Antigone von Sophokles und den Odysseus in Ithaka von Botho Strauß in Erscheinung trat.

Als Gast ist Mann nach Ausscheiden aus dem festen Engagement 2006 dem Deutschen Theater weiterhin verbunden geblieben und tritt zudem in diversen Rollen am Berliner Ensemble und am Staatsschauspiel Dresden auf. Engagements als Gastschauspieler führten ihn an das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, das Schauspiel Frankfurt, die Wiener Festwochen, die Sächsische Staatsoper Dresden sowie an das Staatsschauspiel Dresden, die Bregenzer Festspiele, das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Wiener Burgtheater und das Theater Basel.

Mann hielt auch diverse Lesungen und trat mit literarischen Soloabenden auf.

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1965 gab Mann sein Filmdebüt in Gerhard Kleins Berlin um die Ecke in der Rolle des jungen Metallbetriebsarbeiters Olaf, der gemeinsam mit seinem Freund Horst gegen das schlechte Arbeitsklima angeht. Die Dreharbeiten wurden seinerzeit von der SED unterbrochen, da der Film dem Generationskonflikt zu kritisch erschien. Die Uraufführung des Filmes fand erst 1987 statt.

Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre trat er vornehmlich in Nebenrollen auf. 1968 besetzte ihn Konrad Wolf in der Rolle des Willi Lommer in seinem Spielfilm Ich war neunzehn. Unter Rainer Simon spielte er in dem DEFA-Märchenfilm Wie heiratet man einen König? den Bauern. In Frank Beyers Vierteiler Die sieben Affären der Doña Juanita übernahm er die Rolle des Lewerenz. In der Thomas-Mann-Verfilmung Lotte in Weimar spielte er 1975 den Diener Karl. 1976 agierte er in dem Fernseh-Zweiteiler Auf der Suche nach Gatt, der auf einem Roman von Erik Neutsch basiert, der Bergarbeiter Eberhard Gatt, der eine Karriere als Redakteur und Journalist anstrebt und während eines Abendkurses seine zukünftige Frau kennen lernt, in der Titelrolle. 1978 war er in einer Hauptrolle in Bruno Kappels Adaption des Franz-Josef-Degenhardt-Stoffes Brandstellen unter der Regie Horst E. Brandt zu sehen. Eine weitere Hauptrolle hatte Mann 1980 als der in der Midlife-Crisis befindliche vierzigjährige Bibliothekar Karl Erp in Herrmann Zschoches Glück im Hinterhaus, der frei auf dem Roman Buridans Esel von Günter de Bruyn beruht. 1981 war er Fernsehliebling der FF dabei. 1986 trat er in allen 7 Episoden von Christa Mühls Weihnachtsgeschichten in unterschiedlichen Verkleidungen und Rollen auf.

Dieter Mann im Hörspielstudio, 1990

Nach der Wende war Mann in einigen Produktionen auf der Kinoleinwand und im Fernsehen zu sehen. Er übernahm wiederholt Gastauftritte, u. a. in Serien wie A.S. – Gefahr ist sein Geschäft, Peter Strohm, Tresko, Ein starkes Team, Stubbe – Von Fall zu Fall, In aller Freundschaft, Rosa Roth, Bella Block und mehrfach im Tatort. Von 1998 bis 2007 war neben Ulrich Mühe in einer durchgehenden Serienrolle als Prof. Dr. Siegmar Bondzio zu sehen.

In Frieder Wittichs Filmkomödie 13 Semester übernahm er die Rolle des Professor der TU Darmstadt. Schäfer 2011 war er neben Renate Krößner in Vergiss dein Ende als der an Demenz leidende Günter letztmals auf der Kinoleinwand zu sehen. Seine letzte Rolle vor der Kamera hatte er 2014 an der Seite von Michael Gwisdek, Anna Loos, Ursula Karusseit, Jutta Wachowiak und Marie Gruber in Udo Wittes Fernsehkomödie Die letzten Millionen.

2020 erhielt er den Ehrenpreis des Deutschen Schauspielpreises 2020 für sein Lebenswerk.[3]

Hörspielarbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieter Mann betätigt sich auch als Hörspielsprecher. Ab 1968 las er kontinuierlich zahlreiche Hörspiele für den Rundfunk der DDR ein. 2001 las er gemeinsam mit seinen Schauspielkollegen Otto Sander, Ulrich Mühe, Dagmar Manzel und Katharina Thalbach im Rahmen von Die Lieblingsgedichte der Deutschen. 100 Gedichte mehrere Gedichte ein, u. a. Stufen von Hermann Hesse.[4]

Theatrografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien und -reihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele und Features[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tonträger (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dieter Mann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Berliner Morgenpost - Berlin: Der Berliner Intendant Dieter Mann blickt auf sein Leben zurück. 20. Mai 2016, abgerufen am 20. Mai 2016 (deutsch).
  2. Sebastian Bauer: Schauspieler Dieter Mann: "Ich leide an Parkinson". In: bz-berlin.de. 27. Mai 2016, abgerufen am 27. Mai 2016.
  3. Ehrenpreis für Dieter Mann im späten Sommer der Gerechtigkeit. 20. August 2020, abgerufen am 20. August 2020.
  4. Gerd Ueding: Fülle und Vielfalt In: Die Welt, 20. Januar 2001.
  5. Dieter Mann bei filmportal.de