Dieter Oesterhelt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Dieter Oesterhelt (* 10. November 1940 in München) ist ein deutscher Biochemiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er 1959 das Abitur am Theresien-Gymnasium München gemacht hatte, studierte Oesterhelt von 1959 bis 1963 Chemie an der Universität München. 1964 bis 1967 folgte seine Dissertation am Institut für Biochemie der Universität München bei Feodor Lynen mit dem Thema Der Multienzymkomplex der Fettsäuresynthetase aus Hefe. Anschließend war er bis 1969 wissenschaftlicher Assistent (post doc) am Max-Planck-Institut für Zellchemie.

Von 1969 bis 1973 wirkte er als Akademischer Rat am Institut für Biochemie Universität München und führte Arbeiten über Struktur, Funktion und Biosynthese der Purpurmembran von Halobakterien durch. 1969/70 absolvierte er bei Walther Stoeckenius einen Forschungsaufenthalt an der University of California, San Francisco über den Nachweis von Vitamin A Aldehyd und einem Rhodopsin-ähnlichen Protein (Bacteriorhodopsin) in der Membran von Halobacterium salinarum.

1973 erfolgte die Habilitation in München, 1975 war er Nachwuchsgruppenleiter am Friedrich-Miescher-Laboratorium in Tübingen und erhielt kurz darauf einen Ruf an die Universität Würzburg.

Von 1976 bis 1979 war er ordentlicher Professor an der Universität Würzburg. Oesterhelt ist seit 1980 Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried. Im Jahr 2008 wurde er emeritiert. Seitdem leitet er eine Emeritus-Forschungsgruppe am MPI für Biochemie.[1][2]

Oesterhelt gelang der Nachweis des Rhodopsin-ähnlichen Proteins Bacteriorhodopsin in der Zellmembran von Halobacterium. Er konnte nachweisen, dass Bacteriorhodopsin den Chromophor Retinal (Vitamin A Aldehyd) enthält und dass die physiologische Funktion des Bacteriorhodopsin darin besteht, Protonen aus der Zelle zu pumpen. Der dadurch entstehende Protonengradient kann von der ATP-Synthase zur Produktion von ATP verwendet werden. Damit war eine zuvor unbekannte, sehr einfache Art der Photosynthese entdeckt, die sich von der Photosynthese von Pflanzen unterscheidet.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Chronik der Kaiser-Wilhelm-, Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften : 1911–2011 ; Daten und QuellenBerlin : Duncker & Humblot 2011, ISBN 978-3-428-13623-0, Seite 984
  2. Homepage von Oesterhelt am MPI für Biochemie, abgerufen 19. November 2015