Dieter Schenk

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Dieter Schenk (2013)

Dieter Schenk (* 1937 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Kriminalist, Historiker und Schriftsteller. Seit 1990 ist er als freier Publizist tätig.

Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1963 bis 1971 arbeitete Schenk im Hessischen Landeskriminalamt Wiesbaden. Von 1971 bis 1972 studierte er an der Polizeiführungsakademie. Von 1973 bis 1979 leitete er die Kriminalpolizei im Polizeipräsidium Gießen. Anschließend wirkte er von 1980 bis 1988 als Kriminaldirektor in der Stabsstelle Interpol des Bundeskriminalamtes Wiesbaden.

1989 verließ er das BKA wegen unüberbrückbarer Differenzen und wurde 1992 Gründungsmitglied der Koordinationsgruppe Polizei bei Amnesty International. Grund der Differenzen mit dem BKA war seine Auffassung von der Unzulässigkeit der Zusammenarbeit des BKA mit Unrechts- und Folterregimen. 1991 gründete er (zusammen mit Hans See) die Bürger- und Menschenrechtsorganisation Business Crime Control e.V. (BCC) und die Vierteljahreszeitschrift BIG Business Crime. Bis 2006 war er stellvertretender BCC-Vorsitzender. Seit 1993 forscht Schenk auf dem Gebiet des Nationalsozialismus. Seit 1998 ist er zudem Honorarprofessor der Universität Łódź/Polen.

Bis 2001 war Schenk zudem Mitglied und im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten.

Über einige Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Reise nach Beirut (1990)

In diesem ersten Band seiner BKA-Studien stellt Schenk die Verbindungen des BKA zu Unrechtsregimen in den 1980er Jahren dar.

Der Chef (1998)

In diesem Band der Trilogie stellt Schenk Horst Herold und die Terrorismusbekämpfung der 1970er Jahre in den Mittelpunkt.

Auf dem rechten Auge blind (2001)

Schenk belegt in seiner historischen Analyse der Entstehung des BKA, dass 1959 45 der 47 leitenden Beamten ehemalige Mitglieder der NSDAP waren, fast die Hälfte hatte sich aktiv an kriminellen Handlungen beteiligt. Fünf von ihnen waren Schreibtischtäter im Reichskriminalpolizeiamt, fünfzehn Mitglieder von Einsatzgruppen in Polen. Besonders die Laufbahn Paul Dickopfs und des "Charlottenburger Kreises" stehen im Zentrum seiner Untersuchungen.[1][2][3]

SOKO München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie SOKO basiert auf Schenks Erinnerungen, die dieser 1975 niederlegte. Daraus entstand auch sein Roman „Der Durchläufer“. In seiner Zeit beim hessischen Landeskriminalamt hatte Schenk die Durchwahlnummer 5113.

Schenk schrieb bis 1986 auch Episodendrehbücher und blieb der Serie danach als Berater erhalten.

Rezeption und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das BKA würdigt in der Selbstdarstellung seiner Geschichte die Arbeit Schenks: Erst durch seine grundlegenden Forschungen sei eine Aufarbeitung der Geschichte des BKA möglich und die Bedeutung ihrer Aufarbeitung deutlich geworden.[4][5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BKA Historie. In: bka.de. 5. September 1950, abgerufen am 30. Januar 2016.
  2. BKA Polizei + Forschung. In: bka.de. Abgerufen am 30. Januar 2016.
  3. http://www.dieter-schenk.info/Anhang/Publikationen/BKA/braunesbka.jpg
  4. BKA Historie. In: bka.de. 5. September 1950, abgerufen am 30. Januar 2016.
  5. publisher: BKA BKA-Historie. In: bka.de. 13. Mai 2014, abgerufen am 30. Januar 2016.
  6. Rezension Andreas Kunz in Militärgeschichtliche Mitteilungen 59/2000, Heft 2.[1]
  7. Rezension Friedemann Bedürftig in der Süddeutschen Zeitung vom 10. April 2000.[2]
  8. Rezension Magnus Brechtken in Historische Zeitschrift Sonderheft 19/2001.[3]
  9. Rezension Ulrich Schlie in Die Zeit, 23. März 2000.[Ulrich Schlie]
  10. Rezension Kurt Schneider in der Leipziger Zeitung, 7. Dezember 2013.[4]