Dietingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dietingen
Dietingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dietingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 12′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Rottweil
Höhe: 575 m ü. NHN
Fläche: 42,26 km2
Einwohner: 4011 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78661
Vorwahlen: 0741, 07404, 07428
Kfz-Kennzeichen: RW
Gemeindeschlüssel: 08 3 25 011
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 1
78661 Dietingen
Webpräsenz: www.dietingen.de
Bürgermeister: Frank Scholz
Lage der Gemeinde Dietingen im Landkreis Rottweil
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Über dieses Bild

Dietingen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Rottweil.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietingen liegt im Oberen Neckartal zwischen Schwarzwald und der Schwäbischen Alb in 544 bis 623 Meter Höhe, etwa fünf Kilometer von der Kreisstadt Rottweil entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Epfendorf, im Osten an Rosenfeld und Zimmern unter der Burg im Zollernalbkreis, im Süden an die Kreisstadt Rottweil und im Westen an Villingendorf.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Dietingen gehören die ehemals selbstständigen Gemeinden Böhringen, Gößlingen, Irslingen und Rotenzimmern.

  • Zu Böhringen gehörten das Dorf Böhringen sowie die Wohnplätze Böhringer Mühle und Kapellenhof.
  • Zu Dietingen in den Grenzen vor der Gemeindereform der 1970er Jahre gehörten das Dorf Dietingen, Schloss und Gehöft Hohenstein, das Gehöft Tierstein und der Wohnplatz Hasler-Wasen.
  • Zu Gößlingen gehörte das Dorf Gößlingen.
  • Zu Irslingen gehörten das Dorf Irslingen, Häuser und Kapelle Mariahochheim.
  • Zu Rotenzimmern gehörten das Dorf Rotenzimmern und das Gehöft Bettenberger Hof.

Im Gemeindeteil Irslingen liegt der Burgstall Tierstein bzw. Burg Wildeck.[2]

Wappen der ehemaligen Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Boehringen (Dietingen).png
Böhringen
Wappen Dietingen-alt.png
Dietingen alt
Wappen Goesslingen.png
Gößlingen
Wappen Irslingen.png
Irslingen
Wappen Rotenzimmern.png
Rotenzimmern

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietingen wurde im Jahre 786 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erstmals erwähnt. Die geistlichen und weltlichen Herrschaften über die Dörfer im Bereich der heutigen Gemeinde wechselten häufig. 1803 kam das ganze Gebiet zu Württemberg. Burg Irslingen war einst der Stammsitz derer von Urslingen, in Herzog Reinold von Urslingen begegnen wir einem bekannten Ritter seiner Zeit.

Die Gemeinde Dietingen wurde am 1. Oktober 1974 durch die Vereinigung der Gemeinden Dietingen und Böhringen neu gebildet. Die heutige Gemeinde entstand am 1. Januar 1975 durch die Vereinigung dieser Gemeinde mit der Gemeinde Irslingen. Bereits am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Gößlingen nach Irslingen eingemeindet. Die Eingemeindung von Rotenzimmern erfolgte am 1. Januar 1974.[3]

siehe auch → Burg Hohenstein, Burg Rotenzimmern, Burg Urslingen, Burg Wildeck

Schutzmantelmadonna um 1430

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wehrkirche St. Peter und Paul Gößlingen

Beinahe sprichwörtlich ist die Wehrhaftigkeit von St. Peter und Paul, wo da Kirchturm an Zwetschgabohm 'bunda isch.[4] Die auf einer Anhöhe gelegene Wehrkirche birgt mit dem spätgotischen Kruzifix des Bildschnitzers Michael Erhart aus der Ulmer Kunstschule und der mittelalterlichen gotischen Grabplatte der Hlg. Hallwiga von Täbingen kunstgeschichtliche Sehenswürdigkeiten. Die Entstehung der Kirche dürfte ins siebte oder achte Jahrhundert zurückreichen.[5] Die Gößlinger Kirchenglocken aus dem 14. Jh. gehören zu den ältesten des Landkreises Rottweil.[6]

Das Original der Gößlinger Schutzmantelmadonna aus der Zeit um 1400 befindet sich heute im Dominikanermuseum in Rottweil.

Der bis 1518[5] spätgotisch umgestaltete Chorraum mit seinem Rippengewölbe zeigt in den Schlusssteinen den gekrönten Christus und die Symboltiere/-figuren der vier Evangelisten. Sehenswert ist auch das feingliedrige, aus Sandstein gefertigte Sakramentshäuschen (Sakramentarium) mit den Kirchenvätern Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Papst Gregor.

Der Ulmer Glaskünstler und Maler Wilhelm Geyer schuf im Jahr 1949 ein in transzendentem Blau und hellroten Tönen gehaltenes Glasfenster, das nach Egon Rieble zu den bedeutendsten Pfingstfenstern des Landes gehört. Es stellt die Apostel und Maria und den symbolhaften Empfang des Heiligen Geistes durch Feuerzungen dar.[7]

Karfreitagsrätsche St. Nikolaus (1768, restauriert)

Pfarrkirche St. Nikolaus Dietingen - Karfreitagsrätsche

Die kath. Kirchengemeinde St. Nikolaus besitzt eine Karfreitagsrätsche aus dem Jahr 1768, die während der Kar- und Ostertage in der Kirche besichtigt werden kann und auch heute noch in Gebrauch ist.[8]

In Österreich ist das Karfreitagsratschen seit September 2015 als immaterielles nationales Kulturerbe anerkannt.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Touristikzüge an Wochenenden im Sommer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Schömberger und Balinger Bahnhof ist Rotenzimmern über ein Rad Wander Shuttle von Tübingen aus mit kostenlosem Fahrradtransport an Wochenenden und Feiertagen im Sommer erreichbar.[10] Touristikzüge der Hohenzollerischen Landesbahn aus gekuppelten Triebwagen ab Tübingen nach Kleinengstingen (Wagen 4–5), Schömberg (Wagen 3) bzw. nach Sigmaringen (Wagen 1–2) erreichen den Naturpark Obere Donau und weiter mit Bussen Startpunkt des Schlichemwanderwegs in Tieringen. Seit 2015 ermöglicht ein Frühzug Ganztagesausflüge.[11] Weniger geübte Wanderer können den Schlichemwanderweg in Etappen einteilen. [12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Müller, Bürgermeister, erhielt bei seiner Verabschiedung im Januar 1968 das Verdienstkreuz am Bande und wurde im Juni 1977 zudem mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse für seine Verdienste um die Volksmusik ausgezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 492–495
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 515 f. und 532.
  4. Angabe nach mündlicher Auskunft eines Dietingers und einer offiziellen, jedoch durch Urheberrechte geschützten Website der Katholischen Kirchengemeinde Dietingen
  5. a b Andreas Pfannes Kleine Kirche - große Schätze, in: Schwarzwälder Bote R 2 184. Jg. (2018) Nr. 64
  6. Schwarzwälder Bote, Oberndorf, Germany: Dietingen: Holz sinnvoller als Stahl - Dietingen - Schwarzwälder Bote. Abgerufen am 4. August 2018.
  7. Beeindruckende Momente vermittelt. Wehrkirche. Auf heimat- und kunstgeschichtlichen Wegen mit Hubert Burkard, in: Schwarzwälder Bote R 2 2017 Nr. 98, aufgerufen am 3. Oktober 2017.
  8. Heute wie damals. Religion. 250 Jahre Karfreitagsrätsche. In: Schwarzwälder Bote. R 2 Nr. 74, 29. März 2018.
  9. Karfreitagsratschen ist nun immaterielles Kulturerbe. 28. September 2015, abgerufen im 1. April 2018.
  10. Wirtschaftsfrungsgesellschaft Zollernalbkreis mbH: Rad-Wander-Shuttle / Radeln, Mountainbike & E-Bike / Erleben / Startseite / Startseite - Zollernalb Tourismus. Archiviert vom Original am 18. Mai 2015; abgerufen am 18. März 2018 (deutsch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zollernalb.com
  11. : Rad Wander Shuttle. In: Schwarzwälder Bote. 24. April 2015.
  12. : Premiere. In: Schwarzwälder Bote. 28. April 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dietingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien