Dietlind Tiemann

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Dietlind Tiemann 2017

Dietlind Tiemann, geb. Titze (* 30. August 1955 in Genthin, Bezirk Magdeburg) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Von Dezember 2003 bis zu ihrem Einzug in den 19. Bundestag 2017 war sie Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg an der Havel und wurde im September 2011 in diesem Amt bestätigt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietlind Tiemann entstammt einer katholischen Korbmacherfamilie aus Klitsche, Kreis Genthin, wo sie mit einem Bruder aufwuchs und in Neuenklitsche sowie in Schlagenthin auch die ersten vier Jahre zur Schule ging. Nach dem Tod der Mutter zog der Vater nach Brandenburg an der Havel, wo sie dort bis 1970 die POS Rochow-Schule und anschließend die EOS „Johann Wolfgang von Goethe“ besuchte. Von 1974 bis 1978 studierte sie an der Hochschule für Ökonomie „Bruno Leuschner“ (HfÖ) in Berlin-Karlshorst Arbeitsökonomie.

Im August 1979 wurde Sohn Stefan geboren. Nach dem Studium arbeitete Dietlind Tiemann bis 1990 im VEB Landbaukombinat Potsdam, Sitz Brandenburg, als Abteilungsleiterin für Arbeitsökonomie des Kombinates sowie bis zur Wende als amtierende Direktorin für Ökonomie, Material und Lagerwirtschaft. Daneben schloss sie 1987 eine außerplanmäßige Aspirantur als Wissenschaftlicher Assistent an der Ingenieurhochschule Mittweida ab und wurde gemeinsam mit ihrem Mann über das Thema „Technisch-ökonomische Aspekte des Standes und der Entwicklung von Messeinrichtungen zur Ermittlung der Körpertemperatur in der Human- und Veterinärmedizin unter besonderer Berücksichtigung des ökonomischen Nutzeffektes“ promoviert.

Von 1990 bis Juli 1993 war sie kaufmännische Geschäftsführerin in der Brandenburgischen Bau GmbH. Im Anschluss war sie als kaufmännische Leiterin in der Straßen- und Tiefbau Burg GmbH in Burg (Sachsen-Anhalt) bis Ende 1993 tätig. Im Jahr 1994 arbeitete Dietlind Tiemann als kaufmännische Leiterin bei Schielicke Bau in Beelitz. Am 1. Januar 1994 wurde die TREND BAU GmbH mit Sitz in Brandenburg an der Havel gegründet, deren Geschäftsführende Gesellschafterin sie von Dezember 1994 bis zum Antritt ihrer Wahlfunktion war.

Sie ist mit Klaus-Peter Tiemann verheiratet und hat einen Sohn.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1975, dem zweiten Studienjahr an der HfÖ, sowie während ihrer Tätigkeit im Landbaukombinat war sie bis 1989 Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).

Seit Anfang der 1990er Jahre war Dietlind Tiemann Mitglied des Wirtschaftsrates der CDU, Gründungsmitglied der Sektion Berlin-Brandenburg, später im Landesvorstand, dann Landesvorsitzende und zeitweise im Bundesvorstand. Im Juni 2001 trat sie in die CDU ein. 2002 war sie bereits Kandidatin der CDU zum Oberbürgermeisteramt, verlor aber in der Stichwahl gegen den Kandidaten der SPD, Helmut Schmidt. Nachdem dieser bereits ein Jahr später krankheitsbedingt sein Amt aufgeben musste, gewann sie die Neuwahl in der Stichwahl und war ab dem 17. Dezember 2003 Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg an der Havel.

Sie war bis Januar 2007 Beisitzerin im Landesvorstand der CDU Brandenburg. Dort verlor sie die Wahl zur stellvertretenden Landesvorsitzenden, da sie sowohl Sven Petke als auch Ulrich Junghanns in deren Kandidatur unterstützte. Sie ist Vorsitzende des über 200 Mitglieder zählenden CDU-Kreisverbandes Brandenburg an der Havel.

Bei den Bürgermeisterwahlen in Brandenburg an der Havel am 11. September 2011 siegte Tiemann mit 56,4 Prozent der Stimmen vor den Kandidaten von SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und der Piratenpartei Deutschland und wurde damit ohne Stichwahl bis 2019 im Amt bestätigt. Obwohl sie nur 22 Stimmen mehr hatte als im ersten Wahlgang 2003, reichte das Ergebnis auf Grund der deutlich reduzierten Wahlbeteiligung zum Erfolg.[1]

Aufgrund ihres Wahlerfolges in der vorherigen SPD-Hochburg Brandenburg an der Havel kündigte Tiemann am 30. September 2011 an, auf dem CDU-Landesparteitag am 22. Oktober 2011 als Stellvertreterin der CDU-Landesvorsitzenden Saskia Ludwig zu kandidieren, obwohl diese bereits vier Kandidaten für die Stellvertreterposten vorgeschlagen hatte. Beobachter werteten die Kandidatur Tiemanns als Kritik an Ludwigs Kurs in der Partei und ihrer Arbeit als Oppositionsführerin im Potsdamer Landtag. Jedoch scheiterte Tiemann auf dem Parteitag mit 47 Prozent, nachdem Ludwig ihr den Vorsitz einer CDU-Kommission zur Vorbereitung der Kommunalwahl in Brandenburg angeboten hatte.[2]

Am 17. Dezember 2016 wurde sie auf einer Wahlkreismitgliederversammlung als CDU-Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis Brandenburg an der Havel – Potsdam-Mittelmark I – Havelland III – Teltow-Fläming I für die Bundestagswahl 2017 nominiert.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.stadt-brandenburg.de/rathaus-politik/wahlen/oberbuergermeisterwahl/ Wahlergebnisse auf Webseite der Stadt Brandenburg
  2. Volkmar Krause: CDU-Landesvorsitzende wiedergewählt / Brandenburgs Oberbürgermeisterin Tiemann scheitert. In: Märkische Allgemeine. 24. Oktober 2011, archiviert vom Original am 9. September 2012; abgerufen am 25. Dezember 2015.
  3. CDU beschließt: Tiemann soll in den Bundestag. Märkische Allgemeine, Brandenburger Kurier, 19. Dezember 2016, S. 15