Dietmannsried

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Dietmannsried
Dietmannsried
Deutschlandkarte, Position des Marktes Dietmannsried hervorgehoben
Koordinaten: 47° 49′ N, 10° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 682 m ü. NHN
Fläche: 53,66 km2
Einwohner: 8104 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87463
Vorwahl: 08374
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 119
Marktgliederung: 66 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausplatz 3
87463 Dietmannsried
Webpräsenz: www.dietmannsried.de
Bürgermeister: Werner Endres (FW)
Lage des Marktes Dietmannsried im Landkreis Oberallgäu
ÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusriedKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Dietmannsried, Blick von Westen
Innenraum der Kirche im neugotischen Stil
Der Inselweiher, im Mittelalter eine Motte auf einer künstlichen Insel

Dietmannsried ist eine Marktgemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt 20 km südlich von Memmingen und 15 km nördlich von Kempten in der Region Allgäu.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietmannsried besteht aus 66 Ortsteilen:[2] (Ehemalige Gemeinden: Hauptort mit Ortsteilen)

  • Dietmannsried mit Atzenberg, Gefällmühle, Henkels, Komposten, Kuster, Papierer, Schochenbühl und Zinkenhalde
  • Probstried mit Albus, Bärenwies, Buchen, Ehmanns, Finsterteig, Gemeinderied, Gschlavers, Göhlmühle, Haslach, Hinterhalde, Öschle, Osterberg mit Osterwald, Rauhmühle, Reutacker, Reute, Schilchern, Todtenberg, Überbach, Ussenried Wiesenthal, Wirtshalde und Wohlmuts
  • Reicholzried mit Graben, Greith, Haldenmühle, Hesselstall, Heusteig, Kiesels, Kraiberg, Maierhof, Mannenschley, Pfosen, Ried, Sachsenried, Schorenmoos, Sommersberg, Tiefenau, Veiten und Wanners
  • Schrattenbach mit Eichholz, Gemeinderied, Grasgrub, Einöde, Hörensberg, Käsers, Naiers, Oberried, Pfefferhof, Schoren und Vockenthal
  • Überbach mit Hinter der langen Zeil, Kassier und Sandbühl

Der ehemalige Ort Eggenbühl ist abgegangen oder mit einem Nachbarort verschmolzen.

Es gibt die Gemarkungen und Dietmannsried, Probstried, Reicholzried, Schrattenbach und Überbach.

Wappen der ehemaligen Gemeinden

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinzeitfunde im Regis weisen auf Menschen vorgeschichtlicher Zeit hin, Kelten und Römer siedelten hier, ein 100-m-Quadrat-Grundriss mitten im Ort mag davon herrühren. Schwäbische Siedler rodeten das Waldland und führten den Pflug. Namhaft sind Dietmar (von ihm – Dietmars Rodung – wurde der Name Dietmannsried abgeleitet) und Rich(w)olf, auch ein Propst (Amtsverwalter oder kirchlicher Würdenträger), geworden.

Aus merowingischer Zeit soll die Burg Dietmannsried im Inselweiher Dietmannsried stammen, zur Frankenzeit schenkte Hildegard, Gemahlin Karls des Großen, dem Benediktinerkloster Kempten große Gebiete im Umkreis, und Dietmannsried wurde namentlich erwähnt.

Das Fürststift Kempten vergab Dietmannsried 1176 als Dienstlehen an die von Ueberbach, welche Schirmvögte der Kirche in Dietmannsried waren. Ein Dorfgericht wurde 1403 eingerichtet. Ab 1478 herrschten die von Rechberg über Dietmannsried, von diesen ging die Herrschaft 1512/1519 wieder an das Fürststift Kempten zurück. Das Marktrecht wurde Dietmannsried 1586 verliehen.[3]

Der Markt Dietmannsried war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts und gehörte zum Fürststift Kempten. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Jahr 1818 wurde die Gemeinde gegründet. Dietmannsried besaß seit 1586 das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten.

Das Kriegerdenkmal (Dietmannsried) wurde 1956 errichtet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Reicholzried und Überbach eingegliedert.[4] Am 1. Mai 1978 folgten Probstried und Schrattenbach.[5] Letztere war am 23. November 1863 durch Ausgliederung aus Dietmannsried neu entstanden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 4235 Einwohner[5]
  • 1970: 4679 Einwohner[5]
  • 1987: 6067 Einwohner
  • 1991: 6537 Einwohner
  • 1995: 7062 Einwohner
  • 2001: 7584 Einwohner
  • 2005: 7921 Einwohner
  • 2010: 7873 Einwohner
  • 2015: 7904 Einwohner

Von 1988 bis 2008 wuchs Dietmannsried um 1729 Einwohner (ca. 28 %).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder. Sie verteilen sich nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Wählergemeinschaften:

Bürgermeister ist Werner Endres (Freie Wähler). Er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 57,6 % der gültigen Stimmen gewählt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FrankreichFrankreich Dietmannsried unterhält seit 1988 eine Partnerschaft mit der südfranzösischen Gemeinde Carry-le-Rouet.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 lagen die Gemeindesteuereinnahmen bei 6.557.000 Euro, davon waren 1.802.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto). Nach der amtlichen Statistik gab es im selben Jahr im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 17, im produzierenden Gewerbe 461 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 339 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 879 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 3035. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 121 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 3550 ha, davon waren 3481 ha Dauergrünfläche.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das 1911 in Böhlen bei Leipzig gegründete Unternehmen „Töpfer GmbH“, ein Hersteller von Bio-Babynahrung, Naturkosmetik-Babypflege und Nahrungsergänzungsmitteln, ist mit rund 180 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber des Ortes.
  • Das überregional bekannte Busunternehmen Arnold ist seit 1927 im Ort ansässig.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietmannsried liegt direkt an der A 7 mit eigener Ausfahrt und hat einen Bahnhof an der Illertalbahn, der im Stundentakt bedient wird. Eine Umgehungsstraße wurde um den Ort gebaut.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016/2017 gab es Folgende Bildungseinrichtungen:

  • Fünf Kindertageseinrichtungen mit 311 Plätzen, in denen 253 Kinder betreut werden
  • Je eine Grund- und Mittelschule mit insgesamt ca. 50 Lehrern und 500 Schülern
  • Eine Bücherei mit über 11.000 Medien
  • Außenstelle der Volkshochschule Kempten

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dietmannsried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. Bayern, ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreichs, 1853, Seite 971
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 496.
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 795.