Dietmannsried

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Dietmannsried
Dietmannsried
Deutschlandkarte, Position des Marktes Dietmannsried hervorgehoben
Koordinaten: 47° 49′ N, 10° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 682 m ü. NHN
Fläche: 53,67 km²
Einwohner: 7904 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87463
Vorwahl: 08374
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 119
Marktgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausplatz 3
87463 Dietmannsried
Webpräsenz: www.dietmannsried.de
Bürgermeister: Werner Endres (FW)
Lage des Marktes Dietmannsried im Landkreis Oberallgäu
Österreich Baden-Württemberg Landkreis Lindau (Bodensee) Kempten (Allgäu) Landkreis Unterallgäu Landkreis Ostallgäu Kempter Wald Wildpoldsried Wiggensbach Wertach Weitnau Waltenhofen Sulzberg (Oberallgäu) Sonthofen Rettenberg Ofterschwang Oberstdorf Oberstaufen Obermaiselstein Oy-Mittelberg Missen-Wilhams Lauben (Oberallgäu) Immenstadt im Allgäu Bad Hindelang Haldenwang (Allgäu) Fischen im Allgäu Durach Dietmannsried Burgberg im Allgäu Buchenberg Bolsterlang Blaichach Betzigau Balderschwang AltusriedKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Dietmannsried, Blick von Westen
Innenraum der Kirche im neugotischen Stil
Der Inselweiher, im Mittelalter eine Motte auf einer künstlichen Insel

Dietmannsried ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Dietmannsried liegt 20 km südlich von Memmingen und 15 km nördlich von Kempten in der Region Allgäu.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen und Orten Dietmannsried, Probstried, Reicholzried, Schrattenbach und Überbach.

Zu Dietmannsried gehören unter anderem die Weiler Albus, Atzenberg, Bärenwies, Buchen, Ehmanns, Eichholz, Einöde, Finsterteig, Gemeinderied, Göhlmühle, Graben, Grasgrub, Greith, Gschlavers, Hack, Haldenmühle, Haslach, Hehle, Hesselstall, Heusteig, Hinterhalde, Hölderle, Hörensberg, Käsers, Kassier, Kiesels, Kraiberg, Langenzeil, Maierhof, Mannenschley, Naiers, Oberried, Ölmühle, Öschle, Osterberg, Osterwald, Pfefferhof, Pfosen, Rauhmühle, Reutacker, Reute, Ried, Sachsenried, Schilchern, Schochenbühl, Schoren, Schorenmoos, Sommersberg, Tiefenau, Todtenberg, Veiten, Vockenthal, Wanners, Wirtshalde, Wiesenthal und Wohlmuts.

Wappen der Ortsteile

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinzeitfunde im Regis weisen auf Menschen vorgeschichtlicher Zeit hin, Kelten und Römer siedelten hier, ein 100-m-Quadrat-Grundriss mitten im Ort mag davon herrühren. Schwäbische Siedler rodeten das Waldland und führten den Pflug. Namhaft sind Dietmar (von ihm - Dietmars Rodung - wurde der Name Dietmannsried abgeleitet) und Rich(w)olf, auch ein Propst (Amtsverwalter oder kirchlicher Würdenträger), geworden.

Aus merowingischer Zeit soll die Burg Dietmannsried im Inselweiher Dietmannsried stammen, zur Frankenzeit schenkte Hildegard, Gemahlin Karls des Großen, dem Benediktinerkloster Kempten große Gebiete im Umkreis, und Dietmannsried wurde namentlich erwähnt.

Das Fürststift Kempten vergab Dietmannsried 1176 als Dienstlehen an die von Ueberbach, welche Schirmvögte der Kirche in Dietmannsried waren. Ein Dorfgericht wurde 1403 eingerichtet. 1478 herrschten die von Rechberg über Dietmannsried, von diesen ging die Herrschaft 1512/1519 wieder an das Fürststift Kempten zurück. Das Marktrecht wurde Dietmannsried 1586 verliehen.[2]

Der Markt Dietmannsried war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts und gehörte zum Fürststift Kempten. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Dietmannsried besaß seit 1586 das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Reicholzried und Überbach eingegliedert.[3] Am 1. Mai 1978 folgten die Gemeinden Probstried und Schrattenbach[4], die am 23. November 1863 durch Ausgliederung aus Dietmannsried neu entstanden war.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 4.235 Einwohner[4]
  • 1970: 4.679 Einwohner[4]
  • 1987: 6.067 Einwohner
  • 2001: 7.584 Einwohner
  • 2005: 7.921 Einwohner
  • 2011: 7.847 Einwohner

Zwischen 1988 und 2008 wuchs Dietmannsried um 1.729 Einwohner (ca. 28 %).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder. Sie verteilen sich nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Wählergemeinschaften:

Bürgermeister ist Werner Endres (Freie Wähler). Er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 57,6 % der gültigen Stimmen gewählt.

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 lagen die Gemeindesteuereinnahmen bei 6.557.000 Euro, davon waren 1.802.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietmannsried unterhält seit 1988 eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Carry-le-Rouet.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2013 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 17, im produzierenden Gewerbe 461 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 339 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 879 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 3.035. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier Betriebe, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 121 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 3.550 ha, davon waren 3.481 ha Dauergrünfläche.
Das 1911 in Böhlen bei Leipzig gegründete Unternehmen „Töpfer“, ein Hersteller von Babynahrung und Nahrungsergänzungsmitteln, ist mit rund 150 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber des Ortes.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietmannsried liegt direkt an der A7 mit eigener Ausfahrt und hat einen Bahnhof an der Illertalbahn, der im Stundentakt bedient wird. Vor wenigen Jahren wurde eine Umgehungsstraße um den Ort gebaut.

Das überregional bekannte Busunternehmen Arnold ist seit 1927 im Ort ansässig.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Bildungseinrichtungen gibt es (Stand: 2013/2014):

  • fünf Kindertageseinrichtungen mit 311 Plätzen, in denen 253 Kinder betreut und gefördert werden
  • zwei Grund- und Mittelschulen mit 36 Lehrern und 495 Schülern
  • eine Bücherei mit über 11.000 Medien
  • Außenstelle der Volkshochschule Kempten

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dietmannsried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayern, ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreichs, 1853, Seite 971
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 496.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 795.