Dietmar Neutatz

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Dietmar Neutatz (* 13. April 1964 in Bad Homburg vor der Höhe) ist ein deutscher Historiker.

Dietmar Neutatz besuchte von 1970 bis 1982 die Volksschule und das Gymnasium in Maria Enzersdorf, Mödling und Salzburg. Im Jahr 1982 erfolgte die Reifeprüfung und 1982/83 der Wehrdienst. Von 1983 bis 1988 studierte er Geschichte und Slawistik an der Paris-Lodron-Universität Salzburg. Bei Friedrich Gottas wurde er 1990 an der Universität Salzburg promoviert mit der Arbeit Die „deutsche Frage“ im Schwarzmeergebiet und in Wolhynien. Politik, Wirtschaft, Mentalitäten und Alltag im Spannungsfeld von Nationalismus und Modernisierung (1856–1914). 1991 hatte er eine Assistenzvertretung am Institut für Ost- und Südosteuropaforschung der Universität Wien. Von 1992 bis 1995 war Neutatz Wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dort war er von 1996 bis 2001 Wissenschaftlicher Assistent. 1999 erfolgte die Habilitation in osteuropäischer Geschichte mit der Arbeit Die Moskauer Metro. Von den ersten Plänen bis zur Großbaustelle des Stalinismus (1897–1935). Es folgten Lehrstuhlvertretungen für Geschichte Osteuropas im Sommersemester 2000 an der Humboldt-Universität Berlin sowie im Wintersemester 2000/01 und Sommersemester 2001 an der Georg-August-Universität Göttingen. Im Wintersemester 2001/02 hatte er einen Lehrauftrag an der Bergischen Universität Gesamthochschule Wuppertal. Im Wintersemester 2002/03 hatte er eine Vertretung des Lehrstuhls für Neuere und Osteuropäische Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2003 lehrt er dort als Professor für Neuere und Osteuropäische Geschichte. Eine Berufung 2011 an die Universität Wien auf eine Professur für Osteuropäische Geschichte lehnte er ab.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte Rußlands und der Sowjetunion vom 18. bis 20. Jahrhundert, die deutschen Minderheiten im östlichen Europa, die Sozial-, Alltags- und Mentalitätengeschichte des Stalinismus, die Geschichte der Rußlanddeutschen, die deutsch-tschechischen Beziehungen, die österreichisch-sowjetischen Beziehungen sowie der Konstitutionalismus und Antikonstitutionalismus im Russischen Reich. Für seine Forschungen erhielt Neutatz 1991 den Würdigungspreis des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung, 1992 den Fritz-Theodor-Epstein-Preis des Verbandes der Osteuropahistoriker und von 2008 bis 2010 ein Senior Fellowship am Freiburg Institute for Advanced Studies.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien

  • Träume und Alpträume. Eine Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert (= Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert). Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64714-7.
  • Die Moskauer Metro (= Beiträge zur Geschichte Osteuropas. Band 33). Böhlau, Köln u. a. 2001, ISBN 3-412-12500-8. (Rezension)
  • Die „deutsche Frage“ im Schwarzmeergebiet und in Wolhynien. (= Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa. Band 37). Steiner, Stuttgart 1993, ISBN 3-515-05899-0.

Herausgeberschaften

  • Die Deutschen und das östliche Europa. Aspekte einer vielfältigen Beziehungsgeschichte. Festschrift für Detlef Brandes zum 65. Geburtstag. Klartext-Verlag, Essen 2006, ISBN 3-89861-629-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]