Dietrich von Oldenburg

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Dietrich von Oldenburg, genannt Fortunatus, der Glückliche (* 1390; † 14. Februar 1440) war als Nachfolger seines älteren Bruders Christian VI. ab 1423 Graf von Oldenburg aus dem Haus Oldenburg. Von 1402 bis 1407 bewohnte er die Welsburg (Gemeinde Dötlingen), die 1407 von den Bremern zerstört wurde.[1]

Graf Dietrich von Oldenburg und Delmenhorst

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietrich − Sohn des Grafen Christian V. von Oldenburg und der Gräfin Agnes von Hohnstein − war in erster Ehe mit Adelheid von Oldenburg-Delmenhorst († ca. 1404) verheiratet. Aus seiner 1423 geschlossenen zweiten Ehe mit Heilwig von Holstein (* ca. 1398/1400; † 1436), Tochter von Graf Gerhard VI. von Holstein-Rendsburg, entstammten folgende Kinder:

Dietrich hatte eine uneheliche Tochter „Mette von Wunsflete“ (* um 1410), die 1431 Rembert Bernefuer (* um 1405; † nach 1488), den späteren Drosten von Oldenburg, Delmenhorst und Wildeshausen, heiratete.[2]

Abstammung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian III. (Oldenburg) (1234–1285)
Graf von Oldenburg
 
 
 
 
 
 
 
Johann II. (Oldenburg)
Graf von Oldenburg
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hedwig von Oldenburg-Wildeshausen
 
 
 
 
 
 
 
Konrad I. (Oldenburg)
Graf von Oldenburg
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Konrad von Diepholz
 
 
 
 
 
 
 
Hedwig von Diepholz
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hedwig von Rietberg
 
 
 
 
 
 
 
Christian V. (Oldenburg) (~1342–~1399)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gerhard II. (Holstein-Plön) (1254–1312)
Graf von Holstein-Plön
 
 
 
 
 
 
 
Gerhard IV. (Holstein-Plön) (1277–1323)
Graf von Holstein-Plön
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ingeborg von Schweden (–1290)
 
 
 
 
 
 
 
Ingeborg von Holstein-Plön (1316–1349)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nikolaus I. (Schwerin)
 
 
 
 
 
 
 
Anastasia von Schwerin (1291–1316)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Miroslawa von Pommern
 
 
 
 
 
 
 
Dietrich von Oldenburg (1390–1440)
Graf von Oldenburg und Delmenhorst
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dietrich III. (Hohnstein-Heringen)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dietrich IV. (Hohnstein-Heringen) (~1306–1379)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Elisabeth von Waldeck
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Agnes von Hohnstein-Heringen (1360–1404)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Magnus I. (Braunschweig-Wolfenbüttel)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sofie von Braunschweig (~1340–~1394)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sofie von Brandenburg (1300–1356)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietrich hatte als Erbe seines Vaters Christian V., zusammen mit seinem Bruder Christian VI. (urkundlich bezeugt 1394 – 1421), anscheinend seit 1403, neben ihrem Vetter Moritz II. (urkundlich bezeugt 1381–1420) Anteil an den Herrschaftsrechten der Grafschaft Oldenburg. Nach dem Tode von Moritz und Christian konnte Dietrich - der zuvor nicht sonderlich hervorgetreten war - allein regieren. Auch in der Folge blieb seine Herrschaft wenig bedeutsam, obwohl ein Fehdeerfolg 1423 gegen Otto von Hoya mit Erstürmung von dessen Burg Altbruchhausen und Gefangennahme des Gegners endete.

1426 beteiligte er sich an dem von Nikolaus von Oldenburg-Delmenhorst angeführten Bündnis, das der ostfriesische Häuptling Ocko II. tom Brok - Ehemann von Dietrichs Cousine Ingeborg von Oldenburg - gegen seinen Gegner Focko Ukena von Leer mobilisierte. Nikolaus hatte zuvor 1414 sein Erbe, die Grafschaft Delmenhorst, hoch verschuldet dem Stift Bremen verpfändet und war dadurch Erzbischof von Bremen geworden. Das Ritterheer dieser Allianz wurde allerdings am 27. September 1426 in der Schlacht von Detern vom Bauernheer Fockos geschlagen. Der Bremer Erzbischof geriet in Gefangenschaft, während Dietrich entkommen konnte. Im Friedensschluss von 1427 wurde ihm dann auferlegt, auf weitere Herrschaftsambitionen innerhalb Frieslands zu verzichten. Allerdings konnte Dietrich bereits ein Jahr später die vor allem auf Varel gestützte Machtposition Oldenburgs auf der Friesischen Wehde erneuern. Er besetzte 1434 vorübergehend die östringische Friedeburg, konnte einige umliegende Kirchspiele zu Huldigungseiden nötigen und schließlich Zetel auf Dauer unter oldenburgische Landesherrschaft bringen. Dietrich nutzte dabei das Einverständnis von Häuptling Sibet von Rüstringen, der bereits an der Fehde von 1426 beteiligt war.

Erfolgreich war Dietrich außerdem in dem Bemühen, Delmenhorst dem Hause Oldenburg zu erhalten. Die Grafschaft war ja bereits 1414 durch den hoch verschuldeten letzten Delmenhorster Grafen Nikolaus für seine Wahl und päpstliche Bestätigung als Erzbischof von Bremen im Januar 1421 dem Erzstift Bremen verpfändet worden. Trotzdem konnte Nikolaus seine finanziellen Schwierigkeiten nicht lösen und die Niederlagen gegen Focko Ukena von Leer 1426 verschärften seine Situation zusätzlich. Im August 1434 musste er schließlich als Erzbischof abdanken, ohne deswegen seine Schuldenfrage zu klären. In dieser Situation kam Dietrich Nikolaus zu Hilfe, da Oldenburg mit Nikolaus Abdankung Gefahr lief, die Herrschaft über Delmenhorst endgültig an das Erzstift zu verlieren. Er berief sich dabei auf das in einem Vertrag von 1370 festgeschriebene, ältere, späteren Abmachungen mit anderen überlegene Recht der Oldenburger Linie des Grafenhauses an Delmenhorst. Beide, Nikolaus und Dietrich, erklärten schließlich die Wiedervereinigung der Herrschaften Delmenhorst und Oldenburg, die sie fortan gemeinsam regieren wollten. Dietrich übernahm - mit Abstrichen - die Schulden der Herrschaft Delmenhorst und entzog sie damit dem Erzstift Bremen. Ein Versuch des Rückgewinns 1447 scheiterte. Dietrich starb 1440 - nach erniedrigender Behandlung eines Oldenburger Kanonikers aus nicht weiter geklärten Gründen im Kirchenbann. Er wurde nachts und ohne priesterliches Gebet in der Lambertikirche in Oldenburg, also immerhin in geweihter Erde, beigesetzt.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Dietrich ist die Dietrichstraße in Oldenburg benannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dirk E. Zoller: Schlutter und Welsburg, zwei Niederungsburgen. (PDF; 789 kB)
  2. (Ehevertrag 28. Oktober 1431 – Oldenburger Urkundenbuch Bd. II. Nr. 726)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Last: Adel und Graf in Oldenburg während des Mittelalters. Oldenburg 1969, S. 144.
  • Hans Friedl, Wolfgang Günther, Hilke Günther-Arndt, Heinrich Schmidt (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg. Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-135-5. Seiten 151-152.