Dignity (Fernsehserie)

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Seriendaten
OriginaltitelDignity
Dignity (tv series, 2019).png
ProduktionslandDeutschland, Chile
OriginalspracheDeutsch, Spanisch
Jahr(e)seit 2019
Produktions-
unternehmen
Story House Pictures, Invercine & Wood
Länge52 Minuten
Episoden8 in 1 Staffel (Liste)
GenreThriller, Krimi, Drama
TitelmusikManuel Oyanadel – Kein schöner Land
RegieJulio Jorquera Arriagada
IdeeMaría Elena Wood, Patricio Pereira
DrehbuchAndreas Gutzeit (Headwriter)
MusikJosé Miguel Miranda, José Miguel Tobar
KameraSergio Armstrong, Cristián Petit-Laurent
SchnittÁlvaro Solar, Valeria Valenzuela
Erstveröffentlichung19. Dezember 2019 auf Joyn
Hauptdarsteller
Nebendarsteller

Dignity (englisch für Würde) ist eine deutsch-chilenische Thriller-Serie über die christliche Sekte Colonia Dignidad mit unter anderem Marcel Rodriguez, Devid Striesow, Götz Otto und Jennifer Ulrich in den Hauptrollen.[1] Sie ist eine Koproduktion der deutschen Streamingplattform Joyn und des chilenischen Fernsehsenders Mega.

Die Serie startete am 19. Dezember 2019 bei Joyns Premiumangebot Joyn Plus+[2] und erhielt von den deutschen Leitmedien positive Kritiken.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie spielt in zwei Zeitebenen: Die Haupthandlung spielt im Jahr 1997. Sie befasst sich mit den Ermittlungen in Parral und Santiago gegen die Sekte Colonia Dignidad. Die zweite Zeitebene findet im Jahr 1976 statt. Hier werden Ereignisse in der Colonia Dignidad beleuchtet, wo die Brüder Leo und Pedro Ramírez leben und vom Anführer Paul Schäfer sexuell missbraucht werden. Pedro bekommt einen Mord an Klaus Becker durch den Sektenarzt Bernard Hausmann bei einem Waffenverkauf an das chilenische Militär mit. Um den Mord zu vertuschen, wird Pedro statt Klaus für Tod erklärt. Pedro wird durch Folter einer Gehirnwäsche unterzogen und lebt weiter in der Identität von Klaus. Leo wird nach Deutschland geschickt, wo Schäfer ihm das Jurastudium finanziert.

1997 leitet Leo auf Bitten von Richter Jiménez Ermittlungen gegen Paul Schäfer. Leo ist inzwischen ein junger in Santiago lebender Staatsanwalt. Dem Führer der Colonia Dignidad wird Strafvereitelung, Entführung und Kindesmissbrauch vorgeworfen. Die Kriminalbeamtin für Sexualdelikte, Pamela Rodríguez, unterstützt Ramírez als Einzige von wenigen Polizisten dabei. Die meisten Bewohner Parrals wie der Kriminalpolizei-Chef Martínez sowie politische Akteure aus Santiago, wie der Senator Ríos und Abteilungsleiter der deutschen Botschaft Sattelberger, erkennen in der Colonia Dignidad soziale Unterstützungen. So ist dort unter der Leitung von Hausmann ein Krankenhaus eingerichtet, in dem arme Bürger Parrals kostenlos behandelt werden. Auch dem Internat, in dem Kinder aus ärmeren Familien Bildung ermöglicht werden, wird große Anerkennung gezollt.

Daher werden die Ermittlungen von mehreren Seiten erschwert. Doch aufgrund Leos eigener Lebens- und Familiengeschichte, der die Colonia Dignidad für den Tod seines Bruders verantwortlich macht, gibt er nicht auf. Von Leos Erfahrungen in der Siedlung wissen unter anderem Pamela und seine Ehefrau Caro allerdings zunächst nicht. Die Ermittlungen werden auch erschwert, weil Schäfer untergetaucht ist und der Siedlungsarzt Bernard Hausmann und die Gehilfin Schäfers Ava ihn decken. Während den Ermittlungen werden Leo und Pamela mehrfach bedroht, als der totgeglaubte Pedro plötzlich in Leos Haus auftaucht. Unter der Androhung, dass sonst seine Freundin Anke Meier getötet wird, wurde er beauftragt, seinen Bruder zu töten. Durch Pedros Auftauchen findet Leo heraus, dass Hausmann den Tod seines Bruders nur vorgetäuscht hat und verhaftet Hausmann wegen Urkundenfälschung und Vertuschung einer Straftat. Kurz darauf kommt er jedoch wieder frei, da Pamela wichtige Beweismittel verschwinden ließ. Hintergrund ist, dass ihre Familie seitens Joel Carrillo, ein Mitarbeiter des Senators Ríos, bedroht wird.

Bei einer von zahlreichen Polizeidurchsuchungen schafft es Anke, aus der Siedlung zu fliehen. Die Flucht wird von Leo bemerkt und er vereint sie wieder mit seinem Bruder. Caro möchte ihnen bei der Deutschen Botschaft deutsche Pässe verschaffen. Sattelberger bekommt das Vorhaben jedoch mit und gibt es der Colonia Dignidad weiter. Sie entführen Pedro und bringen sie zurück in die Siedlung. Kurz darauf bricht Leo dort ein und befreit seinen Bruder. Gemeinsam stoßen sie auf Schäfers Versteck und spüren ihn auf. Obwohl Leo und Pedro die Möglichkeit haben, ihn zu erschießen, lassen sie Schäfer laufen. Acht Monate später treten Anke und Pedro in einer Talkshow in Deutschland auf und berichten von ihren traumatischen Erlebnissen in der Colonia Dignidad, während Leo und Caro Eltern geworden sind. Schäfer konnte mit seiner Gehilfin Ava fliehen und lebt auf einem Gut irgendwo in Südamerika.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbesetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Folgenden werden die Schauspieler gelistet, die eine Hauptrolle spielen, sortiert nach der Benennung der Darsteller im Vorspann. Zusätzlich wurden die Kinderdarsteller der Hauptrollen nach den Erwachsenendarsteller angefügt.

Rolle Jahr Beschreibung Schauspieler Episoden
Bernard Hausmann 1997 Arzt in der Siedlung Devid Striesow 1–8
1976
Paul Schäfer 1997 Sektenführer Götz Otto 1–8
1976
Leonardo „Leo“ Rafael Ramírez Soto 1997 Staatsanwalt in Santiago de Chile Marcel Rodriguez 1–8
1976 Siedlungsbewohner Ignacio Gómez1 1–4, 7–8
Klaus Becker alias Pedro Alberto Ramírez Soto 1997 geflohener Siedlungsbewohner Nils Rovira-Muñoz 1–8
1976 Siedlungsbewohner, Pedro wird im Sommer 1976 für tot erklärt, lebt jedoch unter der Identität von Klaus Becker Lucas Morales1 1–5, 8
Pamela Rodríguez 1997 Kriminalbeamtin für Sexualdelikte in Parral Antonia Zegers 1–8
Anke Meier 1997 Krankenschwester in der Siedlung Jennifer Ulrich 1–8
1976 Siedlungsbewohnerin Mariana Coghlan1 1–3, 5–6, 8
Caroline „Caro“ Ramírez Scheck 1997 Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft in Santiago de Chile, Ehefrau von Leo Ramírez Martina Klier 1–8
Ava 1997 Gehilfin von Paul Schäfer Julieta Figueroa 1–8
1976 Siedlungsbewohnerin Maria Tapia1 6
1 Tritt nicht als Hauptdarsteller auf, sondern fungiert als Kinderdarsteller der Hauptfigur.

Nebenbesetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Folgenden werden Schauspieler gelistet, die eine wiederkehrende Nebenrolle spielen. Sortiert nach Folgenauftritt.

Rolle Jahr Beschreibung Schauspieler Episoden
Herr Jiménez 1997 Richter in Santiago de Chile Alejandro Trejo 1–2, 4–5, 8
Herr Martínez 1997 Kriminalpolizei-Chef in Parral Daniel Antivillo 1–4, 7
Hartmut Sattelberger 1997 Abteilungsleiter der Deutschen Botschaft in Santiago de Chile Carlos Kaspar 1–2, 5–8
Hannelore Harms 1997 Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft in Santiago de Chile Amaya Forch 1–3, 5–7
Carmen Ramírez Soto 1997 Schwester von Leo Ramírez, lebt in Parral Paola Giannini 1–8
Joel Carrillo 1997 Mitarbeiter des Senators Ríos Felipe Ríos 1–5
Ínes Hausmann 1997 Krankenschwester in der Siedlung, Ehefrau von Bernard Hausmann, wird in Folge 7 von ihm erwürgt Heidrun María Breier 2–7
Manuel Contreras 1976 Chef der Geheimpolizei von Pinochet Sergio Piña 2–4
Gerhard Mertins 1976 BND-Mitarbeiter, Bekannter von Sattelberger Gerardo Ebert 2–4
Pablo Jenga 1997 Ex-Mann von Pamela Rodríguez, Leiter einer Spezialeinheit Iván Álvarez de Araya 5–8

Gastauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspieler, die in einer oder mehreren Episoden eine Gastrolle spielen, werden im Folgenden gelistet. Sortiert nach Folgenauftritt.

Rolle Jahr Schauspieler Episode
Senator Ríos 1997 Hernán Vallejo 1–2
Pastor Paulo Lentins 1976 Luis Dubó 2, 4
Schwester Claudia 1997 Christianne Díaz 2
Forensikerin 1997 Luz María Yacometti 3–4
Dr. Ruíz 1997 Vittorio Yaconi 3
Rosalía Santelices 1976 Camila Vega 5
Deutscher Botschafter in Santiago de Chile 1997 Stephan Behrend 6, 8
Deutsche Journalistin 1997 Úrsula Barentin 8

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zur Serie stammte von den chilenischen Produzenten und Autoren María Elena Wood und Patricio Pereira, die 2017 und 2018 an den preisgekrönten, chilenischen Miniserien Ramona und Mary & Mike beteiligt waren.[3] Dabei basiert der fiktionale Thriller auf historisch-wissenschaftlichen Grundlagen;[1] genauer auf Geschehnissen in der 1961 im Süden Chiles in Parral gegründeten Siedlung einer deutschen Sekte um Paul Schäfer namens Colonia Dignidad, die 1973 im Zuge des Militärputschs von Augusto Pinochet aufgrund von Menschenrechtsverletzungen in die Schlagzeilen geriet.

Executive Producer Andrés Wood

Bereits im Oktober 2015 erhielt die Produktionsfirma Wood Producciones unter der Führung von Andrés Wood, dem Ehemann von María Elena Wood, für das Serienprojekt La colonia 414.135.624 Chilenische Pesos (ca. 495.000 Euro, nach dem damaligen Wechselkurs) aus dem Fond des Nationalen Fernsehrats Chiles (Consejo Nacional de Televisión, kurz CNT).[4] Das damalige Serienkonzept war abweichend vom heutigen. Die Serie sollte die Flucht zweier Freunde, namens Tobías Müller und Salo Luna, aus der Siedlung 1997 behandeln.[5] Dabei sollte ebenfalls über zwei Zeitebenen (1976 und 1997) erzählt werden. Die chilenischen Drehbuchautoren Paula del Fierro und Enrique Videla begannen mit dem Schreiben der Drehbücher 2016.[3] Laut Wood seien sie durch die Bemühungen von Hernán Fernández, dem Anwalt, der Paul Schäfer zehn Jahre lang ohne die Unterstützung von offiziellen Behörden verfolgte, und dem es schließlich gelang, mit Hilfe einer chilenischen Fernsehsendung und der Ermittlungsjournalistin Carola Fuentes seinen Haftbefehl zu bekommen, inspiriert worden.[3]

Nachdem seit Ende 2017 nach europäischen Investoren gesucht worden war,[6] wurde im August 2018 bekannt, dass die deutsche Story House Media Group unter der Leitung von Andreas Gutzeit als Koproduzenten gewonnen wurden.[7] Im Zuge dessen wurde das Serienkonzept verändert.[8] Gutzeit als Headwriter und die deutsche Buchautorin Swantje Oppermann wirkten an den neuen Drehbüchern mit. Die Skripte wurden anschließend von den deutschen Regisseuren und Drehbuchautoren Robert Krause und Florian Puchert nochmals überarbeitet.[8]

Ende Juni 2019 bzw. Mitte September 2019 wurde bekannt, dass Dignity eine gemeinsam von dem chilenischen Fernsehsender Mega und der deutschen Streamingplattform Joyn beauftragte Serienproduktion ist.[9][10] Für Joyn ist die Serie die erste internationale Koproduktion mit einem ausländischen Sender und ist somit die erste von Joyn eigenproduzierte Serie, die auch international veröffentlicht wird.[10] Zudem ist sie das erste kostenpflichtige Programm der Plattform, nachdem dort mit Serien wie Die Läusemutter, Frau Jordan stellt gleich und Check Check bereits 2019 kostenfreie Comedyserien veröffentlicht worden sind.[11]

Vorproduktion und Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produziert wurde der Thriller von den Produzenten Miggel Schwickerath und Jana Cisar gemeinsam durch die chilenische Produktionsfirma Invercine & Wood unter der Leitung der Executive Producer María Elena Wood, Matías Cardone, Macarena Cardone, Patricio Pereira und Andrés Wood sowie die deutsche Story House Pictures unter Leitung von Andreas Gutzeit und Jens Freels.[1] Für die Story House Media Group ist der Thriller die erste Serienproduktion. Zudem waren die Executive Producer Bo Stehmeier, Alex Fraser und Lisa Fidyka für Red Arrow Studios International, Patricia Bazán und Jaime Sepúlveda für Mega sowie Steve Blank und Thomas Münzner für Joyn an der Produktion beteiligt. Die Produktionskosten pro Folge lagen bei ungefähr 330.000 Euro.[7] Für das Casting waren Roberto Matus und Ulrike Müller zuständig.[12]

Die Dreharbeiten für die acht Episoden fanden unter der Regie von Julio Jorquera Arriagada von Juni bis September 2019 hauptsächlich in Chile statt.[12] Gedreht wurde unter anderem in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile und in der Ortschaft Coya.[13] Des Weiteren wurde erstmals an den Originalschausplätzen in der ehemaligen Colonia Dignidad, der heutigen Villa Baviera, gedreht. Ferner sind Originalgegenstände von Paul Schäfer, wie seinen Tisch und seine Gemälde, in der Serie zusehen.[3] Während Francisca Román für das Kostümbild zuständig war, zeichnete Víctor Núñez für das Maskenbild verantwortlich. Sergio Armstrong und Cristián Petit-Laurent fungierten als Kameramänner.

Postproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Federführend für den Schnitt waren Álvaro Solar und Valeria Valenzuela zuständig, José Miguel Tobar und José Miguel Miranda für die Musik. Als Titelsong wurde die Neuinterpretation Kein schöner Land von Manuel Oyanadel des Volkslieds Kein schöner Land in dieser Zeit, das auf Anton Wilhelm von Zuccalmaglio zurückgeht, verwendet.

Die Drehbücher bestehen aus deutschen und spanischen Dialogen. Letztere werden im deutschsprachigen Raum mit deutschem Untertitel versehen.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logos der beiden Serienauftraggeber Joyn und Mega Logos der beiden Serienauftraggeber Joyn und Mega
Logos der beiden Serienauftraggeber Joyn und Mega

Bereits am 14. Oktober 2019 wurden auf der Fernsehmesse MIPCOM in Cannes erste Ausschnitte von Dignity veröffentlicht. Es waren auch die Hauptdarsteller anwesend.[14]

Die Erstveröffentlichung erfolgte zwei Monate später seit dem 19. Dezember 2019 auf der deutschen Streamingplattform Joyn.[2] Mit der Serie startete Joyn den kostenpflichtigen Bereich Joyn Plus+. Dignity ist nur auf Joyn Plus+ und nur in Deutschland verfügbar. Wöchentlich wurden zwei neue Folgen veröffentlicht.

In Chile soll die Ausstrahlung der achtteiligen Serie unter dem Titel Dignidad im ersten Halbjahr 2020 auf dem Sender Mega stattfinden.[7]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dignity erhielt positive Kritiken. Michael Thumann von Zeit Online kommentierte, dass mit der Serie Story House Production „ein Thriller“ gelungen sei, „der eine fesselnde Serienhandlung mit historischer Dokumentation verbindet“. Er findet, Dignity führe seine „Zuschauer zurück in die Schrecken, die Versäumnisse, das Wegsehen und konfrontiert auch sie mit der Mauer des Schweigens, unter denen die Opfer von Paul Schäfer so lange gelitten haben“. Mit der prominenten Besetzung werde die Handlung „authentisch wie ein[…] Dokumentarfilm“ erzählt und „die Landschaftsaufnahmen zeigen die Gegend am Río Perquilauquén, deren überwältigende Schönheit im schrillen Kontrast zur Hässlichkeit des Lebens in der Kolonie stand“. Thumann lobt auch, dass Dignity eine deutsch-chilenische Koproduktion ist. Dies sei wichtig, da „der Schatten der Colonia Dignidad […] lange zwischen beiden Ländern“ stand. Allerdings meint Thumann, dass der Zuschauer zumindest in den ersten beiden Folgen zu wenig von den Schrecken der Colonia Dignidad mitbekomme. „Bis auf die Szene von Pedro und Schäfer im Badezimmer und einer wahrlich erschütternden Episode einer Scheinbeerdigung spart die Regie […] mit Einblicken in den psychischen Druck und die physische Gewalt, die in der Kolonie geherrscht hatte.“[15]

Auch Klaus Raab von Spiegel Online bewertet die Serie positiv. Er findet, dass „‚Dignity‘ […] anschlussfähig an gesellschaftspolitische Großbaustellen“ sei und meint, dass „[d]ie Serie […] sicher zu den sehenswertesten deutschen Serien des Jahres“ zählt.[16] Stefan Fischer von der Süddeutschen Zeitung konnte vor allem von der schauspielereichen Leistung überzeugt werden. So verkörpert Otto „den Widerling mit einer kalten Brutalität, die immer wieder ins Sentimentale kippt, was ihn vollends unberechenbar macht“ und „Rodriguez spielt Ramirez’ unterdrückte Wut und die Beklemmung […] mit ähnlicher Zurückhaltung wie Götz Otto den zynischen Messianismus Schäfers“. Er lobt Regisseur Jorquera, der den Schauspielern den Raum gegeben habe, „tatsächlich zu spielen und nicht nur ihre Texte abzuliefern“.[17] Auch Matthias Hannemann von der Frankfurter Allgemeine Zeitung lobte die ersten beiden Episoden. „Szene für Szene jagt uns in ‚Dignity‘ der Schauer über den Rücken, unterstützt von einer Musik, die zum Einstieg mit unguten Flächenklängen arbeitet, über denen die schneidend helle Melodie von ‚Kein schöner Land‘ liegt, und manchmal in nur einem einzigen, langen Ton eines Streichers besteht.“[18]

Jörg Taszman vom Mitteldeutschen Rundfunk beurteilt die Serie als „erstaunlich gut, sehr präzise, bei weitem nicht so reißerisch und mitunter oberflächlich wie der Spielfilm von Florian Gallenberger“. Vor allem lobt er den sprachlichen Umgang, bei der „viel auf Spanisch mit deutschen Untertiteln und auch auf Deutsch“ gesprochen wird. Enttäuscht ist er jedoch von der geringen Aufmerksamkeit der Serie, da sie bei der Veröffentlichung „leider völlig unterging“.[19]

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. Dezember 2019 wurden die ersten beiden Episoden auf Joyn veröffentlicht.[2] Wöchentlich folgten zwei weitere Episoden. Episodentiteln sind nicht vorhanden.

Nr. Erstveröffentlichung Regie Drehbuch
1 19. Dez. 2019 Julio Jorquera Arriagada Andreas Gutzeit (Headwriter), Swantje Oppermann, Paula del Fierro, Enrique Videla
2 19. Dez. 2019 Julio Jorquera Arriagada Andreas Gutzeit (Headwriter), Swantje Oppermann, Paula del Fierro, Enrique Videla
3 26. Dez. 2019 Julio Jorquera Arriagada Andreas Gutzeit (Headwriter), Swantje Oppermann, Paula del Fierro, Enrique Videla
4 26. Dez. 2019 Julio Jorquera Arriagada Andreas Gutzeit (Headwriter), Swantje Oppermann, Paula del Fierro, Enrique Videla
5 02. Jan. 2020 Julio Jorquera Arriagada Andreas Gutzeit (Headwriter), Swantje Oppermann, Paula del Fierro, Enrique Videla
6 02. Jan. 2020 Julio Jorquera Arriagada Andreas Gutzeit (Headwriter), Swantje Oppermann, Paula del Fierro, Enrique Videla
7 09. Jan. 2020 Julio Jorquera Arriagada Andreas Gutzeit (Headwriter), Swantje Oppermann, Paula del Fierro, Enrique Videla
8 09. Jan. 2020 Julio Jorquera Arriagada Andreas Gutzeit (Headwriter), Swantje Oppermann, Paula del Fierro, Enrique Videla

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Thomas Lückerath: "Dignity": Story House steigt in die Serienproduktion ein. In: DWDL.de. 2. Juli 2019, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  2. a b c Dignity – Episodenguide. In: Fernsehserien.de. Abgerufen am 22. Dezember 2019.
  3. a b c d John Hopewell: Maria Elena Wood, Matias Cardone Talk New Chilean Series ‘Dignity’. In: Variety.com. 12. Oktober 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019 (englisch).
  4. CNTV entregó 4 mil millones de pesos para nuevos programas de televisión de calidad. In: Cntv.cl. 28. Oktober 2015, abgerufen am 22. Dezember 2019 (spanisch).
  5. Conoce los proyectos que obtuvieron fondos en 2015. In: Cntv.cl. 28. Oktober 2015, abgerufen am 22. Dezember 2019 (spanisch).
  6. Sofía García-Huidobro: Te ve Wood. In: Capital.cl. 26. April 2018, abgerufen am 22. Dezember 2019 (spanisch).
  7. a b c Marcela Tedesco: María Elena Wood de Invercine y Wood: Proyecto Colonia Dignidad cuenta con un socio coproductor de Alemania. In: Produ.com. 20. August 2018, abgerufen am 22. Dezember 2019 (spanisch).
  8. a b Preserving Dignity. In: Dramaquarterly.com. 9. Oktober 2019, abgerufen am 23. Dezember 2019 (englisch).
  9. Inicia rodaje de Dignidad la nueva serie premium de Mega. In: Produ.com. 1. Juli 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019 (spanisch).
  10. a b Uwe Mantel: "Dignity" wird Joyns erste internationale Koproduktion. In: DWDL.de. 15. September 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  11. Joyn-Lockvogel „Dignity“ vorgestellt. In: Digitalfernsehen.de. 15. Oktober 2019, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  12. a b Dignity, TV Series, 2019. In: Crew-united.com. Abgerufen am 22. Dezember 2019 (englisch).
  13. Gonzalo Valdivia: Así es la primera serie que revive la historia de Paul Schäfer y Colonia Dignidad. In: Latercera.com. 30. Juni 2019, abgerufen am 23. Dezember 2019 (spanisch).
  14. MIPCOM 2019: Joyn goes international. In: Blickpunktfilm.de. 15. Oktober 2019, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  15. Das Grauen der Colonia Dignidad, abgerufen am 23. März 2020.
  16. Du wirst in der Hölle brennen, abgerufen am 23. Februar 2020.
  17. Die Macht der Grausamkeit, abgerufen am 23. März 2020.
  18. Er herrschte in der Horror-Sekte jahrzehntelang, abgerufen am 23. März 2020.
  19. "Colonia Dignidad": Doku zeigt die Schrecken der Sekte, abgerufen am 23. März 2020.