Dilbert

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Dilbert ist die Titelfigur des gleichnamigen Comicstrips von Scott Adams. Dilbert ist ein angestellter Programmierer, Software-Entwickler und Ingenieur mittleren Alters, der in einem in Zellen (engl.: cubicle) unterteilten Großraumbüro arbeitet. Er ist unfreiwillig alleinstehend. Sein Markenzeichen ist die andauernd hochstehende Krawatte.

Inhalt[Bearbeiten]

Dilbert arbeitet in einem großen Unternehmen, dessen Produkte nie explizit genannt werden, aber von denen klar ist, dass sie schlecht sind („Our product placed last in our own benchmark tests.“ Dilbert[1]). Geleitet von einem unfähigen Chef, arbeitet Dilbert zusammen mit seinen Kollegen, allen voran Alice und Wally sowie dem indischen Praktikanten Asok. Alice ist eine überarbeitete, jähzornige Technikerin, die ihre Interessen stets mit Einschüchterungen, Fluchausdrücken und Gewalttätigkeiten durchsetzt. Wally ist ein Angestellter, dessen größtes Talent es ist, sich vor jeglicher Arbeit zu drücken. Seinen mangelnden Respekt vor dem Unternehmen und der Geschäftsleitung bringt er stets mit viel Zynismus zum Ausdruck. Asok hat überragende fachliche Kompetenzen, ist jedoch den Intrigen und Machtkämpfen in der Firma hoffnungslos ausgeliefert. Der Chef ist eine Figur ohne Namen. Seine Frisur hat ihm aber den englischen Übernamen Pointy Haired Boss (PHB, „Spitzhaariger Chef“) eingebracht. Seine Führungsqualitäten gehen gegen Null. Obwohl ihm jegliche Fachkompetenz fehlt, hat er zu allem eine Meinung und stellt oft unlösbare Forderungen an sein Projektteam. Er ist stets auf dem neusten Stand, was technische Gadgets betrifft, ist aber mit deren Bedienung überfordert. Genau so ist er stets auf die Produkte seiner Abteilung fixiert, ohne sich um die Probleme bei deren Entwicklung kümmern zu wollen.

Weitere Figuren sind:

  • Carol, die Sekretärin des Chefs, die ihren Vorgesetzten und alle anderen Mitarbeiter hasst und deren Leben so stark wie möglich erschwert. Der Chef hat ihr klargemacht, dass sie nie über den Rang einer Sekretärin hinaus befördert werden wird, obwohl sie einen Master in Business Administration (MBA) hat.
  • Die technische Redakteurin Tina, die sich jedes mal persönlich angegriffen fühlt, wenn man über sie oder ihre Arbeit spricht.
  • Dilberts Mutter Dilmom
  • der Dinosaurier Bob
  • der hyperintelligente Müllmann/Hausmeister
  • der Dämon Phil („The Prince Of Insufficient Light“).

Außerdem gibt es den Angestellten Ted, der als universell einsetzbarer Lückenfüller dient, wenn für einen Strip eine weitere Person benötigt wird. Figuren, die sporadisch, doch immer wieder auftauchen sind: Medical Mel, der alle in seiner Umgebung mit den laut vorgetragenen Details seiner zahlreichen Krankheiten belästigt und Topper, der alles besser kann als alle anderen (jeder Aussage eines Anwesenden folgt eine Behauptung, eingeleitet mit „Das ist gar nichts, ich.“)

Einige Episoden spielen in Elbonien, einem fiktiven osteuropäischen „Vierte-Welt-Land“, das als Parodie für die Praktik des Outsourcing in günstige Länder mit Billigarbeitern benutzt wird.[2][3]

Tierfiguren[Bearbeiten]

Im Comic gibt es sprechende Tiere, die teilweise in die menschliche Arbeitswelt integriert sind. Die Personalabteilung von Dilberts Firma wird von Catbert geleitet, einer Katze, deren einziges Ziel es ist, die Mitarbeiter zu knechten und zu unterdrücken. Dogbert, der Hund Dilberts, verachtet wie Catbert alle Menschen, aber ganz besonders Dilbert. Sein Ziel ist die Weltherrschaft und die Versklavung aller Menschen, woraus er kein Geheimnis macht. Er tritt oft als externer Berater für die Firma auf, wo er seine Position ausnutzt, um seine Kursteilnehmer zu erniedrigen. Die Ratte Ratbert ist das gutmütigste von allen Tieren. Ratbert ist ein etwas naiver Optimist, der die Anerkennung von Jedermann sucht und immer wieder als Versuchstier missbraucht wird. Dass Hund und Katze die selbsterklärten Feinde der Menschen sind, während die Ratte das liebenswerte Tier ist, steht im Gegensatz zu den typischen Tierbildern.

Entstehung und Veröffentlichungsgeschichte[Bearbeiten]

1989 entwickelte Adams die Figur Dilbert, und 1993 erschien Dilbert erstmals in einer US-amerikanischen Lokalzeitung. Die Comic-Strips wurden zuerst von United Feature Syndicate, seit 2011 von Universal Uclick vertrieben und erscheinen in etwa 2000 Tageszeitungen weltweit. Dilbert war 1995 der erste von einem Syndikat herausgebrachte Internet-Comic. Ein E-Mail-Newsletter sowie ein kostenloses Plugin für Mozilla Firefox für den täglichen Dilbert-Comicstrip sind verfügbar. Die deutschsprachigen Syndikationsrechte liegen bei Bulls Press.

2001 beauftragte Scott Adams die Designfirma IDEO, den perfekten Cubicle für Dilbert zu entwickeln.[4][5]

Im April 2008 wurde die Website auf Flash umgestellt. Nach heftigen Protesten seitens der Leserschaft[6] wurde eine zusätzliche Flash-freie Version eingerichtet.[7][8]

In Deutschland erscheinen Dilbert-Comics u.a. in den VDI nachrichten, dem Mitgliedsblatt des Vereins Deutscher Ingenieure und auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung.

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten]

Fernsehserie[Bearbeiten]

Adams produzierte in Zusammenarbeit mit Larry Charles eine Dilbert-Fernseh-Zeichentrickserie. Die Serie umfasst 30 Folgen, die in zwei Staffeln ausgestrahlt wurden (US-Erstausstrahlung 1999 bis 2000). Sie ist in den USA auf DVD erhältlich und wurde in Deutschland beim Pay-TV-Sender Premiere und dem Kabelsender Tele 5 ausgestrahlt. Derzeit ist sie auf dem Pay-TV-Sender Animax zu sehen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dilbert-Strip vom 30. Juni 2010
  2. Dilbert-Strip vom 17. Oktober 2010
  3. Dilbert-Strip vom 28. August 2010
  4. Porter Anderson: Fred Dust: Designing for Dilbert, CNN Career. 28. August 2001. Abgerufen am 10. März 2007. 
  5. Porter Anderson: Scott Adams: Dilbert’s Ultimate Cubicle, CNN Career. 28. August 2001. Abgerufen am 10. März 2007. 
  6. Dilbert Goes Flash, Readers Revolt bei Slashdot
  7. Dilbert: Zurück aus Elbonien; Artikel bei heise online vom 25. April 2008.
  8. Blog-Eintrag bei dilbert.com

Weblinks[Bearbeiten]