Dillenburg

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Wappen Deutschlandkarte
Dillenburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dillenburg hervorgehoben

Koordinaten: 50° 44′ N, 8° 17′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 83,76 km2
Einwohner: 23.261 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 278 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 35683–35690
Vorwahl: 02771
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL, WZ
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 006
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 7
35683 Dillenburg
Website: www.dillenburg.de
Bürgermeister: Michael Lotz (CDU)
Lage der Stadt Dillenburg im Lahn-Dill-Kreis
DietzhölztalHaigerEschenburgSiegbachDillenburgBreitscheid (Hessen)DriedorfGreifenstein (Hessen)BischoffenHerbornSinn (Hessen)MittenaarHohenahrEhringshausenAßlarLahnauWetzlarHüttenberg (Hessen)SolmsLeunBraunfelsSchöffengrundWaldsolmsNordrhein-WestfalenRheinland-PfalzLandkreis Marburg-BiedenkopfLandkreis GießenWetteraukreisHochtaunuskreisLandkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild
Dillenburg mit Wilhelmsturm und Altstadt, rechts die Autobahn 45, links hinten das Wohngebiet "Hof Feldbach"

Dillenburg ist eine Mittelstadt im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Sie ist ein Mittelzentrum und war Kreisstadt des ehemaligen Dillkreises. Die Stadt ist Startpunkt des Fernwanderwegs Rothaarsteig und liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route sowie der Deutschen Fachwerkstraße. Sie trägt seit dem 2. November 2017 die amtliche Zusatzbezeichnung Oranienstadt.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dill mit Dillturm

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dillenburg liegt im Dilltal längs der Dill und der im Norden der Stadt mündenden Dietzhölze, im Süden der Stadt münden die aus dem Schelder Wald kommenden Zuflüsse Nanzenbach und Schelde. Die Dill stellt dabei die Nahtstelle vom Westerwald im Westen und Gladenbacher Bergland im Osten dar, zu welchem unter anderem auch der Schelder Wald gehört. Nordwestlich der Stadt, zwischen Dill und Dietzhölze, erhebt sich die Struth als Ausläufer des Rothaargebirges. Der auf Dillenburger Stadtgebiet, zwischen der Kernstadt und dem Ortsteil Manderbach, liegende Galgenberg kann dabei als die südlichste Erhebung des Rothaargebirges angesehen werden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dillenburg grenzt im Norden an die Gemeinde Eschenburg, im Osten an die Gemeinde Siegbach, im Süden an die Stadt Herborn und die Gemeinde Breitscheid sowie im Westen an die Stadt Haiger. Alle Nachbargemeinden befinden sich im Lahn-Dill-Kreis im Land Hessen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Wappen Luftaufnahme Beschreibung Einwohner

-zahl[3]

Urkundliche Erstnennung
Dillenburg
DEU Dillenburg COA.svg
Wilhelmsturm Dillenburg Luftbild.jpg Die Kernstadt Dillenburg befindet sich im Dilltal zwischen Niederscheld und Sechshelden. Durch den Ort führt die Bundesstraße 277. Im südlichen und im nordwestlichen Teil des Ortes befinden sich Industriegebiete. Über dem Ort thront der Wilhelmsturm. 9625 1254
Donsbach
Wappen Donsbach.png
Donsbach aus Westen.jpg Donsbach liegt im Tal des gleichnamigen Bachs zwischen Haiger, Uckersdorf und der Kernstadt, von welcher der Ort rund 4 km entfernt liegt. Die Kreisstraße 39 verbindet den Ort mit Dillenburg und Burg bzw. Uckersdorf und die K 40 mit Haiger. 1453 1048
Eibach
Wappen Eibach (Dillenburg).png
Eibach (Dillenburg).jpg Eibach liegt im Tal des Eibachs, nordöstlich der Kernstadt. Mit dieser ist der Ort über die Kreisstraße 38 verbunden, mit Niederscheld über die K 52. 1115 1313
Frohnhausen
Wappen Frohnhausen (Dillenburg).png
Frohnhausen (Dillenburg).jpg Frohnhausen liegt an der Bundesstraße 253 zwischen Wissenbach und Dillenburg. Über die Kreisstraßen 50 und 48 ist der Ort noch mit Manderbach und Oberroßbach bzw. Weidelbach verbunden. Am Ort vorbei fließt die Dietzhölze. 3852 1340
Manderbach
Wappen Manderbach.jpg
Manderbach, Ansicht vom Nebelsberg.jpg Manderbach liegt zwischen Sechshelden, Frohnhausen und der Kernstadt. Verbunden mit diesen Orten ist Manderbach über die Kreisstraßen 49, 50 und 36 2459 1225
Nanzenbach
Wappen von Nanzenbach.png
Nanzenbach 2.jpg Nanzenbach liegt im Tal des Meerbachs zwischen Dillenburg und Hirzenhain. Mit diesen Orten ist Nanzenbach über die Landesstraße 3362 verbunden. 1034 1255
Niederscheld
DEU Niederscheld COA.svg
Niederscheld (Dillenburg).jpg Niederscheld liegt zwischen Burg und Dillenburg an der Dill und der Bundesstraße 277. Durch den Ort verläuft die Schelde und die Landesstraße 3042, welche den Ort mit Oberscheld verbindet. Außerdem zweigt hier die K 52 nach Eibach ab. 1945 1274
Oberscheld
Wappen oberscheld.gif
Oberscheld (Dillenburg).jpg Oberscheld liegt im Scheldetal. Mit Niederscheld und Hirzenhain ist der Ort über die L 3042 verbunden und mit Siegbach über die L 3363. 1987 1444

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dillenburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Dillenburg 1840
Dillenburg um 1900
In der Dillenburger Innenstadt
Stadtansicht nach Norden vom Wilhelmsturm
Stadtansicht nach Süden vom gleichen Standort

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung war 1254. Nur 90 Jahre später, im Jahre 1344, erhielt Dillenburg durch Kaiser Ludwig IV. den Bayern die Stadtrechte.

Dillenburg war Stammsitz des oranischen Zweiges des Hauses Nassau. Auf dem heutigen Schlossberg wurde Ende des 13. Jahrhunderts bzw. Anfang des 14. Jahrhunderts die Dillenburg erbaut. Diese Burg hatte für das Haus Nassau eine hohe Bedeutung, da sie im Gegensatz zur Burg Herborn kein Lehen der Landgrafen von Hessen, sondern eine Eigenburg war. Es gibt keine Abbildungen von dieser Burg, da sie vermutlich aus Holz gebaut war und in der Dernbacher Fehde ca. 1323 zerstört wurde.

Im 16. Jahrhundert entstand an der Stelle der alten Burg mit dem Dillenburger Schloss die Hauptresidenz der Grafen von Nassau-Dillenburg, die ab 1536 gleichzeitig zu einer modernen Festung ausgebaut wurde. Aus dem Exil im Schloss organisierte der in Dillenburg geborene Wilhelm von Oranien den Widerstand der Niederlande gegen Spanien (1567–1572), was heute noch das niederländische Königshaus mit der Stadt verbindet. Das Land wurde durch einen Präsidenten der Regierung des Hauses Nassau-Dillenburg verwaltet. Einer der letzten Präsidenten war Georg Ernst Ludwig Freiherr von Preuschen von und zu Liebenstein.

Ein Stadtbrand verheerte im Jahr 1723 große Teile der Stadt. Mehr als 200 Gebäude fielen den Flammen zum Opfer. Viele der Fachwerkhäuser, die nach dem Brand aufgebaut wurden, stehen noch heute.

Im Siebenjährigen Krieg wurde das Dillenburger Schloss 1760 zerstört. Aus den Resten des Schlosses wurden die Gebäude an der Wilhelmstraße erbaut. Am 8. Juni 2010 wurde bekannt, dass die Wilhelmstraße – wie beispielsweise auch der Wilhelmsturm – fortan dem Schutz der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten unterliegen.[4] In der Wilhelmstraße befindet sich das Hessische Landgestüt.

Die Kasematten unter dem ehemaligen Schloss aus dem 16. Jahrhundert sind zum Teil erhalten und gehören zu den größten unterirdischen Verteidigungsanlagen in Europa. Die Kasematten boten in Kriegszeiten Quartier für über 2000 Soldaten. Sie sind teilweise wieder freigelegt und in einem Rundgang begehbar. Auch sie – wie auch die „Villa Grün“ – unterliegen fortan der Haager Konvention.

Im Herzogtum Nassau war Dillenburg Sitz des Amtes Dillenburg und des Hofgerichtes Dillenburg.

Im Jahr 1875 wurde der Wilhelmsturm, heute Wahrzeichen Dillenburgs, auf dem Schlossberg vollendet. Der Turm soll an Wilhelm von Oranien erinnern.

Im 19. Jahrhundert hielt mit dem Bau der Sieg-Dill-Strecke als Teil der Eisenbahnlinie von Gießen nach Köln die industrielle Revolution Einzug. Einen Aufschwung erlebte die Region durch die Nutzung der an Lahn, Dill und Sieg gefundenen Eisenerze. Zahlreiche Betriebe des Berg- und Hüttenwesens und der Metallverarbeitung entstanden. In dieser Zeit wurden viele von Dillenburg ausgehende Nebenstrecken gebaut, unter anderem nach Gönnern und Ewersbach. Diese Strecken sind mittlerweile wieder stillgelegt worden. Die Strecke nach Gönnern wurde bereits 1987 stillgelegt und komplett zurückgebaut. Das in der Dampflokzeit für die vielen Nebenstrecken notwendige Bahnbetriebswerk wurde 1983 geschlossen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Dillenburg mit seinem heute stillgelegten Rangierbahnhof Ziel alliierter Bombenangriffe. Die Erzförderung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend unrentabel. 1968 stellte der letzte Hochofen im Stadtteil Oberscheld seinen Betrieb ein.

Bei einem Unwetter am 17. September 2006 gingen 103 Liter Regen auf dem Quadratmeter nieder. Die Dill und ihr Nebenfluss Schelde traten über die Ufer und überschwemmten insbesondere die Stadtteile Ober- und Niederscheld. Über 1000 Keller liefen voll, auch das Kreiskrankenhaus wurde beschädigt und musste teilweise evakuiert werden. Der Gesamtschaden belief sich auf weit über 20 Millionen Euro. Im Jahr 2007 wurde als Ortsumgehung der B 277 der Schlossbergtunnel eröffnet. Dieser verläuft unterhalb des Schlossberges und umgeht so die historische Fachwerkaltstadt.

Im November 2017 verlieh der Hessische Minister des Inneren und für Sport, Peter Beuth, der Stadt die Stadtnamenergänzung „Oranienstadt“.[5] Die neue Bezeichnung ist nach Paragraph 13 Absatz 2 der Hessischen Gemeindeordnung fester Bestandteil des Gemeindenamens (zu vergleichen mit „am Main“ bei Frankfurt am Main). Damit wird auf die herausragende historische Stellung Dillenburgs als Stammsitz des oranischen Zweiges des Hauses Nassau Bezug genommen. Wilhelm von Oranien, der „Vater“ der Niederlande, wurde in Dillenburg geboren.

Gebiets- und Verwaltungsgeschichte im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Dillenburg unterstand:[6][7]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden auf freiwilliger Basis am 1. Oktober 1971 die selbständige Gemeinde Eibach,[8] am 31. Dezember 1971 die Gemeinde Manderbach und am 1. April 1972 die Gemeinde Nanzenbach nach Dillenburg eingemeindet.[9]

Es folgten am 1. Januar 1977 die Gemeinden Donsbach, Frohnhausen, Niederscheld und Oberscheld durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Landkreis Wetzlar und der Städte Gießen und Wetzlar.[10] Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt von Dillenburg wurden je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[11]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Dillenburg 23874 Einwohner. Darunter waren 2164 (9,0 %) Ausländer, von denen 349 aus dem EU-Ausland, 1490 aus anderen Europäischen Ländern und 325 aus anderen Staaten kamen.[12] Von den deutschen Einwohnern hatten 16,5 % einen Migrationshintergrund.[13] (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 13,6 %.[14]) Nach dem Lebensalter waren 1710 Einwohner unter 18 Jahren, 3799 zwischen 18 und 49, 1785 zwischen 50 und 64 und 2049 Einwohner waren älter.[15] Die Einwohner lebten in 10.206 Haushalten. Davon waren 3207 Singlehaushalte, 2865 Paare ohne Kinder und 3050 Paare mit Kindern, sowie 878 Alleinerziehende und 206 Wohngemeinschaften.[16] In 2361 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 9720 Haushaltungen lebten keine Senioren.[15]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahlen beziehen sich bis 1970 nur auf den Gemeindehauptort Dillenburg. Danach wurden zeitlich versetzt die heute zu Dillenburg gehörenden Dorfgemeinden eingemeindet. (Daten ab 1998 jeweils zum 31. Dezember)

Einwohnerentwicklung von 1834 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1834 2.544
1840 2.629
1846 2.889
1852 2.741
1858 2.745
1864 3.024
1871 3.319
1875 3.676
1885 3.823
1895 4.090
1905 5.040
1910 5.371
1925 6.011
1939 6.788
1946 9.237
1950 10.116
Jahr Einwohner
1956 10.331
1961 10.658
1967 10.412
1970 10.247
Gebietsreform
1971 12.854
1972 14.396
1977 24.837
1998 25.053
1999 25.124
2000 25.092
2001 25.017
2002 24.923
Jahr Einwohner
2003 24.681
2004 24.533
2006 24.305
2009 23.637
2010 22.960
2011 23.790
2013 23.602
2015 23.510
2016 23.542
2017 23.471
2019 23.470
2020 23.261

Quellen:[6][17]

Historische Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1885: 3430 evangelische (= 89,72 %), 309 katholische (= 8,08 %), 83 anderes christliche-konfessionelle (= 2,71 %), ein jüdischer (= 0,03 %) Einwohner[6]
• 1961: 7451 evangelische (= 69,91 %), 2727 katholische (= 25,59 %) Einwohner[6]

Bei der Volkszählung in der Bundesrepublik Deutschland 1987 wurden 15.724 (66,8 %) Mitglieder der evangelischen und 3500 (14,9 %) der katholischen Kirche gezählt, 4314 (18,3 %) gehörten keine der beiden Religionsgemeinschaften an oder machen keine Angaben.[18]

Gemäß der Volkszählung 2011 gehörten damals die Hälfte der Bevölkerung den evangelischen Kirchen an; im Jahr 2011 waren 52,0 % der Einwohner evangelisch, 12,2 % römisch-katholisch und 35,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[19]

Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Derzeit (Stand 31. Dezember 2019) sind von den Einwohnern 10.725 (45,7 %) evangelisch, 2.529 (10,8 %) römisch-katholisch und 10.216 (43,5 %) sind konfessionslos oder gehören einer anderen Religionsgemeinschaft an.[20]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hiss- und Bannerflagge
Flagge Dillenburg.svg
Banner Dillenburg.svg


Im Jahr 1907 wurde das Wappen mit folgender Beschreibung genehmigt und 1934 bestätigt:

Wappen der Stadt Dillenburg
Blasonierung: „In Blau ein goldener Zinnenturm mit einem aufgerichteten goldenen Löwen im großen Tor und gezogenem silbernen Gitter.“[21]
Wappenbegründung: Die Komposition ist identisch mit der Komposition auf den ältesten Siegeln der Stadt aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Der Turm symbolisiert den Stadtcharakter und Status von Dillenburg. Die Stadtrechte wurden 1344 von König Ludwig von Bayern verliehen und 1597 von den Grafen von Nassau bestätigt. Der Löwe ist der Nassauische Löwe

Die Hissflagge und vor allem die Bannerflagge sind in Dillenburg häufig anzutreffen. Sie bestehen aus einer blauen und einer orangenen Bahn, in der Mitte ist meist das Wappen aufgelegt.

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dillenburger Rathaus

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und Deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

Der einzelne Wähler hat die Möglichkeit seine Stimmen auf mehrere Kandidaten – auch solche verschiedener Wahllisten – zu verteilen (Panaschieren) oder auf einzelne Kandidaten anzuhäufen (kumulieren). Hierzu stehen dem Wähler so viele Stimmen zur Verfügung, wie es Sitze zu vergeben gilt. In der Stadtverordnetenversammlung Dillenburg sind dies aktuell 37.

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[22] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[23][24][25][26]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2021
      
Insgesamt 37 Sitze
Wahlvorschläge CDU GRÜNE SPD AfD FDP Bürger für
Dillenburg
REP FWG BLb Sitzverteilung
2021 Stimmanteila 41,7 18,4 24,1 5,12 5,8 4,9
Sitze (von 37) 15 7 9 2 2 2
2016 Stimmanteila 46,9 11,3 29,7 8,0 4,1
Sitze (von 37) 17c 4 11 3 2d
2011 Stimmanteila 47,4 13,2 35,0 4,4
Sitze (von 37) 17 5 13 2
2006 Stimmanteila 51,4 6,1 31,0 3,6 4,5 3,5
Sitze (von 37) 19 2 12 1 2 1
2001 Stimmanteila 43,1 4,7 34,7 3,6 5,9 4,3 3,6
Sitze (von 45) 19 2 16 1 3 2 2
1997 Stimmanteila 31,1 8,1 32,6 2,8 11,7 7,5 6,2
Sitze (von 45) 14 4 15 5 4 3
a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen
b Bürgerliste Dillenburg
c Ab Februar 2020: 18
d Ab Jahresende 2019: 1

Es waren 37 Stadtverordnete sowie die Ortsbeiräte der Stadt für die Legislaturperiode vom 1. April 2021 bis 31. März 2026 zu wählen. Von 17.398 Wahlberechtigten gingen 6.685 zur Wahl. Somit stieg die Wahlbeteiligung von 36,6 % im Jahr 2011 und 37,6 % im Jahr 2016 auf 38,4 % im Jahr 2021.

In der letzten Legislaturperiode löste sich die Fraktion der Bürger für Dillenburg zum Jahresende 2019 auf. Die Abgeordnete Sabine Simon schloss sich zum am 20. Februar 2020 der CDU-Fraktion an, die somit auf 18 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung kam. Der Abgeordnete Otto Nickel blieb als fraktionsloser Abgeordneter eigenständig.[27]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hereford-Haus

1963 gründete Dillenburg mit den Städten Breda in den Niederlanden, Diest in Belgien und Orange in Frankreich die „Union der Oranienstädte“.[28] Diese Städte waren wichtige Residenzen des Oranischen Zweiges des Hauses Nassau.

Mit Hereford in Großbritannien besteht seit 1989 eine Städtepartnerschaft. Von Dillenburger Seite pflegt die „Deutsch-Englische Gesellschaft“,[29] von Hereforder Seite aus die „Twinning Association“ die Partnerschaft. Die beiden Vereine besuchen sich im jährlichen Wechsel. Im Jahre 2005 wurde das Stadthaus (Außenstelle des Rathauses z. B. mit Tourismusbüro, Zulassungsstelle) in „Hereford-Haus“ umbenannt.[30]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allem durch den Rothaarsteig, der in Dillenburg startet bzw. endet, aber auch durch die geschichtlichen Bezüge zu den Niederlanden, ist Dillenburg ein touristisches Ziel.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villa Grün

In Dillenburg existieren der Wilhelmsturm mit dem Oranien-Nassauischen Museum an der Stelle des 1760 zerstörten Dillenburger Schlosses oder das wirtschaftsgeschichtliche Museum Villa Grün. Das Kutschenmuseum in der Orangerie – „Lebendiges Museum“ rund um das Pferd – ist im Hessischen Landgestüt beheimatet.

Orangerie

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Bauwerke in Dillenburg sind zum Beispiel der Wilhelmsturm aus den Jahren 1872–1875, die Kasematten des Dillenburger Schlosses aus dem 16. Jahrhundert, die evangelische Stadtkirche aus dem Jahre 1491 und der Dillturm aus dem Jahre 1597. Außerdem gibt es das alte Pfarrhaus aus den Jahren 1531–1533, das Untertor aus dem Jahre 1344 (Umbauarbeiten 1594 und 1737) und als Ensemble die historische Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern.

Der Bismarcktempel (), ein 1885 errichteter 6 m hoher Aussichts-Pavillon steht auf dem nordöstlich der Ortsmitte gelegenen Weinberg.[31]

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dillenburg gibt es den historischen Hofgarten,[32].

Hofgarten

Zoologische Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Donsbach befindet sich der Wildpark Donsbach.

Wander- und Radwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Mittelgebirgslage ist Dillenburg ein Knotenpunkt von Wanderwegen, die durch die Stadt führen oder in ihr beginnen. Zu den Wegen gehört der Rothaarsteig von Dillenburg nach Brilon, der Schlösserweg von Dillenburg nach Düsseldorf-Benrath, der Uplandweg von Dillenburg nach Salzkotten, der Dillwanderweg von Haiger nach Wetzlar[33], der Dillwanderweg (links der Dill) von der Dill-Quelle bis nach Aßlar und der Lahn-Dill-Bergland-Pfad von Dillenburg nach Marburg. Um Dillenburg herum verläuft der etwa 25 Kilometer lange „Oranierpfad“. Die beiden „Lahn-Dill-Bergland-Extratouren“ Kuckucksweg und Eschenburgpfad starten in den Ortsteilen Eibach bzw. Nanzenbach.

Durch Dillenburg verläuft der Hessische Radfernweg R8 von Frankenberg (Eder) über Limburg an der Lahn nach Heppenheim. Der Dilltalradweg von Haiger bis Wetzlar führt durch Dillenburg.

Ferienstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dillenburg liegt an mehreren Ferienstraßen. In der Altstadt beginnt der Abschnitt Lahntal – Rheingau der Deutschen Fachwerkstraße. Ebenfalls durch Dillenburg führt die 2400 Kilometer lange Oranier-Route, die Städte in den Niederlanden und neun deutsche Bundesländer durchquert, die mit dem Haus Oranien-Nassau verbunden sind.

Geocaching[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dillenburg liegen mehrere Geocaches, die weit über die Stadtgrenzen bekannt sind und Geocacher aus ganz Deutschland nach Dillenburg führen: „Das Opfer des Bahnarbeiters“ hat den „Lost-Place-Wettbewerb 2014“ gewonnen, ist „Cache des Monats 04/2014“, „Plastikdose des Monats 04/2015“ und unter bessercacher.de gelistet. Auch die Cache-Serie um den Enkel des „Ferdinand Moritz Webers“ sind bundesweit bekannt und ebenso auf bessercacher.de gelistet wie viele Caches des Owners mr.checkmate. Die Ausgabe 05/2017 des Geocaching Magazins würdigt Dillenburg und das Umland mit einer Titelreportage – der Wilhelmsturm auf dem Titelbild.[34]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlossbergspektakel 2013: Ein Mann im Kostüm der Dillenburger Stadtwache von 1499 feuert eine Kanone ab.

Das Landgestüt Hessen veranstaltet jährlich diverse Pferdeschauen.

Seit 1975 gibt es jährlich die Dillenburger Bachwoche.

Seit 2001 findet im Juli die sogenannte „Aquarena-Nacht“, eine Freiluftfete in der Innenstadt mit Einkaufsnacht und Großfeuerwerk, statt. Weitere Veranstaltungen sind der Kirschenmarkt im Juni und der Hubertus-Markt im Oktober.

Seit dem Jahr 1978 fand im Juni das „Jazz-Weekend“ statt und zog zahlreiche Musikfreunde nach Dillenburg. Tausende Einheimische und Gäste bevölkerten die Innenstadt bzw. den Schlossberg. Mit dem 33. „Jazz-Weekend“ im Jahr 2010 endete diese traditionelle Veranstaltung.

Seit 2007 gibt es auf dem Schlossberg rund um den Wilhelmsturm das „mittelalterliche Schlossbergspektakel“. 30 Heerlager, 50 Händler, Ritter, Gaukler und Spielleute erfüllen jeweils am letzten Juniwochenende den Schlosspark mit Leben aus längst vergangener Zeit.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Dilltal verlaufen mehrere wichtige Verkehrswege. Dillenburg ist an die Bundesautobahn 45, die sogenannte „Sauerlandlinie“, angeschlossen, über die das Rhein-Main-Gebiet und das Ruhrgebiet zu erreichen sind. Da die Autobahn oberhalb des Dilltals verläuft, sind im Raum Dillenburg die Talbrücke Sechshelden, die Marbachtalbrücke und die Lützelbachtalbrücke errichtet worden. Weiterhin verlaufen durch Dillenburg die Bundesstraßen 253 und 277. Die B 253 führt über Biedenkopf, Frankenberg und Fritzlar nach Melsungen. Die B 277 beginnt in der Nachbarstadt Haiger und führt über Herborn bis Wetzlar. Sie ist zwischen Sechshelden und Dillenburg sowie zwischen Dillenburg und Sinn autobahnähnlich ausgebaut. Die hohe Verkehrsbelastung der Dillenburger Innenstadt durch die B 277 führte zum Bau der Ortsumgehung mit dem Schlossbergtunnel, welcher nunmehr die beiden ausgebauten Abschnitte der B 277 miteinander verbindet. Die Dillstrecke als Teilstück der Köln-Gießener Eisenbahn über Wetzlar und Siegen verbindet Mittelhessen mit dem Rheinland und dem Ruhrgebiet. Der Bahnhof Dillenburg war durch den Eisenbergbau im Schelderwald einst ein bedeutender Güterbahnhof.

Die nächsten internationalen Flughäfen sind Frankfurt am Main mit 107 Kilometern und Köln/Bonn mit 121 Kilometern Entfernung. Der Verkehrsflughafen Siegerland ist 22 Kilometer entfernt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dillenburg haben die Cohline GmbH, die Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG, Weber Kunststofftechnik, Linde + Wiemann, Ströher-Keramik, Wendel Email und die Stahlo Stahlhandels GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der Friedhelm Loh Group, ihren Firmensitz. Des Weiteren sind Outokumpu Nirosta im nördlichen Industriegebiet zwischen der Kernstadt und dem Ortsteil Frohnhausen und EAM Energienetz-Mitte mit einem Standort im Ortsteil Oberscheld ansässig.

Die Deutsche Telekom unterhält ein Rechenzentrum im Bereich des Siedlungsgebietes Galgenberg-Löhren.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Schulen gibt es in Dillenburg:[35]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Dillenburg wirkten

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Dillenburg seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dillenburg – Sammlung von Bildern
Wikisource: Dillenburg – Quellen und Volltexte
Wikivoyage: Dillenburg – Reiseführer
Wiktionary: Dillenburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Zusatzbezeichnungen zum Gemeindenamen, die vom Hessischen Innenministerium seit 1945 verliehen wurden. In: innen.hessen.de. Hessisches Ministerium des Innern und für Sport, September 2021, abgerufen am 9. Februar 2022.
  3. Zahlen, Daten & Fakten. In: Oranienstadt Dillenburg. Abgerufen am 26. Juli 2021 (deutsch).
  4. Druckausgabe der Dill-Zeitung vom 8. Juni 2011
  5. Dillenburg ist Oranienstadt (Memento vom 10. November 2017 im Internet Archive) In: Webauftritt der Stadt Dillenburg.
  6. a b c d Dillenburg, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  7. Michael Rademacher: Land Hessen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  8. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 17. September 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 39, S. 1603, Punkt 1320; Abs. 1. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 9,2 MB]).
  9. Karl-Heinz Gerstemeier, Karl Reinhard Hinkel: Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Hrsg.: Hessischer Minister des Inneren. Bernecker, Melsungen 1977, DNB 770396321, OCLC 180532844, S. 288.
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  33. Wanderwege im Westerwald
  34. Geocaching Magazin – von Cachern für Cacher – Einzelhefte In: com/geocaching-magazin.com abgerufen am 29. November 2017.
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