Dina Pomeranz

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Dina Deborah Pomeranz (* 1977) ist eine Schweizer Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie zählt zu den einflussreichsten Ökonominnen in der Schweiz[1].

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pomeranz wuchs in Zürich auf und schloss dort das Gymnasium ab.[2] Sie studierte Internationale Beziehungen an der Universität Genf und machte 2004 ihren Master am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung in Genf. 2010 promovierte sie in Ökonomie an der Harvard University mit der Dissertation Essays on Tax Evasion and Savings: Evidence from Three Randomized Experiments in Chile. Von 2010 bis 2011 war sie Post-Doctoral Fellow des Abdul Latif Jameel Poverty Action Lab am M.I.T. und von 2011 bis 2017 Assistenzprofessorin an der Harvard Business School. Ihre Studien publizierte sie u. a. in The American Economic Review. Sie wechselte 2017 als Assistenzprofessorin für Mikroökonomie an das Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Zürich.[2] Als Fellow war sie von 2012 bis 2017 am National Bureau of Economic Research (NBER) und ist seit 2015 Center for Economic Policy Research (CEPR).[3]

Ihre Forschungsgebiete sind Beschaffungswesen, Entwicklungsökonomie, öffentliche Finanzen (hier insbesondere die Steuerhinterziehung) und Nord-Süd-Beziehungen.[4] Eines ihrer Hauptforschungsgebiete ist die Rolle der Mehrwertsteuer beim Steuervollzug.[5] Methodisch wendet sie die Wirkungsanalyse (Impact Assessment) in der Tradition von Michael Kremer (ihrem PhD Adviser),[6] Esther Duflo und Abhijit Banerjee an.[7][8]

Sie ist im Vorstand der Organisation Evidence Action, welche evidenz-basierte Entwicklungsprojekte weltweit für über 200 Millionen Menschen in die Praxis umsetzt[9] und im Herausgeberbeirat der Zeitschrift Perspektiven der Wirtschaftspolitik.[10] 2018 wurde sie für 5 Jahre in den Vorstand der European Economics Association gewählt.[11]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pomeranz wird regelmässig in den Medien zu den Erkenntnissen aus ihrer Forschung und zum aktuellen Weltgeschehen befragt, beispielsweise zum Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften 2019.[12][13] Sie zählt zu den einflussreichsten Ökonominnen in der Schweiz.[14][15] Im Ökonomen-Ranking der Frankfurter Allgemeine erreichte sie 2019 den ersten Platz in der Rubrik Twitter und Online-Medien, die vom Online-Magazin Makronom erstellt wurde.[16][17] Nach Häufigkeit wissenschaftlicher Zitierungen wurde Pomeranz im Oktober 2019 auf RePEc auf Rang 86 der Top Young Economists weltweit geführt.[18]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. William Stern: Dina Pomeranz: Alles wird gut. 25. Mai 2020, abgerufen am 26. Mai 2020.
  2. a b Daniel Hug: Von Zürich nach Harvard und zurück. (PDF) In: NZZ am Sonntag. 11. Dezember 2016, abgerufen am 16. November 2018 (archiviert auf der Website der Universität Zürich).
  3. Lebenslauf, Website der Universität Zürich, abgerufen am 7. November 2019.
  4. Dina Pomeranz. Fachgebiete. Universität Zürich.
  5. Dina Pomeranz: The Role of the VAT for Tax Enforcement. Abdul Latif Jameel Poverty Action Lab.
  6. CV Pomeranz. (PDF) Abgerufen am 12. November 2019.
  7. Dina Pomeranz: Impact Evaluation Methods in Public Economics. In: Public Finance Review. Bd. 45, Nr. 1, 1. Januar 2017 (online 5. November 2015), S. 10–43.
  8. Targeting the Hard-Core Poor: An Impact Assessment. Abdul Latif Jameel Poverty Action Lab (PDF; 1,6 MB).
  9. Who we are. In: Evidence Action. Abgerufen am 12. November 2019 (amerikanisches Englisch).
  10. Titelseite. In: Perspektiven der Wirtschaftspolitik, Jahrgang 20, Heft 2, doi:10.1515/pwp-2019-frontmatter2.
  11. EEA - European Economic Association. Abgerufen am 12. November 2019.
  12. Nobelpreis für Wirtschaft - Die empirische Revolution. 14. Oktober 2019, abgerufen am 7. November 2019.
  13. Dina Pomeranz: Wirtschaftsnobelpreis geht an eine Ökonomie die anpackt. In: Neue Zürcher Zeitung. (nzz.ch [abgerufen am 7. November 2019]).
  14. Stefan Häberli / Philip Küng (Grafik): NZZ Ökonomen-Ranking 2019: Schaltegger neu auf dem Podest. In: Neue Zürcher Zeitung. (nzz.ch [abgerufen am 7. November 2019]).
  15. Markus Diem Meier, Dominik Feusi: Die zehn einflussreichsten Schweizer Ökonomen. In: Tages-Anzeiger, 19. Dezember 2018.
  16. Patrick Bernau: F.A.Z.-Ökonomenranking: Wer ist der einflussreichste Ökonom? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. September 2019.
  17. Philipp Stachelsky: Das Makronom-Twitter-Ranking ist jetzt Teil des FAZ-Ökonomenrankings. In: Makronom, 23. September 2019.
  18. Young Economist Rankings | IDEAS/RePEc. Abgerufen am 29. November 2019.
  19. List of ERC Starting Grants 2017. (PDF) Abgerufen am 8. November 2019.
  20. UBS Center | Economics. For Society. Abgerufen am 8. November 2019.
  21. Prize for Excellence in Applied Development Research: Award-Winners, Website der den Preis stiftenden KfW; Ehemalige Preisträger beim entwicklungsökonomischen Ausschuss des Vereins für Socialpolitik. Abgerufen am 8. November 2019.