Dingelstedt am Huy

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Dingelstedt am Huy
Gemeinde Huy
Koordinaten: 51° 58′ 38″ N, 10° 58′ 43″ O
Einwohner: 1375 (31. Dez. 2016)
Eingemeindung: 1. April 2002
Postleitzahl: 38838
Vorwahl: 039425
Dorfkirche Dingelstedt

Dingelstedt am Huy ist ein Ortsteil der Gemeinde Huy im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt und Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dingelstedt befindet sich am nördlichen Rand des Huys, eines 314 m hohen, bewaldeten Höhenzuges.

Zum Ortsteil Dingelstedt gehören

und das Forsthaus Ziegenkopf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Dingelstedt leitet sich aus dem Wort Thing und dem Suffix -stedt/-städt her (siehe auch Dingelstädt im Eichsfeld). Er legt Zeugnis ab über eine altdeutsche Gründung an einer ehemaligen Thingstätte. Erstmals erwähnt wird die Ortschaft im 11. Jahrhundert in einer päpstlichen Urkunde aus Goslar. Ende des 19. Jahrhunderts erlebte das Dorf einen Aufschwung durch den Kalibergbau im Ortsteil Mönchhai und im benachbarten Wilhelmshall. Aus dieser Zeit stammten viele Backsteinhäuser des Ortes. Prägend waren daneben der Kirschen-Anbau und die „Zuckerrüben-Barone“. Der Ort zählt ca. 1300 Einwohner (1902: 1679 Einwohner) und weist einen historisch gewachsenen Ortskern mit Fachwerkhäusern und größeren, meist ehemaligen Bauerngehöften auf.

Am 17. Oktober 1928 wurde der Gutsbezirk Dingelstedt am Huy, Forst in Teilen mit den Landgemeinden Huy-Neinstedt, Dingelstedt und Röderhof vereinigt.[1] Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Röderhof eingegliedert.

Seit Beginn der 1960er Jahre war Mönchhai Standort eines Ausbildungsbataillons der Grenztruppen der DDR.

Die Landwirtschaft durch die dominante Genossenschaft und einzelne Bauernhöfe ist nach wie vor prägend. Handwerksbetriebe, Einzelhandel, eine Arzt- und eine Zahnarztpraxis sind dem Dorf erhalten geblieben.

Am 1. April 2002 bildete die Gemeinde Dingelstedt am Huy zusammen mit den anderen zehn Gemeinden der aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Huy die neue Gemeinde Huy.[2] Dingelstedt wurde Verwaltungssitz der Gemeinde.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Huysburg mit Benediktinerkloster
  • Grab- und Gedenkstein auf dem Ortsfriedhof zur Erinnerung an die Opfer eines Explosionsunglücks während des Zweiten Weltkrieges in der unterirdischen Munitionsfabrik Huy im September 1944. Es handelte sich um 54 deutsche und 12 ausländische Männer und Frauen, vermutlich Zwangsarbeiter.

Einen kulturellen Mittelpunkt bildet die Mehrzweckhalle oberhalb des Sportplatzes. Den feierlichen Höhepunkt des Jahres stellt das Kirschblütenfest dar. Die Schule des Dorfes wurde Ende der 1990er Jahre geschlossen, ebenso wie die Badeanstalt.

Reizvolle Wanderwege in den bewaldeten Höhenzug Huy und zur Huysburg beginnen südlich, oberhalb des Ortes.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Dingelstedt (b Halberstadt) lag an der Bahnstrecke Halberstadt–Dedeleben, die 2001 stillgelegt wurde.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 231.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002