Dingolfing

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dingolfing
Dingolfing
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dingolfing hervorgehoben
48.63333333333312.5365Koordinaten: 48° 38′ N, 12° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 365 m ü. NHN
Fläche: 44,04 km²
Einwohner: 18.129 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 412 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84130
Vorwahlen: 08731, 08732 (teilw.)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DGF
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 112
Adresse der
Stadtverwaltung:
Dr.-Josef-Hastreiter-Straße 2
84130 Dingolfing
Webpräsenz: www.dingolfing.de
Bürgermeister: Josef Pellkofer (UWG)
Lage der Kreisstadt Dingolfing im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte

Dingolfing ist die Kreisstadt des niederbayerischen Landkreises Dingolfing-Landau.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt rund 100 Kilometer nordöstlich von München im Tal der Isar.

Hydrologie[Bearbeiten]

Die Isar durchfließt das Stadtgebiet von West nach Ost und ist seit 1957 im westlichen Teil der Stadt durch das Wasserkraftwerk Dingolfing zum Stausee Dingolfing aufgestaut. Neben der wirtschaftlichen Nutzung dient dieses Gebiet auch als Naherholungsgebiet sowie als Brutstätte für viele Wasservogelarten. Weitere Fließgewässer sind der Teisbach, der den gleichnamigen Ortsteil durchfließt, der Asenbach, aus dem Herrnholz bei Frauenbiburg kommend, der Längenmühlbach links der Isar, sowie der Stadtmühlbach, der parallel zur Isar und durch die Innenstadt fließt. Dieser Stadtbach wird aus dem Teisbach wenige Meter vor dessen Mündung in die Isar unterhalb des Wasserkraftwerks Dingolfing ausgeleitet.

Stadtanlage[Bearbeiten]

Die Stadt Dingolfing von der Schwedenschanze aus
Historische Ansicht der Stadt Dingolfing aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Erkennbar sind von links u.a. die Hochbrücke, die Obere Stadt, die damals noch vorhandene Stadtmauer, am rechten Bildrand die Untere Stadt mit der Pfarrkirche St. Johannes

Dingolfing hat eine bemerkenswerte Stadtanlage: Die eigentliche Kernstadt mit dem Marienplatz (früher: Wollerzeile), der platzartig geweiteten Bruckstraße und die ehemalige Handwerkerzeile Lederergasse sowie der Pfarrkirche St. Johannes wird von einer Oberstadt überragt, die sich auf einer Erhebung befindet, die nach drei Himmelsrichtungen abfällt. Beide Stadtteile sind an ihrer einzigen historischen Verbindung, dem Steinweg, durch ein innerstädtisches Tor, den Reiserbogen geschieden. U. U. kann man in dieser Dichotomie eine Doppelgründung erkennen: Während die wittelsbachischen Herzöge in der Oberstadt Fuß fassten, versuchte sich der Bischof von Regensburg in der Unterstadt zu behaupten, ehe die Wittelsbacher im Zuge ihres Landesausbaus den Bischof im 13. Jahrhundert aus der Stadt drängten und die Gesamtstadt in ihrer Hand vereinigten.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die spätgotische Pfarrkirche St. Johannes und der Storchenturm
Sicht auf Dingolfing vom Gobener Stausee

Im ursprünglichen Stadtgebiet rechts der Isar bestehen u. a. folgende Ortsteile:

  • Altstadt
    • Obere Stadt
    • Untere Stadt
  • Vorstädte
    • Gries
    • Fischerei
  • Krautau (erstes Neubaugebiet nach 1945, südwestlich der Altstadt)
  • Schulviertel
  • Waldesruh (am Asenbach)
  • Spiegelbrunn (kleine Siedlung am Asenbach südlich der Waldesruh)
  • Oberdingolfing
  • Brunnerfeld (1+2)
  • Schwedenschanze

Links der Isar:

  • Höll Ost
  • Höll Ost 2
  • Sossau
  • Sossauer Wiesen
  • Salitersheim
  • Geratsberg
  • Friedenheim

Territoriale Entwicklung und Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1251

Stadtgründung (Obere Stadt) durch Herzog Otto II. über der bestehenden Siedlung Dingolfing (um die Kirche St. Johannes) des Bischofs von Regensburg, durch einen militärischen Akt

  • 1265

Aufgrund eines Vertrags zwischen dem Herzog von Bayern und dem Bischof von Regensburg wurden beide Siedlungen zu einer Stadt verschmolzen. Die Vereinigung der zwei Siedlungen zu einer Stadt wurde mit zwei Sternen im Dingolfinger Wappen symbolisiert.

  • 1330

Eingliederung der Vorstadt Fischerei und des Gebietes links der Isar mit den Dörfern (Schwaigen) Goben, Höll, Geratsberg und Sossau in den Burgfrieden durch Herzog Heinrich XIV. von Bayern. Das Wappen wurde entsprechend um einen dritten Stern ergänzt.

  • 1946

Das Stadtgebiet blieb im Wesentlichen unverändert bis zum 1. Januar 1946, als der Grüblhof, bis dahin Teil der Gemeinde Loiching, auf Weisung der amerikanischen Militärregierung eingegliedert wurde (einschließlich der Rostmühle, die nach dem aktuellen Besitzer auch als Mosermühle bekannt ist)

  • 1972

Der ehemalige Markt Teisbach wurde am 1. Januar 1972 eingegliedert, einschließlich der links der Isar liegenden Gemeindeteile: Höfen (die sog. "Teisbacher Enklave"), sowie die 1946 von Loiching nach Teisbach eingegliederten Ortsteile Höfen, Gaubitzhausen und Schönbühl.[2]

Der größere Teil der ehemaligen Gemeinde Frauenbiburg, mit rund 90 Prozent der Bevölkerung, wurde ebenfalls am 1. Januar 1972 eingegliedert, mit den nördlichen Ortsteilen: Frauenbiburg, Brunn, Einöd, Kaltenberg, Mietzing, Oberbubach, Oberdingolfing, Oberholzhausen, Öd, Schermau, Unterbubach, Unterholzausen und Weinpreß (die südlichen Ortsteile wurden in die Gemeinde Marklkofen eingegliedert).[2]

Durch die Eingliederungen von 1972 vergrößerte sich das Stadtgebiet von 1800,61 auf 4249,96 Hektar. Davon hatte die eingegliederte Marktgemeinde Teisbach 914,57 Hektar. Von den 2306,71 Hektar der Gemeinde Frauenbiburg wurden demnach 1534,78 Hektar nach Dingolfing eingemeindet (und der Rest nach Marklkofen).[3]

  • 1979

Die letzte Gebietsstandsänderung erfolgte am 1. Juli 1979, als die Gemeindeteile Achatzstall und Neuhausen, die 1972 aus der aufgelösten Gemeinde Frauenbiburg nach Marklkofen eingegliedert wurden, auf Wunsch der Bevölkerung zur Stadt Dingolfing kamen. Dabei vergrößerte sich das Stadtgebiet von 4250 auf 4405 Hektar.[4] Diese beiden Gemeindeteile sind nicht wie das übrige Stadtgebiet unter der Telefonvorwahl 08731 zu erreichen, sondern unter 08732, wie etwa Frontenhausen und Marklkofen.

Geschichte[Bearbeiten]

Historiographie[Bearbeiten]

Gedenktafel in der Oberen Stadt für Josef Wolfgang Eberl, Gymnasialprofessor in Freising für Kirchenrecht, Kirchengeschichte und Patrologie. Die Tafel bezeichnet ihn fälschlicherweise als Professor der "Pathologie".

Die älteste zusammenfassende Darstellung zur Dingolfinger Stadtgeschichte stammt aus der Feder des Gymnasialprofessors und Theologen Josef Wolfgang Eberl.[5] Eberls Werk fällt in die Zeit der Entstehung einer modernen historisch-kritischen Geschichtswissenschaft und ist damit seinerseits heute ein Zeugnis für die historische Sichtweise in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Als gültige Darstellung muss es als überholt gelten, wenngleich insbesondere Eberls epigraphische Notizen von bleibendem Wert sind. Im Grunde hat die Stadt seit Eberl keine historische Gesamtdarstellung mehr gefunden. Markmillers umfängliches Buch bezieht sich vornehmlich auf die Baugeschichte der Stadt, wenngleich hier auch wesentliche Aspekte der allgemeinen Geschichte auf exakter Auswertung der Baubefunde und Schriftquellen dargelegt werden.[6]

Wesentliche Detailarbeit wurde aber vor allem in der Regionalzeitschrift "der Storchenturm" publiziert.[7] Eine neuere übergreifende Gesamtdarstellung unter Einbeziehung sozial- und wirtschaftshistorischer Aspekte steht aus.

Historischer Abriss[Bearbeiten]

Denkmal in der Oberen Stadt für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71 aus dem Gebiet des Bezirksamts Dingolfing

Dingolfing feierte im Jahr 2001 das 750-jährige Jubiläum der Stadtgründung, wenngleich die Ansiedlung deutlich älter ist. Jungsteinzeitliche Siedlungen innerhalb und außerhalb der Altstadt sind nachgewiesen. Im 8. Jahrhundert fanden zur Zeit des agilofingischen Herzogtums Kirchensynoden in Dingolfing statt. Anlässlich einer solchen Versammlung unter Herzog Tassilo III. wird Dingolfing im Jahre 770 erstmals als Thingolfinga erwähnt. Die erste urkundliche Nennung erfolgte am 27. Mai 833 in einem Diplom Ludwigs des Deutschen für Kloster Sankt Emmeram in Regensburg, worin Ludwig dem Bischof Baturich den Besitz einer Kirche und sechs Höriger im Gebiet des Fiscus von Dingolfing (Tinguluinga) bestätigt.[8]

Im Jahre 1274 wurde Dingolfing das Stadtrecht verliehen. Die originalen Stadtrechtsurkunden sind seit dem Stadtbrand von 1743 verloren, doch besteht eine mehrfache kopiale Überlieferung.[9]

Nach der dritten bayerischen Landesteilung gehörte Dingolfing zuerst zum Straubinger Teilherzogtum und fiel mit dessen Ende 1425 an Linie Bayern-Ingolstadt. Mit deren Aussterben wiederum (1447) gelangte Dingolfing unter die Herrschaft der sog. "Reichen Herzöge" von Bayern-Landshut und verblieb dort bis auch diese Linie des Hauses Wittelsbach 1503 mit Georg von Landshut im Mannesstamm erlosch. Der Landshuter Erbfolgekrieg sicherte der Münchener Linie der Wittelsbacher den Großteil des Landshuter Erbes, darunter auch Dingolfing, das damit zum nunmehr wiedervereinigten gesamtbayerischen Herzogtum gehörte. Während des Spätmittelalters, insbesondere während der Zugehörigkeit zum Landshuter Teilherzogtum erlebte die Stadt eine wirtschaftliche Blütephase, wovon die stattliche Kirche St. Johannes (Grundsteinlegung 1467) Zeugnis ablegt. Nach wirtschaftlichem Niedergang im 17. Jahrhundert und einer schwedischen Besatzung und Plünderung im Dreißigjährigen Krieg brachte der Österreichische Erbfolgekrieg 1743 eine Katastrophe über die Stadt. Im Zuge von Kampfhandlungen zwischen feindlichen österreichischen Truppen einerseits und den verbündeten Franzosen andererseits gingen große Teile der Stadt in Flammen auf. Die Stadt konnte sich von diesem Schlag nur sehr langsam erholen und versank in weitgehende Bedeutungslosigkeit. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt ohne Schäden. Lediglich die Brücke über die Isar wurde von der abziehenden Wehrmacht gesprengt.

An sieben erschossene oder erschlagene jüdische KZ-Häftlinge eines Todesmarsches am Ende des Zweiten Weltkrieges, die zwischen Dingolfing und Unterbubach aufgefunden worden waren und auf dem Städtischen Friedhof begraben wurden, erinnerte ein Gedenkstein. Die Toten wurden 1958 auf den Ehrenfriedhof Flossenbürg überführt.[10]

Die Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die in Dingolfing mit den Namen der Firmen Glas und BMW verbunden ist, sowie der Zuzug zahlreicher Heimatvertriebener brachten der Stadt neuen Aufschwung.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Dingolfing hat als kreisangehörige Gemeinde 24 Stadträte. Bei der letzten Wahl am 16. März 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung:

  • CSU 6 Sitze
  • SPD 6 Sitze
  • UWG 8 Sitze (Bürgermeister)
  • Die Bürgerliste (BL) 3 Sitze
  • FDP 1 Sitz

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Faschingsumzug in Teisbach (der größte Faschingsumzug in Ostbayern) am Faschingssonntag
  • Mittefastenmarkt: am dritten und vierten Mittwoch nach Aschermittwoch
  • Fischerfest: Freitag vor bis Montag nach dem ersten Sonntag im August
  • Dingolfinger Halbmarathon: seit 2003 jährlich im September stattfindend
  • Kirchweih: von Freitag bis Mittwoch am 3. Oktoberwochenende.
  • Nikolausmarkt: Erstes bis zweites Adventswochenende
  • Redboxfestival: Einmal jährlich an einem Maiwochenende.
  • Kneipenfestival: seit 2010 einmal jährlich.
  • Motorrad-Sandbahnrennen: jährlich am 1. Mai im Isar-Waldstadion Internationale Motorrad-Sandbahnrennen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtpfarrkirche St. Johannes, Chorgewölbe

Hauptartikel: Pfarrkirche St. Johannes in Dingolfing

Barocker Karner an der Dreifaltigkeitskapelle

Das bedeutendste Bauwerk und Wahrzeichen der Stadt ist die dreischiffige spätgotische Hallenkirche St. Johannes, die der Landshuter Bauschule zugerechnet werden kann. Der Bau wurde lt. einer Bauinschrift 1467 begonnen. Der Gewölbeschluss erfolgte im Jahre 1502. Der Turm wurde in den Jahren 1634 und 1688 um zwei Geschosse erhöht und erreicht nunmehr 84 Meter. Im Jahre 1868 wurde die barocke Zwiebelhaube des Turms durch einen Spitzhelm ersetzt. Die Innenausstattung und die Glasmalereien stammen größtenteils aus der Phase der Regotisierung der Kirche während des späten 19. Jahrhunderts Hervorzuheben sind ein überlebensgroßes spätmittelalterliches Kruzifix, das hängend im Vierungsgewölbe angebracht ist ("kolossaler Herrgott von Dingolfing", Anfang 16. Jahrhundert) sowie spätmittelalterliche Plastiken der Kirchenpatrone Johannes der Evangelist und Johannes der Täufer. Ebenso ist ein ursprüngliches Glasgemälde des Spätmittelalters im Norden auf Höhe des Chores erhalten. Der zugehörige Pfarrhof ist ein stattlicher barocker Bau aus dem Jahre 1729 mit Walmdach. Im Bereich der Pfarrkirche befindet sich die spätmittelalterliche Deifaltigkeits- oder Schusterkapelle, an die im Westen ein barocker Karner angefügt wurde.

Stadtpfarrkirche St. Josef
Wallfahrtskirche
Geißlung Christi
St. Ägidius in Brunn, südliche Chorwand mit Spitzbogenfries
Herzogsburg in Dingolfing, Hauptfassade

Von kaum minder hoher bauhistorischer Bedeutung als die Kirche St. Johannes ist auch die die als Saalkirche angelegte katholische Pfarrkirche St. Josef im Stadtteil Höll, links der Isar. Das Sichtziegelbauwerk ist das letzte große Werk des bedeutenden Münchner Architekten Robert Vorhoelzer, der als Vertreter der dortigen Postbauschule zu den wichtigen Architekten der klassischen Moderne gerechnet werden darf; der Bau wurde postum 1954–1956 errichtet. Das Gotteshaus findet sein Pendant in der Pfarrkirche Maria Königin des Friedens in München-Giesing; Motive dieses Bauwerks entwickelte Vorhoelzer für St. Josef fort. Unter den Ausstattungsstücken ist eine Madonnenfigur von 1628 aus der 1945 untergegangen Stiftskirche Obermünster in Regensburg erwähnenswert.

Die evangelische Erlöserkirche von Gustav Gsaenger, die 1960 eröffnet wurde, ist ein bemerkenswerter Bau mit vorgeblendetem Bruchsteinmauerwerk aus Bayerwald-Granit. Die Kirche ist durch eine große Westrosette aus Betonfiligran, ein Glasgemälde im Chorfenster und einen campanileartigen Turm mit markanten Akzenten versehen.

Die Geißlung-Christi-Kirche im Süden der Stadt ist eine kleine barocke Wallfahrtskirche, die der Dingolfinger Baumeister Matthias Weigenthaler 1753 geschaffen hat. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Niederlassung der Franziskaner mit zugehöriger Klosterkirche im neogotischen Stil, die 1853 bis 1867 erbaut wurde. Im Ortsteil Brunn liegt die kleine gotische Filialkirche St. Ägidius, die im Kern in das 14. Jahrhundert datiert wird.

Eine bekannte Sehenswürdigkeit ist die Herzogsburg, ein ehem. herzoglich-bayerisches Verwaltungsgebäude aus der Zeit der Reichen Herzöge des Landshuter Teilherzogtums. Sie gilt als einer der bedeutendsten Profanbauten der Spätgotik in Niederbayern. Sie wurde vor einigen Jahren renoviert und beherbergt ein Museum mit Objekten zur Vor- und Frühgeschichte, zur Stadtgeschichte 16. bis 20. Jahrhundert, zur Handwerksgeschichte 16. bis 20. Jahrhundert Mobiliar, Kleidung. Werkzeug und Gerät zur ländlichen Arbeit und zur allgemeinen Zeitgeschichte. Darunter auch eine Spezialsammlung: Bilder und Zeichen der Volksfrömmigkeit. Im Erdgeschoss ist heute auch das Trauungszimmer für standesamtliche Hochzeiten untergebracht. Das Dachgeschoss beherbergt einen großen Veranstaltungssaal mit Galerie - hier finden Konzerte und Ausstellungen statt. Die historisierende Fassadenbemalung, die im Zuge der Renovierung auf das zuvor sichtbare Backsteinmauerwerk aufgebracht wurde, ist eine freie Nachempfindung ohne historische Vorlage und nicht unumstritten!

Hochbrücke von Süden

Die Hochbrücke ist eine hohe, auf fünf Jochen errichtete Backsteinbrücke, die 1612 vollendet wurde. Der bayerische Herzog und nachmalige Kurfürst Maximilian I. hatte den Bau durch einen Nachlass der Stadtsteuer gefördert. Das Bauwerk überbrückt den Asenbach und stellt eine der drei Zufahrten zur Oberen Stadt dar.

Das Stadtbild Dingolfings wurde seit dem späten 19. Jahrhundert durch den Abbruch der Stadttore (mit Ausnahme des Wollertores), die weitgehende Niederlegung der Stadtmauern und innerstädtische Gebäudeabbrüche verändert, so dass die Stadt heute durch ein weitgehend beliebiges Erscheinungsbild gekennzeichnet ist. Zahlreiche innerstädtische Baumaßnahmen der zurückliegenden Jahrzehnte taten ein Übriges. Die Anlage eines Straßentunnels in die Obere Stadt, der als kleinstädtisches Prestigeprojekt gelten kann, führte zu einer deutlichen und irreversiblen Störung der historischen Topographie im Nordostbereich der Oberen Stadt/Steinweg. Die Erhaltung dreier historischer Handwerkerhäuser in der Lederergasse, war das Ergebnis langwieriger, kontroverser und teilweise polemischer Debatten, nachdem auch hier der Abriss bereits beschlossen schien.

Das Caprima ist das einzige Bad im Ort. Es gliedert sich in ein Hallenbad und einen Außenbereich. Es besitzt ca. 5 große Schwimmbecken, 2 Kinderbecken und "alle Temperaturen von 0 bis 95 Grad" (Konrad Ritzinger), eine Sauna und zwei Rutschen. Es ist im Außenbereich im mediterranen Stil gestaltet und bietet außerdem eine große Liegewiese sowie 2 Sprungbretter.

Der Ortsteil Teisbach war bis zur Eingemeindung nach Dingolfing eine eigenständige Marktgemeinde. Die Teisbacher Pfarrkirche St. Vitus ist ein Bau von 1849, der durch seine einheitliche historisierende Ausstattung und Ausmalung und seine durchgängige Formensprache im Rundbogenstil auf das Vorbild der Münchner Großbauten der Ära Friedrich von Gärtner verweist. Daneben ist das Markttor, das der Dingolfinger Baumeister Georg Weigenthaler 1718 erbaut hat, ein Wahrzeichen des ehemaligen Marktes. Es trägt als Fassadenschmuck einen Auszug aus dem herzoglich-bayerischen Marktprivileg für Teisbach von 1533 sowie das herzoglich-bayerische und das Teisbacher Wappen. Das Teisbacher Schloss, das auf einem Bergsporn über dem Isartal gelegen ist, stammt aus dem 14. Jahrhundert. Es wurde im 16. Jahrhundert weitgehend neu errichtet und im 19. Jahrhundert neugotisch überformt. Die Stadt hat das Anwesen im Jahr 2013 aus Privateigentum erworben.[11] Ein Nutzungskonzept steht derzeit noch nicht fest.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Dingolfing

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Dingolfing liegt an der A 92, die hier 1988 fertiggestellt wurde:
    • Anschlussstelle Dingolfing-West (17a, fertiggestellt 1988)
    • Anschlussstelle Dingolfing-Ost (17b, fertiggestellt 2002 mit der Ostumgehung)
    • eine weitere Anschlussstelle an der westlichen Stadtgrenze wird angestrebt (auf der Höhe des Ortsteils Höfens, wo das BMW-Dynamikzentrum errichtet wurde)
  • Die B 11 wurde im Bereich Dingolfings nach der Fertigstellung der A 92 (1988) zur Staatsstraße 2074 abgestuft
  • Dingolfing hat einen Nahverkehrsbahnhof an der Kursbuchstrecke 931 PlattlingLandshutMünchen
  • Der ÖPNV innerhalb des Stadtgebiets besteht aus vier städtischen Buslinien ("Dingo"). Zwei Linien befahren im Halbstundentakt das engere Stadtgebiet. Die zwei übrigen fahren im Stundentakt in die entlegeneren Ortsteile Teisbach/Höfen/Gaubitzhausen bzw. Frauenbiburg.
  • Der Flugplatz Dingolfing (ICAO-Code EDPD) ist ein Sonderlandeplatz [12].

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

BMW Dingolfing, der größte Arbeitgeber für die Stadt Dingolfing

Dingolfing war und ist ein bedeutender Standort des Fahrzeugbaus. Die Automarke Glas, die in den 1950er Jahren vor allem durch ihr Modell Goggomobil bekannt war, stammte aus der Stadt und auch der frühere Traktorhersteller Eicher aus Forstern hatte ein Landmaschinenwerk in Dingolfing. Dort wurden von 1962 bis 1972 auch Lastkraftwagen produziert, zunächst unter der Marke Eicher, dann in Lohnfertigung für Magirus-Deutz. Größter Arbeitgeber für die Stadt und ihr Umland sind die BMW-Werke mit rund 18.500 Arbeitnehmern (Stand März 2014), die jährlich etwa 342.000 Autos der 3er-, 4er-, 5er-, 6er- und 7er-Reihe herstellen. Dingolfing ist der weltweit größte von insgesamt 24 Produktionsstandorten der BMW Group. Durch die Ansiedlung von BMW wurde Dingolfing zu einer der reichsten Gemeinden in Deutschland. Hervorgegangen ist dieses Werk aus der Übernahme der Firma Glas durch BMW 1967. (→ BMW-Werk Dingolfing)

Mit über 250 Beschäftigten zweitgrößter Arbeitgeber ist die SAR Elektronic. Das Unternehmen ist als Software und Automatisierungsdienstleister vorwiegend in der Automobilindustrie tätig.

Drittgrößter Arbeitgeber, mit über 200 Beschäftigten, ist der örtliche Betrieb der Firma Develey Senf & Feinkost. Der Betrieb beliefert unter anderem McDonalds europaweit mit Saucen.

Daneben werden in Dingolfing Möbel industriell gefertigt (gumpo Büromöbel, idea Raum-Möbel-System, Zeilhofer Schlafzimmermöbel, Steinberger Wohnen +Handwerk)

Bekannt sind die Biere der Brauerei Wasserburger. So auch das Starkbier "Tassilator".

Im Westen der Stadt an der Isar liegt das Wasserkraftwerk Dingolfing.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Das Hans-Glas-Denkmal in Dingolfing

Weitere mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Dingolfing ist Gegenstand einer bekannten satirischen Zeichnung von F. K. Waechter, in der nackte Frauen in einem menschlichen Zoo im „Frauenfreigehege Dingolfing“ posieren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 447
  3. Vergleich der Gemeindeverzeichnisse von 1970 vor und nach den Gebietsänderungen
  4. Vergleich der "Gemeindedaten" von 1978 und 1980
  5. Josef Wolfgang Eberl: Geschichte der Stadt Dingolfing und ihrer Umgebung, Freising 1856; unveränderter Neudruck mit beigefügter Biographie Eberls von Johann Baptist Nirschl, Dingolfing 2004.
  6. Fritz Markmiller: Dingolfing. Das Gesicht einer kleinen Stadt, 3. Aufl. Dingolfing 1985.
  7. Der Storchenturm. Geschichtsblätter für die Landkreise um Dingolfing, Landau und Vilsbiburg (Erscheinungsverlauf: 1.1966 - 31.1996 = H. 1-59; 31.1998=H.60; 33.2011=Ausg. 61 - ).
  8. Urkunde Nr. 11 in: Paul Kehr (Hrsg.): Diplomata 8: Die Urkunden Ludwigs des Deutschen, Karlmanns und Ludwigs des Jüngeren (Ludowici Germanici, Karlomanni, Ludowici Iunioris Diplomata). Berlin 1934, S. 13–14 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  9. 700 Jahre Stadtrecht Dingolfing / [Verf.: Erich Stahleder; Fritz Markmiller. Hrsg. von d. Stadt Dingolfing anlässl. d. z. 700jährigen Jubiläum d. 1. Stadtrechtsverleihung vom 21. Mai 1274 in d. Dingolfinger Herzogsburg gebotenen Ausstellung. Red.: Fritz Markmiller], Dingolfing 1974. Thomas Eder: Die Entwicklung des Stadtrechts in den altbayerischen Städten im Mittelalter : dargestellt an den Beispielen der Städte Landshut, Dingolfing und Landau an der Isar (Diss. Regensburg 2001), Marburg 2001.
  10. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 129f.
  11. Dingolfinger Schaukasten, Jg. 23, Nr. 69 (2013), S. 3
  12. www.airports.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dingolfing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien