Verti Versicherung

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Verti Versicherung AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1996
Sitz Teltow, Brandenburg
Leitung
  • José Ramón Alegre (Vorstandsvorsitzender)
  • Christian Paul Sooth, Lydia Bolck (Vorstand)
  • Javier Fernández-Cid (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiterzahl ca. 450 (2017)
Branche Versicherungen
Website www.verti.de

Die Verti Versicherung AG ist ein Direktversicherer und seit 29. Mai 2015 Teil der spanischen Mapfre Gruppe. Bis zum 14. Juni 2017 hieß sie Direct Line Versicherung AG. Von 2002 bis Februar 2015 gehörte sie zur britischen Direct Line Insurance Group plc.[1]

Außenfassade des Gebäudes der Verti Versicherung in Teltow bei Berlin

Geschichte von Verti Versicherung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürogebäude der Verti Versicherung in Teltow bei Berlin

Die Verti Versicherung AG mit Firmensitz im brandenburgischen Teltow bei Berlin ist einer der größten Direktversicherer in Deutschland.[2] Die Gesellschaft war mit dem Namen Direct Line ab 2002 unter dem roten Telefon auf dem deutschen Markt und bietet neben Auto- und Motorradversicherungen sowie Verkehrsrechtsschutzversicherungen auch Privat-Haftpflicht- und Privat-Rechtsschutzversicherungen an. Davor war das Unternehmen als Allstate Direct (1996 bis 2002) auf dem deutschen Versicherungsmarkt aktiv.

Bis 2013 war die Direct Line Insurance Group Teil der Royal Bank of Scotland (RBS). Am 12. März 2013 wurde bekannt, dass die RBS ihren Mehrheitsanteil an Direct Line durch einen Verkauf von 15,3 Prozent ihrer Aktienanteile aufgegeben hat. Im Oktober 2012 hatte sich die RBS bereits von 30 Prozent ihrer Anteile getrennt. 2014 trennte sich die RBS von den letzten Anteilen der Direct Line Insurance Group.

Der alte Markenname „Direct Line“ ging auf die britische Direct Line zurück, die 1985 in Großbritannien gegründet wurde. Direct Line UK entwickelte sich mit Firmensitz in Croydon und mittlerweile in Bromley zum größten Direktversicherer am britischen Kfz-Versicherungsmarkt.

2015 hat die spanische Versicherungsgesellschaft MAPFRE den Erwerb von Direct Line in Deutschland und Italien nach Zustimmung der Regulierungsbehörden beider Länder sowie der zuständigen Behörden der Europäischen Union abgeschlossen.[3]

Vorstand und Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wird vom erweiterten Vorstandskreis um den Vorstandsvorsitzenden José Ramón Alegre geführt. Seine Vorgänger waren David Stachon (2012 bis 2016), Uwe Schumacher (2008 bis 2012) und Albrecht Kiel (2003 bis 2008). Aktuell beschäftigt die Direct Line Versicherung AG ca. 400 Mitarbeiter.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 startete Direct Line mit dem Vertrieb von Kfz-Versicherungsprodukten (Kfz-Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung sowie Schutzbrief- und Kfz-Unfallversicherung) und bot in Deutschland erstmals mit dem Zweitwagentarif die Einstufung eines Zweitwagens in die Schadenfreiheitsklasse des Erstwagens an, auch wenn der Erstwagen nicht bei der Direct Line versichert war. Im Jahr 2005 erweiterte die Direct Line ihr Produktangebot um die Verkehrs-Rechtsschutzversicherung, 2006 folgten Privat-Rechtsschutz- und Privathaftpflicht-Versicherung und 2007 die Motorradversicherung.[1]

Versicherungsarten 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 567.379 466.235 439.285 413.908 381.223 401.131 297.179 280.330 247.683 222.240
Sonstige Fahrzeugversicherung
(Kaskoversicherungen)
441.449 365.424 348.880 328.869 302.964 308.328 228.243 214.091 182.196 160.228
Sonstige Versicherungen
(u. a. Beistandsleistung, Unfallversicherung, Rechtsschutz)
116.370 99.515 94.763 91.337 82.818 79.743 78.964 69.727 84.722 91.605
Versicherungsbestand gesamt 1.125.198 931.174 882.928 834.114 767.005 789.202 604.386 575.148 515.301 474.073 403.095 332.103

Vertrieb und Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verti vertreibt ihre Kfz-Versicherungsprodukte als Direktversicherer über Telefon, Internet sowie Vertriebskooperationen. Seit 2004 hat Direct Line die Vertriebskooperationen konsequent aufgebaut. Strategische Partnerbranchen sind die Automobilbranche, Versicherungsmakler, Versicherungsmarktplätze und ausgewählte Partnerschaften der Finanz- und Versicherungsbranche.

Geschäftszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Start unter dem roten Telefon im Jahr 2002 war die Direct Line im stark umkämpften Kfz-Versicherungsmarkt in Deutschland zweistellig gewachsen.[1] Das Prämienaufkommen lag im Jahr 2002 bei gut 60 Mio. €.[1]

Im Geschäftsjahr 2007 erreichte das Unternehmen mit Beitragseinnahmen von 117,4 Mio. € und einem ausgeglichenen Ergebnis von 0,1 Mio. € die Gewinnzone nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Versicherungsbestand in der wichtigsten Sparte Kraftfahrt belief sich zum Jahresende 2007 auf rund 297.000 Fahrzeuge.[4]

Im Jahr 2008 übernahm die Direct Line den Kfz-Versicherungsbestand des Wettbewerbers Ontos Direktversicherung der RheinLand Versicherungsgruppe, der bei rund 80.000 versicherten Fahrzeugen eine Jahresbeitragseinnahme von etwa 30 Millionen € aufwies. Die Kfz-Versicherungsverträge wurden in den eigenen Bestand integriert.[5] Im Jahr 2008 beliefen sich die Beitragseinnahmen der Direct Line auf 128 Mio. €, das Jahresergebnis vor Steuern verbesserte sich auf 0,3 Mio. €. Der Kraftfahrtversicherungsbestand lag Ende 2008 bei 401.131 Fahrzeugen.[6]

2010 erreichte der Direktversicherer erstmals nach handelsrechtlicher Rechnungslegung (HGB) die Gewinnzone. Bei Brutto-Beitragseinnahmen von 150,6 Millionen Euro wurde ein Gewinn von 0,7 Millionen Euro vor Abführung der Gewinne erwirtschaftet.[7] 2011 verzeichnete Direct Line einen Gewinnanstieg nach HGB auf 2,2 Millionen Euro; für 2012 hat sich das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit mit 4,4 Millionen Euro verdoppelt.[8]

Im Geschäftsjahr 2013 konnte mit einem Gewinn von 5,1 Millionen Euro das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit nochmals verbessert werden[9] und stieg im Geschäftsjahre 2014 auf 5,4 Millionen Euro; 2015 wurde dagegen ein Verlust von 2,5 Millionen Euro erzielt.[10]

Jahr Prämieneinnahmen
2002 63 Millionen Euro
2003 77 Millionen Euro
2004 92 Millionen Euro
2005 103 Millionen Euro
2006 114 Millionen Euro
2007 118 Millionen Euro
2008 128 Millionen Euro
2009 140 Millionen Euro
2010 151 Millionen Euro
2011 162 Millionen Euro
2012 171 Millionen Euro
2013 216 Millionen Euro
2014 250 Millionen Euro
2015 277 Millionen Euro

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Direktmarketing Verband e.V., Wiesbaden

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die italienische Direct Line, mit Sitz in Mailand, ist seit Mai 2015 ein Tochterunternehmen der Mapfre Gruppe. Die Direct Line Italien ist seit 2002 am Markt und ist der zweitgrößte italienische Kfz-Direktversicherer.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Die ersten 5 Jahre: Direct Line auf der Erfolgsspur (PDF; 1,4 MB)“, Imagebroschüre der Direct Line, 2008
  2. Direct Line übernimmt Kfz-Bestand der Ontos Versicherung, Pressemitteilung der Direct Line vom 25. Juni 2008
  3. MAPFRE schließt den Erwerb von Direct Line in Deutschland und Italien ab. In: presseportal.de. (presseportal.de [abgerufen am 19. Mai 2017]).
  4. Direct Line erreicht die Gewinnzone, Pressemeldung der Direct Line vom 4. Juni 2008
  5. Direct Line erwirbt Kfz-Policen von Ontos. Börsen-Zeitung vom 26. Juni 2008, S. 4.
  6. Jahresbericht 2008 der Direct Line Versicherung AG, Direct Line, 2008, PDF zum Download
  7. Direct Line Versicherung erreicht Gewinnschwelle, Pressemitteilung der Direct Line vom 28. Juli 2011
  8. Direct Line Geschäftsbericht 2012
  9. Pressemitteilung Geschäftsbericht 2013 von Direct Line, 26. Juni 2014
  10. Direct Line: Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015. (PDF) Abgerufen am 21. Mai 2018.
  11. http://www.directline.it/