Direct Line

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Direct Line Versicherung AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0008403502
Gründung 1996
Sitz Teltow, Brandenburg

Leitung

  • David Stachon (Vorstandsvorsitzender)
  • Christian Paul Sooth, Lydia Bolck (Vorstand)
  • James Brown (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiter ca. 400 (2014)
Branche Versicherungen
Finanzdienstleistungen
Website www.directline.de

Die Direct Line Versicherung AG ist seit 29. Mai 2015 Teil der spanischen Mapfre Gruppe. Von 2002 bis Februar 2015 gehörte sie zur britischen Direct Line Insurance Group plc.[1]

Bürogebäude der Direct Line in Croydon, Großbritannien

Bis 2013 war die Direct Line Insurance Group Teil der Royal Bank of Scotland (RBS). Am 12. März 2013 wurde bekannt, dass die RBS ihren Mehrheitsanteil an Direct Line durch einen Verkauf von 15,3 Prozent ihrer Aktienanteile aufgegeben hat. Im Oktober 2012 hatte sich die RBS bereits von 30 Prozent ihrer Anteile getrennt. 2014 trennte sich die RBS von den letzten Anteilen der Direct Line Insurance Group.

Der Markenname „Direct Line“ geht auf die britische Direct Line zurück, die 1985 in Großbritannien gegründet wurde. Direct Line UK entwickelte sich mit Firmensitz in Croydon und mittlerweile in Bromley zum größten Direktversicherer am britischen Kfz-Versicherungsmarkt.

Geschichte von Direct Line in Deutschland[Bearbeiten]

Bürogebäude der Direct Line Deutschland in Teltow, bei Berlin

Die Direct Line Versicherung AG mit Firmensitz im brandenburgischen Teltow bei Berlin ist eines der größten Direktversicherungsunternehmen in Deutschland.[2] Die Gesellschaft ist mit dem Namen Direct Line seit 2002 unter dem roten Telefon auf dem deutschen Markt und bietet neben Auto- und Motorradversicherungen sowie Verkehrsrechtsschutzversicherungen auch Privat-Haftpflicht- und Privat-Rechtsschutzversicherungen an. Von seiner Gründung 1996 bis 2002 war das Unternehmen als Allstate Direct auf dem deutschen Versicherungsmarkt aktiv.

Vorstand und Mitarbeiter[Bearbeiten]

Das Unternehmen wird vom erweiterten Vorstandskreis um den Vorstandsvorsitzenden Dr. David Stachon geführt. Seine Vorgänger waren Uwe Schumacher (2008 bis 2012) und Albrecht Kiel (2003 bis 2008). Aktuell beschäftigt die Direct Line Versicherung AG ca. 400 Mitarbeiter.

Produkte[Bearbeiten]

2002 startete das Unternehmen unter dem roten Telefon mit dem Vertrieb von Kfz-Versicherungsprodukten (Kfz-Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung sowie Schutzbrief- und Kfz-Unfallversicherung) und führte in Deutschland erstmals den Zweitwagentarif ein. Der Zweitwagen profitiert dabei von den guten „Prozenten“ (Schadenfreiheitsklasse) des Erstwagens, auch wenn der Erstwagen nicht bei der Direct Line versichert ist.. Im Jahr 2005 erweiterte die Direct Line ihr Produktangebot um die Verkehrs-Rechtsschutzversicherung, 2006 folgten Privat-Rechtsschutz- und Privat-Haftpflicht-Versicherung. 2007 sind die Motorradversicherung und der Zweitwagentarif für die Motorradversicherung als neue Produkte hinzugekommen.[1]

Versicherungsarten 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 567.379 466.235 439.285 413.908 381.223 401.131 297.179 280.330 247.683 222.240
Sonstige Fahrzeugversicherung
(Kaskoversicherungen)
441.449 365.424 348.880 328.869 302.964 308.328 228.243 214.091 182.196 160.228
Sonstige Versicherungen
(u.a. Beistandsleistung, Unfallversicherung, Rechtsschutz)
116.370 99.515 94.763 91.337 82.818 79.743 78.964 69.727 84.722 91.605
Versicherungsbestand gesamt 1.125.198 931.174 882.928 834.114 767.005 789.202 604.386 575.148 515.301 474.073 403.095 332.103

Vertrieb und Kooperationen[Bearbeiten]

Die Direct Line vertreibt ihre Kfz-Versicherungsprodukte als Direktversicherer nicht nur klassisch über das Telefon, sondern auch über das Internet sowie Vertriebskooperationen. Seit 2004 hat Direct Line diesen B2B Vertriebskanal konsequent aufgebaut. Strategische Partnerbranchen sind die Automobil Branche, Versicherungsmakler, Versicherungsmarktplätze und ausgewählte Partnerschaften der Finanz- und Versicherungsbranche.

Umsatzentwicklung[Bearbeiten]

Seit dem Start unter dem roten Telefon im Jahr 2002 ist die Direct Line Versicherung AG im stark umkämpften Kfz-Versicherungsmarkt in Deutschland zweistellig gewachsen.[1] Das Prämienaufkommen lag im Jahr 2002 bei gut 60 Mio. €.[1]

Im Geschäftsjahr 2007 erreichte das Unternehmen mit Beitragseinnahmen von 117,4 Mio. € und einem ausgeglichenen Ergebnis von 0,1 Mio. € die Gewinnzone nach den IFRS. Der Versicherungsbestand in der wichtigsten Sparte Kraftfahrt belief sich zum Jahresende 2007 auf rund 297.000 Fahrzeuge.[3]

Im Jahr 2008 übernahm die Direct Line den Kfz-Versicherungsbestand des Wettbewerbers Ontos Direktversicherung der RheinLand Versicherungsgruppe, der bei rund 80.000 versicherten Fahrzeugen eine Jahresbeitragseinnahme von etwa 30 Millionen € aufwies. Die Kfz-Versicherungsverträge wurden in den eigenen Bestand integriert.[4] Im Jahr 2008 beliefen sich die Beitragseinnahmen der Direct Line auf 128 Mio. €, das Jahresergebnis vor Steuern verbesserte sich auf 0,3 Mio. €. Der Kraftfahrtversicherungsbestand lag Ende 2008 bei 401.131 Fahrzeugen.[5]

2010 erreichte der Direktversicherer erstmals den Breakeven nach handelsrechtlicher Rechnungslegung. Bei Brutto-Beitragseinnahmen von 150,6 Millionen Euro wurde ein Gewinn von 0,7 Millionen Euro vor Abführung der Gewinne erwirtschaftet.[6] 2011 verzeichnete Direct Line einen Gewinnanstieg nach HGB auf 2,2 Millionen Euro.

Für das Kalenderjahr 2012 hat sich das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit mit 4,4 Millionen Euro verdoppelt. [7]

Im Geschäftsjahr 2013 konnte mit einem Gewinn von 5,1 Millionen Euro das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit um 0,7 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr verbessert werden. [8]

Jahr Prämieneinnahmen
2002 63 Millionen Euro
2003 77 Millionen Euro
2004 92 Millionen Euro
2005 103 Millionen Euro
2006 114 Millionen Euro
2007 118 Millionen Euro
2008 128 Millionen Euro
2009 140 Millionen Euro
2010 151 Millionen Euro
2011 162 Millionen Euro
2012 171 Millionen Euro
2013 216 Millionen Euro

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

  • Deutsche Direktmarketing Verband e.V., Wiesbaden

Italien[Bearbeiten]

Die italienische Direct Line, mit Sitz in Mailand, ist seit Mai 2015 ein Tochterunternehmen der Mapfre Gruppe. Die Direct Line Italien ist seit 2002 am Markt und ist der zweitgrößte italienische Kfz-Direktversicherer.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c d Die ersten 5 Jahre: Direct Line auf der Erfolgsspur (PDF; 1,4 MB)“, Imagebroschüre der Direct Line, 2008
  2. Direct Line übernimmt Kfz-Bestand der Ontos Versicherung, Pressemitteilung der Direct Line vom 25. Juni 2008
  3. Direct Line erreicht die Gewinnzone, Pressemeldung der Direct Line vom 4. Juni 2008
  4. Direct Line erwirbt Kfz-Policen von Ontos. Börsen-Zeitung vom 26. Juni 2008, S. 4.
  5. Jahresbericht 2008 der Direct Line Versicherung AG, Direct Line, 2008, PDF zum Download
  6. Direct Line Versicherung erreicht Gewinnschwelle, Pressemitteilung der Direct Line vom 28. Juli 2011
  7. Direct Line Geschäftsbericht 2012
  8. Pressemitteilung Geschäftsbericht 2013 von Direct Line, 26. Juni 2014
  9. http://www.directline.it