Direct Stream Digital

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

DSD (Direct Stream Digital) ist eine Methode der hochauflösenden Audiosignalspeicherung, die auf dem Prinzip der Delta-Sigma-Modulation beruht.

Angewendet wird die DSD-Technologie im Wesentlichen bei der Super Audio CD (SACD). Die Technik basiert auf der 2,8224 MHz hohen Samplingrate eines Delta-Sigma-Modulators, dem 64-fachen (DSD64) der 44,1 kHz Abtastrate der Red-Book-Audio-CD, die mit linearen 16-bit-Wandlern arbeitet. Neuere, höher auflösende DSD-Versionen gehen darüber weit hinaus, bis zum 512-fachen der 44,1 kHz-Rate (DSD512), aber auch DSD128 und DSD256 sind im HiRes-Bereich üblich, als Speichermedien dienen heute Festplatten, SSDs, USB-Sticks und Flash-Speicherkarten.

Der so gewonnene hochaufgelöste Datenstrom wird direkt aufgezeichnet. Durch Überabtastung sind die im Impulsstrom gespeicherten Audiodaten technisch präziser als nach PCM aufgezeichnete Daten. Bei der Reproduktion findet ein ähnlicher Effekt statt, da Interpolations- und Anti-Aliasing-Filter überflüssig sind, die bislang bei der herkömmlichen CD dazu verwendet werden, Frequenzen oberhalb 20 kHz abzutrennen. Im DSD64-Format ist der Frequenzgang auf 100 kHz ausgeweitet, mit einer Dynamik von etwa 120 dB im hörbaren Frequenzbereich. Durch die grundsätzlich geringe Dynamik eines Sigma-Delta-Analog-Digital-Wandlers mit nur einem Bit am Quantisierer entsteht zwar ein enormes Wandlungsrauschen, das allerdings durch den Effekt des Noise Shaping in einem sehr hochfrequenten und damit unhörbaren Bereich auftritt.

Es existiert kein Nachweis, dass die von Entwicklern und Anwendern behauptete Klangverbesserung von DSD gegenüber PCM tatsächlich existiert. In einer Studie der Hochschule für Musik Detmold konnten die Teilnehmer bei entsprechenden Blindtests keine statistisch relevanten Unterschiede zwischen den Datenformaten hören. Der Autor der Studie zieht das Fazit, „dass selbst mit hochwertigstem Equipment unter optimalen Abhörbedingungen und unterschiedlichsten Hörfokussierungen bzw. Hörerfahrungen der Probanden in der Regel keine signifikanten Unterschiede zwischen DSD und High Resolution PCM (24 bit/176,4 kHz) hörbar sind, sich demzufolge die These aufstellen ließe, dass sich keines der getesteten Systeme durch klangliche Eigenschaften hervorhebt“ und verweist auf „das hohe Maß an Frustration, das viele Probanden, die in der Mehrzahl professionelles und kritisch-analytisches Hören gewohnt waren, während der Durchführung der Tests empfanden und das sie auf für sie nicht annähernd zu erkennende klangliche Unterschiede zurückführten“.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Görne: Tontechnik. 1. Auflage, Carl Hanser Verlag, Leipzig 2006, ISBN 3-446-40198-9
  • Hubert Henle: Das Tonstudio-Handbuch. 5. Auflage, GC Carstensen Verlag, München 2001, ISBN 3-910098-19-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dominik Blech, Min-Chi Yang: Hörvergleich DSD gegen High-Resolution-PCM. Diplomarbeit am Erich-Thienhaus-Institut der Hochschule für Musik Detmold.. Hrsg.: Erich-Thienhaus-Institut der Hochschule für Musik Detmold. 2003 (http://www.eti.hfm-detmold.de/lehraktiv/diplomarbeiten/untersuchung-zur-differenzierbarkeit-digitaler-aufzeichnungsverfahren-hoervergleich-direct-stream-digital-dsd-und-high-resolution-pcm-24bit-176-4khz Zugriff=2016-01-28).