Dirk Ippen

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Dirk Ippen

Dirk Ippen (* 13. Oktober 1940 in Rüdersdorf bei Berlin) ist ein deutscher Zeitungsverleger. Er besitzt zahlreiche regional verbreitete Tageszeitungen in Deutschland. Sein Verlagskonglomerat ist die fünftgrößte Zeitungsgruppe in der Bundesrepublik. Ippens Medienmacht wurde 1990 in der deutschen Ausgabe der Forbes analysiert.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dirk Ippen ist der Sohn des Kaufmanns und früheren WAZ-Mitverlegers Rolf Ippen[2] und dessen zweiter Ehefrau Käthe Ippen. Nach seinem Abitur am Burggymnasium Essen nahm Ippen 1960 das Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg auf, welches er in Hamburg und Münster fortführte und 1963 mit dem 1. Staatsexamen abschloss; 1967 promovierte er zum Dr. jur.[3]

Ausgehend vom elterlichen Verlag des Westfälischen Anzeigers in Hamm konzentrierte sich Ippen bald auf eine Expansionsstrategie. Er erwarb kleine bis mittlere Blätter vor allem in Süddeutschland und Niedersachsen; vertreten ist er außerdem mit einigen Tageszeitungs-Gründungen in den neuen Bundesländern. Zuletzt erwarb Ippen 2002 gegen eine Minderheitenbeteiligung an seiner Verlagsgruppe das Medienhaus Dierichs in Kassel. U. a. auch die Hessische/Niedersächsische Allgemeine, die in Nordhessen und Südniedersachsen erscheint. Dieser Erwerb sorgte für einiges Aufsehen in der Medienwelt. Der frühere Eigentümer – die Dierichs-Gruppe – hatte nämlich kurz zuvor die mehrheitlichen Gesellschafteranteile am MB-Media Verlag erworben. MB-Media gibt praktisch alle Anzeigenblätter in Nordhessen heraus, einst durch den Kleinanzeigen- und Werbemarkt ein starker Print-Konkurrent in dieser Region. Als die Familie Dierichs den Verlag an Ippen verkaufte, ging MB-Media an die Anzeigengruppe Nord-Ost-Hessen (AZGN) – die wird von Ippens Neffen Daniel Schöningh geführt. Trotz der dadurch erreichten Monopolstellung ist dieses Vorgehen kartellrechtlich offenbar einwandfrei.

Zu den Zeitungen, die er vollständig besitzt oder bei denen er einen wesentlichen Anteil des Kapitals hält, gehören unter anderem:

Hinzu kommen über 20 Anzeigenblattverlage mit knapp 100 Anzeigenzeitungen bei einer wöchentlichen Auflage von über 5 Millionen Exemplaren[4] und Druckereien. Zumeist erscheinen die Anzeigenzeitungen im Erscheinungsgebiet einer von Ippen geführten Tageszeitung, um die Konkurrenz nicht in fremde Hände zu legen.

Dirk Ippen erweiterte Ende Dezember 2008 sein Anzeigenblatt-Imperium um weitere zirka 350.000 Exemplare.

Nach der Wende setzte sich Ippen stark für die Gründung des Oranienburger Generalanzeigers ein, der mit Wirkung vom 1. Januar 2011 inklusive der Anzeigenzeitungen Märker und Brandenburger Wochenblatt an die Märkische Oderzeitung in Frankfurt (Oder) verkauft wurde.[5]

Deutschsprachige Blätter im Ausland:

Die Gesamtauflage der Tageszeitungen, die Ippen besitzt oder an denen er maßgeblich beteiligt ist, liegt bei über einer Million verkaufter Exemplare.

Darüber hinaus ist Ippen direkt und indirekt an elektronischen Medien und Internetportalen beteiligt. 2003 gründete Ippen gemeinsam mit der Verlagsgruppe Holtzbrinck und der WAZ-Mediengruppe die ISA GmbH & Co. KG. Diese Holding ist auf Anzeigenportale im Internet spezialisiert und betreibt unter anderem das Anzeigenportal markt.de. Die ISA GmbH & Co. KG firmiert seit Mai 2008 als „markt.gruppe Holding GmbH & Co. KG“. Zudem ist er mehrheitlich an der Lokalnachrichten-Website „LocalXXL.com“ beteiligt.

Außerdem hält er Anteile an zwei Telefonbuchverlagen in Baden-Württemberg. In den vergangenen Jahren hat Ippen zunehmend Verwandte an wichtigen Positionen der Verlagsgruppe platziert. Oft halten diese eigene Medienanteile, um kartell- oder wettbewerbsrechtliche Probleme zu vermeiden. Dirk Ippen hat inzwischen die Hälfte seiner Verlagsgruppe auf seinen Neffen Daniel Schöningh, auf den langjährigen Mitarbeiter der Gruppe Dr. Harald Brenner und auf seinen ältesten Sohn Jan Ippen übertragen. Er treibt das Internet-Geschäft voran und gründete 2006 die Ippen Digital GmbH & Co. KG, die eine Software entwickelte, um alle Portale der Ippen-Gruppe mit einem einheitlichen Content-Management-System zu betreiben. Im Jahr 2011 kam eine weitere Firma hinzu: die Ippen Digital Media GmbH. Die Fachagentur für digitale Inhalte erarbeitet Content-Strategien für Unternehmen und erstellt professionelle Internet-Texte.

In seiner Stammzeitung Westfälischer Anzeiger in Hamm hatte Ippen für eine gewisse Zeit neben der Geschäftsführer- und Herausgeber-Funktion auch die Position des Chefredakteurs inne. Er unterhielt eine Art von Web-Log, in dem er Kolumnen sammelte, die zuvor in mehreren seiner Zeitungen abgedruckt worden waren. Da Ippen in den Texten, die inzwischen nur noch in den Zeitungen erscheinen, unverhüllt dem freien Spiel der Marktwirtschaft das Wort redet und eine Gesellschaftskritik konservativer Prägung zum Besten gibt, erhält er unter der Kommentar-Funktion seines Webauftritts auch harsche Kritik. Der Titel des Ippen-Blogs wird seit Ende 2007 nicht weitergeführt und lautet: „Wie ich es sehe“.

Eine Tochtergesellschaft des Westfälischen Anzeigers ist die Westfälische Werbegesellschaft für privaten Rundfunk (WWR), zu dem die Lokalsender Radio Lippewelle Hamm, Hellweg Radio, Radio MK und Radio Kiepenkerl gehören.

Dirk Ippen lebt in Gräfelfing bei München.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermögen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vermögen von Dirk Ippen wird auf der Liste der 500 reichsten Deutschen vom Deutschen Manager-Magazin mit ca. 550 Millionen Euro angegeben (Stand 2014).

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die GmbH & Co. KG als Inhaberin sämtlicher Gesellschaftsanteile ihrer allein persönlich haftenden GmbH-Komplementärin. Dissertation. Münster 1967.
  • als Hrsg.: Des Sommers letzte Rosen. Die 100 beliebtesten deutschen Gedichte. Beck, München 2001, ISBN 3-406-48199-X.
  • als Hrsg.: Jeder Atemzug für Dich. Die 100 beliebtesten deutschen Liebesgedichte. 2. Auflage. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50352-7.
  • als Hrsg.: Von guten Mächten wunderbar geborgen. Die 100 schönsten geistlichen Lieder und Gedichte. 2. Auflage. Beck, München 2005, ISBN 3-406-53582-8.
  • als Hrsg.: Wattenmeer, Weltnaturerbe, Dolomiten. Verlag Soltau-Kurier-Norden, 2010, ISBN 978-3-939870-39-5.
  • als Hrsg.: Franz Rapp: Goethe und München, Hirmer Verlag 2014, ISBN 978-3-943616-17-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dirk Ippen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurt Braatz: Mystery-Man – Dirk Ippen druckt rum. In: Forbes 11 (November 1990), S. 68–74
  2. Rechtzeitig bremsen. In: Kress Report, 8. August 1974, S. 4. 
  3. Köpfe der Wirtschaft, Dirk Ippen, Wirtschaftswoche
  4. Quelle: Magazin Werben & Verkaufen, Ressort Medien, 2006.
  5. „Dirk Ippen verkauft Oranienburger Generalanzeiger, W&V, 3. Januar 2011.