Dirk Messner

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Dirk Messner (* 23. April 1962 in Bünde)[1] ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Entwicklungsforscher. Seit Januar 2020 ist er Präsident des Umweltbundesamtes (UBA). Zuvor war er von 2003 bis 2018 Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik und seit 2006 außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen.

Leben und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Messner wurde in der ostwestfälischen Stadt Bünde geboren und machte am dortigen Freiherr-vom-Stein-Gymnasium sein Abitur.[2] Anschließend studierte von 1982 bis 1988 Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin (FU) und der Sogang University in Seoul.[3] Ab 1989 arbeitete er am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) in West-Berlin in der Abteilung Industrialisierung und Schwellenländer mit dem Schwerpunkt Lateinamerika. Mit einer Arbeit über Die Netzwerkgesellschaft: wirtschaftliche Entwicklung und internationale Wettbewerbsfähigkeit als Probleme gesellschaftlicher Steuerung wurde er 1995 an der FU Berlin bei Elmar Altvater summa cum laude promoviert.

Er war von 1995 bis 2003 wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF) an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg.[4][3] 2002 habilitierte er sich ebenfalls an der FU Berlin mit der Arbeit Herausforderungen der Globalisierung in Lateinamerika.[3] Im Jahr 2003 hatte er eine Professur für Internationale politische Ökonomie am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München.[5]

Von 2003 bis 2018 war er Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik in Bonn.[6] Messner ist seit 2006 außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen.[7] Seit 2011 ist er auch Co-Direktor des Käte-Hamburger-Kolleg/Centre for Global Cooperation Research in Duisburg.[3] Seine Arbeitsschwerpunkte waren (Stand 2013) Entwicklungsforschung und -politik, Global Governance, internationale Politik zum Klimawandel und internationale Wettbewerbsfähigkeit.[8]

Dirk Messner war von 2004 bis 2019 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), ab 2009 als stellvertretender Vorsitzender, ab 2013 als Co-Vorsitzender.[4] Seit 2008 war er Mitglied der parteinahen Heinrich-Böll-Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen.[9] Er war gemeinsam bis 2019 mit Gesine Schwan Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Sustainable Development Solutions Network Germany.[10]

Von Ende 2018 bis Ende 2019 war er Direktor des Institute for Environment and Human Security an der Universität der Vereinten Nationen (United Nations University, UNU) in Bonn und Vize-Rektor der UNU.[11]

Als Nachfolger von Maria Krautzberger wurde Messner Anfang 2020 zum Präsidenten des Umweltbundesamtes (UBA) ernannt.[12] Im Wintersemester 2022/2023 hat er neben der Tätigkeit als UBA-Präsident die durch PD – Berater der öffentlichen Hand finanzierte Gastprofessur für Transformation im öffentlichen Dienst an der NRW School of Governance inne.[13]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Netzwerkgesellschaft. Wirtschaftliche Entwicklung und internationale Wettbewerbsfähigkeit als Probleme gesellschaftlicher Steuerung. Weltforum-Verlag, Köln 1995.
  • Mit Franz Nuscheler: Global governance. Herausforderungen an die deutsche Politik an der Schwelle zum 21. Jahrhundert. Stiftung Entwicklung und Frieden, Bonn 1996.
  • Hrsg. mit Institut für Entwicklung und Frieden: Weltkonferenzen und Weltberichte. Ein Wegweiser durch die internationale Diskussion. Dietz, Bonn 1996.
  • Hrsg.: Die Zukunft des Staates und der Politik. Möglichkeiten und Grenzen politischer Steuerung in der Weltgesellschaft. Dietz, Bonn 1998.
  • Hrsg.: Lateinamerika. Der schwierige Weg in die Weltwirtschaft. Institut für Entwicklung und Frieden, Duisburg 1998.
  • Hrsg. mit Deutsches Institut für Entwicklungspolitik: Zukunftsfragen der Entwicklungspolitik. Nomos, Baden-Baden 2005.
  • mit Hans-Joachim Schellnhuber, Claus Leggewie, Reinhold Leinfelder, Stefan Rahmstorf, Jürgen Schmid, Nebosja Nakicenovic, Renate Schubert, Sabine Schlacke: The great transformation. Climate – can we beat the heat? In: Alexandra Hamann, Claudia Zea-Schmidt (Hrsg.): Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), Berlin 2014.
  • Klimaschutz: wie können Kipp-Punkte zur Klimaverträglichkeit erreicht werden? In: Ellen Ueberschär (Hrsg.): Damit wir klug werden. Die wichtigsten Texte des Stuttgarter Kirchentags. Gütersloher Vertragshaus, Gütersloh 2015, S. 157–166.
  • Shaping global sustainability in the umbrella of “comprehensive globalisation” – Germany’s role. In: The Chinese Journal of Global Governance Band 1 (2015), Nr. 1, S. 16–35.
  • Hrsg. mit Silke Weinlich: Global cooperation and the human factor in international relations. Routledge, London 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dirk Messner | Blätter für deutsche und internationale Politik. Abgerufen am 11. Juli 2022.
  2. Neue Westfälische Zeitung: Ein Bünder wird im Januar 2020 neuer Präsident am Bundesumweltamt, abgerufen am 14. Juni 2022
  3. a b c d Dirk Messner auf den Seiten des DIE. Abgerufen am 23. Dezember 2015.
  4. a b Dirk Messner auf den Seiten des WBGU. Archiviert vom Original am 25. Dezember 2015; abgerufen am 23. Dezember 2015.
  5. Umweltbundesamt: Vita Dirk Messner. In: www.umweltbundesamt.de. Umweltbundesamt, 1. Januar 2020, abgerufen am 5. Mai 2020.
  6. Umweltbundesamt: Umweltbundesamt: Präsident. In: www.umweltbundesamt.de. Umweltbundesamt, 9. März 2020, abgerufen am 5. Mai 2020.
  7. Prof. Dr. rer. pol. Dirk Messner. Abgerufen am 5. Mai 2020.
  8. Stadt Stuttgart (Memento vom 25. Dezember 2015 im Internet Archive)
  9. Heinrich Böll Stiftung: Dirk Messner. In: www.boell.de. Heinrich-Boell-Stiftung, 21. Mai 2000, abgerufen am 4. November 2021.
  10. Deutsches Institut für Entwicklungspolitik: Sustainable Development Solutions Network (SDSN). (die-gdi.de [abgerufen am 18. Januar 2017]).
  11. "Messner, Dirk - Experten Profile"@1@2Vorlage:Toter Link/ehs.unu.edu (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. ak. Lebenslauf, unu.edu
  12. Hanna Gersmann: das portrait: Mann der Zukunft: der neue Chef des Umweltbundesamtes, Dirk Messner. In: Die Tageszeitung: taz. 8. Januar 2020, ISSN 0931-9085, S. 2 (taz.de [abgerufen am 8. Januar 2020]).
  13. NRW School of Governance: Prof. Dr. Dirk Messner übernimmt „PD-Gastprofessur für Transformation im öffentlichen Dienst“ › NRW School of Governance. Abgerufen am 20. Oktober 2022 (deutsch).