Discovery-Programm

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Das Discovery-Programm der NASA ist eine Serie von kostengünstigen, hoch konzentrierten, wissenschaftlichen Weltraum-Missionen. Sie wurde nach NASA-Chef Daniel Goldins Vision der „schnelleren, besseren und billigeren“ (engl. „Faster – Better – Cheaper“) Planetenmissionen gegründet. Das Programm besteht aus eigenen Raumsonden und sog. „Discovery Missions of Opportunity“, von der NASA gebauten Instrumenten in Raumsonden anderer Raumfahrtagenturen. Bisher einziger Fehlschlag war die CONTOUR Mission. Mars Climate Orbiter und Mars Polar Lander waren nicht Teil des Discovery-Programms.[1]

Missionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beendete Missionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolgreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • NEAR, eine Mission, um Asteroiden zu beobachten; landete auf (433) Eros. Sie ist heute nicht mehr in Betrieb.
  • Mars Pathfinder, ein Mars-Landemodul mit einem kleinen Rover, nach dem Abschluss der Mission wurde es stillgelegt.
  • Lunar Prospector, ein Mondsatellit, der sein Objekt erreichte und auf die Mondoberfläche stürzte.
  • Deep Impact, eine Mission, in der eine Raumsonde auf einen Kometen aufprallte, aber noch eine funktionstüchtige Sonde hat, die vielleicht für spätere Missionen genutzt werden kann.
  • Stardust, eine Mission um Teilchen aus einem Kometenschweif zu sammeln. Sie kehrte mit diesen am 15. Januar 2006 zur Erde zurück. Das Mutterschiff bleibt in einem Orbit um die Sonne und könnte für spätere Missionen noch verwendet werden.
  • Der Moon Mineralogy Mapper, eine „Discovery Mission of Opportunity“, war ein Instrument zur Erkundung der Mineralogie auf dem Mond und wurde im Oktober 2008 an Bord des ISRO Orbiters Chandrayaan-1 gestartet. Im August 2009 brach der Kontakt zur Sonde ab.
  • GRAIL, gestartet am 10. September 2011, war eine aus zwei Sonden bestehende Mission zur Vermessung des Gravitationsfeldes des Mondes. Die Mission endete mit dem planmäßigen Einschlag auf der Mondoberfläche am 17. Dezember 2012.
  • MESSENGER, eine Mission zum Merkur, die im August 2004 startete und nach drei Swing-by-Manöver in eine Umlaufbahn um den Merkur eingetreten ist. Am 30. April 2015 wurde die Sonde auf der erdabgewandten Seite des Planeten gezielt zum Absturz gebracht. Die Größe des dabei entstandenen Kraters wird auf 16 Meter geschätzt.
  • EPOXI, eine „Discovery Mission of Opportunity“ zur Weiternutzung der Raumsonde Deep Impact zum Besuch des Kometen 103P/Hartley 2 und zur Suche nach extrasolaren Planeten.
  • NExT, eine „Discovery Mission of Opportunity“ zur Weiternutzung der Raumsonde Stardust zum Besuch des Kometen Tempel 1, der bereits zuvor von Deep Impact untersucht wurde.

Teilweise erfolgreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Genesis, eine Mission um Sonnenwindpartikel zu sammeln. Bei der Landung versagten allerdings die Fallschirme und die Landekapsel stürzte in der Wüste von Salt Lake City ab. In ersten Aussagen wurde angedeutet, dass trotzdem noch einige Partikel von der Wissenschaft untersucht werden können.

Fehlschläge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CONTOUR, eine Sonde, die beim Zünden des eigenen Triebwerks zum Verlassen der Erdumlaufbahn in drei Teile zerbrach.

Laufende Missionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ASPERA-3 ist eine „Discovery Mission of Opportunity“. Es soll die Beeinflussung von Sonnenwinden und der Marsatmosphäre zeigen und befindet sich an Bord der ESA-Sonde Mars Express.
  • Die Raumsonde Dawn, gestartet im September 2007, untersuchte aus einer Umlaufbahn den Asteroiden Vesta und ist jetzt in einem Orbit um Ceres.
  • Das Kepler-Weltraumteleskop, das am 7. März 2009 startete, ist ein Weltraumteleskop, das in einem Sonnenorbit nach Sternen mit Unregelmäßigkeiten in der Lichtintensität sucht. Solche Unregelmäßigkeiten weisen auf Exoplaneten hin.

Geplante Missionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Strofio, ein Instrument zur Analyse der Exosphäre des Merkur, wird voraussichtlich 2017 auf BepiColombo gestartet.
  • InSight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport), ein Marslander der Struktur und Zusammensetzung des Marsinneren untersuchen soll und das Verständnis der Entstehung und Entwicklung von terrestrischen Planeten erweitern soll. Im Dezember 2015 wurde der Start wegen eines bis zum geplanten Startdatum im März 2016 nicht reparablen Dichtheits-Problems im Messgerät SEIS verschoben.[2] Der Start ist jetzt für den Mai 2018 vorgesehen.[3]

Vorgeschlagene Missionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. Mai 2011 wurden unter 28 Vorschlägen drei Projekte ausgewählt unter denen die nächste Discovery-Mission ausgewählt werden soll.[4] Die drei Vorschläge sind:

  • InSight
  • Titan Mare Explorer (TiME), eine Raumsonde, die auf einem der großen Methanseen des Titanwassern“ soll.
  • Comet Hopper (Chopper), eine Sonde, die auf einem Kometen landen und mehrfach ihren Standort wechseln soll, um die Veränderungen des Kometen über einen längeren Zeitraum dokumentieren zu können.

Unter diesen Vorschlägen wurde am 20. August der stationäre Marslander InSight ausgewählt.[5]

Zu den Vorschlägen für eine weitere Discovery-Mission nach InSight gehören eine Mission, die die Vulkane auf dem Jupitermond Io erforschen soll (Io Volcano Observer), eine Sonde, die nach Biosignaturen auf dem Saturnmond Enceladus suchen soll und dazu zehn mal die geysirartigen Fontänen in der Südpolarregion des Mondes durchfliegen soll (Enceladus Life Finder), eine Sonde zur Erforschung des Asteroiden Psyche (Dark Asteroid Rendezvous mission), weitere Missionen zur Erforschung verschiedener Asteroiden (Binary Asteroid in-situ Explorer, Lucy zu den Trojanern des Jupiter), sowie zu Kometen (Comet Radar Explorer zu Tempel 1), den Marsmonden Phobos und Deimos (PANDORA), einen Phoboslander (MERLIN), drei Venusorbiter (DAVINCI, RAVEN und VERITAS), eine Venusballonsonde (Venus Atmosphere and Surface Explorer), Cubesats in der Mondumlaufbahn (NanoSWARM), ein Mondlander (Moon Age and Regolith Explorer) und zwei Weltraumteleskope (NEOCam und Kuiper).[6]

Der Venusorbiter VERITAS

Unter diesen Vorschlägen wählte die Nasa im September 2015 fünf aus, die weiter konkretisiert werden sollen und unter denen ein Jahr später die nächste Discovery-Mission gewählt wird.[7] Es gibt Überlegungen, statt nur einer dieses Mal zwei Missionen auszuwählen.[8]

Diese sind:

  • DAVINCI (Deep Atmosphere Venus Investigation of Noble gases, Chemistry, and Imaging) − soll in die Venusatmosphäre eintreten und sie während des etwa eine Stunde dauernden Abstiegs zur Oberfläche untersuchen.
  • VERITAS (Venus Emissivity, Radio Science, InSAR, Topography, and Spectroscopy) — soll die Venus in hoher Auflösung kartieren.
  • Psyche Orbiter — ein Orbiter für den Asteroiden Psyche, der vor allem aus Nickel und Eisen besteht.
  • NEOCam (Near Earth Object Camera) — ein Infrarotteleskop, das nach potentiell gefährlichen erdnahen Objekten suchen soll.
  • Lucy — eine Sonde zu den Trojanern des Jupiter.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NASA Discovery Program Missions Overview. NASA. Abgerufen am 21. Dezember 2010.
  2. NASA Suspends 2016 Launch of InSight Mission to Mars. NASA, 22. Dezember 2015, abgerufen am 24. Dezember 2015.
  3. NASA Targets May 2018 Launch of Mars InSight Mission. NASA, 9. März 2016, abgerufen am 12. März 2016.
  4. NASA Selects Investigations For Future Key Planetary Mission. NASA. Abgerufen am 6. Mai 2011.
  5. New NASA Mission to Take First Look Deep Inside Mars. NASA. Abgerufen am 21. August 2012.
  6. Diverse destinations considered for new interplanetary probe. spaceflightnow. Abgerufen am 8. April 2015.
  7. Dwayne C. Brown: NASA Selects Investigations for Future Key Planetary Mission. In: NASA News, 30. September 2015. Abgerufen am 28. Januar 2016. 
  8. Casey Dreier, Emily Lakdawalla: NASA announces five Discovery proposals selected for further study. In: The Planetary Society. 30. September 2015, abgerufen am 28. Januar 2016 (englisch).