Disenchantment

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Seriendaten
Deutscher TitelDisenchantment
OriginaltitelDisenchantment
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Jahr(e)seit 2018
Produktions-
unternehmen
The ULULU Company,
Rough Draft Studios
Länge22–36 Minuten
Episoden20 in 1+ Staffeln (Liste)
GenreComedy, Fantasy
IdeeMatt Groening
ProduktionReid Harrison,
David X. Cohen,
Deanna Maclellan,
Lee Supercinski
MusikMark Mothersbaugh
Erstveröffentlichung17. August 2018 (USA) auf Netflix
Deutschsprachige
Erstveröffentlichung
17. August 2018 auf Netflix
Synchronisation

Disenchantment (englisch für Enttäuschung oder Entzauberung)[1] ist eine US-amerikanische Zeichentrickserie, die von Matt Groening geschrieben wurde. Nach Die Simpsons und Futurama ist Disenchantment Groenings dritte Animationsserie sowie seine erste Serie, die nicht für Fox, sondern für Netflix produziert wird. „Teil 1“ der ersten Staffel, bestehend aus zehn Folgen, wurde am 17. August 2018 veröffentlicht. Die verbleibenden zehn Episoden erschienen am 20. September 2019.[2] Im Oktober 2018 verlängerte Netflix die Serie um eine zweite Staffel aus 20 Episoden. Diese soll ebenfalls in zwei Teilen, 2020 und 2021, veröffentlicht werden.[3] Netflix selbst empfiehlt ein Mindestalter von 12 Jahren.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im mittelalterlichen Königreich Dreamland angesiedelt, handelt die Serie von der trinkfesten Prinzessin namens Bean und ihren Freunden, einem Dämon namens Luci sowie Elfo, einem Halbelfen, die gemeinsam Abenteuer erleben. Die einzelnen Episoden erzählen teilweise alleinstehende Geschichten, teilweise sind sie durch einen übergreifenden Handlungsbogen miteinander verbunden.

Bean ist die Tochter von König Zøg, dem Herrscher über Dreamland. Dessen erste Frau Dagmar, Beans Mutter, wurde vor Jahren versteinert, und nun ist er mit der amphibischen Oona verheiratet, mit der er einen Sohn namens Derek hat. In den ersten Episoden ist die Prinzessin insbesondere damit beschäftigt, für sie ausgewählte zukünftige Ehemänner abzulehnen, bzw. sich ihrer zu entledigen. Derweil hat Elfo genug vom Leben im Elfenland und flieht nach Dreamland, wo Zøg versucht mit dessen angeblich magischen Blut ein Lebenselixier erschaffen zu lassen. Nachdem herauskommt, dass Elfo nur ein Halbelf ist, wird dieser aus Dreamland verbannt und kommt in Folge ums Leben. Als Bean in den Besitz von Elfenblut kommt und damit das Lebenselixier vervollkommnen kann, erweckt sie nicht Elfo, sondern ihre Mutter Dagmar wieder zum Leben.

Nachdem Dagmar ihren alten Platz als Königin wieder eingenommen hat, versteinert sie die Bevölkerung Dreamlands und nimmt die ahnungslose Bean mit in ihre alte Heimat Maru. Ebenfalls dabei ist Luci, den Dagmar heimlich entführt hat und in einer Flasche gefangen hält. Bean kommt nach und nach ihrer Mutter auf die Schliche, und als ihr schließlich eröffnet wird, dass sie für eine Prophezeiung geopfert werden soll, flieht Bean zusammen mit Luci in die Hölle und lässt ihre Mutter scheinbar tot zurück. In der Hölle bemerken Bean und Luci dass sich Elfos Seele im Himmel befindet und überreden ihn, ebenfalls in die Hölle zu kommen. Zu dritt fliehen sie von dort, Bean haucht Elfos Seele in seinen Körper und sie reisen nach Dreamland zurück, wo König Zøg unversteinert zurückgeblieben ist. Auf Bitten des Königs spenden die Elfen ihr Blut, um die Bevölkerung Dreamlands aus ihrer Versteinerung zu lösen. Zøg lässt sich von Oona scheiden, welche künftig als Piratin zur See fährt.

Als Bean in den Besitz einer Schusswaffe gelangt, verletzt sie damit versehentlich ihren Vater schwer. Dies nutzt der Premierminister Odval um Prinz Derek zum König zu erklären. Bean wird der Hexerei und des versuchten Mordes an ihrem Vater für schuldig gesprochen und soll zusammen mit Elfo und Luci auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Doch der Scheiterhaufen fällt zusammen mit den Verurteilten in ein tiefes Loch, wo Bean auf ihre totgeglaubte Mutter Dagmar trifft.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graffito von Luci (Clermont-Ferrand, 2018)

Prinzessin Bean (vollständig: Tiabeanie Mariabeanie de la Rochambeau Grunkwitz)
Die Prinzessin des Königreiches Dreamland trinkt gerne (zu) viel Alkohol, begibt sich oft in Schwierigkeiten und verhält sich allgemein wenig prinzessinenhaft. Auffällig an ihr sind die zwei Hasenzähne ihres Oberkiefers.

Elfo, der Elf
Dieser naive, kleine Elf hat sein bisheriges Leben in Elfwood verbracht. Weil er sich bei seiner Arbeit langweilt, verlässt er sein Volk und begibt sich ins Königreich Dreamland. Dort trifft er auf Bean und macht sich Hoffnungen, dass sie romantisches Interesse an ihm entwickeln wird. König Zøg lässt mit seinem Blut experimentieren, um z. B. ein Unsterblichkeitselixier herzustellen. In der Folge Elfos Geheimnis wird klar, dass Elfo nur ein halber Elf ist. Die Natur seiner Mutter bleibt aber unbekannt.

Dämon Luci
Luci ist Beans persönlicher „Hausdämon“. Luci kommt als Hochzeitsgeschenk in Beans Leben, welches ihr von zwei Unbekannten, die sich später als ihr Onkel und ihre Tante mütterlicherseits entpuppen, gemacht wurde, um ihr Leben ins Dunkel zu stürzen. Die beiden beobachten Lucis Einfluss auf Bean mittels einer Projektion in einer grünen Flamme, in der sie Beans Leben, wie in einem Fernseher, verfolgen. Die wenigsten erkennen, was er wirklich ist. Oft wird er für eine sprechende Katze gehalten. Luci ist Raucher.

König Zøg
Der jähzornige und jedoch liebevolle König von Dreamland, der von der Bevölkerung gefürchtet und zugleich gefeiert wird. Er kam an die Macht, nachdem sein älterer Bruder ermordete wurde. Er ist in zweiter Ehe verheiratet, nachdem seine erste Frau, die Mutter von Bean, versteinert wurde.

Königin Dagmar
Zøgs erste Ehefrau und die Mutter von Bean. Sie stammt aus einem „fernen Land“ und wurde versteinert, als sie versehentlich ihr eigenes, für den König bestimmtes, Gift einnahm.

Königin Oona
Zøgs zweite Ehefrau und die Mutter von Derek, Beans jüngerem Halbbruder. Sie stammt aus einem amphibischen Volk aus dem Land Dankmire.

Prinz Derek
Der Sohn von Zøg und Oona. Er ist Beans jüngerer Halbbruder.

Odval
Premierminister von Dreamland und Berater des Königs.

Sorcerio
Hofzauberer von König Zøg.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation übernahm die Berliner Synchron GmbH. Die Dialogbücher stammten von Yvonne Prieditis, die Dialogregie führte Frank Muth, der selbst in einigen Nebenrollen zu hören ist.[4]

Hauptrollen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Hauptrolle Nebenrolle Originalsprecher Deutscher Sprecher
Prinzessin Bean 1.01– Abbi Jacobson Jenny Löffler
Elfo, der Elf 1.01– Nat Faxon Heiko Akrap
Dämon Luci 1.01– Eric André Christian Intorp
König Zøg 1.01– John DiMaggio Marko Bräutigam
Königin Oona 1.01–1.13 1.17 Tress MacNeille Gabriele Schramm-Philipp
Prinz Derek 1.01– Tress MacNeille Benjamin Kiesewetter
Odval 1.01– Maurice LaMarche Matthias Klages
Sorcerio 1.01– Billy West Gerald Schaale

Nebenrollen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Nebenrolle Originalsprecher Deutscher Sprecher
Bunty 1.01–1.10, 1.15– Lucy Montgomery Eva Thärichen
Prinz Merkimer 1.01–1.02, 1.07–1.13, 1.18, 1.20 Matt Berry Christoph Banken
Kussandra 1.01, 1.09, 1.13–1.17 Jeny Batten Amelie Plaas-Link
Kaiser Cloyd 1.01, 1.03, 1.08, 1.11 Rich Fulcher Steven Merting
Entzauberin Rebecca 1.01, 1.03, 1.08, 1.11 Lucy Montgomery Andrea Cleven
Sir Pendergast 1.01– Eric André Armin Schlagwein
Sir Turbish 1.01– Rich Fulcher Daniel Montoya
Sir Mertz 1.01– Billy West Sascha Krüger
Stan 1.01, 1.05–1.10, 1.15–1.20 Noel Fielding Reinhard Scheunemann
Vip und Vap 1.03, 1.06, 1.10–1.13
Jerry 1.03, 1.08–1.12 David Herman Klaus Lochthove
Königin Dagmar 1.03, 1.08–1.14, 1.18, 1.20 Sharon Horgan Andrea Solter
Herald 1.04– David Herman Imme Aldag
Gwen 1.05–1.10 Tress MacNeille Bea Tober

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Deutscher Titel Original­titel Regie Drehbuch
Teil 1
1 Eine Prinzessin, ein Elf und ein Dämon kommen in eine Bar A Princess, an Elf and a Demon Walk into a Bar Dwayne Carey-Hill Matt Groening & Josh Weinstein
2 Der mit dem Schwein tanzt For Whom the Pig Oinks Frank Marino David X. Cohen
3 Die Prinzessin der Finsternis The Princess of Darkness Wes Archer Rich Fulcher
4 Schlossparty-Massaker Castle Party Massacre David D. Au Jeff Rowe
5 Die Prinzessin von Tittfield Faster, Princess! Kill! Kill! Ira Sherak Reid Harrison
6 Sumpf und Gloria Swamp and Circumstance Albert Calleros Eric Horsted
7 Zarter Amoklauf der Liebe Love’s Tender Rampage Peter Avanzino Jeny Batten & M. Dickson
8 Auf der Suche nach Unsterblichkeit The Limits of Immortality Brian Sheesley Patric Verrone
9 Elfos Geheimnis To Thine Own Elf Be True Frank Marino Shion Takeuchi
10 Dreamlands Untergang Dreamland Falls Wes Archer Bill Oakley
Teil 2
11 The Disenchantress The Disenchantress Albert Calleros Shion Takeuchi
12 Stairway to Hell Stairway to Hell Dwayne Carey-Hill David X. Cohen
13 Genau das Ding The Very Thing Frank Marino Andrew Burrell
14 Das einsame Herz ist ein Jäger The Lonely Heart Is a Hunter David D. Au Ben Ward
15 Auf der Suche nach Heilung Our Bodies, Our Elves Wes Archer Adam Briggs
16 Mission: Dreamland The Dreamland Job Ira Sherak Jeny Batten & M. Dickson
17 Deine Liebe klebt Love’s Slimy Embrace David D. Au & Ira Sherak Eric Horsted
18 In ihren eigenen Worten In Her Own Write Ira Sherak Bill Oakley
19 Die Elektro-Prinzessin The Electric Princess Edmund Wong Jamie Angell
20 Tiabeanies Untergang Tiabeanie Falls Peter Avanzino Patric M. Verrone & Josh Weinstein
Teil 1 wurde am 17. August 2018 und Teil 2 am 20. September 2019 bei Netflix veröffentlicht.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeichenstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zeichenstil von Disenchantment erinnert an Die Simpsons und Futurama. In allen drei Serien weisen die Figuren ähnliche anatomische Merkmale auf: Der Unterkiefer ist sehr kurz, die Augen sind groß und hervorstehend. Matt Groening, der Schöpfer der drei Serien, führt die Eigenheiten auf sich selbst zurück: „Egal, was ich zeichne, immer kommen Glubschaugen und Überbiss heraus.“[5] Selbst das Planet-Express-Raumschiff habe einen Überbiss.

Im Gegensatz zu Groenings früheren Serien verfügen die menschlichen Figuren in Disenchantment über fünf statt vier Finger und Zehen.[6]

Cliffhanger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Episoden haben den Charakter von Fortsetzungsgeschichten und enden, anders als bei Groenings vorherigen Serien üblich, oft mit einem Cliffhanger.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„[…] Disenchantment reiht sich wunderbar als alleinstehende Comedy Serie ein zwischen ihre Vorgänger und präsentiert auf ähnlich charmante Art Gesellschaftskritik, Humor und gewohnt witzige Abenteuer und Charaktere. Zugegeben, wir bekommen keine ‚Simpsons‘, wir bekommen auch kein ‚Futurama‘, wir bekommen was gänzlich neues.“

citizenz.de[7]

„[…] Die einzelnen Folgen behandeln weniger die große Geschichte als viel mehr sketchartige Ausflüge in die verschiedenen Settings des Genres. Immer dann, wenn es irgendwie nötig ist, wird die Haupthandlung wieder hervorgeholt – doch das wirkt bisweilen eher willkürlich und kommt für den Zuschauer überraschend. […]

Das große und allgegenwärtige Überthema Selbstfindung und Identität wird immer wieder angerissen, aber selten konsequent zu Ende geführt. Zu oft verlaufen sich genau diese Gedanken im Nichts. Und das, obwohl Bean als rebellische Prinzessin auf Selbstsuche oder der sich hinterfragende Elfo durchaus den Background mitbringen, zumindest ein paar schlaue Antworten darauf zu liefern.“

4001reviews.de[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neue Netflix-Serie „Disenchantment“: „Simpsons“-Macher präsentieren Fantasy-Parodie bei dem Streamingdienst. In: meedia.de. 18. August 2018, abgerufen am 24. August 2018.
  2. Kristina Kielblock: „Disenchantment“ Staffel 2: Start auf Netflix im September. In: Kino.de. 30. August 2019, abgerufen am 5. September 2019.
  3. Arthur Awanesjan: Netflix verlängert Matt Groenings „Disenchantment“ um eine 2. Staffel. In: Filmfutter. 22. Oktober 2018, abgerufen am 22. Oktober 2018.
  4. Disenchantment. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 2. Oktober 2019.
  5. Futurama: „Simpsons“-Verschnitt mit Glubschaugen und Überbiss. In: Spiegel Online. 31. August 2000, abgerufen am 12. Mai 2008.
  6. „Disenchantment“: So gut ist die neue Serie von Matt Groening. In: web.de. 16. August 2018, abgerufen am 2. September 2018.
  7. Disenchantment Kritik: Kann die neue Matt Groening Serie den Erwartungen standhalten? citizenz.de, 17. August 2018, abgerufen am 30. August 2019.
  8. Kritik: Disenchantment – ‚Die Simpsons‘ im ‚Game of Thrones‘ Gewand. 4001reviews.de, 25. August 2018, abgerufen am 30. August 2019.