Diskette

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Artikel fehlen folgende wichtige Informationen: Genaue Funktionsweise eines Diskettenlaufwerks, Aufbau des Schreib- Lesekopfes, wie wird geschrieben und gelesen?

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Speichermedium
Diskette
Floppydisk 90mm(3.5inch).jpg
Beispiel einer Diskette
(hier: 90-mm-[3,5″]-Diskette)
Allgemeines
Typ magnetischer Datenträger
Kapazität 80 KB[1] (8″)
bis 3250 KB (3,5″ED)
Lebensdauer ca. 5–30 Jahre
Größe 200 mm (ca. 8″)
130 mm (ca. 5,25″)
90 mm (ca. 3,5″)
80 mm (ca. 3″)
Ursprung
Entwickler Alan Shugart (IBM)
Vorstellung 1969
Nachfolger CD, MOD, PD, Iomega Zip

Eine Diskette ist ein portabler magnetischer Datenträger, dessen Grundbestandteil eine dünne flexible Kunststoffscheibe aus boPET ist, die von einer quadratischen oder rechteckigen Kunststoff- oder Papphülle (die mit einem Gewebe ausgekleidet ist, welches Staubteilchen fernhält) umschlossen ist. Diese Scheibe ist mit einem magnetisierbaren Material, meistens Eisenoxid, beschichtet, dessen Speicherprinzip dem der Festplatte ähnelt. Die englische Bezeichnung „floppy disk“ oder kurz „Floppy“, was deutsch ungefähr mit „wabbelige Scheibe“ zu übersetzen wäre, beruht auf der flexiblen Eigenschaft des Speichermediums, da die älteren Diskettentypen zum Schutz meistens mit einer biegsamen Hülle aus dünnem Kunststoff versehen waren; erst später ersetzte man dieses durch ein starres Kunststoffgehäuse.

Teile einer 3,5″-Diskette:
1. HD-Erkennung, gegenüber Schreibschutzschieber
2. Drehlager
3. Schutzblende
4. Gehäuse aus Kunststoff
5. Ring aus Teflon-beschichtetem Papier
6. Magnetscheibe
7. Disk-Sektor
3,5″-Diskette Vorder- und Rückseite, sowie Innenseite
Datenträger einer 3,5″-Diskette (Makroaufnahme)
Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme der magnetisierbaren Oberfläche, 20.000-fach vergrößert

Im Unterschied zu Festplatten schleift der Schreib-Lese-Kopf bei Disketten direkt auf der beschichteten magnetisierbaren Oberfläche, was mit der Zeit zu deutlichem Abrieb führt und die dauerhafte Verwendbarkeit von Disketten stark einschränkt. Außerdem schleift auch die Magnetscheibe direkt an der umgebenden, fest im Laufwerk liegenden Hülle. Daher wird diese Hülle auf der Innenseite mit Teflon-beschichtetem (oder ähnlichem) Gewebe ausgestattet, um die Reibung zu minimieren.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Formate[Bearbeiten]

magnetooptische Visualisierung magnetisch gespeicherter Informationen einer Floppy Diskette

Das Format (im Sinne von physischer Größe) von Disketten wird meistens in Zoll (″) angegeben, gebräuchliche Größen waren und sind:

  • 200 mm (ca. 8″) mit 180 KB[1] bei Disketten – das ursprüngliche Diskettenformat von IBM als Ersatz für die unhandlichen Stapel von Lochkarten, später mit bis zu 1 MB
  • 130 mm (ca. 5,25″) mit 80 KB bis 1200 KB (160 KB beim ersten IBM PC)
  • 90 mm (ca. 3,5″) mit 360 KB bis 3520 KB ≈ 3,4 MB (ED-Disketten mit 44 Sektoren formatiert)
  • 80 mm (ca. 3″) mit 180 KB pro Seite (u. a. Schneider/Amstrad CPC und Joyce)

Darüber hinaus wurden noch andere Größen (wie z. B. 3,25″ und 50 mm (ca. 2″)) entwickelt, die sich aber nicht durchsetzen konnten.

Datendichten[Bearbeiten]

Die Normen für 3,5″-Disketten sind ISO/IEC 8860-1:1987 (doppelte Dichte), ISO/IEC 9529-1:1989 (hohe Dichte) und ISO/IEC 10994-1:1992 (extra-hohe Dichte); alle Angaben erfolgen in metrischen Einheiten. Diese Normen verdeutlichen die Messungen, die 90,0 mm × 94,0 mm × 3,3 mm ergeben. Die magnetische Scheibe im Inneren hat einen Durchmesser von genau 86,0 mm. Man unterscheidet

Bei hard-sektorierten Disketten gibt es auf der Kunststoffscheibe ein Indexloch pro Sektor, bei den wesentlich verbreiteteren soft-sektorierten nur eines überhaupt, bzw. einen asymmetrischen Antriebszugriff in der Mitte. Dieses Indexloch oder die Asymmetrie legt den Startpunkt einer Spur fest, sofern es vom Laufwerk nicht ignoriert wird (Soft-Synchronisierung: Erkennen des Spurbeginns durch Folge von Synchronisationsbits).

Meist verwendete Magnetschichtmaterialien:[2]

Zur genauen Spezifikation einer Diskette gehören noch weitere Angaben:

  • die Anzahl der Magnetspuren („Tracks“) (anfänglich meist 35, später typischerweise 40 oder 80)
  • die Anzahl Sektoren (Blöcke pro Spur) (z. B. 9 oder 18)
  • die Blockgröße (früher 128, 256, 512 oder 1024 Byte, heute meistens nur noch 512 Byte; viele Controller unterstützen auch 1- und 8-KB-Sektoren[3])
  • das Aufzeichnungsverfahren (anfänglich FM, später meistens MFM; bei Apple und Commodore wurde auch das GCR-Verfahren eingesetzt)
  • die Spurdichte, meist 48, 96 oder 135 tpi (Tracks Per Inch). Commodore benutzte auf einigen Laufwerken den abweichenden Wert von 100 tpi, was diese Disketten für Fremdlaufwerke physisch unlesbar machte.

Es ist technisch möglich, je nach Spur eine verschiedene Anzahl von Sektoren unterzubringen, zumal auf den äußeren Spuren theoretisch mehr Platz ist; da jedoch dort die relative Geschwindigkeit des Kopfes auch höher ist, stieß dieses auf Schwierigkeiten. Einige Hersteller variierten daher entweder die Umdrehungsgeschwindigkeit (Apple, Victor / Sirius) oder die Datenrate (Commodore) abhängig von der Kopfposition, was zwar erlaubte, mehr auf der Diskette zu speichern, diese aber inkompatibel zu Laufwerken anderer Hersteller machte.

Ein Trick, die Zugriffsgeschwindigkeit zu erhöhen, bestand im so genannten Interleaving, wobei die Sektoren nicht numerisch aufsteigend, sondern in anderer Reihenfolge auf eine Spur aufgezeichnet wurden. Dadurch konnte zum Beispiel die technisch notwendige Nachbearbeitung eines Lesevorgangs erfolgen, und direkt danach der versetzt angeordnete logisch nächste Sektor eingelesen werden. Die ideale Interleave-Rate war oft von der verwendeten Hardware abhängig.

Ähnlich gelagert war die Idee, den logisch ersten Sektor einer Spur etwas versetzt gegenüber den benachbarten Spuren anzuordnen, so dass beim Lesen aufeinanderfolgender Spuren nach einem Spurwechsel, in dessen Verlauf sich die Diskette ja etwas weiterdreht, dieser Sektor gerade unter dem Lesekopf ankommt, so dass gleich weiter gelesen werden kann.

Disketten verfügen über einen Schreibschutz, der sich bei 3,5″-Disketten durch einen kleinen Schieber hinten rechts oben an- bzw. ausschalten lässt (offen = Schreibschutz). Bei 5,25″- und 8″-Disketten muss eine am Rand befindliche Schreibschutz-Aussparung (bei 8″ an der Front, bei 5,25″ seitlich) mit einem dunklen Aufkleber zum Schreibschutz zugeklebt werden (geschlossen = Schreibschutz). Der Schreibschutz wird im Laufwerk von einem mechanischen Schalter oder einer Lichtschranke erfasst, die den Strom zum Schreibkopf unterbrechen; es ist beabsichtigt, dass der Schreibschutz von Software nicht umgangen werden kann. Originaldisketten von kommerziell erhältlicher Software fehlte dieser Schieber bzw. diese Aussparung oft von vorneherein, so dass sie immer schreibgeschützt sind. Der fehlende Schieber der 3,5″-Disketten kann auch mit durchsichtigem Klebeband ersetzt werden, da bei diesen Disketten die Schreibschutzprüfung mechanisch erfolgt.

Datenübertragungsrate[Bearbeiten]

5¼″-HD- und 8″-Disketten rotieren üblicherweise mit 360 min-1, 5¼″-DD-, 3″- und 3½″-Disketten mit 300 min-1.

Bei SD-Disketten werden die Daten mit 125 kbit/s übertragen, bei DD-Disketten sind es 250 kbit/s, bei HD-Disketten 500 kbit/s, und bei ED-Disketten sind 1 Mbit/s möglich.

Lebensdauer[Bearbeiten]

Eine HD-Diskette behält die Daten ca. fünf Jahre. Wenn sie entsprechend gegen Wärme, Sonne und Magnetismus abgeschirmt ist, sind auch längere Lagerzeiten problemlos möglich (10–30 Jahre).[4][5] Disketten geringerer Schreibdichte sind erfahrungsgemäß bei trockener Lagerung jahrzehntelang haltbar. Zum Schutz vor Verschmutzung werden 5,25″- und 8″-Disketten üblicherweise in einer Papier- oder Kartontasche aufbewahrt, die zum Lieferumfang der Diskette gehört.

Diskettenlaufwerke[Bearbeiten]

Ein Diskettenlaufwerk (oder kurz FDD für engl. „floppy disk drive“) dient zum Lesen und Schreiben der Daten der Diskette. Es gibt interne, die in ein Computergehäuse integriert werden, und externe Laufwerke, die ein eigenes Gehäuse haben und über Kabel an den Rechner angeschlossen werden. Die Bauformen entsprechen denen der Disketten: 200 mm (8″), 130 mm (5,25″) und 90 mm (3,5″).

Die wesentlichen mechanischen Elemente eines Diskettenlaufwerks sind ein Mechanismus zum Einspannen der Diskette an die Drehachse und zum Auswerfen derselben, der zugleich den oberen Schreibkopf bzw. bei einseitigen Laufwerken den Andruckfilz anhebt und absenkt (meist rein manuell, nur bei Apple und Sun war dieser Mechanismus zeitweise motorisiert), ein geschwindigkeitsgeregelter Motor zum gleichmäßigen Drehen der Diskette (üblich sind Riemen- sowie Direktantrieb), ein auf Metallschienen in einer Richtung verschiebbarer kombinierter Schreib- und Lesekopf mit gegenüberliegendem Andruckfilz bzw. bei doppelseitigen Laufwerken ein Kopfpaar, sowie ein Schrittmotor zum Verschieben des Kopfes, wodurch die einzelnen Spuren angefahren werden. Hinzu kommt eine Elektronik, die die Motoren betreibt und regelt, die Schreibsignale auf die richtige Feldstärke bringt, und die Lesesignale verstärkt und digitalisiert. Die weitere Verarbeitung findet in einem Floppy-Disk-Controller statt, der sich oft außerhalb des eigentlichen Laufwerks befindet, z. B. auf der Hauptplatine eines PCs.

Während 8″-Laufwerke meistens nach dem Einschalten pausenlos laufen und bei Nichtgebrauch die Schreib-Lese-Köpfe zur Schonung von der Diskette abheben, schalten die kleineren Varianten den Motor nur bei Bedarf an; die Köpfe können daher immer auf der Diskettenoberfläche verbleiben, ohne diese zu überlasten.

Um beim Lesen den Beginn einer Datenspur, die Synchronisation, leichter erkennen zu können, sind die Disketten mit einem Indexloch versehen, das normalerweise nahe dem Innenrand liegt. Im Laufwerk ist eine Lichtschranke eingebaut, die ein Signal abgibt, wenn dieses Loch bei der Rotation an der Lichtschranke vorbeikommt. Die meisten Disketten haben nur ein solches Indexloch; die Einteilung einer einzelnen Datenspur in eine Anzahl von Sektoren muss per Software in der Firmware des Controllers oder durch die Rechner-CPU erfolgen, man spricht daher in diesem Fall von „soft-sektorierten“ Disketten. Das Gegenteil sind „hart-sektorierte“ Disketten, die für jeden Datensektor ein eigenes Indexloch aufweisen, also einen ganzen Kranz davon. Die frühen Apple-Rechner verwendeten dieses ansonsten eher ungebräuchliche Verfahren. Das etwas exotischere Format der Amiga-Rechner ignorierte das Indexloch komplett und führte die Spuranfangserkennung ausschließlich in Software durch.

Eine weitere Synchronisation betrifft die Position des Schreibkopfes, damit er korrekt die erste und alle weiteren Spuren trifft. Bei den Laufwerken zu den 8-Bit-Rechnern von Commodore wurde der Schreibkopf dazu bei der Initialisierung oder nach erkannten Lesefehlern fünfmal absichtlich gegen den inneren Anschlag gefahren, was ein charakteristisches Rattergeräusch produzierte.

Der Schreibkopf muss von Zeit zu Zeit vorsichtig gereinigt werden, da sich Eisenoxid- und Bindematerialreste darauf ablagern. Früher waren Reinigungsdisketten erhältlich, schonender ist es jedoch, das Laufwerk zu öffnen und den bzw. die Köpfe sanft mit einem in Isopropanol getränkten fusselfreien Tuch abzuwischen, bis die bräunlichen Oxidreste entfernt sind. Ein Schmieren der Mechanik ist nicht empfehlenswert, außer wenn diese offensichtlich verklemmt ist. Bei Bedarf kann bei vielen Laufwerken auch die Drehgeschwindigkeit der Diskette und die Spurlage des Schrittmotors nachjustiert werden, dies ist jedoch nur bei entsprechenden Kenntnissen empfehlenswert, da man sonst das Laufwerk leicht unbrauchbar machen kann.

Die Kommunikation zwischen Laufwerk und Rechner kann auf unterschiedlichen Ebenen realisiert werden. Besonders in der Frühzeit der Mikrocomputer gab es viele Varianten: Während bei den Geräten der Firma Apple die Kommunikation auf der untersten Bitstrom-Ebene stattfand, geschah sie bei den frühen Atari-Heimcomputern auf der höheren Datenblock-Ebene und bei den 8-Bit-Computern von Commodore auf der noch höheren Datei-Ebene. Bei heutigen Geräten hat sich ein Standard herausgebildet: Interne Diskettenlaufwerke für PCs (mit klassischem Flachbandkabel-Anschluss) kommunizieren auf Bitstrom-Ebene, alle anderen Geräte, z. B. USB-Diskettenlaufwerke, auf Datenblockebene.

Tabellenübersicht der Diskettenformate[Bearbeiten]

Größenvergleich zwischen einer 8″- und einer 3,5″-Diskette
Ein Diskettenlocher erlaubte es, in einseitigen 5,25-Inch-Laufwerken beide Seiten einer Diskette durch manuelles Wenden zu verwenden.

Disketten müssen vor ihrem ersten Gebrauch formatiert werden, wobei das verwendete Format von Rechnersystem zu Rechnersystem verschieden ist. Erst mit zunehmender Dominanz der IBM-PC-kompatiblen Systeme in späteren Jahren ist es üblich geworden, im IBM-Format vorformatierte Disketten zu verkaufen. Dieses Format wird auch heute noch unter Microsoft Windows für Disketten genutzt.

Historische Liste nach Erscheinen der Diskettenformate, einschließlich des zuletzt überall vorhandenen Formates, 3½-inch HD.
Format Erscheinungsjahr Kapazität in KiB[1]
(falls nicht anders angegeben)
davon abweichende im Handel angegebene Kapazität
8-inch SS (read-only) 1971 80  
8-inch SS 1973 256  
8-inch SS 1974 800  
8-inch DS 1975 1000  
5¼-inch SS 1976 110  
5¼-inch DS, SD 1977 180  
5¼-inch DS, DD 1978 360  
5¼-inch DS, QD 1982 720  
5¼-inch DS, HD 1984 1200  
3-inch SD 1982 360  
3-inch DD 1984 720  
3½-inch DD 1984 720  
2-inch 1985 720  
3½-inch HD 1987 1440 “1.44 MB”
3½-inch ED 1991 2880 “2.88 MB”
3½-inch LS-120 1996 120,375 MB
3½-inch LS-240 1997 240,75 MB
3½-inch HiFD 1998/99 150/200 MB
Abkürzungen:  SS = Single Sided; DS = Double Sided; SD = Single Density; DD = Double Density; QD = Quad Density; HD = High Density ED = Extended Density; LS = Laser Servo; HiFD = High capacity Floppy Disk
Die aufgelisteten Speicherkapazitäten beziehen sich auf:
  • Für 8-inch: Standard-IBM-Formate, wie sie von den System/370-Großrechnern und neueren Systemen verwendet werden
  • Für 5¼- und 3½-inch: Standard-PC-Formate, die angegebenen Kapazitäten sind die Gesamtgröße aller Sektoren der Diskette, einschließlich des für Bootsektor und Dateisystem verwendeten Speicherplatzes. Dabei sind alle Sektoren mit einer Kapazität von 512 Byte formatiert.

Bei anderen Formaten kann die mit den gleichen Laufwerken und Disketten erreichbare Speicherkapazität variieren.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Diskette (200 mm, 8 Zoll) mit dem dazugehörenden Laufwerk wurde von IBM 1969 für die Computerserie System/370 auf den Markt gebracht; dieses Laufwerk konnte Disketten aber nur lesen und nicht beschreiben und diente daher nur dazu, den Benutzern neue Versionen der IBM-Systemsoftware preiswerter zukommen zu lassen. Für die tägliche Arbeit blieben zunächst die teuren und platzraubenden Lochkarten, Lochstreifen und Magnetbänder üblich. Die Erfindung der Diskette wird allgemein Alan Shugart zugeschrieben. Die Kapazität der ersten Diskette betrug ca. 80 KB, was 1000 Lochkarten entsprach, einer damals üblichen Verkaufseinheit.

1972 brachte die Firma Memorex das erste Diskettenlaufwerk mit Schreibfähigkeit auf den Markt, wieder entwickelt von Shugart; damit begann die allmähliche Ablösung der Lochkarten, Lochstreifen und Magnetbänder. Shugart gründete 1973 seine eigene Firma (Shugart Associates) und entwickelte 1976 die 5,25″-Diskette. 1978 stellte TEAC das erste 5,25″-Diskettenlaufwerk der Welt vor; für die damals neuen Mikrocomputer wurde das neue Format sofort aufgegriffen, für Großrechner erst etwas später. 1981 stellte Sony die 90-mm-(3,5″)-Diskette im starren Gehäuse vor, zunächst einseitig mit 360 KB, später beidseitig mit 720 KB (9 Sektoren) und danach 1440 KB (18 Sektoren).

Viele andere Systeme verwendeten dieselben Disketten, jedoch mit unterschiedlichen Aufzeichnungsformaten und/oder Dateisystemen. So fasst etwa eine mit FFS formatierte 3,5″-HD-Diskette eines Amiga-Rechners 1,76 MB, gewöhnlich wurden dort aber 3,5″-DD-Disketten verwendet, die mit ca. 880 KB formatiert waren. Später erscheinen noch so genannte ED-Disketten mit 2880 KB (36 Sektoren). Letztere fanden vor allem bei Computern von NeXT und den IBM PS/2s Verwendung, erreichten darüber hinaus aber kaum Verbreitung.

Die 1440-KB-Diskette blieb die 1990er hindurch der übliche Standard. Sie wurde zum Ende des Jahrzehnts zusehends in den Hintergrund gedrängt, weil die Datenmengen immer größer wurden und keine offenen Standards für Disketten größerer Kapazität entwickelt wurden. Software wurde häufig auf gepressten CDs verkauft. Bis CD-Brenner bezahlbar wurden und der Datenaustausch über das Internet sich verbreitet hat, hatten diskettenartige Produkte mit höherer Kapazität von einzelnen Herstellern eine gewisse Verbreitung, insbesondere das Zip-Laufwerk, aber auch die SuperDisk.

Spätestens seitdem Flash-Speicher preisgünstig geworden sind und die meisten Computer zumindest USB-Sticks problemlos lesen und beschreiben können, hat die Diskette praktisch keine Marktbedeutung und Anwendungen mehr. Allerdings verkaufte Sony in Japan 2009 noch 12 Millionen Stück bei einem Marktanteil von 70 %, kündigte jedoch für März 2011 die Einstellung der Produktion an.[6] Verbatim wird somit noch der letzte Produzent von Disketten sein, die vor allem Absatz in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion finden.[7][8] Ein kleiner Markt besteht auch heute noch für ältere Synthesizer und Sampler, da für diese als Speichermedien für die Klangdaten oft Disketten verwendet wurden, z. B. beim Roland S-50. Bei Geräten, die über die Möglichkeit des Mididump verfügen, können die Klangdaten auf diesem Weg gesichert werden. Für solche Geräte gibt es Floppy Drive Emulatoren, die bis zu 100 Disketten auf USB-Stick speichern (→ Alternativen).

Alternativen[Bearbeiten]

  • Ab 1991 fand Insites Floptical-Laufwerk mit 21 MiB Speicherkapazität auf speziellen 3,5″-Disketten in bestimmten Nischen Verbreitung. Herkömmliche 3,5″-DD- und HD-Disketten konnten gelesen und beschrieben werden. Eingebunden wurde das Laufwerk über SCSI, optional war das Laufwerk auch bootfähig. Aufgrund des sehr hohen Preises und der vergleichsweise komplizierten Anbindung konnte das System sich auf dem Massenmarkt nicht durchsetzen.
  • Zeitweise wurden in IBM-kompatiblen PCs sowie Apple-Computern auch Zip-Laufwerke (100 MB, später 250 MB und zuletzt 750 MB) als Diskettenlaufwerksersatz verbaut. In PCMCIA-fähigen Laptops und in Kameras kam auch eine kleinere Variante namens Iomega Clik! mit 40 MB Speicherkapazität zum Einsatz. Trotz breiter Akzeptanz konnten sich Zip-Laufwerke nicht dauerhaft durchsetzen, da sie von den beschreibbaren optischen Medien verdrängt wurden.
  • Weniger erfolgreich waren die SuperDisk-Laufwerke (LS120 und LS240). Neben speziellen Speichermedien mit Servospuren waren hier auch Standard-3,5″-Disketten mit einer Kapazität von 1440 KB bzw. 720 KB verwendbar, die zum Teil deutlich schneller als in herkömmlichen Laufwerken gelesen werden konnten. Das 240-MB-Laufwerk konnte außerdem mittels einer speziellen Packet-Writing-Software auf normalen 1,44-MB-HD-Disketten bis zu 2 MB speichern.
  • Sony versuchte 1998 mit einem HiFD-Diskettenlaufwerk, das Disketten mit 150 MB, ab 1999 mit 200 MB Kapazität lesen und beschreiben konnte und zur „1,44-MB“-HD-Diskette kompatibel war, die gängigen Laufwerke abzulösen.
  • Ebenfalls 1998 versuchte Caleb sich vergeblich mit UHD144-Laufwerken zu etablieren. Diese konnten auf speziellen Disketten 144 MB speichern und normale 1,44-HD-Disketten lesen und schreiben.

All diese verbesserten Versionen des ursprünglichen 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerkes konnten jedoch keine größere Verbreitung erlangen. Mittlerweile sind auch sie hinsichtlich Speicherkapazität und Geschwindigkeit überholt.

Apple Computer liefert seine Rechner bereits seit 1998 ohne Diskettenlaufwerk aus.

Auch neuere IBM-kompatible PCs haben seit dem Jahr 2004/2005 zunehmend oft keine eingebauten Diskettenlaufwerke mehr. Stattdessen kann man externe Diskettenlaufwerke an die USB-Schnittstelle anschließen, die jedoch bei Neugeräten nicht im Lieferumfang enthalten sind und oft auch das Lesen und Schreiben der zeitweise üblichen Sonder-Diskettenformate (3-Mode, Microsoft DMF, 2M, 2MGUI, IBM XDF u. ä.) nicht unterstützen. Oft ist der Diskettencontroller dennoch auf dem Mainboard vorhanden, so dass man dann nachträglich selbst ein Diskettenlaufwerk einbauen kann. Diskettenlaufwerks-Controller auf Steckkarten sind schon seit den 1990er Jahren nicht mehr neu erhältlich, weil auf dem PCI-Bus und auch auf PCI-Express die dafür notwendigen DMA-Signale des ISA-Bus fehlen. Die Diskettenlaufwerks-Controller auf neueren PC-Mainboards werden über den LPC-Bus an den Prozessor angebunden; LPC ist ein aus Softwaresicht ISA-kompatibler Bus, der aber mit weniger Leitungen auskommt und bei dem es keine Steckplätze gibt.

Seit 2002/2003 werden zunehmend USB-Sticks (Flashspeicher), sowie andere externe USB- und FireWire-Massenspeicher wie Festplatten und DVDs als Datenträger verwendet, jedoch sind die notwendigen Fähigkeiten für einen vollständigen Ersatz der Diskette auf dieser Basis, vor allem die Bootfähigkeit, erst bei neueren x86-PC-Hauptplatinen gegeben. Einige Cardreader-Combo-Laufwerke verarbeiten jedoch auch noch 3,5-Zoll-Disketten im ursprünglichen Format.

Für einige Zwecke sind jedoch Disketten noch nicht direkt ersetzbar. So müssen zum Beispiel einige Firmware-Updates mit Disketten durchgeführt werden. Soweit CDs, DVDs und USB-Sticks unterstützt werden, kann es sich anbieten, dennoch eine Diskette zu verwenden, denn das Erstellen einer virtuellen Bootdiskette auf diesen neuen Medien ist immer noch nicht trivial.

Bei den USB-Sticks gibt es einige Modelle, bei denen der Speicherbereich zweigeteilt ist: Der erste Speicherbereich entspricht in Organisation und Kapazität einer 3,5″-HD-Diskette, die mit dem Dateisystem FAT12 formatiert ist (1440 KB, 80 Spuren mit 18 Sektoren je Spur und 512 Byte je Sektor). Dieser Bereich ist somit direkt als virtuelle Bootdiskette nutzbar. Der zweite wesentlich größere Speicherbereich ist wie bei allen anderen USB-Sticks als sog. Wechselplatte organisiert.

Floppy Hardware Emulator mit zusätzlichen „Save“- und „Load“-Tasten um den Inhalt einer Diskette im Gerät zwischenzuspeichern

Für ältere Synthesizer und programmgesteuerte Maschinen gibt es hardwarekompatible Floppy Drive Emulatoren im üblichen 3,5″-Format mit einem frontseitigen Anschluss für USB-Sticks. Auf diesem können dann bis zu 100 Disketten der Formate 720 kB, 1,2 MB oder 1,44 MB gespeichert werden. Über Tasten und eine zweistellige Anzeige am Emulator kann dann eine der virtuellen Disketten ausgewählt werden. Zur Bearbeitung am PC kann entweder ein ebensolcher Emulator angeschlossen werden, oder man verwendet den üblichen USB-Port und mittels einer Software kann jeweils die gewünschte virtuelle Diskette gemountet werden. Speziellere Systeme können auch 8″-Disketten oder 3,5″-Sonderformate emulieren und mit CF-Karte oder über das Netzwerk arbeiten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Diskette – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Diskette – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Die Kapazitäten von Disketten werden in einer Mischung aus Zweierpotenzen und Zehnerpotenzen notiert. „KB“ steht bei Disketten üblicherweise für die auch Kibibyte genannte Einheit von 210 = 1024 Byte. „MB“ steht bei Disketten je nach Typ für 1000 KB oder 1024 KB. In diesem Artikel wird „MB“ in der Bedeutung von 1024 KB verwendet, wenn nichts anderes angegeben ist.
  2. Die Hardware-Bastelkiste - © by (M)TRONICS SCS - PC-Hardware-Beschreibung und mehr, abgerufen am 11. Februar 2011
  3. Fdutils: XDF formats
  4. Michael W. Gilbert: Digital Media Life Expectancy and Care. www.oit.umass.edu. 1998. Archiviert vom Original am 22. Dezember 2003. Abgerufen am 4. Januar 2011.
  5. Bit Rot. Software Preservation Society. 7. Mai 2009. Abgerufen am 4. Januar 2011.
  6. Sony to pull out of floppy disc market in Japan. Mainichi Shimbun, 24. April 2010, archiviert vom Original am 29. April 2010, abgerufen am 24. April 2010 (englisch).
  7. Aus für die Diskette. T-Online, 29. April 2010, abgerufen am 30. April 2010 (deutsch).
  8. Verbatim: Die 3,5-Zoll-Diskette lebt! Golem.de, 24. April 2010, abgerufen am 26. April 2010 (deutsch).