Diskussion:Übertragung (Psychoanalyse)

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Bewertung: "überarbeiten"

Dieser Artikel scheint mir:

  1. zu sehr auf die Freudsche Psychologie (Triebverarbeitung und Fehlverarbeitung) fixiert zu sein
  2. zu sehr aus psychoanalytischer Sicht geschrieben worden zu sein
  3. zu sehr den pathologischen Aspekt zu betonen

und

4. Es fängt schon damit an, daß der erste Satz, beginnend mit "Übertragung ist zum einen ..." logisch unvollständig ist, da er sich darüber ausschweigt, was Übertragung "ZUM ANDEREN" ist. Dito: -> Gegenübertragung


--Aquis 18:41, 8. Aug 2005 (CEST)


Das Entlehnen eines Begriffes aus einem anderen Fachbereich wirft stets Schwierigkeiten auf. Im Falle von Begriffen aus der Psychoanalyse wird es regelmäßig abenteuerlich, was ohne eigene Erfahrung der Psychoanalyse fast zwangsläufig geschehen muss.

Die Definition des Begriffpaars Übertragung-Gegenübertragung – eine Trennung löst den ursprünglichen Sinn auf – sollte also im originären Rahmen erfolgen. Eine Überführung in andere Bereiche, wie z.B. den der Pädagogik, ist wohl nur dann vertretbar, wenn man sich auf eine Kerndefinition bezieht; z.B.: Übertragung ist das Erleben einer früheren Erfahrung mit einem früheren externen Objekt im Rahmen einer aktuellen Situation mit einem anderen Objekt, mit oder ohne bewusstem Bezug auf die frühere Erfahrung. Die Originaldefinition im Originalrahmen sollte aber schon wegen des doch sehr in sich geschlossenen Systems der Psychoanalyse an erster Stelle stehen.

Bisweilen findet man den Begriff Übertragung auch im Rahmen der Diskussion von Abwehrmechanismen, worin die Schwierigkeiten im Transfer des Begriffs deutlich werden. Übertragung wird dann der Projektion gegenübergestellt, die Elemente *des eigenen Selbst* in das Gegenüber verlagert, wogegen die Übertragung dem Erleben von Eigenschaften *früher Bezugspersonen* im Gegenüber entspricht. Diese Einordnung der Übertragung in den Rahmen der Abwehrmechanismen wirft das Problem auf, dass der Begriff Projektion zum einen ein konkretes Abwehrverhalten im Rahmen der psychoanalytischen Theorie ist, zum anderen jedoch als Überbegriff zur Definition der Übertragung Verwendung findet. Man sieht sofort, dass ein Psychoanalytiker der obigen Einordnung der Übertragung als Abwehrverhalten - trotz ihrer inneren Logik - nicht zustimmen kann, denn der Übertragungs-Gegenübertragungs-Prozess ist in der Psychoanalyse die Basis, auf der sich Abwehrmechanismen bewusst machen lassen. Wenn die Psychoanalyse die Übertragung als Projektion frühkindlicher Beziehungsstrukturen zu damals wichtigen Bezugspersonen auf die aktuelle Beziehung zum Analytiker definiert, um die jeweiligen Eigenschaften jener Bezugspersonen im Bezug zum eigenen Selbst zu klären, und wenn dies alte Konflikte, die als Grund für Abwehrmechanismen angesehen werden, aufzulösen vermag, kann Übertragung selbst unmöglich als Abwehrmechanismus definiert werden.

Im weiteren Sinne kann man den Mechanismus der Übertragung natürlich allgemein auf das Erleben erwachsener Personen zu den Objekten ihrer Umwelt (Partner, Kinder, Kollegen etc. aber auch Haustiere, Pkw etc.) anwenden.

Verallgemeinert man den Begriff der Übertragung noch weiter, so wird Übertragung einer sehr allgemeinen Definition von Projektion gleichgesetzt: Das Erleben beliebiger Inhalte des Selbst (die psychische Gesamtheit, bewusst wie unterbewusst) in einem beliebigen externen Objekt (menschlich, tierisch, pflanzlich, anorganisch, nicht materiell). Auch, wenn diese Definition mit dem ursprünglichen Begriff rein gar nichts mehr zu tun hat, hat sie doch ihren Berechtigung. Man sollte dann jedoch, um Probleme zu vermeiden, die Abgrenzung zum Originalumfeld explizit machen.

Nebenbei: Gegenübertragung ist keine Gefahr, sondern das stetige *Beteiligtsein* des Analytikers. Das Definieren der Gegenübertragung als zu vermeidende Gefahr stellt vielmehr ein Abwehrverhalten dar, das auf eine zu analysierende Problematik hindeutet. Die Aufgabe eines Analytikers ist es, sein sich Gewahrwerden des Klienten ständig offen zu reflektieren; was wohl auf Widerstand stöße, wenn das, was offenbar wird, vom Überich als Gefahr gewertet würde.

Ch.

Überarbeiten[Quelltext bearbeiten]

Eigentlich sollte dieser Artikel überarbeitet werden, da die Sichtweise anderer psychotherapeutischen Schulen, sowie die Hisorie und die moderne Sichtweise nicht eindeutig ersichtlich sind. Das Beispiel ist zu banal und bringt wenig erkennbares für die Bedeutung der Übertragung im therapeutischen Prozess. Die Übertragung hat selbstverständlich überall Bedeutung, wo es sich um professionelle Beziehungen zum Zweck der Beziehung handelt. Also auch in der Pädagogik. Hierzu gibt es auch Literatur. Und sogar eine psychoanalytische Pädagogik und Sozialpädagogik. Dies ist einer Erwähnung wert. Wo ist der Link zum szenischen Verstehen? Ja ja ja, Baustelle auf...Widescreen 00:23, 15. Nov 2005 (CET)

Hundebeispiel nicht so ganz korrekt[Quelltext bearbeiten]

Eine Person wird von einem Hund gebissen und begegnet Tagen darauf einem anderen Hund und entwickelt die Befürchtung (negative Erwartungshaltung), dieser Hund könne sie ebenfalls beißen. Ob diese Erwartungshaltung angemessen ist, hängt insbesondere von den tatsächlichen Eigenschaften dieses betreffenden Hundes ab. Eine generalisierte (bewusste oder unbewusste) Übertragung im Sinne von „alle Hunde sind gefährlich und bissig“ und darauffolgende Entwicklung einer Hundephobie ist im allgemeinen nicht angemessen. Soweit ich weiss, ändert sich der Körpergeruch eines Menschen wenn er Angst hat. Das bedeutet, dass der Hund die Angst des Menschen auch wittert und nur durch den veränderten Körpergeruch auch Aggression beim Hund aufgebaut wird. Habe ich zumindestens mal irgendwo gelesen. durch die Veränderungen in der Zusammensetzung des Schweisses verändert sich schlagartig das Geruchsbild für den Hund so, das sich Aggression einstellt und er zubeisst. Ist vermutlich auch das grösste Problem in Bezug auf die Kampfhundrassen.--Keigauna 20:31, 12. Jan 2006 (CET)

Ja, mag sein, in einer realen Situation gibt es immer unzählige Aspekte (oder Wahrnehmungsfilter) unter denen die Situation betrachtet werden kann. Aber für den Artikel steht (in diesem Beispiel) nicht so sehr die objektive Beantwortung der Frage im Vordergrund "Warum beißt der Hund" sondern vielmehr das subjektive (innere) Erleben einer Person, die einem Übertragungsphänomen anheimfällt, und damit kann in diesem Artikel der von dir genannte Aspekt in dem Beispiel außer Acht gelassen werden - und zwar ohne dass damit die Beschreibung des Übertragungsvorgangs eingeschränkt würde. --Aquis 19:23, 3. Feb 2006 (CET)

Baustelle[Quelltext bearbeiten]

Habe mich heute erstmals an dem Artikel versucht und dabei gleich einiges verändert. Ich hoffe, dass sie Veränderungen nicht zu weitgehend waren und ich niemanden damit auf die Füße getreten bin. Das Hundebeispiel habe ich durch ein Menschenbeispiel ersetzt, das nach meiner Meinung ein angemesseneres Beispiel für einen alltäglichen Übertragungsvorgang ist. Das Therapiebeispiel habe um eine Erläuterung ergänzt, da weder die Zuneigung zur Therapeutin noch das Einladen Übertragung ist. Erst der Zusammenhang zu unbewussten Gefühlen gegenüber der Schwester macht aus dem Vorgang Übertragung.

Eine Begriffsgeschichte habe ich versucht zu beginnen. Sie noch sehr mager ausgefallen. Wenn es mal irgendwann etwas mehr gibt, dass kann man auch eine Überschrift draus machen.

Ich schlage vor, eine neue Überschrift "Erklärungsmodelle" oder auch "Theoretischer Hintergrund" einzufügen und die beiden Überschriften "Tiefenpsychologie" und "Psychoanalyse" als Überschriften 2. Ordnung herabzustufen. Hier könnte man dann beliebig neue Überschriften, wie z.B. "Pädagogik", "Verhaltenstherapie", "Systemische Therapie" u.a. einfügen. Der Psychoanalyse gebürt zwar die Ehre, den Begriff der Übertragung erfunden zu haben, mittlerweile wird er jedoch unabhängig weiterentwickelt.

Ich sehe es wie Aquis, dass es schwierig ist, wenn andere Therapieschulen Begriffe "klauen" und weiterentwickeln. Am besten wäre es, wenn in solchen Fällen ein neuer Begriff geschaffen würde, um klarzumachen, dass das theoretische Modell, das hinter dem Begriff steht, sehr unterschiedlich ist. Im Bereich der Übertragung ist dieses jedoch schwierig, da es meines Wissens keinen vernünftigen Alternativbegriff aus der VT gibt. Man kann in solchen Fällen Begriffe nur aus verschiedenen Richtungen beleuchten. Die "Leuchtrichtung" sollte immer erkennbar sein.

Vielleicht weiß auch jemand was von dem Übertragungskonzept von Fonagy und Sandler [1]: Offenbar ein Konzept, das der Übertragung einen zentralen Stellenwert in der Psychotherapie einräumt. Als Verhaltenstherapeut bin ich überfordert, es in 3-4 knackigen Sätzen zusammenzufassen. Ich denke, auch Ferenci könnte erwähnt werden.

Auch Links fehlen noch völlig.

Ich denke wie Widescreen, dass auf dieser Baustelle noch einiges zu tun ist. Lupuskus 10:51, 23. Jan 2006 (CET)


Der erste Anschnitt liest sich ja schon deutlich besser als noch vor einem halben Jahr. Gut finde ich , dass auch ein Beispiel aus dem Alltagsleben genommen wurde und dass als Beispiel die große Schwester und der Vorgesetzte anstatt der Paradebeispiele Vater oder Mutter gewählt wurden und damit die Bandbreite erweitert wird. Was mir an den Beispielen aber noch fehlt ist die Beschreibung des Übertragungsvorganges "als solchem" bzw. des "Mechanismuss' ". Die gängigen Beispiele die man so im Allgemeinen findet beschreiben nur die Auswirkungen und behaupten, dass eine unbewußte Identifikation mit einer anderen Person vorliegen, die entsprechende Erwartungen aufkommen lassen. Es wird dabei nicht beschrieben , warum und wie es dazu kommt. (Damit ich nicht mißverstanden werde: ich möchte damit nicht die genannten Beispiele abschwächen - es sind die besten die wir bis dahin hatten.) Ich stelle mir dabei so eine Ausführung in Richtung Mustererkennung und als Aufhebung einer Generalisierung durch zunehmende Differenzierung vor, falls es damit zu erklären wäre. Das vorherige Beispiel mit dem Hund war zwar etwas holzschittartig hatte aber noch den zusätzlichen Aspekt, dass es für einen Durchschnittsleser vielleicht etwas einfacher nachvollziehbar ist als das hegen subtiler Erwartungen an eine bestimmte Person, die durch unbewußte Vorgänge hervorgerufen werden. --Aquis 20:01, 3. Feb 2006 (CET)

Außen-Übertragung[Quelltext bearbeiten]

Dieser Begriff ist mir gelegentlich in psychoanalytischer Literatur begegnet, ich weiß nicht, was er bedeutet. Wäre vielleicht einen eigenen Artikel wert.

Zum älteren Einwand von ganz oben, der Artikel sei zu Psychoanalyse-lastig, möchte ich hervorheben, daß es ein psychoanalytisches Grundkonzept eben ist - von daher wäre sogar über Spaltung in zwei Artikel nachzudenken also Übertragung (Psychologie) und Übertragung (Psychoanalyse). Über Übertragung ist nämlich schon allein in psychoanalytischer Literatur so viel (und so verschiedenartiges) geschrieben worden, daß es ohne Not einen eigenen komplexen und differenzierten Artikel ergeben dürfte. --Sonnenblumen 13:00, 26. Okt. 2007 (CEST)

Übertragung - Gegenübertragung[Quelltext bearbeiten]

Hallo miteinander, das Konzept der Gegenübertragung ist im Artikel nicht richtig dargestellt. Vielleicht mag das jemand ändern, der das - im Gegensatz zu mir - so mit Quellenangaben etc. aus dem Ärmel schütteln kann. Wie auch auf der Wikipedia-Seite zum Begriff Gegenübertragung zu lesen ist, handelt es sich hierbei nicht um die Gefühle, die der Therapeut auf den Patienten überträgt, sondern um die Gefühle, die durch die Übertragung des Patienten im Therapeuten ausgelöst werden. Gruß Inga

Wie unter Gegenübertragung (jetzt) dargestellt (und selber kürzlich erlebt) wird der Begriff leider unziemlich verschieden verwendet und verliert damit erheblich an Klarheit und Trennschärfe. Eine Angleichung der beiden Artikel ist trotzdem notwendig, da innerhalb einer "Enzyklopädie" - die das hier doch eines Tages werden soll - nicht divergierende Informationen vermittelt werden dürfen. / Ich kannte es allerdings auch so, wie Sie schreiben. -- 147.142.186.54 20:39, 25. Nov. 2009 (CET)

Beispiel - widersprüchlich zum Inhalt der Seite[Quelltext bearbeiten]

Das folgende Beispiel der Hauptseite stimmt nicht mit den Erklärungen der Hauptseite überein:

"Beispiel: Eine depressive Patientin fühlt sich von ihrer Therapeutin gut verstanden und hegt freundschaftliche oder zärtliche Gefühle für sie. Sie überträgt diese Wünsche und meint, dass die Therapeutin ebenso denken und wünschen würde."

Wenn ich es richtig verstanden habe, war dies die Projektion! Die Übertragung meinte doch, dass ich Gefühle, die eigentlich Personen aus der Vergangenheit betreffen auf gegenwärtig anwesende übertrage! Zitat aus dieser Seite: "... dass ein Mensch alte [...] Gefühle, Affekte, Erwartungen [...], Wünsche und Befürchtungen aus der Kindheit unbewusst auf neue soziale Beziehungen überträgt und reaktiviert.

"Daher kauft sie ihr Geschenke und lädt sie zum Kaffee ein. Unbewusst sieht sie in der Therapeutin ihre erfolgreiche Schwester, die immer erfolgreicher war als sie und der sie immer nachgeeifert hat."

Als ein Beispiel für die Übertragung müsste die Frau ihr nicht Geschenke kaufen sondern beginnen, der Therapeutin nachzueifern!!!! Oder sie müsste eine freundachaftlich/zärtliche Beziehung zu ihrer Schwester gehabt haben.

"In der Therapie werden diese Zusammenhänge behutsam von der Therapeutin zusammen mit der Patientin erarbeitet. Die Patientin lernt dabei, dass ihre Depression auch Folge von Misserfolgen ist, die sie nur dadurch erlebt hat, dass sie immer versucht hat, ihre Schwester zu kopieren."

Das hat m.E. nichts mehr mit der Übertragung zu tun, die Depression könnte auch ganz woanders her stammen. Da es für das Verständnis der Übertragung nicht wichtig ist, würde ich das weglassen.

Vielleicht mag jemand, der sich regelmäßig um diese Seite kümmert das nachbessern?

Viele Grüße

Christian (nicht signierter Beitrag von 80.144.107.186 (Diskussion | Beiträge) 23:41, 20. Jul 2009 (CEST))

Definition[Quelltext bearbeiten]

Die Definition erscheint mir nicht schlüssig. Sinngemäß besagt die Definition: "Er [der Begriff Übertragung] bezeichnet [...] den Vorgang, dass ein Mensch [...] verdrängte [...] Gefühle, [u.a.] aus der Kindheit [...] auf neue soziale Beziehungen überträgt und reaktiviert." Der Begriff, der erklärt werden soll, wird also unter Verwendung des Begriffs definiert, was logisch falsch ist (Zirkelschluss). Falls es sich um eine feste Definition handelt, wäre ein Beleg wünschenswert. (nicht signierter Beitrag von 79.253.63.163 (Diskussion) 17:50, 21. Nov. 2012 (CET))

Falsche Aussagen[Quelltext bearbeiten]

Der Artikel enthält einige Falschaussagen. Unter anderem fällt diese falsche Behauptung auf: "...von Sigmund Freud und wurde später von zahlreichen seiner Schüler und unter anderem von Carl Gustav Jung..." C. G. Jung war weder Schüler Freuds noch wollte er dies sein. Die Fehlinterpretation kommt lediglich von patriarchalisch geprägten Pseudowissenschaftlern, die ihre eigene Kindheit im repressiven religiösen Milieu, ebenso wie Freud, nie aufgearbeitet haben. --92.74.104.206 13:21, 11. Dez. 2016 (CET)