Diskussion:Geschichte Kroatiens

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Die Artikel Geschichte Kroatiens und Frühe Geschichte Kroatiens haben sich thematisch überschnitten. Daher wurden aus dem Artikel Frühe Geschichte Kroatiens einige Textpassagen übernommen und in Geschichte Kroatiens eingefügt.

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Normalo 16:11, 8. Feb. 2010 (CET)

Kroatien-national Bildung[Quelltext bearbeiten]

Nachdem in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts das mittelalterliche kroatische Königreich seine Blütezeit erlebte, übernahm die ungarische Dynastie der Arpaden 1102 durch so genannte Pacta Conventa die kroatische Königskrone. Diese Verbindung blieb, mit Ausnahme der Türkenkriege im 16, 17 und früheren 18. Jh. und einiger anderer Unterbrechungen, in verschiedener Form bis zum Jahre 1918 bestehen. In dieser Zeit war Kroatien aber nie wirklich ein gleichgestellter Verbündeter, es war immer von Ungarn abhängig oder, wie das magyarische Verfassungsrecht es nennt, Kroatien gehörte zu den „partes adnexae“ der ungarischen Krone. Kurz gesagt, es war ein Nebenland Ungarns. Anderseits war Kroatien, mit Ausnahme einer kurzen Zeit nach dem 1699 mit den Türken geschlossenen Frieden von Karlowitz, niemals eine ungarische Provinz. Es hatte immer einen autonomen Charakter, obwohl die Grad dieser Autonomie im Laufe von 700 Jahre immer niedriger wurde. Im Allgemeinen kann man sagen, dass diese Autonomie bis zum Jahre 1848 auf einer Zivilverwaltung unter einem königlichen Banus stützte. Dieser war kroatischer Nationalität und hatte ausgedehnte Machtbefugnisse. Seine Verwaltung wurde weitgehend durch den kroatischen Ständelandstag kontrolliert. Doch die gesetzlichen Beschlüsse, die dieser Landtag fasste, mussten mit denen der ungarischen Gesetzen übereinstimmen. Trotzdem waren zwei der wichtigsten Staatsakte in der kroatischen Geschichte der Neuzeit - Wahl der Dynastie Habsburger 1527 und die Anerkennung der Pragmatischen Sanktion 1712 – die freie Entscheidungen der kroatische Stände und ein klarer Ausdruck der autonomen Stellung Kroatiens als historisch-politische Individualität in seiner Beziehung zu Ungarn und zum Reich. Die kroatischen Länder standen stets im Spannungsfeld ungarischer, österreichischer, venezianischer und osmanischer Interessen. Deshalb war der Rückgriff auf die Beschlüsse der kroatischen Stände wie Pacta Conventa und andere historische Dokumente - als Beweis einer ununterbrochenen jahrhundertelangen Autonomie - ein wesentlicher Bestandteil der kroatischen Nationsbildung. Noch in der franzisko-josephinische Epoche erlebte die kroatische Historiographie ihre Grundlegung als wissenschaftliche Disziplin. Die vielbändigen Quelleneditionen und Gesamtdarstellung vollbrachten eine umfassende Aufarbeitung der nationalen Vergangenheit und fanden zunehmend breite Resonanz in der Öffentlichkeit. Damit wurde ein Mobilisierungsmittel für die künftigen nationalen Auseinandersetzungen geliefert, dessen unmittelbare Folge die Forderung einer politischen Aktion für ein freies politisches Leben der Kroaten war. Durch die Französische Revolution verkehrte sich der Begriff Nation von einer Bezeichnung der privilegierten Adelsschichten ins Gegenteil einer tendenziell unbegrenzten sozialen Ausweitung des Geltungsanspruches und bewirkte die Entdeckung des nationalen Bewußtseins auch bei den Kroaten. Den Namen Illyrien für die südslawischen Gebiete holte Napoleon I in den Jahren von 1805 bzw. 1809 bis 1813 aus der Vergessenheit zurück, indem er seine „Provinces Illyriennes“ errichtete. Nach seinem Dekret von 1811 standen zum ersten Mal slowenische und kroatische Gebiete: Krain, Kärnten, Istrien, Zivilkroatien, Dalmatien, Dubrovnik und Militärgrenze unter einer Verwaltung. Der Gouverneurmarschall Marmont, der aus Ljubljana, der illyrischen Hauptstadt, das Land verwaltete, setzte sich für die Einführung der Volkssprache, die er illyrisch nannte, im öffentlichen Dienst und anderen Domänen ein. Damit war der Stein für die Entwicklung der „illyrischen“ Sprache und der illyrischen Bewegung gelegt. Der Hauptanliegen der napoleonischen Zeit jedoch war die Tatsache, dass unter dem französischen Regime zum ersten Mal seit vielen Jahrhunderten die kroatischen zerstreuten Siedlungsgebiete vereinigt gewesen waren. Nach der großen, wenn auch nur vorübergehenden Veränderungen der napoleonischer Zeit waren die kroatisch-magyarischen Beziehungen durch einen ständig wachsendem Konflikt gekennzeichnet, der sich vor allem in dem Kampf der kroatischen und magyarischen mittelalterlichen Stände, d.h. der kroatischen und magyarischen Vertretern im ungarischen Reichstag äußerte. Die Hauptfrage in diesem Zwist war scheinbar, ob sich die kroatischen Vertreter in den Sitzungen der magyarischen oder lateinischen Sprache bedienen sollen. Dieser ursprünglich eng begrenzte Sprachstreit nahm aber in den ungarischen Reichstagen von 1840, 1843, 1847 und 1848 viel größere Dimensionen an, als die Magyaren gegen die heftige Opposition der kroatischen Abgeordneten ein Gesetz verabschiedeten, wonach die Einwanderung in die Länder der ungarischen Krone einschließlich Kroatiens von der Kenntnis der ungarischen Sprache abhängig sein sollte. Ebenso sollte das Magyarische anstelle des Lateinischen die offizielle Sprache im magyarisch-kroatischem Verkehr werden. Die weitreichenden Folgen dieser magyarischen Gesetzgebung und der heftige kroatische Widerstand dagegen machten den Sprachkonflikt zum Hauptfaktor, wenn auch nicht zum letzten Grund der kroatischen antimagyarischen Politik im Vormärz. Die Kroaten ließen sich gegen durch ,,nationalen Egoismus“ geprägte ungarische Nationalitätenpolitik und gegen das ,,chauvinistische Großmachtstreben“ Ungarns vom Kaiser 1848 leicht gewinnen, da sie eben in diesem Kampf einen Kampf gegen die Magyarisierungspolitik sahen. Jelačić kämpfte geleitet von der Idee eines Kaiserreiches, in dem alle Völker gleichberechtigt leben sollten, und erklärte am 19. April 1848 alle Beziehungen zu Ungarn für beendet.

Nationale Bewegung Die Bewusstwerdung der kroatischen Nation begann bereits in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts mit Vertretern der illyrischen Denkschule. Die führende Figur der Illyrischen Bewegung war Ljudevit Gaj. Aus seinen historischen Studien leitete Gaj die staatliche Kontinuität Kroatiens seit dem 9. Jahrhundert ab, die er den damaligen Magyarisierungsbestrebungen entgegensetzte. Seinen Namen verbindet man aber vor allem mit dem Band Kurzer Entwurf einer kroatischen - slawischen Orthographie nach philosophischen, nationalen und ökonomischen Grundlagen, mit dem er eine Orthographiereform der kroatischen Volkssprache durchführte. Die eigene selbständige Sprache wurde darüber hinaus sehr bald auch Symbol der nationalen Gemeinschaft, und der Kampf um diese Symbol manifestierte sich bereits zu Beginn der vierziger Jahren in kroatischen Reden im ungarischen und kroatischen Landtag (Kukuljevic 1843). Obwohl sich der Sabor bereits 1847 gegen die Einführung der ungarischen Sprache als Amtssprache entschieden zur Wehr setzte und kroatische Sprache als Amtssprache deklarierte, konnte sich diese nach vorübergehender Einführung 1848/49 erst nach 1860 in Kroatien-Slawonien als Verhandlungssprache im Landtag und beim Gericht, als innere Dienstsprache und äußere Amtssprache bei den Behörden und als Unterrichtssprache in den Schulen durchsetzen. Nachdem Ausgleich war sie auch als Dienst- und Kommandosprache in der kroatischen- slawonischen Heimwehr und als Dienstsprache in der Eisenbahnverwaltung vorgesehen. Durch die illyrische Bewegung, die zunächst eine Konzeption der nationalen Vereinigung und Vereinheitlichung aller Südslawen auf kulturellem Gebiet darstellte, versuchten die Kroaten sich den Magyarisierungsbestrebungen seitens Ungarn zu Wehr zu setzen und die kulturelle und politische Eigenständigkeit des kroatischen Volkes zu sichern. Die Unterstützung fand der Illyrismus bei dem reicheren Handelsbürgertum, bei der Intelligenz bürgerlicher und adeliger Herkunft, dem niederen Klerus und beim mittleren, verschuldeten Adel. Dieser schloß sich der Bewegung weil er seine Privilegien bei der Abschaffung der lateinischen Sprache gefährdet sah und weil die Beamtenstellen, die sie nicht bekommen könnten, falls ungarisch die allgemeine Amtssprache werden sollte. So bedeutete der Illyrismus in gleichem Masse sowohl eine nationale als auch eine ökonomische Emanzipationsbewegung, die in umgekehrter Relation zum politisch-ökonomischen Vormachtstreben der Madjaren und kroatischen Madjaronen (des Hochadels) stand. Illyrer hatten auf gesamt südslawischer Ebene zunächst keine politischen Aspirationen und kämpften nur für die Förderung der kulturellen Einheit der Südslawen unter dem illyrischen Namen. Da sie für einen Ausgleich der historisch, sprachlich und religiös bedingten Unterschiede zwischen den südslawischen Völkern durch die Sprache und Literatur kämpften, kann ihrer Illyrismus als ein unitarischer kultureller Jugoslawismus, zur Überwindung regionaler Partikularismen, eingestuft werden. Ab 1837 beginnen die illyrische Führer unverhüllt für die Idee der illyrischen Einigungsbewegung einzutreten. Besonders in den vierzigen Jahren kommt es zur Politisierung kultureller Ideen, was besonders in den Forderungen des Volkes (veröffentlicht 25. 03. 1848) deutlich wird. Die Wahl Jelačić zum Ban, die Vereinigung mit dem Königreich Kroatien und Slawonien der kroatischen historischen Gebieten Dalmatiens samt corpus separatum Rijeka und Militärgrenze, die nationale Unabhängigkeit (ohne dass dabei an eine Sezession von Ungarn gedacht wurde), Aufrechthaltung ihrer munizipalen Reche, Durchsetzung des Beschlusses über die Einführung der Nationalensprache in der inneren und äußeren Verwaltung und in den höheren und niederen Lehranstalten, Errichtung einer Universität in Zagreb, Presse-, Glaubens-, Lehr-, und Redefreiheit, Zusammensetzung des Sabors auf der Grundlage Gleichheit ohne Standesunterschiede, Gleichheit vor dem Gesetz, Aufhebung der Untertänigkeit und der Robot der Bauern, sind die wichtigsten der Forderungen. Ferner sollte eine solche Union alle südslawische Völker einschließen der unter der türkischen Herrschaft stehenden Serben und Bulgaren in einem Groß-Illyrien verbinden. Der anfänglichen Ideen der Illyrischen Bewegung und kroatischer Wiedergeburt entsprangen nach 1848 sowohl der exklusive kroatische Nationalismus als auch der Jugoslawismus. Starcevic, den seine Anhänger bereits zu Lebzeiten als Vater des Vaterlandes verehrten, war in jungen Jahren überzeugter Illyrist. Das Revolutionsjahr 1848 wurde zum Wendepunkt seiner Biographie, denn er beantwortete das Scheitern der illyristischen Hoffnungen und die desillusionierenden nationalitätenpolitischer Ergebnisse seitheriger Reichsreformexperimente mit dem Appell an die Kroaten, sich auf sich selbst zu besinnen. In ihm verfestigte sich die Überzeugung, dass nur die Kroaten selbst, ihr Schicksal glücklich gestalten könnten. Ebenso wenig wie Wien oder Budapest sah er in anderen südslawischen Völkern verlässliche Verbündete. Ähnlich wie Gaj stützte sich Starcevic auf das historische kroatische Staatsrecht als Beweis für die staatliche Kontinuität und Eigenständigkeit Kroatiens seit dem Mittelalter. Der Wille zum unabhängigen kroatischen Nationalstaat war der zentrale Faktor des Nationalismus Starcevics. Daher nahm die Bestimmung der kroatischen Nation einen wichtigen Platz in der Ideologie Starcevics ein. Starcevic formulierte seine Position der Serben betreffend im Kontext der großserbischen Konzeptionen von Vuk Karadzic und Ilija Garasanin und entwarf ein großkroatisches Gegenkonzept. Mit der Gründung der Rechtspartei (Stranka Prava) 1861 durch Starcevic und Eugen Kvaternik formierte sich eine Partei, die im scharfen Widerspruch zu allen anderen Parteien im Sabor agierte. Die neue Partei präsentierte sich als kleinbürgerliche Ideologie, die mangels einer organisierten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Praxis über eine bedingungslose Anlehnung an die Dynastie und die großösterreichischen Kreise und eine konsequente antiserbische Politik eine Lösung der kroatischen Frage im Rahmen der Monarchie anstrebte, wobei die Mithilfe der Kroaten bei der Sicherung der österreichisch- ungarischen Machtstellung auf dem Balkan vor allem in der Zeit der Annexionsvorbereitungen mit einer weitgehenden Autonomie belohnt werden sollte. Der wichtigste Protagonist des Jugoslawismus war Josip Juraj Strossmayer. Bevor er 1849 zum Bischof von Djakovo berufen wurde, studierte er Philosophie und Theologie in Budapest und Wien. Er ermöglichte sowohl die Gründung der Jugoslawischen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste 1866 in Zagreb, als auch 1874 die Gründung der Zagreber Universität. Der Jugoslawismus wurde von Franjo Rački (1828-1894), dem ersten Präsident der Jugoslawischen Akademie, 1860 in seinem Aufsatz Das Jugoslawentum konzipiert. Er vertrat die These von einer einzigen politischen und geistigen Geschichte des jugoslawischen Volkes und sah seine Aufgabe in der Förderung der kulturellen Vereinigung der Kroaten und Serben. Als Postulat der Einigung der Jugoslawen setzte Rački ihre sprachliche Verwandtschaft. Weiter unterstrich er die ethnische und kulturelle Verwandtschaft der Südslawen und betonte, Serben und Kroaten hätten ursprünglich eine Nationalität gehabt, durch den geschichtlichen Verlauf sei es aber zu ihrer Trennung gekommen. Er gab vor allem der Erhaltung der historischen Traditionen bei den Kroaten und Serben einen hohen Stellenwert. Was er nicht wünschte war eine automatische Verschmelzung der beiden Kulturen, er wollte zuerst die günstigen Voraussetzungen für eine weitere Annäherung schaffen. Genauso lehnte er es ab, Serbien zum Zentrum des Südslawentums zu erklären und sah die Vereinigung des „Dreieinigen Königreiches“ als Vorbedingung für die jugoslawische Vereinigung, zunächst auf der föderativen ebene und im Rahmen der Habsburgermonarchie. Bischof Strossmayer (1815-1905) hingegen verstärkte die Kontakte mit der serbischen Orthodoxie, und war sich mit Ilija Grašanin, dem serbischen Außenminister, bezüglich der Gründung eines von Österreich und Türkei unabhängigen jugoslawischen Staates einig. Nach dem Ende des Bachschen Neoabsolutismus initiierte Strossmayer die Wiederauflage der Nationalen Partei unter dem Namen Nationalliberale Partei. Als Vertreter im Sabor (Kroatischer Landtag) trat er für die Vereinigung Dalmatiens mit Kroatien-Slawonien ein. Politisch schwebte ihm eine Föderation gleichberechtigter Völker zunächst innerhalb des Habsburgerreiches, später in einem eigenen südslawischen Staat, vor. Sowohl der Illyrismus, als auch der Jugoslawismus hatten als ihr Leitmotiv die Einheit aller Slawen. Beide Strömungen entstanden auf dem kroatischen Boden und breiteten sich aus. Sie erreichten jedoch meistens nur die kroatische Intelligenz. Das Problem dieser nationalen Bewegungen war, dass sie nicht vom Volk getragen wurden. Nur der kroatische Adelige fühlte sich als Mitglied der Nation. Ausgleich Ihrem Wesen nach war die kroatisch-magyarische Frage, in der sich um die gesetzliche Form des verfassungsmäßigen Verhältnisses des Königreiches Kroatien zur ungarischen Krone handelte, nicht nur eine der ältesten, sondern im vielfacher Hinsicht auch eine der stabilsten des Reiches. Die Annahme des Ausgleiches bedeutete vom kroatischen Standpunkt aus eigentlich nur die Wahl zwischen einem größeren und einem, wie es damals schien kleinerem Übel. Das erste wurde dargestellt durch die noch lebendige Erinnerungen an das absolutistische Regime Bachs, das letztere, nach dem Jahr 1849, durch die etwas verblasste Erinnerung an den anmaßenden Ergeiz der Magyaren. Dieser Ausgleich stellte aber gleichzeitig die Wahl zwischen dem Vertrauen in die erfolglosen und inkonsequenten verfassungsrechtlichen Experimente der österreichischen Kabinette in den Jahren von 1860 bis 1867, die zwischen Zentralismus und einem traditionellen feudalen Absolutismus hin und her schwankten- und dem anscheinen ehrlichen Liberalismus Deaks und Eötvös. Der magyarisch-kroatische Ausgleich von 1868 war, nach der herrschenden nicht magyarischen politischen Anschauungen, eine Realunion zweier Staaten, die einen gemeinsamen Herrscher und gewisse gemeinsame Funktionen besaßen. Aber zum Unterschied zum österreichisch-ungarischen Ausgleich war er kein Bündnis zweier nominell gleicher Partner, sondern ungleicher, d.h. der Status Kroatiens wurde dem Ungarns nicht angeglichen, sondern ihm in wichtigen Dingen untergeordnet. Mit dem Ausgleich sollten einige Institutionen in gemeinsamer Verantwortung bleiben, andere wiederum sollten im Bereich der kroatischen Autonomie aufgehoben sein. So waren der König, die Regierung und der Reichstag in Budapest, sowie die Finanzen gemeinsam. Kroatien bekam autonome Befugnisse im Bereich der inneren Gesetzgebung und der Verwaltung und im Kultus- und Unterrichtswesen sowie in der Justiz. Durch den Ausgleich wurde die Stellung des Banus verändert. In Kroatien kam ihm die Stellung eines Ministerpräsidenten zu, der dem Sabor verantwortlich war. Aber dadurch, dass er nun vom ungarischen Ministerpräsidenten vorgeschlagen und dann vom König wie üblich eingesetzt wurde, war er jetzt der ungarischen Regierung verantwortlich, und sein Rang wurde auf den eines von der ungarischen Regierung abhängigen Beamten herabgesetzt. Dazu wurde noch ein kroatisch-slawonischer Minister in der ungarischen Regierung in Budapest ernannt, mittels welchen die ungarische Regierung die Autonomie in Kroatien kontrollieren konnte. Auch hier begegnet man denselben Interpretationsdifferenzen wie bei der Frage der pacta conventa. Die Interpretation der Dokumente ist grundsätzlich wichtig, da dann daraus verschiedene Rechte beansprucht werden. Ungarn wollte auch nach dem Ausgleich keinen stattlichen Charakter Kroatiens anerkennen, sondern gab ihm nur den Status einer ungarischen Provinz. Die Kroaten beharrten darauf, dass dieses Vertragswerk ein Vertrag zwischen zwei Staaten darstellt, da er von zwei Parlamentsausschüssen ausgehandelt wurde und Parlamente ein Charakteristikum von selbständigen Staaten seien. Außerdem hätte Ungarn durch die Paragraphen §59, §65, §66, §67 Kroatien als eigenes staatliches Territorium anerkannt. Mit dem Ausgleich wurde Kroatien eine besondere Autonomie mit Elementen der Staatlichkeit verliehen, die eine Einzigartigkeit innerhalb der Monarchie stellten, allerdings ist die Autonomie von der ungarischen Exekutive und der Legislative abhängig gewesen, und dazu führte Ungarn nach dem Ausgleich eine Politik der ,,systematischen Verletzung des Ausgleichs. Sie blickt auch auf die Zeit nach dem Ausgleich hinaus und beschreibt die wirtschaftliche Rückständigkeit Kroatien - Slawoniens und Dalmatiens, die auch zum Teil eine Folge der Vereinbarungen waren, die im Ausgleich getroffen wurden. Zum einen sei die strukturelle Krise, die sich bei der Transformation vom Feudalismus zum Kapitalismus ergeben habe an der wirtschaftlichen Misere schuldig, und zum anderen ist es ganz konkret die Finanz- und Wirtschaftspolitik der ungarischen Regierung. Damit habe sich der Nachteil, dass Kroatien keine eigenen Finanzquellen und Finanzkompetenzen hatte und von der Gnade des ungarischen Finanzministers abhängig war, nun spürbar auf die wirtschaftliche Situation ausgewirkt. Quellen: Der ungarisch-kroatische Ausgleich, in: Bernatzik, Edmund (Hg.): Die österreichischen Verfassungsgesetze, vom 17. Februar 1867., Bd. II., Wien 1911. Literatur: Kann, Robert A.: Das Nationalitätenproblem der Habsburgermonarchie. Geschichte und Ideengehalt der nationalen Bestrebungen vom Vormärz bis zur Auflösung des Reiches im Jahre 1918. Bd. 1. Das Reich und die Völker, Graz, Köln 1964. Wandruszka, Adam/Ubanitsch, Peter (Hgg.): Die Habsburgermonarchie1848-1918. Bd. 3. Die Völker des Reichs, Wien 1980. Žeguc, Ivan: Die Nationalpolitischen Bestrebungen der Karpato-Ruthenen 1848 – 1914, Wiesbaden 1965.

Haselsteiner, Horst: Zur südslawischen Problematik des österreichisch- ungarischen Ausgleiches, in: Wandruszka, Adam (Hg.): Die Donaumonarchie und die südslawische Frage von 1848 bis 1918, Wien 1978, S. 48-56. Sunhaussen, Holm: Nationsbildung und Nationalismus im Donau- Balkan- Raum, in: Forschungen zur osteuropäischen Geschichte 48 (1993), S. 232-258. Szasz, Zoltan: Politik und Nationalitätenfrage in der Zeit des Dualismus (1867-1918), in: Köpeczi, Béla (Hg.): Kurze Geschichte Siebenbürgens, Budapest 1990, S. 595-640.

(nicht signierter Beitrag von 213.23.53.38 (Diskussion) 15:24, 19. Apr. 2004 (CEST))

Kroatischer Frühling[Quelltext bearbeiten]

Erlaubt mir eine Ergenzung zum Artikel: Der Kroatische Frühling 1971 entflammte ursprünglich als Sprachstreit und zwar die kroatischen Intelektuellen haben um die Gleichstellung der kroatischen Sprachen gekämprft. Denn schon damals übervog in dem Alltag der Gebrauch der serbischen Variante. Begonnen hat alles mit einer Deklaration über die Bezeihnung und Stellung der kroatischen Literatursprache vom 17. März 1967. Die Deklaration haben die wichtigsten Schriftsteller und Wissenschaftler Kroatiens unterzeichnet, darunter Krleza...usw. Natürlch war der Tennor nicht nur auf der Sprache gesetzt, nach und nach kamen auch die nationale Bestrebungen zum Ausdruck! Am Ende wurde neben der Intellektuellen auch Studenten und die Spitze des Bundes der Kommunisten Kroatiens im Konflikt involveirt. 29. November 1971 wurde die gesamte Führung des Bundes gesäubert.Bis Mitte 1972 wurden 550 Personen festgenommen, insg. 2000 Menschen verurteilt. Es folgt die zeit des kroatischen Schweigens (hrvatska sutnja). Gruß (nicht signierter Beitrag von 82.82.79.217 (Diskussion) 13:09, 23. Apr. 2004 (CEST))

Defekter Weblink[Quelltext bearbeiten]

GiftBot (Diskussion) 11:18, 27. Nov. 2015 (CET)