Diskussion:Martin Heidegger und der Nationalsozialismus

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Provisorische Seite zur Bibliographie[Quelltext bearbeiten]

Hier habe ich den Entwurf zur Seite einer Bibliographie zur allgemeinen Bearbeitung angelegt.--BaneshN. (Diskussion) 01:04, 30. Mär. 2017 (CEST)

Das ist, weil offenbar wohldurchdacht, viel besser, als ich es mir vorgestellt hatte. Respekt! --Machtjan X 10:15, 30. Mär. 2017 (CEST)
Gleichfalls, mir wäre der Gedanke einer bibliographischen Seite gar nicht eingefallen.--BaneshN. (Diskussion) 11:21, 30. Mär. 2017 (CEST)
Zum Kommentar von Machtjan X auch jener von Anima (Diskussion) 22:03, 25. Mär. 2017 (CET) „P.S.: Die Idee hinsichtlich der zusätzlichen Bibliographie finde ich ausgezeichnet.“
Natürlich können wir auch über die Seite Deskriptive Bibliographie zur Seite Martin Heidegger und der Nationalsozialismus und ihrer redaktionellen Verbindung mit dieser nochmal formal abstimmen. Es wäre aber sinnvoll, die Vorteile dieser bibliographischen Seite vorher in Ruhe zu bedenken.--BaneshN. (Diskussion) 13:28, 31. Mär. 2017 (CEST)
Ich habe der bibliographischen Seite das Schlagwort „Levinas, E., Verhältnis zu H.“ hinzugefügt, das noch mit dem dazu gehörigen Quellenmaterial ausgestattet werden muss. Wenn es dort in der Übersicht lexikalisch gelistet ist, können wir auch leicht einen Konsens für die adäquate(n) Formulierung(en) dazu finden.--BaneshN. (Diskussion) 14:32, 31. Mär. 2017 (CEST)
Dank dir, BaneshN., für dein außerordentlich großes Engagement. Dadurch wird die vorhandene Philosophie-Bibliographie Heideggers sehr viel substantieller. Aus meiner Sicht kannst du das Erarbeitete unter dem Gliederungspunkt: Heidegger + noch heute veröffentlichen. Mein Dank gilt auch Filinthe, der vieles zu dieser Bibliographie beigesteuert hat. --Anima (Diskussion) 17:56, 31. Mär. 2017 (CEST)

Zusammenfassung der Resteposten aus den Threads oben (ggf. erweitern)[Quelltext bearbeiten]

1. Reste der Kürzungen

Aus den bisherigen Kürzungen ergeben sich Reste, die wir ggf. unterbringen können:

  • Brief an Fritz, 28. Oktober 1932 (Dass den Juden ein solches Manöver wie die Papenepisode gelungen ist, zeigt eben, wie schwer es auf jeden Fall sein wird, gegen alles, was Großkapital und dergleichen Groß- ist, anzukommen.)
  • Hans Jonas, ein ehemaliger Student Heideggers – er musste nach der Machtübernahme wegen seiner jüdischen Herkunft emigrieren – bestätigt zwar das Interesse vieler jüdischer Studenten, bei Heidegger zu hören, meint aber, dieses sei einseitig gewesen: „Ich weiß nicht, ob es Heidegger so ganz behaglich war, daß gerade junge Juden zu ihm strömten, aber er war an sich ganz und gar apolitisch.“[66]

2. Offene Diskussionen

  • Die Frage, wie Heideggers philosophischer Gedanke und seine Beziehung zum NS dargestellt werden soll, wurde oben im Thread: Zu 1.2.1. „Hitlers Mein Kampf“ von Lutz und von Machtjan X aufgeworfen - und dass z. B. Anders und Givsan als Autoren fehlen.
  • Thema: Hannah Arendts Zitat bezüglich Heidegger und den Futuristen. Filinthe: „Das komplette Zitat aus dem Brief ist hier zu lesen. Könnte nicht dieses Thema im Abschnitt „Verhältnis zu Hannah Arendt“ erwähnt werden? Es geht um die Frage einer möglichen „Korrelation“ („interrelationship“) zwischen H., Jünger und den Futuristen.“ Filinthe (Diskussion) 14:42, 2. Apr. 2017 (CEST) Quellenrepertorium zu Hannah Arendts Zitat über Heidegger und den Futurismus

3. Vorschläge für noch zu bearbeitende Abschnitte

  • Im Kapitel 5: Zu Emmanuel Faye - Vorschlag von KarlV:

„Thomas Meyer warf Faye vor, sich des fragwürdigen Konstrukts der Rückprojektion zu bedienen. Seine „Hypothese“, Heidegger habe 1932 für Hitler ein Memorandum geschrieben könne er nicht belegen, sondern führe nur eine sprachliche Ähnlichkeit und Ungewissheit über die Autorschaft des Textes als Indizien an“ Das ist die deskriptive Darstellung anhand des Artikels von Thomas Meyer.“ Faye antwortet Meyer KarlV 11:57, 23. Mai 2017 (CEST)

4. In das Kapitel 4 integrieren

  • Weitere Zitate für das Kapitel „Aussagen zum Holocaust“

„Und nun ist der russische Krieg da; dieser aber bedeutet mehr, als er selbst ist. Ich brauche dir ja nichts zu erzählen, da du mehr weißt. Aber ich weiß genug.“ Heidegger am 10. August 1941 an K. Bauch, n. Kellerer a.a.O., S. 6; Morat, S. 253

„Ich glaube, wir sind nur am Anfang dessen, was uns dieser unsichtbare Krieg bringen wird.“ BHB, S. 61, Brief vom 25. November 1939 an Doris Bauch, Ehefrau von Kurt Bauch

Mit Verweisen auf zeitgenössische Publikationen von Friedrich Georg von Rechenberg, Ernst Seeger und Gert Bennewitz und mit Textstellen aus Hitlers Mein Kampf belegt S. Kellerer, dass der „unsichtbare Krieg“, auch „Ukri“ genannt, eine kryptische Formel für den Krieg gegen das „Weltjudentum“ gewesen ist.

Sidonie Kellerer, Rezension: Heideggers Briefwechsel mit Kurt Bauch, S. 4 f. m. Anm. 6-16

Wolin: „Es scheint nicht vermessen, anzunehmen, dass Heidegger aufgrund seiner persönlichen Beziehung zu Fischer zu einem sehr frühen Zeitpunkt von den Völkermordplänen der Nazis gewusst haben könnte.“ Richard Wolin, French Heidegger Wars, in: Richard Wolin (Hg.), The Heidegger Controversy - A Critical Reader, 1998, S. 283.

  • Heidegger, Notiz in den Schwarzen Heften, GA 97, 20, Anmerkungen I, ca. August 1942:

„Wenn erst das wesenhaft ‚Jüdische‘ im metaphysischen Sinne gegen das Jüdische kämpft, ist der Höhepunkt der Selbstvernichtung in der Geschichte erreicht; gesetzt, dass das ‚Jüdische‘ überall die Herrschaft vollständig an sich gerissen hat, so dass auch die Bekämpfung ‚des Jüdischen‘ und sie zuvörderst in die Botmäßigkeit zu ihm gelangt.[990]“

Reinhard Mehring, Heideggers "große Politik": Die semantische Revolution der Gesamtausgabe, Tübingen, 2016, S. 208: „Heidegger (...) interpretiert den Völkermord als eine Art 'Selbstvernichtung' des Judentums. Die Eintragung ist nach dem August 1942 zu datieren (dazu GA 97, 17 Fn), nach der Wannseekonferenz vom Januar 1942 und mitten im Vollzug des Holocaust.“

Peter Trawny, Nachwort, GA 97 : Zu den „Vernichtungen“ des Zweiten Weltkrieges zählte Heidegger auch die „Vernichtung der Juden“; es habe sich darin „nichts anderes als die ‚Selbstvernichtung‘ der ‚Machenschaft‘“ vollzogen, die Heidegger dem „wesenhaft ‚Jüdischen‘ im metaphysischen Sinne“ zuschreibe und das in diesem Krieg gegen das „Judentum“ kämpfe und es vernichte.

Trawny, S. 111: „Die 'Selbstvernichtung' der 'Machenschaft' geschieht in Form der Vernichtung des 'Jüdischen' durch das 'Jüdische': Auschwitz - die 'Selbstvernichtung' des Judentums? Der Gedanke vernichtet die Vernichteten noch einmal.“ Mit Fn 24

M. Gabriel: „Juden vernichten sich selber, indem ihr Denken, also die Metaphysik, die Technik hervorgebracht habe, die man im KZ gegen sie einsetzt.“

Heidegger et sa solution finale, von Stéphane Domeracki, Quelle

Zzgl. kontrastierender Forschermeinungen


Dieser Thread soll nur ein Memo sein, damit wir die obigen langen Abschnitte bald archivieren können - für die Fortsetzung der Diskussion dann besser einen neuen Thread öffnen.--BaneshN. (Diskussion) 13:12, 11. Apr. 2017 (CEST)


Aktualisiert: Erledigtes gestrichen, neues hinzugefügt--BaneshN. (Diskussion) 15:40, 25. Sep. 2017 (CEST)

Foto[Quelltext bearbeiten]

Oben auf der Seite ist das Bild von Heidegger ja etwas unpassend, weil es den Heidegger aus den Jahren nach dem Nationalsozialismus zeigt. Alfred Denker, in seiner Eigenschaft als Direktor des Martin-Heidegger-Archivs Meßkirch, hat uns aber ein Foto zur Verfügung gestellt. Doch um von ihm Foto und Grunddaten zu erhalten, vergingen Wochen, und in der Redaktion Bilder hier gab es wenig Kooperation. Deswegen habe ich die Sache gelassen, als es um den Namen des Urhebers ging. Jetzt habe ich das Foto aber in der google-Version von Zaborowskis Buch gesehen, um 1928, dort ohne Hinweis auf den Verfasser, der aber am Ende des Buches im Bildnachweis angegeben sein sollte. Lässt sich der Name des Fotografen in Eerfahrung bringen?--BaneshN. (Diskussion) 11:10, 21. Apr. 2017 (CEST)

Hat Denker die Bildrechte für unsere Lizenz freigegeben? Kann er das? Bei einem solchen Foto gelten nicht nur die Rechte des Photographen, sondern auch die der aufgenommenen Person?! Lutz Hartmann (Diskussion) 22:27, 29. Mai 2017 (CEST)
Personen des öffentlichen Lebens - da gelten, soweit ich weiß, andere Rechte am eigenen Bild - besonders bei Toten. Die Rechte des Fotos gehören, soweit ich es verstanden habe, dem Archiv. Ich schrieb das:
„Sehr geehrter Alfred Denker, vielen Dank für die Übersendung der Fotos des jungen Martin Heidegger und der Heidegger-Hütte. Für die Publikation bei wikipedia müsste ich noch die Urheberschaft der Fotos und, wenn möglich, das Jahr ihrer Erstellung oder Erstveröffentlichung kennen, so dass außer Zweifel gestellt werden kann, dass sie den common rights unterliegen bzw. ohne Honorarzahlungen veröffentlicht werden dürfen. Könnten Sie mir solche Informationen dazu geben? Vielen Dank für Ihre Antwort.“
Denker: "... am besten vermelden Sie bei den Bildern copyright Martin-Heidegger-Archiv, Meßkirch.
Herzliche Grüße
Alfred Denker
On Saturday, December 10, 2016 1:07 PM"
Genügt es, genügt es nicht? Wenn wir noch den Namen des Fotografen haben?--BaneshN. (Diskussion) 22:46, 29. Mai 2017 (CEST)
Mit dem copyright Martin-Heidegger-Archiv behält das Archiv die Rechte. Damit ist eine Veröffentlichung hier nicht möglich. Das Archiv muss unseren Lizenz-Bedingungen zustimmen. Lutz Hartmann (Diskussion) 23:32, 29. Mai 2017 (CEST)
Aha, ich kenne mich da nicht gut aus. Willst Du das nicht übernehmen? Muss ja nicht morgen sein, es hat ja Zeit. Ich schicke Dir das Foto plus email, und dann setzt du dich statt meiner mit Denker auseinander, der ebenso freundlich wie wortkarg ist und so nach und nach dann mal auf eine kleine Nachfrage also antwortet. Ich habe da irgendwann aufgegeben.--BaneshN. (Diskussion) 23:40, 29. Mai 2017 (CEST)
Ich habe mal Herrn Denker eine Anfrage geschickt mit einem Entwurf für eine formale Freigabe. Lutz Hartmann (Diskussion) 08:07, 22. Jun. 2017 (CEST)

Kapitel 4 - Kritik und Übersicht[Quelltext bearbeiten]

Im Kapitel 4 stehen die lange angekündigten erheblichen Kürzungen an. Es gilt jetzt, nachdem Heideggers Engagement im NS und die Frage des Rassismus dargelegt sind, bis 1945 noch die Fragen zu klären, ob er sich weiter engagierte (4.1.), ob, wann und inwieweit er sich distanzierte (4.2.), wobei zwischen Nationalsozialisten und Nationalsozialismus zu unterscheiden ist. Bei der Frage eines anderen NS, den Heidegger wollte, gilt es hintergründig auch zu bedenken, dass „anders“ nicht „humaner“ oder „liberaler“ heißen muss - er wollte ihn ja „barbarischer“.

Dass nicht nur Struktur und Auswahl der Themen des Kapitels 4 bei Zaborowski, Kapitel 11-12, abgekupfert sind, sondern ihm auch die Interpretationshoheit gebührt, zeigt sich beispielhaft und leicht erkennbar im Abschnitt zu Schillers ästhetischen Briefen, der mit nur einer Fn auskommt (Zaborowski), Zaborowski 446-453 zusammenfasst und den Titel „Zaborowskis Theorie zur Schiller-Vorlesung“ verdient. Das inzwischen doch auch langweilige Unternehmen, Heidegger dort zum Oppositionellen zu erklären, wo man es schon in seine Texte hineinlesen müsste, würde hier zu offensichtlich werden, sobald deutlich gemacht würde, dass auch Rosenbergs Deutung von Schiller sehr zwiespältig war (Zaborowski, 448) und sich Heidegger auch hier nicht in einer klaren Linie gegen eine bestimmte NS-Deutung befand. Zaborowski gibt selbst zu, 449, dass die Vorlesung nicht politisch war und findet dann aber eine „implizite politische Dimension“ - es ist die kühne Lesart eines Forschers, der insgesamt versucht, in den Vorlesungen seit 1934 oppositionelle Aussagen zu finden, was ihm nur sehr selten in einer Weise gelingt, der auch noch andere Forscher zustimmen. Da es nur eine persönliche Theorie von Zaborowski ist, dass es „schwierig“ sei, in dem Schiller-Seminar „nicht eine Stellungnahme zur zeitgeschichtlichen Situation“ zu sehen, und da auch von Schillers ethischem Entwurf der Überwindung des Barbarischen durch Ästhetik gerade angesichts der Forderung von Heidegger, der NS müsse barbarischer sein, kein Weg zum heideggerschen Gedanken führt oder zu seiner politischen Überzeugung, muss Zaborowski in seiner Deutung keineswegs gefolgt werden - es war ein ordentliches Seminar über Schiller, soll vorkommen. Und warum ein Unterkapitel nur für Zaborowskis abwegige Theorien zu Verteidigung von Heidegger?

Im Grunde geht es also fast ein Kapitel lang so, mit wenigen Unterbrechungen:

  • „Mit Hegel über den 'Staat im Werden' nachdenken“, Zaborowski, 433-445 (WP: 4.2.)
  • „Hölderlin und die Suche nach einem 'anderen Anfang'“ Zaborowski, 519-530 (WP: 4.3 und 4.12)
  • „Mit Schiller 'für die Zukunft' fragen“, Zaborowski S. 446-453 (WP: 4.7)
  • „Esoterische Kritik: Die Beiträge zur Philosophie und Besinnung“, Zaborowski, 530-542 (WP, 4.6. und 4.9.)
  • „Einführung in die Metaphysik als Dokument des Übergangs“ Zaborowski, 475 (bei uns 4. 4)
  • „Exoterische Kritik: Nietzsche...“, Zaborowski, S. 502-519 (WP: 4. 11)

Auswahl und Wertung der Themen sind von Zaborowski, dabei wird die hier bekannte Stückwerk-Arbeit fortgesetzt, in der Zitatschnipsel von Forschern herbei gegoogelt werden, die dabei helfen sollen, Heidegger aufgrund der Deutung der Vorlesungen zum Anti-Hitleristen und Oppositionellen zu erklären - dagegen werden ein paar verhunzte Zitate vom Alibi-Faye gesetzt und ansonsten wird strukturlos geschwafelt. Niemand, der jemals auch nur eine Seminararbeit verfasst hat, ist imstande, eine solche selbstgemachte Wald-und-Wiesen-Methode nur einen Tag lang umzusetzen.

Kurz: wie können das weithin streichen und uns auf die Kernthemen konzentrieren, die bis 1945 noch anstehen.

Kapitel 4: Weitere Zeit des Nationalsozialismus

  1. Politische Aktivitäten und Aussagen (1934-1936)
  2. Zeichen der Ambivalenz (1936-1938, erweitert)
  3. Weitere Vorlesungen (Arbeitstitel)
  4. Heidegger wendet sich Hölderlin und Nietzsche zu (Nietzsche: Lutz)
  5. Das Ende der NS-Zeit

Ausführlichere Kritik an den einzelnen Abschnitten folgt mit den neuen Textvorschlägen. --BaneshN. (Diskussion) 12:14, 26. Sep. 2017 (CEST)

Einleitung - ein paar Sätze im Kontext von 4.1.[Quelltext bearbeiten]

Die NS-Machtergreifung mit dem für Ideale politischer Geistesgeschichte konnotierten Begriff der Revolution zu legitimieren, ist so lange eine Verharmlosung des NS, wie nicht das Antisemitische und Reaktionäre, das Antidemokratische und Totalitäre dieser Revolution deutlich wird. Der Begriff der Revolution ist überwiegend mit der Überwindung einer absolutistischen Unrechtsherrschaft konnotiert - wobei offen bleiben kann, ob die Revolution nicht wiederum eine solche hervorgebracht hat. Eine Revolution, die mit fanatisch antisemitischer Ideologie die Demokratie zugunsten eines nationalistischen Totalitarismus abschafft, enthält aber vorab und offensichtlich auch schon das eigene Gegenteil - das Reaktionäre, Rückschrittliche, das Unrecht als Grundlage einer solchen Revolution. Wie wäre es, wenn der deutsche Terrorismus der RAF in der Einleitung der Seite RAF als eine „Bewegung mit revolutionären Impulsen“ beschrieben werden würde? Ich glaube, dass sich da schnell eine Gegnerschaft entwickeln würde, die das als linkspopulistische Verklärung aus dem Text streichen würde. Auf unserer Seite kann der Nationalsozialismus einleitend aber jahrelang eine „Bewegung mit revolutionären Impulsen“ genannt werden, was auch verdeutlicht, dass nicht nur Heidegger als NS-Mann damit in einem milderen Licht erscheint, sondern dass vielmehr er es ist, dessen Verstrickung in den NS die Möglichkeit eröffnet, den idealischen „sozialen Nationalismus“ (Fédier), den „deutschen Sozialismus“ (Nolte), den „gesparten Schatz“ (Heidegger zitiert Hölderlin) eines eigentlichen Nationalsozialismus als jenes Revolutionäre anzupreisen, das Heidegger im Grunde wollte und das die NS-Herrscher zu verwirklichen nicht in der Lage waren. So meine ich, dass es angemessen wäre, wenn wir tatsächlich in der Einleitung mehr oder weniger selbst verkünden wollten, dass „die Bewegung“, eine der revolutionären Impulse war, mit dem Schriftsteller und Bildhauer Alfred Hrdlicka auch auf das Pervertierte dieser Revolution hinzuweisen, Von Robespierre zu Hitler. Die Pervertierung der Revolution seit 1789, Hamburg 1988. Ansonsten kann Müller-Lauter ja hundert Mal meinen, dass die NS-Machtergreifung eine der revolutionären Impulse war, aber wir müssen nicht jede Ungefährigkeit zum Anlass nehmen, den Nationalsozialismus zu verklären, es sei denn, wir wollen das, wie jemand versucht, den Wikipedia-Lesern auch auf anderen Seiten anzudrehen, dass jener NS eine „konservative Revolution“ war, vom „heroischen Realismus“ geprägt.

Der wörtlich von Müller-Lauter abgeschriebene Satz ist hier nicht als Zitat markiert, und mir wurde ja gesagt, es sei eine „Erfindung“, dass Zitate bei Wikipedia als solche kenntlich gemacht werden müssen. Dann könnten wir also auch ein Zitat von Wolin in die Einleitung setzen und die Anführungszeichen weglassen, so dass wir es als Faktum geben: Heidegger wollte die Endlösung. Allein daran sieht man, mit welchen absurden und dreist-plumpen Behauptungen hier eine Methodik verteidigt wird, die allein darauf zielt, hier und auf anderen Seiten die Propagierung von faschistoiden Elementen zu betreiben, indem dieselben Inhalte - ob nun bei Heidegger oder beim Heroischen Realismus - sukzessive vom Geruch des NS-Gestankes befreit werden, und insofern muss hier Gustav von Aschenbach recht gegeben werden - und auch He3nry sagte ja, das sei durchaus möglich - dass es sich bei jenem Account um ein Einzweck-Konto handelt.

Die Formulierung, dass Heidegger mit jenen „revolutionären Impulsen“ der „Bewegung“ also „Hoffnungen“ verband, lässt geflissentlich offen, welche Hoffnungen das waren - die auf einen antisemitisch-nationalistischen Totalitarismus, in dem der „Führer Hitler“ letzten Endes dem Wort des „Führers der Universitäten Heidegger“ folgt? Wenn das seine Hoffnung war, dann sollte es heißen: verband er die Hoffnung, im Nationalsozialismus von der Universität aus die NS-Führer führen zu können. Wenn wir nur sagen, dass er bis 1935 oder gar nur bis 1934 „Hoffnungen“ mit der “Bewegung“ verband, dann heißt es nichts anderes als das, was aufder Disk der englischen Version unserer Seite 2012 verkündet wurde - erst bei uns hatte es in der Einleitung jahrelang Erfolg: „He was no lemming in 1933, that's for sure, he believed in the revolution, but not in Hitler's one. Heidegger rejected Pan-Germanism, and he even said he was no nationalist. He was [n]either fascist nor ultraconservativ nor antisemitic. This revolution he imagined was the contrary of nazism...' Filinthe.“

Denn hinzu kommt auch noch die fragwürdige und tatsächlich schwer haltbare Nennung der Jahreszahlen. Er verband bis 1935 „Hoffnungen“ mit der „Bewegung“ und saß 1936 noch mit Julius Streicher an einem Tisch, trug 1936 auch noch das Hakenkreuz durch Rom und Frascati und sah rückblickend, bei der Wanderung mit H. Heinrich, 1938 als das Jahr seiner Abkehr vom NS. Wenn wir dann schon von diesen spezifischen „Hoffnungen“ der Jahre 1934 und 1935 sprechen und in der Einleitung erklärt haben, welche Hoffnungen das denn so waren, wird es nötig sein zu erhellen, warum Heidegger dann im Sommer 1935 noch von der „inneren Größe und Wahrheit“ dieser „Bewegung“ sprach und auch im Jahr darauf noch Hitler verteidigte. Seine Hoffnungen hatten sich aufgelöst, seine Hingabe zu Hitler blieb bestehen - so? Und Heidegger sagt es ja zweimal selbst: einmal 1936 im Brief an Bauch, bekräftigt in den Schwarzen Heften: Der Nationalsozialismus wäre als barbarisches Prinzip schön. Der Nationalsozialismus war nicht barbarisch genug, das war Heideggers Enttäuschung. Noch 1936 sagte Heidegger, die Revolution werde noch kommen, S. 206

Ich schlage deshalb hiermit vor, auch dieses Residuum der Verfälschung dieses Teils der NS-Geschichte aus unserer Einleitung zu streichen. Heideggers „Ernüchterung“ ist für 1938 zeitgenössisch dokumentiert, als Distanzierung von den NS-Herrschern, Jahrbuch 4, B. Altmann, Ernüchterung eines Philosphen. Heidegger macht nicht mehr gerne Pfötchen - auch dort wird festgestellt, dass der Hitlergruß seit 1937 ausblieb, was aber auch nicht gleich der aktive Widerstand ist - ebensowenig wie es zutrifft, was S. Vietta in seiner naiven Sicht des Nationalsozialismus meint, dass es ein S. 44, Anm. 83, „erhebliches Maß an Privatkühnheit“ (was soll „Privatkühnheit“ sein?) gewesen sei, dass Heidegger 1935, vor den Nürnberger Gesetzen, die Widmung aus SuZ nicht strich. Wie Silvio V. sich das „Dritte Reich“ vorstellt... Wenn wir aber des Herrn Müller-Lauters Meinung dazu nehmen, dann allerdings gehören auch noch die Stimmen von R. Wolin, S. Kellerer, J.-P. Faye, E. Faye und anderen dazu, und dann wird es eher eng für Heidegger, weil sich die Geisteshaltung, die dazu führte, dass er überhaupt in die NSDAP eingetreten ist, dann auch nach 1945 nicht auflöste. Warum hier also gerade Müller-Lauter, der ja nun auch kein Experte dafür ist, das exklusive Recht einräumen, mit seiner leicht angreifbaren Randbemerkung aus dem Jahr 2000 ein als Zitat unmarkiertes Faktum für die Einleitung zu bestimmen? Wenn es keine Optimierungsvorschläge gibt, würde ich Müller-Lauters Zitat daher gern streichen.

Dann der seltsame Satz, dass Heidegger nach dem Rektorat bei NSDAP-Aktivitäten nicht mehr hervortrat - wie man's nimmt, es heißt ja hier auch: „Am 19. August 1934 gehörte er zu den Unterzeichnern des im Völkischen Beobachter publizierten Wahlaufrufs „Deutsche Wissenschaftler hinter Adolf Hitler“ zur Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs, in der Hitler sich die Vereinigung der Ämter von Reichspräsident und Reichskanzler durch Volkswillen bestätigen ließ.“[456]

Und die Rede zum Bekenntnis der deutschen Professoren für Hitler war streng genommen auch keine NSDAP-Aktivität, sondern eine NSLB-Aktivität. Mir scheint dieser Satz eine weitere Augenwischerei zu sein, eine bezeichnende Einschränkung, die im Grunde eher fragen lässt, bei welchen NS-Aktivitäten er denn dann hervortrat, und da gibt es ja auch Antworten: Völkischer Beobachter, Ausschuss für deutsches Recht...

Schließlich die Formulierung: „...blieb bis 1945 Beitrag zahlendes Mitglied." Was soll uns der Hinweis auf die Beiträge eigentlich sagen? Er blieb nur Beitrag zahlendes Mitglied, eine Art Karteileiche, die mit der Partei sonst nichts mehr zu tun hatte? Oder: er blieb immerhin Beitrag zahlendes Mitglied - obwohl er sich schon abgewandt hatte, zahlte er noch - ? - da er noch zahlte, konnte er sich nicht ganz davon gelöst haben -? Der Satz ist kryptisch, und ich sehe nicht, was der Hinweis darauf, dass Heidegger bis 1945 nicht nur Mitglied der NSDAP war, sondern auch seine Beiträge entrichtete, in der Einleitung zur Erkenntnis beiträgt. Wir wiederholen es auch nicht mehr im Text, was bei den Themen der Einleitung aber sein soll. Ich glaube, wir können darauf verzichten und oben beim Parteieintritt auch gleich mitteilen, dass Heidegger nicht wieder ausgetreten ist, Beitrag dafür streichen.

  • Zweiter Absatz, Schluss-Satz streichen:

„Bis etwa 1934 oder 1935 verband er Hoffnungen mit den revolutionären Impulsen der „Bewegung“, die er in Adolf Hitler verkörpert sah.“ - (= er irrte sich in Hitler, das war alles - das ist purer Unsinn, und der Hitlerismus dauerte bis wenigstens 1938)

  • Dritter Absatz, Schluss-Satz, neuer Text:

„...die seinen Beitritt öffentlich feierte und der er bis zum Ende der NS-Herrschaft angehörte.

  • Vierter Absatz, Schluss:

Den Satz:

Anfang 1934 legte er sein Rektorenamt frühzeitig nieder und trat bei NSDAP-Aktivitäten nicht mehr hervor, blieb aber bis zum Ende der nationalsozialistischen Herrschaft 1945 Beitrag zahlendes Parteimitglied.[10]

Ersetzen durch:

1934 legte er sein Amt als Rektor vorzeitig nieder, trat aber weiter für Hitler und den Nationalsozialismus ein, insbesondere mit der im Völkischen Beobachter veröffentlichten Erklärung der Deutschen Wissenschaftler hinter Adolf Hitler und durch seine Mitgliedschaft in dem von Hans Frank gegründeten Ausschuss für Rechtsphilosophie, in dem er mindestens bis 1936 tätig war. Heideggers „Ernüchterung“ bezüglich der Nationalsozialisten findet 1938 eine erste zeitgenössisch dokumentierte Resonanz.

  • Fünter Absatz, Anfang:

In der Zeit nach dem Rücktritt als Rektor hielt Heidegger weiterhin Vorlesungen und verfasste Schriften, deren Inhalte in der Kontroverse nach 1945 relevant wurden

Ersetzen durch:

Trotz der konstatierten Ernüchterung hielt Heidegger weiterhin Vorlesungen und verfasste Schriften, die in der Kontroverse nach 1945 relevant wurden. --BaneshN. (Diskussion) 18:45, 6. Okt. 2017 (CEST)

Hi BaneshN., hier ist für den "interessierten Diskussionseitenleser" (=mich) nicht völlig klar, was die Änderung alles ersetzen wird. Aber da niemand widersprochen hat, könntest Du das auch übertragen (Da F. seit dem 6.10. nicht editiert hat, können wir nicht ganz sicher sein, ob er da nicht noch mal Widerspruch erheben wird - seis drum), --He3nry Disk. 17:41, 16. Okt. 2017 (CEST)
Hm, es sollte eigentlich klar sein - am besten geht es, wenn man sich die jetzige Fassung der Einleitung neben diese Vorschäge legt, dann sollte es nachvollziehbar sein. Ich werde es jetzt mal umsetzen, dann lässt es sich anhand der Versionsgeschichte ja leicht sehen, und dann kann der Thread für etwaige Diskussionen ja noch offen bleiben.--BaneshN. (Diskussion) 18:37, 16. Okt. 2017 (CEST)
Ob im Mittleren Absatz der Einleitung die Erwähnung „1938 eine erste zeitgenössisch dokumentierte Resonanz.“ nicht einen Beleg erhalten sollte? Andere Fixierungen sind ja auch belegt. Und ich bin mir nicht sicher, ob damit die leisen Unmutslaute gegen den Realnaz in den „Beiträgen“ gemeint sind; die werden weiter unten allerdings auf „1936 bis 38“ (wenn ich mich recht erinnere) datiert. --Machtjan X 21:14, 16. Okt. 2017 (CEST)
Da fiel mir im Schlummern neulich noch ein, dass der letzte der Literaturhinweise der Fn 1 an diesen Satz versetzt werden müsste, was aus dem Rande des Wachseins nicht mehr ins Willentliche des Morgens gerettet werden konnte. Als es mir wieder flüchtig in den Sinn kam, dachte ich mir, dass ich doch wahrscheinlich mit diesem Gedanken, jedenfalls bis zur Neufassung von „Zeichen der Ambivalenz“, darin die Klärung, eh allein sein werde ... in solcher Gemeinschaft, die individuelle Geister naturgemäß meiden: B. Altmann, „Ernüchterung eines Philosophen: Heidegger macht nicht mehr gerne Pfötchen“ - Neuer Vorwärts, 1938, Nr. 256 (15. Mai 1938) - ist das erste öffentliche und zeitgenössische und somit nicht rückblickend erstellte Dokument besagter „Ernüchterung“. Die „Beiträge“ sind ja im stillen Kämmerlein entstanden und dort bis 1989 geblieben. Somit kann das nicht „öffentlich“ sein - ein Wort, das dort in der Einleitung fehlt - ich hatte es gelassen, weil „öffentlich“ leicht impliziert: „öffentlich in Deutschland“ - der „Vorwärts“ und so auch Altmanns Artikel erschienen aber in Prag - exilantische Öffentlichkeit - zu umständlich - mir lag daran zu vermitteln, dass Heideggers „Ernüchterung“ erst, aber immerhin 1938 öffentlich von jemandem festgestellt wurde, der nicht in Verdacht stand, ihn verteidigen zu wollen. 1936 öffentliche Konstatierung des Rückzugs aus der Öffentlichkeit: E. Vietta, Das deutsche Wort 12, 1936, S. S. 835, zit. n. Zaborowski, 599, Anm. 130. - reicht m.E. nicht für „Ernüchterung“. Stilistisch-inhaltliche Optimierung erwünscht!--BaneshN. (Diskussion) 22:58, 16. Okt. 2017 (CEST)

"würde ich Müller-Lauters Zitat daher gern streichen" -- auf dieses Zitat möchte ich ungern verzichten, weil es die Zweideutigkeit von H.s Auftreten so schön dokumentiert, aus der er nach dem Krieg rückwirkend eine Gegnerschaft zu fingieren versucht hat, wo es ihm opportun erschien (Brief ans Rektorat), ohne sich nachhaltig vom NS zu distanzieren und statt dessen von dessen "inneren Wahrheit und Größe" weiterzuschwafeln. Bitte um Vergebung wegen der nicht akkordierten Änderungen in der Einleitung, wo ich Edits einer IP i.S. Wildenauer und die davon hervorgerufene Löschung des Müller-Lauters-Zitates revertiert und dann eine provisorische Lösung eingetragen habe. Bitte, BaneshN, repariere du es in deiner wundersam untadeligen Art. Besten Gruß --Machtjan X 12:31, 8. Nov. 2017 (CET)

Eingedenk der Einzigartigkeit dieser Charakterisierung kommen mir zwar Zweifel, wie das gemeint sein könnte, doch in meiner wundersam untadeligen Art habe ich jedenfalls die Einleitung vom 30. Oktober wiederhergestellt, und dazu kömmt eine winzige Änderung, typographisch, die dabei weggefallen ist, und die ich noch nachtrage. Ansonsten bitte ich um ein paar Tage Geduld, denke aber nicht, dass es ein Problem ist, für das Zitat von Müller-Lauter eine Formulierung zu finden, die Deinem Einwand Rechnung trägt. HG--BaneshN. (Diskussion) 19:06, 9. Nov. 2017 (CET)
Nochmal das Zitat von Müller-Lauter, mit dem ein Satz von V. Farias weithin verkehrt wird: Die Identifikation mit dem NS war „1933, 1934 und vielleicht zeitweise noch 1935“ nicht sehr gebrochen, „was Heideggers Verhältnis zu den revolutionären Impulsen der Bewegung betrifft, die er in Hitler verkörpert sah.“
Das betrifft den Zeitraum von Heideggers Eintritt in die NSDAP, seinem Eintritt in den NSLB, seiner Teilnahme an der Gründung von Hans Franks Rechtsausschuss, seine Zusammenarbeit mit Julius Streicher und dem Aufruf im Völkischen Beobachter. Repetition Müller-Lauter, es verhallt so leicht: „vielleicht zeitweise noch 1935“. Aha.
Das von Heidegger nach 1945 im Brief an Dietze erst geschliffene Argument unterscheidet zwischen dem Nationalsozialismus - mit der Behauptung, schon 1933 (!)/34 habe er „in Opposition gegen die n.s. Weltanschauung“ gestanden - und, der „Erneuerung und Sammlung zu einer abendländischen Verantwortung“. Das übernimmt Müller-Lauter in liebedienerischer und nahezu quälender Weise, flankiert von dem unglaublichen Argument von Gerhart Schmidt, für Heidegger sei der NS „gleichbedeutend mit der Auflösung der institutionellen Gängelung des Menschen“ gewesen. Der Nationalsozialismus mitsamt Gestapo und der Aufhebung des demokratischen Rechtsstaats! (Ganz unfassbar, was die Leute so schreiben, um einen radikalen Kleinbürger zu entschuldigen, der übers Sein nachgedacht hat.)
August 1934, Die Deutsche Universität, zu den Begriffen NS und „Bewegung“
„Der Führer hat das sichere Wissen um das Einfache. Er hat aber zugleich den unbändigen Willen zu seiner Durchsetzung. (...) Erziehung des Volkes durch den Staat zum Volk – das ist der Sinn der nationalsozialistischen Bewegung, das ist das Wesen der neuen Staatsbildung.[496]“
Erziehung des Volkes durch den Staat zum Volk“, das ist das Gegenteil von dem, was Gerhart Schmidt behauptet, für Heidegger sei der NS „gleichbedeutend mit der Auflösung der institutionellen Gängelung des Menschen“ - das gerade eben nicht.
Lieber Machtjan X, wir haben den Begriff der „Nationalen Revolution“ ganz oben in der Einleitung. Von dem Brief an Dietze und dem genannten Argument wird im Kapitel zum Bereinigungssauschuss und Heideggers Selbstdarstellung die Rede sein, aber das Fingierte der Differenz zwischen NS und „Bewegung“, wie es Heidegger 1945 zu seinen Gunsten darstellte, in dieser exegetischen und von Forschern begründeten Distanz bereits in der Einleitung zu vermitteln, scheint mir eine Gratwanderung zu sein, die zu unternehmen schwer möglich ist. Wie sollte das den Lesern im Intro vermittelt werden, jenen, die sich ja erstmal informieren wollen? Sie werden bei dem Zitat der „Hoffnungen, die er bis 1935 mit den revolutionären Impulsen der Bewegung verband“ nicht auf die Selbstdarstellung nach 1945 und auf das Unaufrichtige darin kommen können. Die Frage deshalb: Muss das Zitat von Müller-Lauter in der Einleitung stehen? Im Kapitel 5 wird der Sachverhalt dargelegt, und dann könnten wir sehen, ob insgesamt Heideggers Strategie der Verteidigung in der Einleitung schon erwähnt werden sollte. Ich bitte Dich sonst darum, uns mit einem alternativen Vorschlag die Richtung zu weisen, in der Du die Lichtung in den Artikel hinein gerne einschlagen möchtest, um im Vokabular des kleinen Zweideutigen zu bleiben.--BaneshN. (Diskussion) 10:59, 16. Nov. 2017 (CET)

„Entdeckungen“ Wildenauers / aus dem Intro hierher verschoben[Quelltext bearbeiten]

Die Entdeckungen Wildenauers lösten eine erneute heftige Feuilleton-Debatte über die Rolle Heideggers im Nationalsozialismus, seine Mitwirkung an den Verbrechen des Dritten Reiches sowie einer notwendigen moralischen und politischen Neubwertung seines philosophischen Werkes aus.[1]

Ein Artikel in Liberartion belegt weder eine "heftige Feuilleton-Debatte" noch eine "Neubewertung seines philosophischen Werkes". Fiona (Diskussion) 14:19, 9. Nov. 2017 (CET)

Auf die Schnelle, am Wochenende dann genauer. Diese Debatte und der Versuch der Theorieetablierung wurde schon auf der Hauptseite zum Rechtausschuss mit teils verdächtig gut belegten Archivdokumenten, teils ins Kraut schießenden Folgerungen als original research völlig zu recht gelöscht, dort in der Versionsgeschichte zu konsultieren. Dass der Ausschuss maßgeblich am Holocaust mitwirkte, ist sträflich dummes Zeug, er diente vielmehr dazu, Hans Franks Enttäuschung darüber, nicht Justizminister geworden zu sein, etwas auszugleichen, mit mäßigem Erfolg. Ich habe Dr. Wildenauer schon vor einiger Zeit wegen der Sache angeschrieben, erst war sie im Urlaub, dann hatte sie keine Zeit - sie wird dieselben Unterlagen verwendet haben, die hier schon auf WP publiziert wurden, und ich möchte dazu eine unabhängige zweite Forschermeinung haben. Somit kann Fiona B. aber selbstredend nur vollkommen zugestimmt werden, dass der eine Artikel gleich gar nichts belegt und bestenfalls einen Halbsatz plus Fußnote im Fließtext verdient hätte, nach entsprechender Diskussion und nach dem hier üblichen Konsens. Was dort in der Einleitung stand, war so ziemlich das Negativ dessen, was wir gerade seit Monaten korrigiert haben. Mit willkürlichen Schund dieser Art kommen wir vom Regen in die Traufe, und wenn diese halb vandalistischen, halb propagandistischen unkonsentierten Schnellschüsse von Nobodies hier nicht aufhören, werden wir die Seite von He3nry sperren lassen müssen. --BaneshN. (Diskussion) 17:56, 9. Nov. 2017 (CET)
Siehe die Diskussion hier --BaneshN. (Diskussion) 11:12, 11. Nov. 2017 (CET)
Zu „dass der Ausschuss maßgeblich am Holocaust mitwirkte, ist sträflich dummes Zeug“: Hier schreibt Emmanuel Faye: „Man sollte auch nicht vergessen, dass die Akademie für Deutsches Recht … aktiv an der Ausarbeitung der Nürnberger Rassegesetze … 1935 mitgewirkt hat. Und es ist bewiesen, dass Heidegger zumindest zwischen 1934 und 1936 in dieser Institution sehr präsent und aktiv gewesen ist.“ BaneshN, Worte wie „sträflich dummes Zeug“, „willkürlicher Schund dieser Art“, „platte Lüge“, „propagandistische Schund“ sind erstens ein klarer Verstoß gegen WP:BIO und zweitens nicht der Weg zu einer sachlichen Diskussion über Themen, in denen es offensichtlich Wissenschaftler mit anderer Ansicht als Du gibt. Bitte entferne diese Äußerung selbst und vermeide zukünftig derartige Wortwahl. --Wibramuc 13:55, 12. Nov. 2017 (CET)
Hat hier jemand einen Oberlehrer gefrühstückt? Die Diskussion über den Ausschuss wurde hier schon lange geführt und ist im Archiv einzusehen. Literatur dazu findet sich umseitig.--BaneshN. (Diskussion) 14:12, 12. Nov. 2017 (CET)
Fiona, die Libération-Artikel (es waren mindestens zwei [1][2]) wurden am 26.10. und am 7.11. in Le Monde aufgegriffen, und Libération und Le Monde sind (neben Figaro) die wichtigen französischen Zeitungen. Dazu wurde der Artikel mindestens in der Zeitung La Tercera [3] sowie in The Conversation [4] aufgegriffen. Die Umschreibung als „heftige Debatte“ ist natürlich zu neutralisieren. --Wibramuc 15:06, 12. Nov. 2017 (CET)
Problematisch bleibt, dass Liberation keine Quelle nennt, sondern nur Hörensagen des Autors, und die behauptete Entdeckung bisher nicht von Wildernauer publiziert wurde. Die Erwähnung in den Liberation-Artikeln begründen in keinem Fall Relevanz. Und wir sollten in Wikipedia vorsichtig sein, eine solche nicht publzierte weitreichende Behauptung zu veröffentlichen, ohne die fachliche Rezeption durch HistorikerInnen. Ich sprche mich darum deutlich dagegen aus.Fiona (Diskussion) 15:59, 12. Nov. 2017 (CET)

Über das sogenannte „Heraklit“-Kapitel[Quelltext bearbeiten]

In dem arg zusammengeschusterten Kapitel 4 ist es meist müßig zu fragen, warum die Sohlenspitzen immer wieder an den Schaft genagelt wurden, doch hier springt es einmal ins Auge: „Heraklit“ (1943) – so heißt das Kapitel. Also doch wohl auch „Nicht-Heraklit“, dagegegen nur: „(1943)“. In der Folge dieser „hermeneutischen“ Überschrift gibt es ein (!) Zitat zu „Heraklit“, der Rest wird nach dem Prinzip: „1943 oder so“ ausgewählt. Also auch: 1944. Das zur Strukturierung des Abschnitts.

Das Thema der Inneren Emigration habe ich schon auf der Ernst-Jünger-Disk im Zusammenhang mit den gefälschten und verfälschenden Edits jenes Ex-Sichters angesprochen, dort wurde schnell und konsequent gehandelt und der Begriff auch für Jünger herausgenommen. Da wir vielleicht nicht alle die Genese des Begriffs aus dem Stegreif hersagen können und ich es gerade nachgelesen habe: der selbst diesbezüglich umstrittene Schriftsteller Frank Thiess verwendete die Formulierung erstmals in einem Zeitungsartikel vom 8. August 1945, und seitdem weiß niemand so genau, was darunter zu verstehen ist. Wenn aber die Mitgliedschaft in einer NS-Organisation oder gar in der Partei dabei zulässig ist, kann man den Begriff kaum noch sinnvoll bestimmen. Hier stammt er natürlich von Zaborowski, der in der ihm eigenen Art, hüh und hott gleichzeitig sagen zu wollen, folgendes dazu feststellt:

„Wenn wir hier davon sprechen, dass Heidegger sich in 'so etwas wie eine »innere Emigration« zurückgezogen habe, dann deshalb, weil - wieder einmal - im »Fall Heidegger« landläufige Kategorien nicht so einfach greifen: Während es auf der einen Seite gute Gründe dafür gibt, von einer »inneren Emigration« zu sprechen - man denke hier gerade an Heideggers »Rückzug« in die nur mittelbar politisch relevante »Seinsgeschichte« -, gibt es auf der anderen Seite Äußerungen Heideggers, die gegen eine »innere Emigration« zu sprechen scheinen, also etwa viele der letztlich sehr wenigen Aussagen Heideggers, die auf eine nach wie vor vorhandene Übereinstimmung mit dem konkreten Nationalsozialismus oder auf eine Idealisierung dieser Ideologie zu verweisen scheinen.“

Zaborowski, 471 f.

Zwei Absätze später gibt es dann ein besonderes Exemplar der euphemistischen Negation, mit der festgestellt wird, dass Heidegger 1934 nicht Widerstandskämpfer war. Auch Hitler war 1934 übrigens nicht Widerstandskämpfer. Es muss in beiden Fällen aber nicht eigens gesagt werden. Wenn Nietzsche über Kant lästerte, er sei ein „Sprachkrüppel“ gewesen, so kann man sich fragen, was er über Zaborowski gesagt hätte. Jemand hat sich „in so etwas wie eine 'innere Emigration'“ zurückgezogen, weil es einen Rückzug in nur mittelbar politische Angelegenheiten gab, wobei Äußerungen gegen die 'innere Emigration' zu sprechen scheinen - legen wir die zaborowskische Definition der Inneren Emigration zugrunde, dann war das Gros von Nazideutschland in der inneren Emigration, und dann können wir den Begriff gleich ganz vergessen.

Korinna Schönhärl, S. 45 wird hier als Quelle angegeben, obgleich sie nur auf D. Morat verweist, S. 186-196 und sagt, er verstehe unter dem Geheimen Deutschland „einen Ausdruck der inneren Emigration in Anlehnung an Hölderlin“, und Morat sagt, 191, der Rückzug in die Einsamkeit sei ein Motiv der inneren Emigration gewesen, fügt aber, 194, hinzu, es geht um einen Brief an Bauch: „Äußerungen wie diese lassen sich einerseits als Ausdruck eines sich in »innerer Emigration« befindlichen »geheimen Deutschlands« interpretieren. Andererseits fällt darin aber auch die Ähnlichkeit zur elitären Selbstbeauftragung und zur schweigenden Gewissheit über die eigene Mission auf, die zur gleichen Zeit das Selbstverständnis der SS-Elite prägte.“

Es wurde also die Fußnote bei Korinna Schönhärl genommen, um ihre Deutung in Morats Text hineinzulesen und Morats obige Bemerkung dafür weggelassen. Dass Heidegger „in Anlehnung an Norbert von Hellingraths Hölderlin, der Souverän des Geheimen Deutschlands“[605][606][607] das Ende des Zweiten Weltkriegs erwartete, sagt Korinna Schonhärl (Fn 607) zweifellos nicht, da sie weder vom Ende des WK II spricht, noch von Hellingrath, noch davon, dass Heidegger überhaupt was erwartete. H. Vetter (Fn 606), Seite 406, Anm. 16 verweist ebenfalls auf Morat, 191. Ansonsten spricht er davon, dass Heidegger 1934 den Begriff des geheimen Deutschland im Kontext der napoleonischen Besetzung im 19. Jahrhundert verwendet, nicht so ganz das, was die Fn umseitig behauptet. Wer sagt also, dass Heidegger „in Anlehnung an Norbert von Hellingraths Hölderlin, der Souverän des Geheimen Deutschlands“ das Ende von WK II erwartete? Antwort: es werden dafür drei Quellen genannt, um zu vertuschen, dass es niemand sagt, weder K. Schönhärl, noch H. Vetter noch D. Morat. Hier wurde mittels Fn-Cluster - die Nennung vieler Quellen zur Verschleierung, dass es keine gibt - die TF betrieben, dass sich Heidegger in innerer Emigration befand und in derselben das Ende des Krieges abwartete, wozu Forscheraussagen gefälscht wurden, mit dem Resultat einer revisionistischen Geschichtsverfälschung: denn Heidegger war tatsächlich mit seinen Philosophie-Kollegen auf der Burg Wildenstein (Leibertingen) über dem Donautal, teils auch im Tal bei der Prinzessin von Sachsen-Meiningen und ihrem Gatten, Prinz Bernhard von Sachsen-Meiningen: „Zu den Professoren, die ins obere Donautal gekommen waren, zählte jetzt auch Heidegger, beurlaubt zwar, aber der Gruppe sich zugehörig fühlend.“ (Ott, 285). Dort erwartete der NSDAP-Mann, Nationalist und deutsche Patriot das Ende des Krieges, sich um seine Manuskripte in Meßkirch sorgend, denn die hätten zerstört werden können, von der anrückenden US-Machenschaft, ansonsten mit Prinzen und Prinzessinen und Philosophie-Kollegen plaudernd. Jaja, so war das damals, in der inneren Emigration.

Der Name von Stauffenberg, mit dem Heidegger so viel und so wenig zu tun hat wie mit dem Namen Mengele, ist dann noch Widerstandslametta, mit dem die Büste in dreister Verklärung und Verzerrung der tatsächlichen Forschermeinung geschmückt wird. Selbstverständlich sagt Diana Aurenque das auch nicht in Bezug auf Heidegger, sie merkt es über die Konzeption des Geheimen Deutschland an, und nun ließe sich argumentieren, dass auch hier nichts weiter als das wiedergegeben wird, doch dann gehört es entweder nicht zur Sache, oder es folgt einem Assoziationsprinzip, mit dem man alles mit allem in einen Kontext setzen kann. Wie Gandhi war auch Hitler Vegetarier, ist aber der methodische Umkehrschluss der Reductio ad Hitlerum.

Stauffenberg-Edit

Von Heidegger und Stauffenberg kommen wir über Hölzchen und Stöckchen zu Bauch und Fayes Kritiks an einem Satz in einem Brief. Was Faye in seinem Buch darlegt, wird hier nur genau in dem Ausschnitt wiedergegeben, in dem Sheehan es kritisiert, wobei Rastiers von 21 anderen Forschern unterzeichnete Antwort auf die Kritik in Form eines offenen Briefes wegfällt. Hier geht es nur darum, ungehindert und in geradezu obszöner Weise die Intention zu exhibieren, Faye vorzuführen. (Im Kapitel 5 zu Faye wird das kaum besser: es gibt nur zwei nichtssagende Sätze, Rastiers umfangreicher Artikel wird mit einer penetrant ins lächerlich banale verzerrten Aussage paraphrasiert, die New Yorker Konferenz, 2014, wo sich der Streit entzündete, wird nicht erwähnt, von den 21 Unterzeichnern ist nicht die Rede - ist das dann nicht Schmierenpropaganda?)

Edit der Banalisierungen der Aussagen von Rastier

Und nicht nur Rastiers Antwort fällt weg, auch die folgende Debatte - z. B. hat Matthew Sharpe auf Sheehan geantwortet, sieben der neun Kapitel von Faye zu ignorieren, Quelle und dazu ebenfalls eine eingehende Kritik verfasst, worauf Sheehan wieder umfangreich entgegnete, in diesem Text, pdf. Hier aber werden mit spitzen Fingern zwei groteske Einzelheiten herausgesucht, die Sheehan nennt, auf einem Buch von 500 Seiten, und die Debatte dazu unter zwei Dutzend Gelehrten, die sich über Jahre hinzog, wird verschwiegen. Das sage ich ungeachtet der Tatsache, dass ich sachlich geneigt bin, Sheehan zu folgen, aber die hetzerisch verzerrte Darstellung hier wäre ein Argument dafür, wenn nicht aus Überzeugung, dann aus Anstand das Gegenteil zu tun.

Und handwerklich wurde selbstredend wieder gestümpert, er kann das nicht besser. Z. B.: „Thomas Sheehan kritisiert dies als Verschwörungstheorie. Im Brief an Bauch gehe es weder um „das Seyn selbst“ noch um Nazismus, sondern um „das Sein des Seienden“. Heidegger verweise auf die 'Lichtung'.“ Nein, Sheehan kritisiert das nicht als Verschwörungstheorie, er sagt, Faye wittere eine Verschwörungstheorie. Er sagt das Gegenteil, dass Faye eine Verschwörungstheorie sehe, wo keine zu sehen sei.

Und nun sollte mir irgendjemand einmal erläutern, warum wir überhaupt im Kapitel „Heraklit (1943)“ eine Behauptung von Faye über die Beweiskraft eines angeblichen und mit der Referenz aus der Hölderlin-Vorlesung 1934/35 bestimmten Geheimcodes in einem Brief an Bauch zitieren und dort Sheehans Widerspruch zu dieser Groteske bringen. Es ist naheliegend zu glauben, dass es sich mit der Zeit so verwachsen hat, doch ein Blick in den obigen Edit belehrt uns eines besseren: in den gerade noch übersichtlichen Gedanken, dass Heidegger die Rettung aus dem Weltkrieg vom deutschen Volk der Dichter und Denker erwarte, werden geierig der Geheimcode, Faye-Sheehan und die Verschwörungstheorie eingebaut, alles in nur einem Edit.

Geheimcode-Edit

Dass Heidegger - erinnern wir uns: jener Mann, der sich in der „so etwas wie einer 'inneren Emigration'“ befand - aber erst 1944 auf „das peinliche Ritual“ verzichtete, „das ausnahmslos alle seine Kollegen in jenen Jahren in Front des Hörsaals fügsam vollzogen: Ausstrecken des rechten Arms zum sogenannten ‚Deutschen Gruß‘“, wäre zwar wert, mitgeteilt zu werden, wird aber von zahlreichen anderen Angaben zum Hitlergruß kontrastiert, s.o., so dass wir einen eigenen Abschnitt dazu einrichten müssten, um das angemessen darzustellen. Ich schlage vor, das erstmal zu lassen.

P. Jurevics Erzählung darüber, dass Heidegger spätestens 1944 von der Vernichtung europäischer Juden in Vernichtungslagern wußte, gehört nicht hierher, sondern in das Kapitel „Aussagen zum Holocaust“, dort werde ich es gebührend erwähnen.--BaneshN. (Diskussion) 17:13, 13. Nov. 2017 (CET)

Das Kapitel „Feldweg“-Gespräche - ein reines WP-Plagiat[Quelltext bearbeiten]

Das Unterkapitel „Feldweg-Gespräche“ ist bis auf einige Füllwörter gänzlich plagiiert. Es beginnt mit dem Versatzstück-Edit 1 (und es ist auch hier darauf Verlass, dass es immer nur ein- und derselbe WP-Mitarbeiter ist, der so vorgeht):

„In dem Feldweg-Gespräche betitelten Band enthält das dritte, im Frühjahr 1945 verfasste Gespräch, das Abendgespräch in einem Kriegsgefangenenlager in Russland zwischen einem Jüngeren und einem Älteren, die Frage nach dem, was das „Heilsame“ ist“, mit Fn Martin Burger, ohne Anführung. Martin Burger schreibt:

In dem Feldweg-Gespräche betitelten Band enthält das dritte, im Frühjahr 1945 verfasste Gespräch, das Abendgespräch in einem Kriegsgefangenenlager in Russland zwischen einem Jüngeren und einem Älteren, die Frage nach dem, was das „Heilsame“ ist.

Ist es wohl so, dass hier jemand Wikipedia mit einer Kopieranstalt verwechselt? Das nächste Versatzstückchen stammt aus einer Rezension von Figal in der FAZ von vor 23 Jahren und wurde von dort ebenfalls mit demselben Edit auf die WP-Seite kopiert:

Die "verblendete Irreführung des eigenen Volkes" sei "zu kläglich", um daran eine Klage zu verschwenden; davon zu sprechen sei nur "nach den höchsten Maßstäben und ohne falsche Leidenschaft" legitim.

Dann wird bei Figal ein Satz ausgelassen und weiter geht die Kopisterei:

Im Versuch zu begreifen bleiben Schmerz und Verstörung offen; wer über die Verblendungs- und Verwüstungsgeschichte nachdenkt, um zu verstehen, daß und wie sie "tieferen und weither kommenden Wesens ist", wird immer wieder zum Menetekel der Ereignisse "zurückkehren" müssen.

Hier wurde statt „wird“ der Konjunktiv „werde“ verwendet, das war der redaktionelle Anteil. Die Einleitung zur Erläuterung des Bösen bei Heidegger, die Figal mit eleganten Worten gibt, fiel dann raus und weiter ging's, im Konjunktiv. Dann kam es nun ganz unverhofft zu einer kreativen Leistung, die beweist, wie, das heißt, in welchem Maße, schöpferisch-tätig und mitdenkend bei WP gearbeitet werden kann. Die originale Reihenfolge der Sätze 1-2-3-4 wurde in wikipedianischer Adaption zu 4-2-1-3:

Figal:

Und wie betont, kommt alles darauf an, das Böse nicht mit dem moralisch Schlechten oder dem Verwerflichen zu verwechseln. Moralische Beurteilungen reagieren nur, ohne das Böse wirklich zu fassen; ja, aus ihnen kann ein Geist der Selbstbehauptung sprechen, der mit dem Bösen verwandt ist. Das Böse nämlich ist der "Ingrimm des Aufruhrs" - also jene grenzenlose Dynamik der Selbstermächtigung, die sich auch im berechnenden und verfügenden System der Technokratie artikuliert

Wikipedia:

Das „Böse“ sei der „Ingrimm des Aufruhrs“ – also jene grenzenlose Dynamik der Selbstermächtigung, die sich auch im berechnenden und verfügenden System der Technokratie artikuliere.[656] Moralische Beurteilungen reagieren nur, ohne das Böse wirklich zu fassen. Es komme alles darauf an, das Böse nicht mit dem moralisch Schlechten oder dem Verwerflichen zu verwechseln. Aus ihnen könne sogar ein Geist der Selbstbehauptung sprechen, der mit dem Bösen verwandt sei:[657]

Ist da nicht etwas, das geringfügig scheint, anders? Nein, nicht „sogar“, da sehen wir drüber weg. Es ist etwas anderes, etwas, das zunächst in all seiner Winzigkeit daherkommt, so winzig, dass es gar niemandem auffallen möchte - und doch, wenn wir einen näheren Blick drauf werfen, ist es deutlich zu sehen: Figal: „mit dem Bösen verwandt sei.“ Wikipedia: „mit dem Bösen verwandt sei:“ aus Punkt wird Doppelpunkt, und nach dem Doppelpunkt folgt bekanntlich noch etwas, das im Kontext mit dem Gesagten steht. Hier ist es ein Zitat, zu dem also, was mit dem Bösen verwandt sei, und das ist, Wikipedia, „die Moral ihrerseits“, GA 77, 209, von der bei Figal aber gar nichts zu finden ist, oh. Wie nennen wir das? Nein, wir nennen es nicht einfach Theoriefindung, denn nun ziehen wir für das nächste zu kopierende Versatzstück einen anderen Autoren heran, Richard Schaeffler, der 1997 in der Theologischen Literaturzeitung diesen Artikel publizierte. Dort wie umseitig (hier im Konjunktiv, sonst wortgleich) heißt es also weiter, Schaeffler:

Versatzstück-Edit 2

Es könnte nämlich sein, daß die Moral ihrerseits und mit ihr all die sonderbaren Versuche, durch sie den Völkern eine Weltordnung in die Aussicht (...) zu stellen, nur eine Ausgeburt des Bösen wären" (209), nämlich der deutlichste Ausdruck einer Subjektivität, die zu planen und zu schaffen versucht, weil sie das Warten nicht gelernt hat, und die darum die Verwüstung unablässig erneuert. Die Diffamierung des Willens als eines solchen, auch des sittlichen Willens, und der Wille zum Nicht-Wollen machen so den Widerstand gegen das durchaus menschliche und nicht "seinsgeschichtliche" Böse unmöglich.

Figals wörtlich kopierte Darlegungen finden also ihre Schlussfolgerung in den wörtlich kopierten Darlegungen von Schaeffler, und dabei wurde bisher nur einmal das Wörtchen „sogar“ hinzugesetzt, alles andere wurde von Filinthe zusammenkopiert.

Zunächst stand am Schluss nur das Zitat von Faye, daraufhin wurden mit dem Edit 1 die Zitate GA 77, 234 u. 236 hinzugefügt, während GA 77, 215 u. 235 u. 240 mit dem Edit 2 eingesetzt worden waren. Tatsächlich ist das aber wieder eine Kopie des ersten Textes, von Figal, dessen Referenz jetzt auch noch weggelassen wurde.

Figal: Scharf wird der machtförmige Charakter des nationalistisch verstandenen nationalen Denkens betont und zugleich vom "noch vorenthaltenen Wesen unseres geschlagenen Volkes" gesprochen. Die Deutschen könnten nicht Deutsche werden, "solange sie dem Deutschen nachjagen im Sinne eines Nationalen". Die eigene Tradition zu verstehen und aufzunehmen liegt jenseits einer gegen andere gerichteten Selbstbehauptung, die "auf Naturgegebenes pocht", und ist etwas anderes als der Versuch, sich hinter einem "verschwommenen Internationalismus" zu verstecken.

Wikipedia: Heidegger spricht vom „noch vorenthaltenen Wesen unseres geschlagenen Volkes“,[664] betont aber zugleich den machtförmigen Charakter des nationalistisch verstandenen nationalen Denkens. Die Deutschen könnten nicht Deutsche werden, „solange sie dem Deutschen nachjagen im Sinne eines Nationalen“. Die eigene Tradition zu verstehen und aufzunehmen liege jenseits einer gegen andere gerichteten Selbstbehauptung, die „auf Naturgegebenes pocht“, und sei etwas anderes als der Versuch, sich hinter einem „verschwommenen Internationalismus“ zu verstecken.[665]

Der letzte Satz des Unterkapitels wurde dann eins zu eins von Morat hierher kopiert, S. 256

Das Unterkapitel „Feldweg-Gespräche“ wurde damit, bis auf Füllworte, zu hundert Prozent zusammenkopiert: Plagiat zum Zweck einer Zitateversatzstück-TF).

Das einzig Gute an dem Abschnitt: Da er so dilettantisch zusammenkopiert ist, lässt es sich kaum verstehen. Die gewollte Theorie, dass Heidegger am Ende des Krieges im Grunde dem Widerstand zuzurechnen war und riskierte, ins KZ zu kommen, allenfalls in der Inneren Emigration war, dieser apologetische Unfug ist eh unlesbar.--BaneshN. (Diskussion) 17:16, 13. Nov. 2017 (CET)

Streichen!--KarlV 17:47, 15. Nov. 2017 (CET)

Unklarheit über Heideggers Freistellung vom „Volkssturm“[Quelltext bearbeiten]

Am 23. November marschierte Heidegger im „Volkssturm“ zur Errichtung von Schanzen am Rhein, am selben Tag telegrafierte Eugen Fischer an Scheel in Salzburg mit der Bitte, Heidegger freizustellen. Scheel antwortete am 12. Dezember. Doch dessen Eingreifen war offenbar nicht mehr nötig. H. Ott, S. 156: „Die Angelegenheit Heidegger war inzwischen befriedigend gelöst, so dass der Gauleiter von Salzburg nicht mehr einzugreifen brauchte. (...) Nach der Zerstörung Freiburgs (27. November 1944) hat sich Heidegger zur Bergung seiner Manuskripte zurückgezogen - in sicherer Entfernung von der Rheinfront, die dann wohl andere verteidigen mochten.“

Ebd. S. 282: „Die Angelegenheit Heidegger war also in der Zwischenzeit geklärt, Heidegger selbst mit der Bergung seiner Manuskripte nach Bietingen bei Meßkirch befaßt - in den Tagen nach dem schweren Angriff auf Freiburg.“

Demnach hatte nicht Eugen Fischers Eingreifen - jedenfalls nicht sein Telegramm - dazu geführt, dass Heidegger freigestellt wurde. Daher zwei Fragen: Warum wurde Heiddegger freigestellt? An welchem Tag wurde er freigestellt?

Umseitig heißt es: „Dem Rassenhygieniker und ehemaligen Kollegen Eugen Fischer verdankte er im Dezember seine Freistellung.[617]“

Fn 617 ist Safranski, der das ohne nähere Datumsangaben erzählt: Heidegger eingezogen, Brief Fischer, Heidegger freigestellt.

E. Faye: „Diese Intervention scheint entscheidend gewesen zu sein, denn Heidegger wird unmittelbar danach aller seiner Verpflichtungen entbunden.“ Sie „scheint“ entscheidend gewesen zu sein, selbst Faye schränkt es ein.

Rudolf Augstein, in einer spanischen Übersetzung: Eugen Fischer hat ihn dort herausgeholt, „soweit zu sehen“ (por lo que se ve) - auch hier wie bei Ott das unendliche Datum: nach dem Bombardement von Freiburg am 27. November - (aber, gemäß Ott, vor der Antwort von Scheel am 12. Dezember).

Nochmal Augstein: „Wie kam er von den Schanzarbeiten wieder weg? Man weiß es nicht, er spricht nur von 'Beendigung der Schanzarbeiten'.“ Quelle: Augsteins Farias-Rezension, 1987

Safranski, 333 engl.: „the matter had settled itself“

Morat, 299: „Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Heidegger nicht in Freiburg, sondern in Oberschwaben, wohin er sich zur Sicherung und Ordnung seiner Manuskripte schon im Dezember 1944 zurückgezogen hatte, nachdem er im November 1944 kurzeitig zum 'Volkssturm' eingezogen worden war."

GA 16, S. 827: „Dezember 1944 vom Volkssturm entlassen“ - in der Folge Zaborowski u.a.

Offenbar lässt sich nicht genau sagen, an welchem Tag und warum Heidegger freigestellt wurde. Wissen wir etwas dazu?--BaneshN. (Diskussion) 13:45, 15. Nov. 2017 (CET)

Hans Dieter Zimmermann, Martin und Fritz Heidegger: Philosophie und Fastnacht, S. 100: „Am 2. Dezember 1944 wurde Martin Heidegger entlassen, nachdem seine Kompanie den Rückzug über den Rhein angetreten hatte.“--BaneshN. (Diskussion) 13:24, 22. Nov. 2017 (CET)

Themen Nietzsche und Weltkrieg II – Konkordanz[Quelltext bearbeiten]

Lutz, in das letzte Kapitel von 4, „Zweiter Weltkrieg und Ende der NS-Zeit", würde die Aussage zur Kapitulation Frankreichs, Fn 591-593 und die etwas weiter drüber zur Motorisierung der Wehrmacht gut hineinpassen. Beide zur Metaphysik und zur Technik, beide, in weiterem Kontext, zum Willen zur Macht. Ist das in Deiner Konzeption zum Nietzsche-Kapitel schon berücksichtigt, oder kann ich es für den Abschnitt zum WK II verwenden?--BaneshN. (Diskussion) 16:03, 16. Nov. 2017 (CET)

Mach man. Ich kann mich dann schon anpassen. Lutz Hartmann (Diskussion) 17:46, 16. Nov. 2017 (CET)
Schön, dann mach ich das man. Bis es soweit ist, würde ich allerdings gern den letzten kurzen Absatz des Nietzsche-Kapitels streichen, denn was Franz Büchner so gesagt hat, gehört m.E. auf dessen Seite, und es steht auch nicht erkennbar im Zusammenhang mit dem Thema Nietzsche.--BaneshN. (Diskussion) 11:29, 17. Nov. 2017 (CET)
Kann man evtl. in den Zitaten der Bibliographie Bernd Martin zuordnen und dabei den Bezug auf Büchner einbauen. Ansonsten gerne weg. Lutz Hartmann (Diskussion) 11:47, 17. Nov. 2017 (CET)
Wenn ich das Zitat hätte...--BaneshN. (Diskussion) 11:51, 17. Nov. 2017 (CET)

Ich habe den folgenden Text aus dem Artikel entfernt:

Am 18. Februar 1941 in einem öffentlichen Vortrag gegen die Euthanasie „Der Eid des Hippokrates“ bezog sich der Freiburger Professor für Pathologie Franz Büchner auf Heideggers philosophische Auseinandersetzungen mit dem Phänomen des Todes („Sein zum Tode“). Dies hätte aber Heidegger selber machen können, bedauert Bernd Martin.[2]
  1. http://www.liberation.fr/planete/2017/11/05/heidegger-un-nazi-ordinaire_1608065
  2. Bernd Martin: Martin Heidegger und das „Dritte Reich“. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 9.

Die Martin zugeschriebene Aussage lässt sich nicht nachvollziehen. Auf S. 7 steht: „[...] Heidegger, der den Biologismus ablehnte, [...]“ mit FN 6. Diese FN steht auf S. 9 als Endnote. Dort wird dann der Vortrag Franz Büchners genannt, aber keine Wertung hinsichtlich Heideggers Einstellung oder Verhalten begegeben. Lutz Hartmann (Diskussion) 11:47, 23. Nov. 2017 (CET)

Kapitel 4.4 - WK II bis zum Kriegsende[Quelltext bearbeiten]

Die Kommentierung der französischen Niederlage und den Exkurs zum technisierten Ausdruck der Metaphysik als Übermenschen habe ich nun hier integriert, deshalb würde ich wiederum den jetzt letzten Absatz des Nietzsche-Kapitels streichen. Ich werde sehen, dass ich die Stimmen von Vietta, Pöggeler und Trowitzsch auf die Biblio setzte, d.h. aufschlussreiche Zitate von ihnen, sollte sie es sie dazu geben, denn die allgemeine Wertung, Heidegger habe sich mit seinen Nietzsche-Vorlesungen vom NS abgesetzt, ist nur dann zulässig, wenn diese Frage eigens und dann mit anderen Meinungen dazu erörtert wird - sonst heißt sie nicht mehr als: jene sagen auch, was ich Euch Lesern hier gerne verkaufen will, und nur das war ja auch die Botschaft der gesamten Seite, wie wir wissen. Die Rezeptionsgeschichte kommt ja eh noch dran.

Sollte Lutz im Nietzsche-Abschnitt das Thema Technik und Übermensch vielleicht aus anderer Perspektive noch einleiten wollen, so würde ich das als Übergang in dieses Kapitel passend finden, es wäre dann, so abgestimmt, keine Doppelung (muss aber natürlich auch nicht sein.)

Für das folgende Kapitel entfallen dann auch die oben umfangreich kritisierten 4.4 (Heraklit) und 4.5 (Feldweg).

Krieg und Ende der NS-Zeit[Quelltext bearbeiten]

Mit der Hinwendung zu Hölderlin und Nietzsche und dem „anderen Anfang“ hatte Heidegger einer Verherrlichung des „Volkes der Dichter und Denker“ Ausdruck gegeben, die auch während des Zweiten Weltkrieges die bevorzugte Konzeption blieb, mit der die „geschichtliche Bestimmung“[1] des deutschen Volkes und die Ereignisse des Krieges, wie auch die beginnende Kritik am nationalsozialistischen Glauben in die Macht der Technik in ihrem inneren Widerspruch vereint werden konnten. Beispielhaft dafür argumentierte Heidegger in der Zeit der Schlacht von Stalingrad, 1942/43, die Deutschen seien nur als jenes Volk „unbesiegbar“[2]:

„Daher gilt es zu wissen, daß dieses geschichtliche Volk, wenn es überhaupt hier auf ein 'Siegen' ankommt, schon gesiegt hat und unbesiegbar ist, wenn es das Volk der Dichter und Denker ist, das es in seinem Wesen bleibt, solange es nicht der furchtbaren, weil immer drohenden Abirrung von seinem Wesen und so einer Verkennung seines Wesens zum Opfer fällt.[3]

Heidegger dozierte während des gesamten Zweiten Weltkrieges weiter öffentlich als Professor, vorzugsweise mit Dichtern und Dichter–Philosophen befasst, von seinen Nietzsche-Vorlesungen zu Beginn des Krieges bis zur „Einleitung in die Philosophie“ mit dem Untertitel „Denken und Dichten“, die am 8. November 1944 kriegsbedingt abgebrochen wurde. Die Vorlesungen dieses Zeitraumes im Überblick:

  • Nietzsches Lehre vom Willen zur Macht als Erkenntnis (Sommer 1939)
  • Nietzsche. Der europäische Nihilismus (II. Trimester 1940)
  • Grundbegriffe (Sommer 1941)
  • Hölderlins Hymne 'Andenken' (1941/42)
  • Hölderlins Hymne 'Der Ister' (Sommer 1942)
  • Parmenides (1942/43),
  • Der Anfang des abendländischen Denkens. Heraklit (Sommer 1943)
  • Logik. Heraklits Lehre vom Logos (Sommer 1944)
  • Einleitung in die Philosophie. Denken und Dichten (Wintersemester 1944/45, im November 1944 abgebrochen)

Aussagen im Kontext des Krieges

Unter Referenz auf die „Deutung des Seins als Vor-gestelltheit“ durch Descartes, die in der gegenwärtigen Folge auch „die metaphysische Möglichkeit der Kraftmaschinentechnik“ sei, deutet Heidegger die Kapitulation Frankreichs 1940 als Zeichen des geistigen Verfalls: „In diesen Tagen sind wir selbst die Zeugen eines geheimnisvollen Gesetzes der Geschichte, daß ein Volk eines Tages der Metaphysik, die aus seiner eigenen Geschichte entsprungen, nicht mehr gewachsen ist in dem Augenblick, da diese Metaphysik sich in das Unbedingte gewandelt hat.“[4] Die französische Niederlage im technisierten Krieg zeige, „was Nietzsche bereits metaphysisch erkannte, dass die neuzeitliche ‚machinale Ökonomie‘, die maschinenmäßige Durchrechnung alles Handelns und Planens in ihrer unbedingten Gestalt ein neues Menschentum fordert, das über den bisherigen Menschen hinausgeht“. Es genüge nicht „Panzerwagen, Flugzeuge und Nachrichtengeräte“ zu besitzen, vielmehr bedürfe es eines „Menschentums, das von Grund aus dem einzigartigen Grundwesen der neuzeitlichen Technik und ihrer metaphysischen Wahrheit gemäß ist“ und dieser „'machinalen Ökonomie'“ sei nur „der Über-mensch gemäß, und umgekehrt: Dieser bedarf jener zur Errichtung der unbedingten Herrschaft über die Erde.“[5]

Über Heideggers Deutung und Bewertung des nietzscheschen Übermenschen, die hier über die Frage einer Zustimmung zu den Blitzkriegen des nationalsozialistischen Deutschland oder der einer Kritik am Kriegsgeschehen entscheidet, herrscht insbesondere für das Jahr 1940, d. h. für die Zeit vor dem Beginn der militärischen Niederlagen des „Dritten Reiches“, keine Einigkeit. In der Exegese von W. Müller-Lauter erschien für Heidegger der Übermensch im Jahr 1940 noch jener zu sein, der „'das meisternde Vorgehen in die Welteroberung und Weltherrschaft'“ betreibe und „der als Subjekt dem Seienden das Maß gibt“[6], auch als jener, wie F. Agell bekräftigt, der „das notwendige Produkt der Bewegung des Willens zu seiner Selbstbestätigung als Wille zum Willen“ sei, und der dadurch der „Herr der Erde“ werde und „geradezu Heideggers Billigung“ finde.[7]

Der Kommentar zur Niederlage Frankreichs wird auch allgemeiner als eine Gegenüberstellung gesehen, in der die Franzosen „als unfähig bezeichnet“ werden, „weiterhin die Philosophie Descartes' zu tragen“, dagegen “ein Übermensch postuliert“ werde, “der Technik und Metaphysik in sich aufnehme“ und in der Form der „Führer der totalitären Bewegungen“ die „geschichtlich notwendige Herrschaft“ vollziehe.[8]

Gegen die billigende und bejahende Wertung dieses „Übermenschen“ auf deutscher oder nationalsozialistisch-faschistischer Seite steht die Exegese, die von S. Vietta repräsentiert wird, und der die grundlegende Kritik an der machenschaftlichen Technik zugrunde liegt, dass Heidegger „Nietzsches Ruf nach dem 'Übermenschen' (...) gerade nicht folgt.“[9] Die Beherrschung der „'machinalen Ökonomie'“, wie sie sich im Zweiten Weltkrieg zeige, durch den Übermenschen sei mit diesem für Heidegger „die letzte Verkörperung des nihilistischen Herrschaftdenkens", so dass die dort konstatierte „Kritik des Nationalsozialismus und seiner Ideologe“ bereits 1940 in eine „Kritik der Technik“ übergehe.[10] Das wiederum sei, in der Analyse der Darlegungen von W. Müller-Lauter durch F. Agell, vielmehr erst 1942 der Fall gewesen, „zu einem Zeitpunkt, als allmählich deutlich wurde, dass Deutschland den Krieg nicht gewinnen werde“. Dann erst sei Heidegger der Übermensch als „ein passiver Maschinist“ erschienen, der für die „Verwüstung der Erde“ verantwortlich sei.[11]

„Der Planet steht in Flammen“

Nach der deutschen Niederlage in der Zweiten Schlacht von El Alamein im November 1942 und nach dem Debakel in Stalingrad Anfang 1943 wird Heideggers Kritik an der abendländischen Philosophie als Ursprung der Technik offenkundig. Zu Beginn der Vorlesung „Der Anfang des abendländischen Denkens. Heraklit“, im Sommer 1943 heißt es, die Technik sei „die Folge der 'Philosophie' und nichts außerdem“, wobei Heraklit sogleich von der „Philosophie“, mit Platon beginnend, ausgenommen und dagegen als „Denker“ bezeichnet wird.[12]

Auch hier wird damit ein Anfang vor dem Anfang der Metaphysik beschworen, ein solcher, der erst nach Heraklit in den Irrweg der Machenschaft abzweigte und der als anderer Anfang allein durch die Deutschen noch zu retten sei: diese „größte und die eigentliche Prüfung der Deutschen“ stehe noch bevor: „ob sie über die Bereitschaft zum Tode hinaus stark genug sind, gegen die Kleingeisterei der modernen Welt das Anfängliche“ zu retten. Denn: „Die Gefahr, in der das 'heilige Herz der Völker' des Abendlandes steht, ist nicht die eines Untergangs, sondern die, daß wir, selbst verwirrt, uns selbst dem Willen der Modernität ergeben und ihm zutreiben.“[13]

Daraus wird von D. Morat gefolgert, dass Heidegger „die Rettung aus dem Weltkrieg von den Deutschen erwartete, auch wenn sie es waren, die ihn angezettelt hatten“. Demnach trennte er dazu nunmehr „zwischen der Abirrung des technisch-metaphysischen Nationalsozialismus und der Besinnung auf das eigentliche Wesen der Deutschen, das er zudem verstärkt in den Kontext Europas und der 'Rettung des Abendlandes' (...) einordnete, für das die Deutschen als 'Volk der abendländischen Mitte' (...) eine besonderen Aufgabe und Bedeutung hätten“.[14]

„Der Planet steht in Flammen. Das Wesen des Menschen ist aus den Fugen. Nur von den Deutschen kann, gesetzt, dass sie ‚das Deutsche‘ finden und wahren, die weltgeschichtliche Besinnung kommen.“

Heidegger: Der Anfang des abendländischen Denkens. Heraklit, 1943[15]

Das „wartende Volk“

Auch der gegen Ende des Krieges 1945 verfasste[16] und erst 1995 publizierte Dialog Abendgespräch in einem Kriegsgefangenenlager in Russland zwischen einem Jüngeren und einem Älteren widmet sich der Frage nach dem Wesen des deutschen Volkes und seiner Aufgabe in Bezug auf andere Völker. Am Tag der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen, fügte Heidegger dem noch eine Notiz hinzu: „Schloss Hausen im Donautal, 8. Mai 1945“, wo er sich zwischenzeitlich aufhielt: „Am Tage, da die Welt ihren Sieg feierte / und noch nicht erkannte, daß sie seit / Jahrhunderten schon die Besiegte ihres / eigenen Aufstandes ist.“[17]

Diese Bemerkung scheint, in der Sicht des ehemaligen Vorsitzenden der Heidegger-Gesellschaft, G. Figal, „den Sieg der Alliierten durch Einordnung ins Große einer abendländischen Verfallsgeschichte wegreden zu wollen“.[18]

In der kritischen Erörterung des „Abendgespräches“ zur militärischen Niederlage des nationalsozialistischen Deutschland wird auch darauf hingewiesen, dass darin kein Soldat auftauche, „kein Toter, kein einziger Mord, kein Verbrechen“, sondern „nur der Kriegsdienst“. Die beiden Dialogpartner seien „vor allem Deutsche“ und reden nicht nur über das Volk der Dichter und Denker, sondern sie selbst sind der Dichtende (der Jüngere) und der Denkende (der Ältere), das Volk an sich. Mit den beiden Figuren ist sozusagen das ganze deutsche Volk in Gefangenschaft geraten.“[19] Im Sinne der nichtaktivistischen „Gelassenheit“, die das Volk der Dichter und Denker als solches bestimme, werden die Deutschen, repräsentiert durch die beiden wartenden Gefangenen, als „das in einem einzigen Sinne wartende Volk“ begriffen,[20] und Aufgabe dieser Deutschen sei es mithin, „den Völkern“ die Fähigkeit des Wartens zu lehren. D. Morat: „Auch in diesem Dokument des Kriegsendes bekundete Heidegger also seinen Glauben an das 'noch vorenthaltene Wesen unseres geschlagenen Volkes' (...) und ging wie schon 1943 davon aus, dass nur 'von den Deutschen [...], gesetzt, daß sie 'das Deutsche' finden und wahren, die weltgeschichtliche Besinnung kommen' (...) könne.“[21]

„Schanzarbeit“ und Kriegsende auf Burg Wildenstein

Die Burg Wildenstein, in der Heidegger mit zehn Professoren und dreißig Studentinnen der Philosophischen Fakultät das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte

Bis Ende 1944 hatte der Zweite Weltkrieg keine dokumentierten Auswirkungen auf Heideggers Lebensverhältnisse. Erst nachdem die NSDAP im Oktober „alle waffenfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren“ zum Kriegsdienst aufgerufen hatte, dem sogenannten Volkssturm, erging der Stellungsbefehl auch an den Philosophen, der am 8. November davon in Kenntnis gesetzt und am 23. November zur Errichtung von Schanzen in Breisach am Rhein (Kaiserstuhl) östlich des Brückenkopfes Elsass eingezogen wurde, während der Kämpfe um Elsass und Lothringen und am Tag, als die westlichen Alliierten Straßburg eroberten – gleichermaßen vier Tage vor der Bombardierung Freiburgs. Heidegger wurde aber schon am 2. Dezember wieder entlassen, „nachdem seine Kompanie den Rückzug über den Rhein angetreten hatte.“[22]

Der Versuch von Heideggers engem Freund, dem NS-„Rassenhygieniker“ Eugen Fischer, sich für ihn zu verwenden, scheint für die Entlassung also nicht ursächlich gewesen zu sein. An dem Tag, an dem Heidegger an den Rhein marschierte, hatte Fischer an den „Reichsdozentenbundführer“ Gustav Adolf Scheel telegrafiert, der inzwischen auch Gauleiter von Salzburg war: „Volkssturm und Stundengebot voll erkennend, mich einsetze für Fakultätsbitte Elsaß eingesetzten Volkssturmmann Heidegger, einzigartigem Nation und Partei unersetzlichem Denker Befreiung vom Waffendienst zu erwirken". Fischer schickte dem einen Brief hinterher, und Scheel antwortete am 12. Dezember, doch dessen Eingreifen war nicht mehr nötig: „Die Angelegenheit Heidegger war inzwischen befriedigend gelöst" (H. Ott).[23]

In seinem Gespräch mit dem Spiegel 1966 sagte Heidegger, er sei bereits im Sommer 1944 zu Schanzarbeiten eingezogen worden, dann erneut, im November, zum „Volkssturm“, was in der Forschung bisher keine Bestätigung findet.[24]

Nach Heideggers rund zehntägigem Dienst im Krieg stellte sich ihm das Problem, wo die Philosophische Fakultät weiter arbeiten konnte, da das Gebäude nach den Bombenangriffen - rund 80 Prozent der Stadt Freiburg waren zerstört worden - nicht mehr nutzbar war.[25] Auf Heideggers Betreiben zog die Fakultät am 16. März 1945 in die Burg Wildenstein über dem Donautal. Heidegger selbst kam unweit davon im Forsthaus der Burg Hausen bei Prinz von Sachsen-Meiningen und seiner Ehefrau Margot unter, letztere war seit 1942 eine seiner Studentinnen, dann seine Geliebte und, wie ihr Mann, seit 1932 Mitglied der NSDAP. Hingegen blieb Heideggers Frau Elfride im Haus in Freiburg-Zähringen.[26]

Außerdem war Heidegger in diesen Monaten vor der bedingungslosen Kapitulation angesichts der anrückenden westlichen Alliierten um den Erhalt seiner Manuskripte besorgt. Meßkirch war am 22. Februar 1945 bombardiert worden, woraufhin sich Heidegger in seinen Geburtsort begab, wie sein Sohn Heinrich berichtet: „Die zwei Eisenkisten waren bei uns im Hause; in der Volksbank waren aber auch zwei Safes gemietet für wertvolle Manuskripte; nach dem Luftangriff vom 22. Februar holte Martin Heidegger selbst die Manuskripte aus dem zerstörten Gebäude heraus“. Die Schriften wurden nach Bietingen gebracht.[27]

Heidegger erlebte das Kriegsende somit im Kreis von zehn Professoren und rund dreißig Studentinnen – die Studenten waren an der Front – auf Burg Wildenstein, privat im Haus des Prinzen und der Prinzessin von Sachsen-Meiningen.[28]

  1. GA 50, Einleitung in die Philosophie. Denken und Dichten, Frankfurt a. M. 1990, S. 103, zit. n. Morat: „Dieser Glaube an die 'geschichtliche Bestimmung' (...) des deutschen Volks zeigte sich besonders deutlich in den Vorlesungen und Aufzeichnungen der Kriegsjahre.“
  2. D. Morat, S. 189.
  3. GA 54, Parmenides (Vorlesung WS 1942/43), Frankfurt a. M. 1982, S. 114, zit. n. D. Morat, S. 188.
  4. zit. n. Reinhard Mehring, Heideggers Überlieferungsgeschick: eine dionysische Selbstinszenierung, S. 84.
  5. GA 48, S. 205, zit. n. Morat, S. 156, Anm. 25.
  6. Müller-Lauter, S. 112.
  7. Fredrik Agell, Die Frage nach dem Sinn des Lebens, S. 211, Anm. 111.
  8. Roland Wagner, Des Übermenschen Schönheit kam zu mir als Schatten, S. 460, Anm. 3660: „befremdlicher Kommentar zur Niederlage Frankreichs (...): Die Franzosen werden als unfähig bezeichnet, weiterhin die Philosophie Descartes' zu tragen, und es wird ein Übermensch postuliert, der Technik und Metaphysik in sich aufnehme“.
  9. S. Vietta, S. 64.
  10. S. Vietta S. 68.
  11. Fredrik Agell, Die Frage nach dem Sinn des Lebens, S. 212, Anm. 111.
  12. H. Givsan, S. 73.
  13. GA 55, S. 180 f.
  14. zit. n. D. Morat, S. 188 f.
  15. GA 55, S. 123, zit. n. D. Morat, S. 188 ; vgl. auch den Kommentar von A. Schwan, zit. n. D. Wyss, Kain: eine Phänomenologie und Psychopathologie des Bösen, S. 457: „Heidegger verteidigte im Gegensatz zu seinen nachträglichen Bekundungen noch zwischen 1940 und 1944 das Regime Hitlers und dessen Kriegsführung."
  16. Martin Burger: Endliches Dasein. Heideggers Daseinsanalyse und Becketts Roman „Molloy“ (Epistemata Literaturwissenschaft, Bd. 508). 115 S., Würzburg 2004, S. 11.
  17. GA 77, 240 f.
  18. Günter Figal, FAZ (10. Oktober 1995, Rezension: Der Ingrimm des Aufruhrs. Heideggers Gedanken zum Kriegsende.
  19. Roger Behrens, Volk ohne Warteraum, 2006/01.
  20. GA 77, S. 233; vgl. auch Peter Trawny, Heidegger und Hölderlin oder Der Europäische Morgen, S. 204: „In dieser Umgebung der 'Verwüstung' erörtern die Spechenden das 'wartende Volk' der Deutschen.“
  21. Morat, S. 256.
  22. Hans Dieter Zimmermann, Martin und Fritz Heidegger: Philosophie und Fastnacht, S. 100: „Am 2. Dezember 1944 wurde Martin Heidegger entlassen, nachdem seine Kompanie den Rückzug über den Rhein angetreten hatte“; Thomas Sheehan, The New York Revierw of Books, 4. Dezember 1980 Caveat Lector: The New Heidegger: „being drafted into the Volkssturm in 1944, at the age of fifty-five, to work on construction projects on the Rhine“.
  23. H. Ott, S. 156; vgl. auch ebd. S. 282: „Die Angelegenheit Heidegger war also in der Zwischenzeit geklärt, Heidegger selbst mit der Bergung seiner Manuskripte nach Bietingen bei Meßkirch befaßt“; Safranski, S. 333 engl.: „the matter had settled itself“; GA 16, S. 827: „Dezember 1944 vom Volkssturm entlassen“; dagegen Bernd Martin in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.), Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, S. 51, Anm. 90: „Martin Heidegger, ursprünglich auch zu Schanzarbeiten im Volkssturm abkommandiert, wurde auf Intervention höchster Stellen entlassen und ausgemustert“; Alexandru Dragomir, The World We Live In, S. 10: „he managed to take ill“.
  24. GA 16, S. 666; vgl. H. Ott, S. 155; 279-282; Rudolf Augstein, Rezension des Buches von V. Farias, 1987: „Wie kam er von den Schanzarbeiten wieder weg? Man weiß es nicht, er spricht nur von 'Beendigung der Schanzarbeiten'.“
  25. Alexandru Dragomir, The World We Live In, S. 10.
  26. zu der Zeit auf Burg Wildenstein und Heideggers Verhältnis zur Prinzessin von Sachsen-Meiningen s. L. Hachmeister, S. 62 f.; vgl. auch Bernd Martin in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.), Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, S. 50 f., m. Anm. 91: „Treibende Kraft hinter dem Umzug war Heidegger“; H. Ott, S. 285 f.; Peter Berz in: Friedrich Kittler, Peter Berz, Joulia Strauss, Peter Weibel (Hg.), Paderborn, 2017, Götter und Schriften rund ums Mittelmeer, S. 39 f.
  27. zit. n. Hans Dieter Zimmermann, Martin und Fritz Heidegger: Philosophie und Fastnacht, S. 99 f.; vgl. H. Ott, S. 156: „Nach der Zerstörung Freiburgs (27. November 1944) hat sich Heidegger zur Bergung seiner Manuskripte zurückgezogen - in sicherer Entfernung von der Rheinfront, die dann wohl andere verteidigen mochten“; D. Morat, S. 299: „Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Heidegger nicht in Freiburg, sondern in Oberschwaben, wohin er sich zur Sicherung und Ordnung seiner Manuskripte schon im Dezember 1944 zurückgezogen hatte, nachdem er im November 1944 kurzeitig zum 'Volkssturm' eingezogen worden war."
  28. L. Hachmeister, S. 62.

--BaneshN. (Diskussion) 13:19, 24. Nov. 2017 (CET)