Diskussion:Martin Heidegger und der Nationalsozialismus

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Provisorische Seite zur Bibliographie[Quelltext bearbeiten]

Hier habe ich den Entwurf zur Seite einer Bibliographie zur allgemeinen Bearbeitung angelegt.--BaneshN. (Diskussion) 01:04, 30. Mär. 2017 (CEST)

Das ist, weil offenbar wohldurchdacht, viel besser, als ich es mir vorgestellt hatte. Respekt! --Machtjan X 10:15, 30. Mär. 2017 (CEST)
Gleichfalls, mir wäre der Gedanke einer bibliographischen Seite gar nicht eingefallen.--BaneshN. (Diskussion) 11:21, 30. Mär. 2017 (CEST)
Zum Kommentar von Machtjan X auch jener von Anima (Diskussion) 22:03, 25. Mär. 2017 (CET) „P.S.: Die Idee hinsichtlich der zusätzlichen Bibliographie finde ich ausgezeichnet.“
Natürlich können wir auch über die Seite Deskriptive Bibliographie zur Seite Martin Heidegger und der Nationalsozialismus und ihrer redaktionellen Verbindung mit dieser nochmal formal abstimmen. Es wäre aber sinnvoll, die Vorteile dieser bibliographischen Seite vorher in Ruhe zu bedenken.--BaneshN. (Diskussion) 13:28, 31. Mär. 2017 (CEST)
Ich habe der bibliographischen Seite das Schlagwort „Levinas, E., Verhältnis zu H.“ hinzugefügt, das noch mit dem dazu gehörigen Quellenmaterial ausgestattet werden muss. Wenn es dort in der Übersicht lexikalisch gelistet ist, können wir auch leicht einen Konsens für die adäquate(n) Formulierung(en) dazu finden.--BaneshN. (Diskussion) 14:32, 31. Mär. 2017 (CEST)
Dank dir, BaneshN., für dein außerordentlich großes Engagement. Dadurch wird die vorhandene Philosophie-Bibliographie Heideggers sehr viel substantieller. Aus meiner Sicht kannst du das Erarbeitete unter dem Gliederungspunkt: Heidegger + noch heute veröffentlichen. Mein Dank gilt auch Filinthe, der vieles zu dieser Bibliographie beigesteuert hat. --Anima (Diskussion) 17:56, 31. Mär. 2017 (CEST)

Zusammenfassung der Resteposten aus den Threads oben (ggf. erweitern)[Quelltext bearbeiten]

1. Reste der Kürzungen

Aus den bisherigen Kürzungen ergeben sich Reste, die wir ggf. im Kapitel 2 unterbringen können:

  • Brief an Fritz, 28. Oktober 1932 (Dass den Juden ein solches Manöver wie die Papenepisode gelungen ist, zeigt eben, wie schwer es auf jeden Fall sein wird, gegen alles, was Großkapital und dergleichen Groß- ist, anzukommen.)
  • Doch habe er Jaspers im Mai 1933 gesagt: „Es gibt aber eine gefährliche internationale Verbindung der Juden“[76]
  • Das Zitat zu den Stein-Vorträgen: Doch im Oktober 1933 organisierte er in der Hütte in Todtnauberg „sein erstes Lager zur Indoktrination (mit einem Marsch von Freiburg in SA- oder SS-Uniformen)“, wo er „Kurse der Rassenlehre halten lässt und er sich selbst zur Auswahl der Geeignetsten anschickt“. (Faye; wurde oben mit weiteren Quellen diskutiert, siehe hier Punkt 2)
  • Hans Jonas, ein ehemaliger Student Heideggers – er musste nach der Machtübernahme wegen seiner jüdischen Herkunft emigrieren – bestätigt zwar das Interesse vieler jüdischer Studenten, bei Heidegger zu hören, meint aber, dieses sei einseitig gewesen: „Ich weiß nicht, ob es Heidegger so ganz behaglich war, daß gerade junge Juden zu ihm strömten, aber er war an sich ganz und gar apolitisch.“[66]
  • Zum Kapitel 1.1.2, Schluss wird von Lutz bearbeitet: Restposten ist das Hüttenargument: „Im Wintersemester 1932/33 hatte Heidegger ein Urlaubssemester und verbrachte es meist auf seiner Hütte in Todtnauberg. Dort habe er keine Post bekommen.“ etc.[1] Demnach soll er die damaligen politischen Ereignisse kaum verfolgt haben.[2] Er schickte der liberal-demokratisch gesinnten Freundin Elisabeth Blochmann am 19. Dezember 1932 Platons „Politeia“ zur „geistigpolitischen Belebung“.[3]--
Der Schluss ist inzwischen von Lutz umgesezt - die Lit. zum Hüttenargument könnte ich nachher auf die Biblio setzen.--BaneshN. (Diskussion) 09:56, 16. Apr. 2017 (CEST)

Alles andere, was herausgenommen wurde, sind Forschermeinungen, die ich auf die Bibliographie-Seite setzen werde.

2. Offene Diskussionen

  • Die Frage, wie Heideggers philosophischer Gedanke und seine Beziehung zum NS dargestellt werden soll, wurde oben im Thread: Zu 1.2.1. „Hitlers Mein Kampf“ von Lutz und von Machtjan X aufgeworfen - und dass z. B. Anders und Givsan als Autoren fehlen.
  • Im Thread „Rassenlehre iin Todtnauberg“ ist noch in Diskussion, wie Heidegger dazu stand, dass in seinem Wissenschaftslager ein Vortrag zur Rassenlehre gehalten wurde - das lässt sich in einem neuen Kapitel (oder Unterkapitel) in 2 zum Wissenschaftslager wieder aufnehmen.
  • Thema: Hannah Arendts Zitat bezüglich Heidegger und den Futuristen. Filinthe: „Das komplette Zitat aus dem Brief ist hier zu lesen. Könnte nicht dieses Thema im Abschnitt „Verhältnis zu Hannah Arendt“ erwähnt werden? Es geht um die Frage einer möglichen „Korrelation“ („interrelationship“) zwischen H., Jünger und den Futuristen.“ Filinthe (Diskussion) 14:42, 2. Apr. 2017 (CEST) Quellenrepertorium zu Hannah Arendts Zitat über Heidegger und den Futurismus

3. Vorschläge für noch zu bearbeitende Abschnitte

  • Im Kapitel 5: Zu Emmanuel Faye - Vorschlag von KarlV:

„Thomas Meyer warf Faye vor, sich des fragwürdigen Konstrukts der Rückprojektion zu bedienen. Seine „Hypothese“, Heidegger habe 1932 für Hitler ein Memorandum geschrieben könne er nicht belegen, sondern führe nur eine sprachliche Ähnlichkeit und Ungewissheit über die Autorschaft des Textes als Indizien an“ Das ist die deskriptive Darstellung anhand des Artikels von Thomas Meyer.“ Faye antwortet Meyer KarlV 11:57, 23. Mai 2017 (CEST)

Dieser Thread soll nur ein Memo sein, damit wir die obigen langen Abschnitte bald archivieren können - für die Fortsetzung der Diskussion dann besser einen neuen Thread öffnen.--BaneshN. (Diskussion) 13:12, 11. Apr. 2017 (CEST)

  1. Joachim W. Storck (Hrsg.): Martin Heidegger, Elisabeth Blochmann: Briefwechsel 1918–1969. Marbach 1989, S. 53.
  2. Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik. Tübingen 1989, S. 17.
  3. Joachim W. Storck (Hrsg.): Martin Heidegger, Elisabeth Blochmann: Briefwechsel 1918–1969. Marbach 1989, S. 55.

Foto[Quelltext bearbeiten]

Oben auf der Seite ist das Bild von Heidegger ja etwas unpassend, weil es den Heidegger aus den Jahren nach dem Nationalsozialismus zeigt. Alfred Denker, in seiner Eigenschaft als Direktor des Martin-Heidegger-Archivs Meßkirch, hat uns aber ein Foto zur Verfügung gestellt. Doch um von ihm Foto und Grunddaten zu erhalten, vergingen Wochen, und in der Redaktion Bilder hier gab es wenig Kooperation. Deswegen habe ich die Sache gelassen, als es um den Namen des Urhebers ging. Jetzt habe ich das Foto aber in der google-Version von Zaborowskis Buch gesehen, um 1928, dort ohne Hinweis auf den Verfasser, der aber am Ende des Buches im Bildnachweis angegeben sein sollte. Lässt sich der Name des Fotografen in Eerfahrung bringen?--BaneshN. (Diskussion) 11:10, 21. Apr. 2017 (CEST)

Hat Denker die Bildrechte für unsere Lizenz freigegeben? Kann er das? Bei einem solchen Foto gelten nicht nur die Rechte des Photographen, sondern auch die der aufgenommenen Person?! Lutz Hartmann (Diskussion) 22:27, 29. Mai 2017 (CEST)
Personen des öffentlichen Lebens - da gelten, soweit ich weiß, andere Rechte am eigenen Bild - besonders bei Toten. Die Rechte des Fotos gehören, soweit ich es verstanden habe, dem Archiv. Ich schrieb das:
„Sehr geehrter Alfred Denker, vielen Dank für die Übersendung der Fotos des jungen Martin Heidegger und der Heidegger-Hütte. Für die Publikation bei wikipedia müsste ich noch die Urheberschaft der Fotos und, wenn möglich, das Jahr ihrer Erstellung oder Erstveröffentlichung kennen, so dass außer Zweifel gestellt werden kann, dass sie den common rights unterliegen bzw. ohne Honorarzahlungen veröffentlicht werden dürfen. Könnten Sie mir solche Informationen dazu geben? Vielen Dank für Ihre Antwort.“
Denker: "... am besten vermelden Sie bei den Bildern copyright Martin-Heidegger-Archiv, Meßkirch.
Herzliche Grüße
Alfred Denker
On Saturday, December 10, 2016 1:07 PM"
Genügt es, genügt es nicht? Wenn wir noch den Namen des Fotografen haben?--BaneshN. (Diskussion) 22:46, 29. Mai 2017 (CEST)
Mit dem copyright Martin-Heidegger-Archiv behält das Archiv die Rechte. Damit ist eine Veröffentlichung hier nicht möglich. Das Archiv muss unseren Lizenz-Bedingungen zustimmen. Lutz Hartmann (Diskussion) 23:32, 29. Mai 2017 (CEST)
Aha, ich kenne mich da nicht gut aus. Willst Du das nicht übernehmen? Muss ja nicht morgen sein, es hat ja Zeit. Ich schicke Dir das Foto plus email, und dann setzt du dich statt meiner mit Denker auseinander, der ebenso freundlich wie wortkarg ist und so nach und nach dann mal auf eine kleine Nachfrage also antwortet. Ich habe da irgendwann aufgegeben.--BaneshN. (Diskussion) 23:40, 29. Mai 2017 (CEST)
Ich habe mal Herrn Denker eine Anfrage geschickt mit einem Entwurf für eine formale Freigabe. Lutz Hartmann (Diskussion) 08:07, 22. Jun. 2017 (CEST)

Der „deutsche Sozialismus“[Quelltext bearbeiten]

Der deutsche Sozialismus/NS-Revolution

Die noch harmlosere Variante des Begriffes „Freiburger Nationalsozialismus“ oder die des Begriffes „Nationaler Sozialismus“, der sich hinter dem Link zu diesem verbirgt, ist der „deutsche Sozialismus“. Der wurde hier aus einem Brief genommen, den Heidegger an seine ehemaligen Klassenkameraden anlässlich eines Klassentreffens schrieb, und als Überschrift verwendet, um anzuzeigen, dass Heidegger einen anderen Nationalsozialismus wollte und sein Jubel für den NS in diesem Sinn gemeint war.

Aber eben diesen Brief an die ehemaligen Klassenkameraden wurde sofort weggelassen, da es darin um die „Umerziehung des Volkes“ und die „Durchsetzung des Willens des Volkes zu seiner eigensten Sendung“ geht, um die „Gefolgschaft, das Sichbinden in den Willen des Führers“, und das klingt nicht so sehr nach Abkehr vom Hitlerismus. Da handeln wir besser von Arbeit und Studenten um den „deutschen Sozialismus“ aus dem Brief hier in einem Unterkapitel adäquat behandeln zu können.

(Die Formulierung ist im selben Jahr der Titel eines Buchs von R. Sombart, „Deutscher Sozialismus“, 1934, siehe dort S. 10: „Die Herrschaft der weißen Rasse“; S. 189: „der klassifikatorische Rassenbegriff“, S. 192: „die Judenfrage. Das Personenproblem“, S. 193: „das Problem des 'jüdischen Geistes'“)

Den Vergleich zwischen Heidegger und den Brüdern Jünger (einer fällt umseitig raus) bezieht Morat, der als Quelle angegeben wird, auf das „Erwachen des Frontgeistes im Krieg“ und die Toten des Ersten Weltkrieges, die, in Heideggers und der beiden Jüngers Sicht, rufen, S. 147. Auf Seite 104, die auch noch mitangegeben wird, damit es doppelt abgesichert erscheint, ist nicht von Heidegger und Jünger, sondern von Müller und Jünger die Rede. Vom „deutschen Sozialismus“ spricht Morat nicht, aber dafür haben wir ja den Brief zum Klassentreffen. Dann drei andere Primärquellen: Die werden hier in dem Sinn so zusammengestellt, dass jener „deutsche Sozialismus“ aus dem Brief hervorscheine, mit einem erneuten Vergleich mit Ernst Jünger bekräftigt: „So wie für Ernst Jünger war auch für ihn die idealtypische Gegengestalt des neuen Arbeiters der Bürger.“ Und nochmal Jünger und nochmal Jünger, diesmal mit Sek.-Lit. Dann -

Die Wiki-These zu Heideggers faschistischer Utopie in der Rede vom 30. November 1933

„Heidegger phantasierte eine faschistische Utopie und den dazu passenden neuen Menschen aus, den „die Rücksichtslosigkeit der Rede“, ein stählerner Charakter, seine „Angriffsbewegung“, „Gefolgschaft“ und „Kameradschaft“ auszeichnen.“

Ein Quellenhinweis dafür, dass die gar schlichte Rede vom 30. 11. 1933 - in der Heidegger den Studenten also Kameradschaft empfiehlt und den „neuen Studenten“ als Mitglied der SA oder der SS anpreist - dass diese Rede von einem Gelehrten eine „faschistische Utopie“ genannt wurde, einen solchen Quellenhinweis finden wir hier nicht. Auch keinen dafür, dass es legitim ist, Heideggers Formulierung des „neuen Studenten“ nun allgemein als „neuen Menschen“ einer solchen “faschistischen Utopie“ zu bezeichnen. Dazu brauchen wir keine Forschermeinung, das machen wir selbst. Eine „faschistische Utopie“ also phantasierte Heidegger „aus“, aha, und auch „den dazu passenden neuen Menschen“ (im Grunde eben ein Platon des „Dritten Reiches“, berücksichtigt man Poppers Totalitarismus-Kritik von nach 45, die hier bestimmt nur deshalb nicht zum Zuge kam, weil, wer das verfasste, sie nicht kannte). Alles in allem aber: summa cum laude für die Darlegung des WP-TF-Verfahrens mit Referenz auf die Primärquellen - so geht die Wikipediadissertation im Prinzip:

Gibt es eine faschistische Utopie bei Martin Heidegger?

Zur „faschistischen Utopie“ bei Martin Heidegger, vorgelegt von Wikipedia, 2016

(Vietta, S. 43, sieht - nicht in jener Rede von 1933 - für 1942 eine „Faschismuskritik“, die Züge einer „radikal-negativen Utopie“ habe, da kommt mal das eine Wort vor. F. Fistetti ist umseitig unbekannt - und sagt das Gegenteil: Heideggers Utopie war der Nationalsozialismus - kein „deutscher Sozialismus“. Ähnlich W. Schäfer: Heidegger ging über den realen Nationalsozialismus noch hinaus, und das war „utopisch“. Fazit: um die These von Heideggers „faschistischer Utopie“ eines „deutschen Sozialismus“ mit dem „neuen Menschen“ zu finden, noch dazu in jener schlappen Rede vor Studis, nein, da muss man Wikipedia konsultieren, das haben wir endlich einmal exklusiv.)

[1]

Um das weiter einzuordnen - zum Beispiel sagt Richard Saage, Utopieforschung: An der Schwelle des 21. Jahrhunderts, S. 30: „Die faschistische Utopie fand ihr Ende auf den Schlachtfeldern eines Krieges, der als Bestandteil ihrer Verblendung zugleich ihre rassistische Arroganz ad absurdum führte“, und da sagen wir: nicht ganz, Herr Professor Saage, wir haben da noch eine „faschistische Utopie“ ohne rassistische Arroganz, eine philosophische, ausgezeichnet durch Menschen mit festem Charakter, dem Geist der Kameradschaft und Gefolgschaft, keine Feiglinge. Das ist die Heideggersche faschistische Utopie, und die haben Sie offenbar übersehen, Professor. Diese Utopie lässt sich bei Wikipedia einsehen - und zwar nur dort. (Das werde ich Saage jetzt hier mitteilen, da bin ich gespannt, was er uns antwortet.)

Dann darf Picht einen Monolog von Julian Youngs Gnaden halten - um einer Mini-Pointe willen: Der Rektor widerspricht - einem Studenten. Ja, das hat er getan. Er hat seinen Mumm zusammengenommen und einem Studenten offen widersprochen, und dieser, das ist die Pointe, hat etwas zur „nationalsozialistischen Revolution“ gesagt. Wiederholen wir Heideggers Antwort einfach: „Dieses Geschwätz hört jetzt auf.“

Zum Zitat vom 20. Januar s. u.

Der Absatz „Der Vortrag ... keine Ahnung haben“ gehört auf die Seite Viktor von Weizsäcker.

Die Verheißung eines „Freiburger Nationalsozialismus“ und die Verkündung, die einen unbekannten Menschen zitiert: „das wahre Dritte Reich, (...) das erst noch komme“, die wollen wir uns, so nehme ich an, hier mehrheitlich ersparen. Der damals bald für das NS-Uranprogramm tätige C. F. von Weizsäcker berichtete, „ein Student“ habe ihm erzählt, jener Nationalsozialismus sei „in Heideggers Umgebung“ - ich wiederhole das, in seiner „Umgebung“ erfunden worden, „hinter vorgehaltener Hand“ gesagt. Gemäß von Schirach, Die Nacht der Physiker: Heisenberg, Hahn, Weizsäcker und die deutsche Bombe, Link, war es „der Altphilologe Gelzer“, der das erzählt habe - da kommt m. W. nur Matthias Gelzer infrage, 1933/34 recht alt für einen „Studenten“, welcher daselbst nicht „Altphilologe“ wäre. Jemand erzählte, jemand habe gesagt: von Heideggers „Umgebung“ erfunden - wie wär's da mit einer anderen Seite: Martin Heideggers Umgebung und das wahre „Dritte Reich“.

Resümee: die Zitate vom 30. 11. und vom 20. 1., der Brief vom 20. 12. und Stielers Ehrengerichsordnung können ggf. im Kapitel über den Versuch einer ganzheitlichen Universität berücksichtigt werden (siehe dazu die Themenübersicht), nebst den zitierten Meinungen von Fischer, Grün und Ott oder anderen - wobei allerdings auf J. Fritsches Deutung (im Zusammenhang mit Stieler) zu SZ hier noch nicht eingegangen werden kann - ich habe sie in den Ordner zu Kapitel 5 gelegt. Der Rest ist bestenfalls überflüssig, das meiste aber dient der Verkündung eines künftigen und seit jeher von Heidegger gemeinten, wahren platonisch-utopischen Nationalsozialismus. Und dazu haben wir zunächst einen Brief an die lieben Klassenkameraden, und da basteln wir... --BaneshN. (Diskussion) 15:20, 16. Jun. 2017 (CEST)

„Vom „deutschen Sozialismus“ spricht Morat nicht“: doch, S. 60, 150 u. 151.
„Ein Quellenhinweis dafür, dass die gar schlichte Rede vom 30. 11. 1933 ... von einem Gelehrten eine „faschistische Utopie“ genannt wurde, einen solchen Quellenhinweis finden wir hier nicht:“ doch, die Quelle wird genannt: Anton M. Fischer: Martin Heidegger – der gottlose Priester: Psychogramm eines Denkers. Rüffer & Rub, 2008, S. 361.
Fazit: Kritik sehr ungenau, wie üblich, s.o. zB Zu 2. 12, Verhältnis zu jüdischen Kollegen, Kritik und Streichungen Filinthe (Diskussion) 17:24, 16. Jun. 2017 (CEST) Wenn ich gut verstanden habe, habe Morat den Ausdruck „deutscher Sozialismus“ verwendet, um „anzuzeigen, dass Heidegger einen anderen Nationalsozialismus wollte und sein Jubel für den NS in diesem Sinn gemeint war". Dass er Heidegger mit Jünger oft vergleicht, scheint auch schlecht zu sein. Fischer habe den Brief nicht vollständig zitiert, denn „das klingt nicht so sehr nach Abkehr vom Hitlerismus“ (hat jemand davon gesprochen? Der Satz „Richard Polt spricht von einem „Heideggerian fantasy fascism““ ist übrigens auch von Fischer.) Tarmo Kunnas irrt sich bestimmt auch, wenn er von einer „faschistischen Utopie“ im Fall Heideggers spricht. Julian Young darf Picht nicht zitieren. Dass Heidegger einem NS-Studenten offen widersprochen habe, sei nicht erwähnenswert, auch wenn der Artikel „Heidegger und der NS“ heißt. Pöggeler hätte Weizsäcker nicht zitieren und sogar kommentieren sollen (Heidegger und die praktische Philosophie S. 22). Filinthe (Diskussion) 13:51, 19. Jun. 2017 (CEST)
Um hier auf problematische Punkte aufmerksam zu machen, muss man nicht gleich ganze Aufsätze schreiben. Ich bin wie BaneshN der Meinung, dass hier ein Bereich vorliegt, wo man erheblich einkürzen kann, indem man die Texte zu einem Abschnitt über die neue Universität und deren dann erhoffte Wirkung in die Gesellschaft schreibt. Lutz Hartmann (Diskussion) 08:29, 20. Jun. 2017 (CEST)
Wir sind alle der Meinung, dass der Artikel gekürzt werden soll. Die Frage ist: wie? Filinthe (Diskussion) 14:23, 27. Jun. 2017 (CEST)
Ich hatte das so verstanden, das (von einigen wenige Übertragungen in andere Abschnitte abgesehen), der ganze Abschnitt kürzbar ist, oder? --He3nry Disk. 14:30, 27. Jun. 2017 (CEST)

Revolution der deutschen Universität[Quelltext bearbeiten]

Mit den ersten beiden Sätzen ist im Grunde die Frage der ganzen Seite beantwortet: Warum wurde Heidegger Nationalsozialist, und was wollte er wirklich? Antwort: Er wollte die Universität revolutionieren, und „hoffte“, dass die neue Bewegung des nationalsozialistischen Revolution das auch wollte. Und dieses Hoffen ist nun auch das „Hauptmotiv“ dafür, „dass er die NSDAP wählte“, denn als solches „gilt es“. Da haben wir auch eine Fn für, Vetter, 404, das reicht für die Frage, warum Heidegger die NSDAP wählte. Zwar wissen wir nicht, ob auch Vetter sagt „Hauptmotiv“, aber das sind hier nur die Kleinigkeiten. Das Hauptmotiv dafür, dass Heidegger NS-Mitglied wurde, war also sein Plan von einer Universität, in der Menschen zusammen arbeiten, lernen, wandern, denken, Sport machen, das urgermanische Volkstum pflegen und den rechten Arm heben. Was kann daran falsch sein? Heideggers implizierter NS ist der andere Nationalsozialismus, und Wikipedia kommt die Ehre zu, das eigentlich Gewollte dessen darzustellen. Nein, es wird nichts verzerrt, wieso denn? Wo denn? Aber da Machtjan X mal „Sauhaufen“ dazu sagte, misten wir den nun endlich aus.

Man kann hier fast jeden Satz nehmen. Nr. 3: “Zusammen mit den gegen das System von Weimar und die Hochschulstruktur aufbegehrenden Studenten gedachte er die Neuordnung der Universität gegen die sogenannte akademische Freiheit und die im Traditionellen verharrenden, für die Erziehung der neuen Jugend ungeeigneten Professoren durchzusetzen.“ Klare Sache: die Professoren waren für die Erziehung der Jugend ungeeignet. Heidegger dachte das, Bernd Martin sagt das, und Wikipedia verkündet es. Bernd Martin spricht aber von Heideggers „öffentlichen Ausfällen“ gegen die akademische Freiheit und die ungeeigneten Professoren und gibt für letztere eine Fn, so dass deutlich wird, dass sie nur in Heideggers Sicht ungeeignet waren. Auch dieses Zitat ist also nur halb abgeschrieben und, wo es nicht gefiel, gestrichen, und als solches gar nicht erst markiert. Also, raus damit. Auch der Absatz „Am 10. und 11. Juli 1933 ... eingegliedert werden“ ist fast wörtlich abgeschrieben und hier verzichtbar, weil das Wesentliche die sogenannte „Führerverordnung“ an den Hochschulen ist, die am 21. 8. 1933 erlassen wurde und im Kapitel darauf angesprochen wird. Tellenbachs episch zitierten Enttäuschungsbericht von 1949 können wir uns wohl auch schenken. Ein Unterkapitel zu Heideggers Begriff der Einheit von Arbeitsdienst, Lehrdienst und Wehrdienst, gemäß der Rektoratsrede, kann in zwei konzisen Absätzen dargestellt werden, und da der letzte Absatz des Kapitels themenfremd angeheftet wurde („Eugenik“-Rede) und einzeln behandelt wird, lässt sich hier insgesamt nur der Teil von der zweiten Hälfte des ersten Absatzes („Als vordringliches Projekt ...“) bis zum Ende des dritten Absatzes als Orientierung dafür heranziehen. Integrieren in das neue Kapitel „Versuch einer ganzheitlichen Lehranstalt“, siehe Themenübersicht: „Heideggers Arbeitsbegriff“ (vorläufiger Titel).--BaneshN. (Diskussion) 15:21, 16. Jun. 2017 (CEST)

Vetter sagt tatsächlich „Hauptmotiv“: „Doch das Hauptmotiv liegt in Heideggers Hoffnung auf eine grundlegende Reform oder besser: Revolution der Universität.“ „Gilt als“ heißt aber nicht, dass es stimmt. „Hauptmotiv“ heißt auch nicht: einziges Motiv. Vetter: „Die allgemeinen Motive, die Heidegger veranlassen, die NsDAP zu wählen, teilt er mit einer großen Zahl der Deutschen und Österreicher: die von den Nazis geschürte, freilich nicht unberechtigte Angst vor dem Terror Stalins und die Erwartung, Hitler werde der wirtschaftlichen Not ein Ende setzen.“ Warum Vetter sich irrt und nicht zitiert werden darf, wird hier nicht gesagt. Kein Fachautor, sondern Machtjan X wird zitiert! Ob dieser Benutzer damit einverstanden ist, braucht er nicht selbst zu sagen...
Ähnlich wie Vetter schreibt Zaborowski: „Heidegger hat, so hat sich im letzten Kapitel gezeigt, 1933 vermutet, die nationalsozialistische Revolution erlaube es nun endlich, die Universität grundlegend zu reformieren – und zwar in dem von ihm seit 1919 entfalteten Sinne. Dies verlange, so hat er gedacht, ein universitätspolitisches Engagement seinerseits“.
Pöggeler (Neue Wege mit Heidegger, S. 204): „Ohne Zweifel aber war es für eine begrenzte Zeit Heideggers Ziel, die nationalsozialistische Revolution durch eine Revolutionierung der Universitäten erst auf ihren geistigen Grund zu stellen.“
Dass die „ungeeigneten Professoren“ nicht in Heideggers Sicht, sondern tatsächlich ungeeignet waren, ist eine Erfindung. Es geht um „die von ihm angestrebte „Revolution der Universität““. Hier ist kein Missverständnis möglich. Irrt sich aber Bernd Martin? Und warum darf Tellenbach anders als Picht zitiert werden? Filinthe (Diskussion) 14:31, 19. Jun. 2017 (CEST)
„Die Verbündeten bei seinen Bemühungen glaubt er in der Studentenschaft zu finden. Die Studenten als noch unverbrauchte Kräfte sollen die nach Heidegger zur führenden Kraft im Staat bestimmte Universität erneuern. Zu dieser „inneren" Reform würden, wie Heidegger glaubte, die Nationalsozialisten die notwendigen politischen Rahmenbedingungen schaffen.“ (Sigbert Gebert: Die Daseinsanalytik als Grundlage der politischen Absichten Heideggers von 1933/34 in: Salzburger Jahrb. f. Phil. 39-40 [1995] 109- 119, hier 117.) Filinthe (Diskussion) 09:32, 20. Jun. 2017 (CEST)
„Das Ziel, dem Heidegger große Opfer zu bringen bereit war, bestand nicht in der Unterstützung der Nazi-Herrschaft, sondern in der Neuordnung der Universität als eines Kosmos der Wissenschaften.“ (Bernd Martin: Martin Heidegger und das „Dritte Reich“. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1989, S. 59.) Filinthe (Diskussion) 23:13, 28. Jun. 2017 (CEST)

Fortsetzung der „nationalsozialistischen Revolution“[Quelltext bearbeiten]

Nach der „Revolution der deutschen Universität“ und dem „Deutschen Sozialismus“ nun die „Fortsetzung der 'nationalsozialistischen Revolution'“: Martin Fidel Heidegger. Es ist schwer erträglich, das genauer zu lesen: Das Kapitel besteht aus zwei Zitaten und einer wild zusammengehauenen Doxographie. Wortwörtlich gibt es den zentralen Begriff der „zweiten Phase der Revolution“ nicht von Heidegger, aber immerhin ähnlich schreibt er an Elisabeth Blochmann, „daß wir uns für eine zweite und tiefere [Revolution] vorzubereiten gesonnen sind“ - und er schreibt das am 30. 3. 1933. (Heidegger/Blochmann, S. 60). Dazu Zaborowski: „sehr aufschlussreich, wenn es darum geht, die Motivation Heideggers zur Übernahme des Rektorats zu erklären.“ Wie kommt die „zweite Revolution“ nun aber in die Rede vom 30. Januar 1934?

Heidegger war 1934 davon überzeugt, dass die NS-Revolution noch nicht überall abgeschlossen war, die Phase der Evolution gemäß Hitlers Zitat also noch nicht überall begonnen hätte. Die„zweite Phase der sogenannten Revolution“ ist eine Deutung von Hermann Rauschning, (des Erfinders der Gespräche mit Hitler), aus dem Jahr 1938, die Morat auf S. 135 als konjunktiven Schluss („müsste man Heidegger demnach zusammen mit den Brüdern Jünger zu denjenigen zählen, die noch 1934 eine 'zweite Phase der Revolution' propagierten“) erwähnt und die hier zur enzyklopädischen Tatsache der Synopsis der Rede wird: „Am 30. Januar 1934 (...) suspendierte Heidegger sein Vorlesungsthema und propagierte (...) eine zweite Phase der sogenannten Revolution (...), besonders im Bereich der Hochschulen.“ Nein, er „propagierte“ da keine „zweite Phase der Revolution“. Widersprach er Hitler?

„Aufgrund der Blindheit dieses Biologismus gegenüber der geschichtlichen existenziellen Grundwirklichkeit des Menschen bzw. eines Volkes ist Kolbenheyer außerstande, die heutige politisch-geschichtliche deutsche Wirklichkeit wahrhaft zu sehen und zu begreifen - diese war im Vortrag auch gar nicht da - im Gegenteil: die Revolution wurde umgefälscht zu einem bloßen Organisationsbetrieb“. GA 36, S. 211

Heideggers Kritik, daran, dass die Revolution nicht abeschlossen sei, richtet sich gegen Kolbenheyer, nicht gegen Hitler. Das ZItat dazu von Bernd Martin ist im Wortlaut und Kontext nicht einsehbar - geht es da um jene Rede zu Kolbenheyer? Selbst kommentierend setzt Wikipedia noch die Vorlesung vom November 1933 hinein. Das umseitige Revolution-Evolution-Zitat von Heidegger zum Stand des Schulwesens können wir im neuen Kapitel „Versuch einer ganzheitlichen Lehranstalt“ unterbringen, ggf. mit zwei drei paraphrasierten Einordnungen und Fn. Den NS-verherrlichenden Kommentar zu Hitlers Volkserziehung halte ich auch für verzichtbar.

Der Rest dieses Kapitels ist jener übliche maßlos ausufernde doxographische Texthaufen ohne adäquate thematische Einordnung, von der SA zum Katholizismus, dann zum Biologismus, Alexis de Tocqueville ist auch dabei, der Begründer der vergleichenden Politikwisssenschaften, dann wird an eine Deutung von Sein und Zeit nahtlos angeschlossen, dass Richard Polt "von einem phantasy fascism“ spreche, als würde er das in diesem Zusammenhang tun - tatsächlich ist das nur eine von 7 allgemeinen Thesen zu Heidegger und NS, die Polt auflistet, ohne sie zu vertreten, S. 159: „However, readers will soon find, that interpretations of Heideggers politics tend to fall into the seven following types (...)“ Und er bedingt jene These, die unter Punkt 3 erwähnt wird, auch explizit: „Even if this is so, Heideggerian phantasy fascism is disturbing enough“ - Polt spricht da weder von „Revolution“, noch von Sein und Zeit - Wikipedia: „Eine Revolution sei nämlich 'eine Möglichkeit, die nie ‚verwirklicht‘ werden' könne, sondern immer nur Möglichkeit bleibe. Die Umwandlung des von Heidegger in Sein und Zeit entwickelten Möglichkeitsbegriffs führe zu einem solchen Resultat.[327] Richard Polt spricht von einem 'Heideggerian phantasy fascism'.[328] Das eine Zitat hat mit dem anderen nichts zu tun, nimmt auch nicht auf dessen Thema Bezug, und das ist die übliche Arbeit eines gewissen Benutzers hier.

Es folgen die Themen Naturalismus, Prostitution und Lackmus-Test, Heidegger als „künftiger Kommunist“, der Vergleich mit Karl Marx, die Schwarzen Hefte und die Kritik an der Moderne, die ins Antisemitische gewendet werde. Beispielhaft für konzeptionelles Denken und strukturelle Ordnung, wenn auch nur als Negativbeispiel. Es muss kaum noch gesagt werden: auch die letzten drei Absätze sind verzichtbar.--BaneshN. (Diskussion) 15:23, 16. Jun. 2017 (CEST)

Der erste Argument scheint ein Witz zu sein (sehr beispielhaft für die hier geführte Argumentation): Heidegger mit Fidel Castro (also einem Revolutionär) zu vergleichen, sei witzig. Gerhart Schmidt:
„Heidegger begrüßte... den »nationalsozialistischen Staat« als permanente Revolution aller Lebensverhältnisse.“ („Heideggers philosophische Politik“, in: Heidegger und das dritte Reich, hg. v. Bernd Martin, Darmstadt 1989, 51-63, hier 56)
Siehe auch Babette Babich oder Suzy Harris: „For its part, the Party was concerned that Heidegger seemed to be arguing for permanent revolution, which they could see might turn against the leaders of the Nazi Party themselves.“ Was mit Laurence Hemming, Safranski und Slavoj Žižek? Sind sie auch witzig?
Dann wird Daniel Morat auch widersprochen, der die Rede gegen den „Reaktionären“ Kolbenheyer als Beispiel für die Forderung nach einer antibürgerlichen „zweiten Phase der Revolution“ sieht. Dass er den Konjunktiv benutzt, heißt gar nicht, dass er es nicht ernst meint. Warum irrt sich also (schon wieder) Morat? Tatsächlich wird der Ausdruck von Heidegger selbst benutzt. Ich verstehe aber das Problem des Benutzers so: eine „zweite Revolution“ könnte als „nicht NS_Revolution“ verstanden werden. Daher eigentlich der Ausdruck „Fortsetzung der Revolution“. Was spricht dagegen?
Bernd Martin spricht hier von mehreren Reden, unter anderem von der Tübinger Rede vom 30. November 1933: „In seiner Tübinger Rede beharrte er stur auf seiner Ansicht, daß die Revolution der Universität noch nicht einmal begonnen habe.“ Am 30. Januar 1934 sagte Heidegger: „...die Revolution noch nicht zu Ende ist, vielmehr nicht einmal begonnen hat.“ Es gibt keinen Unterschied: nach Bernd Martin widerspricht er damit Hitler. Darüber hinaus spricht Heidegger ausdrücklich vom „Wort des Führers: die Revolution zu Ende, es beginnt die Evolution“. Hier widerspricht also Heidegger „in aller Öffentlichkeit dieser vom Führer propagierten Evolution“.
Das Zitat aus der Vorlesung vom November 1933 wird nicht von Wikipedia, sondern von Dunja Melcic kommentiert: „»... die Wegnahme der Fesseln ist keine wirkliche Befreiung.« Die Ausführung kann man wie eine Art Plädoyer für die permanente Revolution lesen.“
Das Thema „Revolutionarismus“ wird von vielen Fachautoren diskutiert. Warum sollte diese Debatte verschwiegen werden?
Das mit der Revolution als Möglichkeit ist nicht von Polt, sondern von Felix O’Murchadha. Fischer schreibt: „Richard Polt spricht von einem „Heideggerian phantasy fascism““. Der Ausdruck existiert also. Darum geht es. Filinthe (Diskussion) 19:08, 19. Jun. 2017 (CEST)

„Vom Wesen der Wahrheit“[Quelltext bearbeiten]

Dr. Wiki: „Dann äußert er in Anlehnung an das Freund-Feind-Denken Carl Schmitts und Ernst Jüngers Voluntarismus ...“ Ohne Quelle. (Ohne Jünger geht das hier nicht - über 20 Mal werden die Jünger-Brüder im Artikel erwähnt, öfter als Elfride.) Das erste Mal, als Heidegger die Vorlesung hielt, war im Übrigen auf dem von Heinrich Berl organisierten Badener Heimattag vom 11. bis 14. Juli 1930 (auch: „Badische Heimattage“), auf dem auch der „Rassenforscher“ Eugen Fischer sprach. Im Kontext des Blut-und-Boden-Gedankens ist das nicht wenig aufschlussreich.

Ich meine nicht, dass es hier besonders erwähnenswert ist, wenn Heidegger das griechische Wort für „Krieg“ mit dem deutschen Wort „Krieg“ übersetzt.

Der Feind in der „innersten Wurzel des Daseins eines Volkes“ und die „völlige Vernichtung“ sollten natürlich erwähnt und in einem kurzen paraphrasierten Überblick nebst Fn. eingeordnet werden. So auch „Blubo“, „Kolbenheyer“ und „Biologismus“- als Unterthemen des neuen Kapitels „Zur Frage des Rassismus“ s. Themenübersicht.

Die Wiki-Heidegger-Kolbenheyer Deutung kehrt noch einmal in „Forsetzung der 'nationalsozialistichen Revoution'“ zurück, s. u

Das Kapitel geht vollständig in dem neuen Kapitel „Zur Frage des Rassismus“ auf, siehe „Themenübersicht“.--BaneshN. (Diskussion) 15:24, 16. Jun. 2017 (CEST)

Die Quelle ist Morat, S. 133. Wenn er Jünger und Heidegger oft zusammen zitiert, gibt es vielleicht einen Grund... Filinthe (Diskussion) 19:18, 19. Jun. 2017 (CEST)

„Hochschulverfassung“[Quelltext bearbeiten]

Erörterung der Einführung des Führerprinzips an den Universitäten: es genügt ein konziser Absatz in dem neuen Kapitel „Versuch einer ganzheitlichen Lehranstalt“.

Der Exkurs zu Löffingen ist fraglich - Heidegger war nie dort - es kann mit Fn einen Satz dazu im Unterkapitel „Todtnauberger Lager“ geben.

Zum „Todtnauberger Lager“ siehe Themenübersicht „Versuch einer ganzheitlichen Lehranstalt“

Liste am Schluss ist von dem Personalverzeichznis im Link abgeschrieben - wir können uns dabei auf die schon genannten, von Möllendorff und Schadewaldt, als Beispiele begrenzen und auf das Personalverzeichnis hinweisen. Dieses noch im o. a. Absatz zum Führerprinzip an der Universität. --BaneshN. (Diskussion) 15:26, 16. Jun. 2017 (CEST)

„Aufrufe zur Untersrützung Adolf Hitlers“[Quelltext bearbeiten]

Kürzungen des üblichen doxographischen Anhangs mit Auslagerung auf die Biblio, besonders also die beiden großen Textblöcke: „Der Passus...“ und „Dieter Thomä..."

Evtl. Kürzung der Zitate und Listung mit Sternchen, so dass dieses Unterkapitel der Zitate einen Absatz umfassen kann, mit einer kurzen Einleitung und kurzem Schluss, dann ca. 1,5 Absätze. Das NS-Plakat „Der Marschall und der Gefreite kämpfen mit uns für Frieden und Gleichberechtigung“ ist NS-Propaganda - diskussionswürdig.--BaneshN. (Diskussion) 15:27, 16. Jun. 2017 (CEST)

Weitere Themenübersicht[Quelltext bearbeiten]

  • Der Versuch einer ganzheitlichen Lehranstalt
  • Heidegger und die NS-„Rassenhygiene“
  • Aufrufe zur Unterstützung von Adolf Hitler
  • Heideggers Rücktritt vom Rektorat

Neues Kapitel 3 (da es zeitübergreifende Themen sind, relevant auch nach 1934)

  • Zur Frage des Rassismus

- Das Verhältnis zu Edmund Husserl


Die Themen im Detail:

  • Der Versuch einer ganzheitlichen Lehranstalt

- Incl.: Zum Führerpinzip an der Universität

- NS-Revolution im Schulwesen habe noch nicht begonnen - Rekurs auf Hitlers Revolution-Evolution-Satz Morat dazu, S. 134: Heidegger widerspricht Kolbenheyer, nicht Hitler - „Evolution gewiss“ - mit dem Zitat kann „Fortsetzung der 'nationalsozialistischen Revolution'“ ganz entfallen)

- Incl.: die geplante Ehrengerichtsordnung von Georg Stieler und das dazugehörige Zitat ein - vgl. Hugo Ott, Freiburger Uni, Ebook, 452, Lehrstuhl für „politische Erziehung“

- Heideggers Arbeitsbegriff (vgl. Rektoratsrede) Incl.: die entsprechenden Abschnitte Zitate vom 30.11 und vom 20.1, der Brief vom 20. 12. aus „Der deutsche Sozialismus“ (Arbeitsdienst, Wehrdienst, Wissensdienst) Incl.: „Revolution der deutschen Universität“, GA 16, 125; 762

- Unterkapitel: Das Todtnauberger Lager

  • Aufrufe zur Unterstützung Hitlers - Reden vom 3. Oktober, 3. November vor Freiburger Studenten - Leipziger Rede - Rede des Führers, Wille des Führers, in einem Atemzug mit Thukydides (Über Wesen und Begriff...)-
  • Heidegger und die NS-„Rassenhygiene“

- incl. das Thema Vorlesungen zur Rassenhygiene an der Universität ein („Hochschulverfassung“)

- Heideggers Verhältnis zu NS-Rassentheorien (Krieck, Kolbenheyer)

- „Lehrauftrag für einen NS-Rassenkundler“

- Heideggers „Eugenik“-Rede („Revolution der deutschen Universität“)

  • Rücktritt - Erörterung steht noch aus


  • Zur Frage des Rassismus

- Incl.: * Zu den Begriffen „Volk ohne Raum“ und „Heim ins Reich“ mit einschlägigen Zitaten (Jetzt im Kapitel: „Über Wesen und Begriff von Natur, Geschichte und Staat“)

- den Brief an Bauch vom 7. Februar 1935 („Gutachten zu Richard Hönigswald“)

- die Spinoza-Bemerkung von 1935 („Gutachten zu Richard Hönigswald“

- die Heine-Bemerkung von 1944 („Gutachten zu Richard Hönigswald“) - das Thema „innerer Feind“ („Wesen der Wahrheit“)

- das Thema „Blubo“ („Wesen der Wahrheit“)

- schließt das Thema „Kolbenheyer“ und Biologismus ein („Wesen der Wahrheit“)

- In einem bislang unveröffentlichten Protokoll des Seminars Über Wesen und Begriff von Natur, Geschichte und Staat (WS 1933/34) hatte Heidegger dargelegt: Einem slavischen Volke würde die Natur unseres deutschen Raumes bestimmt anders offenbar werden als uns, den semitischen Nomaden wird sie vielleicht überhaupt nie offenbar.“[402-404]

- Afrikaner-Zitat (fehlt umseitig): „Im Sommersemester 1934 bestimmt Heidegger den Menschen durch seine Geschichtlichkeit, um dann festzustellen: „Neger wie z.B. Kaffern“ haben „ebensogut Geschichte wie Affen und Vögel“ und daraus ließe sich schließen, dass „Neger“ keine „Menschen“ sind; Lutz Danneberg, Wissenschaftsbegriff und epistemischer Relativismus im Nationalsozialismus“, Berlin, 2013, S. 266 m. Anm. 829; GA 38, S. 81, 83: Logik. - Das Zitat klingt heute drastischer als damals und könnte deshalb evtl. - mit Hinweis und O-Zitat in der Fn. - diachronisch paraphrasiert werden, um auf das Wesentliche zu kommen: Afrikaner wie z. B. die Xhosa „haben ebensogut...“ Zu den Kaffern/Xhosa gehören Nelson Mandela und Desmond Tutu, die haben „ebensogut Geschichte wie Affen“.

- Schwarze Hefte (Markus Wolter)

- Husserl (Markus Wolter) --BaneshN. (Diskussion) 15:42, 16. Jun. 2017 (CEST)

Viele Zitate klingen heute drastischer als damals, es ist kein Grund, sie nicht im Fließtext zu erwähnen.
Morat: „Schon am 30. November 1933 hatte sich Heidegger in seiner Rede vor Studenten und NSDAP- Anhängern in Tübingen gegen das Wort vom Ende der Revolution gewandt.“ Also gegen das Wort Hitlers. Wie kann Wikipedia entscheiden, dass Martin und Morat sich irren? Filinthe (Diskussion) 19:35, 19. Jun. 2017 (CEST)
Hübsch wie Du mit Martin per Du bist. Warten wir doch einfach mal die Textvorschläge von BaneshN ab. Dann können wir konkret diskutieren. Lutz Hartmann (Diskussion) 08:33, 20. Jun. 2017 (CEST)

Neues Unterkapitel 2.7. - zur Verherrlichung von Hitler[Quelltext bearbeiten]

„Am 3. Oktober 1933 forderte er die Studenten in einem Aufruf in der Freiburger Studentenzeitung zum Semesterbeginn auf, sich aktiver politisch zu engagieren“:

„Er“ forderte im Aufruf auf, aber der Text vom „3. Oktober“ ist vom „Anfang Oktober 1933“ (GA 16, 184) und wurde in der Freiburger Studentenzeitung erst am 3. November publiziert – weiter unten heißt derselbe Text dann auch „Ansprache zum Semesterbeginn“ vom „3. November“. Da muss man schließen, dass es zwei sind.

Dadurch sind die „Aufrufe zur Unterstützung von Adolf Hitler“ umseitig nur der Artikel vom 3. November und die Leipziger Rede in der „Universität“, recht überschaubar. Das Kapitel zur Hitlerverehrung mit dem Aufruf zum politischen Engagement zu beginnen, ist niedlich.

Der Satzbeginn: „Das 'Ereignis' des deutschen Führers“ - nennt Hitler den deutschen Führer, ohne Anführungszeichen, auch ohne Hinweis auf erlebte Rede. Der Satz wird wortwörtlich von S. Kramer abgeschrieben, wobei der kritische Mittelteil herausfällt und auch die Markierung als Zitat einfach weggelassen wird, das ist hier eben so. Also, bei S. Kramer und auch bei Wikipedia: Hitler, deutscher Führer - immer noch.

Das Treffen mit Wacker und Heideggers Forderungen gehören nicht hierher, sondern in das Kapitel zum Rücktritt (habe ich dort samt neuer Fn von Lutz in den Ordner gelegt)

Der „Festakt" an der „Universität Leipzig“, bei der Heidegger die „Eröffnungsrede“ hielt, war tatsächlich die Propaganda-Kundgebung des NSLB Sachsen und die fand nicht wirklich in der Universität, sondern in der Alberthalle statt. Die Eröffnungsrede hielt der NSLB-Gauobmann aus Sachsen. Heidegger war erst der vierte Redner.

Ich habe eine teils wörtlich gleiche Stelle in diesem seltsamen Dokument gefunden und vermute, dass es dort einfach abgeschrieben wurde: “Heidegger wirkte bei dem Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat, das am 11. November 1933 bei einem Festakt in Leipzig abgelegt wurde, an führender Stelle mit; er war Mitglied des Präsidiums und hielt (nach der Begrüßung durch den örtlichen Rektor) die Eröffnungsrede“.

In welchem Präsidium? Zu der Zeit war Heidegger noch nicht einmal Mitglied im NSLB, der die Kundgebung organisiert hatte.

Da hier schon einmal ein Einwand gegen das Wort „völkisch“ erhoben wurde, fragt sich, warum die „völkische Wissenschaft“, das „völkische Dasein“, die „völkische Selbstverantworung“ der Leipziger Rede nun aber alle fehlen, hm. Es fehlt auch die Verherrlichung Hitlers als eines Mannes, der nicht nach Gewalt strebt, Hitler strebte nicht nach Gewalt, nein, nicht Ruhmsucht trieb Hitler und nicht Eigensinn, nein: er wurde von einem Willen gefordert. So war das. Als wäre Heidegger in ihn verliebt gewesen, vielleicht war er es. Wichtiger als die “völkische Selbstverantwortung“ war hier die Entscheidung, die Verantwortung, die Kraft der großen Taten. Ich kann es aber verstehen: Mir wurde auch anders, als ich diesen NS-Müll abschreiben musste.

Aber der „regimeferne“ Philosoph“ Hans Georg Gadamer, woher kommt das Prädikat? Mal wieder ein zusammengebasteltes Wiki-Urteil als das jetzt so Passende, ja? Nein? Also, woher kommt es? Gadamer unterschrieb seine offiziellen Briefe in Marburg mit „Heil Hitler“, war Mitglied des NSLB, Teilnehmer des NSDDB-Indoktrinierungslagers Weichselmünde mit einem Besuch in Tannenberg, als auch Hitler selbst anwesend war; zudem war Gadamer Nutznießer des GWB und des RBG, da er nacheinander mehrere Ämter übernahm, die vorher Juden innehatten; die SS war behilflich, ihm die Stelle in Leipzig zu verschaffen; der SS-Sicherheitsdienst bewertete ihn in seiner Haltung zum NS auch nur als „indifferent“. Die WP-Seite zu Gadamer: „Gadamer war zwar in den Nationalsozialismus verstrickt, vermied es jedoch, sich zu stark zu exponieren. Referenz: Richard Wolin, Nazism and the complicities of Hans-Georg Gadamer. Untruth and Method, The New Republic, 15. Mai 2000, S. 36–45.

Siehe auch Geoff Waite in: Bruce Krajewski (Hrsg.), Gadamer’s Repercussions: Reconsidering Philosophical Hermeneutics, Berkeley, Los Angeles, London, 2004, S. 273 f. und W. F. Haug, 1995, S. 7: „Hans-Georg Gadamer trat am 1. 8. 33 in den NSLB ein, unterschrieb im November 1933 das 'Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat'. Sein Wirken in der NS-Zeit war ein Mitwirken, klüger zwar als das vieler anderer, gerade deshalb aber auch Wirksameres als diese zur erstaunlichen Geschichtsmächtigkeit des NS beitragend.“

Also nochmal: Wer ist die Quelle für das Prädikat „regimefern"? Nicht einmal seine schwer erträglich lobhudelnde Biographin Donatella Di Cesare sagt das: sie stellt zwar fest, dass Gadamer seinen jüdischen Freund Klein zwei Jahre lang beherbergte und sieht darin eine „Form des Widerstandes“, doch man sehe die Literatur, die sie selbst auf S. 18 f., Anm. 46-47 zitiert. Auch wenn es eine Quelle dafür gäbe, müsste sie also von den anderen ausgeglichen werden, wie der zitierten von Wolin oder der von Teresa Orozco, die 1995 entsprechende Vorwürfe gegen Gadamer erhob (Platonische Gewalt. Gadamers politische Hermeneutik in der NS-Zeit, Berlin, 1995). Hier ist er „regimefern“, als WP-Faktum, ohne Kritik daran. Aber selbst wenn es allgemein anerkannt wäre - und davon kann nicht die Rede sein - dass Gadamer „regimefern“ war, aus welchem Grund wird das im Zusammenhang mit Heideggers Leipziger Rede überhaupt erwähnt? Und warum wird aus 961 Unterzeichnern des Bekenntnisses nun gerade dieser eine erwählt, von dem dann einfach behaupt wird, er sei ganz sicher „regimefern“ gewesen? Weil Donatella Di Cesare das vorexerziert? Sich aus 961 Unterzeichern jenen herauszugreifen, der später in den Widerstand ging, (Wolfgang Krauss), hat bei Donatella Di Cesare den Sinn, Gadamer in eine Reihe, nicht mit den über 900 zu stellen, sondern eben nur mit diesem. Dabei hätte es viel näher gelegen, die Philosophen-Kollegen zum Vergleich zu nennen (wie Leaman, S. 100), den Marburger Kollegen Dietrich Mahnke z. B., der im Jahr darauf in die SS eintrat, oder auch Hermann Noack, der danach SA-Schulungsleiter wurde und dem NSDDB, NSV, NSLB und dem NS-Reichskriegerbund beitrat und wie Gadamer NS-Dozenten-Lager besuchte. Nichts derart, von den 961 Leuten muss der eine spätere Dissident zum Vergleich her, der Romanschriftsteller Wolfgang Krauss, mit dem Gadamer nicht das geringste zu tun hatte und bei dem Di Cesare zu erwähnen vergisst, dass er dann noch später zum Parteivorstand der SED gehörte, das wird dann nicht mehr mit Gadamer verglichen, besser nicht. Wenn die Absicht bei Di Cesare, plötzlich den Romancier W. Krauss mit Gadamer zu vergleichen, fadenscheinig genug ist, dann wird es aber grotesk, das hier einfach so abzuschreiben und dabei auch noch auf Heidegger anzuwenden. Denn Gadamer war nur einer der 961 Unterzeichner, Heidegger aber einer der 9 Verfasser und Propagandisten des Bekenntnisses der Treue zu Hitler. Warum wird da nicht vielmehr erwähnt, dass sein Nachfolgeredner Sauerbruch später Senfgasversuche an Häftlingen im KZ Natzweiler verübte? Das nächste wäre gewesen zu dokumentieren, mit wem er da auf der Bühne der Alberthalle stand, um die Tausenden in Raserei für Hitler zu bringen - wie das seriöse Forscher auch tun, nur Hallodris nicht, die Lesern immerzu diktieren wollen, was sie zu denken haben. Göpfert plus neun Redner, hier:

0. Eröffnungsrede: Gauobmann Arthur Hugo Göpfert

  1. Eugen Fischer („Rassenhygieniker“, 1940: NSDAP)
  2. Arthur Golf (NSDAP-Mitglied seit 1932)
  3. Martin Heidegger
  4. Emanuel Hirsch (1937, sobald es also wieder möglich war, in die NSDAP eingetreten; förderndes Mitglied der SS)
  5. Wilhelm Pinder (antisemitische Äußerungen zu Hitlers 50. Geburtstag, Ambivalenz, später gelegentliche Kritik an der NS-Kulturpolitik)
  6. Ferdinand Sauerbruch (1937 Mitglied im Reichsforschungsrat, Senfgasversuche an Häftlingen im KZ Natzweiler)
  7. Eberhard Schmidt (Rechtswissenschaftler) (gewisse kritische Positionen zum NS)
  8. Friedrich Karl Schumann (seit 1933 NSDAP-Mitglied)
  9. Friedrich Neumann (förderndes Mitglied der SS)

Auf der WP-Seite dazu heißt es, die Reden dieser neun Personen seien „begleitende Ansprachen“ gewesen - wie sich schon aus dem Dokument selbst entnehmen lässt, Bekenntnis zu Hitler in fünf Sprachen, S. 127, ist das nicht ganz zutreffend: „Zustimmungserklärung zu den vorstehenden Ausführungen gaben die auf den nachfolgenden Seiten verzeichneten Professoren, Hochschullehrer und Gelehrten ab“. Das Bekenntnis zu Hitler bestand in der Zustimmung zum Eröffnungswort und diesen neun Reden. (Vgl. auch A. Knuth., s.u.; Kapferer, S. 54; Leaman, S. 100)

Von diesen acht bis neun Mitverfassern des Bekenntnisses ist umseitig aber nicht weiter die Rede - nur Göpfert wird am Schluss erwähnt: man sehe, warum! Und einmal wird Eugen Fischer kurz genannt, die anderen alle nicht. Aber Gadamer, von dem ja einfach so behauptet wird, er sei „regimefern“ gewesen und der Romancier Krauss, später im Widerstand, die beide nicht zu den Verfassern gehörten, die werden genannt. Welchen anderen Sinn kann das haben, als den, Heidegger billig zu entlasten, indem gesagt wird: seht, so wie Heidegger irrte aber auch der Widerstand. Und eben diesen durchsichtigen Sinn hat es, so einfach ist das. Da weder Gadamer noch Krauss zu den Verfassern gehörten, kann dieser Entlastungsfirlefanz raus.

Und was soll uns die von Fédier eingefügte Erklärung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten hier über Heidegger sagen? Da geht es nicht um seine Leipziger Rede oder um das Bekenntnis zu Hitler, denn die Erklärung stammt vom 27. Oktober 1933, zwei Wochen vorher. Gemäß G. B. Ginzel, Jüdischer Alltag in Deutschland 1933-1945, S. 9 handelte es sich um eine „Loyalitätserklärung“ der deutsch-jüdischen Weltkrieg-I-Veteranen: „'In alt-soldatischer Disziplin stehen wir mit unserem deutschen Vaterlande bis zum Letzten!'“ Soll hier aber heißen: Seht, auch Juden waren für den Austritt Deutschlands. Selbst der jüdische Assimilationsdruck muss bei Wikipedia noch herhalten, um den Nazi Heidegger zu verteidigen. Der Gründer des RjF, Leo Löwenstein, wurde später mit seiner Frau nach Theresienstadt deportiert, aber drauf gesch...: das Zitat der späteren NS-Opfer kommt gerade recht, um den Unterschied zwischen dem Austritt aus dem Völkerbund (19. 10) und dem Bekenntnis zu Hitler (11. 11.) hier einzuebnen und zwischen dem Satz zu den Unterzeichnern des Bekenntnisses und dem zu den Universitäten, die es nicht unterzeichnen wollten, etwas von Juden zu erzählen, die von Deutschlands Ehre sprechen, auch wenn das nicht dahin gehört. Merkt ja niemand und klingt fast so, als hätten Juden Heideggers Hetzrede vom 11. 11. zugestimmt. Selbst wenn man Zaborowski folgt, der hier dazu noch nicht einmal zitiert wird, dass die Zustimmung zum manipulierten Referendum auch eine zu Hitler war, lässt sich doch die Erklärung des jüdischen Bundes vom 27. 10. nicht als Zustimmung zum Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler vom 11. 11. umdeuten, wie es hier gemacht wird, um die NS-Opfer implizite zu den Befürwortern der Hitlerverherrlichung zu verklären. In seriösen Redaktionen heißt so etwas geistiger Schund - wie heißt das hier? Es kann da auch nicht verwundern, dass jener Fédier einen Holocaust-Leugner verteidigt, und man sollte überlegen, ob so einer hier überhaupt zitierfähig ist. Der armselige Versuch, Nazi Heidegger noch mit den fraglichsten Mitteln reinzuwaschen, ist nur eine Beleidigung der Leser, denn für wie dumm müssen die von jenen gehalten werden, die meinen, dass so was wirkt. Tatsächlich ist es nur deplaciert und peinlich und muss so schnell wie möglich raus.

Es heißt dann umseitig weiter (mit Dativ statt Genitiv im zweiten Satz): „Die meisten Universitäten verweigerten allerdings die Rücksendung der Unterschriftenliste. Die bloße Teilnahme an einer solchen Propagandaveranstaltung signalisierte vor der Weltöffentlichkeit, so Bernd Grün, Zustimmung zu den Zielen der neuen Machthabern und nicht nur zum Austritt aus dem Völkerbund.[336] Hierin erfüllte sich die Aufgabe, dass das deutsche Volk 'sein eigenes Wesen behalte und rette'“.[337] = GA 16, 190

Worin „erfüllte sich die Aufgabe, dass das deutsche Volk sein eigenes Wesen behalte und rette'“? Bei Heidegger GA 16, S. 190 = Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat, S. 13 - erfüllte sich das durch die Wahl am Tag darauf. Und hier? Durch die Teilnahme an der Veranstaltung, die einige Universitäten aber verweigerten? Habe ich das richtig verstanden? Anders? Sagt das Grün? Sagt es Heidegger? Sagen wir das? Man weiß es nicht. Aber wenn man das so liest, kann man ja doch froh sein, dass es die Nationalsozialisten gab, die das eigene Wesen des deutschen Volkes retteten, da es sich ja „erfüllte“. Und ich habe immer gedacht, dass man für so etwas auf die Seiten anderer Institutionen klicken muss.

Das Schreiben „Der Ruf an die Gebildeten der Welt“, GA 16, 216f., in dem Heidegger um Spenden dafür ersucht, die Reden der Leipziger Kundgebung in edler Ausstattung und in mehreren Sprachen drucken zu lassen, wie dann ja auch geschehen, ist als Information m. E. nicht sehr aussagekräftig: das einzige in dem Brief, das erwähnt werden muss, ist der Schluss, dass „Nichtarier auf dem Unterschriftenblatt nicht erscheinen sollten“. Wenn solche Begriffe aber mal hier und mal da so eingestreut werden, könnte der Eindruck entstehen, dass das im Grunde ganz undurchdachte und nur beiläufig geäußerte Kleinigkeiten gewesen wären. Nehmen wir es gemeinsam mit der Erwähnung der „Halbjuden“ (Brief an Bauch) und einiger anderer in das neue Kapitel zum Rassismus, da kommt das viel angemessener und besser zur Geltung.

Der Festakt der Universität Leipzig“ wird im letzten Satz zur von Göpfert organisierten „gewaltigen Kundgebung“: Die gewaltige Kundgebung in der Universität Leipzig - so?

Zu dem Foto habe ich schon gesagt, dass ich es für unpassend halte: „Der Marschall und der Gefreite kämpfen mit uns für Frieden und Gleichberechtigung“ - man sollte den Eindruck vermeiden, der sich in diesem Absatz fast einstellen kann, dass wir eine Propagandaseite betreiben. Ich schlage vor, das Foto der Alberthalle zu nehmen.

Heideggers Verherrlichung von Adolf Hitler

Während seiner Amtszeit als Rektor hielt Heidegger Reden und verfasste Schriften, in denen er Adolf Hitler verherrlichte und zu dessen Unterstützung aufrief. So nannte er Hitler den „großen Führer“ und erklärte ihn zum Gesetz.[1] Heidegger gehörte auch zu den konstituierenden Rednern des Bekenntnisses der deutschen Professoren zu Adolf Hitler, das in der Leipziger Alberthalle verkündet wurde.[2] Die einschlägigen Texte im Überblick:[3]

  • 18. Mai 1933: „Rede bei einer Kundgebung der Universität Freiburg aus Anlass von Hitlers Rede zum Austritt aus dem Völkerbund“[4]
  • 30. Juni 1933: „Die Universität im neuen Reich“, Vortrag in Heidelberg[5]
  • 3. November 1933: Zum Semesterbeginn. „Deutsche Studenten!“ in der Freiburger Studentenzeitung[6]
  • 10. November 1933: Aufruf zur Wahl „Deutsche Männer und Frauen“ in der Wahlnummer der Freiburger Studentenzeitung [7]
  • 11. November 1933: Leipziger Rede auf der NSLB-Kundgebung in der Alberthalle[8]

Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund diente Heidegger zur Verherrlichung von Adolf Hitler. Am Tag nach dessen Rede dazu, am 18. Mai 1933, propagierte er den Entschluss in seiner Eigenschaft als Rektor, in das Universitätsstadion übertragen:

„„Der Kanzler des Reiches, unser großer Führer, hat gesprochen. Die anderen Nationen und Völker sollen jetzt entscheiden. Wir selbst sind entschieden. Wir sind entschlossen, den schweren Gang unserer Geschichte zu gehen, der von der Ehre der Nation und der Größe des Volkes gefordert ist. (...) Bereitschaft und Kameradschaft. Unserem großen Führer Adolf Hitler ein deutsches Sieg Heil.“[9]

Die beiden universitätsinternen Texte, in denen Heidegger als Hitlers Laudator auftrat, setzten Hitler mit dem Sein und der Wirklichkeit des deutschen Volkes gleich. In Heidelberg sprach Heidegger am 30. Juni vom „Volkskanzler Hitler“, der das „neue Reich“ zur Wirklichkeit bringen werde. Dabei seien „christliche und humanisierende Vorstellungen“ durch einen Kampf zu überwinden, bei dem Hitler „als Bürge“ fungierte, wie A. Schwan in seiner akademischen Studie zum „Fall Heidegger“ kommentiert.[10] Und in der Freiburger Studentenzeitung hieß es am 3. November: “Nicht Lehrsätze und ‚Ideen‘ seien die Regeln Eures Seins. Der Führer selbst und allein ist die heutige und künftige deutsche Wirklichkeit und ihr Gesetz. (...) Von nun an fordert jedwedes Ding Entscheidung und alles Tun Verantwortung.“[11] In seinem Aufruf am 10. November erweiterte Heidegger den Kreis der Adressaten über die Universität hinaus auf alle deutschen Männer und Frauen. Der Text ist nahezu wortgleich mit seiner Rede in Leipzig am Folgetag.

Die Alberthalle in Leipzig, in der die NSLB-Kundgebung zum „Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler“ stattfand

Für den 11. November 1933 organisierte der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) Sachsen unter der Leitung des „Gauobmannes“ Arthur Göpfert in der Alberthalle in Leipzig eine Kundgebung zur Unterstützung des manipulierten Referendums, das per Einheitsliste („Ein Volk, ein Führer, ein 'Ja'“) am Tag darauf nachträglich Deutschlands im Oktober vollzogenen Austritt aus dem Völkerbund rechtfertigen sollte.[12] Zu diesem Anlass initiierte Göpfert das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler. Die Kundgebung fand in Anwesenheit von mehreren tausend Zuhörern statt, zu denen neun Professoren sprachen und jenes Bekenntnis begründeten.[13] Als erster der neun Redner hielt der mit Heidegger befreundete „Rassenhygieniker“ Eugen Fischer (s.o.) einen der Vorträge.[14] Heidegger setzte dann Hitlers Entscheidung, aus dem Völkerbund auszutreten, in den Kontext der Begriffe des „Daseins“, des „völkischen Daseins“, des „Willens“, des „Daseinswillens“ und der „Wahrheit“:

„„Deutsche Lehrer und Kameraden! Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen! Das deutsche Volk ist vom Führer zur Wahl gerufen; der Führer aber erbittet nichts vom Volke, er gibt vielmehr dem Volke die unmittelbarste Möglichkeit der höchsten freien Entscheidung, ob das ganze Volk sein eigenes Dasein will, oder ob es dieses nicht will. Das Volk wählt morgen nichts Geringeres als seine Zukunft. (...) Diese letzte Entscheidung greift hinaus an die äußersten Grenzen des Daseins unseres Volkes. (...) Der Wille zur Selbstverantwortung ist jedoch nicht nur das Grundgesetz des Daseins unseres Volkes, sondern zugleich das Grundgeschehnis der Erwirkung seines nationalsozialistischen Staates. (...) Nicht Ehrgeiz, nicht Ruhmsucht, nicht blinder Eigensinn und nicht Gewaltstreben, sondern einzig der klare Wille zu unbedingter Selbstverantwortung im Ertragen und Meistern des Schicksals unseres Volkes forderte vom Führer den Austritt aus der 'Liga der Nationen'. (...) Das Volk gewinnt die Wahrheit seines Daseinswillens zurück (...). (...) Aus solchem Ursprung entsteht uns die Wissenschaft. Sie ist gebunden in die Notwendigkeit des selbstverantwortlichen völkischen Daseins. (...) Unser Wille zur völkischen Selbstverantwortung will, daß jedes Volk die Größe und Wahrheit seiner Bestimmung finde und bewahre. (...) Diesen Willen hat der Führer im ganzen Volk zum vollen Erwachen gebracht und zu einem einzigen Entschluss zusammengeschweißt. Keiner kann fernbleiben am Tage der Bekundung dieses Willens. Heil Hitler!““

Das Eröffnungswort von Göpfert und die neun Reden wurden im Anschluss als das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler von 961 Gelehrten unterzeichnet[15], ein Bekenntnis zur Subordination der Wissenschaftler unter Adolf Hitler.[16] Heidegger, berichtete Karl Löwith, „liess die Freiburger Studenten geschlossen zum Wahlraum marschieren und dort en bloc ihre Jastimme zu Hitlers Entscheidung abgeben. (An andern Universitäten, wie in Marburg, konnte man noch mit Ja oder Nein wählen, obwohl die Wahl nur noch pro forma geheim war.)“[17] In philosophischer Hinsicht wird Heideggers Argumentation für den Austritt aus dem Völkerbund mitunter eher wohlmeinend als „auf die nationale Ebene gehobene These aus Sein und Zeit“ gedeutet „daß dem Sich-einlassen auf andere die Sicherung des Eigensten vorauszugehen habe“.[18] Safranski bezeichnet die Leipziger-Rede hingegen als „angewandte völkische Fundamentalontologie“.[19] Heideggers politisches Engagement, so führte Theodor W. Adorno allgemein aus, „folgte aus einer Philosophie, die Sein und Führer identifiziert.“[20]

Knapp drei Wochen nach der NSLB-Kundgebung in der Leipziger Alberthalle trat das NSDAP-Mitglied Heidegger am 1. Dezember 1933 auch dieser zweiten NS-Institution bei, der er angehörte, bis die Aliierten sie 1945 auflösten.[21]

  1. vgl. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 364-365, oder auch Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Alber, Freiburg/München 2010, S. 175
  2. Anton Knuth, Der Protestantismus als moderne Religion, S. 70, Anm. 241: „dem 'Bekenntnis' liegt eine Rede Martin Heideggers zugrunde, die zusammen mit der Unterschriftenliste vom Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) am 11. November 1933 der Regierung überreicht wurde“; vgl. auch N. Kapferer, S. 54: „'Bekenntnis der deutschen Professoren (...) zu Adolf Hitler' (...). Enthält Reden einer Kundgebung in der Alberthalle zu Leipzig“; George Leaman, S. 100.
  3. vgl. zur Auswahl auch Roger Behrens in: Heidelinde Beckers, Christine Magdalene Noll (Hrsg.), Die Welt als fragwürdig begreifen - ein philosophischer Anspruch, Würzburg, 2006, S. 122, Anm. 89
  4. Martin Heidegger: Nach der Rede des Führers (übertragen aus dem Stadion). GA 16 Nr. 48, S. 104
  5. Martin Heidegger: Die Universität im neuen Reich (30. Juni 1933). GA 16 Nr. 286, S. 761-763.
  6. Martin Heidegger: Zum Semesterbeginn, vgl. Universitätsführer 1933/34, veröffentlicht in der Freiburger Studentenzeitung am 3. November 1933, GA 16 Nr. 101, S. 184 f.
  7. Martin Heidegger: Aufruf zur Wahl (10. November 1933), erschienen in der Wahlnummer der Freiburger Studentenzeitung (Zaborowski 364), GA 16 Nr. 105, S. 188-189
  8. Martin Heidegger: Ansprache am 11. November 1933 in Leipzig. GA 16 Nr. 104, S. 190-193; Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat, Überreicht vom Nat.-soz. Lehrerbund Deutschland, Gau Sachsen, o. J. [1933] Dresden-A. 1, Zinzendorfstr. 2; 136 S. Mit den Reden der Protagonisten. Mit Übersetzungen in die engl., ital., franz. und span. Sprache, S. 13 f.
  9. Martin Heidegger: Rede zu der Dozenten- und Studentenschaft „nach der Rede des Führers am 17. Mai 1933“ (übertragen auf das Stadion). GA 16, Nr. 48, S. 104
  10. Alexander Schwan, Politische Philosophie im Denken Heideggers. 2. Aufl. Westdeutscher Verlag, Opladen 1965, Ein Nachtrag, 1988, S. 218 : es „sei ein „scharfer Kampf im nationalsozialistischen Geist zu führen, der nicht ersticken dürfe durch christliche und humanisierende Vorstellungen“, ein „Kampf für dessen Verwirklichung der Volkskanzler Adolf Hitler Bürge sei.“
  11. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 160: „Dieses ist, von Martin Heidegger herausgehoben durch den kursiven Schriftsatz, birgt in sich die Aussage des Seins.“
  12. Konrad Krause, Alma mater Lipsiensis: Geschichte der Universität Leipzig von 1409 bis zur Gegenwart, Leipzig, 2003, S. 277: Der 'Führer' wurde als Retter und Wiedererwecker des deutschen Volkes gepriesen“; Wolfgang U. Eckart, Ferdinand Sauerbruch – Meisterchirurg im politischen Sturm, S. 22; Victor Farias, Hitler and Nazism, S. 156.
  13. Kurt Nowak, Protestantische Universitätstheologie und „Nationale Revolution“ in: Leonore Siegele-Wenschkewitz, Carsten Nicolaisen, Theologische Fakultäten im Nationalsozialismus, S. 111, Anm. 60
  14. Vicor Farias, Heidegger and Nazism, S. 156 ff.; es sprachen nach Göpferts Eröffnungsrede nacheinander die Wissenschaftler Eugen Fischer, Arthur Golf, Martin Heidegger, Emanuel Hirsch, Wilhelm Pinder, Ferdinand Sauerbruch, Eberhard Schmidt (Rechtswissenschaftler), Friedrich Karl Schumann und Friedrich Neumann, vgl. Konrad Krause, Alma mater Lipsiensis: Geschichte der Universität Leipzig von 1409 bis zur Gegenwart, Leipzig, 2003, S. 276 f.; Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat, Überreicht vom Nat.-soz. Lehrerbund Deutschland, Gau Sachsen, o. J. [1933] Dresden-A. 1, Zinzendorfstr. 2; 136 S. Mit den Reden der Protagonisten. Mit Übersetzungen in die engl., ital., franz. und span. Sprache.
  15. Norbert Kapferer: Die Nazifizierung der Philosophie an der Universität Breslau, 1933-1945 . Lit, Münster 2001,S. 54; George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument, Hamburg / Berlin 1993, S. 100.
  16. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“. Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 364: „Es handelt sich nämlich letztlich um einen Aufruf zum Führer und zur Unterordnung unter ihn.“
  17. Karl Löwith: Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933. Metzler, Stuttgart 2007, S. 39
  18. Dieter Thomä: Die Zeit des Selbst und die Zeit danach. Zur Kritik der Textgeschichte Martin Heideggers 1910-1976. Suhrkamp, Frankfurt/M 1990, S. 550
  19. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Aufl. Fischer, Frankfurt/M 2001, S. 387.
  20. Theodor W. Adorno: Eingriffe: Neun kritische Modelle. Suhrkamp, Frankfurt/M 1963, S. 464
  21. Vgl. George Leaman, S. 47: Mitgliedsnummer 285.217; ebd. S. 100; N. Kapferer, S. 54; Geoff Waite in: Bruce Krajewski (Hrsg.), Gadamer’s Repercussions: Reconsidering Philosophical Hermeneutics, Berkeley, Los Angeles, London, 2004, S. 273 f.

--BaneshN. (Diskussion) 12:24, 16. Jul. 2017 (CEST)

Hier werden schwere Vorwürfe erhoben.
„Sich aktiver politisch zu engagieren“ ist eine Formulierung Grüns (S. 175, nicht 170, mein Fehler). Sie ist vielleicht „niedlich“, aber nicht zu löschen. Der Aufruf wurde tatsächlich falsch datiert (3. November, nicht 3. Oktober).
Der Aufruf, in dem sich „die äußerste Kompromittierung, ja Prostituierung des Heideggerschen Denkens in der kruden Politik des Nationalsozialismus vollzogen hat“ (Ott), wird nicht mehr kommentiert. Zaborowski wird als Beleg in einer Fn zitiert, obwohl er selbst Heidegger wörtlich zitiert. Also nutzlos. Der Satz: „...wie A. Schwan in einer der wenigen akademischen Studien zum „Fall Heidegger“ kommentiert“ macht auch wenig Sinn. Die Meinung Mehrings (u.a.), der doch kein Apologet ist, wird ohne Weiteres entfernt. Warum?
„Das 'Ereignis' des deutschen Führers“ wird ohne Anführungszeichen von Kremer geschrieben, nicht weil er daran glaubt, sondern weil er es für nicht nötig hält. Der selbe komische oder rein polemische Vorwurf haben wir schon mit den „ungeeigneten Professoren“ gelesen, als ob Ott oder Martin derselben Meinung wie Heidegger wären. Man sucht nur nach Vorwände, um Text zu löschen, schon klar, es muss aber nicht politisch werden.
Das „seltsame Dokument“ ist eine sehr alte Version des Wikipedia-Artikels. Keine Ahnung, welche Quelle verwendet wurde.
Das Zitat des RjF wird hier überhaupt nicht als Zustimmung zum Bekenntnis vom 11. 11. umgedeutet, da es am 27. Oktober 1933(!) datiert ist, sondern als Beispiel für die Behauptung Tilitzkis, „dass die Ablehnung des Versailler Vertrags und der darin enthaltenen Idee des Völkerbunds sich durch das ganze Weimarer Parteienspektrum ziehe.“ Es geht also nicht darum, „die NS-Opfer implizite zu den Befürwortern der Hitlerverherrlichung zu verklären“, es geht um die Ablehnung des Versailler Vertrags. Safranski spricht auch vor allem von der Ablehnung des Versailler Vertrags, auch wenn er die Rede als „angewandte völkische Fundamentalontologie“ bezeichnet. Es geht nur um die Kontextualisierung, die auch bei Grün und Zaborowski zu lesen ist („Auch wenn man in Betracht zieht, dass die Kritik am Völkerbund bzw. an der Mitgliedschaft Deutschlands im Völkerbund nicht mit einer nationalsozialistischen Einstellung identisch war...“), und die darüber hinaus umseitig kritisiert wird. Der Vorwurf geht also ins leere. Man sucht nach jedem Vorwand, um unbeliebte Meinungen zu streichen. Viel effizienter ist aber, sie sachlich zu kritisieren.
Di Cesare schreibt, „daß Gadamer nie in der NSDAP eingeschrieben war; darüber hinaus gibt es auch nirgendwo ein Dokument, aus dem seine Mitwirkung am Nationalsozialismus abgeleitet werden könnte.“ = regimefern. Weiter: „Der Dozentenbund, die Vereinigung der nationalsozialistischen Hochschullehrer, wehrte sich dagegen [sein Extraordinariat]; Gadamer war nämlich als politisch unzuverlässig eingestuft. Sogar der Verlust des Privatdozententitels wurde angedeutet.“ Es stimmt, dass andere Autoren zitiert werden sollten, aber dies wurde im ähnlichen Fall Erik Wolfs abgelehnt. Das ist also nicht ernst gemeint, es sind nur Worte - oder Witze, man weiß nie genau. Tatsächlich geht es hier darum, Lesern „zu diktieren, was sie zu denken haben“, als ob sie nicht groß genug wären, ihren eigenen Verstand zu nutzen. Ja, sie werden für Dumm gehalten.
Dass Sauerbruch später Senfgasversuche an Häftlingen im KZ Natzweiler verübte, sollte erwähnt werden.
Der Satz: „Hierin erfüllte sich die Aufgabe, dass das deutsche Volk 'sein eigenes Wesen behalte und rette'“, ist nicht von Grün. Es geht aber um die „Ziele der neuen Machthabern“, die bekanntlich völkisch und rassistisch waren. Damit auch erfüllte sich also die Aufgabe, dass das deutsche Volk 'sein eigenes Wesen behalte und rette’. Deshalb ist es nicht deplatziert, hier schon vom antisemitischen Satz Göpferts, die Heidegger auch verwendete, zu sprechen. Dies zeigt nämlich, dass das Retten des deutschen Volkes als antisemitisch verstanden werden kann. Thomä geht zwar nicht so weit, aber spricht trotzdem von einer Art Rassismus: „Darin erfüllt sich die Aufgabe, dass das deutsche Volk 'sein eigenes Wesen behalte und rette', und in diesem Zusammenhang stehen auch Heideggers markante Überlegungen zur privilegierten Rolle der »Deutschen«; die als Ausdruck eines »geistigen Rassismus« verstanden worden sind.“ (S. 149)
Antisemitismus in dieser Rede wird von Zimmermann geleugnet (« das wohl nicht »). Zimmermann wird übrigens hier nur teils zitiert, als ob er nur „kritisch“ wäre: « Auch Martin ging es ums Dasein, freilich ein anderes als das der Nationalsozialisten. Seine Saft- und Kraftsprache, die der Vielfalt des Lebens auf den Grund gehen wollte, hatte nur dem äußeren Anschein nach Ähnlichkeiten mit den Sprüchen der braunen Machthaber… Er sah in ihnen etwas, das sie nicht waren, der Anschein täuschte ihn. »
Hier wurde schon einmal ein Einwand gegen das Wort „völkisch“ von Zaborowski bezüglich der Rektoratsrede erhoben. Tatsächlich soll deswegen der (einmalige) Ausdruck „völkische Wissenschaft“ zitiert werden, dann aber auch Zimmermann S. 42: „Die völkische Wissenschaft der Nationalsozialisten war wohl etwas anderes als die Wiederkehr des einfachen Fragens nach dem Sein.“ (Vgl. Rainer Marten, Denkkunst: Kritik der Ontologie, S. 32 und Pöggeler: Philosophie und Politik bei Heidegger S. 27).
Das Wort „Propagandaveranstaltung“ im Abschnitt vermeidet jede Zweideutigkeit, aber man schreibt, dass ein Foto von der NS-Propaganda, worum es hier doch geht, deplatziert ist!
Einen Textvorschlag, in dem alles zusammengefaßt wird, kann ich gern machen. Filinthe (Diskussion) 14:13, 18. Jul. 2017 (CEST)

Ich bin erstaunt, wie schnell Du auf einmal antworten kannst. Mit einem solchen Textwust umzugehen ist ganz schön schwierig, insbesondere weil öfters noch nicht einmal die Bezüge genannt werden. Ich versuche das mal absatzweise abzuarbeiten und nummeriere das entsprechend den Absätzen durch.

  1. Anstatt einer Formulierung Grüns steht nun im Text, was Heidegger tatsächlich gesagt hat. Das reicht.
  2. Kannst Du mal sagen, wo das Ott-Zitat stehen soll. Ich habe keine Lust das Buch auf das Zitat hin ganz zu lesen. Zabowowski wird in einem Zusammenhang zitiert. Was das Heidegger-Original ist, ist in dem Zitat klar erkennbar. Da ist nichts nutzlos. Welche Meinung Mehrings wo?
  3. Keine Anmerkung zum neuen Textentwurf, also nutzlos.
  4. Keine Anmerkung zum neuen Textentwurf, also nutzlos.
  5. Versailles: Implizit ist das Argument, das Du hier vorträgst, doch eine Exkulpation; denn Heidegger begründet das Ganze im NS-Jargon. Dass die Nazis populistisch waren bestreitet wohl niemand.
  6. George Leaman, Gerd Simon: SD über Philosophie-Professoren + Teresa Orozco: Anmerkungen zu Gadamer in der NS-Zeit; man ist sprachlos angesichts solch frecher Leugnung von Tatsachen; Deine Darstellung ist gerade durch Literatur nicht belegt, sondern beruht auf eigener Schlussfolgerung. Offene Umkehrschlüsse sind immer unzulässig.
  7. Sauerbruch: Die Liste der zu erwähnenden Nazi-Täter würde lang werden. Es ist Deine Taktik, Heideggers persönliche Verantwortung durch Nennung anderer zu relativieren. Dazu nutzt Du hier bewusst missverstehend gerne BaneshN‘ rein rhetorische Frage. Das bleibt selbstverständlich außen vor.
  8. Der Satz steht inhaltlich z.B. bei Safranski, 294. Ist es eine neue Taktik, dass Du hier zitierst ohne die Stellen anzugeben? Welcher Text von Thomä soll das sein? Solche Anmerkungen sind wertlos und deshalb nicht relevant, solange die Quelle nicht nachvollziehbar ist.
  9. Die Bewertung Zimmermann über Heideggers angeblichen Irrtum gehört bestenfalls zum Kapitel über den Rücktritt, besser noch in die Rezeption.
  10. So aus dem Zusammenhang gerissen ist das erneut eine rein relativierende Aussage, die nicht der Gesamtdarstellung Zimmermanns entspricht. Natürlich hat Heidegger sich des Begriffs des völkischen oder volklichen, auch mehrfach, bedient. (Siehe etwa Herrmann: Wege ins Ereignis 100f; man findet eine Vielzahl von Belegen, wenn man im Heidegger-Handbuch unter "Volk" sucht)
  11. Das Foto mit der Wahlpropaganda finde ich auch nicht so schlimm, aber das mit der Albert-Halle ist eindeutig besser.

Ein Textvorschlag hier auf der Disku ist etwas Freiwilliges. Ich bin mal gespannt. Ich gehe aber davon aus, dass wir uns hier zunächst einmal der Arbeit von BaneshN widmen, bis wir einmal durch den Artikel durch sind. Lutz Hartmann (Diskussion) 10:17, 19. Jul. 2017 (CEST)

Textwust gegen Textwust.
  1. Die Formulierung Grüns ist tatsächlich nicht so wichtig, das stimmt. Seine Argumentation gegen Tilitzki aber schon.
  2. Hugo Ott: „Heidegger: Ein schwieriges Verhältnis zur Politik“. In: R. Margreiter/K. Leidlmair, Hrsg.: Heidegger. Technik - Ethik - Politik. Würzburg (1991) 215-228, hier 225. In welchem Zusammenhang? Es ist völlig nutzlos und sogar lächerlich, Zaborowski zu zitieren, wenn er Heidegger zitiert, und wenn der Satz dann im Fließtext auch noch auftaucht. Zaborowski schreibt auch nicht, „er erklärte Hitler zum Gesetz“. Die Paraphrasierung ist von BaneshN, nicht vom Autor. Interessanter wäre hier Emmanuel Faye S. 110: „In drei aufeinander folgenden Reden, gehalten am 3., am 10. und am 11. November 1933, versucht Heidegger, die Studenten, die Professoren und das ganze deutsche Volk dazu zu mobilisieren, sich Hitler anzuvertrauen... Zunächst ist eine Verschärfung des Vokabulars zu beobachten, denn Heidegger verwendet nun nicht mehr das Wort »volklich«, sondern das Wort »völkisch«, das im Gebrauch der Zeit noch viel stärker rassistisch gefärbt ist.“ Die Meinung Mehrings ist umseitig zu lesen, die von Pöggeler wird auch entfernt, obwohl der Sinn des Satzes umstritten ist. Heidegger in seiner Zeit, S. 160: „Hitlers sogenannte Friedensrede vom [17.] Mai 1933, die das Programm Wilsons reklamierte, schien die Hoffnung zu bestätigen, daß der Kanzler der nationalen Koalition auch jene Punkte des nationalsozialistischen Parteiprogramms korrigieren könne“. Dazu auch Manfred Weinberg, „Hitlers Hände“ S. 307. Und zur „Friedensrede“: Bambach S. 86, Gregory Fried 180f. und Sonia Sikka, „Heidegger and race“ S. 87f.
  3. Der Verweis auf Sein und Zeit wird auch gelöscht, ohne Rechtfertigung. Dabei kommt hier der Ausdruck „Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler“ 4 Mal vor, auch in der Einleitung, warum? Einmal reicht doch aus.
  4. Eine Frage wird gestellt, ich antworte. Wenn die Frage „nutzlos“ war, warum wurde sie überhaupt gestellt?
  5. Natürlich ist das Argument von Versailles eine „Exkulpation“: Tilitzki, Fédier, Zimmermann, Safranski und Di Cesare sind Apologeten (mehr oder weniger). Grün habe ich auch deswegen umseitig zitiert, weil er das Argument Tilitzkis kritisiert (und zitiert). Das Argument wird ebenso von Zaborowski erwähnt: es ist also erwähnenswert. Der Leser darf wissen, worüber diskutiert wird. Er will wissen, was in der Forschung zu lesen ist, nicht was ein Paar eingebildete Wikipedia-Benutzer davon halten. Übrigens schreibt man „Vicor Farias“ „Víctor Farías“: man macht sich lustig über mich und gibt sich keine Mühe, fremde Namen richtig zu schreiben. Aus Verachtung vielleicht.
  6. Es handelt sich nicht um „meine“ Darstellung, sondern um die von Di Cesare, die hier von George Leaman nicht widersprochen wird. Sie behauptet nicht, dass Gadamer ein Gegner war, sondern, dass er nicht mitgewirkt und sein Extraordinariat wegen des Dozentenbundes verloren hat. Siehe auch Anne Christine Nagel. Das andere Document konnte ich nicht öffnen. Aber ja, es gibt ein „Fall Gadamer“, deshalb gibt es auch eine Apologetik. Jerry Z. Muller bezeichnet Gadamer als „anti-nazi“. Im Vergleich dazu ist „Regimefern“ moderat. Und Eberhard Schmidt wäre seit 1935 als „unbedingter Gegner des Nationalsozialismus" bekannt (Vgl. Stephan Wendehorst).
  7. Auf der Seite werden andere Namen wie Stein oder Fischer genannt, mit einer kleinen Biographie sogar. Problematisch ist aber die Auswahl, die willkürlich ist. Nicht „meine“ Taktik also.
  8. Die Formulierung ist nicht von mir und ich habe also keine Ahnung, von welcher „Taktik“ hier schon wieder die Rede ist. Ich dachte, der Satz wäre von Thomä: Handbuch S. 149. Nach Zaborowski (S. 362) habe das Dasein des deutschen Volkes und »sein eigenes Wesen« einen biologischen Sinn (er spricht von einer „Verschiebung von Heideggers »volklichem« Denken zu einem »völkischen« Denken“ nach der Rektoratsrede). Wenn der antisemitische Satz entfernt wird, sollte man dann diese Bewertungen erwähnen, sonst könnten andere Benutzer dies als Apologetik verstehen. Vorsicht, sie mögen auch daraus eine politische Einstellung ableiten.
  9. Die Bewertung Zimmermanns wird hier irreführend zitiert. BaneshN stellt nur den Satz heraus, der ihm gefällt.
  10. Die Aussage Zimmermanns über die „völkische Wissenschaft“ entspricht also seiner Gesamtdarstellung, die tatsächlich relativierend ist. Auch Pöggeler hat „Heideggers politisches Denken und Wissenschaftsverständnis von der faschistischen Wirklichkeit unterschieden“ (Stefan Knoche), indem er schrieb: „Wenn Heidegger also einmal den Ausdruck „völkische Wissenschaft" gebraucht hat, dann war das nicht bloße Adaption an einen verhängnisvollen Sprachgebrauch der Machthabenden; Heidegger suchte in der Tat die Philosophie wie die Dichtung oder die Kunst als „politisch" oder „völkisch", nämlich als Ausgestaltung der Wahrheit des Seins, wie sie in der Polis oder im Volk geschieht, zu denken. Gerade deshalb mußte er die Rede von der völkischen Wissenschaft schnell wieder aufgeben, da diese Rede die Pervertierung von Wissenschaft oder Kunst durch die äußere Anbindung an politische Zwecke meinte.“ Und Rainer Marten: „Die „völkische Wissenschaft", die Heidegger so entwirft, hat nicht die menschliche Lebenswelt und Lebensreproduktion im Sinn (von universeller Neugier ganz zu schweigen), sondern ist um die geistige Welt des wahren Wesens besorgt.“ Radloff, Bernhard: Heidegger and the question of national socialism. Disclosure and Gestalt. Toronto: UP 2007, S. 147. Dagegen Wilhelm Raimund Beyer: Vier Kritiken: Heidegger, Sartre, Adorno, Lukácz. Köln 1970, 18. Ergänzungsvorschlag (am Ende, das Zitat Adornos bezieht sich eher auf den Anruf an die Studenten. Das Foto ist mir egal, ich will nur nicht als NS-Propagandist beleidigt werden):

Heidegger, berichtete Karl Löwith, „liess die Freiburger Studenten geschlossen zum Wahlraum marschieren und dort en bloc ihre Jastimme zu Hitlers Entscheidung abgeben. (An andern Universitäten, wie in Marburg, konnte man noch mit Ja oder Nein wählen, obwohl die Wahl nur noch pro forma geheim war.)“[1] Die Leipziger-Rede wurde als „angewandte völkische Fundamentalontologie“ (Safranski) bezeichnet.[2] In philosophischer Hinsicht... „...Kampf ums Dasein zusammengeschlossen,“ wobei das Dasein nach ihm „freilich ein anderes als das der Nationalsozialisten“ wäre, und seine Rhetorik „nur dem äußeren Anschein nach Ähnlichkeiten mit den Sprüchen der braunen Machthaber“ hätte,[3] wie im Fall der sogenannten „völkischen Wissenschaft".[4] Das Wort „völkisch“ sei jedoch stark rassistisch gefärbt[5] und die von Heidegger erklärte „Urforderung allen Daseins, daß es sein eigenes Wesen behalte und rette“, wenigstens als Ausdruck eines „kulturellen Essentialismus“[6] oder „geistigen Rassismus“[7] zu verstehen.

  1. Karl Löwith: Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933. Stuttgart 2007, S. 39
  2. Safranski S. 387.
  3. Hans Dieter Zimmermann, Martin und Fritz Heidegger: Philosophie und Fastnacht, München, 2005, S. 40f.
  4. Hans Dieter Zimmermann, Martin und Fritz Heidegger: Philosophie und Fastnacht, München, 2005, S. 42; Rainer Marten: Denkkunst: Kritik der Ontologie, S. 32; Pöggeler: Philosophie und Politik bei Heidegger, S. 27; Radloff, Bernhard: Heidegger and the question of national socialism. Disclosure and Gestalt. Toronto: UP 2007, S. 147.
  5. Emmanuel Faye S. 110.
  6. Sonia Sikka, »Heidegger and Race«, in Robert Bernasconi and Sybil Cook (Hrsg.): Race and Racism in Continental Philosophy (Bloomington, IN: Indiana University Press, 2003, S. 74-97, hier 87f.
  7. Dieter Thomä: Handbuch S. 149. Nach Zaborowski (S. 362) habe das Dasein des deutschen Volkes und „sein eigenes Wesen“ einen biologischen Sinn.

Filinthe (Diskussion) 19:33, 20. Jul. 2017 (CEST)

Zunächst einmal meine Antwort zu Deinen Diskussionspunkten:

  1. Die ganze Tilitzki-Diskussion hat keinen Platz hier. Dann könnte man hier auch erörtern, warum Ernst Jünger der Partei nicht beigetreten ist. Das sind Nebenkriegsschauplätze, siehe unten.
  2. Zu den Kommentaren („die äußerste Kompromittierung, ja Prostituierung des Heideggerschen Denkens in der kruden Politik des Nationalsozialismus vollzogen hat“ = Hugo Ott: „Heidegger: Ein schwieriges Verhältnis zur Politik“. In: R. Margreiter/K. Leidlmair, Hrsg.: Heidegger. Technik - Ethik - Politik. Würzburg (1991) 215-228, hier 225); für Holger Zaborowski ist „[D]er Aufruf zur Wahl nichts anderes als ein Aufruf zur Wahl des Führers, ja, dies lässt sich noch weiter zuspitzen: Es handelt sich nämlich letztlich um einen Aufruf zum Führer und zur Unterordnung unter ihn.“ (Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, 364); BaneshN schlägt vor, diese in die Bibliographie aufzunehmen.
  3. Wir können hier an dieser Stelle doch nicht diskutieren, wie Heidegger seine Philosophie in eine nazistische Philosophie umgewandelt hat. Ich halte die Interpretation von Gehde für eine – wenn auch möglicherweise zutreffende) Spekulation. Außerdem wird hier eine Satzlogik produziert, die mit der Darstellung bei Thomä nun gar nichts zu tun hat. Thomä (550) zeigt, wie die nun verwendeten Begriffe im Widerspruch zu Sein und Zeit stehen und nicht eine Rückinterpretation von Sein und Zeit her. Der bei Thomä zentral diskutierte Begriff des Daseins fehlt im aktuellen WP-Text (und auch bei Gehde), weil er da nicht hin passt. Also: streichen.
  4. Dass der Versailler Vertrag eine breite Ablehnung in Deutschland hatte, ist eine historische Tatsache. Dies zum besonderen Motiv Heideggers, sich am Bekenntnis zu beteiligen, ist Geschichtsklitterung, genauso wie die höchst unzulässige Parallele zu der Erklärung des RjF. Dieser hat mitnichten ein Bekenntnis zu Adolf Hitler abgelegt oder dem NS-Staat gehuldigt. Ich habe leider die von Dir zitierte Ausgabe nicht zur Verfügung. In der Ausgabe Nr. 22 vom 24. Nov. 33 schreibt Ernst Fraenkel: „Die rassische Grundlage des deutschen politischen Lebens ist eine Tatsache geworden, mit der wir zu rechnen haben. Das muß, ohne daß wir zu der Problematik dieser Grundlage kritisch das Wort ergreifen wollen, für uns deutsche Juden der Ausgangspunkt einer neuen Lebensform in Deutschland sein. […] Wogegen wir aber unsere Stimme erheben, das ist der Standpunkt dass wir als deutsche Juden in die rassistische Kategorie der „Minderwertigkeit“ versetzt werden. Dagegen erheben wir die Stimme im Namen der Gerechtigkeit und der Erkenntnis der Wissenschaft.“ Und die Redaktion ergänzt: „Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten wird aus der unbeirrten Denkart seiner Mitglieder heraus jedenfalls alles tun, um den Boden dafür freizuhalten, daß diese Auseinandersetzung letzten Endes zum Heile führt, daß mit dem deutschen Volke auch wir in Ehren auf dem auch mit unserem Blut verbundenen deutschen Boden leben können.“ Vor diesem Hintergrund den RjF in die Befürworter Hitlers und des NS-Regimes einzureihen ist mehr als perfide, das ist Fortsetzung des Rassismus, ob gewollt oder nicht. Und einem Herrn Fedier muss das bewusst gewesen sein. (Du darfst den Akzent gerne nachsetzen)
  5. das mit der Antwort habe ich schon gesehen. Trotzdem für den Textentwurf belanglos.
  6. zu Gadamer: Schade, dass der Link nicht mehr funktioniert. Als Ersatz die verkürzte Version. Wer seine Briefe mit HH unterzeichnete und sonstige angepasste Handlungen vollzog, um seine Karriere zu befördern, auch auf Kosten vertriebener Juden, war nicht „regimefern“.
  7. Sauerbruch bleibt ebenso wie Gadamer raus. Die haben mit Heideggers Rede und Auftritt beide nichts zu tun.
  8. Mit Taktik meine ich, dass Du mit fehlenden Nachweisen mich suchen lässt, um mich zu nerven. Thomä behandelt auf S. 149 später liegende Themen. Ihn hier heranzuziehen, ist also völlig fehl am Platz.
  9. Zimmermann distanziert Heidegger viel zu oft von den Nazis – hie Theorie – da Praxis. Das ist das Schema, mit dem gesagt wird, Heidegger war gar kein Nazi, sondern nur sondern nur ein verwirrter Professor. Das ist grundfalsch. Deshalb darf man die Charakterisierung Zimmermanns durchaus unabhängig von der Trennungsthese nennen. Bei Zimmermann (40) heißt es: „Auch Martin ging es ums Dasein, freilich ein anderes als das der Nationalsozialisten.“ Willst Du wirklich hier verkaufen, Heidegger sei kein Nationalsozialist gewesen? Wir sind hier gerade bei einer Rede, wo er mit Parteiabzeichen und Hitlerbärtchen auf der auf der Bühne in der ersten Reihe saß. An dieser Stelle über die beschönigende Trennungsthese zu reden, passt nicht. Das gehört wie bereits gesagt, bestenfalls in die Rezeption.
  10. siehe 9. Auch die weiter angeführten Stellen sind Rezeption. Man könnte bei dieser Argumentation fast zu der Auffassung kommen, Heidegger sei als Schreibtischtäter nicht verantwortlich dafür, dass er wie ein Standartenführer seine Universität umbauen wollte.

Zu Deinem Kasten komme ich später. Lutz Hartmann (Diskussion) 19:24, 24. Jul. 2017 (CEST)

Bemerkungen zum Kasten. Ich versuche auf Deinen Ergänzungsvorschlag einzugehen. M.E. enthält er verwertbare Passagen, die man in den vorletzten Abschnitt von BanashN‘ Textentwurf einbauen kann. Wie das aussehen kann, siehst Du im nachfolgenden Kasten.

Das Eröffnungswort von Göpfert und die neun Reden wurden im Anschluss als das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler von 961 Gelehrten unterzeichnet[1], ein Bekenntnis zur Subordination der Wissenschaftler unter Adolf Hitler.[2] Heidegger, berichtete Karl Löwith, „liess die Freiburger Studenten geschlossen zum Wahlraum marschieren und dort en bloc ihre Jastimme zu Hitlers Entscheidung abgeben. (An andern Universitäten, wie in Marburg, konnte man noch mit Ja oder Nein wählen, obwohl die Wahl nur noch pro forma geheim war.)“[3] In philosophischer Hinsicht wird Heideggers Argumentation für den Austritt aus dem Völkerbund mitunter eher wohlmeinend als „auf die nationale Ebene gehobene These aus Sein und Zeit“ gedeutet „daß dem Sich-einlassen auf andere die Sicherung des Eigensten vorauszugehen habe“.[4] Safranski bezeichnet die Leipziger-Rede hingegen als „angewandte völkische Fundamentalontologie“[5] Heideggers politisches Engagement, so führte Theodor W. Adorno allgemein aus, „folgte aus einer Philosophie, die Sein und Führer identifiziert.“[6]

  1. Norbert Kapferer: Die Nazifizierung der Philosophie an der Universität Breslau, 1933-1945 . Lit, Münster 2001,S. 54; George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument, Hamburg / Berlin 1993, S. 100.
  2. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“. Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 364: „Es handelt sich nämlich letztlich um einen Aufruf zum Führer und zur Unterordnung unter ihn.“
  3. Karl Löwith: Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933. Metzler, Stuttgart 2007, S. 39
  4. Dieter Thomä: Die Zeit des Selbst und die Zeit danach. Zur Kritik der Textgeschichte Martin Heideggers 1910-1976. Suhrkamp, Frankfurt/M 1990, S. 550
  5. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Aufl. Fischer, Frankfurt/M 2001, S. 387.
  6. Theodor W. Adorno: Eingriffe: Neun kritische Modelle. Suhrkamp, Frankfurt/M 1963, S. 464

Übernommen habe ich Löwith und Safranski. Nicht übernommen habe ich Deine Hinweise auf den „besonderen Begriff des Völkischen“ bei Heidegger. Die Darstellung ist allzu verkürzt und auch noch einseitig. Zum Begriff des Völkischen bei Heidegger siehe das Heidegger Handbuch, S. 121, 298 und 354 (hier ist Carl Schmitt für Heidegger nicht völkisch genug). Weggelassen habe ich r (was soll das sein?) sowie die Hinweise Heidegger Handbuch, S. 149 (dort geht es um die Vorlesung „Was ist Metaphysik“) und Zaborowskis (das bezieht sich auf die Tischrede). Da Dir das Zimmermann-Zitat so gar nicht schmeckt, habe ich es herausgenommen. Man kann es ja in die Bibliographie übernehmen. Lutz Hartmann (Diskussion) 14:43, 26. Jul. 2017 (CEST)

Meine Zustimmung zu dem Synthetisierungs-Vorschlag von Lutz. Schönen Danke auch dafür.--BaneshN. (Diskussion) 14:50, 26. Jul. 2017 (CEST)
Schade - mir schmeckte das Zimmermann-Zitat. Lutz - irgendwannmal ist die Grenze für faule Kompromisse erreicht.--KarlV 15:36, 26. Jul. 2017 (CEST)
Ganz so faul ist der Kompromiss nicht. Bei Zimmermann findet man schon auch das, worauf Filinthe hinweist. Eine faire Darstellung ginge in etwa so:
Weitaus kritischer äußert sich Hans Dieter Zimmermann, der Herausgeber des Briefwechsels zwischen Martin und Fritz Heidegger: „Martin Heideggers Unerbittlichkeit im Denken des Daseins wird mit der nationalsozialistischen Unerbittlichkeit im Kampf ums Dasein zusammengeschlossen.“[1] Im gleichen Zug versucht Zimmermann jedoch eine Differenz zwischen Heidegger und „den Nationalsozialisten“ herzustellen: Dessen Rhetorik hätte „nur dem äußeren Anschein nach Ähnlichkeiten mit den Sprüchen der braunen Machthaber“ [2]
    • Hans Dieter Zimmermann, Martin und Fritz Heidegger: Philosophie und Fastnacht, München, 2005, S. 41.
    • Hans Dieter Zimmermann, Martin und Fritz Heidegger: Philosophie und Fastnacht, München, 2005, S. 40f.
    Wenn man das in den Artikel nimmt, kommen wir aber wieder dahin, dass wir zig Meinungen (siehe Filinthes Fußnoten) - der eine so, der andere so - in den Artikel aufnehmen müssen und dann verschwindet das eigentliche Thema wieder hinter einem Wust von mehr oder weniger qualifizierter Sekundärliteratur. Ich müsste vor allem nach einer Kommentierung der zweiten Hälfte von Zimmermann suchen (Heidegger versus Nazis), weil ich sie für krass einseitig halte. Heidegger war ein ideologischer Nazi, wenn auch die Praxis anders kam als er gewünscht hatte. In mancher Hinsicht war Heidegger viel radikaler als die Leute, die die Macht hatten. Aber das ist meine Meinung (=POV) Lutz Hartmann (Diskussion) 19:18, 26. Jul. 2017 (CEST)
    Nachdem BaneshN der Ergänzung seines Textes zugestimmt hat, habe ich das nun in seinem Entwurf umgesetzt. Ich bin der Auffassung, dass der Vorschlag von BaneshN nun in den Artikel kann und bitte Benutzer:He3nry die Diskussion mit einer Rundfrage abzuschließen. Lutz Hartmann (Diskussion) 10:32, 27. Jul. 2017 (CEST)
    1. Die Entfernung der Meinungen Pöggelers oder Mehrings wurden nicht kommentiert. Tilitzki ist nicht der Einzige, der das Versailles-Argument verwendet, sondern auch Safranski, Pöggeler oder sogar Faye und Weinberg, der Pöggeler zustimmt. Schon in der Hitler-Rede vom 17. Mai ist von Versailles die Rede. Es fehlt der Aufruf vom 10. November. Deshalb kommt dieser (unbelegte) Satz BaneshNs zu spät: „Auch Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund diente Heidegger zur Verherrlichung von Adolf Hitler“. Farías vertritt zwar diese Auffassung, aber „auch“ entspricht einer Bewertung. Das mit „Hitler als Gesetz“ und dem „Bekenntnis“ (4x!) muss nicht gleich Anfangs erwähnt werden, es sind Redundanzen. Textvorschlag mit besserer Chronologie: „Während seiner Amtszeit als Rektor hielt Heidegger Reden und verfasste Schriften, in denen er Adolf Hitler verherrlichte und zu dessen Unterstützung besonders im Rahmen des Austrittes Deutschlands aus dem Völkerbund aufrief. Am Tag nach dessen Rede dazu, am 18. Mai 1933, propagierte er den Entschluss in seiner Eigenschaft als Rektor, in das Universitätsstadion übertragen: [Zitat] So versuchte Heidegger, die Studenten, die Professoren und das ganze deutsche Volk dazu zu mobilisieren, sich Hitler anzuvertrauen.(Emmanuel Faye S. 110) Die einschlägige Texte im Überblick: ... - 10. November 1933: „Aufruf zur Wahl“ in der Freiburger Studentenzeitung. (GA 16, 188.) .... Die beiden universitätsinternen Texte, in denen Heidegger als Hitlers Laudator auftrat...“
    2. Niemand will „den RjF in die Befürworter Hitlers und des NS-Regimes einzureihen“, es geht nur um die breite Ablehnung des Versailles Vertrags, also um die Kontextualisierung, die hier besonders fehlt, obwohl sie in anderen Abschnitten als nötig erklärt wurde. Zu Gadamer: er wird als „anti-nazi“ bezeichnet und von Di Cesare verteidigt, insofern ist die Debatte offen.
    3. Fischer hat mit Heideggers Rede und Auftritt auch nichts zu tun, und wird jedoch hier (vom „Extremisten“ Farías) genannt.
    4. Thomä spricht ausdrücklich von der Leipziger-Rede (S. 149): „Am »Volk« wird nicht ein biologisches Privileg, sondern die Bereitschaft zur Hingabe an ein »Geschick« hervorgehoben. Darin erfüllt sich die Aufgabe, daß das deutsche Volk »sein eigenes Wesen beha`lte und rette« (10.11.33: GA 16, 188), und in diesem Zusammenhang stehen auch Heideggers markante Überlegungen zur privilegierten Rolle der »Deutschen«; die als Ausdruck eines »geistigen Rassismus« verstanden worden sind.“ Was der Ausdruck „kultureller Essentialismus“ bedeutet, wird sehr gut von Sonia Sikka erklärt. Das Zimmermann-Zitat mit Paraphrasierung schmeckt mir. Filinthe (Diskussion) 18:11, 27. Jul. 2017 (CEST)

    Tach zusammen: Ich sehe einen "Fastkonsens". Wenn ich Filinthe richtig verstehe, gibt es unter 1. einen konkreten Satz, den man übernehmen oder ablehnen kann und unter 3. noch den Wunsch, den Satz mit Fischer zu streichen. Den habe ich sogar gefunden :-) und wenn man mal das Thema Kürze in Anschlag bringt erscheint der mir entbehrlich, da er nicht wirklich was zu H. beiträgt.
    Ich mache Euch mal darauf aufmerksam, dass ich die nächsten drei Wochen in Urlaub bin. Seit doch so nett und behalten Euren Konstruktivmodus bei! Schönen Sommer btw, --He3nry Disk. 10:00, 28. Jul. 2017 (CEST)

    Es ist schon mühsam. Antwort mit neuer Nummerierung gem. Filinthe:

    1. Welche „Meinungen Pöggelers oder Mehrings“ würden für den Text eine sinnvolle Ergänzung bieten? Mit Sicherheit kann das auch in die Bibliographie. Der Hinweis auf Versailles gehört hier nicht her. Dass Heidegger der konservativen Revolution zuneigte, steht bereits am Anfang des Artikels. Der Austritt aus dem Völkerbund als Anlass für Heideggers Agitation ist bereits am Anfang dieses Abschnitts deutlich genannt. Dein Hinweis auf den Aufruf vom 10. November erscheint mir relevant. Du brauchst nicht fett zu schreiben. Ich kann lesen und muss nicht angeschrien werden. Ich habe den Text ergänzt und dabei stärker auf die Chronologie geachtet.
    2. Das Du in Hinblick auf den RjF insistierst halte ich für beschämend, aber auf für bezeichnend. Dass Gadamer ein geschickt agierender Nazi-Profiteuer war, kannst Du nicht aus der Welt schaffen.
    3. Fischer ist relevant, weil er mit seinem Freund Heidegger auf dem Nazi-Podium saß. Er kommunizierte mit Heidegger und agitierte gemeinsam mit ihm.
    4. Mit Deiner Quelle „Heidegger Handbuch, S. 149“ habe ich ein Problem. Ich habe nun einmal in meiner Ausgabe, die mit der 2. Aufl. die aktuelle ist, gesucht und bin auf S. 117 fündig geworden. (Dieter Thomä: Heidegger und der Nationalsozialismus. In: Ders. (Hrsg.): Heidegger –Handbuch, 2. Aufl. Metzler, Stuttgart 2013, 108-132, hier 117) Das kann man gerne wie auch Zimmermann (s.o.) in die Bibliographie übernehmen. Der Artikel sollte nicht durch eine Vielzahl von doxographischen Urteilen überlastet werden. „kultureller Essentialismus“ ist für mich ein schwammiger, schön färbender Begriff, für den man erst eine Begriffsklärung schreiben müsste. Er gehört gewiss nicht in den Artikel, trotz seines schönen Klangs, der alles Eigentliche übertönt.

    Auch ich bin im August für drei Wochen weg und wünsche He3nry einen schönen Urlaub. Für ich ist der Text fertig und kann von Benutzer:BaneshN. umgesetzt werden. Lutz Hartmann (Diskussion) 11:28, 28. Jul. 2017 (CEST)

    Wenn der erste Kasten nun alles enthält, worüber abgestimmt werden soll, bin ich einverstanden. Auch KarlV ist noch im Urlaub. Wenn Lutz im August nicht da ist, auch der Moderator fehlt, dann sollten wir für diese Zeit wohl gleich besser eine Redaktionspause vereinbaren, das hat hier sonst wenig Zweck.--BaneshN. (Diskussion) 11:58, 28. Jul. 2017 (CEST)
    1. Die Deutungen Pöggelers oder Mehrings sind umseitig zu lesen. Genauso wie Pöggeler findet Manfred Weinberg Heideggers Erklärung sinnvoll (Weinberg zitiert den Brief 1960 an Hermann Heimpel, GA16 569f.:„Das eigens gesperrte »ist« dagegen meint genau das, was in der Rektoratsrede sogleich im zweiten Satz gesagt wird und zwar nicht als eine Feststellung, sondern als Wink und Forderung: daß »zuförderst und jederzeit die Führer selbst Geführte sind« - geführt durch das Geschick und Gesetz der Geschichte.“ Der Satz braucht jedenfalls Kommentar, nicht nur „er erklärte Hitler zum Gesetz“, was eigentlich schon eine Bewertung enthält. Man könnte dann hinzufügen: Jedenfalls gilt dieser Satz als „die äußerste Kompromittierung“ des Heideggerschen Denkens.[Ott]
    2. Das mit Gadamer und dem RjF ist POV. Die lächerlichen Unterstellungen zwingen mich dazu, zu insistieren. Ich schäme mich sicherlich nicht darüber, dass ich Fachbücher zitiere. Dass die „Ablehnung des Versailler Vertrags und der darin enthaltenen Idee des Völkerbunds sich durch das ganze Weimarer Parteienspektrum ziehe“, ist eine Tatsache, die hier verschweigt wird. Der Austritt aus dem Völkerbund als Anlass für Heideggers Agitation ist nicht am Anfang des Abschnitts genannt, sondern erst nach dem Hitler-Gesetz und dem „Bekenntnis“. Das meine ich mit der Chronologie. Pöggeler zitiert in mehreren Büchern die sogenannte „Friedensrede“ Hitlers, die Heidegger in der Leipziger-Rede auch erwähnt, als Anlass für Heideggers Agitation. Vgl. Heidegger in seiner Zeit, S. 160: „Hitlers sogenannte Friedensrede vom [17.] Mai 1933, die das Programm Wilsons reklamierte, schien die Hoffnung zu bestätigen, daß der Kanzler der nationalen Koalition auch jene Punkte des nationalsozialistischen Parteiprogramms korrigieren könne“. Dazu auch Manfred Weinberg, „Hitlers Hände“ S. 307. Und zur „Friedensrede“: Bambach S. 86, Gregory Fried 180f. und Sonia Sikka, „Heidegger and race“ S. 87f.
    3. Dass Fischer und Heidegger enge Freunde waren, ist eine These Farías', die nicht wirklich belegt ist. Dass Fischer hier mit Heidegger „kommunizierte“ ist genauso unbelegt. Heidegger hat bestimmt mit anderen auch kommuniziert. Es geht also um eine allgemeine Kontextualisierung, die ich für nötig halte, wenn sie nicht willkürlich ist.
    4. Ich zitiere die erste Auflage des Buches Thomäs. Das mit dem „kulturellen Essentialismus“ soll irgendwann erklärt werden, es geht um die Frage des Rassismus. Filinthe (Diskussion) 10:58, 29. Jul. 2017 (CEST)
    Die Mühseligkeit steigt aufgrund von Penetranz:
    1. Der Brief an Hempel ist eine schönfärberische Rückschau von Heidegger (noch krassen als das Spiegel-Interview), die Du hier gerne verbreiten möchtest. Das gehört nicht hierher, sondern in die Zeit nach dem Krieg. Dass Heidegger gelogen hat, um sich im besseren Lichte darzustellen, ist ja genügend dokumentiert. Zu Pöggeler und Mehring kann ich nur um Angabe von Inhalten bitten. Dabei muss klar werden, was dadurch im jetzigen Vorschlag zum neuen Artikeltext besser würde. Ich bin nicht Dein Suchknecht. „geführt durch das Geschick und Gesetz der Geschichte“: Es ist schon richtig, dass das Schicksal und die Geschichtlichkeit nach 1928 für Heidegger zu maßgeblichen Philosophemen wurden. Das kann man aber nicht hier in einem Nebensatz abhandeln und gehört auch nicht in einen Absatz über seine Beziehung zu Hitler. Da muss man den ganzen Strang über den Wandel vom Dasein, dessen Geworfenheit und Not zur Entscheidung(=Subjekt) hin zur Gemeinschaft und zum Geschick aufbereiten. Diese philosophische Betrachtung über „Heideggers Philosophie und der Nationalsozialismus“ ist bisher aber als Ganzes hier ausgeklammert worden. Maßgeblich wären etwa die Monographien von Franzen und Thomä.
    2. Das mit dem Verschweigen des Versailler Vertrages ist ein albernes Argument. Wir schreiben hier weder eine Historie des Weimarer Republik noch der NS-Zeit. Heidegger hat das Thema zu seiner Entlastung nach dem Krieg benutzt. Da sollte der ganze Salat seiner eigenen, verfälschten Darstellung seines Handelns auch aufgearbeitet werden. (also Kapitel 4, Basis z.B. Mehring)
    3. Fischer war befreundet, saß auf dem Podium und hielt wie Heidegger eine Rede. Also vergiss es.
    4. Wenn Du aus veralteten Auflagen zitierst, solltest Du das auch angeben. Anderes ist mindestens unhöflich. Inhaltlich: Thomä ist geeignet für die Bibliographie – wie bereits ausgeführt; im Artikel, der jetzt schon den Umfang eines Buches hat, nur Ablenkung von einer straffen Darstellung, verzichtbare Doxographie. Lutz Hartmann (Diskussion) 11:47, 31. Jul. 2017 (CEST)

    @Markus Wolter, Anima, Machtjan X: bitte schaut noch einmal auf den Text und gebt ggf. Euer Einverständnis, dass He3nry den Text (nach seinem Urlaub) freigeben kann. Lutz Hartmann (Diskussion) 14:46, 3. Aug. 2017 (CEST)

    Ebenso KarlV, wenn er nächste Woche aus dem Urlaub kommt.--BaneshN. (Diskussion) 14:54, 3. Aug. 2017 (CEST)
    Symbol support vote.svg Pro mit Dank an Lutz & BaneshN. Hut ab vor Euer beider Leistung hier! Herzliche Grüße --Machtjan X 16:57, 3. Aug. 2017 (CEST)
    1. Dass Heidegger hier gelogen habe, schreiben weder Pöggeler noch Weinberg und ist also POV. Hier geht es sowieso nicht um Argumente von Heidegger selbst, sondern von Fachautoren. Weinberg S. 306f.: „Hitler ist für Heidegger sicher nicht der grosse Philosoph der Metaphysik-Vorlesung, sondern vielmehr ein vom volkhaften Geschick zum rechten Handeln Gezwungener[Fn mit Zitaten von Heidegger und Pöggeler] - und die Umlenkung der Bewegung in andere geistige Bahnen weniger der Anspruch, seinerseits den Führer führen zu wollen, als vielmehr die Verkennung Hitlers als ungebildetes ,Medium' der Wandlung der herrschenden Selbstverständlichkeit. (...) Dass es sich dabei im übrigen nicht um eine nachträgliche Rechtfertigung handelt, zeigt unter anderem ein Brief an seinen Bruder vom Mai 1933, in dem er diesem anrät, „die ganze Bewegung nicht von unten her [zu] betrachten, sondern vom Führer aus und seinen grossen Zielen.“" Dieses Urteil ist also verbreitet und soll erwähnt werden. Ich persönlich „möchte“ nichts „gerne verbreiten“, ich stelle nur fest, dass der Satz hier nicht mehr kommentiert wird, obwohl Forscher darüber diskutieren. Dafür wird der Satz selbst 2 Mal zitiert, wozu? Das mit dem „Bekenntnis“ wird immer noch mehrmals erwähnt. Die Chronologie wird auch nicht beachtet.
    2. „Wir schreiben hier weder eine Historie des (sic) Weimarer Republik noch der NS-Zeit“: im Abschnitt „Rektorat“ ist jetzt eine lange Geschichte der Gleichhaltung in Baden zu lesen. Aber hier gibt es keinen Platz mehr? Widersprüchlich. Der Satz: „Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund diente Heidegger zur Verherrlichung von Adolf Hitler“ sollte mindestens der erste Satz sein, auch wenn er schon POV enthält. Die kleine Einleitung und die Liste davor sind eigentlich überflüssig = Redundanzen.
    3. „Fischer war befreundet.. also vergiss es“ ist auch POV. Beleg? Inwiefern waren sie befreundet? So eng wie mit Jaspers, dessen Namen jedoch nicht erwähnt werden darf? Und wann genau haben sie denn kommuniziert? Was haben sie gesagt? Es sind Spekulationen, die zwar nicht uninteressant sind, aber Fischer war nicht der einzige, der auf dem Podium saß. Warum hätte Heidegger mit Eberhard Schmidt nicht kommuniziert, der nach 1935 zu einem „unbedingten Gegner des Nationalsozialismus" wurde? Dies wird verschwiegen, obwohl genauso spekulativ. Die Kontextualisierung ist also willkürlich.
    4. Eine veraltete Auflage zu zitieren ist nichts Unhöfliches. „Ich bin nicht dein Suchknecht“ ist unhöflich. Der Artikel ist zu lang, weil er jetzt nutzlose Abschnitte enthält, lange parteiische Kontextualisierungen und unzählige Redundanzen, wie die ersten Sätze in diesem Textvorschlag. Warum sind sie immer noch da, wenn es an Platz fehlt? Dieses Argument ist also nur ein Vorwand, um unbeliebte Fakten und Forschermeinungen zu verschweigen. Der Abschnitt „Eugen Fischer“ besteht zB nur aus doxographischen Urteilen. Es gibt die guten Forscher, wie Farías und Wolin, die die „Forschung“ selbst angeblich verkörpern, und die böse, die „sich irren“ und „eliminiert“ werden sollen, wie hier Tilitzki oder Pöggeler. Filinthe (Diskussion) 21:03, 3. Aug. 2017 (CEST)
    Mit Verlaub, das ist jetzt wirklich nur noch Geschwätz, das sich zu Teilen noch nicht einmal auf den Artikel bezieht. Lutz Hartmann (Diskussion) 09:35, 4. Aug. 2017 (CEST)
    Bitte genauer lesen und kommentieren (ohne POV). Warum denn ist der Kommentar Weinbergs ein „Geschwätz“? Eine Erklärung wäre angebracht (bzw. höflich). Weinberg wird schon im Artikel zitiert und gehört also anscheinend zu den respektablen Forschern - wie auch Mehring, der Ott kritisiert und dann schreibt: „Der Text ist gar kein unzweideutiges „Bekenntnis zum ,Führer' Adolf Hitler", wie Bernd Martin den Aufruf überschreibt.“ Warum wird dieses Urteil verschwiegen? Ergänzungsvorschlag:

    ... Von nun an fordert jedwedes Ding Entscheidung und alles Tun Verantwortung.“ Ob der Text zweideutig ist und Hitler für Heidegger als ein „vom volkhaften Geschick zum rechten Handeln Gezwungener“[1] erschien, wird in der Forschung diskutiert.[2]

    1. Manfred Weinberg: Hitlers Hände. Heidegger und die Euthanasie. In: Ulrich Bröckling und andere (Hrsg.): Disziplinen des Lebens. Narr Francke Attempto, 2004, S. 306. Siehe auch Peter Trawny: Martin Heidegger, Frankfurt am Main 2003 S. 74: „Das ‚Geschick‘ Deutschlands“ werde 1933 für Heidegger zur „einzigen Autorität“.
    2. Vgl. hierzu Otto Pöggeler: Philosophie und Nationalsozialismus – am Beispiel Heideggers. Opladen 1990, S. 13-37, hier 27. Zitiert nach Manfred Weinberg: Hitlers Hände. Heidegger und die Euthanasie. In: Ulrich Bröckling und andere (Hrsg.): Disziplinen des Lebens. Narr Francke Attempto, 2004, S. 307; Reinhard Mehring: Heideggers Überlieferungsgeschick: eine dionysische Selbstinszenierung. Würzburg 1992, K&N, S. 81: „Der Text ist gar kein unzweideutiges „Bekenntnis zum ,Führer' Adolf Hitler", wie Bernd Martin den Aufruf überschreibt.“ Karl-Georg Weber: Selbstbild und Täuschung. Politisches Werben zwischen Beeinflussung und Manipulation, Pfaffenweiler: Centaurus 1996 (Soziologische Studien 18), S. 173; Hassan Givsan, Eine bestürzende Geschichte: Warum Philosophen sich durch den ,Fall Heidegger' korrumpieren lassen, Würzburg 1998, S. 57ff.; Florian Grosser: Revolution denken: Heidegger und das Politische 1919 bis 1969. Beck, München 2011, S. 170; Alfred Denker: Unterwegs in Sein und Zeit. 2011, Stuttgart, Klett-Cotta, S. 67; Richard Wolin: The Politics of Being: The Political Thought of Martin Heidegger, 2016, S. 106; Tracy B. Strong: „On Relevant Events, Then and Now“ in: Ingo Farin and Jeff Malpas (Hrsg.), Reading Heidegger's Black Notebooks 1931-1941, MIT Press, 2016, S. 223-238, hier 225f.
    Ich habe auch vorgeschlagen, die kleine Einleitung, die nur aus Redundanzen besteht, zusammen mit der Liste der Texten, die sowieso zitiert werden, zu entfernen. Und nach Belege gefragt. Der Satz: „Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund diente Heidegger zur Verherrlichung von Adolf Hitler“ ist unbelegt, enthält POV und sollte eigentlich entfernt werden. Gekürzter Anfang mit besserer Chronologie:
    Während seiner Amtszeit als Rektor hielt Heidegger Reden und verfasste Schriften, in denen er Adolf Hitler verherrlichte und zu dessen Unterstützung aufrief. Am Tag nach dessen Rede zum Austritt aus dem Völkerbund, am 18. Mai 1933, propagierte er... Die universitätsinternen Texte... Filinthe (Diskussion) 00:53, 5. Aug. 2017 (CEST)
    Symbol oppose vote.svg Contra Der Vorschlag ist kaum mehr als Schikane - das Wesentliche dazu hat Lutz ausführlich und mit beneidenswerter Geduld dargelegt - MachtjanX hat ebenfalls dem ersten Vorschlag zugestimmt. Auch wenn es aufwendig ist, bitte ich auch @Anima: darum, sich die Vorschläge in den Kästen hier durchzulesen und sie, wenn sie Zeit hat, zu kommentieren. KarlV morse ich jetzt nicht an, weil er im Urlaub ist und ich ihn deshalb nicht stören will.--BaneshN. (Diskussion) 21:41, 7. Aug. 2017 (CEST)
    „Der Vorschlag ist kaum mehr als Schikane“ ist keine Argumentation, ein Bot hätte dies schreiben können, während hier Fachautoren wie Weinberg und Mehring zitiert werden. Man verwechselt hier gerne „Schikane“ und „Präzision“. Warum schikanieren denn die Fachautoren? oder warum irren sie sich? Das Urteil: „Der Text ist gar kein unzweideutiges „Bekenntnis zum ,Führer' Adolf Hitler"“ im Kapitel „zur Verherrlichung von Hitler“ zu verschweigen, braucht mindestens eine Rechtfertigung. Filinthe (Diskussion) 07:40, 9. Aug. 2017 (CEST) Ref. im Kasten hinzugefügt: Peter Trawny: Martin Heidegger, Frankfurt am Main 2003, S. 74: „Das ‚Geschick‘ Deutschlands“ werde 1933 für Heidegger zur „einzigen Autorität“. Ich freue mich im Voraus über kritische Kommentaren zu meinen 2 Textvorschlägen - auch von Lutz, der sie (anders als von BaneshN behauptet) noch nicht erörtert hat. Filinthe (Diskussion) 15:25, 18. Aug. 2017 (CEST)

    Zum Anschluss an das Unterkapitel zur „Verherrlichung von Hitler“[Quelltext bearbeiten]

    Die Unterkapitel 2.8 (Wesen der Wahrheit), 2.9 (Wesen und Begriff) und 2.10 (Husserl) sollen ja im neuen Kapitel 3 aufgehen - zu dem ich anschließend nochmal die Struktur gebe -, so dass nach „Heideggers Verherrlichung von Hitler“ noch das Unterkapitel „Suspension der Ripuaria“ folgt und das Rektoratskapitel dann mit dem Rücktritt abgeschlossen wird - das jetzige Kapitel 2.12 wird also 2.9. Ich weiß jetzt nicht mehr, inwieweit ich das schon hier notiert hatte - „Wesen der Wahrheit“ enthält nur zwei Zitate, die berücksichtigt werden müssen und „Wesen und Begriff“ ist aus sehr vielen Gründen schwierig - wenn das neue Kapitel 3 fertig ist, können diese drei Unterkapitel hier einfach gelöscht werden, so dass wir jetzt zugrundelegen können, dass sie bereits dorthin versetzt wären (wir könnten sie auch dorthin versetzen).

    Neues Kapitel 3: „Zur Frage des Rassismus“

    • Heidegger und die NS-Philosophie: Krieck, Baeumler, Rosenberg, Jaensch
    • Die Schwarzen Hefte
    • Das Verhältnis zu Edmund Husserl

    --BaneshN. (Diskussion) 15:11, 31. Jul. 2017 (CEST)

    Ich würde im ersten Abschnitt ganz gerne auch noch Rothacker in einem kurzen Absatz sehen. (Bezug zu Dilthey/Geschichte, Konkurrenz um den Münchener Lehrstuhl, Einladung in 1941 nach Freiburg auf den Lehrstuhl Honecker zu kommen). Das Netzwerk war größer als gemeinhin angenommen. Lutz Hartmann (Diskussion) 14:25, 3. Aug. 2017 (CEST)
    Ja, es kommen auch noch andere Namen dazu - wir können die Namen hier im Titel ganz weglassen, war eher als Arbeitstitel gemeint.--BaneshN. (Diskussion) 14:51, 3. Aug. 2017 (CEST)

    Zu 2.9. „Über Wesen und Begriff...“[Quelltext bearbeiten]

    Zaborowski eröffnet ein Unterkapitel „Hermeneutische Vorüberlegungen“ (405), obwohl sie leider nicht „hermeneutisch“ sind, sondern philologisch bleiben, und er endet damit, dass Faye die Protokolle und Mitschriften der Studenten so behandelt habe, als wären sie Originale, ohne dabei die „hermeneutischen Probleme“ zu betrachten. Daraufhin vergisst Zaborowski flugs, was er gesagt hat und tut dasselbe wie Faye und nimmt aus den „hermeneutischen Vorüberlegungen“ nichts mit, was hermeneutisch wäre, weil es dort dazu, wie gesagt, auch gar nichts dergleichen gibt. Frage ist also: Was tun mit Texten, die „allenfalls eine Annäherung“ (Zaborowski) an das Original sind? Bei den Protokollen zur Davoser Disputation ist das etwas anders, weil sie von den Protagonisten nach der Debatte gelesen und gegengezeichnet wurden und es mehrere, weithin gleichlautende Abschriften davon gibt. Wenn es nun aber um solche Einzelheiten wie „semitische Nomaden“ geht, bei denen wir den genauen Wortlaut also nicht kennen, dann hat es wenig Zweck, das hier im faktischen Teil zu berichten und zu sagen: vielleicht hat er das so gesagt, vielleicht auch anders.

    Der Gedanke, dass die „Rolle des Weltjudentums“ im Kontext der Frage einer „Menschentümlichkeit“ erörtert werden müsse, die „schlechthin ungebunden die Entwurzelung alles Seienden aus dem Sein (...) übernehmen kann“, ist dem der „semitischen Nomaden" ja verwandt genug, um in dem Zusammenhang, also mit der Erörterung der Schwarzen Hefte auf diese nur von einem Studenten überlieferte Vorlesung zu verweisen, das heißt, nur auf den grundlegenden Gedanken der mangelnden Verhaftung im heimischen Boden, und dann gilt diese Frage für die „Rolle des Weltjudentums" und ähnlich, Vorschlag in Kladde: für nomadische Völker, die Heidegger, der Mitschrift eines Studenten zufolge, schon im WS 1933/34 als „semitisch“ bezeichnete. Das wäre dann eine vorzügliche Gelegenheit, um die Stimmen dazu auf der Biblio zu sammen - was sie nicht alle zu erzählen haben.

    Die Darlegung hier, Fn. 367-373, sind im Grunde original research oder kommen dem jedenfalls nahe, gerade mal unterbrochen von Fn 369 und Zaborowskis Satz: „Klar erteilt er bloß biologistischen Volksbegriffen eine Absage“, der ohne Markierung als Zitat als WP-Faktum in die Sammlung der Studentenmitschriften hineingesetzt wird. Auch hier lässt die bibliographische Genauigkeit zu wünschen übrig - offenbar ist es sehr schwer, Seitenzahlen zu zitieren. Der eine nicht markierte Satz von Zaborowski steht demnach auf den Seiten 416-417, in meinem Buch steht er auf der Seite 418. Und wenn Zaborowski mit Anführungszeichen zitiert wird, dann „betont“ er fast immer, er kann hier gar nicht anders, als etwas zu sagen, indem er es „betont“.

    Dass der „Führer“ so eine Art Messias für Heidegger war, haben wir, glaube ich, oft genug deutlich gemacht, wir haben auch genug dazu zitiert, es wird im jetzigen Kapitel 3, dann 4, auch noch etwas dazu geben - ich glaube, diese Mitschrift der Studenten zu „Führer“ und „Überlegenheit des Führers“ und Seele und Volk hat dann eher kontraproduktive Effekte - dass die Leute es nicht mehr lesen können, dass sie einfach genug haben, oder dass sie denken - war der „Führer“ nicht vielleicht doch überlegen? Alles in allem - der Wortlaut ist unsicher, das Thema wurde gerade erst behandelt, es wird auch noch einmal behandelt: wir können es an dieser Stelle lassen.

    Dann geht darum, Heidegger als heimlichen Demokraten abzufeiern, der also, so müssen unsere Leser es sich dann doch wohl denken, Hitler, man kann es kaum schreiben, im demokratischen Sinn als Heilsgestalt feierte, das Führerprinzip nur darum an der Universität einführte: „Der Führerwillen schafft allererst die anderen zu einer Gefolgschaft um, auf der die Gemeinschaft entspringt. Auf dieser lebendigen Verbundenheit geht ihr Opfer und Dienst hervor, nicht aus bloßem Gehorsam und Zwang von Institutionen.“ Nicht aus bloßem Zwang - Zaborowski sagt: Zwang darf keine Rolle spielen. Da hat Hollilein schon mal genauer gelesen. Heidegger gemäß Student Hallwachs feiert die rhetorischen Qualitäten seines Helden: „Der große Täter und Wirker ist zugleich der ‚Mächtige‘, der ‚Herrscher‘, dessen Dasein und Willen bestimmend wird: durch ‚Überzeugung‘, d. h. durch Erkenntnis und Anerkennung des höher waltenden Willens des Führers. Die wahre Willensdurchsetzung geht nicht auf Zwang aus, sondern auf Erweckung des selben Wollens im anderen, d. h. desselben Zieles und Einsatzes, Vollzugs." Diese „Erweckung des selben Wollens im anderen“ würde man heute wohl bestenfalls Manipulation, ansonsten kluge Indoktrinierung oder Hirnwäsche nennen - eine subtilere Form des Zwangs. Was Kisiel dazu auf S. 151 sagt, kann ich leider nicht einsehen. Aber in diesem Kommentar sagt er das: “So infused is the seminar with the Lingua Tertii Imperii that it is tempting to characterize the ten-week protocols as evidence of a political indoctrination rather than as transcripts in a course of philosophy.“ Klingt ganz anders als bei uns.

    Oder Peter Gordon, The New York Review of Books, Heidegger in Black: „Some believe that the damning evidence in the black notebooks will leave Heidegger’s philosophical reputation in ruins. But even before their publication, new evidence of his ideological commitment had come to light, especially the transcripts from a 1933–1934 seminar, “On the Essence and Concept of Nature, History, and State.“

    Kurz: Wir können das hier nicht als braves Verlautbarungsorgan der verdrucksten Exegesen des Herrn Zaborowski bringen. Und es ist auch ohne kritischen Einwand hier ganz ausgeschlossen zu dokumentieren, dass Heidegger sein Idol Hitler mit Thukydides vergleicht - und das einfach so stehen zu lassen: Thukydides, wie auch Hitler - wo sind wir hier eigentlich?

    Und das alles immer noch auf Basis der studentischen Mitschrift, obwohl doch Zaborowski sagt, dass Faye diese Texte „ohne ausreichende Berücksichtigung der hermeneutischen Probleme einer Interpretation“ diskutiert habe - wo isn die bei Zaborowski? Und wieso fehlen hier seine kritischen Kommentare dazu: „Dieses Seminar aus dem Wintersemester 1933/34 ist daher alles andere als unproblematisch und zeigt ohne jede Frage einen Verrat der Philosophie durch Heidegger“, S. 429.

    Und wieso heißt es hier eigentlich 23. Februar 1934 - das war das zehnte und letzte Mal, dass Heidegger den Vortrag hielt, zum ersten Mal am 3. November 1933.

    Also, Heidegger der große Demokrat, den Witz können wir dann, wenn überhaupt, in der Rezeptionsgeschichte erzählen - aber nur, wenn ihn noch jemand sagt, wir wollen Zaborowski ja auch nicht als den Faselkopp vorführen, der er manchmal ist.

    Unser Martin war kein Nazi, er war der Bi-Ba-Butzemann des „Dritten Reiches“! Das ist immer die wichtigste Botschaft, die es hier gibt, aber Ende fast die einzige, mit allen Methoden, bis zum Schreien soll es den Lesern eingetrichtert werden.

    Fazit: Ich halte es aus den genannten Gründen für eine Verbesserung des Artikels, wenn wir das jetzige Unterkapitel 2.9. „Über Wesen und Begriff von Natur...“ so bald wie möglich einfach aus der Seite nehmen. Es ist in weiten Teilen eine Melange aus original research und den S. 405-433 bei Zaborowski und mit den arg vermischten Themen Blubo, „Heim ins Reich“, Antisemitismus, Verherrlichung von Hitlers Reden wiederholt es Themen oder nimmt sie vorweg, die auf weitaus soliderer Grundlage als den Mitschriften eines Studenten schon erörtert wurden oder noch erörtert werden. Wenn es gelöscht ist, steht viel Schund - Thukydides/Hitler - gleich nicht mehr auf der Seite, und das wenige, was fehlt, vor allem das Argument der Verbundenheit mit der Heimaterde, die in der Frage des „Weltjudentums“ aufgeworfen wird, wird in dem neuen Kapitel 3 sehr viel seriöser behandelt werden. Sicher können wir auch noch so lange warten, aber wäre es nur an mir, dann würde ich das heute noch löschen. --BaneshN. (Diskussion) 15:13, 31. Jul. 2017 (CEST)

    Nichts kann hindern, den Artikel durch Löschung des Unsinns in 2.9 vorläufig; in einem zweiten Schritt durch Einfügung eines seriösen neuen Kapitels für diesen Teil endgültig zu verbessern. Den Unsinn vorläufig stehen zu lassen, bedeutet die weitere Irreführung von Leser_Innen - wozu diese Irreführung vorläufig gut sein sollte, verstehe ich nicht. --Machtjan X 17:05, 3. Aug. 2017 (CEST)
    Hier hat man nicht gut gelesen. Die Nachschriften wurden teils mit Korrekturen von Heideggers Hand überliefert. Der Satz: „vielleicht hat er das so gesagt, vielleicht auch anders“ hat also einfach keinen Sinn, da es sich um Schriften handelt. Elementare Logik, die man nicht zu lernen braucht. Vgl. Gregory Fried und Richard Polt (NATURE, HISTORY, STATE, London 2013, S. 2): „These protocols were reviewed by Heidegger himself, as confirmed by two interpolations he makes in the text. The protocols also generally sound like Heidegger; readers familiar with his lecture courses will recognize typical trains of thought and turns of phrase.“ Der Text gilt also als autorisiert.
    Die elementare Logik wird dann völlig vergessen, indem man schließlich vorschlägt, nur noch zu erwähnen, dass Heidegger nomadische Völker als „semitisch“ bezeichnete, natürlich ohne Kontext und Erläuterung.
    Zaborowskis kritischen Kommentare fehlen gar nicht, sondern werden am Schluss zitiert: „Im Seminar bereite er „so etwas wie einen philosophischen Überbau“, der dabei helfen soll, die Machtergreifung Hitlers zu rechtfertigen und vermische dabei in einer „seltsamen, heute noch peinlich berührenden und erschreckenden Weise“ seine eigene Philosophie und „Versatzstücke“ der nationalsozialistischen Ideologie.“ Warum das Gegenteil behaupten? Komisch
    „hier lässt die bibliographische Genauigkeit zu wünschen übrig“: der Benutzer hat gerade eben Autoren in seinem Textvorschlag verwechselt und ich musste ihn korrigieren, ohne mich zu beschweren, aber er beschwert sich jetzt über einen Seitenzahlfehler... peinlich...
    Hier geht es eigentlich nicht um „original research“, sondern um einen Kommentar von Zizek, der nicht zitiert wird, weil es sich eigentlich um eine reine Beschreibung ohne POV handelt. Zaborowskis Kommentar ist auch eine Beschreibung: „wenn wir nach dem Staat fragen, fragen wir nach dem Wesen des Menschen und nicht nach dem Wesen eines Organismus“ = klare Ablehnung des Biologismus. Dass man Anführungszeichnen immer verwenden soll, ist eine Erfindung. Dass man alles belegen soll, ist dafür keine. Siehe oben, ich warte immer noch.
    „Klingt ganz anders als bei uns“: stimmt auch überhaupt nicht. Einfach lesen: „Nach Emmanuel Faye suche hier Heidegger seine Hörer zu fesseln: In solcher Tonlage überschütte er sie mit einer abwegigen Religiosität, in der – genau wie in Hitlers Mein Kampf – ‚Teufel‘ ‚Jude‘ bedeute. Zwar betone er auf das „geistige“ statt auf das „organische“, aber dank dieser „Taktik“ könne er eben „die dunkelste Seite des Hitlerismus“ in der „Seele des Volkes“ erwecken und den freien Willen durch Unterwerfung und Zucht ersetzen.“ Klingt sehr ähnlich. Diese Unfähigkeit, die wir schon oftmals festellen konnten, einen ganz einfachen Text zu lesen, ist erstaunlich.
    Der Benutzer, der mal geäußert hat, er mache sich über Forscher nicht lustig, bezeichnet hier Zaborowski als „Faselkopp“, nur weil die Argumentation des Forschers seinem POV nicht entspricht... Filinthe (Diskussion) 09:55, 9. Aug. 2017 (CEST)

    „Rücktritt“ - Kritik[Quelltext bearbeiten]

    Version der umstrittenen Primärquelle zugrundelegt

    Selbstverständlich wird hier zunächst Heideggers Sicht mitsamt den umstrittenen Zeitangaben zugrunde gelegt, und dann erfahren wir, dass Heideggers Versuch, die Universität im Sinn des Führerprinzips umzugestalten eine „Reformpolitik" war. Heil. Gegen diese „Reformpolitik des Rektors“ hatte sich eine „harte Opposition“ ergeben - offenbar haben Heideggers Kritiker nicht begriffen, was Reformen sind. Nach solchen hier üblichen rosa gefärbten NS-Schweinchen dann die üblichen Fehler oder Fragwürdigkeiten: jedenfalls missverständlich - Lampes Dienstaufsichtsbeschwerde richtete sich nicht gegen Heidegger. Dann: „Zwei Tage später, am 14. April 1934, machte Heidegger seinen Rücktritt zum Sommersemester öffentlich, obwohl er anfangs einverstanden war, bis zur Nominierung eines Nachfolgers zu warten.“ Heidegger machte seinen Rücktritt nicht am 14. April 1934 „öffentlich“ (wo? wie?), im Gegenteil, er hielt ihn „geheim“ (Ott, S. 236), so dass nur Wacker davon wußte, der anordnete, es geheimzuhalten, weil er noch keinen Nachfolger hatte. Auch der Nebensatz ist ungenau, denn Heidegger war nicht „anfangs einverstanden“ und dann aber nicht mehr, sondern er hielt sich an Wackers Weisung, informierte aber wegen der Sache mit Lampe am 23. April die Dekane und den Kanzler. Die Darstellung hier ist offensichtlich aus einer oberflächlichen und dadurch fehlerhaften Lektüre des Nachworts von H. Heidegger entstanden, GA,16, S. 836. Die dortige Version ist zudem selbstverständlich nicht wissenschaftlich repräsentativ: Die von H. Heidegger nur repetierte Darstellung seines Vaters ist, was die erste Ankündigung des Rücktritts betrifft, unbelegt und wird erheblich angezweifelt - es fällt z.B. sofort auf, dass er es unterlässt, Wackers Schreiben vom 12. April zu erwähnen, das die dortige Version im Grunde schon widerlegt (zur Wertigkeit des Schreibens vom 12. April: Ott, S. 235).

    Am Rand: Dort setzt H. Heidegger Nicht-NSDAP-Mitglieder mit „Nicht-Nationalsozialisten“ gleich, was im Umkehrschluss bezüglich seines Vaters sehr aufschlussreich ist. Ansonsten wäre der Satz kaum zu halten, da der spätere Angehörige des Widerstandes Erik Wolf zwar nicht NSDAP-Mitglied war, zu jener Zeit aber „glühend“ nationalsozialistisch war, eher wegen Heidegger, nationalsozialistisch und rassistisch, was sich erst nach der Zeit mit Heidegger änderte. 1934 schrieb Wolf die Abhandlung Das Rechtsideal des Nationalsozialistischen Staates, Auszug zit. n. Erik Wolf: "Zu den nichtarischen Volksgästen, denen keine Rechtsstandschaft zukommt, gehören rassisch Fremdstämmige und Ausländer.“

    Kern „gehorsamer als Heidegger“

    Dann umseitig dieses: Heideggers Nachfolger würde sich, das war die Erwartung, „gehorsamer den Nationalsozialisten fügen“. Wer hatte denn diese Erwartung? Und woher wissen wir das? Bei welcher Gelegenheit soll Heidegger nicht „gehorsam“ genug gewesen sein? Wie Ott und Zaborowski erörtern, fiel der Rücktritt gerade in die Zeit, als Heidegger damit beschäftigt war, Baumgarten zu diffamieren und Staudinger zu denunzieren. Nicht gehorsam genug? Heidegger war so brachial damit, die Führerverfassung durchzusetzen, dass das Kollegium aufbegehrte. Und „Der Alemanne hob im Bericht des neuen Rektors ausdrücklich hervor, der Karlsruher Hochschulreferent habe Alt-Rektor Heidegger gedankt für die 'Durchdringung der Hochschule mit nationalsozialistischem Geist'", Ott, S. 239. Siehe dazu auch GA 16, 836, den Link oben. Klingt nicht nach mangelndem Gehorsam. Wenn Heidegger als weniger gehorsam galt als Kern, warum wurde dann noch 1935 darüber nachgedacht, ihm das Dekanat der Philosophischen Fakultät anzubieten? Wer hat das also gesagt?

    (Heidegger Dekanat angeboten: Hachmeister, 252)

    Es ließe sich evtl. faseln, dass Wackers Worte und der entsprechende Bericht im Alemannen nur die übliche Dankesrhetorik gewesen wären. Doch am 2. Oktober 1933 hatte “der Kultusminister an Heidegger (...) geschrieben“ er sei der „Garant für 'die Erfassung der Universität im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung'“. Womit sich die Frage nun etwas nachhaltiger stellt: Woher kommt der Satz, dass von Kern erwartet wurde, er werde sich „gehorsamer den Nationalsozialisten fügen“?

    (Brief von Wacker an Heidegger, Ott, S. 237)

    Zu diesem Edit haben wir hier zunächst einmal einen Gastredakteur, der davon gar nichts wußte, den ich aber inzwischen informiert habe und den wir herzlich hier begrüßen. Außerdem haben wir einen Kopisten, der also ganz legal handelte, anders als ein Plagiator. Flominator schrieb am 28. Mai 2012 auf der Seite Eduard Kern:

    „Im April 1934 wurde Kern gebeten, das Amt des Universitäts-Rektors zu übernehmen, nachdem das Vorhaben gescheitert war, Freiburger Professoren wie Hans Mortensen zum Rektor zu machen, die dem Nationalsozialismus näher standen, als der liberale und betont rechtstaatliche Kern.[1] Ein weiterer Grund für seine Ernennung war die Erwartung, dass sich Kern gehorsamer den Nationalsozialisten fügen würde, als sein Vorgänger Martin Heidegger. In seiner Antrittsrede am 29. Mai 1934 sprach Kern davon, die Studenten zu guten Deutschen erziehen, die Universität näher an das Volk binden und das Leistungsprinzip in den Mittelpunkt stellen zu wollen. Gleichzeitig versuchte er, die Wertvorstellungen des Kaiserreichs mit denen des Nationalsozialismus zu verbinden, da der Großteil der Professoren eher wie Kern nationalistisch eingestellt waren.“

    Es ist kein Quellennachweis für die Aussage zu finden, Kern werde „gehorsamer“ im Sinne des NS sein. Gleich wird aber eine Fn für den letzten Absatz erscheinen, nach „eingestellt waren“. Umseitig wurde am 23. März 2015 eingefügt:

    „Mit dem Juristen Eduard Kern wurde ein Nachfolger ernannt, nachdem das Vorhaben gescheitert war, Freiburger Professoren wie Hans Mortensen zum Rektor zu machen, die dem Nationalsozialismus näher standen als der liberale und betont rechtsstaatliche Kern.[420] Ein weiterer Grund für seine Ernennung war die Erwartung, dass sich Kern gehorsamer den Nationalsozialisten fügen würde als sein Vorgänger. In seiner Antrittsrede sprach Kern davon, die Studenten zu guten Deutschen erziehen, die Universität näher an das Volk binden und das Leistungsprinzip in den Mittelpunkt stellen zu wollen. Gleichzeitig versuchte er, die Wertvorstellungen des Kaiserreichs mit denen des Nationalsozialismus zu verbinden, da der Großteil der Professoren eher wie Kern nationalistisch eingestellt war.[421]“

    Die Fn 1 (420) ist im Original wie in unserer Kopie dieselbe, doch die Fn 2 (421=Grün, 284 f.) verschiebt sich um zwei längere Sätze und damit von einer Aussage her, die erst den Zeitraum nach dem 1. April 1935 betrifft. Es heißt auf der Kern-Seite:

    Anschluss oben: „Er ließ sich während des Rektorats nicht jeden Vorstoß der Nationalsozialisten gefallen und focht mehrere Konflikte mit ihren Organisationen aus, darunter die Junglehrerschaft, eine Unterorganisation des NS-Lehrerbunds sowie die Deutsche Studentenschaft. Trotz der am 1. April 1935 erlassenen Richtlinien zur Vereinheitlichung der Hochschulverwaltung gelang es Kern, seine anfangs abgelehnten Vorschläge für Dekanate und Prorektorrate durchzusetzen.[2]“

    Dafür ist Grün, 284 f. die Referenz, hier ist sie es aber für den Kern-gehorsamer-als-Heidegger-Absatz, weil das weitere bei der Kopiererei weggelassen wurde, auch eine Quelle für den Absatz dafür aber nötig war - dann wurde eben diese kopiert.

    Soviel erstmal zur Arbeitsweise unseres Kopisten: wo immer er etwas findet, was Heidegger vom Vorwurf des Nationalsozialismus entlastet, kopiert er es und fügt es irgendwo hier ein. Auch darum ist die Seite so ein zusammengestückeltes Chaos: copy and pfusch (und da nützt es auch nichts, so etwas immer nachzuplappern, es ist, im Gegenteil, wieder kopistisch).

    In dem kopierten Absatz, der sich irgendwie und irgendwo auf irgendeine nicht zitierte und nicht klar benannte Stelle von Grün bezieht, wird die Aussage, von Kern habe irgendjemand erwartet, dass er „gehorsamer“ sein werde als Heidegger, ja immer fraglicher: Warum wollte man dann „Professoren wie Hans Mortensen (...), die dem Nationalsozialismus näher standen als der liberale und betont rechtsstaatliche Kern“? Von dem „betont rechtstaatlichen Kern“ erwartete man, dass er sich “gehorsamer den Nationalsozialisten fügen“ werde als Heidegger? Wer erwartete das denn nun? Dafür gibt es doch sicher einen guten Beleg, ein Dokument, ein Zitat, ein Schreiben, einen Aktenvermerk, eine Notiz, ein Memo. Denn es ist doch interessant zu wissen, dass jemand, wenn es auch dunkel ist, wer, von Kern mehr Gehorsam erwartete, obwohl der noch nicht einmal Mitglied der NSDAP war. (Auch nicht der SS oder der SA, aber immerhin mal des „Stahlhelms“, naja; siehe Quelle unten, Kersting). Kaum zu glauben, dass Grün und nicht Flominator da diesen Satz gesagt haben soll, und warum wird Grün sonst nicht einfach mit Seitenangabe zitiert? Wie es sich hier im Moment darstellt, war das eine recht großzügige Pharaphrasierung unseres neuen Gastredakteurs Flominator, der wahrscheinlich nie einen Edit auf unserer Seite getätigt hat, sondern durch geneigten Eifer und bloße kopistische Kompetenz hierher fand. So etwas gehört natürlich überprüft und mit anderen Quellen gewichtet wie der unten zitierten von B. Martin zu Heideggers nationalsozialistischer Hochschulpolitik und Otts Verweis auf die Schreiben von Wacker etc. etc. Das passiert hier aber nicht: wenn es schon eine Formulierung zugunsten von Heidegger gibt, dann wird das eben kopiert und eingefügt, mit versetztem Quellenverweis, ach, das merkt doch niemand.

    Es wird allenfalls davon gesprochen, dass Kern für „Ruhe und Ordnung“ sorgen sollte, was die Sache wohl trifft: C. Kersting, Pädagogik im Nachkriegsdeutschland, S. 288 f..

    Auch die Antrittsrede von Kern, dass er Kaiserreich mit NS verbinden sollte etc. hat hier nur die Funktion zu sagen: Kern war der Taktierende im Sinne der Nazis, nicht Heidegger. Deswegen hat unser Kopist das noch mitkopiert, obwohl es nur auf die Kern-Seite gehört - warum sollte die Antrittsrede von Kern hier sonst interessieren? Wir haben ja auch von Möllendorffs Antrittsrede nicht erwähnt, warum sollten wir.

    Baeumler-Heidegger-Krieck

    Die Angelegenheit Baeumler-Heidegger-Krieck und Jaensch-Gutachten habe ich hier nur erwähnt, sie wird im neu einzurichtenden Kapitel über die Rassismus-Frage (dann Kapitel 3) ausführlicher behandelt, dann können wir hier auch ein „s.u.“ einfügen.

    Ritter-Zitat

    Das Ritter-Zitat habe ich in die Fn gesetzt - es ist ja zunächst nicht mehr, als ein überliefertes Zitat, und wenn man es als solches anerkennt, dann ist es eine Primärquelle; Ritters Räuber-Theorie dazu wird dann im jetzigen Kapitel 4 noch ausführlicher erörtert (der Text dazu ist schon fertig, aber es gehört hier nicht hin). Die Theorie, dass Heidegger wegen Kriecks Ernennung zurückgetreten ist, findet sich nicht in Tatsachen und Gedanken (obwohl er leicht auf GA 16, 385 hätte Bezug nehmen können), nicht im Spiegel-Gespräch (nichts davon, GA 16, 663) und nicht im Märchenbrief von 1960 (an Hempel - da ist übrigens nur noch vom Vorgänger von Möllendorff als Anlass des Rücktritts die Rede, nicht mehr von Wolf wie in Wackers Brief vom 12. April) - auch die hier genannten Forscher nehmen das nicht auf, und das sind ja eine ganze Menge. Somit habe ich es dabei belassen, es zu notieren.

    Ich meine aber, auch das sollte noch einmal überdacht werden - denn Krieck wurde genau drei Jahre später, im April 1937, zum Rektor der Uni Heidelberg ernannt, Die Universität Heidelberg im Nationalsozialismus, S. 20 f. und Liste der Kanzler und Rektoren der Universität Heidelberg - wie im übrigen auch Anmerkung 32 in Gerhard Ritter: Selbstzeugnis 3. Die Universität Freiburg im Hitlerreich. Persönliche Eindrücke und Erfahrungen.In: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Mitglieder – Strukturen – Vernetzungen. Freiburg und München 2006, S. 782. Demnach hat Ritter entweder Kriecks Berufung zum Ordinarius mit seiner Ernennung zum Rektor verwechselt (bei so'm Gespräch trinkt man ja auch gern ma'n Schnäpschen oder zwei) und dann fragt sich aber, wie überzeugend es ist, dass Heidegger wegen Kriecks Berufung zum Professor in Heidelberg zurücktrat, wenn Krieck doch vorher schon Rektor in Frankfurt war. Oder, das ist die zweite Möglicheit, Heidegger verfügte über seherische Fähigkeiten...

    Zu Heideggers griechischen Idealen und dem SA-Hochschulamt

    Wenn „er“ im April 1934 „erleben mußte“, dass seine „von griechischen Idealen“ geprägte Sicht der Einheit von Geist und Körper vom SA-Hochschulamt pervertiert wurde und „er“ schon im Februar 1934 seinen Rücktritt erklärte, dann kann das erste wohl für das zweite nicht entscheidend gewesen sein, Logik, Grundschule. Diese Sicht wird auch wieder als WP-Faktum gegeben - hier wäre das Zitat von B. Martin nötig, und da zeigt sich, dass er es so nicht gesagt haben kann - er hat es auch so nicht gesagt. Denn am 3. April 1934, Erlass 6313, wurde die sportliche Ausbildung in Baden dem Institut für Leibesübungen unterstellt - wie zuvor schon am 28. Dezember 1933 in Preußen (UAF XIV/1-42 Erlass des Preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, 28. Dezember 1933) - s. auch unten Uni Hannover - und gerade nicht mehr dem SA-Hochschulamt, dem die „dienstliche und paramilitärische Unterweisung“ vorbehalten blieb, wie sich bei demselben B. Martin in der Studie Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahr 1933 nachlesen lässt, in Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, 136 (1988), S. 458 f. m. Anm. 89. Und so auch in der umseitig zitierten Fn, auf derselben Seite 35: „Die selbstherrliche Verfügungsgewalt der SA über die männlichen Studenten wurde in Baden (...) erst beendet, als im April 1934 die sportliche Pflichtausübung dem zuständigen Institut für Leibesübungen übertragen wurde und allmählich wieder Ruhe in den Hochschulbetrieb einkehrte.“ Woraufhin der umseitig nicht als Zitat gekennzeichnete Satz folgt. Warum wird also die vorhergehende Information über das Ende der SA-Verfügungsgewalt nicht nur herausgenommen, sondern verdreht? Auch bei dem schließlich umseitig zitierten Satz wird das SA-Hochschulamt eingesetzt, obwohl es sich im Original nicht findet: „Heidegger hatte auch in diesem Bereich der sportlichen Ertüchtigung erleben müssen, dass seine eher den griechischen Idealen verhafteten Vorstellungen einer Einheit von Körper und Geist [Einfügung Wiki: durch das SA-Hochschulamt - Original gestrichen: durch die Nationalsozialisten] einseitig zugunsten einer [ohne Hinweis gestrichen: ungeistigen,] rein körperlichen Ausbildung pervertiert wurden.[429] “

    B. Martin, etwas mehr im Klartext, Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahr 1933: „Obgleich propagandistischer Wegbereiter studentischer Wehrertüchtigung, hatte Heidegger erleben müssen, wie seine Vorstellungen im Sinne der Nationalsozialisten entstellt wurden und die Entwicklung einfach über ihn, den ersten deutschen Führer-Rektor, hinwegging“. Und zwar mit dem Institut für Leibesübungen. Die pflichtmäßige Teilnahme an SA-sportlicher Ausbildung und Arbeitsdienst hatte Heidegger dagegen selbst im Sommersemester 1933 umgesetzt, Seidler, S. 328, der mit der Anordnung von Röhm vom 2. Dezember 1933 sicher noch zufrieden war, Dissertation zum Thema, S. 149: „Der neue Staat verlange ein widerstandsfähiges, hartes Geschlecht. Neben der weltanschaulichen Schulung des Geistes solle eine kämpferische Schulung des Leibes durch einfache, nützliche und natürliche Körperübungen gefordert werden.“

    Auch Röhm, wie Heidegger, betont noch den Geist, so exklusiv griechisch ist das nicht, aber gut. Etwas anschaulicher in dieser Quelle der Uni Hannover, S. 25:

    “Am 28. Dezember 1933 erfolgte die offizielle Abgrenzung der Arbeitsgebiete der Institute für Leibesübungen und der SA­ Hochschulämter. Da eine Ab­grenzung in der Praxis jedoch kaum möglich war, galt fol­gende Regelung: 'Übungen, die im Sportanzug betrieben werden, fallen unter die Zu­ständigkeit des Instituts für Leibesübungen; Übungen, die im SA­-Dienstanzug bzw. Marschanzug betrieben werden, unter die Zuständigkeit des SA­-Hochschulamts.'“ Letzteres entspricht so in etwa dem Marsch nach Todtnauberg - dem galt Heideggers Unmut gerade nicht, so dass hier eine Verfälschung stattfand: als die SA nicht mehr dafür zuständig war, begann Heideggers Enttäuschung bezüglich der Einheit von Geist und Körper, so.

    Als Prinzip der apologetischen Methode lässt sich dieses festhalten: suche Zitate oder Zitatfetzen, die deiner Sicht entsprechen, nehme sie aus dem Kontext heraus, lasse die Markierung als Zitat weg und gib' vor, es wäre ein Faktum.

    Wenn Heidegger ausschließlich mit falsifizierenden Mitteln von der braunen Jauche reingewaschen werden kann, dann zeigt das, wie tief er doch darin versunken war. Denn auch B. Martin sagt nicht, dass Heideggers Rücktritt durch die Einführung des Instituts für Leibesübungen am 3. April 1934 zu begründen ist, somit ist das Zitat nicht nur falsch wiedergegeben, es erfüllt auch das Prinzip: deerrare a proposito.

    „Vieles gebessert“' und „Freiburger Nationalsozialismus“

    Dann kommt hier der Satz: „Ende Mai 1934 schrieb Walter Eucken in einem Brief, es habe sich inzwischen „vieles gebessert, seitdem Heidegger und seine Clique aus der Führung der Universität ausgeschieden sind.“

    Eucken war später im Freiburger Widerstand und seit der ersten, durch sein Drängen erwirkten Senatssitzung war Euckens Widerstand gegen Heidegger einer gegen das Führerprinzip - Eucken war der „eigentliche Widerpart und Herausforderer des die nationalsozialistische Hochschulpolitik vorantreibenden Rektors“ Heidegger - (Bernd Martin: Martin Heidegger und der Nationalsozialismus - der historische Rahmen. In: Martin Heidegger und das 'Dritte Reich'. Ein Kompendium, Darmstadt 1989, S. 14–50, hier S. 26), und das sollten wir den Lesern an dieser Stelle doch vermitteln, denn bei dem Gerede darüber, dass Heidegger als Nationalsozialist nicht „gehorsam“ genug war, muss man das sonst missverstehen, was wohl der Sinn der Sache war - „vieles gebessert“ heißt: seit Heideggers Abgang weniger führerprinziplich diktatorisch. Mit Bernd Martin gesagt: „Ritter und auch Eucken zeigten sich erleichtert über den Rücktritt Heideggers vom Führeramt.“

    Da niemand weiß, was der „Freiburger Nationalsozialismus“ sein soll und wir hier keine Seite zur Propagierung alternativer Formen des Nazismus betreiben wollen, belassen wir das Guter-NS-Geschwafel im Buch von Pöggeler. Was nach dem Rücktritt geschah, gehört nicht in das Kapitel zum Rücktritt. Wir werden noch darauf kommen, was Heidegger nach dem Rücktritt so tat, sagte und schrieb. Don't worry.

    „Größte Dummheit“

    Die Geschichte mit der „befreundeten Schülerin“ (Petzet, 1983, S. 43) - wer soll sie eigentlich gewesen sein - und es klingt so wenig überzeugend, dass der Rektor das zu einer „befreundeten Schülerin“ gesagt haben soll - nicht mal „Studentin“. Wenn es unbedingt mit hinein soll, können wir vielleicht die Schülerin lassen und nur das Zitat bringen. Ich halte es aber für verzichtbar, auch nur für mäßig gut belegt und für wenig aussagekräftig - die größte Dummheit seines Lebens - aha - warum? Weil die Idee der „Führeruniversität“ leider gescheitert war? - ich habe es draußen gelassen.

    Nach dem Rücktritt

    Um auch den naheliegenden Einwand vorab schon zu kommentieren: Es wird im jetzigen Kapitel 3, dann 4, umfangreich darauf eingegangen werden, wann Heidegger denn nun desillusioniert war - dazu eine Sammlung vom kleinen dicken Zabolein, der in seiner Verdruckstheit immer alles und nichts zugleich sagen möchte: S. 401 f.: Irgendwann nach dem Rücktritt ist an „die Stelle der Illusion die Desillusionierung getreten“ - eine Seite weiter: „Spätestens 1936 hat Heidegger die Illusionen, die er Anfang 1933 gehabt haben mag, verloren“, S. 601: „Der Enthusiasmus Heideggers für Nationalsozialismus scheint sich allerspätestens 1938, so zeigt sich noch einmal, gelegt zu haben“ - und dann haben wir noch allerallerspätestens, S. 400, Anm. 163: „Ende 1939 macht sich Heidegger (...) über den Nationalsozialismus (...) keine Illusionen mehr“ - etwas wie aufm Jahrmarkt - man findet alles, was man braucht. Die Frage, welche Wirkung Heideggers Rücktritt auf seine nationalsozialistische Überzeugung hatte, betrifft die Zeit nach dem Rücktritt. Wir kommen also noch drauf.

    Aussprache vom 9. November?"

    Und dann wäre da noch dieser Edit, nach Zeile 188, letzter Absatz als Restposten von „Aufrufe zur Unterstützung von Adolf Hitler“, der dort nicht hineingehörte, da er von einem ausbrechenden Konflikt zwischen Heidegger und Wacker über hochschulpolitische Fragen und von einer Aussprache handelt:

    „In der von ihm am 15. Oktober beantragten und am 9. November stattfindenden Aussprache mit dem badischen Kultusminister Wacker über hochschulpolitische Fragen, in der der Konflikt offen ausbricht, beklagt Heidegger nachdrücklich eine Benachteiligung der Universität Freiburg in hochschulpolitischen Belangen. Im weiteren Verlauf der Aussprache werden sämtliche Reformvorschläge Heideggers zurückgewiesen.“

    Hartmut Tietjen: Martin Heideggers Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Hochschulpolitik und Wissenschaftsidee (1933–1938). In: István Fehér (Hrsg.): Wege und Irrwege des neueren Umgangs mit Heideggers Werk. Ein deutsch-ungarisches Symposium. Philosophische Schriften Band 4, Berlin/Budapest 1991, S. 109-128, S. 123

    Von Lutz kommentiert mit dem Satz, das sei reiner POV. Das kann man wohl sagen.

    Zunächst ist der o.a. Satz ein Zitat von Tietjen, war hier aber nicht als solches markiert, sondern unmarkiert als ein WP-Faktum gegeben, wie üblich. Es ist offenbar nötig, das hier jemandem eigens beizubringen: Zitate sind mit Zeichen zu markieren, Gymnasium, 7. Klasse. Was man in Vorortschulen so lernt, steht langsam in Zweifel.

    Ein Schreiben oder Begehren vom 15. Oktober ist unbekannt, ebenso eine Aussprache vom 9. November. Der 9. November liegt im Herbst, aber Heidegger sagt über das einzige Treffen in Karlsruhe, bei dem ein Konflikt offen ausbrach: „Spätwinter, gegen Ende des Semesters 33/34“, also eher Februar, wie ja auch in GA 16, 663 von ihm bestätigt.

    Siehe zu dem Zitat von Tietjen: Zaborowski, S. 373, Anm. 88, auch nach Zaborowskis Einordnung des Zitats von Tietjen kann nur von jenem Treffen die Rede sein: GA 16, 338 (Tatsachen und Gedanken):„Bis ich im Spätwinter, gegen Ende des Semesters 33/34 nach Karlsruhe gerufen wurde ... Ministerialrat Fehrle im Beisein des Gaustudentenführers Scheel... “ GA 16, 663 (Spiegel-Gespräch): „Eines Tages wurde ich nach Karlsruhe gerufen..“ zum Gespräch mit Fehrle und Scheel - Gespräch mit Wacker im Februar.

    Martin Heidegger. Ein Philosoph und die Politik. Ein Gespräch, Heideggers ehemaliger Student Max Müller im Gespräch mit B. Martin und G. Schramm, 1. Mai 1985 Müller: „Nach eigenen Aussagen war es ein freundliches Gespräch im Hochschulministerium in Karlsruhe, das ihn im Februar, am Ende des Wintersemesters 1933/34, veranlasst, sein Rektorat aufzugeben.“

    Somit ist zunächst fraglich, warum Tietjen sagt, Heidegger selbst habe am 15. Oktober eine Aussprache beantragt, wenn Heidegger sagt, er sei im Spätwinter nach Karlsruhe gerufen worden. Das Gespräch Ende WS 1933/34, bei dem der Konflikt offen ausbrach, fand nicht mit Wacker statt, sondern mit Fehrle, Scheel soll dabei gewesen sein. Woher das Datum 9. November 1933 kommt, also das zehnjährige Jubiläum des „Hitlerputsches“ und zwei Tage vor dem Bekenntnis der deutschen Professoren zu Hitler in der Leipziger Alberthalle, das sollten wir vielleicht selbst wissen, bevor wir unsere Leser davon in Kenntnis setzen. Zaborowski, S. 373, weiß davon nichts. Auch Ott, 235, und Hachmeister, 251, nicht. Auch GA 16 nicht.

    Also sind die Informationen: 15. Oktober Aussprache beantragt, 9. November mit Wacker gesprochen, 9. November Konflikt offen ausgebrochen, Heidegger klagt über Benachteiligung (?) der Universität Freiburg, Reformvorschläge von Heidegger zurückgewiesen (Von Wacker? Welche? Wie, mündlich, schriftlich?) - allesamt, so weit ich sehe, unbelegt, auch von keinem anderen Forscher werden sie erwähnt. Im Gegenteil, das widerspricht der Darstellung von Heidegger und von seinem Sohn im Nachwort zu GA 16, auch jenen von H. Ott, L. Hachmeister, B. Martin, Zimmermann, Zaborowski, etc. Aber? Richtig: unser Naziheld wird dafür wieder recht schön weich gewickelt, das lieben wir ja so, davon können wir einfach nicht genug bekommen, darin suhlen wir uns eben, so oft es nur geht: zwei Wochen nachdem Wacker ihn zum Führer-Rektor ernannt hatte und am Tag, an dem er Wilser zum Kanzler ernannte, da war es Martin dem Guten aber zu dingsda, und deshalb beantragte er also eine „Aussprache“. Worüber wollte er sich aussprechen? Ach, wissen wir nicht. Lassen wir weg. Wir sind ja hier nicht bei der Encyclopedia Britannica, sondern bei Wiki, wo, wer solche Bizarrerien postet, noch gepudert wird. Also, da hat Tietjen vor 26 Jahren mal etwas auf einem Symposium gesagt, lange vor der Publikation von GA 16 (2000), das allen jenen Angaben widerstreitet. Tietjens Version von 1991 wurde nie belegt oder auch nur wiederholt, doch wir machen sie 2015 zum WP-Faktum, ohne Markierung als Zitat, ohne kritische Quellensicht, ohne andere Quellen. Und wer da sagt: Absicht - dem antworten wir: AGF, besser kann er es eben nicht. Er kann es nicht besser, was willste da machen? Mit solchen muss man Nachsicht haben. Doch ich denke, die Mehrheit ist sich einig: auch diese Kopisterei entbehrt unserer Qualität.

    --BaneshN. (Diskussion) 15:17, 31. Jul. 2017 (CEST)

    Version der umstrittenen Primärquelle zugrundelegt
    Jetzt wird also Günter Figal mit Hermann Heidegger identifiziert und Traugott Roser als Nazi begrüßt(!), weil er das Wort „Reformpolitik" verwendet hat. Nichts neues hier, so wurden schon Martin, Grün, Pöggeler (und alle Forscher die vor 1927 geboren sind) behandelt, aber trotzdem bedenklich und sogar verantwortungslos: indem man alle Forscher als Nazi-Apologete oder Neofaschisten bezeichnet, macht man eigentlich Werbung für den Nazismus. Auch wenn es ein Witz ist, ist es nicht lustig. Figal und Roter wären zudem „nicht wissenschaftlich repräsentativ“. Wer denn ist repräsentativ? Ach ja: Farías = „die Forschung“ (echt).
    Es kann aber durchaus als Fortschritt betrachtet werden, dass BaneshN jetzt endlich weiß (die damalige Theoriefindung kann man hier lesen), dass Heidegger nicht am 23. sondern am 14. April 1934 offiziell (und nicht „öffentlich“, die Kritik hier stimmt) gekündigt hat. Der Satz danach hat aber keinen Sinn: „er hielt sich an Wackers Weisung [seine Entscheidung geheim zu halten], informierte aber...“ Welche Logik steckt dahinter? Vgl. Frank Schalow, Alfred Denker: Historical Dictionary of Heidegger's Philosophy, Plymouth 2010, S. 30: „Heidegger forced the issue“.
    Das mit Wolf ist teils POV, habe ich schon gezeigt.
    Zum „Freiburger“ bzw. „privaten Nationalsozialismus“. Davon spricht nicht nur Pöggeler, sondern auch Denker, Safranski oder Vermal, der meint, dass „das eigentliche politische Engagement Heideggers 1933/34 schon im Zeichen einer gewissen Heterodoxie stand, die deshalb als sein „privater Nationalsozialismus“ bezeichnet wurde.“ („Bemerkungen über die Nietzsche-Vorlesungen Heideggers und ihren Bezug zur Politik“, HJ5, S. 130.) Auch Tom Rockmore möchte „auf die Art und Weise aufmerksam machen, in der, über einige gelegentliche Bemerkungenhinaus, der spätere Entwicklungsgang Heideggers wohl die Möglichkeit seiner privaten Form des Nationalsozialismus offen hält.“ (Heidegger und der Nationalsozialismus: eine dreifache Kehre?, in: Papenfuss/Pöggeler (Hg.), Zur philosophischen Aktualität, Bd. 1, S. 409-424, hier 421.) Die komische Behauptung, mehrfach hier geäussert, man mache NS-Propaganda, indem man vom NS spricht, ist einfach krank. Als ob die Enzyklopädie des Nationalsozialismus NS-Propaganda wäre...
    In Bezug auf die Denunziation Staudingers haben wir schon Mattussek zitiert (dies wird natürlich im Artikel verschwiegen, trotzdem etwas Aufmerksamkeit bitte): „Diese liegt im Ehrbegriff Heideggers selbst: Das öffentliche Selbst muß um jeden Preis gewahrt sein, ohne jede „Störung“ durch private Beweggründe. Für diesen Ehrbegriff ist Heidegger durchaus bereit, sich sogar gegen die Parteilinie zu stellen – im Interesse des Ansehens der Partei freilich“. Es geht um den bis zum Spätjahr 1933 erklärten „Revolutionarismus“ Heideggers gegen den geforderten „Evolutionismus“. Vgl. Suzy Harris: „For its part, the Party was concerned that Heidegger seemed to be arguing for permanent revolution, which they could see might turn against the leaders of the Nazi Party themselves.“ Ähnlich bei Safranski.
    Deshalb „die Erwartung, dass sich Kern gehorsamer den Nationalsozialisten fügen würde“, was tatsächlich bei Grün zu lesen ist, kein Grund eine lange und nutzlose Rede wieder zu halten. Einfach nach dem Zitat fragen.
    Kern „gehorsamer als Heidegger“
    Grün S. 273f.: „Es war nicht zu erwarten, dass Kern in Bezug auf einen « Umbau » der Universität einen ähnlichen Eigensinn an den Tag legen würde wie Heidegger: Er hatte keinen Hang zum revolutionären und bei den Unterrichtsbehörden galt er als guter Verwaltungsfachmann, als « vertrauenswürdig» und « gutwillig ». (Ref.: Heiber (1994), 251.) ... Nach den Schwierigkeiten mit Heidegger, der als bekennender Nationalsozialist von Zahlreichen Freiburger Ordinarien angefeindet wurde, war es für das Ministerium nahe liegend, einen national zuverlässigen und vermutlich « gehorsamen » Rektor zu haben, der sich nicht bekennend nationalsozialistisch gab und damit die überwiegend konservativen Professoren an die Universitätsleitung binden und mit dem « neuen Staat » versöhnen konnte.“ Die Paraphrasierung ist also richtig.
    Kern war zwar kein Mitglied der NSDAP, hatte sich aber 1933 an den Zeitgeist angepasst. Auf der Langemarckfeier vom 27. November 1933 (die immer noch nicht erwähnt wird, obwohl ich schon darauf Aufmerksam machte) sprach Kern vom 12. November 1933, « wo ganz Deutschland sich einmütig zu seinem Führer bekannt" habe. Vgl. Grün 271f.: « ein beliebtes Muster innerhalb der NS-Propaganda... Nicht die offene Situation, die auf einen « Neuanfang » in allen möglichen gesellschaftlichen Bereichen hoffen ließ (so sah das Heidegger) faszinierte Kern am Nationalsozialismus, sondern eben das Wiederanknüpfen an die militärischen, ordnungsstaatlichen Tugenden, die anscheinend durch die Weimarer Republik eine Unterbrechung erfahren hatten. »
    « Er ließ auch zu, dass die Universität in ihren äusseren Formen, ihrer Symbolik und Gebräuchen immer mehr im nationalsozialistischen Sinne gleichgeschaltet wurde. … Obwohl schon Heidegger bei seinen Feierlichkeiten deutlich mit den Traditionen gebrochen hatte, so meinte die Freiburger Tagespost noch eine weitere Steigerung erkennen zu können: « Diesmal ein anderes Bild wie bei den bisherigen Immatrikulationen […] Gemälde, die die fünf Fakultäten versinnbildlichten, durch Stoffbehang verhängt, darauf große Hakenkreuzfahnen. »
    Kern an die NS-Studenten: « Häufig erscheint ihr im Braunhemd in der Universität und gebt dadurch den Gängen und Hörsaal ein frisches militärisches Bild. » Er begrüßte die Einschränkung des Akademischen Anteils am Studium wegen des Arbeitdienstes und des Kurzausbildungskurses des SA-Hochschulamtes: « Als Mitglied der SA » sei der Student « ein Soldat Adolf Hitlers ». Grün: « Damit erfüllte Kern bereitwillige Erwartungen der zahlreich erschienenen Funktionäre », unter ihnen Otto Wacker.
    S. 295: Kern war kein Antisemit aber „leistete gegen die Pläne des Ministeriums keinen Widerstand und stellte gegenüber dem Reichsminister Rust durchaus den Tatsachen entsprechend fest, dass es « auf die Dauer nicht möglich sein wird, dass ein Nichtarier als Lehrer an einer deutschen Universität wirkt. »“ Er fragte trotzdem nach einem Forschungsauftrag.
    S. 296: Kern schrieb: „« [Es] bietet sich für die Universität Freiburg die Möglichkeit, für das heute äusserst wichtige Gebiet der Rassenkunde und Rassenpflege, … Dr. Pakheiser hinzuzugewinnen. » Pakheiser und der inzwischen vom Lehrauftrag enthobene Nissle hielten weiterhin ihre Veranstaltungen ab.“
    S. 329: Kern „war aber keineswegs ein Regimekritiker. Seine Bedenken… stellten einen zwar kritischen, aber durchaus konstruktiven Beitrag zur Rechtsentwicklung im Nationalsozialismus dar… Am Schluss hoffte Kern - wie so oft - auf die « richtige Entscheidung des Führers ».“
    Ritter-Zitat
    Krieck wurde mit Erlass vom 21. April 1933 Rektor der Goethe Universität Frankfurt, Ritter hat nur die Städte verwechselt, was sehr leicht herauszufinden ist. Statt von Schnaps usw. zu sprechen, einfach recherchieren: GA 16, S. 98. So eine Zeitverschwendung ist es nicht. Filinthe (Diskussion) 16:38, 11. Aug. 2017 (CEST)
    Zu Heideggers griechischen Idealen und dem SA-Hochschulamt
    „Es ging selbst Heidegger bald zu weit, dass der paramilitärische Wehrsport durch das SA-Hochschulamt organisiert wurde.“ (Geier) Hier das Martin-Zitat im Kontext:
    „Auch die von Heidegger am Anfang seines Rektorats umworbene und sich mit ihm solidarisierende braune Studentenschaft ging zum Rektor um so weiter auf Distanz, je mehr sie von staatlicher Seite erfaßt und dem nationalsozialistischen Programm der Wehrertüchtigung dirigistisch verpflichtet wurde. Mit Weisung vom 9. September 1933 hatte Hitler den SA-Hochschulämtern die vormilitärische Ausbildung der in den Augen der Partei nach wie vor verweichlichten Intellektuellen übertragen. Da die Teilnahme an diesen Übungen vier Semester lang für alle männlichen Studierenden zur Pflichtübung erhoben wurde, stand in der Person des Leiters des SA-Hochschulamtes dem Führer-Rektor ein studentischer Führer zur Seite. Dieser Eingriff der Partei in den Universitätsbetrieb ging nun selbst Heidegger zu weit, zumal der selbstbewußte Führer der Studenten jegliche Übereinkunft mit der Professorenschaft über die zeitliche Eingliederung des Wehrsportes ablehnte. In den Augen der SA hatte der von Heidegger einst gepriesene Wehrdienst absoluten Vorrang vor dem Wissensdienst. Der Führer des SA-Hochschulamtes mußte zu Senatssitzungen hinzugezogen werden und erhielt schließlich per ministerielle Verfügung die ständige Mitgliedschaft in diesem obersten beratenden Organ des Rektors übertragen. Die selbstherrliche Verfügungsgewalt der SA über die männlichen Studenten wurde in Baden, hier einmal dem Beispiel Preußens folgend, erst beendet, als im April 1934 die sportliche Pflichtausbildung dem zuständigen Universitätsinstitut für Leibesübungen übertragen wurde und allmählich wieder Ruhe in den Hochschulbetrieb einkehrte. Heidegger hatte auch in diesem Bereich der sportlichen Ertüchtigung erleben müssen, daß seine eher den griechischen Idealen verhafteten Vorstellungen durch die Nationalsozialisten einseitig zugunsten einer ungeistigen, rein körperlichen Ausbildung pervertiert wurden.“
    Fischer (S. 337) zitiert GA 16 256f.:
    „Mit der Parallelautorität, die sich inzwischen als SA-Hochschulamt etabliert hat, liefert er sich einen hoffnungslosen Machtkampf. Der Streit geht erneut um die Wehrsportlager, die der SA-Führer Wilmanns aus eigener Machtvollkommenheit eingeführt hat. Heidegger droht, wenn die Reichsleitung der SA-Hochschulämter nicht bald allgemeine Richtlinien erlasse, verbiete ich künftighin solche Kurse. Die Zeiten, in denen ein deutscher Universitätsrektor, und sei es eine Berühmtheit, der SA irgendetwas verbieten konnte, waren jedoch endgültig vorbei. Heidegger hat die Mechanismen der Macht immer noch nicht begriffen und bekommt eine Lektion: Wilmanns holt sich Rückendeckung beim Reichs-SA-Hochschulamt, das sich bei Heideggers Vorgesetztem in Karlsruhe beschwert, und dieser bringt ihn zur Räson. Allmählich dämmert es auch Heidegger, daß die NS-Führung die Struktur der Hochschulen unangetastet lassen will. Das gibt natürlich den konservativen Kräften der Freiburger Universität Auftrieb, und ihre Opposition nimmt zu.“ Filinthe (Diskussion) 11:45, 12. Aug. 2017 (CEST)
    Grosser zitiert Ott: „Dass im Zuge des Wehrsports «die studentischen SA-Formationen an der Freiburger Universität eine para- militärische Ausbildung» erhalten, kann Heidegger, der diese Übungen nicht nur angeordnet, sondern in manchen Fällen auch persönlich verfolgt hat, kaum unbekannt gewesen sein.“
    H. Bach: „Körperliche Wiederaufrüstung: Die Einführung des Pflichtsports für Studenten.“ In: E. John u. a. (Hrsg.): Die Freiburger Universität in der Zeit des Nationalsozialismus. Freiburg/Würzburg 1991, S. 57–71, hier 64f.: „Bei diesem Sportfest [vom 27. Juli 1933] wollte die Studentenschaft die neue Form und Auffassung von Leibesübungen demonstrieren, nämlich Mannschaftsleistungen statt Einzelerfolge beim Geländesportdreikampf, der Hindernisstaffel und den Massenübungen der .Stürme'. (...) Die wichtigste Maßnahme zur Forcierung des Gelände- und Wehrsports im Sommer 1933 war die Durchführung von zwei entsprechenden Ausbildungslagern in Löffingen (31. Juli- 19. August und 8.-14. Oktober 1933).“
    „Größte Dummheit“
    tatsächlich verzichtbar
    Nach dem Rücktritt
    Zaborowski wird hier schlecht zitiert und zugleich verspottet(!): er spricht von einer Desillusionierung schon vor dem Rücktritt, und zwar bezüglich des Briefes an Blochmann vom 19. September 1933, der im Artikel übrigens verschwiegen wird(!): „Parallel zu der politischen Radikalisierung Heideggers, die wir zunächst diskutiert haben, zeigen sich also bereits sehr früh deutliche Zeichen einer Desillusionierung Heideggers.“ (S. 381) Und weiter S. 383, Fn 121: „Heideggers Desillusionierung von dem politischen Aufbruch des Jahres 1933 zeigt sich auch in dem im Februar 1933 verfassten Vortrag »Die Notwendigkeit der Wissenschaft« (GA 16, 251 – 255), der inhaltlich und stilistisch in einem großen Kontrast zur Rektoratsrede steht. Heidegger verteidigt in diesem Vortrag die Wissenschaft als »Erforschung des Seienden um der Wahrheit willen« gegen die Absolutsetzung der Wissenschaft als »Wissenstechnik für gewisse Berufe« und damit auch gegen eine Grundtendenz der nationalsozialistisch en Bildungs- und Universitätspolitik.“ Morat spricht von einer „schrittweisen Distanzierung“: kein Wunder also, dass es Schritte gibt.
    Aussprache vom 9. November?"
    Ein Schreiben vom 15. Oktober ist tatsächlich unbekannt, die Kritik stimmt. Filinthe (Diskussion) 16:54, 15. Aug. 2017 (CEST)

    Rücktritt vom Rektorat[Quelltext bearbeiten]

    In einem Schreiben vom 14. April 1934 erklärte Heidegger dem Kultusminister Wacker, dass er sein Amt als Rektor zur Verfügung stellen werde. Es heißt darin, dass er „nach eingehender Prüfung der nunmehrigen Lage der Hochschulen“ zu der Überzeugung gelangt sei, zur „unmittelbaren (...) Erziehungsarbeit innerhalb der Studentenschaft und der jüngeren Dozentenschaft zurückkehren“ zu müssen.[1] Verlauf und Gründe, die zu dieser Entscheidung führten, wurden in Heideggers Berichten teils abweichend voneinander dargestellt. Auch heute werden sie unterschiedlich bewertet.

    Einigkeit herrscht darüber, dass ein Schreiben von Wacker, in dem er Heidegger zwei Tage zuvor aufgefordert hatte, Erik Wolf als Dekan zurückzuziehen, als der Anlass für den Brief vom 14. April auch jener für die dortige Ankündigung des Rücktritts war.[2] Gemeinsam mit seinem bei der Amtsübernahme erst 31jährigen bedingungslosen Gefolgsmann Wolf[3], 1933/34 noch ein überzeugter Nationalsozialist[4], hatte Heidegger vorher gegen seinen universitätsinternen Widersacher Walter Eucken versucht, den wie diesen ebenfalls NS-kritisch eingestellten Adolf Lampe[5] als Nachfolger auf dem Lehrstuhl des 1933 emeritierten Nationalökonomen Karl Diehl zu verhindern.[6] Und schon vorher waren durch Wolfs Umstrukturierung des juristischen Studienplans - die zur Einrichtung des SA-Dienstes und der Wehrsportlager hinzu kam - Konflikte mit der Gruppe der Verteidiger der alten Ordnung manifest geworden.[7] Deshalb hatte Wolf am 7. Dezember 1933 seinen Rücktritt angeboten, was von Heidegger aber mit der Erklärung abgelehnt worden war, dass gemäß der neuen Hochschulverfassung das Vertrauen zum Rektor und nicht das zur Fakultät entscheidend sei.[8] Als aber auch der Kultusminister und Dienstherr des Rektors sich gegen Wolf als Dekan stellte, gab Heidegger sein Amt umgehend auf. Da Wacker noch keinen Nachfolger hatte, ordnete er an, die Entscheidung vorerst geheim zu halten.[9] Nachdem Heidegger jedoch davon erfuhr, dass Adolf Lampe inzwischen beim Ministerium Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Wolf eingereicht hatte, wähnte er sich hintergangen und teilte seinen Entschluss am 23. April dem Kanzler und den Dekanen mit, die mit ihm ihre Ämter zur Verfügung stellten. Am 27. April 1934 wurden die Rücktritte vom Ministerium angenommen.[10]

    Gründe für den Rücktritt

    Die tieferen Ursachen für das vorzeitige Ende des Rektorats werden allgemein im Scheitern der heideggerschen Konzeption betrachtet, eine Universität gemäß des Führerprinzips leiten zu wollen, was sowohl in der Dozentenschaft wie bei den Studenten[11] Unmut hervorgerufen und zur „Palastrevolte“ geführt hatte.[12] Zu den erheblichen Spannungen innerhalb der Freiburger Universität kamen außer Konflikten mit dem Kultusministerium noch weitere Motive[13]: Gemäß einer erst 1983 publizierten Fassung von Tatsachen und Gedanken sah Heidegger rückblickend im Scheitern des „Todtnauberger Lagers“ (s.o.), das als „Exempel“ für seine „nationalsozialistische Universitätsidee gedacht“ war, ein „'eigentümliches Vorzeichen' für seinen Sturz.“[14] In dieser Version erhebt er auch den Vorwurf, dass „Kreise der Universität“, die sich sonst über die Nationalsozialisten empörten, „mit dem Ministerium und der es bestimmenden Gruppe“ konspiriert hatten, „um mich aus dem Amt hinauszudrängen.“[15] Mit der „Gruppe“ waren der „Gauleiter“ Scheel und der Frankfurter Rektor Ernst Krieck gemeint.[16] Die bis zum Jahreswechsel 1933/34 in der NS-Hochschulpolitik bestehende „Trias Baeumler-Heidegger-Krieck[17] hatte sich beim „Umkippen um die Jahreswende“ ins Gegnerische gewendet, was zu „primitiven Anpöbelungen“ geführt hatte, „die Heidegger durch Krieck in dessen Zeitschrift Volk im Werden seit dem Frühjahr 1934 widerfuhren“. Das wurde verschärft durch ein Gutachten über die heideggersche Philosophie, das sein einstiger Marburger Kollege Erich Jaensch, der sich im Bund mit Ernst Krieck und Alfred Rosenberg befand, im Februar 1934 auf Anfrage von Walter Groß erstellte, dem Gründer des später so genannten Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. Denn eine Gruppe der Partei, die sich „spätestens seit dem Frühjahr 1934 formierte“, wollte Heidegger „nicht als 'Philosophen des Nationalsozialismus' gelten lassen“.[18] Dass aber regimekritische Kreise der Universität mit dem NS-Ministerium gegen Heidegger gearbeitet hätten, ist unbelegt und hat scharfe Widerworte hervorgerufen.[19]

    Zweifel an Heideggers Version

    Von Heideggers eigenen Darstellungen seines Rücktritts wurden auch weitere Teile aufgrund mangelnder Belege und fehlender Folgerichtigkeit bezweifelt. Neben dem Zeitpunkt - Heidegger gibt in Tatsachen und Gedanken an, dass er seinen Rücktritt schon im Februar 1934 erst Fehrle und dann Wacker gegenüber erklärt habe[20] - richten sich die Einwände dagegen, dass das Ministerium nicht nur den Rücktritt von Wolf, sondern auch den von Heideggers Amtsvorgänger von Möllendorff gefordert haben soll, wofür es keine Anhaltspunkte gibt. Wackers Schreiben vom 12. April lasse sich „überhaupt nicht in Einklang mit Heideggers Version bringen“, so H. Ott, der als Resümee seiner Recherchen in den Archiven des badischen Ministeriums hinzufügt: „Auch die übrige Karlsruher Aktenlage stützt Heideggers Darstellung nicht im mindesten, im Gegenteil“.[21] Zudem hat Heideggers Charakterisierung seines Vertrauten Wolf für die Jahre 1933/34 in der Forschung Widerspruch hervorgerufen.[22] Dass auch Wolf der Partei nicht genehm gewesen wäre, entbehre der Logik: „Dies hätte vielleicht für Möllendorff gegolten, den Heidegger zum Dekan der Mediziner ernannt hatte, nicht aber für den damals noch glühend nationalsozialistischen und Heidegger treu ergebenen Rechtslehrer Erik Wolf.“[23] Wenn “Heidegger 1945 und später darauf abhob, er habe in Erik Wolf 1933 gewissermaßen einen Gegner des Nationalsozialismus zum Dekan ernannt, dann unterschiebt er den späteren Wolf.“ Die Einwände gegen Wolf seien nicht politischer Art gewesen.[24]

    Es lässt sich aber schließen, dass Heidegger selbst über sein Scheitern als Rektor „wohl tief enttäuscht war“:[25] Er lehnte es mit einer formalen Begründung ab, an der traditionellen Rektoratsübergabe teilzunehmen. Sein Nachfolger wurde der von ihm zuvor als Dekan gegen Wolf ausgetauschte Jurist Eduard Kern.[26] Das gescheiterte Rektorat wird heute als exemplarisch dafür betrachtet, dass eine Universität „mit dem Führerprinzip und dem Einhämmern einer politischen Ideologie nicht zu regieren“ sei. Mit Heideggers Rücktritt sei denn auch „nach dem Urteil vieler Zeitzeugen (...) eine relative Lockerung“ und mit dem neuen Rektor Kern seien „Ruhe und Ordnung“ eingetreten.[27]

    1. GA 16, S. 272; Bernd Martin, Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahr 1933 in Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, 136 (1988), S. 445-477, hier S. 475.
    2. H. Ott, S. 234 ff.; H. Zaborowski, S. 368; Hans Maier (Hrsg.), Die Freiburger Kreise. Akademischer Widerstand und soziale Marktwirtschaft, Paderborn, 2014, ders., Akademischer Widerstand im Dritten Reich, S. 13; Bernd Grün, Universitätsleitung und Philosophische Fakultät in: E. Wirbelauer (Hg.), Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920-1960, Jürgen Malitz, Klassische Philologie, S. 723.
    3. H. Ott, S. 227, Eucken über Wolfs Verhältnis zu Heidegger: „abgöttische Anbetung“; Hans Maier (Hrsg.), Die Freiburger Kreise. Akademischer Widerstand und soziale Marktwirtschaft, Paderborn, 2014, ders., Akademischer Widerstand im Dritten Reich, S. 13: „abgöttisch ergeben“ m. Anm. 5: „Dies galt zumindest für die Zeit von Heideggers Rektorat.“
    4. Rudolf Vierhaus, Deutsche Biographische Enzyklopädie, Band 10, München, 2008, u. „Erik Wolf“: „Unter dem Einfluß von Martin Heidegger geriet W. 1933/34 für kurze Zeit in den Bann der NS-Ideologie“; L. Hachmeister, S. 251: „glühend nationalsozialistisch“.
    5. Nils Goldschmidt, Die Entstehung der Freiburger Kreise, gekürzte Fassung der Diplomarbeit, Freiburg, 1995, S. 5: „Lampe, später Kernmitglied der Freiburger Kreise, war zwar national gesinnt, aber entschiedener Gegner des Nationalsozialismus“; Joachim Scholtyseck, Christoph Studt, Universitäten und Studenten im Dritten Reich, S. 144, (über Adolf Lampe): „Zugleich war ihm die Gesellschaftsauffassung der Nationalsozialisten (...) zuwider“; zu Euckens Gegnerschaft zum NS s.u. H. Maier.
    6. Lüder Gerken (Hrsg.), Walter Eucken und sein Werk, S. 86: „Heidegger verhindert, gestützt auf den von ihm zum Dekan ernannten Rechtswissenschaftler Erik Wolf, dass Adolf Lampe zum Ordinarius ernannt wird“, m. Anm. 199: Schreiben vom 18. 11. 1933, Heidegger ans Kultusministerium, Staatsarchiv Freiburg 25/2 - 18; Alexander Hollerbach, Jurisprudenz in Freiburg: Beiträge zur Geschichte der Rechtwissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität“, Tübingen, 2007, S. 74 f.; Hans Maier (Hrsg.), Die Freiburger Kreise. Akademischer Widerstand und soziale Marktwirtschaft, Paderborn, 2014, ders., Akademischer Widerstand im Dritten Reich, S. 13: „Beim Versuch einer Umgestaltung der Universität hatte Martin Heidegger vor allem in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät lebhafte Debatten ausgelöst. In dieser Fakultät fand er beides: seinen leidenschaftlichsten Anhänger und seinen heftigsten Gegner. Der eine war der Rechtsphilosoph Erik Wolf, (...) ein Mann, der dem Rektor abgöttisch ergeben war und ihm blind auch gegen die Mehrheit der Fakultät folgte; der andere der Nationalökonom Walter Eucken, der die Reste der verbliebenen Selbstverwaltungsrechte nutzte und in der Fakultät wie im Senat mutig unangenehme Fragen stellte; er stieg bald zum heimlichen Oppositionsführer gegen den NS-Kurs des Rektors auf.“; Bernd Martin: Martin Heidegger und der Nationalsozialismus - der historische Rahmen. In: Martin Heidegger und das 'Dritte Reich'. Ein Kompendium, Darmstadt 1989, S. 14–50, hier S. 26: Eucken war der „eigentliche Widerpart und Herausforderer des die nationalsozialistische Hochschulpolitik vorantreibenden Rektors“ Heidegger; H. Zaborowski, S. 342.
    7. H. Ott, S. 228; H. Zaborowski, S. 373; Bernd Grün, Universitätsleitung und Philosophische Fakultät in: E. Wirbelauer (Hg.), Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920-1960, Jürgen Malitz, Klassische Philologie, S. 723
    8. Ott, S. 228.
    9. Ott, S. 236: „Dieses Rücktrittsgesuch hielt Heidegger vorerst geheim“.
    10. Frank Schalow, Alfred Denker, Historical Dictionary of Heidegger's Philosophy,S. 30; H. Ott, S. 236 f.: „Heidegger nahm also diese eher formale Angelegenheit zum Anlaß, um die Flinte ins Korn zu werfe“; H. Zaborowski, S. 764; GA 16, 272, 274.
    11. H. Zaborowski, S. 373 m. Anm. 89 f.
    12. Bernd Martin, Das politisch-weltanschauliche Umfeld, in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920-1960. Mitglieder - Strukturen - Vernetzungen, Freiburg und München, 2006, S. 44.: „Doch das Experiment (...) den Führer geistig zu führen, scheiterte. Heidegger (...) hinterließ eine extrem polarisierte Hochschullehrerschaft“; ebd. S. 45, Anm. 67: „UAF B3/71: Neue Habilitationsordnung vom 15. Februar 1934: Voraussetzung, neben der wissenschaftlichen Arbeit, der Nachweis der Teilnahme am Wehrsport und einem Arbeitsdienstlager. Genehmigung des Ministeriums. Diese neue Habilitationsordnung dürfte ein weiterer badischer Alleingang sein, hinter dem Martin Heidegger als 'spiritus rector' vermutet werden darf“; ders., Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933, S. 475: „die Resignation über das Scheitern seiner hochfahrenden Pläne, die Hohe Schule zur geistigen Zentrale des Dritten Reiches auszubauen, gab den eigentlichen Grund ab“; P. Matussek, Martin Heidegger. Vorbemerkung: Die Psychodynamik der Persönlichkeit in ihrer Beziehung zum Werk, Aufsatz aus: ders. Analytische Psychosentherapie, Heidelberg, 1997: „Das Rektorat 1933/34, in dem Heidegger sich noch einmal mit aller Unerbittlichkeit zum Führer und 'echten Nazi' aufspielte“; L. Hachmeister, S. 72: „im Stil eines Hochschuldiktators“; Zimmermann, S. 65: „Als Martin Heidegger am 23. April 1934 vom Freiburger Rektorat zurücktrat, tat er dies auch aus Enttäuschung darüber, daß seine radikalen Ideen nicht durchzusetzen waren. Die Politik der NSDAP war ihm nicht revolutionär genug“; Zaborowski, S. 340 ff. : „Palastrevolte“.
    13. D. Morat, S. 126, Anm. 73; Victor Farias, S. 213 ff.
    14. H. Ott, S. 224; L. Hachmeister, S. 261: „In den Vorgängen bei jenem 'Todtnauberger Lager' (...) sah Heidegger 'ein eigentümliches Vorzeichen' für seinen Sturz. Das Ferienlager (...) war als Exempel für Heideggers nationalsozialistische Universitätsidee gedacht“; GA 16, 386.
    15. GA 16, S. 388.
    16. H. Ott, S. 224.
    17. Bernd Martin, Das politisch-weltanschauliche Umfeld, in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920-1960. Mitglieder - Strukturen - Vernetzungen, Freiburg und München, 2006, S. 43: „die anfängliche Trias Baeumler-Heidegger-Krieck“.
    18. zu Baeumler, Krieck und dem Gutachen von Jaensch s. H. Ott, S. 241 ff; Gerhard Ritter: Selbstzeugnis 3. Die Universität Freiburg im Hitlerreich. Persönliche Eindrücke und Erfahrungen.In: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Mitglieder – Strukturen – Vernetzungen. Freiburg und München 2006, S. 782: Heidegger habe zu Ritter im Bereinigungsverfahren 1945 gesagt, „daß er sich so über die Ernennung von Krieck (...) zum Rektor von Heidelberg geärgert hat, daß er auf sein Rektorat verzichtete. Diese Ernennung machte ihm deutlich, daß er gar keinen Einfluß auf die Kulturpolitik der Partei besaß“.
    19. H. Ott, S. 235: „der schlimme Satz von der Konspiration gewisser Universitätskreise mit dem Nationalsozialismus“.
    20. GA 16, S. 388; s. dazu H. Ott, S. 234: „Den Zeitpunkt, nämlich Februar 1934, dürfte inzwischen niemand mehr aufrechterhalten wollen“.
    21. H. Ott, S. 345.
    22. GA 16, S. 388 f.; H. Ott, S. 234.
    23. L. Hachmeister, S. 251.
    24. H. Ott, S. 227 f.
    25. Zaborowski, S. 371.
    26. GA 16, 278; H. Zaborowski, S. 370 ff.
    27. ; Hans Maier (Hrsg.), Die Freiburger Kreise. Akademischer Widerstand und soziale Marktwirtschaft, Paderborn, 2014, ders., Akademischer Widerstand im Dritten Reich, S. 13: „Auf der anderen Seite zeigte das rasche Scheitern seines Rektorats exemplarisch, dass eine Universität in ihrer Vielgestaltigkeit und Kompliziertheit mit dem Führerprinzip und dem Einhämmern einer politischen Ideologie nicht zu regieren war. So trat nach Heideggers Rücktritt nach dem Urteil vieler Zeitzeugen in Freiburg eine relative Lockerung des akademischen Lebens ein“; C. Kersting, Pädagogik im Nachkriegsdeutschland, S. 288 f.: „Kern (...) war (...) Parteimitgliedern vorgezogen worden, um (...) für Ruhe und Ordnung zu sorgen“; Ende Mai 1934 schrieb Eucken, es habe sich „vieles gebessert, seitdem Heidegger und seine Clique aus der Führung der Universität ausgeschieden sind: An Alexander Rüstow in Istanbul, zitiert nach Wendula von Klinckowstroem: Walter Eucken: Eine biographische Skizze, in: Lüder Gerken (Hrsg.), Walter Eucken und sein Werk. Rückblick auf den Vordenker der sozialen Marktwirtschaft, Tübingen: Mohr Siebeck (2000), 53-115, hier S. 87; Nils Goldschmidt, Die Entstehung der Freiburger Kreise, gekürzte Fassung der Diplomarbeit, Freiburg, 1995, S. 5: „allmähliche Beruhigung“.

    --BaneshN. (Diskussion) 15:21, 31. Jul. 2017 (CEST)

    Nicht Jürgen Malitz sondern Bernd Grün ist der Autor des zitierten Artikels. Malitzs Beitrag „Klassische Philologie“ = S. 303-364.
    Ein Heidegger-Einfluß auf Wolf wird von Alexander Hollerbach hier bezweifelt: „Im Blick auf aktuelle Diskussionen in der Heidegger-Literatur ist aber hervorzuheben: Die genannten [kriminalpolitischen] Schriften sind Episode geblieben. Sie sind weder von Heidegger beeinflusst, noch haben sie umgekehrt einen Einfluss auf diesen ausgeübt.“ Dass er nach Hollerbach nicht so „glühend nationalsozialistisch“ wäre wie hier geschrieben („Doch gibt es, darauf muß insistiert werden, in diesen Schriften nirgendwo Total-Affirmation. Daß Volk und Staat der Rechtfertigung durch die höchste Autorität Gottes bedürfen, wird mehrfach hervorgehoben“) wird hier entweder ignoriert oder verschwiegen. Die Seite Gerhart Husserl habe ich übrigens geschrieben. Dass ein Hochschullehrer und Rechtsphilosoph, der während der NS-Zeit verfolgt wurde, noch keine deutschsprachige WP-Seite hatte, hat anscheinend keinen hier gestört. Andere zu belehren und als Neofaschisten zu bezeichnen braucht weniger Mühe.
    Die oben geführte „Rücktritt-Kritik“ hat sich als falsch herausgestellt. Die Behauptung, Bernd Martin spreche nicht vom SA-Hochschulamt, stimmt nicht. Bernd Martin (Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933. Eine Nachlese zu Heideggers Rektorat, S. 458): „Womöglich wäre ihm bei einer solchen Inspektion aufgefallen, daß die zukünftige geistige Elite Deutschlands sich vor Ort an primitiven Gewalttätigkeiten beteiligte. Die ,,Verwirklichung des Dritten Reiches", die Heidegger in solchen Lagern gegeben sah, ließ sich schlecht mit SA-Männern erreichen, denen der Nimbus von Schlägertypen anhaftete. ... Mit dieser Anweisung [Hitlers] war dem Führer-Rektor Heidegger in der Person des Leisters des SA-Hochschulamtes ein studentischer Führer zur Seite gestellt und der umfassende Erziehungsanspruch der Hochschule in Frage gestellt. Nunmehr machte sich Heidegger selbst, dem diese Übergriffe der Partei in den Hochschulbetrieb offensichtlich zu weit gingen, in seiner Senatssitzung zum Fürsprecher eines geregelten Nebeneinanders.“ BaneshN behauptet auch noch, Heidegger wäre „mit der Anordnung von Röhm vom 2. Dezember 1933 sicher noch zufrieden“. In der oben zitierten Dissertation, die als Beleg dienen soll, wird aber der Name Heidegger nicht erwähnt.
    Heideggers hat sich eigentlich mit dem SA-Hochschulamt gestritten (GA 16 256f.). So wurde er am 13. April, dem Tag vor seinem offiziellen Rücktritt, vom Staat desavouiert: „Die von Heidegger angemahnte rechtliche Grundlage für die Durchführung von Lehrgängen während des Semesters bestätigte das Reichsamt mit Schreiben vom 13. April 1934; es teilte dem Rektorat mit, daß gemäß der Verfassung der Deutschen Studentenschaft vom 7. Februar 1934 alle Studierenden zum SA-Dienst verpflichtet seien.“ (H. Bach: „Körperliche Wiederaufrüstung: Die Einführung des Pflichtsports für Studenten.“ In: E. John u. a. (Hrsg.): Die Freiburger Universität in der Zeit des Nationalsozialismus. Freiburg/Würzburg 1991, S. 57–71, hier 64f. Siehe auch Fischer S. 337.)
    Laut Zaborowski ist die Enttäuschung seit Monaten nachweisbar: „Auch hier ist – wieder einmal – wichtig, was Heidegger nicht sagt, was sich aber in der Zusammenschau verschiedener Dokumente recht genau rekonstruieren lässt, nämlich Heideggers Enttäuschung und die Einsicht in seinen Irrtum“ - und zwar seit August 1933. Schwann spricht wie Zaborowski von der neuen Führerverfassung (S. 212): „Heidegger wurde infolge dieser besonders radikalen Regelung zwar zum Herrscher in seiner Universität, aber doch mit nur abgeleiteter, gänzlich von den übergeordneten Partei- und Staatsinstanzen abhängiger Autorität. Er war nun der rechtlich und politisch eindeutig geführte Führer. Er hatte seine eigene Führerschaft durch eine aktiv mitbetriebene, aber undurchschaute Selbstpreisgabe erkauft. Dieser Umstand hat die Konstellation bei seinem Rücktritt im April 1934 maßgeblich bestimmt.“ Klingt anders als hier oben.
    Grün schreibt S. 273f., die Nationalsozialisten betrachten Kern als „einen vermutlich « gehorsamen » Rektor“, denn „es war nicht zu erwarten, dass Kern in Bezug auf einen « Umbau » der Universität einen ähnlichen Eigensinn an den Tag legen würde wie Heidegger.“ So begrüßte er die Einschränkung des Akademischen Anteils am Studium wegen des Arbeitdienstes und des Kurzausbildungskurses des SA-Hochschulamtes: « Als Mitglied der SA » sei der Student « ein Soldat Adolf Hitlers ». Grün: « Damit erfüllte Kern bereitwillige Erwartungen der zahlreich erschienenen Funktionäre », unter ihnen Otto Wacker. Es ging also vor allem um das SA-Hochschulamt. Filinthe (Diskussion) 15:02, 18. Aug. 2017 (CEST)

    Exkurs: Die Apologetik bei Pöggeler[Quelltext bearbeiten]

    Zu Pöggeler und seinen Bemühungen, Heidegger ins gute Licht zu stellen, folgende zwei Anmerkungen, die zeigen, dass Pöggeler m.E. die Grenze der Vertretbarkeit überschreitet:

    • Pöggeler behauptet: „Indem Heidegger Worte wie Bekümmerung und Sorge als Grundbegriffe seines Philosophierens gebrauchte, zeigte er an, daß das Ethische zu seinem Denken gehörte, obwohl die Frage offenblieb, wie denn eine Ethik als abgegrenzte Disziplin möglich sei.“ (Heidegger in seiner Zeit, 160) Demgegenüber steht im Heidegger Handbuch (223) mit Zitat aus dem Humanismusbrief: „In der Antwort räumt Heidegger zunächst die Dringlichkeit der ethischen Fragestellung ein, die er als eine Frage nach »verbindlichen Anweisungen« und »nach Regeln, die sagen, wie der […] Mensch […] leben soll« (353) auffasst. Gegen solche Regeln spricht für Heidegger allerdings mindestens zweierlei: Einerseits ist der Mensch als geschichtlich-geschickliches Wesen in jeder geschichtlichen Epoche anders vom Sein angesprochen. Es ist nicht leicht zu sehen, wie allgemeine Regeln sich mit dieser in jeder geschichtlichen Epoche anderen Bestimmtheit des Menschen aus dem Sein vertragen sollten. Zum anderen steht Heidegger der Idee von »Werten«, die solche Regeln leiten mussten, kritisch gegenüber. »Alles Werten ist, auch wo es positiv wertet, eine Subjektivierung. Es la.t das Seiende nicht: sein, sondern das Werten la.t das Seiende lediglich als das Objekt seines Tuns – gelten« (349).“ Zur Sorge heißt es im Handbuch (17): „Das Selbst des faktischen Lebens ist kein neutraler Beobachter, sondern eingelassen in die Bedeutsamkeitszusammenhange einer holistisch verflochtenen Lebenswelt, in denen es sich »bekümmernd« und »sorgend«, also praktisch-handelnd, bewegt. Wie Gethmann (1983, 272) gezeigt hat, ist »›Sorgen‹ der Heideggersche Nachfolgebegriff für ›Intentionalität‹«, seine Pragmatisierung Husserls. Die »Lebenswelt« ist der unhintergehbare Rahmen dieses praktischen Sorgens.“ Der Sorgebegriff ist bei Heidegger keineswegs ethisch zu verstehen.
    • Pöggeler behauptet (ebdda, 161): „Schon im Sommer 1935 stellte Heidegger in seiner Vorlesung Einführung in die Metaphysik aber fest, daß die liberale Demokratie, der Bolschewismus und der Nationalsozialismus ein und dasselbe seien: ein Wegsehen von den bestehenden Aufgaben und die totale Mobilmachung aller Energien für den Kampf um die Weltherrschaft im Namen der Verabredung der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen oder der angeblich zur Führung bestimmten Klasse oder Rasse.“ Wir wollen das prüfen. Der Begriff „Nationalsozialismus“ kommt in der ganzen Vorlesung in der 1953 veröffentlichten (und von Heidegger gefälschten) Fassung nur einmal vor, und zwar in dem berüchtigten Satz: „Was heute vollends als Philosophie des Nationalsozialismus herumgeboten wird, aber mit der inneren Wahrheit und Größe dieser Bewegung (nämlich mit der Begegnung der planetarisch bestimmten Technik und des neuzeitlichen Menschen) nicht das Geringste zu tun hat, das macht seine Fischzüge in diesen trüben Gewässern der »Werte« und der » Ganzheiten«.“das ist nun keine unmittelbare Kritik des Nationalsozialismus an sich. Andere Leute haben das ziemlich negativ bewertet. Probieren wir es also einmal anders: Die Begriffe liberal, Liberalismus, Demokratie, bolschewistisch, Bolschewismus finden sich ebenfalls nicht im Text der Vorlesung. Ein dritter Weg ist die Untersuchung des Textes im Umfeld des Zitats. Da lässt sich aber nur finden, dass Heidegger über den traditionellen Wertbegriff (auch bei Nietzsche) lästert. Also wieder keine Bestätigung von Pöggeler. Suchen wir weiter. Möglicherweise hat sich Heidegger in Zusammenhang mit dem Begriff Nihilismus entsprechend ausgelassen (S. 211 f.) Auch da nichts, was eine Gleichsetzung von Amerika, Russland mit dem real existierenden Nationalsozialismus auch nur vermuten lässt. Nächste Spur: Abendland. Hier findet sich Folgendes: „Dieses Europa, in heilloser Verblendung immer auf dem Sprunge, sich selbst zu erdolchen, liegt heute in der großen Zange zwischen Rußland auf der einen und Amerika auf der anderen Seite. Rußland und Amerika sind beide, metaphysisch gesehen, dasselbe; dieselbe trostlose Raserei der entfesselten Technik und der bodenlosen Organisation des Normalmenschen. Wenn die hinterste Ecke des Erdballs technisch erobert und wirtschaftlich ausbeutbar geworden ist, wenn jedes beliebige Vorkommnis an jedem beliebigen Ort zu jeder beliebigen Zeit beliebig schnell zugänglich geworden ist, wenn man ein Attentat auf einen König in Frankreich und ein Symphonie-konzert in Tokio gleichzeitig »erleben« kann, wenn Zeit nur noch Schnelligkeit, Augenblicklichkeit und Gleichzeitigkeit ist und die Zeit als Geschichte aus allem Dasein aller Völker geschwunden ist, wenn der Boxer als der große Mann eines Volkes gilt, wenn die Millionenzahlen von Massenversammlungen ein Triumph sind - dann, ja dann greift immer noch wie ein Gespenst über all diesen Spuk hinweg die Frage: wozu? - wohin? –und was dann? […] Wir liegen in der Zange. Unser Volk erfährt als in der Mitte stehend den schärfsten Zangendruck, das nachbarreichste Volk und so das gefährdetste Volk und in all dem das metaphysische Volk. Aber aus dieser Bestimmung, derer wir gewiß sind, wird sich dieses Volk nur dann ein Schicksal erwirken, wenn es in sich selbst erst einen Widerhall, eine Möglichkeit des Wider-halls für diese Bestimmung schafft und seine Überlieferung schöpferisch begreift. All das schließt in sich, daß dieses Volk als geschichtliches sich selbst und damit die Geschichte des Abendlandes aus der Mitte ihres künftigen Geschehens hinausstellt in den ursprünglichen Bereich der Mächte des Seins. Gerade wenn die große Entscheidung über Europa nicht auf dem Wege der Vernichtung fallen soll, dann kann sie nur fallen durch die Entfaltung neuer geschichtlich geistiger Kräfte aus der Mitte.“ Mit Mitte meint Heidegger Deutschland. Nun lesen wir die Behauptung Pöggelers noch einmal, und Oops, Heidegger sagt ja genau das Gegenteil?! Diese Aussage ist inhaltlich insofern identisch zu dem Spruch über die Philosophie des Nationalsozialismus als auch hier klar zu erkennen ist, dass Heidegger unverändert seiner eigenen Auffassung einer richtigen nationalsozialistischen Ideologie hinterherträumt. Vom Nihilismus des Nationalsozialismus ist da noch gar nichts zu lesen. Man fragt sich, warum Pöggeler das macht? Für mich ist das ziemlich klar: Pöggeler möchte die „NS-Phase“ Heideggers möglichst kurz und klein reden, damit alles nicht so schlimm ist.
    • Zusatz: Heidegger rückt in dieser Vorlesung ausdrücklich nicht von seiner Rektoratsrede ab (53): „Dieser mehrfachen Mißdeutung des Geistes gegenüber bestimmen wir das Wesen des Geistes kurz so (ich wähle die Fassung aus meiner Rektoratsrede, weil hier alles der Gelegenheit entsprechend knapp zusammengegriffen ist): »Geist ist weder leerer Scharfsinn, noch das unverbindliche Spiel des Witzes, noch das uferlose Treiben verstandesmäßiger Zergliederung, noch gar die Weltvernunft, sondern Geist ist ursprünglich gestimmte, wissende Entschlossenheit zum Wesen des Seins.« (Rektoratsrede S. 13).“

    Warum habe ich diesen Exkurs eingeschoben? Schlicht, weil es mir auf den Senkel geht, wenn hier unreflektiert Zitate kommen, nach dem Motto: aber Pöggeler hat doch gesagt! Nein! Auch einen Pöggeler muss man kritisch lesen, weil er – zumindest in mancherlei Hinsicht ein Heidegger – Apologet war. Lutz Hartmann (Diskussion) 16:25, 31. Jul. 2017 (CEST)

    Sahneschnitte: Besonders die Exegese des zweiten Pöggeler-Satzes ist sehr aufschlussreich. Das Sprachbild der Zange und was Heidegger da als Ausweg sieht, widerlegen den Satz schmetternd. Und: „wird sich dieses Volk nur dann ein Schicksal erwirken“ - damit wirft MH - als Forderung - auch sein in- das-Sein-Hineinstehen-Gerede mal eben um. Und Pöggeler schreibt übrigens auch dieses S. 13: „Statt weiter eine Weinbauernpartei zu wählen, setzte Heidegger schließlich sogar auf Hitler. Doch die geforderte Vervollständigung der nationalsozialistischen Revolution durch einen Aufbruch der Universität unter Leitung der Philosophie (wozu kurzzeitig auch Jaspers drängte) blieb aus.“
    So was finde ich immer komisch, jetzt besonders, weil ich da noch etwas in den Ordner Zweite Runde zu legen hatte und mir nicht mehr einfiel, was es war. Und bei dieser radikalen Kurzfassung, von Pöggeler tatsächlich nebentitelt mit dem Vermerk „Heideggers Entscheidung für Hitler“, da fiel es mir ein: erklärtermaßen antisemitische Weinbauernpartei. Das fügen wir in der Runde 2 oben noch hinzu, gelle, die zwei gut belegbaren Worte zur Weinbauernpartei sollten schon noch sein. Ja: Pöggeler gibt uns Heideggers Entscheidung für Hitler in 2 Sätzen. Im Grunde erging es Heidegger dort so wie jenem in der Kurzform von Schillers Taucher: Gluck, dann nochmal gluck, und er war weg. Die Weinbauernpartei war schuld. Statt dieser „sogar“ Hitler, „unser großer Führer“, „der Führer selbst und allein ist die heutige und künftige Wirklichkeit und ihr Gesetz“, „Sieg heil!“ - nur wegen der Weinbauernpartei. So muss man Pöggeler lesen.
    Pöggeler schreibt in seinen Erinnerungen, dass er aus der HJ hinausgeworfen wurde, dann aber einen erleichternden Brief erhielt, S. 25: „'Du bist in die Marine-HJ versetzt.'" Pöggelers Kommentar dazu: „Es gab auch unter den Nazis solche, die sozial und überhaupt gerecht sein wollten.“
    Ich glaube ja, dass ehemalige Hitlerjungen, ohne ihnen irgendeinen Vorwurf machen zu wollen, was ganz abwegig wäre, für Nazis doch immer noch holdere Worte finden konnten, als es jenen möglich war, die in Kellerlöchern oder in Konzentrationslagern auf die Befreiung von der Herrschaft von Heideggers Parteifreunden warten mussten. H. Gieseckes Studie, auf die wir bezüglich Baeumler und Krieck noch kommen, nennt den Grund S. 10: „da mit der 'Hitler-Jugend' eine Jugendorganisation geschaffen“ wurde, „deren pädagogische Wirkung auf viele junge Menschen nicht unterschätzt werden darf“. Israel hat verfügt, dass alle Deutsche, die nach 1927 geboren wurden, als unschuldig zu betrachten sind. Vielleicht sollten wir verfügen, dass alle Forscher, die nach 1937 geboren wurden, als nicht von der NS-Erziehung beeinflusst gelten können. Bei allen anderen muss man, wie Israel es tut/tat, eben erstmal prüfen... Pöggeler hat ja später bei dem „regimefernen“ Heidegger-Schüler Gadamer promoviert... Der lag Heidegger auch zu Füßen, Zitat Gadamer: „...da habe ich erst gesehen, was Können ist.“ Gadamer, Pöggeler, das ist die Heidegger-Clique, die noch im Nazireich irgendwie dabei war.

    --BaneshN. (Diskussion) 21:47, 31. Jul. 2017 (CEST)

    Wie Filinthe die Arbeit von BaneshN. weiter oben negativ rezipiert, kann ich nicht verstehen. So zitiert Filinthe wiederholt Pöggeler, den BaneshN. und Lutz Hartmann für einen Apologeten des Heideggerschen Denkens bezüglich des NS halten. In diesem Abschnitt legen Lutz Hartmann und BaneshN. ihre scharfe, belegte Kritik an Pöggeler vor. Auf die hier geäußerten Einwände geht Filinthe mit keinem Wort ein, vielmehr verfolgt er konsequent seine bekannte Agenda. Danke an BaneshN. für die immense, sicher nicht immer erfreuliche, dafür aber erfolgreiche Arbeit an diesem Artikel. Mein Dank gilt auch Lutz Hartmann. --Anima (Diskussion) 19:28, 7. Aug. 2017 (CEST)
    Danke für Deinen Zuspruch, Anima, sicher auch im Namen von Lutz. Wir sollten aber bedenken, dass es oft besser ist, wenn monologische Neigungen und katanonisches Verweilen erstmal sich selbst überlassen bleiben. Die Beiträge sind wahrscheinlich auch nicht dazu gedacht, ernstgenommen zu werden, sie erfüllen wohl Funktionen, die wir nicht unbedingt näher kennenlernen müssen. Ich schlage vor, wir warten darauf, ob KarlV sich hier zu Wort meldet, wenn er nächste Woche aus dem Urlaub zurück ist, dann können wir ja wieder zur Sache debattieren. Grüße an Dich.--BaneshN. (Diskussion) 21:22, 7. Aug. 2017 (CEST)
    Anima, „weiter oben“ ist sehr unklar, was genau habe ich „negativ rezipiert“? Vor kurzem habe ich eigentlich seine Arbeit gelobt. Aber hier ist alles schon wieder falsch (siehe zB oben diese andere Disku):
    • Dass man von einer Ethik Heideggers nicht sprechen darf, ist rein POV. Stephan Grätzel: „Von Martin Heidegger wird gesagt, dass er keine Ethik entwickelt habe. ... Aber das ist nicht ganz richtig.“ Grätzel spricht von der „Sorge im ethischen Sinne der Pflege“. Diana Aurenque: „Es besteht kein Zweifel: Heideggers Denken lässt sich als eine Suche nach dem angemessenen Ethos des Menschen interpretieren.“ Siehe auch Andreas Luckner, Raffoul und Stefan W. Schmidt, oder Frederick A. Olafson: Heidegger and the Ground of Ethics: A Study of Mitsein.
    • In der Vorlesung ist eigentlich schon die Rede vom „Marxismus“ und von der „organisatorischen Lenkung der Lebensmasse und Rasse eines Volkes“. Darauf verweist auch Franzen, wenn er wie Pöggeler schreibt: „Während der ursprüngliche Sinn der NS-Bewegung für Heidegger darin gelegen habe, das deutsche Volk auf einen Weg zu bringen, der demjenigen Russlands und Amerikas entgegengesetzt sein sollte, unterscheide sich der faktische Nationalsozialismus gerade nicht mehr von dem, was in Amerika und Russland geschieht.“
    • Die Autobiographie Pöggelers wird falsch gedeutet. Pöggeler schreibt eigentlich vor dem oben zitierten Satz: „Als einmal der Pimpfenführer betonte, dass wir gern „dem Führer dienten“, verneinte ich das und bezeichnete das Ganze im Zorn über die verlorene Zeit als „Blödsinn“ (das war das Wort meines Vaters für Parteiveranstaltungen).“ Dies als Apologie des Nationalsozialismus darstellen zu wollen, ist einfach krank. Der Satz: „Es gab auch unter den Nazis solche, die sozial und überhaupt gerecht sein wollten“ drückt Erstaunen aus über ein widersprüchliches Verhalten: Nazi und gerecht sein wollen. Auf Deutsch gibt es einen großen Unterschied zwischen „sein“ und „sein wollen“. Filinthe (Diskussion) 07:56, 9. Aug. 2017 (CEST)

    Für den kritischen Mitleser:

    Das Dasein in SuZ ist wertphilosophisch streng neutral. Deshalb kann die Daseinsanalystik keinen Ansatz für eine Sollensaussage bieten. Levinas hat das hübsch auf den Punkt gebracht: „bei Heidegger hat das Dasein niemals Hunger“ (Totalität und Unendlichkeit, 2. Aufl. Alber, Freiburg/München 1993, 191) Heidegger selbst kritisiert jedes Wertdenken als platonische Seinsvergessentheit. Selbst Nietzsche bleibt nach Heidegger diesem Denken verhaftet und ist (in den Vorlesungen ab 1938 = Nietzsche II) nur Vollender und nicht Überwinder der Metaphysik, weil die „Umwertung alller Werte“ immer noch Wertphilosophie, d.h. platonisch fundiert ist. Lassen wir Heidegger noch einmal selbst sprechen: „So wichtig die ökonomisch-sozialen, die politischen, die moralischen und sogar religiösen Fragen sein mögen, die in Bezug auf das technische Hand-Werk verhandelt werden, sie alle reichen nirgends in den Kern der Sache.“ (Was heißt Denken, GA 8, 27) Oder: „Wenn man die Frage [ob die Philosophie einen gesellschaftlichen Auftrag habe] beantworten will, muß man zuerst fragen >Was ist die Gesellschaft?< und darüber nachdenken, daß die heutige Gesellschaft nur die Verabsolutierung des modernen Subjektivismus ist und daß von hier aus eine Philosophie, die den Standpunkt des Subjektivismus überwunden hat, überhaupt nicht mitsprechen darf.“ (Interview mit Richard Wisser, GA 16, 703) Heidegger hat nie etwas Positives über Ethik geschrieben, sondern immer die traditionelle Ethik in die Kategorie Seinsvergessenheit eingeordnet, also grundlegend als philosophisch falsch kritisiert.

    Wenn hier zur Verteidigung Pöggelers auf verschiedene Autoren verwiesen wird, so sind deren Beiträge so einzusortieren, wie Luckner (den ich für sein klares Buch über SuZ ich sehr schätze) das für seinen eigenen Beitrag im verlinkten Kommentar selbst tut: „Im Folgenden wird versucht, Heideggers Sein und Zeit für eine der Ethik im weiteren Sinne zuzurechnende Fragestellung fruchtbar zu machen.“ Luckner interpretiert hier nach eigener Aussage nicht Heidegger, sondern versucht ausgehend von Heidegger eine eigene Theorie/Hypothese zu entwickeln.

    Friedrich Rapp hat hierzu eine klare Analyse vorgelegt:

    „„Heidegger orientiert sich nicht an der Bewußtseinshelle des Rationalismus und der Aufklarung. An die Stelle der Reflexion über Inhalt und Berechtigung allgemeingültiger ethischer Normen tritt bei ihm das durch die jeweilige Tradition vorgeformte ,,Je-schon-in-der-Welt-Sein", dessen bloße Faktizität jedoch in der „vorlaufenden Entschlossenheit“ zu überwinden sei. Heidegger kennt keine nüchterne Güterabwägung und keine Vernunftgebote. Sein Denken nicht dem rationalen Kalkül und der begriffslogischen Explikation, sondern eher modifizierten theologischen Denkfiguren, die entsprechend dem Schema von Sündenfall, Offenbarung und Erlösung radikale Konversionen fordern. Die Verlorenheit an das „Man“, die These von der Seinsvergessenheit abendländischer Metaphysik und die „Kehre“ der Spätphilosophie ordnen ein in den Duktus einer Abkehr vom vorläufigen, unzulänglichen Alten der Gewinnung bzw. Wiedergewinnung der neuen Eigentlichkeit.

    Systematisch gesehen ist dies zugleich mehr und weniger als die traditionelle Ethik leisten will und leisten kann. Es ist mehr, weil in der Daseinsanalytik das ontologische Fundament thematisiert wird, von dem her dann überhaupt eine Ethik möglich wird. Und die zu gewinnende Eigentlichkeit spricht tiefere Schichten der Person an als der Appell an die Vernunft. Doch was Heidegger bietet ist zugleich weniger, weil alles, was nach der Fundierung und nach Einsicht in das eine, das nottut, folgen muß, nicht zum Gegenstand der philosophischen Reflexion gemacht wird.“ ( Zeitschrift für philosophische Forschung, Bd. 43, H. 4 (Oct. - Dec., 1989), pp. 695-701, hier 696-697)“

    Auf den restlichen Unsinn von Filinthe gehe ich nicht ein. Er versucht mir hier das Wort im Mund umzudrehen und schreibt über Dinge, die ich nicht geschrieben habe. Man vergleiche bitte meinen Text oben. Die Anwürfe sind schlicht eine Frechheit. --Lutz Hartmann (Diskussion) 00:23, 11. Aug. 2017 (CEST)

    Na gut, lass uns die Texte vergleichen:
    „Der Sorgebegriff ist bei Heidegger keineswegs ethisch zu verstehen“: falsch, der Begriff wird in der Fachliteratur ethisch verstanden. Grätzel: „In Heideggers Philosophie finden sich fundamentale Ansätze zu einer ethischen Praxis. Sie liegen vor allem in der grundsätzlichen Bedeutung der Sorge bzw. des Besorgens.“ Damit will ich Pöggeler gar nicht „verteidigen“, ich zeige nur, dass die Behauptung, er liege falsch, POV ist.
    „Heidegger hat nie etwas Positives über Ethik geschrieben“: falsch, im Brief über den Humanismus spricht er von einer „ursprünglichen Ethik“. Vgl. Rudolph. Dass Heidegger die „traditionelle Ethik“ kritisiert, heißt nicht, behauptet zB Raffoul, dass er ethische Themen ablehnt. Also auch POV. Dass Luckners ethische Interpretation der Philosophie Heideggers eigentlich gar keinen Bezug zur Philosophie Heideggers hat, klingt komisch.
    „Der Begriff „Nationalsozialismus“ kommt in der ganzen Vorlesung in der 1953 veröffentlichten (und von Heidegger gefälschten) Fassung nur einmal vor. ... Die Begriffe liberal, Liberalismus, Demokratie, bolschewistisch, Bolschewismus finden sich ebenfalls nicht im Text der Vorlesung.“ Falsch: in der Vorlesung ist vom Marxismus und Rassismus ausdrücklich die Rede. Und Franzen deutet die Vorlesung ähnlich wie Pöggeler.
    „Pöggeler schreibt in seinen Erinnerungen, dass er aus der HJ hinausgeworfen wurde, dann aber einen erleichternden Brief erhielt“ - als ob er die HJ mochte. Falsch: er schreibt genau das Gegenteil: er hasste die HJ, und wurde hinausgeworfen, weil er es gewagt hätte, es offen zu sagen.
    Statt „Exkurse“ zu schreiben wäre es besser und höflicher, meine oben gestellte Frage zu beantworten: warum „schikanieren“ Weinberg und Mehring? Filinthe (Diskussion) 16:33, 11. Aug. 2017 (CEST)

    Zum Begriff der Sorge siehe Günther Anders, Über Heidegger, S. 81f oder Reiner Ruffing: Der Sinn der Sorge, s. 7-8, auch Manfred Geier: Heidegger und Wittgenstein (Abschnitt: Heideggers Austreibung der Ethik aus der Philosophie). Dass Filinthe vor keiner Falschdarstellung zurückschreckt, kann der geneigte Leser dem Originaltext aus dem Humanismus-Brief entnehmen, den ich hier ausführlich zitiere, weil man dann leicht erkennen kann, wie sehr das oben vorgestellte Zitat aus dem Aufsatz von Rapp auf den Text Heideggers zutrifft. Heidegger lehnt auch hier eine inhaltliche Auseinandersetzung mit ethischen Fragen schlichtweg ab. Er legt dar, dass sein Denken in einer Sphäre liegt, die vor der Aufteilung der Philosophie in Sparten (Ontologie, Logik, Ethik) ihre Geltung hat. Entsprechend ist sein Leitbegriff der Ethos und nicht die Ethik, was für Heidegger ganz etwas anderes meint als Ethik, wie er im zitierten Text ausführt. Die Behauptung Filinthes ist schlicht unwahr.

    „„Bald nachdem »S. u. Z.« erschienen war, frug mich ein junger Freund: »Wann schreiben Sie eine Ethik«? Wo das Wesen des Menschen so wesentlich, nämlich einzig aus der Frage nach der Wahrheit des Seins gedacht wird, wobei aber der Mensch dennoch nicht zum Zentrum des Seienden erhoben ist, muß das Verlangen nach einer verbindlichen Anweisung erwachen und nach Begeln, die sagen, wie der aus der Ek-sistenz zum Sein erfahrene Mensch geschicklich leben soll. Der Wunsch nach einer Ethik drängt um so eifriger nach Erfüllung, als die offenkundige Ratlosigkeit des Menschen nicht weniger als die verhehlte sich ins Unmeßbare steigert. Der Bindung durch die Ethik muß alle Sorge gewidmet sein, wo der in das Massenwesen ausgelieferte Mensch der Technik nur durch eine der Technik entsprechende Sammlung und Ordnung seines Planens und Handelns im ganzen noch zu einer verläßlichen Beständigkeit gebracht werden kann. […]

    Bevor wir versuchen, die Beziehung zwischen » der Ontologie « und »der Ethik« genauer zu bestimmen, müssen wir fragen, was »die Ontologie« und »die Ethik« selbst sind. Es wird nötig, zu bedenken, ob das, was in den beiden Titeln genannt sein kann, noch dem gemäß und nahe bleibt, was dem Denken aufgegeben ist, das als Denken allem zuvor die Wahrheit des Seins zu denken hat.

    Sollten freilich sowohl »die Ontologie« als auch die »Ethik« samt allem Denken aus Disciplinen hinfällig und dadurch unser Denken disciplinierter werden, wie steht es dann mit der Frage nach der Beziehung zwischen den beiden genannten Disciplinen der Philosophie?

    Die »Ethik« kommt mit der »Logik« und der »Physik« zum erstenmal in der Schule Platons auf. Diese Disciplinen entstehen zu der Zeit, die das Denken zur »Philosophie«, die Philosophie aber zur επίστήμη (Wissenschaft) und die Wissenschaft selbst zu einer Sache der Schule und des Schulbetriebes werden läßt. Im Durchgang durch die so verstandene Philosophie entsteht die Wissenschaft, vergeht das Denken. Die Denker vor dieser Zeit kennen weder eine »Logik«, noch eine »Ethik«, noch die »Physik«. Dennoch ist ihr Denken weder unlogisch noch unmoralisch. Die φύσις aber dachten sie in einer Tiefe und Weite, die alle spätere »Physik« nie mehr zu erreichen vermochte. Die Tragödien des Sophokles bergen, falls überhaupt ein solcher Vergleich erlaubt ist, in ihrem Sagen das ήϑος anfänglicher als die Vorlesungen des Aristoteles über »Ethik«. Ein Spruch des Heraklit, der nur aus drei Wörtern besteht, sagt so Einfaches, daß aus ihm das Wesen des Ethos unmittelbar ans Licht kommt.

    Der Spruch des Heraklit lautet (Frgm. 119): ήϑος άνϑρώπω δαίμων. Man pflegt allgemein zu übersetzen: »Seine Eigenart ist dem Menschen sein Dämon.« Diese Übersetzung denkt modern, aber nicht griechisch, ήϑος bedeutet Aufenthalt, Ort des Wohnens. Das Wort nennt den offenen Bezirk, worin der Mensch wohnt. Das Offene seines Aufenthaltes läßt das erscheinen, was auf das Wesen des Menschen zukommt und also ankommend in seiner Nähe sich aufhält. Der Aufenthalt des Menschen enthält und bewahrt die Ankunft dessen, dem der Mensch in seinem Wesen gehört. Das ist nach dem Wort des Heraklit δαίμων, der Gott. Der Spruch sagt: der Mensch wohnt, insofern er Mensch ist, in der Nähe Gottes. […]

    ήϑος άνϑρώπω δαΐμων, sagt Heraklit selbst: »Der (geheure) Aufenthalt ist dem Menschen das Offene für die Anwesung des Gottes (des Ungeheuren).« 

    Soll nun gemäß der Grundbedeutung des Wortes ήϑος der Name Ethik dies sagen, daß sie den Aufenthalt des Menschen bedenkt, dann ist dasjenige Denken, das die Wahrheit des Seins als das anfängliche Element des Menschen als eines eksistierenden denkt, in sich schon die ursprüngliche Ethik. Dieses Denken ist aber dann auch nicht erst Ethik, weil es Ontologie ist. Denn die Ontologie denkt immer nur das Seiende (ον) in seinem Sein. Solange jedoch die Wahrheit des Seins nicht gedacht ist, bleibt alle Ontologie ohne ihr Fundament.“ (GA 9, 353ff)“


    Der zweite Punkt, der hier anzusprechen ist, ist die Behauptung Filinthes, man könne mit der Suche nach den Begriffen Marxismus und Rasse belegen, dass Pöggelers These von der Gleichsetzung von Liberalismus, Bolschewismus und (real existierendem) Nationalsozialismus in der Vorlesung Einführung in die Metaphysik richtig sei. Wir erinnern uns: Das war der Kritikpunkt an Pöggeler, nichts anderes! Nun denn, wir suchen und finden auf S. 51 folgenden Absatz:

    „Ob dieser Dienst der Intelligenz sich nun auf die Regelung und Beherrschung der materiellen Produktionsverhältnisse (wie im Marxismus) oder überhaupt auf die verständige Ordnung und Erklärung alles jeweils Vorliegenden und schon Gesetzten (wie im Positivismus) bezieht oder ob er sich in der organisatorischen Lenkung der Lebensmasse und Rasse eines Volkes vollzieht, gleichviel, der Geist wird als Intelligenz der machtlose Überbau zu etwas Anderem, das, weil geist-los oder gar geist-widrig, für das eigentlich Wirkliche gilt. Versteht man, wie es der Marxismus in der extremsten Form getan, den Geist als Intelligenz, dann ist es, in der Gegenwehr zu ihm, völlig richtig zu sagen, daß der Geist, d. h. die Intelligenz, in der Ordnung der wirkenden Kräfte des menschlichen Daseins stets der gesunden leiblichen Tüchtigkeit und dem Charakter nachgeordnet werden muß. Diese Ordnung wird aber unwahr, sobald man das Wesen des Geistes in seiner Wahrheit begreift.“

    Oops, schon wieder Pech gehabt. Auch das war eine Nebelkerze! An weiteren Stellen kommen die beiden Begriffe nicht vor.

    Auf die weiteren Thesen Filinthes ist erneut nicht einzugehen. Lutz Hartmann (Diskussion) 12:00, 12. Aug. 2017 (CEST)

    Übliche TF und falsche Darstellung: es sind nicht meine „Thesen“, da ich Bücher zitiere. Dafür ist alles hier wieder Theoriefindung, wo sind die Belege? Ja, es gibt Autoren, die Pöggeler widersprechen, und andere, die auch meinen, „daß das Ethische zu seinem Denken gehörte“. Es gibt eine Debatte, so ist es, ich kann nichts dafür, leugnen bringt nichts.
    Dass der Ausdruck „ursprüngliche Ethik“ eigentlich eine Kritik ist, ist unbelegt = TF. Sowas ist weder bei Rudolph noch bei Aurenque zu lesen. Darüber hinaus verwechselt Pöggeler „das Ethische“ und „die Ethik“ nicht.
    Dass Pöggeler und Franzen den Text falsch verstanden haben, ist auch unbelegt = TF. Vielleicht Morat. Dagegen Thomä 2003 S. 176: „Während diese Passage [über Russland und Amerika] Heidegger mit den Nationalsozialisten in eine Reihe zu stellen scheint, kritisiert er andererseits die Interpretation von Geist als Intelligenz im Dienst »der organisatorischen Lenkung der Lebensmasse und Rasse eines Volkes«.“ Siehe auch Dottori, Gasché oder Karl Albert, der meint, dass „an der zitierten Stelle eine erhebliche Distanz zum Nationalsozialismus sichtbar“ werde (Philosophie der Kunst, 1989, S. 259). Sogar Faye schreibt, Heidegger kritisiere hier den „liberalen Nationalsozialismus“.
    Dass Pöggeler nicht geschrieben hat, er wäre gern in der HJ, darüber braucht tatsächlich nicht diskutiert zu werden. BaneshN hat oben von „falsifizierenden Mitteln“ gesprochen, wobei er eigentlich den Text schon wieder falsch verstanden hat. Aber hier kann man ohne Zweifeln von solchen „Mitteln“ sprechen.
    Dass die Bücher Weinbergs und Mehrings „Geschwätze“ sind, braucht noch eine rationale Rechtfertigung. Filinthe (Diskussion) 10:08, 13. Aug. 2017 (CEST)