Diskussion:Minimumgesetz

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Danach ist also Überdüngung nicht möglich - kann doch nicht sein. Wer kennt den genauen Text des 'Liebigschen Minimumgesetzes'und trägt ihn ein?

Frage: Mein ehem. Pflanzenbau Prof. hat einmal nur so nebenbei erwähnt, dass das Minimumgesetz de facto falsch ist, durch seinen absolutistischen Anspruch. Seinen Aussagen zufolge kann teilweise Nährstoffmangel eines Nährstoffs durch die Zugabe eines anderen kompensiert werden. Weiters sagte er, dass das Mimimumgesetz nur in zwei Extremsituation richtig ist. 1. Alle Nährstoffe sind im Optimum, bis auf einen (der beschränkt dann das Wachstum). 2. Nur ein Nährstoff ist im Optimum, alle anderen sind im Minimum (welche dann das Wachstum beschränken). Die Geschichte ist jetzt bereits sieben Jahre her, mein Gedächtnis könnte mir also kleine Schnipchen schlagen. Nichtsdestotrotz würde ich gerne Wissen, ob an der Sache was dran ist...

Antworten: Zu 1.: Suche Originaltext in Agenda übernommen Wenn NPK, Wasser, Licht, Temperatur im Optimum sind, wird CO2 limitierend. Deshalb wird in Gewächshäusern oft damit begast. Danach kommt zum tragen, daß die Photosyntheserate einer Optimumkurve folgt, ein Mehr an Licht kann irgendwann nicht mehr genutzt werden, weil Enzym-Menge und Aktivität begrenzt sind. C4-Pflanzen sind hier noch etwas leistungsfähiger (Mais, Schilf und einige andere Gräser) Liebig und sein Vorgänger haben aber nur die Mineralstoffe betrachtet, wie es ja für den Feldbau der damaligen Zeit sinnvoll war, konnten diese zusätzlichen Beziehungen deshalb aber nicht erkennen.

Zu 2.: Kompensation ist mir nicht klar, wie das gehen soll - einer Pflanze mit massivem N-Mangel kann nicht durch P-Gabe abgeholfen werden. Außer...wenn P quasi Co-Minimum-Faktor ist, durch dessen Gabe vielleicht die Wurzelaktivität verbessert wird, so daß das wenige vorhandene N besser erreicht wird. Denkbar wäre in diesem Zusammenhang z.B. eine Verbesserung der Dichtigkeit der Zellmembranen durch Kalkung bei paralleler Ca-Mangelversorgung, wodurch die Verluste der Pflanze verringert werden. Hier kommt man zu einer Betrachtung, die auf die Bedeutung der Nährstoffe für die verschiedenen Stoffwechselvorgänge der Pflanze schaut, auf die Bedeutung der Vorgänge im Gesamtgefüge des Stoffwechsels (und deren Dynamik im Wachstumsverlauf) und auf Möglichkeiten der Kompensation, die sich daraus ergeben. Letztlich führt das auch in bodenökologische Gefilde, wozu z.B. auch die Optimierung der Nährstoffverfügbarkeit über den pH-Wert gehört oder die P-Fixierung an Eisen oder Calcium - dies ein bedeutender Faktor für die Entstehung von Magerwiesen. Insgesamt ein Problem der Umsetzung von Nährlösungsexperimenten in die komplexe Wirklichkeit des Ackerbaus.--Ray Lomas 13:07, 28. Mär. 2009 (CET)