Diskussion:Steine an der Grenze

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GiftBot (Diskussion) 00:28, 7. Okt. 2012 (CEST)

Aktuelle Entwicklung[Quelltext bearbeiten]

Dass der "einzigartige Charakter" durch Windenergieanlagen "bedroht" wird ist rein subjektiv. Es sollen ja keine Skulpturen entfernt werden, es werden in ihrer Umgebung WEA´s errichtet. Das wird von den Künstlern vielleicht als Bedrohung empfunden, aber ob das so in die Wikipedia sollte? (nicht signierter Beitrag von 84.165.149.141 (Diskussion) 12:13, 26. Nov. 2013 (CET))


Ich habe die Steine bislang nur auf Bildern gesehen, aber gerade bei solchen Objekten ist die Einbettung in eine geeignete Umgebung schon relevant. Es macht zum Beispiel auch einen ganz anderen Eindruck, wenn etwa eine Skulptur oben auf einer Bergspitze die Landschaft dominiert oder mitten in der Großstadt zwischen Hochhäusern untergeht oder aber ob man die Skulptur in einen rein weißen Raum in ein Museum stellt - was an der einen Stelle wirken mag, kann an anderer Stelle belanglos erscheinen - oder aber eben auch ganz anders, was man auch gezielt nutzen kann, wenn man Werke absichtlich in anderen Umgebungen aufstellt. Aus persönlicher Betrachtung aus Hannover von Steinskulpturen desselben Künstlers ist mir zumindest eindeutig klar, daß es einen großen Unterschied macht, ob etwa solch ein Stein neben einer Kirche positioniert ist, im Garten eines (mehrstöckigen) Instituts einer Universität, einem Fluß/See zwischen Bäumen oder auch auf einer Wiese in einer weitläufigeren Parkanlage. Und so ein Windrad scheint mir da noch deutlich dominanter zu sein, als alles, was man da so in Hannover an Beispielen findet, womit die Skulpturen so konkurrieren - zumal so in der Landschaft ist der Konstrast mit und ohne Windrad viel größer als verschiedene Bebauungen in der Stadt.
Die Korrelation zwischen Werk und Umgebung ist insbesondere dann stark, wenn die Künstler die Objekte für eine bestimmte Umgebung ausgelegt haben - und diese Objekte sind ja nun mal nicht im Elfenbeinturm entstanden und dann vom Himmel gefallen und zufällig dort liegengeblieben. Nicht umsonst ist es auch bei öffentlicher Kunst in Städten auffällig, wenn eine Skulptur an einen anderen Platz umzieht und dann ganz andere Assoziationen durch den Bezug zur Umgebung aufkommen. Errichtet man nun große und zudem noch bewegliche Objekte (der Mensch reagiert recht stark auf Bewegung), so wird die Aufmerksamkeit automatisch auf diese gezogen. Wo es zuvor noch gereicht haben mag, die Steinskulpturen geschickt in der Landschaft zu platzieren, um sie angemessen wirken zu lassen, müssen sie nun mit einer ganz anderen Umgebung konkurrieren. In einem Museum wird man auch nicht neben statischen, klassischen Gemälden Monitore mit aggressiven, bunten, lauten Werbefilmen aufstellen. Man kann das eine wie das andere gelten und wirken lassen, nur nicht nebeneinander.
Zusammenfassend kann man also wohl sagen, daß die Rezeption der Werke natürlich von einer massiv veränderten Umgebung beeinflußt wird. Auch wenn die Rezeption durch den individuellen Betrachter immer subjektiv ist, so trifft doch der Bezug zur Umgebung für alle Betrachter zu und damit ist die Änderung des Charakters sicher so objektiv, wie man das für die Rezeption von Kunst nur formulieren kann. Subjektiv bewertbar ist dabei allenfalls, wie man die Relevanz der Änderung betrachtet - sind einem die Kunstwerke, Künstler und die Betrachter an sich egal, so wird es recht leicht fallen, den objektiv vorhandenen Einfluß neuer, großer und beweglicher Bauwerke als für die Gemeinschaft als irrelevant einzustufen. Sonst eher nicht. Im letzteren Falle bleibt dann noch abzuwägen, was wichtiger ist - oder wenn der Standort für die Windanlagen als besonders effizient einzustufen ist - ob man nicht zusammen mit den Künstlern einen anderen Standort für die Kunstwerke finden kann und dann eben den Umzug bei den Kosten für die Windanlagen mit einplant. Vielleicht haben ja andere Gemeinden an der Grenze zu Frankreich mehr Interesse an Kunst. Es werden ja auch beim Bau von Stauseen Ortschaften umgesiedelt, warum sollte man also nicht Kunst in eine andere Region umsiedeln oder aber auch die Windanlagen in anderen Regionen mit ähnlicher Effizienz ansiedeln? Es bringt aber nichts, den Einfluß an sich zu leugnen. Den wird man auch kaum leugnen können, wenn man so ein großes Windrad mitten auf den Dorf(fußball)platz stellen würde. Doktorchen (Diskussion) 18:34, 26. Nov. 2013 (CET)


Auch ich kenne die Steine nicht aus persönlicher Anschauung - aber die "Bedrohung" - vielleicht sollte man besser und weniger emotional von "Beeinträchtigung" sprechen - also diese (wesentliche) Beeinträchtigung ist nicht "rein subjektiv" und gar nicht zu leugnen. Der Argumentation von Doktorchen ist in dieser Hinsicht nichts hinzuzufügen. Den letzten Schlüssen möchte ich jedoch widersprechen: Auf einen bestimmten Ort bezogene Kunst ist nicht "umsiedelbar". Sie würde damit einen wesentlichen Teil ihrer Selbst (nennt es Aura o.dgl.) verlieren. Außerdem würde damit dokumentiert, dass Kunst beliebig (aufstellbar) ist. Aber nicht zuletzt geht es hier um Grundsätzliches: Welchen Stellenwert hat Kunst im ästhetischen und sozialen Kontext? Die Steine an der Grenze haben eine hohe geschichtliche und zeitgeschichtliche Relevanz. Darf Kunst generell, und speziell solche, die offensichtlich einen gesellschaftlichen Wert hat, zum Spielball wirtschaftlicher oder politischer Interessen werden? Diese Frage ist eindeutig zu verneinen. Deshalb: Wehret den Anfängen! Perlblau (Diskussion) 20:52, 26. Nov. 2013 (CET)

Ich kenne die Lage vor Ort ja nicht - oder wie die Künstler zu so einer Umsiedlung stehen. Das alles sollte man natürlich in der Vorplanung geklärt haben und nicht erst diskutieren, wenn man die Dinger schon bauen will - auch wegen der Finanzierung - sowohl Umsiedlung als auch neue Standortsuche für die Windräder kann teuer werden. Aus verschiedenen mehr oder weniger guten Gründen ziehen eben einige Kunstwerke um oder verschwinden leider auch ganz von der Bildfläche (Diebstahl, Vandalismus, 'Flurbereinigung' etc - all das ist mir leider auch aus meinem hannöverschen Umfeld gut bekannt), von daher gehört Veränderung und Verlust liebgewordener Dinge zum Leben, aber in einer Gesellschaft von gewissem kulturellen Niveau kann man da schon erwarten, daß dabei sinnvoll geplant wird und nicht Naivität vorgetäuscht wird. Das ist eben ein Ausgleich verschiedener Interessen. Und ob oder wie sich da so eine Gemeinde aus der Affäre zieht, den Konflikt löst, prägt natürlich auch ihr Bild und das des aktuellen kulturellen Niveaus nach außen. Doktorchen (Diskussion) 10:46, 27. Nov. 2013 (CET)

Was ist eigentlich das Ziel dieser wortreichen Diskussion? Das Skulpturenprojekt Steine an der Grenze ist beispielhaft, wie wenige andere Skulpturenprojekte in der Landschaft. Ich war zwei Tage lang dort und habe die Fotos eingestellt (User:Kamahele). Über seine Entwicklung entscheiden jedoch nicht Wünsche und Kunstverständnis von Wikipedianern, sondern regionale und örtliche Gremien. Sie haben meist andere Interessen, leider. Hier weiter zu diskutieren ist müssig. Ebhauff (Diskussion) 12:03, 27. Nov. 2013 (CET)

Das Verändern der Umgebung eines ortbezogenen Kunstwerks (und wenn diese Werke hier nicht - aus verschiedenen Gründen - ortsbezogen sind, dann weiß ich nicht, welche es je sein sollten) zerstört das Kunstwerk. Wenn das die politischen Entscheidungsträger wollen, dann muss man die Zerstörung des Gesamtkunstwerks auch so nennen - und es als solches anprangern. Ein "Meditationsstein" neben (oder unter) einer WEA ist kein Meditationsstein mehr. Das Projekt, das die Erinnerung an eine unselige Grenze in einer unseligen Zeit in etwas Positives verwandelt, wäre gescheitert... zerstört von Personen, die diese Bemühungen entweder nicht verstehen oder nicht als das sehen, was es ist: Kunst im öffentlichen Raum, die im besten Sinne des Wortes über die Grenzen (sic!) hinweg völkerverbindend Menschen zusammenbringt. Mobilisiert die betroffenen Künstler aus allen vertretenen Ländern und alle anderen Menschen, die sich für Kunst und für ein friedliches Europa einsetzen! Moltkeplatz (Diskussion) 16:03, 27. Nov. 2013 (CET)