Diskussion:Sumerische Sprache

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Wörterlisten[Quelltext bearbeiten]

Da, wie im Archiv zu sehen, das Problem andauernd auftritt, sollte entweder ein eigener Abschnitt oder ein Caveat-Bapperl hier oben auf der Disku mit etwa folgendem Inhalt eingerichtet werden:

Amateure und Pseudowissenschaftler stellen immer wieder Wörterlisten auf, die eine angebliche Verwandtschaft des Sumerischen mit weitaus jüngerem Sprachen, vor allem mit dem Ungarischen, dem Kurdischen oder dem Türkischen, "beweisen" sollen. Außer der Tatsache, daß die neuzeitlichen Sprachen Ungarisch, Türkisch und Kurdisch zufällig wie das bronzezeitliche Sumerisch aggluttinierende Sprachen sind und sich die drei neuzeitlichen Sprachen besonders in der Zeit der osmanischen Herrschaft ab dem frühen 16. Jahrhundert für rund 150 Jahre gegenseitig beeinflußt haben (wobei allerdings große Ähnlichkeiten zwischen der ungarischen Runenschrift und den turksprachlichen Orchon-Runen bereits auf frühmittelalterliche Kontakte zwischen Magyaren und Turksprachlern schließen lassen), was zu gewissen Ähnlichkeiten unter diesen drei Sprachen (aber nicht mit dem Sumerischen) geführt hat, weisen diese verbreiteten Wörterlisten aber durchgängig drei Probleme auf (für jeden der drei Punkte sollten Beispiele aufgeführt werden):
  • Viele der angeblichen: "sumerischen" Wörter sind von den Erstellern der Wörterlisten frei erfunden.
  • Weitere angeblich: "sumerische" Wörter sind in Wahrheit akkadisch. Zur Entkräftung dieses Einwands wird von Amateuren oft eingewandt, daß keinerlei sichere Trennung zwischem dem Sumerischen und Akkadischen möglich sei, was wiederum von nahezu der gesamten sprachwissenschaftlichen Fachwelt verneint wird; das Akkadische und Sumerische sind so gut unterscheidbar, daß die Anzahl der jeweiligen Lehnwörter sogar ziemlich exakt auf jeweils 3-4% akkadischer Lehnwörter im Sumerischen und 7% sumerischer Lehnwörter im Akkadischen festgelegt werden kann.
  • Tatsächlich existenten sumerischen Wörtern wird eine völlig falsche Bedeutung untergeschoben, um eine angebliche Verwandtschaft mit entfernt ähnlich klingenden Wörtern in modernen Sprachen zu: "beweisen".
Desweiteren sprechen gegen eine durch solche amateurhaft erstellten Wörterlisten immer wieder behauptete Verwandtschaft des Sumerischen speziell mit dem Ungarischen, Kurdischen und Türkischen eindeutige chronologische und geographischen Fakten. Nicht nur wurde schon allein geographisch keine der drei Sprachen oder einer ihrer Vorläufer zu jener Zeit, als das Sumerische noch eine gesprochene Sprache war, die nicht nur einer Handvoll Gelehrter als bloßer Schriftsprache noch bekannt war, in einer ausreichenden geographischen Nähe zum im heutigen südöstlichen Irak zentrierten sumerischen Sprachgebiet gesprochen, um eine Verwandtschaft oder auch nur einen bloßen Sprachkontakt nur annähernd plausibel zu machen.
Zu diesem großen geographischen Abstand, der eine Verwandtschaft extrem unwahrscheinlich macht, kommt, entgegen den von den Erstellern amateurhafter Wörterlisten oft aufgestellten Behauptung, ihre jeweils mit dem Sumerischen verglichene Sprache sei: "neben dem Sumerischen eine der ältesten Sprachen überhaupt", auch der faktisch gigantische zeitliche Abstand zwischen dem Sumerischen, das von ca. 3300-1600 v. Chr. gesprochen wurde und danach nur noch als kaum bekannte oder benutzte Schriftsprache unter einer Handvoll von Gelehrten bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. fortlebte, und den genannten Sprachen bzw. Sprachfamilien:
  • Die Kurdischen Sprachen sind erst seit dem 11. nachchristlichen Jahrhundert sicher belegt, und damit über ein Jahrtausend nach dem Aussterben des Sumerischen als lediglich einer Handvoll von Gelehrten bekannten Schriftsprache, und sogar zweieinhalb Jahrtausende nach dem Aussterben des Sumerischen als gesprochener Sprache. Als vermeintlicher Beleg für eine direkte Verwandtschaft speziell des Kurdischen mit dem Sumerischen wird zuweilen darauf verweisen, daß beides ergative Sprachen sind; in der Fachwelt wird allerdings angenommen, daß das sehr viel spätere Kurdisch seine Ergativität vom um 500 n. Chr. ausgestorbenen, wie das Kurdische ebenfalls zur indoiranischen Sprachfamilie zählenden Medischen übernommen hat, dessen Sprecher wiederum um 1000 v. Chr. (also auch wieder über ein halbes Jahrtausend nach dem Aussterben des gesprochenen Sumerisch) von Norden aus in die Region des heutigen Iran und Kurdistan einwanderten und dort mit dem Hurritischen in Kontakt kamen, von dem sie die Ergativität übernommen haben dürften. Das im Norden der Levante gesprochene Hurritische wiederum ist in keinerlei Beziehung zum während seiner Existenz im heutigen Südostirak zentrierten Sumerischen zu bringen; allenfalls wird über eine Verwandtschaft des Hurritischen zu den frühen, vorindogermanischen ägäischen Sprachen spekuliert. Hinzukommt, daß das Sumerische nicht einmal wie das Kurdische, Medische und Hurritische eine rein ergative, sondern eine split-ergative Sprache ist.
  • Es wird vermutet, daß das Urungarische frühestens über ein Jahrtausend nach dem Aussterben des gesprochenen Sumerisch im asiatischen Sibirien östlich des Urals entstand; erste ungarische Schriftzeugnisse finden sich mit der ungarischen Runenschrift erst im 9. nachchristlichen Jahrhundert (eine Datierung, die allerdings umstritten ist und von einer Reihe von Philologen auch wesentlich später angesetzt wird), tatsächlich sicher nachgewiesen ist die Existenz der ungarischen Sprache aber sogar erst für das 11. Jahrhundert, also das Hochmittelalter.
  • Die ältesten Turksprachen, aus der sich das heutige Türkisch entwickelt hat, sind erst ab dem 8. nachrchristlichen Jahrhundert in der Mongolei belegt; selbst kühnste Spekulationen, die vermuten, daß sich bereits frühe, aus Zentralasien stammende Sprecher von Turksprachen unter den Hunnen befunden hätten, die ab dem 4. nachchristlichen Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Ungarn ins Römische Reich einfielen, lassen noch mehrere tausend Kilometer geographischen Abstand zum einstigen Sprachgebiet der Sumerer völlig unerklärt, sowie zwei Jahrtausende zeitlichen Abstand zur gesprochen Sprache bzw. ein halbes Jahrtausend seit dem Aussterben der seltenen Schriftsprache völlig unüberbrückt.

Das ganze obige ließe sich dann evtl. noch der Übersichtlichkeit halber in die drei (Unter-)Abschnitte Volksetymologische bzw. pseudowissenschaftliche Wörterlisten, Geographische Probleme der Wörterlisten und Chronologische Probleme der Wörterlisten aufteilen.

--2003:71:4E03:6482:B9EF:3007:77D0:2BD2 03:05, 24. Mär. 2018 (CET)

Im Artikel wird ja erwähnt, dass es wie immer allerlei Spekulationen gibt und dass die Fachwelt keine davon anerkennt. Sofern tatsächlich Probleme mit Laien-Wortlisten aufträten, könnte man schauen ob unter Sprachverwandtschaft noch etwas allgemeingültiges dazu anzubringen wäre, auf das man verweisen kann. Da es aber in der jetzigen Version gar keine derartigen Mängel im Artikel gibt, sondern das, wie du sagst, Diskussionen sind, die im Archiv verschwunden sind, halte ich es für besser, das Thema ruhen zu lassen. --Alazon (Diskussion) 11:09, 24. Mär. 2018 (CET)