Disternich

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Disternich
Gemeinde Vettweiß
Wappen von Disternich
Koordinaten: 50° 44′ 22″ N, 6° 40′ 11″ O
Höhe: 145 m ü. NHN
Fläche: 7,39 km²
Einwohner: 665 (30. Jun. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Eingemeindet nach: Müddersheim
Postleitzahl: 52391
Vorwahl: 02252
Die Disternicher Kirche
Die Disternicher Kirche

Disternich ist ein Ortsteil der Gemeinde Vettweiß im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt östlich von Vettweiß auf dem Steilhang des Neffelbaches, einer tektonische Setzung in der Zülpicher Börde.

Nachbarorte sind Sievernich, Müddersheim, Weiler in der Ebene (Stadt Zülpich) und Vettweiß.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt am Ort vorbei führt die alte römische Heerstraße von Zülpich nach Neuss. Sie wurde in Ortsnähe von der Krönungsstraße Aachen – Frankfurt gekreuzt. Dem Verlauf der Heerstraße folgt heute die Bundesstraße 477. Durchgangsverkehr gibt es im Ort nicht.

Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Busse des Rurtalbus binden den Ort durch die AVV-Linien 208 und 232 an den öffentlichen Personennahverkehr an. Zusätzlich verkehrt an Samstagen nachmittags die Linie RufBus 208 anstelle der Linienbusse. Bis zum 31. Dezember 2019 wurde die Linie 208 von der Dürener Kreisbahn (DKB) bedient.

Linie Verlauf
208 Düren Kaiserplatz – Distelrath – (Merzenich Rathaus –) Schöne Aussicht – Girbelsrath – Eschweiler über Feld – Nörvenich Alter Bf – Nörvenich Hommelsh. Weg – Hochkirchen – (Irresheim –) Eggersheim – Lüxheim – Gladbach – Müddersheim – Disternich – Sievernich – Bessenich – Zülpich
232 Sievernich – Disternich – Müddersheim – Gladbach – Poll – Dorweiler – Pingsheim – Herrig – Lechenich
RufBus 208 Rufbus: Nörvenich Hommelsh. Weg – Irresheim – Eggersheim – Lüxheim – Gladbach – Müddersheim – Disternich – Sievernich – Bessenich – Zülpich (Sa nachmittags/abends)

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits ab 1909 fuhr die Kleinbahn der DKB von Distelrath über Nörvenich am Ort entlang nach Zülpich und Embken, an der Disternich einen kleinen Bahnhof hatte. Der Verkehr wurde zunächst mit Dampfzügen, ab 1938 mit Dieseltriebwagen durchgeführt. Ab 1957 verkehrten elektrische Triebwagen der Straßenbahn. Der Personenverkehr wurde 1960 auf Busse umgestellt. Nach der Einstellung des Güterverkehrs 1962 wurde die Strecke stillgelegt und abgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Disternich wurde schon von den Kelten um 400 v. Chr. besiedelt. Erstmals erwähnt wird der Ort als Dextriniacum. Im Jahre 1447 wird ein Ritter Rost von Disternich als Besitzer der Burg genannt.

Am 5. August 1922[2] wurde in Disternich die erste Ortsgruppe der Bodenreformer im Kreis Düren gegründet.

Am 1. Januar 1969 wurde Disternich nach Müddersheim eingemeindet.[3] Der Ort kam zusammen mit Müddersheim am 1. Januar 1972 im Rahmen des Aachen-Gesetzes zur neuen Gemeinde Vettweiß.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Backsteinbau der Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert. Erste Erwähnung findet aber schon eine Marienkirche im Jahre 1171. 1854 wird Disternich eigenständige Pfarre (früher zu Sievernich gehörend).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arnold Joseph Monar, (* 1860 in Disternich, † 1911 in Bonn), Organist in Bonn, Komponist und Herausgeber zahlreicher Orgelwerke

Vereine, Vereinigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TC Neffeltal Disternich 1922 e. V.
  • KG Desteniche Heedmösche
  • katholischer Jugendclub Disternich
  • Freiwillige Feuerwehr Vettweiß, Löschgruppe Disternich mit Jugendfeuerwehr
  • Treckerfreunde Disternich
  • St. Josef Schützenbruderschaft Disternich
  • Sportclub Disternich
  • IG Disternicher Ortsvereine
  • Lebensgemeinschaft Burg Disternich

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundschulkinder werden mit Schulbussen nach Kelz gebracht. Weiterführende Schulen gibt es in Düren und Zülpich.

Im Dorf gibt es einen Kindergarten mit 3 Gruppen, der von der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird.[5]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Traurige Berühmtheit erlangte der Ort vor vielen Jahren, als aus der Schenkenburg eine echte, sehr teure Stradivari-Geige entwendet wurde. Die Burg gehörte früher Catharina Schenkel.
  • Auf der Hallenburg (Burg Disternich) lebt seit 2017 eine Lebensgemeinschaft.[6]
  • In Disternich hat die Fundus-Gruppe einen Teil ihrer Büros.
  • Als Versammlungsstätte steht eine Bürgerhalle zur Verfügung.
  • Im Ort befindet sich das Gestüt von Peter Schiergen, der hier Traber trainiert (siehe Derby (Pferdesport)).
  • Disternich konnte 1971 und 1977 jeweils eine Bronzemedaille im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden auf Landesebene erringen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen abgerufen am 15. Juli 2020
  2. Volksstimme, 8. Jahrgang, Nr. 102, v. 2./3. Mai 1953, S. 8, Artikel: Über 30 Jahre Kampf um den Boden in Düren
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 98.
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  5. KiTa de, Berlin Germany: AWO Kindertageseinrichtung "Tummelkiste". Abgerufen am 1. Januar 2021.
  6. Lebensgemeinschaft Burg Disternich. Abgerufen am 1. Januar 2021 (deutsch).