Disternich

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Dieser Artikel behandelt den Ortsteil der Gemeinde Vettweiß; für das Stadtviertel von Euskirchen siehe Disternich (Euskirchen).

Koordinaten: 50° 44′ 22″ N, 6° 40′ 11″ O

Disternich
Gemeinde Vettweiß
Wappen von Disternich
Höhe: 145 m
Fläche: 7,39 km²
Einwohner: 621 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Eingemeindet nach: Müddersheim
Postleitzahl: 52391
Vorwahl: 02252

Disternich ist ein Ortsteil der Gemeinde Vettweiß im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen.

Die Disternicher Kirche

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt östlich von Vettweiß auf dem Steilhang des Neffelbaches, einer tektonische Setzung in der Zülpicher Börde.

Nachbarorte sind Sievernich, Müddersheim, Weiler in der Ebene (Stadt Zülpich) und Vettweiß.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt am Ort vorbei führt die alte römische Heerstraße von Zülpich nach Neuss. Sie wurde in Ortsnähe von der Krönungsstraße Aachen – Frankfurt gekreuzt. Dem Verlauf der Heerstraße folgt heute die Bundesstraße 477. Durchgangsverkehr gibt es im Ort nicht.

Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Busse der Dürener Kreisbahn (DKB) binden heute (Stand 2012) den Ort durch die AVV-Linie 208 (Düren – Nörvenich – Zülpich) an den öffentlichen Personennahverkehr an. Bereits ab 1909 fuhr die Kleinbahn der DKB von Distelrath über Nörvenich am Ort entlang nach Zülpich und Embken, an der Disternich einen kleinen Bahnhof hatte. Der Verkehr wurde zunächst mit Dampfzügen, ab 1938 mit Dieseltriebwagen durchgeführt. Ab 1957 verkehrten elektrische Triebwagen der Straßenbahn. Der Personenverkehr wurde 1960 auf Busse umgestellt. Nach der Einstellung des Güterverkehrs 1962 wurde die Strecke stillgelegt und abgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Disternich wurde schon von den Kelten um 400 v. Chr. besiedelt. Erstmals erwähnt wird der Ort als Dextriniacum. Im Jahre 1447 wird ein Ritter Rost von Disternich als Besitzer der Burg genannt.

Am 5. August 1922 [2] wurde in Disternich die erste Ortsgruppe der Bodenreformer im Kreis Düren gegründet.

Am 1. Januar 1969 wurde Disternich nach Müddersheim eingemeindet.[3] Der Ort kam zusammen mit Müddersheim am 1. Januar 1972 im Rahmen des Aachen-Gesetzes zur neuen Gemeinde Vettweiß.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Backsteinbau der Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert. Erste Erwähnung findet aber schon eine Marienkirche im Jahre 1171. 1854 wird Disternich eigenständige Pfarre (früher zu Sievernich gehörend).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arnold Joseph Monar, (* 1860 in Disternich, † 1911 in Bonn), Organist in Bonn, Komponist und Herausgeber zahlreicher Orgelwerke

Vereine, Vereinigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TC Neffeltal Disternich 1922 e. V.
  • KG Desteniche Heedmösche
  • katholischer Jugendclub Disternich
  • Freiwillige Feuerwehr Vettweiß, Löschgruppe Disternich mit Jugendfeuerwehr
  • Treckerfreunde Disternich
  • St. Josef Schützenbruderschaft Disternich
  • Sportclub Disternich
  • IG Disternicher Ortsvereine

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundschulkinder werden mit Schulbussen nach Müddersheim gebracht, die Hauptschüler nach Vettweiß. Weiterführende Schulen gibt es in Düren und Zülpich.

Im Dorf gibt es einen Kindergarten, der von der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.vettweiss.de/unsere_gemeinde/content/einwohnerzahlen.php
  2. Volksstimme, 8. Jahrgang, Nr. 102, v. 2./3. Mai 1953, S. 8, Artikel: Über 30 Jahre Kampf um den Boden in Düren
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 98.
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.