Distributed Denial of Secrets

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Distributed Denial of Secrets, kurz DDoS oder DDoSecrets, ist eine Aktivistengruppe, die nicht-veröffentlichte Informationen, sogenannte Leaks, veröffentlicht. Sie wird als Alternative zu WikiLeaks gesehen.[1]

Leaks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahamas-Steuerleaks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hierbei handelt es sich um vertrauliche Unterlagen aus dem Unternehmensregister der Bahamas, die Steueroptimierung bis Betrug vermuten lassen. Der Spiegel war Medien-Partner dieser Enthüllung. Auch Personen der Öffentlichkeit sind von den Leaks betroffen, so prüft zum Beispiel das Wiener Finanzministerium die Unterlagen.[2][3]

BlueLeaks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch ein Datenleck bei einem Provider im texanischen Houston, der mehrere Rechenzentren für Strafverfolgungsbehörden unterhält, konnten 269 Gigabyte an Daten (internere Unterlagen, Fotos, Videos und Kontoverbindungen; Sozialversicherungsnummern, Bankverbindungen und private Informationen von einzelnen Polizeibeamten) von mehr als 200 US-Polizeirevieren aus 24 Jahren und des FBI sichergestellt werden. Die Daten zeigen unter anderem wie eng Twitter und das chinesische Videoportal TikTok mit der Polizei zusammenarbeiten: während der Proteste um den Todesfall George Floyd sollen die Unternehmen der Polizei geholfen haben, Demonstranten und Aktivisten zu überwachen.[4] Weiter sollen die Daten mehr als zehn Jahre alte Akten von mehr als 200 Polizeidienststellen und Fusionszentren[A 1] der Strafverfolgungsbehörden aus den ganzen USA beinhalten. 387 Einzelakten sollen die Zusammenarbeit der US-amerikanischen Polizei mit deutschen Behörden dokumentieren. Die Daten soll DDoS von Hackern der Gruppe Anonymous bekommen haben, die DDoS am 19. Juni 2020 öffentlich gemacht hat. Kritisiert wird neben dem „Diebstahl der Daten“ unter anderem die ungenügende Schwärzung sensibler Ermittlungsakten, „die sogar Menschenleben gefährde“.[1][3][4][5][6]

Die Staatsanwaltschaft Zwickau beschlagnahmte mit Hilfe der Polizei auf Antrag des US-Justizministerium am 3. Juli einen Server in einem Rechenzentrum in Falkenstein/Vogtl., der als Hauptserver für den öffentlichen Download der BlueLeaks-Daten diente. Der Provider informierte DDoS am 7. Juli über die Beschlagnahmung. Angaben über die Quellen, Informanten oder Whistleblower der BlueLeaks sollen dadurch nicht in Gefahr sein.[7][8][9][4]

Der Titel „BlueLeaks“ spielt auf die blauen Uniformen der Polizisten an.[4]

Twitter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Juni 2020 sperrte Twitter das Profil der Gruppe aufgrund von Verstößen gegen die Richtlinien der Plattform.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vereinigungen, die als Vermittler und Koordinationszentren zwischen den staatlichen und lokalen Strafverfolgungsbehörden und den US-Bundesbehörden fungieren. Sie sind an der Ausbildung von Beamten und der Weiterleitung von Bundeswarnungen, Leitfäden und anderen Anweisungen von der Zentralregierung an lokale Polizeidienststellen und umgekehrt beteiligt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jakob Jung: BlueLeaks: Eine Million US-Polizeiakten gestohlen. In: ZDNet. 22. Juni 2020, abgerufen am 25. Juni 2020.
  2. Malte Born, Rafael Buschmann, Roman Höfner, Muriel Kalisch, Sebastian Mondial, Nicola Naber, Sara Wess, Sabrina Winter, Christoph Winterbach und Michael Wulzinger: Steueroasen: Die geheimen Firmen deutscher Prominenter auf den Bahamas - DER SPIEGEL - Wirtschaft. In: Der Spiegel. 20. Mai 2020, abgerufen am 25. Juni 2020.
  3. a b Hacker veröffentlichen Daten zu Steueroasen. In: Deutschlandfunk Nova. 25. Juni 2020, abgerufen am 25. Juni 2020.
  4. a b c d Julia Kastein: In Deutschland beschlagnahmte Server: US-Enthüllungsplattform spricht von Zensur. In: @mediasres Medienmagazin. Deutschlandfunk, 15. Juli 2020, abgerufen am 15. Juli 2020.
  5. Sachverständigenrat für externe Links: Was vom Tage übrig blieb - BlueLeaks, Boykott und Bias. In: netzpolitik.org. 24. Juni 2020, abgerufen am 25. Juni 2020.
  6. ‘BlueLeaks’ Exposes Files from Hundreds of Police Departments. In: Krebs on Security. 22. Juni 2020, abgerufen am 25. Juni 2020 (amerikanisches Englisch).
  7. Markus Reuter: Polizei-Daten aus den USA - BlueLeaks-Server bei Zwickau beschlagnahmt. In: netzpolitik.org. 7. Juli 2020, abgerufen am 8. Juli 2020.
  8. Catalin Cimpanu: German authorities seize 'BlueLeaks' server that hosted data on US cops. 7. Juli 2020, abgerufen am 8. Juli 2020 (englisch).
  9. Patrick Beuth, Christoph Winterbach: Staatsanwaltschaft Zwickau stellt Server von Aktivisten sicher - Netzwelt. In: Der Spiegel. Abgerufen am 8. Juli 2020.
  10. Martin Holland: Interne US-Polizeidaten veröffentlicht: Twitter sperrt Account von Leak-Portal. In: heise online. 24. Juni 2020, abgerufen am 25. Juni 2020.