Disulfite

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Struktur des Disulfit-Ions

Disulfite werden auch Pyrosulfite oder Disulfate(IV) genannt und sind Salze der in freier Form nicht existenten Dischwefligen Säure (H2S2O5). Die Disulfite haben die allgemeine Formel M2S2O5 (mit M = einwertiges Metall, wie K oder Na). Sie können als eine Additionsverbindung von Schwefeldioxid SO2 und Schwefliger Säure H2SO3 aufgefasst werden.[1]

Dischweflige Säure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Formal liegt den Disulfiten die Dischweflige Säure zugrunde, welche auch Pyroschweflige Säure oder Dischwefelsäure(IV) genannt wird.[2] Dischweflige Säure konnte als Substanz bisher nicht isoliert werden, sie ist nur in Form ihrer Salze beständig.[3]

Synthese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Disulfite bilden sich beim Einleiten von SO2 in wässrige Lösungen von Alkalihydrogensulfiten.[4]

Synthese von Disulfiten aus Alkalihydrogensulfiten mit Schwefeldioxid

Beim Einengen einer Lösung von Hydrogensulfiten bilden sich unter Wasserabspaltung Disulfite.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Disulfit-Anion verfügt über eine recht lange, wenig stabile Schwefel-Schwefel-Bindung: [O2S–SO3]2− (220,5 pm; die Länge einer typischen S–S-Einfachbindung liegt bei 208 pm).[3] In wässriger Lösung erfolgt daher leicht eine Hydrolyse in Hydrogensulfite HSO3.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Disulfite finden die gleiche praktische Verwendung wie die Sulfite und können als Reduktionsmittel eingesetzt werden. Als Lebensmittelzusatzstoff werden sie als Konservierungsmittel, Antioxidationsmittel oder Farbstabilisator eingesetzt.[1]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hans P. Latscha, Helmut A. Klein; Anorganische Chemie: Chemie-Basiswissen I, S. 370; ISBN 978-3540698630.
  2. Waldemar Ternes; Lebensmittel-Lexikon; ISBN 978-3899471656.
  3. a b Eintrag zu Dischweflige Säure. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 20. März 2016.
  4. a b Karl-Heinz Lautenschläger, Werner Schröter; Taschenbuch der Chemie, S. 501; ISBN 978-3817117611.