Dittigheim

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Dittigheim
Wappen von Dittigheim
Koordinaten: 49° 36′ 39″ N, 9° 40′ 28″ O
Höhe: 181 m ü. NN
Einwohner: 1002 (27. Mai 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 97941
Vorwahl: 09341
Dittigheim (Baden-Württemberg)
Dittigheim

Lage von Dittigheim in Baden-Württemberg

Panoramablick über Dittigheim
Panoramablick über Dittigheim

Dittigheim ist einer von sieben Stadtteilen von Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis mit 1002 Einwohnern.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dittigheim liegt südlich von Tauberbischofsheim an der Tauber. Der Taubertalradweg führt direkt durch das Ort.[1] Zum Stadtteil Dittigheim gehören das Dorf Dittigheim und der Weiler Hof Steinbach sowie die abgegangene Ortschaft Losenhofen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jenseits des Dorfes grenzt im Norden Tauberbischofsheim an, im Süden Distelhausen, im Westen Hof Steinbach und Dittwar.

Schutzgebiete und Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Dittigheimer Gemarkung gibt es zwei Naturdenkmale (siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Tauberbischofsheim):

  • Naturdenkmal 2 Linden Saugrube (Schutzgebiets-Nr. 81281150001); Einzelgebilde-Naturdenkmal; seit dem 10. März 1992.[2]
  • Naturdenkmal Felsen Hoher Rain/Steig (Schutzgebiets-Nr. 81281150012); 1,7 ha; flächenhaftes Naturdenkmal; seit dem 10. März 1992.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prähistorische Grabfunde aus der Jungsteinzeit deuten darauf hin, dass die Besiedelung des Ortes bereits vor 4000 Jahren bestand.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Nennung Dittigheims als „Dietenhein“ geht auf das Jahr 768 zurück. Bereits seit der fränkischen Zeit lässt sich das Adelsgeschlecht der „Ritter von Dittigheim“ nachweisen. Die letzten bekannten und nachgewiesenen Ritter von Dittigheim waren Walther von Dietenhein (1351 in einer Würzburger Urkunde erwähnt) und Peter von Dietenkein (1366 bis 1376 Dekan des Bistums Neumünster). In der Folge starb das Geschlecht der Dittigheimer Ritter aus.[1]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurde Dittigheim im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg gemeinsam mit Distelhausen und Dittwar ein Teil von Tauberbischofsheim.[4]

Jüdische Gemeinde Dittigheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Traustein (oder Hochzeitsstein) an der ehemaligen Dittigheimer Synagoge (erbaut ca. 1769)

In Dittigheim bestand bis Anfang des 19. Jahrhunderts eine jüdische Gemeinde, deren Entstehung in die Zeit des 16./17. Jahrhunderts zurückreicht. Im November 1881 kam es zur Auflösung der jüdischen Gemeinde Dittigheim.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Dittigheimer Bevölkerung Sonstiges
1961 0806 Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 6. Juni 1961 (Gemeindeverzeichnis)
1970 0910 Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 27. Mai 1970 (Gemeindeverzeichnis)
2015 1002 Fortgeschriebene Daten der Stadt Tauberbischofsheim anhand der Volkszählung in der Europäischen Union 2011 (Zensus)

Quellen: Gemeindeverzeichnis[6] und Angaben der Stadt Tauberbischofsheim

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaftsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortschaftsrat besteht aus fünf Personen. Vier Ortschaftsräte stellt die CDU und ein weiterer kommt von der UFW.[7]

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Elmar Hilbert (CDU). Sein Stellvertreter ist Markus Schmitt (CDU).[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Dittigheim beschreibt den Märtyrer-Tod des Heiligen Vitus,[8] der unter Diokletian starb. Er wird in der römisch-katholischen Kirche als Heiliger verehrt und zählt zu den vierzehn Nothelfern.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinanbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dittigheim ist ein bekannter Weinort mit der Lage und Weinsorte „Dittigheimer Steinschmätzer“.[1]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Informationstafel über Wanderwege rund um Dittigheim

Durch die Lage am Taubertalradweg im Lieblichen Taubertal ist Dittigheim mit zwei Gaststätten, einem Biergarten und Übernachtungsmöglichkeiten ein Ziel für Rad- und Wandertouristen.[9][10]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dittigheim hat einen Haltepunkt an der Taubertalbahn CrailsheimWertheim.

In der Nähe befindet sich seit 1972 eine Anschlussstelle an die Bundesautobahn 81.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tauberbischofsheim AKTUELL informiert als städtisches Mitteilungsblatt jeweils zum ersten und dritten Donnerstag eines Monats.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke und Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Dittigheim

Die Statue des St. Nepomuk (1777) und Kirche St. Vitus in Dittigheim, erbaut 1748–1752

Katholische Barockkirche St. Vitus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort befindet sich die römisch-katholische Barockkirche St. Vitus, die 1748–1752 nach Plänen von Balthasar Neumann erbaut wurde[1]

Hauptartikel: St. Vitus (Dittigheim)
Ein Fachwerkhaus im Dittigheimer Ortskern

Da es in Dittigheim keine evangelische Kirche gibt, besuchen die evangelischen Gottesdienstteilnehmer die evangelische Christuskirche in Tauberbischofsheim.

Kapelle Zur Schmerzhaften Muttergottes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kleinsiedlung Hof Steinbach, auf der Dittigheimer Gemarkung liegend, befindet sich die Kapelle Zur Schmerzhaften Muttergottes (Schmerzen Mariens).

Fachwerkhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dittigheimer Ortskern stehen mehrere traditionelle Fachwerkhäuser und reich verzierte Bildstöcke.[1]

Bildstöcke, Stein- und Holzkreuze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wetterkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1714 wurde zum „ewigen Andenken“ an einen Gewitterschaden ein „Wetterkreuz“ errichtet, das auf vielen Wanderkarten ausgewiesen ist. Dessen Postament bildet den Grenzstein zu den Gemarkungen von fünf Altgemeinden (Oberlauda, Lauda, Distelhausen, Dittwar und Dittigheim), deren Ortswappen darauf abgebildet sind.[12][13] Nach der Gebietsreform in Baden-Württemberg sind die angrenzenden Altgemeinden teils nurmehr Ortsteile und Dittigheim ist nicht mehr unmittelbarer Anlieger.[14]

Nepomukstatue[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ortseingang befindet sich eine Statue des St. Nepomuk von 1777.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(jeweils jährlich)

  • Straßenfest des Musikvereins, am 1. Mai[15]
  • Radsportevent durch den Turnverein Dittigheim, am 2. Juli-Wochenende, mit Mountainbikerennen am Freitag, Dittigheimer Duathlon am Samstag und Mannschaftsradrennen am Sonntag[15]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter Dittigheims[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dittigheim bestehen die folgenden zwölf Vereine:[16][1]

  • Angelsportverein Dittigheim e.V.
  • Club 90
  • DLRG-Dittigheim e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Frauengemeinschaft
  • Heimatverein Dittigheim e.V.
  • Junge Union Ortsverbandes Dittigheim – Distelhausen
  • Kreis junger Frauen
  • Kyffhäuser
  • RaDi – Radfahrer von Dittigheim
  • Singkreis Dittigheim 1986 e.V.
  • Turnverein 1937 Dittigheim e.V.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elmar Weiß: Dittigheim: Eine alte Siedlung im Taubertal. Interessengemeinschaft Heimatbuch Dittigheim, Tauberbischofsheim 1987, DNB 871210290.
  • Heimatverein Dittigheim e.V. (Hrsg.): Kulturdenkmale und sonstige Sehenswürdigkeiten auf der Gemarkung Dittigheim/Hof Steinbach. Bild und Text: Emil Hönninger und Walter Mühldräxler; Druck: KWG Druck und Medien, Grünsfeld; 2015.
  • Corinna Egerer, Michael Latzel: Tauberbischofsheim. Fränkische Nachrichten, Tauberbischofsheim 2005, ISBN 3-924780-48-X, S. 148–161 (Kapitel: „Stadtteile“ Tauberbischofsheims).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dittigheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Stadt Tauberbischofsheim: Die Stadtteile der Kreisstadt Tauberbischofsheim. online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 26. Mai 2015.
  2. LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: 81281150001 2 Linden Saugrube. Online auf udo.lubw.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 19. November 2016.
  3. LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: 81281150012 Felsen Hoher Rain/Steig. Online auf udo.lubw.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 19. November 2016.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 469.
  5. Alemannia Judaica: Dittigheim (Stadt Tauberbischofsheim, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal / Synagoge. online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 18. Mai 2015.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 480 f.
  7. a b Stadt Tauberbischofsheim: Der Ortschaftsrat der Ortschaft Dittigheim. online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 16. Mai 2015.
  8. Hans Georg Zier, Julius Friedrich Kastner: Wappenbuch des Landkreises Tauberbischofsheim. Fränkische Nachrichten, Tauberbischofsheim 1967, DNB 458728101.
  9. Dittigheim.net: Urlaub in Dittigheim. online auf www.dittigheim.net. Abgerufen am 16. Mai 2015.
  10. Dittigheim.net: Radfahren und Wandern. online auf www.dittigheim.net. Abgerufen am 16. Mai 2015.
  11. Stadt Tauberbischofsheim: Tauberbischofsheim AKTUELL. online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 25. Mai 2016.
  12. Elmar Weiß: Dittigheim: Eine alte Siedlung im Taubertal. Interessengemeinschaft Heimatbuch Dittigheim, Tauberbischofsheim 1987, S. 247f.
  13. Fränkische Nachrichten: 300 Jahre Wetterkreuz: Sternmarsch aus den Anrainer-Gemeinden Oberlauda, Lauda, Distelhausen, Dittigheim und Dittwar sowie Heckfeld: Resonanz übertraf alle Erwartungen. 16. September 2014. online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 16. Mai 2015.
  14. Heimat- und Kulturverein Dittwar e.V.: Das Wetterkreuz. Online auf www.hkvdittwar.de. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  15. a b Stadt Tauberbischofsheim: Wiederkehrende Feste in den Ortsteilen. Online auf www.tauberbischofsheim.de Abgerufen am 13. Juli 2016.
  16. Dittigheim.net: Dittigheim. online auf www.dittigheim.net. Abgerufen am 16. Mai 2015.