Dixie-Mission

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David D. Barrett und Mao Zedong in Yan’an, 1944
Mitglieder der Dixie-Mission in chinesischen Uniformen

Die Dixie-Mission (auch bekannt als „The U.S. Army Observer Group to Yenan“) unter der Leitung von US-Colonel David D. Barrett hatte die Untersuchung der Kommunistischen Partei Chinas zum Ziel.

Die Mission wurde während des Zweiten Weltkrieges am 22. Juli 1944 gestartet und dauerte bis zum 11. März 1947 an. Das Hauptquartier der Mission befand sich in der Gebirgsstadt Yan’an.[1] Zusätzlich zu dem Beziehungsaufbau waren weitere Ziele, die Kommunistische Partei China politisch und militärisch zu analysieren, um mögliche Bezugspunkte der USA für weitere Zusammenarbeit zu finden.[2] John S. Service, vom Außenministerium der Vereinigten Staaten, war verantwortlich für die Analyse der politischen Situation und US-Colonel David D. Barrett der United States Army übernahm die Analyse der militärischen Stärke.[3][2] Sie kamen zu dem Schluss, dass die Kommunistische Partei Chinas möglicherweise ein nützlicher Alliierter für die Kriegs- und Nachkriegszeit wäre. Die Situation in Yan´nan wurde insgesamt energiegeladener und weniger korrupt eingestuft als in den nationalistischen Gegenden der Kuomintang.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Dixie-Berichte sowie Service und Barrett von der Pro-Kuomintang-Fraktion in der amerikanischen Regierung als kommunistisch verurteilt. Somit wurden viele Teilnehmer der Mission Opfer der McCarthy-Ära. Service wurde aus seiner Position im Außenministerium entlassen und Barrett wurde die Beförderung zum Brigadegeneral verweigert.

Unter die Dixie-Mission fallen auch die politischen Missionen von Patrick Hurley und George Marshall. Diese hatten vornehmlich das Ziel, die Kommunistische Partei Chinas und die Kuomintang zu vereinigen, beide Missionen schlugen allerdings fehl.[4] Später hat die bloße Existenz der Dixie-Mission als positive Erinnerung zwischen der Verbindung von China und Amerika gedient. Erst während der Amtszeit von Präsident Richard M. Nixon wurden wieder offizielle Verbindungen aufgenommen. Veteranen der Dixie-Mission waren unter den ersten Amerikanern, die von der Volksrepublik China zu Besuch eingeladen wurden.

Die Arbeit der Mission in Yan’nan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Service arbeitete unter Vier-Sterne-General Joseph Stillwells als Diplomat für die amerikanische Botschaft in Chongqing. In den ersten drei Monaten sendete er mehrere Berichte nach Chongqing, mit denen er sofort eine Debatte auslöste. Da er die Kommunistische Partei Chinas lobte und sie mit europäischen Sozialisten verglich. Darüber hinaus würdigte er sie für eine reine und souveräne Gesellschaft im Kontrast zur Korruption und dem Chaos, welche sich ihm in den nationalistischen Gebieten, die von Chiang Kai-Shek kontrolliert wurden, boten. Nachdem er Yan’nan besucht hatte, befürwortete Stilwell, dass die Vereinigten Staaten mit der Kommunistischen Partei Chinas zusammenarbeiten sollte, obgleich er nicht befürwortete, sich von Chiang Kai-Shek abzukehren. Unterstützt wurde seine Meinung von John Paton Davies. Beide beendeten später ihre Karrieren.

US-Colonel David Barrett beurteilte das militärische Potential der Kommunisten, indem er Kriegsspiele zwischen kommunistischen Gruppen beobachtete und Kriegsschulen besuchte, um die Offizierskorps zu schulen. Barrett erkannte, dass die Kommunisten die massive ideologische Beeinflussung über die militärische Ausbildung setzten, aber er glaubte dass amerikanische Berater die kommunistischen Soldaten trainieren könnten, um exzellente Kämpfer zu werden.

Die Amerikaner waren beeindruckt von den Angriffen der Kommunisten gegen Japan, die oftmals in Guerilla-Form durchgeführt wurden. Indes wurde die letzte kommunistische Militärkampagne gegen Japan vier Jahre vorher während der Hundert-Regimenter-Offensive der chinesischen kommunistischen Armee durchgeführt. Nach desaströsen Resultaten vermieden die Kommunisten danach große Kampagnen gegen die Japaner.[5]

Die Ankunft der Dixie-Mission in Yen’nan kann als die erste Instanz des erfolgreichen amerikanischen Drucks auf die Kuomintang angesehen werden und bestätigte die Sicht der Führung der Kommunistischen Partei Chinas, dass sich die Politik der amerikanischen Regierung geändert hat. Über die nächsten fünf Monate waren die Kommunisten in einer optimistischen Stimmung, die durch die positiven Militärperspektiven, als auch durch die Kooperation mit Washington generiert wurde. Die Kommunisten genossen ihre aktuellen, direkten Verhandlungen mit Washington, da sie noch nie so gut liefen.[6]

Diplomatie während der Dixie-Mission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hurley-Mission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. November 1944 erreichte General Patrick Hurley Yan’nan. Er befand sich als Teil einer Einigung zwischen dem Vize-US-Präsidenten Wallace und Chiang Kai-Shek seit August auf verschiedenen Kriegsschauplätzen in Indien, China und Burma (heute: Myanmar), um Chiang eine Kommunikationsmöglichkeit bereitzustellen, damit er direkt mit Roosevelt kommunizieren und Stilwell überlisten kann. Durch erfolgreiche Verhandlungen mit der Wirtschaft wurde Hurley nach China geschickt, um die Verhandlungen zwischen chinesischen Kommunisten und Nationalisten zu verlängern, damit sie sich zu einer gemeinsamen Regierung vereinigen. Hurley näherte sich der Kommunistischen Partei Chinas sowie der Kuomintang ohne Kenntnis der Parteien an, und hoffte, dass die Unterschiede zwischen den beiden Parteien nicht so groß waren wie die in Amerika zwischen den Demokraten und den Republikanern. Er scheiterte beim Vermitteln zwischen Kommunisten und Nationalisten und blamierte somit alle Mitglieder der Dixie-Mission.[7][8]

Marshall- und Wedemeyer-Mission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss an die japanische Kapitulation haben die Kuomintang und die Kommunistische Partei Chinas den chinesischen Bürgerkrieg fortgesetzt, den sie während der Einheitsfront beigelegt hatten, um gegen die Japaner zu kämpfen. Im Dezember 1945 hat Präsident Harry S. Truman General George C. Marshall nach China gesandt, um eine Waffenruhe zu verhandeln und eine vereinigte Regierung zwischen der Kommunistischen Partei und der Kuomintang zu bilden. Während Marshall den größten Teil seiner Zeit in Chongqing verbracht hatte, musste er zwangsweise durch die Dixie-Mission in Yan'an bleiben, sodass er mit der Führung der Kommunistischen Partei sprechen konnte. Genauso wie Hurley ist Marshall gescheitert, einen langfristigen Kompromiss zu entwickeln. Somit wurde der Bürgerkrieg wieder Alltag.

Truman hat dann einen anderen Vertreter, General Albert Wedemeyer, nach China gesandt, der US-amerikanischen Truppen in China während des Krieges befohlen hatte. Wedemeyer berichtete, dass US-amerikanischen Interessen am besten durch die fortlaufende Unterstützung für die Nationalistische Regierung erfüllt würden, aber Truman hat den Bericht geheim gehalten, weil er warten wollte, um zu sehen, wer gewinnen würde und sich geweigert hat, den Bericht zu veröffentlichen. Nach dem Besuch von Wedemeyer haben die Vereinigten Staaten Operationen in Yan'nan beendet und alles liquidiert, was an Bord eines C-47 nicht transportiert werden konnte. Am 11. März 1947 haben die letzten Mitglieder der Dixie-Mission Yan'nan verlassen.[9][10]

Auswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dixie-Mission hatte große Wirkung für alle Teilnehmer der amerikanischen Seite aber auch für China. In Amerika trug die Dixie-Mission zur nationalen Angst vor dem Kommunismus (auch als die Periode der „Roten Angst“ bekannt) von 1950 bis 1960 bei. Viele Teilnehmer wurden als Kommunisten angeklagt. Erst 1970 mit der Amtszeit von Präsident Richard M. Nixon wurde die Mission in neues Licht gerückt und die Teilnehmer wurden wichtige Informationsquellen, um Beziehungen mit China aufzubauen. Viele von ihnen waren unter den ersten Amerikanern, die nach 20 Jahren eingeladen wurden, China zu besuchen. In China wird die Dixie-Mission als positive Zeit zwischen den zwei Nationen gesehen und ist ein Symbol Sino-Amerikanischer Zusammenarbeit.[11]

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Dixie-Mission leitet sich wie folgt ab: „Dixie“ war der Spitzname der Amerikaner für die kommunistischen Gebieten in China. Der Name „Dixie“ entsprach der Seite der Aufständischen und war aus dem Schlager „Is it true what they say about Dixie?“ entnommen. Darin heißt es, dass in Dixie „the sun really shines all the time“.[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David D. Barrett: Dixie Mission – The United States Army Observer Group in Yenan, 1944 (Berkeley, CA: Center for Chinese Studies, U of California, 1970)
  • John Colling: The Spirit of Yenan: A Wartime Chapter of Sino-American Friendship (Hongkong: API Press, 1991)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Shavit: The United States in Asia. Greenwood Publishing Group, New York 1990, S. 131
  2. a b Arnold Xiangze Jiang: The United States and China, The University of Chicago, 1988, S. 111
  3. David Shavit: The United States in Asia. Greenwood Publishing Group, New York 1990, S. 131/
  4. Maochun Yu: Oss in China. Hrsg.: Yale University Press. 1996, S. 253.
  5. The Civil War in China, Part II –The Dixie Mission and Losing China. Abgerufen am 29. Januar 2017 (englisch).
  6. James E. Hsiung & Steven I. Levine: China's bitter victory - The war with Japan 1937-1945. Hrsg.: M. E. Sharpe. 1992, S. 124.
  7. David Shavit: The United States in Asia. Hrsg.: Greenwood Publishing Group. New York 1990, S. 256.
  8. Arnold Xiangze Jiang: The United States and China. Hrsg.: The University of Chicago Press. 1988, S. 109, 111–113, 114–119.
  9. David Shavit: The United States in Asia. Hrsg.: Greenwood Publishing Group. New York 1990, S. 336.
  10. Herbert Feis: The China Tangle - The American Effort in China from Pearl Harbor to the Marshall Mission. Princeton University Press, 1953, S. 355–430.
  11. Herbert Feis: The China Tangle - The American Effort in China from Pearl Harbor to the Marshall-Mission. Princeton University Press, 1953, S. 165.
  12. Dieter Kuhn: Der Zweite Weltkrieg in China, Duncker und Humblot GmbH, 1999, S. 278