Dmitri Andrejewitsch Muratow

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Dmitri Muratow bei der Verleihung der Karlsmedaille für europäische Medien an die Nowaja Gaseta, 2012

Dmitri Andrejewitsch Muratow (russisch Дмитрий Андреевич Муратов; englisch Dmitry Muratov; * 29. Oktober[1] 1961 in Kuibyschew (heute Samara), Russische SFSR, Sowjetunion) ist ein russischer Journalist.[2] Im Jahr 2021 wurde ihm der Friedensnobelpreis zuerkannt.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muratow graduierte 1983 an der philologischen Fakultät der Staatlichen Universität Kuibyschew. Im Jahr 1992 verließ er zusammen mit Gleichgesinnten die Zeitung Komsomolskaja Prawda, da er sich nicht mit der Redaktionspolitik einverstanden erklären konnte, und gründete die Gruppe 6. Stock. Aus dieser Gruppe stammten die Gründungsmitglieder der Neuen Täglichen Zeitung, welche vorerst wöchentlich, im Jahr 1993 täglich erschien. Von 1995 bis November 2017 war er gewählter Chefredakteur der nun in Nowaja Gaseta umbenannten Zeitung, welche vom Komitee zum Schutz von Journalisten schon im Jahr 2007 als „einzige wirklich kritische Zeitung mit nationaler Reichweite“ in Russland bezeichnet worden war.[3] Im Jahre 2004 trat er der Russischen Demokratischen Partei Jabloko bei.[4]

2016 nahm Muratow den Golden Pen of Freedom Award der WAN-IFRA entgegen.[5] Ab 2018 war er noch Vorsitzender des Redaktionsausschusses, der als Herausgeber der Zeitung fungiert, die mehrheitlich den Journalisten gehört. Im September 2020 unterzeichnete Muratow einen Brief zur Unterstützung von Protestaktionen in Belarus.[6]

Im Jahr 2021 wurde ihm gemeinsam mit der philippinischen Journalistin Maria Ressa der Friedensnobelpreis zuerkannt. Beide erhielten die Auszeichnung „für ihre Bemühungen um die Wahrung der Meinungsfreiheit, die eine Voraussetzung für Demokratie und dauerhaften Frieden ist“.[7] Muratow widmete den Preis den ermordeten Journalisten Anna Politkowskaja, Juri Schtschekotschichin, Igor Domnikow, Anastassija Baburowa, Stanislaw Markelow und Natalja Estemirowa und seinen lebenden Kollegen bei der Nowaja Gaseta. Muratow spendete das gesamte Preisgeld, etwa eine halbe Million US-Dollar, in Absprache mit seiner Redaktion unter anderem an eine Stiftung für Kinder mit Spinaler Muskelatrophie, an eine Krebs-Stiftung und an Hospize.[1][8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dmitry Muratov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Timofey Neshitov, Emile Ducke: (S+) Friedensnobelpreisträger Dmitrij Muratow: Der Mann, der nicht vor Putin kuscht (S+). In: Der Spiegel. 10. Dezember 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 16. Dezember 2021]).
  2. Kurzbiografie auf lenta.ru (russisch); abgerufen am 14. April 2018
  3. CPJ to Honor Five Journalists, CPJ International Press Freedom Awards, 2007
  4. Муратов, Дмитрий. Главный редактор "Новой газеты". In: Lenta.ru. Abgerufen am 31. Juli 2021 (russisch).
  5. Golden Pen of Freedom Awarded to Novaya Gazeta Editor, Dmitry Muratov - WAN-IFRA. WAN-IFRA. Abgerufen am 13. Dezember 2019.
  6. «Мы глубоко возмущены, что диалогу с обществом власть предпочитает насилие». In: Echo Moskwy. 11. September 2020, abgerufen am 31. Juli 2021 (russisch).
  7. The Nobel Peace Prize 2021. In: nobelprize.org, 8. Oktober 2021 (abgerufen am 8. Oktober 2021).
  8. Christian Esch: Friedensnobelpreisträger Dmitrij Muratow im Interview: »Wir vergessen nichts«. In: Der Spiegel. 10. Oktober 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 10. Oktober 2021]).