Dobbertiner See

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Dobbertiner See
Blick auf den Dobbertiner See mit dem Kloster Dobbertin
Blick auf den Dobbertiner See mit dem Kloster Dobbertin
Geographische Lage Landkreis Ludwigslust-Parchim
Zuflüsse Mildenitz, Jasenitz vom Lüschow
Abfluss Mildenitz
Orte am Ufer Dobbertin
Daten
Koordinaten 53° 36′ 50″ N, 12° 4′ 8″ OKoordinaten: 53° 36′ 50″ N, 12° 4′ 8″ O
Dobbertiner See (Mecklenburg-Vorpommern)
Dobbertiner See
Höhe über Meeresspiegel 45 m ü. NHN
Fläche 3,64 km²[1]
Länge 2,783 km[1]
Breite 851 m[1]
Volumen 17.400.000 m³[1]
Maximale Tiefe 11,8 m[1]
Mittlere Tiefe 4,8 m[1]
pH-Wert 8,1–8,2
Einzugsgebiet 210 km²[1]

Der etwa 5,4 Kilometer lange Dobbertiner See liegt in der Sternberger Seenlandschaft, nördlich von Goldberg im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Der in Ost-West-Richtung langgestreckte Rinnensee ist maximal einen Kilometer breit. Er wird durch mehrere in den See ragende Halbinseln in vier markante Teile, den Ostteil, den Hauptteil, Jagertannen und ganz im Westen durch die Bucht Zidderich geteilt. Der See wird von der Mildenitz durchflossen. Am in Dobbertin befindlichen Abfluss existiert eine Fischtreppe.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dobbertiner See mit Klosteranlage 1994

Am Nordufer befindet sich der namensgebende Ort Dobbertin mit dem Kloster und dem zugehörigen Park. Der See liegt im Landschaftsschutzgebiet „Mittleres Mildenitztal“ im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide, wobei die Umgebung land- und forstwirtschaftlich genutzt wird. Direkt am Wasser befindet sich ein Campingplatz mit Blick auf das Klosterensemble. Die durchschnittliche Tiefe beträgt 4,8 Meter. Am Nordufer befinden sich auch die kleinen Siedlungen „Helmsrade“ und „Jagertannen“. Der Westteil des Sees liegt auf dem Gemeindegebiet Techentin mit dem Ort Zidderich und der Ostteil auf dem Gemeindegebiet Dobbertin. Das Südufer des Sees grenzt an das Gebiet der Stadt Goldberg, bereits zu Goldberg gehört die Halbinsel Buchholz. Der See hat eine ausgezeichnete Wasserqualität. Von Dobbertin aus gibt es organisierte Seerundfahrten mit dem einzig zugelassenen Motorboot.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dobbertiner See wurde bei der Erweiterung des Dobbertiner Klosterbesitzes im Jahr 1237 urkundlich als Jawir See erwähnt. In dieser Urkunde betätigte der Herr zu Werle und Rostock Nikolaus die Grenzen des Klostergebietes, darunter ...den Bach Milnitz (Mildenitz) vom Jawir See (Dobbertiner See) bis zum See Wostrowitz (den abgelassenen Klädener und Dobbiner See) und weiter bis zum Bach Bresenitze (Bresenitz)....[2] Südlich des Sees befindet sich der Burgwall Rieckenhagen. Er wurde am 12. Februar und 17. März 1296 urkundlich erwähnt. 1774 wurde neben dem Dobbertiner See auch der Dobbiner See, heute die Dobbiner Plage durch das Klosteramt verpachtet.[3]

Sonnenaufgang bei Helmsrade am See

Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Direktorial-Vermessungskarte Von dem Hochadelichen Dobbertinschen Klosteramts 1759
  • Wiebekingsche Karte von Mecklenburg, 1786
  • Wirtschaftskarte vom Forstamt Dobbertin, Forst Dobbertin, Revier Dobbertin, Beginnjahr 1927.
  • Rad- und Wanderkarte Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide, 2010

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Etwas über den Wasserstand des Sees bei Dobbertin. In: Freimüthiges Abendblatt. Band 28, 1846, S. 327–329.
  • Harry Schmidt: Die Dobbertiner Seenlandschaft. In: Naturschutzarbeit und naturkundliche Heimatforschung in den Bezirken Rostock, Schwerin, Neubrandenburg. Greifswald Bd. 5 (1960), S. 43–46.
  • K. Anwald: Zu einigen Fragen der Zanderwirtschaft im Dobbertiner See. In: Deutsche Fischerei-Zeitung. Radebeul Bd. 15 (1968), S. 3–22.
  • Herbert Remmel: Landschaft mit Herz: Lohmen und das Dobbertiner Seengebiet. SVZ Mecklenburg-Magazin 1996, 13, S. 13.
  • Vollker Günther: Der Brutbestand eines Ufergehölzstreifens am Dobbertiner See. In: NABU, Kreisgruppe Ornithologie Parchim. Bd. 6 (1996), S. 45–46.
  • Fred Beckendorff: Zidderich. Ein mecklenburgisches Dorf im Wandel der Zeiten. Goldberg 1998.
  • Burghard Keuthe: Parchimer Sagen. Teil III. Goldberg, Lünz, Plau. Parchim 1999 ISBN 3-933781-12-4
  • Horst Alsleben: Mit dem Blick auf den Dobbertiner See. SVZ Lübz-Goldberg-Plau, 31. Januar 2002, S. 9.
  • Gerhard Stoßhoff: Klosteranlage prägt Antlitz der Region: Mündung in den Dobbertiner See, auf der Mildenitz unterwegs. SVZ Lübz-Goldberg-Plau, 30. Appril 2001, S. 9.
  • Christian Schacht: Aus einem Guss: jungbronzezeitliche Metallgießer am Dobbertiner See. In: Pipeline: Archäologie. Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin 2014 ISBN 978-3-935770-41-5 S. 123–128.
  • Jörg Gast: Von Kloster zu Kloster durch den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Goldberg 2018.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landeshauptarchiv Schwerin (LHAS)
    • LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. 3.11 Verpachtung und Bewirtschaftung der Seen.
      • Nr. 3181 Verpachtung der Wasser- und Windmühle zu Dobbertin 1843–1891.
      • Nr. 3287 Verpachtung der Dobbertiner und Dobbiner Seen 1774.
      • Nr. 401 Senkung des Wasserspiegels des Dobbertiner Sees (Jawir See) 1854–1928.
      • Nr. 402 Das Wasserziel am Dobbertiner See 1865–1921.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands: Teil 2 Mecklenburg-Vorpommern (PDF; 3,5 MB)
  2. MUB I. (1863) Nr. 469.
  3. LHAS 3.2-3/2 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. 3287/50.