Dobra (Dębnica Kaszubska)

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Dobra
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Dobra (Polen)
Dobra
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Słupsk
Gmina: Dębnica Kaszubska
Geographische Lage: 54° 23′ N, 17° 22′ OKoordinaten: 54° 23′ 0″ N, 17° 22′ 0″ O
Einwohner: 100 (30. September 2013[1])
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Dębnica KaszubskaCzarna Dąbrówka
Eisenbahn: Bahnstation: Słupsk
Nächster int. Flughafen: Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig



Dobra (deutsch Daber, kaschubisch Dabrzewò oder Dobrzno) ist ein Dorf im Powiat Słupski (Kreis Stolp) der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zur Landgemeinde Dębnica Kaszubska (Rathsdamnitz).

Geographische Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dobra liegt in Hinterpommern, etwa 24 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Słupsk und 13 Kilometer östlich von Dębnica Kaszubska an einer nebengeordneten Straße, die Dębnica Kaszubska an der Woiwodschaftsstraße 210 mit Czarna Dąbrówka (Schwarz Damerkow) an der Woiwodschaftsstraße 211 verbindet. Bahnanschluss besteht lediglich in Słupsk, nachdem die ehemalige Stolpetalbahn-Strecke Stolp–Budow der Stolper Bahnen mit der Station Groß Dübsow (heute polnisch Dobieszewo) nach 1945 demontiert worden ist.

Das Landschaftsbild von Dobra ist durch die Lage am Daber See im Tal des Grenzbachs am Stankenberg abwechslungsreich. Nachbarorte sind: Podole Małe (Klein Podel) im Westen, Malczkowo (Malzkow) im Norden, die Łupawa (Lupow) im Osten, Gogolewo (Alt Jugelow) im Südosten und die Graniczna im Süden.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daber wurde früher auch Dobbre Dabern genannt. In Pommern gab es bis 1945 drei Orte mit dem Namen „Daber“. Die Ortsbezeichnung „Dobra“ kommt dagegen in Polen heute 17-mal vor und findet sich auch als Flussname.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seiner historischen Dorfform nach ist Dobra ein Angerdorf. Es bestand als Gutsdorf ursprünglich aus zwei Teilen und war teils ein Zitzewitzsches, teils ein Miltitzsches Lehen. 1717 werden Georg Gneomar von Zitzewitz und Nicolaus Sigmund von Miltitz als Besitzer genannt. 1766 erwarb Martin Friedrich von Zitzewitz auch den ehemals Miltitzschen Teil von Daber. Im Jahre 1784 hatte Daber ein Vorwerk, neun Bauern, zwei Kossäten, einen Schulmeister, einen Büdner und insgesamt 15 Haushaltungen.[2]

Nach der Erbteilung von 1842 übernahm Ernst Friedrich Wilhelm von Zitzewitz auf Bärwalde neben Klein Podel (Podole Małe) auch Daber. 1899 gab Ernst von Zitzewitz Daber auf, um anderen Besitz zu erwerben, und das Dorf ging in den Besitz der Familie Siebenbürger über. Ingold Siebenbürger war letzter Herr auf Daber. Nach 1928 erwarb die Deutsche Siedlung GmbH. in Belgard (Białogard) das Gut, das dann aufgesiedelt wurde.

Vor 1945 gehörte die Gemeinde Daber zum Landkreis Stolp im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern. 1925 standen in Daber 48 Wohngebäude. Die Gemeindefläche war 707 Hektar groß. Im Jahr 1939 wurden 61 Haushaltungen und 238 Einwohner gezählt. Es gab 41 landwirtschaftliche Betriebe. Bis 1945 gehörte die Gemeinde zum Amts- und Standesamtsbezirk Groß Dübsow (Dobieszewo) und zum Gendarmerie- und Amtsgerichtsbezirk Stolp.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Daber am 8. März 1945 von sowjetischen Panzerverbänden eingenommen. Ein Dorftreck war einen Tag zuvor über Lupow (Łupawa), Schöneiche (Dąbrówno), Grumbkow und Pottangow (Potęgowo) bis nach Karwen (Karwno) geflüchtet, wo er am 9. März von der Roten Armee eingeholt wurde und umkehren musste. Die Soldaten richteten im Dorf eine Kommandantur ein. Nach Kriegsende wurde der Ort unter polnische Verwaltung gestellt. Die Übergabe des Ortes an die Polen erfolgte im Frühjahr 1946, als die sowjetische Kommandantur aufgelöst wurde. Die Polen übernahmen das Dorf und verdrängten die deutschen Dorfbewohner aus ihren Häusern und Gehöften. Am 15. Dezember 1946 wurde etwa die Hälfte der Deutschen in Richtung Westen deportiert, die andere Hälfte wurde Ende Dezember 1946 in Viehwaggons abtransportiert.

Später wurden in der Bundesrepublik Deutschland 69 und in der DDR 94 aus Daber vertriebene Dorfbewohner ermittelt.[3]

Daber wurde in Dobra umbenannt. Das Dorf ist heute ein Teil der Gmina Dębnica Kaszubska im Powiat Słupski der Woiwodschaft Pommern. Heute leben hier rund 130 Einwohner.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 1945 war die Bevölkerung von Daber ganz überwiegend evangelischer Konfession. Im Jahre 1925 hatte Daber lediglich zwei Bewohner katholischer Konfession (0,7 v. H.). Das Dorf gehörte zum Kirchspiel Groß Dübsow, in das auch die Kapellengemeinde Dumröse sowie der Predigtort Krien eingepfarrt waren. Es lag im Kirchenkreis Stolp-Altstadt in der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute lebt eine überwiegend katholische Bevölkerung in Dobra. Das Dorf gehört jetzt zu wieder errichteten Pfarrei Dobieszewo (Groß Dübsow) im Dekanat Łupawa (Lupow) im Bistum Pelplin der Katholischen Kirche in Polen. Hier lebende evangelische Kirchenglieder sind dem Pfarramt in Słupsk (Stolp) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet.

Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1784 wird in Daber ein Schulmeister erwähnt. Bis 1945 gab es hier eine einklassige Volksschule mit einem Lehrer und etwa 50 Kindern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern. Lübeck 1989, S. 423–426 (PDF Ortsbeschreibung Daber)
  • Heino Kebschull: Heimatreisen in den Kreis Stolp nach Klein und Groß Nossin 176 bis 2008 und nach … Daber … im Jahre 2006. Wennigsen 2011, S. 82 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website der Gmina Dębnica Kaszubska, Gmina w liczbach (Memento vom 24. Dezember 2013 im Internet Archive), abgerufen am 31. Juli 2014
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 957, Nr. 27 und S.993, Nr. 103.
  3. Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern. Lübeck 1989, S. 425–426 (PDF Ortsbeschreibung Daber)