Dogmengeschichte

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Das Dogma im neuen Katholizismus, Das Dogma im Protestantismus, Die Einheit der Kirche/n
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Die Dogmengeschichte ist innerhalb der christlichen Theologie eine Teildisziplin der Historischen Theologie. Sie begann bereits am Übergang vom Frühchristentums, das noch weitgehend in der Verfolgung stand, zum anerkannten Christentum unter Konstantin dem Großen ca. 312 und sollte als Arianischer Streit ins allgemeine geschichtliche Bewusstsein treten. Mit dem Konzil von Nicäa 325, durch Konstantin einberufen, kam es zur ersten dogmatischen Auseinandersetzung die später zur Abspaltung der Ostkirche führte. Spätestens seit dem 20. Jahrhundert besteht unter deutschen Dogmengeschichtlern ein Konsens, dass es eine enge Verflechtung zwischen der Entwicklung der Dogmen und ihren geistes-, sozial- und institutionsgeschichtlichen Faktoren gebe. Diese Verflechtung wird für die Darstellung als „konstitutiv“ (und somit Teil des Faches selbst) angesehen. Hier werden übersichtsartig die einzelnen Bereiche und historischen Forschungsschwerpunkte des Faches Dogmengeschichte kurz vorgestellt.

Dogma und Dogmengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Ablösung vom mittelalterlichen Weltbild in der Renaissance und der Entwicklung moderner Wissenschaften entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts auch eine kritische Haltung gegenüber Bibel und Glaubensbekenntnis.

Insbesondere auf katholischer Seite löste die päpstliche Definition des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis / Immakulata 1854 die Frage nach der Rechtfertigung neuer Dogmen in Bibel und Tradition aus.

Auf protestantischer Seite stellte die theologische Wissenschaft mehr und mehr das überlieferte Glaubensgut in Frage.

Dogma und Dogmengeschichte sind selbst Themen der Kirchengeschichte. Dogma ist ein Wort griechischen Ursprungs und schwer übersetzbar. Wurde das Wort doxa in der Antike als allgemeine Meinung dem logos als gerechtfertigter Vernunft gegenübergestellt, so hatte es in der Übersetzung als Ehre oder Herrlichkeit eine ganz andere Bedeutung. Dogmatisch meint in der Theologie nicht in erster Linie traditional (so dass man die Dogmen nicht rechtfertigen will). Sondern die Dogmatik und Systematik hat gerade das Ziel der Begründung von Theologumena, also von theologischen Glaubenssätzen. Die Dogmengeschichte ist eine historische Teildisziplin der Theologie und untersucht historisch-wissenschaftlich diese Begründungen und auch die Entstehung und Veränderung der theologischen Systematik. Es gibt typische Fragen, die immer wieder herausfordern: Braucht man überhaupt Dogmen, können wir nicht undogmatisch selbst denken? Wie ist es eigentlich mit der Identität des christlichen Glaubens bestellt, wenn Dogmen sich ändern?

Ob dogmengeschichtliche Urteile der theologischen Wissenschaft gegenüber Äußerungen des kirchlichen Lehramts einen Vorrang beanspruchen können, das ist interkonfessionell umstritten. Katholischerseits wurde der Anspruch, dass die Theologie den jeweiligen Erkenntnisstand der Wissenschaften in das kirchliche Leben zu integrieren habe, 1907 als Modernismus verurteilt und im jüngsten Konzil (II. Vatikanum) nur partiell zugestanden. Die Dogmengeschichte ist aus offiziell katholischer Sicht auch heute nur ein Hilfsmittel zur Erklärung der Tradition, die im Wesentlichen Kernbereich verbindlich bleibt, vgl. Unfehlbarkeit.

Der Protestantismus billigt nur der Bibel als der Heiligen Schrift eine übergeordnete, normative Funktion gegenüber kirchlichen Traditionen zu. Daher konzentriert sich das Problem für Theologen dort darauf, wer für die Auslegung resp. Hermeneutik der sola scriptura zuständig sein kann.

Anknüpfend an das Lehrwerk von John Henry Newman versteht die katholische Dogmatik heute die Entwicklung der christlichen Lehre als Entfaltung (aber nicht: Evolution) der kirchlichen Identität in der Zeit, jedoch nicht unter Führung einer „autonomen“ Theologie, sondern unter Anleitung des kirchlichen Amtes, das im Bischofskollegium mit und unter dem Papst tätig ist.

Der Kanon der Bibel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste theologische Grundlage ist die Bibel als Heilige Schrift. Die christliche Bibel besteht aus dem Alten Testament, das in etwa dem Tanach entspricht und auf Hebräisch (und in kleinen Teilen auf Aramäisch) geschrieben wurde, und dem Neuen Testament, das auf Griechisch verfasst wurde.

Die Festlegung, welche Bücher zur Bibel dazugehören, wirft Fragen auf, die in der Dogmengeschichte je nach Epoche verschieden beantwortet wurden: Kann man Bücher davon weglassen, neue hinzunehmen? Wieso hat gerade die Bibel eine solche Autorität? Wie stehen und standen die Christen zur Bibel? Wann ist der Kanon entstanden und warum? Wie kann man die Bibel verstehen? Wie soll sie richtig gelesen und ausgelegt werden?

Glaubensbekenntnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste Form, die christlichen Grundaussagen zusammenzufassen, waren die Glaubensbekenntnisse, die sich aus dem Taufsymbol entwickelt haben. In diesen Bekenntnissen sind die nachfolgend aufgeführten zentralen Themen der Dogmengeschichte bereits enthalten.

Trinitätslehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Taufe im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes veranlasste die junge Kirche, das Wesen Gottes in drei Personen mehr und mehr zu reflektieren.

Christologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zentrale Dogma der Trinität machte es für die Theologie der alten Kirche erforderlich, die Person Jesu Christi in seiner Wesenseinheit mit dem himmlischen Vater näher zu verstehen.

Die Lehre von Sünde und Gnade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mysterium der Erlösung des Menschengeschlechts durch Jesus Christus brachte überdies neues Licht in das Rätsel des Bösen und der Unvollkommenheit der Kreatur.

Wort und Sakrament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jesus Christus als das ewige Wort des Vaters ist gegenwärtig in seiner Kirche als Zeichen und Werkzeug der Einheit der Menschen mit Gott und untereinander. Diese sakramentale Gegenwart des ewigen Lebens in Taufe und Eucharistie unterscheidet das christliche Dogma von allen anderen religiösen Überzeugungen.

Rechtfertigungslehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rechtfertigungslehre ist ein zentraler Bereich der Theologie Martin Luthers, in der es um die Frage geht, inwiefern wir vor Gott gerecht sind.

Luther erörterte die bereits von Paulus diskutierte Gerechtigkeit allein aus Glauben, sola fide (Römer 1,17 EU), die zur Hauptantriebsfeder der Reformation wurde. Luthers Auffassung von der Rechtfertigung wurde vom Konzil von Trient verurteilt.

Vieles in dem Streit zwischen den nach der Reformation entstehenden römisch-katholischen und evangelischen Konfessionen ist nur zeitabhängig zu verstehen. Das große Zerwürfnis über das zentrale Thema der Rechtfertigung ist inzwischen durch ein ökumenisches Konsenspapier[1] entschärft worden, das von offiziellen Vertretern der Konfessionen am 31. Oktober 1999 in Augsburg unterzeichnet wurde.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre des Lutherischen Weltbundes und der Katholischen Kirche