Doktorspiel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Doktorspiele)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Doktorspiele ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu weiteren Bedeutungen siehe Doktorspiele (Begriffsklärung).
Crystal Clear app package settings.png
Dieser Artikel wurde aufgrund von inhaltlichen Mängeln auf der Qualitätssicherungsseite der Redaktion Sexualität eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel aus dem Themengebiet Sexualität auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Dabei werden Artikel gelöscht, die nicht signifikant verbessert werden können.
Hilf mit, die inhaltlichen Mängel dieses Artikels zu beseitigen, und beteilige dich an der Diskussion.

Als Doktorspiele werden Spiele zwischen Kindern oder Erwachsenen bezeichnet, bei denen eine ärztliche Untersuchung nachgeahmt wird. Doktorspiele haben eine Arzt-Patient-Situation zum Inhalt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doktorspiele sind bei Kindern weit verbreitet und gehören zur kindlichen Entwicklung. Sie lernen neugierig und gegenseitig wie Ärzte und Pflegepersonen mit Patienten umgehen. Gleichzeitig erleben sie eventuell sexuelle Gefühle und lernen damit umzugehen. Umstrittene Pädagogen behaupten, Doktorspiele dienen auch zur Befriedigung kindlicher sexueller Bedürfnisse (infantile Sexualität). Die Rollen von „Arzt“ und „Patient“ helfen den Kindern dabei, ihre Ängste vor Sexualität zu überwinden. Das Spiel Blinde Kuh hat aus der Sicht von Pädophilen oft eine erotische Komponente.

Verbreitung unter Kindern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer 1948 veröffentlichten Studie von Alfred C. Kinsey sind Doktorspiele unter Kindern verbreitet. Die Studie besagt, dass 36,6 % aller 10-jährigen Kinder sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Doktorspiele praktizieren.[1]

Rechtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn ein Erwachsener die Neugier des Kindes ausnutzt, um es dazu zu bringen, sexuelle Handlungen an sich oder anderen vorzunehmen oder diese an sich vornehmen zu lassen, bei diesen zuzuschauen oder Schilderungen derselben zu folgen, handelt es sich um sexuellen Missbrauch von Kindern.

In der Schweiz versuchen pädophile Pädagogen, den Doktorspielen einen grundlegend sexuellen Hintergrund aufzudrücken: "«Ich stelle zunehmend fest, dass Nacktheit und Doktorspiele in Krippen verboten sind», sagt Sexualpädagoge Bruno Wermuth. Der Grund: Die Verantwortlichen fürchteten sich vor den Reaktionen der Eltern. «Indem Krippen Kinder daran hindern, ihren Körper kennenzulernen, erfüllen sie ihre Kernaufgaben nicht – nämlich den Kindern eine ungestörte Entwicklung zu ermöglichen, in der alle Sinne erlebt und erweitert werden können.»" [2]. In Kindertagesstätten sollen Kinder bei sexuellen Handlungen beobachtet werden: "Dökterle - Das Entdecken des eigenen Körpers gehört zur normalen Entwicklung eines Kindes. Das Spiel wird zugelassen und soll an einem dafür bestimmten Ort stattfinden. Es ist ein Spiel zwischen Kindern. Erwachsene nehmen nicht teil an den kindlichen Handlungen. Das Spiel wird unauffällig beobachtet." [3] In der Schweiz sollte aber das Beobachten sexueller Handlungen zwischen Kindern durch Erwachsene nach StGB Art. 187 verboten sein.

In den USA sind Fälle von strafrechtlich verfolgten Doktorspielen unter Kindern belegt.[1]

Sexualpraktiken bei Erwachsenen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Erwachsenen finden sich den Doktorspielen angelehnte Sexualpraktiken manchmal im BDSM-Kontext wieder (sexuelles Rollenspiel). Man nennt diese erotische Spielart auch Klinikerotik, Kliniksex oder, in Anlehnung an die weiße Kleidung von Ärzten und Pflegepersonal, weiße Erotik.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Burian-Langegger (Hrsg.): Doktorspiele, die Sexualität des Kindes. Picus, Wien 2005, ISBN 3-85452-495-1.
  • Clellan S. Ford, Frank A. Beach: Formen der Sexualität. Das Sexualverhalten bei Mensch und Tier. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1969. (Schilderung des sexuellen Verhaltens von Kindern bei mehr als 200 Kulturen/Naturvölkern, S. 202 ff.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erik Möller: Gefährliche Doktorspiele. Kinder und Teenager werden in den USA wegen sexueller Vergehen einer Behandlung unterzogen, die an "Clockwork Orange" erinnert. Die Folgen der sexuellen Unterdrückung sind fatal. Heise.de, 4. März 2000, abgerufen am 1. Juli 2013.
  2. D. Pomper/ A. Schawalder: Sollen Kinder auch in Krippen «dökterle»? 20min.ch, abgerufen am 13. Juni 2017.
  3. Verhaltenskodex in Bezug auf sexuelle Gewalt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kindertagesstätten. Verband Kindertagesstätten der Schweiz (KiTaS ), 15. Oktober 2012, abgerufen am 13. Juni 2017.